1. Februar 2026

Nichts zu sehen!

Gestern war ich in anderer Besetzung als sonst im Ski-Tandem unterwegs. Mit meinem Gespannführer Norbert sowie Pia, Ruben und Ines ging es dabei erneut ab Holzhau bis nach Langewiese (Dlouhá Louka).

Die reichlichen Schneefälle der vergangenen Woche sorgten für perfekte Wintersportbedingungen in diesem weitläufigen, heutzutage unbesiedelten Gebiet, wobei vor allem die Waldrandloipe durch die tschechischen Pistenraupen offensichtlich erst am Morgen ganz frisch aufgefahren wurde - nahezu Weltklasseniveau! Bei Temperaturen um die 0°C bremste der Schnee zwar etwas, machte dafür aber die Abfahrten wesentlich entspannter. In der festgepreßten Loipenspur konnte ich nicht nur hier teilweise wie auf Schienen fahren.

Auf dem Rundkurs zum Stausee der Talsperre Fleyh (Fláje) verschlechterten sich zwischendurch mal die Untergrundbedingungen. Am tiefsten Punkt wurde nicht nur die Schneeauflage merklich dünner, auch befand sich die präparierte Spur teilweise so weit am Rand des breiten Weges, daß sie deswegen seitlich abschüssig bzw. holperig verlief. Und das nur, um in der Mitte mehr Platz für die Skater zu schaffen. Natürlich war das für mich nicht sehr angenehm, weswegen wir im Tandem teilweise auf die Mitte ausweichen mußten und damit erst recht die schnellen Skifahrer ausbremsten. - Hier haben die Tschechen wirklich nicht mitgedacht!

Fahrt ins Nichts (Aufnahmeort)
Den Rückweg nach Holzhau absolvierten wir dann größtenteils auf der bereits zuvor genutzten Strecke, doch störte mich das diesmal nicht sonderlich. Die schon erwähnte Waldrandloipe (s. dazu auch den vorherigen Blogbeitrag) könnte ich zum Kilometerfressen wahrscheinlich auch mehrmals hin- und herfahren, ohne genervt zu sein. Zumal in diesem ausgezeichneten Zustand!

Schade, daß es diesmal noch nebeliger als am vergangenen Sonntag war und wir uns manchmal nahezu durch einen Whiteout bewegten. Aber so bekam unser Vorankommen gerade auf den menschenleeren Abschnitten durch das grenzenlose Weiß beinahe etwas Meditatives, wie Ines treffend feststellte.

Ich jedenfalls hätte noch stundenlang weiterfahren können.

26. Januar 2026

Sportmix

Manchmal ändert sich die Wochenendplanung ziemlich unvermittelt. Noch am Freitag war ich mir ganz sicher, daß ein weiteres wintersportfreies Wochenende vor mir lag. Daher freute ich mich, daß mein tschechischer Kamerad eine gemeinsame Radtour vorschlug. Wir waren nun auch schon eine Weile nicht mehr gemeinsam unterwegs, das miese Wetter und andere Verpflichtungen gaben es einfach nicht her.

Auf der ca. 300 m langen 12%-Rampe im
Tiefen Grund (Aufnahmeort)
Am Sonnabend trafen wir uns also gegen 10.30 Uhr in Bad Schandau. Weil wir nicht einfach nur im Elbtal fahren wollten, mußten wir nun erstmal klettern. Prinzipiell war das zwar kein Problem, doch bei diesem kalten Wetter wäre durchweg flacheres Gelände eigentlich besser gewesen, um Lád'a wegen meines wesentlich geringeren Tempos am Berg nicht allzu stark auszubremsen. Er sah das jedoch locker, und nach dem 230 Hm-Anstieg durch den Tiefen Grund in Richtung Hohnstein lag ja schließlich dann auch der größte Zeitfresser hinter uns.

Leider waren die schönen Radwege am Ende des großen Anstiegs alle vereist, sodaß wir schließlich den bergigeren Umweg über Lohsdof und Ehrenberg nehmen mußten, bevor wir an der Bockmühle das Polenztal durchquerten. Dann ging es aber meist nur noch bergab, obwohl ich in Pirna-Jessen bereits mein Höhenmetersoll fast erreicht hatte. Hier trennten wir uns. Während mein Begleiter nun ab Pirna über den Elberadweg zurück fuhr, hängte ich nach der Einfahrrunde zu Beginn der Tour schließlich noch für den nun möglichen Hunderter den Abstecher bis Niederpoyritz an.

