28. November 2020

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November 28, 2020 at 07:22AM
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23. November 2020

Nicht ganz unerwartet

Als es im März zu drastischen Einschränkungen der persönlichen Bewegungsfreiheit kam, hätte ich mir nicht träumen lassen, daß diese Umstände der Ausübung meines Sports eher förderlich waren. Und ja, es lag sicher auch an meiner Auslegung der Regeln, die mir ungeahnte Freiräume eröffnete. Nun, am Ende dieses verrückten Jahres, kann ich wohl behaupten, von dieser ganzen Regelwut in vielerlei Hinsicht profitiert zu haben. Was mich allerdings nicht dazu bringt, darüber glücklich zu sein. Denn so eine unberechenbare Saison hatte ich noch nie.

Nach diesem vorletzten Novemberwochenende steht meine Handbikestatistik für das Jahr 2020 bei 14.032 km und 143.890 Hm. Dabei sind es noch mehr als fünf Wochen bis zum Jahreswechsel! Trotzdem habe ich mir vorgenommen, es nun etwas gelassener zu handhaben. Vielleicht werde ich jetzt für das restliche Jahr zum Schönwetterfahrer und Genießer. Obwohl, so wie ich mich kenne ...

Am Sonnabend startete der Tag schon sehr kalt. Dafür beglückte mich ein eher seltenes Naturschauspiel unter einem klaren Himmel. Eher typisch für die noch wärmeren Herbsttage, bedeckte nämlich am Morgen eine Wolkenschicht die Niederungen. Aus diesem kompakten Weiß ragten dann einige der markanten Berge: natürlich der Lilienstein, aber eben auch die Bärensteine. Dieser Anblick war mir einen kleinen Umweg für eine günstige Bildperspektive wert, er begeistert mich immer wieder auf's neue.

Ein Novembermorgen im Elbsandsteingebirge (Aufnahmeort)
Südlich des Hohen Schneebergs (Děčínský Sněžník) stauten sich dafür die Wolken. In Tetschen (Děčín) war alles grau in grau, und erst einige Kilometer elbabwärts riß es erneut auf. Aber es blieb eine Fahrt an der Wolkengrenze, so daß mich auf meinem letzten größeren Anstieg nach Rainwiese (Mezní Louka) auch nicht immer die Sonne begleitete. Ohne unseren Heimatstern wurde es gleich noch viel ungemütlicher. Den 500m-Abstecher zum Kleinen Prebischtor (Malá Pravčická Brána) hätte ich mir eigentlich sparen können, denn leider komme ich dort auf Rädern sowieso nicht richtig ran. Und von unten durch die Bäume wirkt das natürliche Felsentor (und kleiner Bruder des Großen Prebischtors) nicht annähernd so imposant.

Danach folgten bis Pirna keine weiteren nennenswerten Anstiege. Im Sommer mag das ganz nett sein, jetzt bei den niedrigen Temperaturen ist es jedoch nicht so angenehm, wie es vielleicht klingt. Aber lieber ein bißchen frösteln und dabei bald wieder im Warmen sein, als noch einige wärmende Anstiege. Noch vor der Kaffeetrinkerzeit beendete ich meinen Ausflug.

Sonntags war es zwar etwas wärmer, wenn man denn überhaupt die zwei Grad Temperaturdifferenz wirklich spürt. Ohne Sonne und bei teils kräftigem Gegenwind relativierte sich das alles jedoch. Nur die Aussicht auf das Endziel lockte mich nach draußen.

Kurz vor dem nördlichsten Punkt der Tour wurde das Wetter noch häßlicher. Zwar blieb ich vom alles durchdringenden Nieselregen meistens bzw. lange Zeit verschont, allein das sprichwörtliche Novembergrau mit den regenverschleierten Anhöhen motivierte nur dazu, so zügig es ging der Heimat zuzustreben.

An diesem Tag blieb der Genuß eindeutig auf der Strecke.

Track der Handbiketour vom 21.11.2020
Track der Handbiketour vom 22.11.2020

19. November 2020

Innere Einkehr

Wieder einmal haben die Herrscher am Rad gedreht, und weitere Einschränkungen im öffentlichen Leben sind die Folge. U.a. wird erneut der Zutritt zu unserem Nachbarland reglementiert, obwohl es für einen findigen Buchstabenfuchser wie mich immer noch Lücken gibt, durch die er schlüpfen kann.

