6. Juli 2026

Langer Nachmittag

Den Sonntag hatte ich gestern bereits für sportliche Aktivitäten abgeschrieben. Nach dem Verfassen meines Berichts über die vorangegangenen zwei Touren, einer "Freßorgie" und ein wenig Müßiggang gönnte ich mir deshalb über den Mittag ein kurzes Schläfchen. Als ich danach jedoch aufwachte, sah es draußen nach dem regnerischen Vormittag gar nicht mehr so schlecht aus.

Kurzentschlossen überwand ich also mein Trägheitsmoment, packte meine sieben Sachen und setzte mich auf's Radl. Da war es 14.25 Uhr. Normalerweise fahre ich um diese Zeit nicht mehr los, will ich doch nicht nur irgendwelche Kurzstrecken sammeln. Aber kurz nach der Sommersonnenwende ist es eben auch lange hell - und um für alle Eventualitäten gewappnet zu sein, nahm ich außerdem meine Beleuchtung mit.

Auf der ersten Runde südlich des Elbtals testete ich zunächst ziemlich spontan eine kurze Streckenvariante in Struppen. Die Ortsdurchfahrt ist derzeit gesperrt, nach den ersten Metern der Straßenbaustelle gibt es auch mit dem Rad kein Weiterkommen mehr. Rechts ausbiegend läßt sich dieser Abschnitt jedoch ohne die Umleitung über den steilen Kirchberg passieren, wobei es auf den ersten Metern aus dem Dorf aber ebenfalls kräftig bergauf geht (s. Track vom 05.07., km 6,8 - 8,5).

Kurz nach Struppen Siedlung kreuzten dann Regenwolken meinen Weg, die ich geschützt unterm Blätterdach  vorbeiziehen ließ. Den kräftigsten Schauer gab es in Markersbach, doch auch diesen überstand ich trocken, weil ich mich rechtzeitig in das Buswartehäuschen gerettet hatte. Am lästigsten waren die nun klitschnassen Straßen, weil ich deswegen die schöne, schnelle Abfahrt nach Bad Gottleuba aufgrund des Spritzwassers nur gebremst hinabrollen konnte. Erst am Ortseingang von Pirna waren die Straßen so weit abgetrocknet, daß ich wieder voll drücken konnte.

Meine daran anschließende rechtselbische Runde wurde letztlich viel länger als geplant. Denn nachdem ich die Gegenwindpassage bis kurz vor das Dresdner Blaue Wunder gut überstanden hatte und auch der lange Anstieg über die Grundstraße hinter mir lag, war es erst kurz vor Sieben. Die zweieinhalb Stunden bis zum Sonnenuntergang boten also noch reichlich Gelegenheit zum Kilometerfressen in größtenteils flachem Gelände. Eckpunkte dafür bildeten Radeberg sowie Rennersdorf-Neudörfel.

In Helmsdorf traf ich einen meiner Strava-Sportfreunde, willkommener Zwischenstop für einen abendlichen Schwatz unter Gleichgesinnten. Ich freue mich immer, wenn ich unterwegs Bekannte treffe. Inzwischen fahren allerdings auch immer mehr Rennradler grußlos an mir vorbei - es ist ihre Sache. Manche Leute sind eben viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt, um andere wahrzunehmen. Dabei bilden Frauen übrigens keine Ausnahme.

Ich schaffte es sogar noch bis nachhause, bevor die Sonne hinterm Horizont verschwand. Gesehen habe ich sie den ganzen Nachmittag aber sowieso nicht.

5. Juli 2026

Minus fünfzehn Kelvin

Innerhalb einer Woche ist der Frühling zurückgekommen. Die Maximaltemperatur am Tag sank von 38 °C auf 23 °C und ermöglichte damit die Rückkehr in den Normalmodus. Schade nur, daß damit auch die Witterung unbeständiger wurde, denn wegen des angekündigten Regens konnte ich keine Langstrecke planen.