Vermutlich dank Lád'a habe ich endlich auch wieder mal meine Wunschdurchschnittsgeschwindigkeit erreicht, trotz der Temperaturen nahe des Gefrierpunkts.

Als ich abends dann die Bilder meiner Sportfreunde vom Skifahren sah, fragte ich bei ihnen an, ob ich mich nicht am nächsten Tag kurzentschlossen am Ausflug nach Langewiese (Dlouhá Louka) beteiligen könnte. Denn im Osterzgebirge schien - zumindest regional - immer noch sehr viel Schnee zu liegen. Frostig war es dort bis auf ein kurzes Intermezzo sowieso geblieben.

Ich konnte, und als Christiane mir am Sonntagmorgen kurzfristig doch eine gemeinsame Ausfahrt auf Skiern anbot, zögerte ich nicht. Wir waren dann auch schon abfahrbereit, als die Sportfreunde in Holzhau eintrafen. Altschnee mit etlichen fast schneefreien Stellen zwangen zwar meine Sportfreundin anfangs zu einem kurzen Fußmarsch mit mir im Schlepp, doch zum Touristengrenzübergang Battleck hin wurde der Untergrund immer besser. Da gab es kein Halten mehr für meine Tandem-Erste!

Nach einigen kurzen Graspassagen wurde die sogenannte Waldrandloipe immer besser. Eine perfekt präparierte Piste, feste, jedoch nicht vereiste Spuren und das nur leicht wellige Profil begeisterten nicht nur mich auf Anhieb. Dieser knapp 8 km lange Abschnitt (s. Track vom 25.01., km 1,9 - 9,8) ist eine echte Empfehlung, und seitdem die Loipe wenigstens z.T. in der Winterkarte von Mapy.cz eingezeichnet wurde, herrscht hier wesentlich mehr Betrieb als noch im vergangenen Jahr.

Nahe des ehemaligen Ortes Willersdorf
(Vilejšov)
, von dem außer diesem Kreuz
und ein paar Grundmauern nichts mehr
mehr erhalten ist (Aufnahmeort)
Die im Winter als Loipe freigegebene Straße nach Langewiese war jedenfalls bei weitem nicht mehr so schön zu befahren, zumal Sonne und Wind mancherorts bereits die alte Asphaltdecke freigelegt hatten. Die richtige Schwerstarbeit für Christiane und mich kam jedoch erst noch. Als Alternative zum Rückweg auf der gleichen Strecke entschieden wir uns nämlich für einen Haken in Richtung Dreiherrenstein (Vrch tří pánů). Der Verbindungsweg zurück zur bereits befahrenen Straße (s. Track vom 25.01., km 23,4 - 25,3) entpuppte sich jedoch als inzwischen von Forstfahrzeugen schwer in Mitleidenschaft gezogene Strecke, auf welcher jeder Meter vorwärts ein Kampf mit dem umgeackerten Untergrund bedeutete. Nach einer knappen dreiviertel Stunde mit häufigem Schneekontakt hatten wir es endlich geschafft. Froh, wieder auf ebener Strecke zu fahren, ging es nun flott voran. Bald erreichten uns endlich auch die anderen Sportfreunde, mit denen wir danach in entspannter Runde zurück zum Auto fuhren.

Nach vier gemeinsamen Kilometern folgte dann der Schreckmoment: mein Rucksack war weg! Vermutlich hatte ich ihn genau auf der vorangegangenen Skisafari verloren, jedenfalls hoffte ich das. Christiane stürmte zur Suche sofort los, währenddessen Carsten auf den letzte Kilometern zum Ziel die Führung im Skitandem übernahm. Es waren bange Minuten auf dem Rückweg, vor allem wegen des Verlusts meiner Brieftasche mit wichtigen und aber auch weniger oft benötigten Dingen, die ich bisher immer komplett mit mir führe (Ausweise, Führerschein, Krankenkassenkarte, Girokarte .... ).

