Weil ich mich am Sonnabend nachmittags mit meiner Sportfreundin Christiane treffen wollte, verschob ich die ursprünglich geplante Tour ins Böhmische Mittelgebirge und peilte stattdessen wieder mal die Panoramastraße im Osterzgebirge an. Diese ist quasi meine unangefochtene Lieblingsstrecke in der Region, auch wenn sie mittlerweile zur besten Tageszeit durch Unmassen von Motorrad- und Autofahrern heimgesucht wird.
Jedenfalls nahm ich diesmal sogar noch den Abschnitt zwischen Nollendorf (Nakléřov) und Schönwald (Krásny Les) mit, der offensichtlich erst vor kurzem ganz neu asphaltiert wurde. Doch auch der Rest der Strecke bis Moldau (Moldava) ist hinsichtlich des Straßenbelags mittlerweile in einem tadellosen Zustand inklusive etlicher weiterer vor kurzem erneuerter Abschnitte. Irgendwie habe ich den Eindruck, daß man diese Straße (s. Track vom 06.06., km 29,6 - 63,5) demnächst mal für ein (internationales) Radrennen ins Gespräch bringen will. Wert wäre sie es auf jeden Fall!
Zu früher Morgenstunde war es hier übrigens noch recht still, erst kurz vor Voitsdorf (Fojtovice) setzte allmählich der Kraftverkehr ein. Dafür teilte ich mir an diesem Tag etliche Kilometer der Straße durch das Böhmische Erzgebirge mit vielen weiteren Radsportlern, die am sogenannten "Erztaler" teilnahmen. Erst in Dippoldiswalde trennten sich endgültig unsere Wege, aber da lag auch für mich der anstrengendste Teil bereits hinter mir. Trotz der vielen Höhenmeter lag ich immer noch gut in der Zeit, dafür verging beim Schwof mit Christiane diese wie im Fluge. Zwei Stunden waren fast wie ein Augenblick.
Danach hatte ich keine Lust mehr auf Umwege und steuerte direkt mein Zuhause an. Kurz nach halb Fünf war der Tag für mich gelaufen.
Gestern wählte ich als Tourenziel den tschechischen Teil des Elbsandsteingbirges. Meine Sportfreundin erwähnte nämlich am Vortag, daß sie dort am Sonntag ab Dittersbach (Jetřichovice) gemeinsam mit ihrer Ältesten eine weitere Etappe des historischen Kammwegs wandern wollte. Vielleicht würde ich sie dort ja treffen, obwohl es nur wenige hundert Meter gab, wo wir uns den Weg teilten.
Erneut kam ich wieder überdurchschnittlich flott voran, denn die Anstrengungen des Vortages hatten bei mir keine Spuren hinterlassen. Selbst die 18%-Rampe von Rathen nach Waltersdorf (s. Track vom 07.06., 13,4 - 14,1) war ich diesmal zügig hochgeklettert. Solche immer wieder schön zu fahrenden Anstiege, wie die Straße von Herrnskretschen (Hřensko) nach Rainwiese (Mezní Louka, s. Track vom 06.06., km 31,0 - 36,0) bzw. weiter bis zum Hotel "Linde" in Hohen Leipa (Vysoká Lípa, s. Track vom 06.06., km 38,1 - 40,6) oder auch von Dittersbach in Richtung Schemmel (Všemily, s. Track vom 06.06., km 44,5 - 45,6), hielten mich dabei nicht sonderlich auf.
![]() |
| Am Klettergarten in Windisch Kamnitz (Aufnahmeort) |
Nachdem sich unsere Wege wieder getrennt hatten - die beiden wanderten nun durch Schluchten und über Berge zurück nach Herrnskretschen - setzte ich meine Fahrt munter in Richtung Bensen (Benešov) im Tal des Polzen (Ploučnice) fort. Die Begegnung hatte mir zusätzlichen Schwung gegeben.
Die letzten reichlich sechzig Kilometer meiner Ausfahrt verliefen dann nur auf Standard- , will sagen: (für mich) langweiligen Strecken, die es mit dem Fleiß einer Ameise abzuarbeiten galt. Nur der Abstecher über Cunnersdorf zur Verbesserung der Höhenmeterbilanz lockerte die Fahrt etwas auf und ersparte mir für eine Weile all diese Gestalten mit Zweirädern, die bei dem herrlichen Sonntagswetter entlang der Elbe unterwegs sind.
Allerdings reichte es mir für dieses Mal, als ich schließlich am späten Nachmittag zuhause eintraf. Für das absolvierte Wochenendpensum geht das aber in Ordnung.