Meine Nachmittagstour am Freitag hätte mich dazu aber perfekt motiviert.  Das Streckenprofil der diesmal kurz vorher zusammengestellten Route war zwar relativ flach und enthielt keine steilen Auffahrt. Doch das erklärt nicht ausschließlich mein gutes Vorankommen. Auch der anfangs frische Westwind, welcher mir ungebremste Fahrt ermöglichte reicht nicht als Begründung. Es lag wohl hauptsächlich an der Temperatur in meinem Wohlfühlbereich bei meist bedecktem Himmel. Ohne lästige Schweißausbrücke bzw. mit guter Kühlung durch den Fahrtwind läßt sich der Körper ganz anderes belasten als in flirrender Hitze.

Diesmal absolvierte ich erneut nur mein Minimalpensum, obwohl damit meine Feierabendrunde bereits 18.30 Uhr endete. Das deshalb nicht verschossene Pulver hob ich mir lieber für den nächsten Tag auf.

Noch unschlüssig, wohin es am Sonnabend gehen sollte, kam mir die zündende Idee erst am Morgen. Schon längere Zeit bin ich nicht mehr in Nixdorf (Mikulášovice) gewesen, auch weil in dieser Gegend viele lange und auch steile Anstiege bewältigt werden müssen. In Verbindung mit der Quasi-Umrundung des böhmischen Elbsandsteingebirges (orographisch) rechts der Elbe ergibt sich selbst nach dem langen Anstieg von Sebnitz über Wölmsorf (Vilémov) durch Nixdorf bis zum Scheitelpunkt der Tour unterhalb des Plissenbergs (Plešný) auf ca. 510 m ü. NHN (s. Track vom 05.07., km 39,2 - 53,7) ein Sägezahnprofil, mittels dessen bis zur Rückkehr ins Elbtal sich noch weitere 450 Hm summieren.

Andachtsbild an der Böhmerstraße (Česká silnice), 
s.a. Beschreibung (Aufnahmeort)
Die abwechslungsreiche Fahrt hielt mich jedoch immer bei Laune, was nicht zuletzt gerade auch wieder dem angenehmen Klima zu verdanken war. Außerdem wurden inzwischen viele Straßenabschnitte neu asphaltiert bzw. umfassend ausgebessert, sodaß ich mich eigentlich nie mit holperigem Untergrund herumärgern mußte. Einzig die Mofa-Fahrer nervten mich zunehmend, deren Konzentration sich mit meiner Annäherung an die touristischen Ausflugsziele spürbar erhöhte.

Dafür hinterließ eine Beobachtung auf der Straße nach Herrnskretschen (Hřensko) ein breites Grinsen in meinem Gesicht. Nachdem mir bereits in Rainwiese (Mezní Louka) das Auto der Ordnungshüter des Gemeindeamts entgegengekommen war, wartete ich nur noch auf "Opfer" der fleißigen Kollegen. Und tatsächlich standen trotz des ausdrücklichen und mehrfach ausgeschilderten Halteverbots kurz vor dem Abzweig des Wanderwegs zum Prebischtor (Pravčická brána) am Straßenrand zwei Autos. Für deren Besitzer bleibt nun die Wanderung zum größten Felsentor des Elbsandsteingebirges dauerhaft im Gedächtnis - und zwar anders als gedacht. Ihre Fahrzeuge wurden nämlich mit Radkrallen fixiert. Deren lange Gesichter bei ihrer Rückkehr hätte ich sehen wollen, zumal damit neben einer saftigen Geldbuße auch ein erheblicher sowie zeitintensiver Aufwand bis zur Freigabe der Fahrzeuge durch die Mitarbeiter der Ortsverwaltung verbunden ist! Bei den Tschechen läuft es ein bißchen anders als in unserer Bananenrepublik - da wird nicht diskutiert, sondern gehandelt ... Manche Leute müssen das erst auf die harte Tour lernen.

Bereits im Elbtal, veranlaßte mich hingegen drohender Regen zu einem Ziel"sprint" ab Postelwitz. Wie angekündigt, näherte sich von Westen her ein größeres Niederschlagsgebiet, und ich wollte unbedingt vermeiden, auf den letzten Kilometern dieser schönen Tour noch naß zu werden.