Bevor also möglicherweise die Grenzen wieder komplett verbarrikadiert werden - auszuschließen ist das in diesen kranken Zeiten ja nicht mehr - wollte ich wenigstens noch von einem meiner Lieblingsgebiete im Elbsandsteingebirge Abschied nehmen. Außerdem hatte ich für einen Arbeitskollegen ein Mitbringsel, welches er zum Treffen irgendwo unterwegs auf der Strecke erhalten sollte.

Schon am Morgen war es recht mild, dafür aber naß. Bis Mittag hielt sich die angekündigte Sonne hinter dichter Bewölkung vornehm zurück. Bei meinem südlichen Zacken bis Raum konnte ich von dort sogar das eindrucksvolle Schauspiel beobachten, wie die Wolkenbänke gegen den Hohen Schneeberg (Děčínský Sněžník) drückten und den langgestreckten Tafelberg halb überfluteten. Der Vergleich mit Meeresbrandung paßte dabei wirklich sehr gut.

Auch im sonst an freien Tagen stark befahrenen Kirnitzschtal war es gegen 8.30 Uhr immer noch sehr einsam. Das trübe Wetter schien nicht sehr viele Leute ins Gebirge zu locken. Ich jedoch genoß die Fahrt, denn so blieb Zeit zum Träumen. Noch stiller wurde es, nachdem ich in Hinterhermsdorf die öffentlichen Straßen verlassen hatte. Umso überraschter war ich allerdings über das Auto mit dem älteren Herrn, welches mir kurz hinterm Fußgängergrenzübergang Hinterdaubitz (Zadní Doubice) auf dem Forstweg entgegenkam. Ob der sich verfahren hatte?

Zum Buß- und Bettag das Kreuz
in Hemmehübel.
Die (deutsche) Inschrift lautet:
Der größten Liebe / theures Zeichen
ist dieses Kreuz / für Dich o Christ.
Du wirst von Recht / und Pflicht nicht
weichen, wenn Du ein / Freund
des Kreuzes bist.
(Aufnahmeort)
Das blieb jedoch meine einzige Begegnung auf dem Weg nach Hemmehübel (Kopec). Die Radtrasse 3032 (s. Track vom 18.11., km 57,0 - 60,1) war mir noch als ziemlich grobschotterige und schlecht zu befahrene Piste in Erinnerung, doch diesmal rollte es darauf recht gut. Stetig sacht ansteigend, regte dieses abgeschiedene romantische Tal geradezu an, die eigenen Gedanken schweifen zu lassen. Mehrere Bildstöcke säumten den Weg - es ist mir immer wieder eine Freude, wie die heutigen Bewohner diese Zeugen der Vergangenheit pflegen. Denn dabei habe ich den Eindruck, daß dies nicht nur auf staatliche Initiative bzw. öffentlicher Finanzierung beruht, sondern daß tatsächlich die Tschechen selbst privat auf eigene Kosten aktiv werden. Das ist doch ein schönes Zeichen: Versöhnung mit der Vergangenheit, Freundschaft im Jetzt und Zusammenleben in der Zukunft!

Gerade wollte ich mich darüber freuen, bereits so zeitig wieder auf dem Rückweg zu sein, da ging meinem Vorderrad die Luft aus. Wie sich bei der Ursachensuche herausstellte, waren daran einmal mehr eingefahrene Glassplitter schuld, die sich nun durch den Pannenschutz gearbeitet hatten. Ich sollte wirklich nach jeder heiklen Passage durch Glasbruch meine Reifen kontrollieren! Während des Schlauchwechsels abseits der Straße hielt etwas später ein tschechisches Polizeiauto neben mir, und die Beamten fragten mich, ob ich Hilfe bräuchte. Sehr nett!  Auch mein Kollege erwischte mich noch dort, nach einem kurzen Schwatz konnte es aber endlich für mich weitergehen.

Die letzte Schotterpiste - das Stück von Lobendau (Lobendava) zum Fußgängergrenzübergang Langburkersdorf - fuhr ich diesmal besonders behutsam, dann waren alle Offroad-Abschnitte geschafft. Auf der deutschen Seite stand kurz hinter der Grenze die Bundespolizei mit einem Auto, vielleicht, um die Ein-/Ausreisebeschränkungen in die Tschechische Republik zu kontrollieren. Mich ließ man jedoch unbehelligt weiterfahren, ein weiteres Indiz dafür, daß ich mich mit meinem Ausflug an das geltende Recht gehalten habe.

Auf der deutschen Seite begrüßte mich auch endlich die Sonne. Darum verwarf ich meine ursprüngliche Planung und hängte noch zwanzig zusätzliche Kilometer an die Tour. Aufgrund des dichten Straßennetzes ist es nämlich kein Problem, sich spontan - je nach Ansprüchen an Untergrund und Höhenprofil - die Wunschroute zusammenzustellen. Vorausgesetzt natürlich, man kennt sich einigermaßen in der Gegend aus. Bei meinem bisher hier absolvierten Kilometerpensum ist das aber kein Thema.