Als Christiane sich schließlich mit einem Bild des gefundenen Rucksacks meldete, hätte ich vor Freude darüber in die Luft hüpfen wollen. Der Tag war gerettet, und die Zeit, bis meine Sportfreundin wieder bei mir am Auto eintraf, verging beinahe wie im Fluge. Zukünftig werde ich trotz des glimpflichen Ausgangs einiges anders organisieren.

Das soll mir nicht noch einmal passieren!

20. Januar 2026

Windsonne

Sonntags hatte ich mir zur Erholung Hausarrest verordnet, doch auch gestern lockte den ganzen Tag die Sonne. Sie kompensierte, was sonst gegen eine weitere Handbiketour sprach: niedrige Temperaturen um den Gefrierpunkt sowie kräftiger, böiger Südostwind.

Entsprechend meiner "neuen" Vorgaben sollte aber wenigstens eine kleinere Runde machbar sein, deshalb saß ich dann schon wieder gegen 9.00 Uhr auf dem Rad. Die ersten Überlegungen zu einer möglichen Strecke überlebten keine zwei Kilometer, und im weiteren Tagesverlauf fuhr ich einen immer größer werdenden Rundkurs. Dabei schlug ich den Witterungsbedingungen ein Schnippchen, indem ich mich mit frischen Kräften zunächst gegen den Wind stemmte, um schließlich ab Neustadt/Sa. diesen bei gleichzeitig moderatem Höhenprofil hinter mich zu lassen.

Daher gab es auch keinen Grund, vorzeitig die Fahrtrichtung zu ändern - zumal mein Körper diesmal die Belastung gut wegsteckte. Vielleicht lagen die Leistungsdefizite am vergangenen Sonnabend ja wirklich nur an der vergleichsweise langen Handbikeabstinenz? Gleichwohl habe ich auf meiner zweiten Ausfahrt immer noch nicht alle gewünschten Vorgaben erreicht. Auf dem letzten, nur noch flachen Teilstück entlang der Elbe mußte ich mich nämlich erneut mit dem Wind herumärgern.

Für eine nachhaltige Leistungssteigerung bleibe ich jedenfalls erstmal bei der festgelegten Strategie und plane mit wesentlich kürzeren Trainingseinheiten.Verlängern kann man immer noch!

18. Januar 2026

Ausdauer mangelhaft

Das ging mir alles ein ein bißchen zu schnell! Innerhalb von wenigen Tagen präsentierte sich nicht nur meine Heimatstadt wieder ganz ohne Weiß (dort kann ich ganz gut darauf verzichten) - auch im Osterzgebirge schmolz die Schneedecke so stark ab, daß dort Skifahren gegenwärtig nur noch mit erheblichen Einschränkungen möglich ist.

Also entschied ich mich gestern für die Saisoneröffnung auf drei Rädern. Mit unterdurchschnittlich vielen Höhenmetern wollte ich es auf gern gefahrenen Strecken ganz entspannt angehen, und bis Stadt Wehlen funktionierte das alles ganz gut. Wahrscheinlich hätte ich von dort aus besser auf dem Elberadweg nachhause fahren sollen, doch trieb mich der Ehrgeiz zu weiteren Anstiegen, um den ersten Hunderter des Jahres abzuhaken.

Fast genau drei Wochen nach meiner letzten Handbiketour war das allerdings ein bißchen überambitioniert, so scheint es mir. Immerhin bin ich nun 57, d.h. rund 17 Jahre älter als bei meinem ersten Blogeintrag. Trotz aktiver Lebensweise hinterläßt die Zeit aber natürlich auch bei mir ihre Spuren, den Leistungszenit habe ich jedenfalls schon längst überschritten.

Erst meldeten sich meine Schultern, dann kamen allmählich noch allgemeine Erschöpfungssymptome hinzu. Eine schnelle Freßpause auf dem Bahntrassenradweg am Ende der Steigung hinter Porschendorf baute mich zwar ein bißchen auf, weswegen ich den fehlenden Kaloriennachschub als Hauptursache vermutete. Doch obwohl nun alle nennenswerten Anstiege hinter mir lagen und ich bei der Rückkehr ins Elbtal etliche Meter gutmachen konnte, blieb es bis zum Schluß mühsamer als sonst üblich.

Ich werde deshalb wohl oder übel meine bisherige Fahrpraxis anpassen müssen und zunächst die eigene Belastungszeit durch kürzere Strecken verringern. Das ist für mich alten Mann vermutlich inzwischen die wirksamste Methode zum Training der Kraftausdauer.