Das ist mir gelungen.

28. Juni 2026

Abgefahren ...

War das ein Wochenende! Die Hitze lähmte das ganze Land, und auch in Pirna wurden heute 39°C erreicht. (In meiner Dachgeschoßwohnung sieht's übrigens auch nicht viel besser aus, bei mittlerweile knapp 32°C Raumtemperatur kann ich mich höchstens noch in der Badewanne abkühlen.)

Trotzdem war ich mit dem Handbike aktiv. Sogar bei größtenteils durchaus angenehmen Bedingungen, denn ich habe meine Radtouren ganz einfach in die Nacht- und Morgenstunden verlegt. So ließ es sich nicht nur aushalten, sondern es gab darüberhinaus ein paar unvergeßliche Momente im Osterzgebirge. Dort hatte ich mich mit Lád'a, meinem tschechischen Sportfreund verabredet. Ursprünglich wollte ich ja im Gebirge wieder in einer Schutzhütte übernachten, doch bereits am Freitag war es so heiß, daß ich mir die schweißtreibende Anfahrt und damit das Biwak als solches ersparte. Es hätte keinerlei Sinn ergeben!

Dafür startete ich am Sonnabend bereits gegen Mitternacht. So blieb mir ausreichend Zeit bis zum vereinbarten Treffpunkt in Böhmisch Zinnwald (Cínovec), wo wir uns dann 5.30 Uhr begrüßten. Nichts beschreibt mein Verhältnis zu den dunklen Stunden eines Tages besser, als der Titel eines meiner Blogbeiträge. Während der Weiterfahrt auf der Panorama-Kammstraße (die mit all ihren Varianten zu meiner Lieblingsstrecke in der Region zählt), hatten wir die Welt ganz für uns allein. Kein Autolärm, kein Motorrad-Geknattere, einfach nur der Zauber des erwachenden Tages. So etwas kann man nicht für Geld kaufen ...

Als kurz nach Sechs mit der Steilrampe aus Schönwald (Krásný Les) heraus (s. Track vom 27.06., km 77,5 - 77,8) der letzte Anstieg hinter mir lag, war klar, daß ich lange vor der angekündigten großen Hitze zuhause sein würde. Lád'a verabschiedete sich von mir im Bahratal. Er fuhr nun zunächst nach Berggießhübel, um letztlich über den Kamm zurück nach Kulm (Chlumec) auf der anderen Seite des Erzgebirges zu fahren. Ich hingegen erreichte nach schneller Abfahrt bereits 7.15 Uhr die Heimat.

Den Rest des Tages verbrachte ich mit Schlafen und Dösen in der Wohnung ... mehr war angesichts dieser Hitzewelle einfach nicht drin.

Sonnenaufgang auf dem Osterzgebirgskamm vor
Adolfsgrün (Adolfov, Aufnahmeort)
Weil es so schön war, wollten Lád'a und ich am nächsten Tag gleich noch einmal gemeinsam auf Tour gehen. Erneut planten wir die Panorama-Kammstraße in unsere Strecke ein, trafen uns diesmal jedoch bereits um 5.00 Uhr in der der Nähe von Voitsdorf (Fojtovice). Das leuchtende Morgenrot gipfelte in einem wunderschönen Sonnenaufgang. Kurz nachdem der rote Feuerball im Osten über dem Wald einer unberührt wirkenden Landschaft gestiegen war, ergab sich die Gelegenheit, diesen magischen Augenblick im Bild einzufangen. Spätestens hier sollte ersichtlich sein, warum ich diese Gegend so mag. Abgesehen davon, war es zu dieser Zeit noch einsamer als am Vortag. Wir sind kilometerweit bzw. stundenlang gefahren, ohne einer Menschenseele oder irgendwelchen Fahrzeugen zu begegnen.