Noch weniger als 200 km bis zur nächsten Schallmauer ...

Track der Handbiketour vom 18.11.2020

16. November 2020

Der Countdown läuft

Mit dem Wind kam noch einmal die Wärme. Besonders am ersten Tag des Wochenendes fühlte es sich überhaupt nicht wie November an, obwohl mittlerweile das meiste Laub von den Bäumen gefallen ist.

Im Hinblick auf die günstige Wetterprognose brach ich am Sonnabend zu einer längeren Tour in Richtung Norden auf. Morgens hatte es kurz geregnet, so daß ich statt der tiefen, bewaldeten Täler im Elbsandsteingebirge eher offenes Gelände bevorzugte. Längere Anstiege gab es dabei zwar keine, doch war mir das diesmal gar nicht so unrecht. Denn um die Strecke bei Tageslicht zu schaffen, mußte ich ein bißchen flotter unterwegs sein.

Der Damm quer durch die Teiche bei Zschorna
(Aufnahmeort)
Trotzdem hielt ich mir genügend Alternativen für Abkürzungen bereit, allerdings wäre ich dann nicht am erklärten Tourenziel vorbeigekommen. Die schnurgerade Straße auf einem Damm mitten durch die Zschornaer Teiche fand ich nämlich bei meiner Ersterkundung sehr beeindruckend (s. Track vom 14.11., km 69,7 - 70,9). Auf der Karte sieht es aus, als würde man quer durch das Wasser fahren - und ganz gelogen ist das ja auch nicht. Mich belohnte dieses kurze Stück darüber hinaus mit einer sehr fotogenen Stimmung, die ich natürlich sofort mit meiner neuen Handykamera festgehalten habe.

Die Kilometer danach brachten keine weiteren Höhepunkte, ließen sich aber trotz leichtem Gegenwind immer noch ganz flott fahren. Am meisten langweilten mich die letzten knapp 40 km auf dem Elberadweg, welcher außerdem aufgrund des Wetters zu dieser Zeit ziemlich stark frequentiert war. Normalerweise hätte ich von dort bald das Weite gesucht, doch wollte ich ja vor dem Dunkelwerden zurück sein und konnte mir daher keine Klettereskapaden mehr leisten. Kurz nach dem Sonnenuntergang kam ich zuhause an.

Für den Sonntag hatte ich einen Ausflug ins Osterzgebirge geplant. Schon bald nach meinem frühen Start frischte aber der Südwind auf. Zunächst behelligte er mich nicht sonderlich, denn wohlweislich arbeitete ich mich in Tälern und durch windgeschützte Ortschaften bergauf. Bis nach Oberpöbel kam ich, allerdings wurde es zunehmend ungemütlicher. Dort traf mein tschechischer Kamerad auf mich. Wir hatten am Abend zuvor über mögliche Tourenpläne gesprochen und ich dementsprechend meinen Livetrack aktiviert. (Mit dem neuen Handy werde ich ab jetzt immer mal wieder den Livetrack im Blog verlinken - vorher gab das der erschöpfte Akku einfach nicht mehr her.)

Er schlug vor, unser Heil in tieferen Lagen zu suchen. Von Kulm (Chlumec) aus war er nämlich bereits über den Osterzgebirgskamm gefahren und berichtete nichts sonderlich Anheimelndes. Stürmischer Südwind bei 0°C - dazu mußte Lád'a ebenfalls eine ganze Zeit lang durch den über die Gipfel nach Sachsen hereinschwappenden Böhmischen Nebel. Darauf hatte ich nun wirklich keine Lust, und so peilten wir über mehrere weitere Zwischenanstiege schließlich Pirna an. Leider wurden die Wolkenmassen durch den heftigen Wind immer weiter zum Elbtal gedrückt, auch war es längst nicht mehr so warm, wie am Vortag.

Für meinen Sportfreund stand ab Pirna dann noch eine lange und aufgrund des Gegenwindes kraftzehrende Heimfahrt an. Reichlich 80 km mußte er noch durchhalten, denn die Abkürzung über Schneeberg (Sněžník) - die darüber hinaus zusätzlich 600 Hm gekostet hätte - wollte sich Lád'a bei Nebel, Kälte und heftigem Gegenwind verständlicherweise nicht mehr antun.

