10. Februar 2026

Zweiter Wellenkamm

Meine dritte Tour im Februar lieferte ähnliche Trainingsergebnisse wie schon einmal im Januar. Auch da steigerte ich mich während zweier vorangegangener Ausfahrten, bis ich schließlich im Soll lag. Und das nicht nur, weil mich Lád'a an jenem Tag begleitete. Mittlerweile benötige ich einfach nur mehr Vorlauf, um einigermaßen in Schwung zu kommen.

Auch verordnete ich mir am Montag beim Losfahren zunächst vier flache Kilometer auf dem Elberadweg zum Aufwärmen, bevor der Anstieg nach Struppen den direkten Vergleich mit der Feierabendtour vom Freitag ermöglichte. Dabei ging es weniger um das Tempo, als vielmehr um das eigene Körpergefühl während der Belastung am Berg. Diesbezüglich schnitt ich diesmal spürbar besser ab.

Folgerichtig stellte ich mir anschließend eine Strecke zusammen, welche jeweils nach fordernden Abschnitten mit Höhengewinn mir doch immer wieder ausreichend Erholung bis zur nächsten Auffahrt ermöglichte. Weil ich quasi alle Straßen in meinem Einzugsgebiet kenne, fand ich dafür beinahe das perfekte Streckenprofil, ohne mich an übermäßigen Steilrampen zu überlasten.

Genau deswegen habe ich dann auch die relativ starke befahrenen Direktverbindung zwischen Tharandt und Wilsdruff benutzt, obwohl die weiter östlich gelegene Alternative über Kleinopitz, Kesseldorf und Unkersdorf eigentlich schöner und verkehrsruhiger ist.

Für das letzte reichliche Viertel meiner Tour gab es hingegen keine erwähnenswerten Auswahlmöglichkeiten, jedenfalls nicht, wenn man im Elbtal bleiben wollte. Allerdings überquerte ich im Dresdner Stadtzentrum noch einmal den Fluß für einen Umweg über den rechtselbischen Elberadweg. Besonders das Stück ab dem Blauen Wunder bis Wachwitz (s. Track vom 09.02., km 95,6 - 98,4) fahre ich sehr selten, denn auf der parallel verlaufenden Landstraße ist man trotz ihres leichten Auf und Abs normalerweise schneller. Dabei ist der Abschnitt an der Elbe wirklich sehr schön und vermittelt mit seinen Sportvereinsstätten, Pferdekoppeln und großen Wiesen unvermutet beinahe so etwas wie ländliche Idylle. Im Frühling, wenn hier alles grünt und sprießt, werde ich diese mal im Bild festhalten ...

Bis Pirna kam gestern noch meine bislang längste Strecke des Jahres heraus, wobei ich jedoch zuletzt tempomäßig nicht mehr viel zusetzen konnte. Aber der persönliche Formaufbau schreitet nach den witterungsbedingten Unterbrechungen voran!

8. Februar 2026

Nochmal von vorn

Zu Beginn des Jahres, wenn die sportlichen Aktivitäten im Vergleich zur Hochsaison eher gering sind, schlägt sich jede Pause umso deutlicher in der körperlichen Leistungsfähigkeit nieder. Nach knapp zwei Wochen ohne Handbiketouren fange ich konditionell wieder von vorne an.  Dazu kamen erneut körperliche Auffälligkeiten, weshalb ich mich genötigt sah, es bezüglich meiner Ansprüche nicht zu übertreiben.

Dabei begann das Wochenende verhältnismäßig mild und durchaus nicht unfreundlich. Auf meiner freitäglichen Feierabendrunde begleitete mich sogar längere Zeit die Sonne. Sie gab auch den Ausschlag, meine Tour noch etwas auszudehnen, obwohl ich mich bereits am ersten Anstieg von Obervogelgesang nach Struppen mehr als normalerweise üblich anstrengen mußte. Meine Defizite kann ich aber nur durch ständiges Training ausgleichen, und das heißt fahren, fahren, fahren ...