Diesmal folgten wir dem Höhenrücken bis Schneeberg (Sněžník), bevor es talwärts nach Norden ging. Auf den letzten Metern der Abfahrt ins Elbtal stieg dann bereits spürbar die Temperatur an. Trotzdem kamen wir noch leidlich gut bis Pirna, wobei sich mein Kamerad nicht davon abhalten ließ, mich bis zum Schluß zu begleiten. Allerdings mußte er danach über den Erzgebirgskamm nachhause, wobei er - wie sich am Ende herausstellte - noch einmal 72 km und rund 1200 Hm absolvierte. Absolut verrückt!

Doch "normal" sind wir alle beide sowieso nicht ...

22. Juni 2026

Adaption

Bevor mich morgen ein anstrengender (Arbeits-)Tag erwartet, habe ich den Montag für eine schnelle Morgenrunde genutzt. Um der Hitze aus dem Weg zu gehen, bin ich dabei sehr zeitig losgefahren. So konnte ich den längsten Anstieg - unterbrochen durch eine kurze Zwischenabfahrt - bewältigen, bevor hoch am Himmel die Sonne ihre Kraft entfaltete.

Zwischen Elbsandstein- und Böhmischen
Mittelgebirge: Steinsdorf (Kamenec), rechts dahinter
der Kahle Berg (Holý vrch) und ganz rechts am
Horizont der Aussichtsturm des Hohen Schneebergs
(Děčínský Sněžník, Aufnahmeort)
Um mir einen Teil des morgendlichen Berufsverkehr auf der Hauptstraße nach Tetschen (Děčín) zu ersparen, hängte ich außerdem einen Abstecher in das Hochland jenseits des Eulautals bis nach München (Mnichov) an. Trotzdem erreichte ich die Elbe schon 8.30 Uhr.

Leider fand ich in Pirnas tschechischer Partnerstadt nicht den linkselbischen Zugang zur neu eingerichteten Elbquerung für Radfahrer, die unmittelbar neben der Bahnbrücke verläuft. Vom anderen Elbufer ist die Streckenführung vermutlich eindeutiger - da muß ich es wohl demnächst von dort aus erneut versuchen.

Nur knappe drei Stunden benötigte ich danach, bis ich wieder im Rollstuhl saß. Zum Schluß zogen zwar die Temperaturen (erwartungsgemäß) etwas an, doch selbst den letzten Anstieg, nämlich den 13%er durch Porschendorf (s. Track vom 22.06., km 83,4 - 84,3), kam ich noch vergleichsweise locker hoch. Diesmal vermied ich jedoch weitere Eskapaden zum Kilometersammeln.

Geduscht geht es nun tiefenentspannt in den Nachmittag.

21. Juni 2026

Kein kühler Fleck

Noch am vergangenen Montag kühles, windiges Wetter - doch spätestens freitags kam die große Hitze. Anstrengende, sportliche Aktivitäten in Tagesmitte sind daher momentan wirklich nicht empfehlenswert, und daran habe ich mich an den vergangenen Tagen gehalten. Für mich war die zu erwartende warme Sommernacht allerdings die Gelegenheit, um erneut im Freien zu übernachten. Solche Erlebnisse sind für mich recht selten möglich - bisher nur zweimal seit meinem Unfall, nämlich im Jahr 2023 mit meinen Sportfreunden Christiane und Lád'a und vor genau einem Jahr mit Jens, meinem Radlfreund aus dem Erzgebirge

Letzten Anstoß dazu gab das alljährlich Mitte Juni stattfindende Stadtfest in Pirna, bei dem auf dem Marktplatz direkt unter meinem Fenster die Hölle los ist. Dieses "infernalische Getöse" (Zitat Timur Vermes: "Er ist wieder da") bis weit nach Mitternacht und damit eine schlaflose Nacht wollte ich mir unbedingt ersparen, und so packte ich meinen Krempel. Outdoor-Luftmatratze, eine große Plasteplane (als Unterlage) sowie eine Fleecedecke konnte ich neben meinen sonstigen Radtourenutensilien inkl. zusätzlicher Hygieneartikel (Kathedersets) sowie meiner Verpflegung noch gut auf meinem Handbike verstauen. Freilich kalkulierte ich mein Essen und Trinken relativ knapp, ließ mir aber die Möglichkeit offen, nach der Nacht einen Zwischenstop in meiner Wohnung zum "Nachtanken" einzulegen. Für mich war wichtig, alles selbst - d.h. ohne fremde Hilfe - verpacken und benutzen zu können.