Dagegen nahm sich meine "Strafrunde" lächerlich aus. Die hatte ich mir auferlegt, um wenigstens den Hunderter noch vollzumachen. An diesem Tag reichten auch mir die knapp 200 zusätzlichen Höhenmeter völlig aus, um nicht noch einen weiteren Zacken dranzuhängen.

Es war wieder kalt und ungemütlich geworden.

Track der Handbiketour vom 14.11.2020
Track der Handbiketour vom 15.11.2020

10. November 2020

Von Handbikern für Handbiker

Auf Nachfrage hat mein Schweizer Sportfreund Rudy mir gegenüber bestätigt, daß er zukünftig ebenfalls regelmäßig kurze Beiträge über's Handbiken in einem Blog veröffentlichen wird.

Seine Motivation dazu (Zitat aus seiner Antwortmail): "... ich möchte damit das lokale Handbiken Beschreiben und zeigen dass man sich nicht im Karbonrenner auf die Bahn oder ausgebaute, topografisch langweilige Radwege beschränken muss. Im besten Fall kann ich den einen oder anderen zum Sport animieren und zeigen dass es sich lohnt mit offenen Augen durch die Gegend zu radeln anstatt himmelwärts starrend seine Runden abzuspulen."

Seine Worte entsprechen genau meiner Intention, und deshalb habe ich nun rechts in der Seitenleiste auf seinen Blog direkt verlinkt. Unter "Handbike Touren (Schweiz)" findet ihr seine kurzen und mit einem Bild illustrierten Einträge, manchmal verweist er von dort aber auch auf ausführlichere Berichte.

Wer ebenfalls einen Blog zum Thema Handbike(n) betreibt, kann mir gern eine Information darüber zukommen lassen. Zwei Bedingungen gibt es, damit ich diesen Blog dann in meine Linkliste aufnehme:

  1. Es sollten mit einigermaßen Regelmäßigkeit Beiträge veröffentlicht werden, mindestens jedoch einer pro Monat
  2. Der Blog muß komplett werbefrei sein - ausgenommen davon sind Links zu eigenen Sponsoren, Unterstützern und Förderern für den Handbikesport.

Ich garantiere, daß jeder, der sich bei mir meldet, zeitnah eine Rückmeldung darüber erhält, ob er in die Sammlung aufgenommen wird bzw. warum er ggf. keine Berücksichtigung findet. Eine gewisse Subjektivität bei der Auswahl sollte man mir dabei schon zugestehen ... 

9. November 2020

Dicht dran

Am Anfang der Woche kurzärmlig, am Ende dann fast den ganzen Tag über mit Handschuhen - besonders am Sonntag schlug die Kälte erbarmungslos zu.

Dabei herrschte sonnabends noch richtig schönes und sonniges Spätherbstwetter. Am Morgen standen auf dem Thermometer zwar auch nur 2°C, doch während der Hochnebel aufgrund der Inversionswetterlage die Niederungen zudeckte, wurde die Luft in den höheren Lagen durch die Sonne sehr bald aufgewärmt.

Lád'a hatte das kommen sehen und für die gemeinsame Tour eine Ausfahrt ins Osterzgebirge vorgeschlagen, die wir mit einem Abstecher in den offenen Elbkessel rund um Dresden abrundeten. Bis dahin reichte nämlich der Böhmische Nebel nicht, der bei dem strammen Südostwind beispielsweise auch noch ins Elbsandsteingebirge gedrückt wurde. Südlich des Erzgebirgskamms, also in unserem Nachbarland, blieb es ohne einen einzigen Sonnenstrahl den ganzen Tag über kalt und trübe.

Von den Höhen südlich des Elbtals hatten wir wieder einen herrlichen Ausblick auf die tieferen Lagen, über denen allerdings eine recht scharf abgegrenzte Dunstschicht lag. Unten, an der Elbe, merkte man davon nichts mehr. Auch dort strahlte die Sonne, so daß ich tatsächlich noch einmal mein Langarmtrikot ausziehen konnte, und nur mit langem Unterhemd sowie dem Kurzarm-Radtrikot darüber gefahren bin. Bereits kurz nach zwei hatte ich mein Tagespensum geschafft, wohingegen mein tschechischer Kamerad noch reichlich 40 km und mehr als 500 Hm vor sich hatte. Aber das braucht er, schließlich will / wird er mich in diesem Jahr hinsichtlich des Streckenpensums schlagen.