Gruß vom Frühling auf der Abfahrt nach Gersdorf
(Aufnahmeort)
Der Blick von den höchsten Punkten meiner Ausfahrt bei Raum sowie vor Gersdorf über die sonnigen Höhen in Richtung Elbtal hinterließ bei mir sogar eine Ahnung von Frühling. Auf meiner Fahrt dorthin kamen dann zwar wieder die Wolken, doch diese lichten Momente begleiteten mich noch eine ganze Weile im Geiste. - Skifahren ist ja auch nicht schlecht, aber ohne ausreichend Schnee im Osterzgebirge kann ich auf trübes, naßkaltes Wetter sehr gern verzichten.

Am Sonnabend begann der Tag so, wie die meisten seit einer gefühlten Ewigkeit. Grau, naßkalt und trübe. Weil aber die westlich gelegenen Niederschlagsgebiete zunächst am Ort verharrten, schwang ich mich  gegen Neun auf mein Gefährt, um meine derzeitige Devise "Lieber wenig, als gar nicht" in die Tat umzusetzen.

Erstaunlicherweise blieb es bis weit nach dem Mittag trocken, auch wenn relativ dichter Nebel am Scheitelpunkt der Tour nach Cunnersdorf ziemlich unvermittelt über mich hereinbrach. Da lagen endlich alle Anstiege hinter mir, sodaß ich von einer entspannten Rückfahrt - erst durch den Tiefen Grund nach Hohnstein, anschließend auf dem Elberadweg nach Pirna - ausging.

Leider wurde daraus nichts, denn auf den letzten 20 km mußte ich ausdauernden Nieselregen über mich ergehen lassen. Abgesehen davon, daß ich sowieso nicht beabsichtigte, meine Tour für einen möglichen Hunderter durch eine Extrarunde auszudehnen, reichten mir diese anderthalb Stunden im regennassen Elbtal völlig aus.

Bei solchem Wetter wäre ich am Morgen überhaupt nicht losgefahren. 

1. Februar 2026

Nichts zu sehen!

Gestern war ich in anderer Besetzung als sonst im Ski-Tandem unterwegs. Mit meinem Gespannführer Norbert sowie Pia, Ruben und Ines ging es dabei erneut ab Holzhau bis nach Langewiese (Dlouhá Louka).

Die reichlichen Schneefälle der vergangenen Woche sorgten für perfekte Wintersportbedingungen in diesem weitläufigen, heutzutage unbesiedelten Gebiet, wobei vor allem die Waldrandloipe durch die tschechischen Pistenraupen offensichtlich erst am Morgen ganz frisch aufgefahren wurde - nahezu Weltklasseniveau! Bei Temperaturen um die 0°C bremste der Schnee zwar etwas, machte dafür aber die Abfahrten wesentlich entspannter. In der festgepreßten Loipenspur konnte ich nicht nur hier teilweise wie auf Schienen fahren.

Auf dem Rundkurs zum Stausee der Talsperre Fleyh (Fláje) verschlechterten sich zwischendurch mal die Untergrundbedingungen. Am tiefsten Punkt wurde nicht nur die Schneeauflage merklich dünner, auch befand sich die präparierte Spur teilweise so weit am Rand des breiten Weges, daß sie deswegen seitlich abschüssig bzw. holperig verlief. Und das nur, um in der Mitte mehr Platz für die Skater zu schaffen. Natürlich war das für mich nicht sehr angenehm, weswegen wir im Tandem teilweise auf die Mitte ausweichen mußten und damit erst recht die schnellen Skifahrer ausbremsten. - Hier haben die Tschechen wirklich nicht mitgedacht!

Fahrt ins Nichts (Aufnahmeort)
Den Rückweg nach Holzhau absolvierten wir dann größtenteils auf der bereits zuvor genutzten Strecke, doch störte mich das diesmal nicht sonderlich. Die schon erwähnte Waldrandloipe (s. dazu auch den vorherigen Blogbeitrag) könnte ich zum Kilometerfressen wahrscheinlich auch mehrmals hin- und herfahren, ohne genervt zu sein. Zumal in diesem ausgezeichneten Zustand!

Schade, daß es diesmal noch nebeliger als am vergangenen Sonntag war und wir uns manchmal nahezu durch einen Whiteout bewegten. Aber so bekam unser Vorankommen gerade auf den menschenleeren Abschnitten durch das grenzenlose Weiß beinahe etwas Meditatives, wie Ines treffend feststellte.