Kurz nach 18.00 Uhr startete ich am Freitag schließlich von Pirna. Die größte Hitze des Tages war inzwischen vorüber, deshalb fuhr ich zunächst noch eine Runde südlich der Elbe. Der Anstieg nach Cotta (s. Track vom 19.06., km 6,6 - 8,2) kostete mich dabei den meisten Schweiß, doch konnte ich danach im Bahretal wieder einigermaßen herunterkühlen. Auf dem Weg zu meinem Übernachtungsort, einer Schutzhütte im Schönfelder Hochland, überquerte ich schließlich die Elbe. Reichlich 3 km vor meinem Ziel ging die Sonne unter, doch blieb es bei klarem Himmel noch lange hell. So konnte ich mich dort ohne Eile gut einrichten.

Nächtlicher Blick in Richtung Pirna, gut zu
erkennen die Hochhäuser des Ortsteils Sonnenstein
(Aufnahmeort)
Meine größte Befürchtung, daß der Platz schon z.B. durch die Dorfjugend belegt ist, bewahrheitete sich nicht. Im Gegenteil: ich war weit und breit der einzige Mensch - die perfekte Illusion von Abgeschiedenheit! Es wurde ein schöner Abend und eine besinnliche Nacht, ganz allein mit mir und meinen Gedanken. Doch sogar bis hierhin drang der Lärm von der Hauptbühne des Pirnaer Stadtfestes, obwohl es bis dahin mehr als sieben Kilometer Luftlinie waren. Gegen drei Uhr nachts herrschte endlich Stille.

Zu meinem 58. Geburtstag fuhr ich dann schon relativ zeitig wieder los. Ursprünglich hatte ich nur eine ebenso kurze Tour wie am Freitag vorgesehen, doch bald packte mich der Ehrgeiz. 100 km vor der großen Hitze waren vielleicht möglich, jedenfalls wollte ich es versuchen.

Bis kurz vor Bischofswerda, also bis 10.00 Uhr, ging meine Rechnung auch auf. Nur noch ein größerer Anstieg mit außerdem moderater Steigung erwartete mich danach, und so hoffte ich auf weiterhin gutes Vorankommen. Das allmähliche Heißlaufen konnte ich zudem durch unterdurchschnittlich viele Höhenmeter der Strecke einigermaßen kompensieren, denn insgesamt waren es bis Pirna aufgrund des höhergelegenen Schlafplatzes ja 250 Hm weniger bergauf als abwärts.

Trotzdem wurde es immer mühsamer. Außerdem machten sich nun bei Temperaturen erheblich über 30°C auch der Nahrungs- und Getränkemangel leistungsmindernd bemerkbar. Eine längere Freß- und Trinkpause in Polenz bewirkte ebenfalls keine fundamentale Verbesserung. Der letzte erwähnenswerte Aufschwinger hinter Porschendorf (s. Track vom 20.06., km 96,0 - 96,5) kam mir daher zum Schluß wie eine Steilrampe vor. Unglaubliche vier Zwischenstops mußte ich hier zum Verschnaufen einlegen - an einem Berg, den ich zwar nicht besonders mag, aber dennoch sonst immer flüssig durchfahre.

Ziemlich (von der Hitze) ausgelaugt, erreichte ich schließlich 14.00 Uhr mein Zuhause. Es dauerte eine geraume Weile, bis ich mich danach wieder in halbwegs akzeptabler körperlicher Verfassung befand. Trotz des erneuten Lärms vor meiner Wohnung bin ich abends dann gut eingeschlafen ...

16. Juni 2026

Dreimal kurz

In den vergangenen Tagen kam der April noch einmal zurück. Temperaturen unter 20°C und ein Flickenteppich von Niederschlagsgebieten überzogen das Land und machten das Handbiken zu einer Art Lotteriespiel. Jedenfalls dann, wenn man unterwegs nicht naß werden wollte.

