11. Mai 2009

Muttertag ohne Mutti

Was für ein Kokolores! Muttertag. Als ob man einen bestimmten Tag bräuchte, um eine der wichtigsten Personen im Leben jedes Menschen zu ehren... Das erinnert mich immer an jene Leute, die das ganze Jahr über nicht mit ihrer Mutter sprechen, nichts mit ihr unternehmen, um ihr dann aber an jenem - vom Kommerz erfundenen und zerfressenen - Tag einen Blumenstrauß in die Hand zu drücken. Vermutlich als so eine Art Wiedergutmachung. 90 Prozent davon ist Heuchelei. Es ist schon unerträglich genug, wenn im öffentlich-rechtlichen Fernsehen einem halbwegs gebildeten und nicht senilen Publikum zu dieser Thematik mutantenstadlartige Sendungen zugemutet werden.

Den Tag jedenfalls kann man auch sinnvoller verbringen. Nach der Geburtstagsfeier meines Bruders am Sonnabend - er hat nun auch schon 50 Jahre auf dem Buckel - konnte ich sonntags meine Kreise drehen. Und da die Tour nicht so lange dauern sollte, habe ich sie gleich für weitere Erkundungen im tschechisch-deutschen Grenzgebiet bei Tyssa (Tisá) und Raitza (Rájec) genutzt.

Und das ist eine wirklich bemerkeswerte Neuigkeit: der Glasergrundweg, welcher vom Theilemannweg in Richtung Grenze abzweigt, ist jetzt auf deutscher Seite bis zu den Grenzsteinen komplett ausgebaut, die Grenzbarrieren wurden weitestgehend abgebaut und die Schranke ist geöffnet. Damit steht wieder eine neue Radverbindung nach Böhmen zur Verfügung, denn auf tschechischer Seite kommt man nach ca. 50m auf die Radtrasse 3017. Eine echte Bereicherung!

Da ich wegen tiefliegender Wolken mich von Schönwald (Krásny Les) aus auf kürzestem Weg zurück auf die deutsche Seite begeben wollte, bot sich hier gleich eine weitere neue (alte) Verbindung an. Von Schönwald fährt man das Tal immer abwärts (nicht abbiegen nach Adolfsgrün / Adolfov!), bis man dann fast unterhalb der Autobahngrenzbrücke der D8 / A17 mittels einer Brücke in den Oelsengrund und damit über die Grenze gelangt. Auch ein Geheimtip, der dieses Gebiet ohne großes Auf und Ab erschließt.

Nach Liebenau und Börnchen rollt es anschließend durch das Müglitztal nur noch bergab.