Ich jedenfalls hätte noch stundenlang weiterfahren können.

26. Januar 2026

Sportmix

Manchmal ändert sich die Wochenendplanung ziemlich unvermittelt. Noch am Freitag war ich mir ganz sicher, daß ein weiteres wintersportfreies Wochenende vor mir lag. Daher freute ich mich, daß mein tschechischer Kamerad eine gemeinsame Radtour vorschlug. Wir waren nun auch schon eine Weile nicht mehr gemeinsam unterwegs, das miese Wetter und andere Verpflichtungen gaben es einfach nicht her.

Auf der ca. 300 m langen 12%-Rampe im
Tiefen Grund (Aufnahmeort)
Am Sonnabend trafen wir uns also gegen 10.30 Uhr in Bad Schandau. Weil wir nicht einfach nur im Elbtal fahren wollten, mußten wir nun erstmal klettern. Prinzipiell war das zwar kein Problem, doch bei diesem kalten Wetter wäre durchweg flacheres Gelände eigentlich besser gewesen, um Lád'a wegen meines wesentlich geringeren Tempos am Berg nicht allzu stark auszubremsen. Er sah das jedoch locker, und nach dem 230 Hm-Anstieg durch den Tiefen Grund in Richtung Hohnstein lag ja schließlich dann auch der größte Zeitfresser hinter uns.

Leider waren die schönen Radwege am Ende des großen Anstiegs alle vereist, sodaß wir schließlich den bergigeren Umweg über Lohsdof und Ehrenberg nehmen mußten, bevor wir an der Bockmühle das Polenztal durchquerten. Dann ging es aber meist nur noch bergab, obwohl ich in Pirna-Jessen bereits mein Höhenmetersoll fast erreicht hatte. Hier trennten wir uns. Während mein Begleiter nun ab Pirna über den Elberadweg zurück fuhr, hängte ich nach der Einfahrrunde zu Beginn der Tour schließlich noch für den nun möglichen Hunderter den Abstecher bis Niederpoyritz an.

Vermutlich dank Lád'a habe ich endlich auch wieder mal meine Wunschdurchschnittsgeschwindigkeit erreicht, trotz der Temperaturen nahe des Gefrierpunkts.

Als ich abends dann die Bilder meiner Sportfreunde vom Skifahren sah, fragte ich bei ihnen an, ob ich mich nicht am nächsten Tag kurzentschlossen am Ausflug nach Langewiese (Dlouhá Louka) beteiligen könnte. Denn im Osterzgebirge schien - zumindest regional - immer noch sehr viel Schnee zu liegen. Frostig war es dort bis auf ein kurzes Intermezzo sowieso geblieben.

Ich konnte, und als Christiane mir am Sonntagmorgen kurzfristig doch eine gemeinsame Ausfahrt auf Skiern anbot, zögerte ich nicht. Wir waren dann auch schon abfahrbereit, als die Sportfreunde in Holzhau eintrafen. Altschnee mit etlichen fast schneefreien Stellen zwangen zwar meine Sportfreundin anfangs zu einem kurzen Fußmarsch mit mir im Schlepp, doch zum Touristengrenzübergang Battleck hin wurde der Untergrund immer besser. Da gab es kein Halten mehr für meine Tandem-Erste!

Nach einigen kurzen Graspassagen wurde die sogenannte Waldrandloipe immer besser. Eine perfekt präparierte Piste, feste, jedoch nicht vereiste Spuren und das nur leicht wellige Profil begeisterten nicht nur mich auf Anhieb. Dieser knapp 8 km lange Abschnitt (s. Track vom 25.01., km 1,9 - 9,8) ist eine echte Empfehlung, und seitdem die Loipe wenigstens z.T. in der Winterkarte von Mapy.cz eingezeichnet wurde, herrscht hier wesentlich mehr Betrieb als noch im vergangenen Jahr.