Nicht nur wegen einer offenen Verletzung der Haut im Sitzbereich nahm ich mir also für's Wochenende nicht zuviel vor. Nachdem ich bereits am Freitag meine Nachmittagsrunde gestrichen hatte (bloß gut!), sah es anderntags auch nicht viel besser aus. Trotzdem wagte ich den Aufbruch, als die ersten Schauer durchgezogen waren. Wenigstens wollte ich meine Sportfreundin Christiane in der Bergwachthütte in Rathen besuchen, wo sie gerade mit anderen Ehrenamtlichen die Unfallbereitschaft für das Wochenende absicherte.

Von der Woche körperlich noch ausgeruht, rollte es gut voran, und vor dem Mittag hielt sich auch der Gegenwind noch in Grenzen. In Eschdorf mußte ich dann aber das erste Mal eine 45-minütige Pause im Unterstand einer Bushaltestelle einlegen, bis zur Abfahrt ins Elbtal kamen dann noch zwei weitere erzwungene Zwischenstops hinzu. Dafür blieb ich jedoch den ganzen Tag lang trocken. Nach der Kaffeetrinkerpause bei meinen Freunden in Rathen trudelte ich schließlich abends einigermaßen entspannt wieder zuhause ein. 

Auch für den Sonntag plante ich nur mit einer kurzen Strecke - für mich ist dies das Minimalprogramm mit knapp über 100 km. Diesmal war das Wetter zwar stabiler, allerdings blies der Westwind kräftiger als am Vortag. In meinem Navi befand sich noch eine Strecke, die ich mir mal als Feierabendtour zusammengestellt hatte. Die sollte es nun sein.

Oberhalb von Hartmannsbach, am Horizont ist in
Bildmitte die Burgruine von Frauenstein zu erahnen
(Aufnahmeort)
Doch schon beim Einrollen im flachen Gelände wurde ich erheblich vom Gegenwind ausgebremst, sodaß ich bereits frühzeitig meinem Virtual Partner hinterherfuhr. Zusätzlich erwies sich die gewählte Route als wesentlich anspruchsvoller, wie die Zusammenfassung der Daten auf dem Navi zunächst vermuten ließ. Vor allem der Anstieg unterhalb der Talsperre Lehnmühle aus dem Tal der Wilden Weißeritz überraschte mich ob seiner Steilheit (s. Track vom 14.06., km 61,0 - 62,3). Diesen Berg kannte ich bisher nur in der Gegenrichtung. Ich fuhr ihn trotzdem ohne Halt durch, und das kam mir ein paar Minuten danach zugute. Denn keinen Augenblick zu spät erreichte nach der langen Abfahrt durch Reichstädt erneut ein Buswartehäuschen, wo ich geschützt die nun folgende Sintflut recht komfortabel vorüberziehen lassen konnte. Das wäre sonst überhaupt nicht gut für mich ausgegangen!

In Hirschbach stand ich schließlich vor der Entscheidung, entweder nur noch bergab bzw. eben nachhause zu rollen - zum Schluß auf der Strecke der Anfahrt - oder aber auf der konfigurierten Strecke weitere Anstiege zu absolvieren. Im ersten Fall hätte ich wahrscheinlich meine Geschwindigkeitsvorgabe tatsächlich noch erreicht, doch sammelte ich an diesem Tag lieber Höhenmeter. So gesehen, war am Ende der Durchschnitt von 14,2 km/h bei 1450 Hm auf 104 km absolut akzeptabel.

Auch gestern zog es mich bei dicker Wolkendecke, kräftigen Wind und ca. 12°C überhaupt nicht nach draußen. Ich redete mir aber gut zu, indem ich lediglich zu einer konditionell anspruchslosen Trainingstour startete. Die flachen, aufgrund des Gegenwinds nervtötenden Kilometer auf dem Elberadweg bis Meißen hatte ich bis 11.00 Uhr abgehakt.