Die stabile Wetterlage blieb uns auch am Sonntag erhalten. Mein Sportfreund entschied sich wieder für eine Tour im Osterzgebirge, ich jedoch wollte diesmal in den Elbsandstein. Natürlich hing dort noch immer der Nebel fest, auch setzte mir der Wind vor allem auf der Anfahrt ziemlich zu. Gegen die Kälte half nur das Bergefahren, und dazu gab es an diesem Tag reichlich Gelegenheit. Darunter auch ein paar häßliche kurze Steilrampen, bei denen ich mental nur vor der Auffahrt nach Rennersdorf (Rynartice, s. Track vom 08.11., km 47,3 - 48,7) kapitulierte, um sie ohne Zwischenstop zu fahren. Trotzdem jedoch zählt die Strecke ab Herrnskretschen (Hřensko) bis zum Fußgängergrenzübergang Hinterdaubitz (Zadní Doubice, s. Track vom 08.11., km 26,9 - 66,2) zum Schönsten, was es in der Böhmischen Schweiz für Rennradsportler zu fahren gibt.

Eigentlich hatte ich gehofft, nach dem Grenzübertritt bald wieder die Sonne zu sehen, zumal ja in Daubitz (Doubice) mal kurze Zeit sogar mein Schatten auf die Straße fiel. Daraus wurde jedoch nichts, umso mehr drückte hingegen allmählich die trübe Kälte auf's Gemüt. Nicht zuletzt aufgrund der vielen Höhenmeter war deshalb beim Tempo nicht mehr viel herauszuholen - ich machte mir dafür jedenfalls keine Mühe mehr.

Spätherbstnachmittag in Rathen (Aufnahmeort)
In Rathen lugte gegen 15.30 Uhr endlich auch mal etwas Blau zwischen den Wolken hervor, doch stand die Sonne schon viel zu tief, damit ihre Strahlen das Elbtal erreichten. Immerhin ergab das ein schönes Motiv mit der Burg Altrathen über den Dächern des Kurorts.

Zuhause tauchte ich bald in die Wanne ab, um mich wieder etwas aufzuwärmen. Das wirkt immer. Bei der abendlichen Tourenauswertung habe ich gestern festgestellt, daß mir nur noch 1 (in Worten: ein) Kilometer bis zum Erreichen der Jahresstrecken-Bestmarke aus dem Jahr 2019 fehlt, bezüglich der Höhenmeter fehlen aber dafür rund 3500. Mein angepeiltes Jahresziel für beide Kategorien sollte ich trotzdem mühelos erreichen!

Denn noch sind es 53 Tage bis Ultimo ... 

Track der Handbiketour vom 07.11.2020
Track der Handbiketour vom 08.11.2020

2. November 2020

Kurzärmlig im November

Endlich konnte ich nach dem wenig erbaulichen Wochenende heute ein paar Kilometer nachholen. Diesmal war am Morgen zwar auch ein größeres Regengebiet in meine Richtung unterwegs, aber ich vertraute der Vorhersage meines favorisierten Wetterdienstes

Viel zeitlicher Spielraum blieb mir allerdings nicht, denn am späten Nachmittag hatte ich einen Termin in Pirna. Über nasse Straßen ging es also noch im Dunkeln erstmal in Richtung Süden. Die Chancen, trocken zu bleiben, waren dort am größten. Erst hinter Liebstadt erreichten mich die Ausläufer des Regengebiets. Ein bissel Getröpfel - nichts zum Naßwerden - dann sah ich den Regen im Verlauf des Vormittags nur mehr aus der Ferne. Diese Planung paßte genau!

Geising im Herbst (Aufnahmeort)
Auch der angekündigte starke Westwind blieb aus, nicht aber die Wärme. Genau wie ich kletterte die Temperatur im Verlauf des Vormittags immer weiter aufwärts - von 14°C am Start (was für diese Jahreszeit ebenfalls sehr mild ist) bis zu unglaublichen 20°C ab der elften Stunde. Das war so ungewohnt, daß ich lange Zeit gar nicht auf den Gedanken kam, mich meines als Jacke genutzten Langarmtrikots zu entledigen. Erst am letzten Anstieg von Freital durch das Poisental hinauf nach Possendorf fuhr ich dann nur noch im Kurzarmtrikot. Herrlich, zumal ich dabei außerdem den Wind im Rücken hatte! Ich genoß jeden Kilometer, denn solche Bedingungen sind in diesem Jahr nicht mehr zu erwarten.

Trotzdem ersparte ich mir am Ende weitere Umwege auf meiner Immer-der-Nase-nach-Tour. Zuhause blieb damit genug Zeit, um anschließend frisch und entspannt meine Erledigung abzuarbeiten. 

Das war ein Wochenauftakt nach Maß!

Track der Handbiketour vom 02.11.2020