Nahe des ehemaligen Ortes Willersdorf
(Vilejšov)
, von dem außer diesem Kreuz
und ein paar Grundmauern nichts mehr
mehr erhalten ist (Aufnahmeort)
Die im Winter als Loipe freigegebene Straße nach Langewiese war jedenfalls bei weitem nicht mehr so schön zu befahren, zumal Sonne und Wind mancherorts bereits die alte Asphaltdecke freigelegt hatten. Die richtige Schwerstarbeit für Christiane und mich kam jedoch erst noch. Als Alternative zum Rückweg auf der gleichen Strecke entschieden wir uns nämlich für einen Haken in Richtung Dreiherrenstein (Vrch tří pánů). Der Verbindungsweg zurück zur bereits befahrenen Straße (s. Track vom 25.01., km 23,4 - 25,3) entpuppte sich jedoch als inzwischen von Forstfahrzeugen schwer in Mitleidenschaft gezogene Strecke, auf welcher jeder Meter vorwärts ein Kampf mit dem umgeackerten Untergrund bedeutete. Nach einer knappen dreiviertel Stunde mit häufigem Schneekontakt hatten wir es endlich geschafft. Froh, wieder auf ebener Strecke zu fahren, ging es nun flott voran. Bald erreichten uns endlich auch die anderen Sportfreunde, mit denen wir danach in entspannter Runde zurück zum Auto fuhren.

Nach vier gemeinsamen Kilometern folgte dann der Schreckmoment: mein Rucksack war weg! Vermutlich hatte ich ihn genau auf der vorangegangenen Skisafari verloren, jedenfalls hoffte ich das. Christiane stürmte zur Suche sofort los, währenddessen Carsten auf den letzte Kilometern zum Ziel die Führung im Skitandem übernahm. Es waren bange Minuten auf dem Rückweg, vor allem wegen des Verlusts meiner Brieftasche mit wichtigen und aber auch weniger oft benötigten Dingen, die ich bisher immer komplett mit mir führe (Ausweise, Führerschein, Krankenkassenkarte, Girokarte .... ).

Als Christiane sich schließlich mit einem Bild des gefundenen Rucksacks meldete, hätte ich vor Freude darüber in die Luft hüpfen wollen. Der Tag war gerettet, und die Zeit, bis meine Sportfreundin wieder bei mir am Auto eintraf, verging beinahe wie im Fluge. Zukünftig werde ich trotz des glimpflichen Ausgangs einiges anders organisieren.

Das soll mir nicht noch einmal passieren!

20. Januar 2026

Windsonne

Sonntags hatte ich mir zur Erholung Hausarrest verordnet, doch auch gestern lockte den ganzen Tag die Sonne. Sie kompensierte, was sonst gegen eine weitere Handbiketour sprach: niedrige Temperaturen um den Gefrierpunkt sowie kräftiger, böiger Südostwind.

Entsprechend meiner "neuen" Vorgaben sollte aber wenigstens eine kleinere Runde machbar sein, deshalb saß ich dann schon wieder gegen 9.00 Uhr auf dem Rad. Die ersten Überlegungen zu einer möglichen Strecke überlebten keine zwei Kilometer, und im weiteren Tagesverlauf fuhr ich einen immer größer werdenden Rundkurs. Dabei schlug ich den Witterungsbedingungen ein Schnippchen, indem ich mich mit frischen Kräften zunächst gegen den Wind stemmte, um schließlich ab Neustadt/Sa. diesen bei gleichzeitig moderatem Höhenprofil hinter mich zu lassen.

Daher gab es auch keinen Grund, vorzeitig die Fahrtrichtung zu ändern - zumal mein Körper diesmal die Belastung gut wegsteckte. Vielleicht lagen die Leistungsdefizite am vergangenen Sonnabend ja wirklich nur an der vergleichsweise langen Handbikeabstinenz? Gleichwohl habe ich auf meiner zweiten Ausfahrt immer noch nicht alle gewünschten Vorgaben erreicht. Auf dem letzten, nur noch flachen Teilstück entlang der Elbe mußte ich mich nämlich erneut mit dem Wind herumärgern.

Für eine nachhaltige Leistungssteigerung bleibe ich jedenfalls erstmal bei der festgelegten Strategie und plane mit wesentlich kürzeren Trainingseinheiten.Verlängern kann man immer noch!