Danach wurde es zwar hügelig, doch mit dem Wind im Rücken nahm ich ordentlich Fahrt auf. Deshalb verlegte ich die Rückfahrt nach Pirna auch etwas weiter nördlich in offenes Gelände. Daß dabei einige Straßen relativ stark vom Kraftverkehr frequentiert waren, nahm ich in Kauf, zumal es unmittelbar daneben auch immer wieder gut ausgebaute Radwege gab. Erst in Eschdorf wählte ich den ruhigeren Umweg über Dürrröhrs- und Porschendorf nach Pirna (s. Track vom 15.06., km 99,8 - 110,0). Am Ende der dritten Tour in Folge ging es mir konditionell (nach dem zwischenzeitlichen, jedoch durchaus üblichen Hänger kurz vor dem letzten Viertel) immer noch recht passabel. Statt weiterer Abstecher freute ich mich dennoch auf das Trainingsende zur Kaffeetrinkerzeit.

In nächster Zukunft möchte ich mir nämlich gern mal wieder längere Touren zumuten.

9. Juni 2026

Neu entdeckt

Schon seit längerer Zeit wollte ich für einen neuen Wandervorschlag im Routenportal des Tourismusverbands Sächsische Schweiz das Walderlebniszentrum Leupoldishain erkunden. Ich kannte das Areal noch vor der umfassenden Erneuerung, doch seitdem hat sich dort viel getan. Außerdem bot es sich bei dieser Gelegenheit an, gleich noch den Zugang zur Waldbühne auf Rollitauglichkeit zu testen. Ich kann mich nicht erinnern, jemals schon einmal dort gewesen zu sein.

Am Montag klappte es nun endlich. Mit Ute hatte ich mich dafür bei schönstem Wetter verabredet, Peggy war diesmal aber leider verhindert. Zuerst besuchten wir natürlich die Einrichtung des Sachsenforst. Auf überraschend kleiner Fläche ist dort ein wirklich sehenswertes und erlebnisreiches Ausflugsziel für die ganze Familie entstanden - ganz im Gegensatz zur Weitläufigkeit der Waldhusche in Hinterhermsdorf.

Die Vielfalt der Möglichkeiten zum aktiven Erleben, die sich vor allem durch die abwechslungsreiche Topologie (Wald, Dickicht, Wiese, Feuchtbiotop, Felsen) ergeben, hat mich wirklich sehr überrascht. Und das zentrale Gebäude ist einfach nur ein Schmuckstück, welches sich wunderbar in die Umgebung einfügt. Dazu gibt's noch den herrlichen Ausblick nach Nordosten über Festung Königstein, Lilienstein bis hin zum Pfaffenstein. Hier kann man durchaus auch länger verweilen.

In der Wildpretskammer (Aufnahmeort)
Nach unserem Besuch im Walderlebniszentrum wanderten wir schließlich zur Waldbühne Leupoldishain. Trotz des wegen Bauarbeiten derzeit gesperrten Hauptzugangs ab der Ortsmitte von Leupoldishain, war zumindest der untere Weg ab dem Ortsteil Nikolsdorf komfortabel mit dem Rolli befahrbar. Wir benutzten ihn für den Rückweg (s. Track vom 08.06., km 2,6 - 2,9). Auch der schmale Pfad darüber ließ sich im Rolli bewältigen, allerdings fühlte ich mich dabei in Begleitung von Ute wesentlich wohler. Bis zur Waldbühne mußten wir dann vom tiefsten Punkt des Weges noch einmal fast 40 Hm auf ca. 500 m bewältigen, weswegen ich davon ausgehe, daß man hier - so wie ich - im Rollstuhl Schiebeunterstützung benötigt, selbst auf der etwas längeren Strecke.

Nach dem schönen Picknick mit Erdbeertorte von Ute "arbeiteten" wir uns noch im weglosen Gelände bei leidlich gut berollbarem Untergrund bis zu einer Höhle am Ende von Bärs Grund vor, die sowohl unter Wildbretskammer als auch als Kleiner Kuhstall auf den Karten eingezeichnet ist. Romantisch in einem Felskessel gelegen, war das natürlich ein besonderer Höhepunkt der Tour.

Am zeitigen Nachmittag kehrten wir von unserem reichlich zweistündigen Spaziergang zurück.