18. Januar 2026

Ausdauer mangelhaft

Das ging mir alles ein ein bißchen zu schnell! Innerhalb von wenigen Tagen präsentierte sich nicht nur meine Heimatstadt wieder ganz ohne Weiß (dort kann ich ganz gut darauf verzichten) - auch im Osterzgebirge schmolz die Schneedecke so stark ab, daß dort Skifahren gegenwärtig nur noch mit erheblichen Einschränkungen möglich ist.

Also entschied ich mich gestern für die Saisoneröffnung auf drei Rädern. Mit unterdurchschnittlich vielen Höhenmetern wollte ich es auf gern gefahrenen Strecken ganz entspannt angehen, und bis Stadt Wehlen funktionierte das alles ganz gut. Wahrscheinlich hätte ich von dort aus besser auf dem Elberadweg nachhause fahren sollen, doch trieb mich der Ehrgeiz zu weiteren Anstiegen, um den ersten Hunderter des Jahres abzuhaken.

Fast genau drei Wochen nach meiner letzten Handbiketour war das allerdings ein bißchen überambitioniert, so scheint es mir. Immerhin bin ich nun 57, d.h. rund 17 Jahre älter als bei meinem ersten Blogeintrag. Trotz aktiver Lebensweise hinterläßt die Zeit aber natürlich auch bei mir ihre Spuren, den Leistungszenit habe ich jedenfalls schon längst überschritten.

Erst meldeten sich meine Schultern, dann kamen allmählich noch allgemeine Erschöpfungssymptome hinzu. Eine schnelle Freßpause auf dem Bahntrassenradweg am Ende der Steigung hinter Porschendorf baute mich zwar ein bißchen auf, weswegen ich den fehlenden Kaloriennachschub als Hauptursache vermutete. Doch obwohl nun alle nennenswerten Anstiege hinter mir lagen und ich bei der Rückkehr ins Elbtal etliche Meter gutmachen konnte, blieb es bis zum Schluß mühsamer als sonst üblich.

Ich werde deshalb wohl oder übel meine bisherige Fahrpraxis anpassen müssen und zunächst die eigene Belastungszeit durch kürzere Strecken verringern. Das ist für mich alten Mann vermutlich inzwischen die wirksamste Methode zum Training der Kraftausdauer.

Einsicht ist der erste Schritt zur Verbesserung.

12. Januar 2026

Zu zweit und zu dritt

Auch am zweiten Wochenende des Jahres war ich mit meinen Freunden ausschließlich auf Brettern unterwegs. Die heftigen Schneefälle gegen Ende der Arbeitswoche ermöglichten uns dabei sogar, in den tieferen Lagen auf Skitour zu gehen.

Weil Christiane kurzfristig sonnabends verfügbar war, fuhren wir am späten Vormittag schließlich ins südliche Elbsandsteingebirge. Mein Vorschlag, diesmal vom Parkplatz am Schwert-A-Weg oberhalb von Markersbach zu starten, hatte jedoch seine Tücken. Obwohl ich davon ausging, daß sich dort zu dieser Zeit bereits etliche Skifahrer auf der Piste befanden und es daher Spuren gab, mußten wir uns nämlich allein einen Weg bahnen.

Auf der Bohlenschneise ohne Spur durch noch
unberührten Schnee (Aufnahmeort)
Zu Beginn halfen uns zwar frische Reifenspuren, die fast in der richtigen Breite den Schnee festgewalzt hatten, doch später wurde es bis zur deutsch-tschechischen Grenze ein anstrengender Marsch durch tiefen, pulverigen Neuschnee. Hier kam man sich vor wie in den skandinavischen Weiten - so jedenfalls stellte es meine Tandem-Erste fest. Dazu fuhren wir kilometerweit mutterseelenallein durch den Wald, was diesen Eindruck noch verstärkte.

Auf tschechischer Seite sah es zum Glück endlich anders aus. Hier war die Piste mittels Schneemobil präpariert, wenn auch nicht so perfekt wie durch einen Pisten-Bully. Obwohl Christiane das Gebiet um Raitza (Rájec) erkunden wollte, schlug ich vor, zunächst in Richtung der Tyssaer Touristenbaude (Turistická Chata Tisá) zu fahren. Leider verpaßten wir damit die einzige für mich machbare Möglichkeit einer Tour nach Raitza, denn der nächste Abzweig führte zu einer extrem steilen Abfahrt, die wir - (nur) zu zweit - tunlichst vermeiden sollten.

Deshalb blieb es beim einfachen Hin- und Zurück mit einer angehängten 6-km-Extrarunde nach Schneeberg (Sněžník). Auf dem Rückweg mußten wir uns noch einmal durch tiefen Schnee mühen - besonders der ungespurte Anstieg auf dem Theilemann-Weg zur Bohlenschneise (s. Track vom 10.01., km 19,9 - 20,4) hielt uns dabei extrem auf - bevor wir kurz nach Sonnenuntergang wieder am Auto eintrafen. Vor allem wegen der Kälte von schließlich ca. -12 bis -14°C war diese Tour auch für meine Begleiterin echt grenzwertig.

Am Sonntag stand ein Termin mit einem Kamerateam vom MDR im Altenberg-Zinnwalder Wintersportareal an. Zusätzlich hatte ich dafür Carsten als Begleiter motivieren können, wollte ich bei dieser Gelegenheit doch auch unsere erfolgreiche Vasaloppet-Mannschaft vorstellen. Leider kam das im schließlich gezeigten Beitrag für das MDR-Regionalnachrichtenmagazin "Sachsenspiegel" am Abend nicht so richtig zur Geltung - eigentlich schade. Allerdings gibt es im Video ein paar nette Szenen, u.a. mit einer Drohne, und einige Informationen zu unserer Art, gemeinsam auf Ski-Tour zu gehen.

Nach dem Dreh wurde es dann aber einige Male richtig wild, und zwar beinahe wortwörtlich. Die erste Aktion war der Abstecher zum Gipfel, also der höchsten Stelle des Kahlebergs. Diesen Ort kann ich selbst in der schneefreien Zeit weder mit dem Rollstuhl noch im Handbike erreichen, weswegen das ein wirklicher Höhepunkt wurde. Jedenfalls gab es hier eine zwar buckelige und schmale, aber festgetretene Spur, welche sich zwar langsam, doch ansonsten gut für mich im Schlitten bewältigen ließ.

In weißer Wildnis vor dem Großen Lugstein
(Aufnahmeort)
Die zweite Idee von Christiane bezog sich auf die "Erstürmung" des Großen Lugsteins, einem weiteren Gipfel der 14 Achttausender im deutschen Osterzgebirge, der mir noch fehlte. Auf die Felsspitze darf / soll man zwar nicht klettern, doch bereits der Zugang durch wegloses, tief verschneites Gelände zur Scharte unterhalb artete bald in einen leidenschaftlichen Kampf mit den Elementen aus. Während Christiane sich beinahe ausschließlich um Vortrieb bemühte, mußte ich alle meine Kraftreserven aufbieten, um mich einigermaßen senkrecht zu halten, was mir trotz Carstens ausgiebiger und für ihn extrem anstrengender Unterstützung nicht immer gelang. Allein diese dreihundert Meter (s. Track vom 11.01., km 8,3 - 8,6) kosteten uns mehr als 20 Minuten. Immerhin kann ich nun auch an den Eintrag für diesen bisher als durch mich unerreichbar gehaltenen Achttausender einen Haken auf der Liste machen. Daß mich irgendwann mal jemand huckepack auf die letzte Spitze trägt, ist weder sinnvoll noch zu erwarten.

Zumindest ich war danach konditionell angeschlagen, doch wollten wir diesmal sowieso nicht bis zum Sonnenuntergang skifahren. Bei den nun folgenden, teilweise sehr steilen Anstiegen schob jetzt zusätzlich auch Carsten (von hinten) meinen Langlaufschlitten und nahm unserem Gespann damit einige Kilogramm ab. Den letzten Anstieg zum Parkplatz auf dem Rückweg über die Osterzgebirgsloipe habe ich mich im Tandem am Ende recht und schlecht hochgequält und jeden Meter bis zum Parkplatz, wo das Auto stand, gezählt.

Ich war lange nicht mehr so erledigt.