Einsicht ist der erste Schritt zur Verbesserung.

12. Januar 2026

Zu zweit und zu dritt

Auch am zweiten Wochenende des Jahres war ich mit meinen Freunden ausschließlich auf Brettern unterwegs. Die heftigen Schneefälle gegen Ende der Arbeitswoche ermöglichten uns dabei sogar, in den tieferen Lagen auf Skitour zu gehen.

Weil Christiane kurzfristig sonnabends verfügbar war, fuhren wir am späten Vormittag schließlich ins südliche Elbsandsteingebirge. Mein Vorschlag, diesmal vom Parkplatz am Schwert-A-Weg oberhalb von Markersbach zu starten, hatte jedoch seine Tücken. Obwohl ich davon ausging, daß sich dort zu dieser Zeit bereits etliche Skifahrer auf der Piste befanden und es daher Spuren gab, mußten wir uns nämlich allein einen Weg bahnen.

Auf der Bohlenschneise ohne Spur durch noch
unberührten Schnee (Aufnahmeort)
Zu Beginn halfen uns zwar frische Reifenspuren, die fast in der richtigen Breite den Schnee festgewalzt hatten, doch später wurde es bis zur deutsch-tschechischen Grenze ein anstrengender Marsch durch tiefen, pulverigen Neuschnee. Hier kam man sich vor wie in den skandinavischen Weiten - so jedenfalls stellte es meine Tandem-Erste fest. Dazu fuhren wir kilometerweit mutterseelenallein durch den Wald, was diesen Eindruck noch verstärkte.

Auf tschechischer Seite sah es zum Glück endlich anders aus. Hier war die Piste mittels Schneemobil präpariert, wenn auch nicht so perfekt wie durch einen Pisten-Bully. Obwohl Christiane das Gebiet um Raitza (Rájec) erkunden wollte, schlug ich vor, zunächst in Richtung der Tyssaer Touristenbaude (Turistická Chata Tisá) zu fahren. Leider verpaßten wir damit die einzige für mich machbare Möglichkeit einer Tour nach Raitza, denn der nächste Abzweig führte zu einer extrem steilen Abfahrt, die wir - (nur) zu zweit - tunlichst vermeiden sollten.

Deshalb blieb es beim einfachen Hin- und Zurück mit einer angehängten 6-km-Extrarunde nach Schneeberg (Sněžník). Auf dem Rückweg mußten wir uns noch einmal durch tiefen Schnee mühen - besonders der ungespurte Anstieg auf dem Theilemann-Weg zur Bohlenschneise (s. Track vom 10.01., km 19,9 - 20,4) hielt uns dabei extrem auf - bevor wir kurz nach Sonnenuntergang wieder am Auto eintrafen. Vor allem wegen der Kälte von schließlich ca. -12 bis -14°C war diese Tour auch für meine Begleiterin echt grenzwertig.

Am Sonntag stand ein Termin mit einem Kamerateam vom MDR im Altenberg-Zinnwalder Wintersportareal an. Zusätzlich hatte ich dafür Carsten als Begleiter motivieren können, wollte ich bei dieser Gelegenheit doch auch unsere erfolgreiche Vasaloppet-Mannschaft vorstellen. Leider kam das im schließlich gezeigten Beitrag für das MDR-Regionalnachrichtenmagazin "Sachsenspiegel" am Abend nicht so richtig zur Geltung - eigentlich schade. Allerdings gibt es im Video ein paar nette Szenen, u.a. mit einer Drohne, und einige Informationen zu unserer Art, gemeinsam auf Ski-Tour zu gehen.

Nach dem Dreh wurde es dann aber einige Male richtig wild, und zwar beinahe wortwörtlich. Die erste Aktion war der Abstecher zum Gipfel, also der höchsten Stelle des Kahlebergs. Diesen Ort kann ich selbst in der schneefreien Zeit weder mit dem Rollstuhl noch im Handbike erreichen, weswegen das ein wirklicher Höhepunkt wurde. Jedenfalls gab es hier eine zwar buckelige und schmale, aber festgetretene Spur, welche sich zwar langsam, doch ansonsten gut für mich im Schlitten bewältigen ließ.

In weißer Wildnis vor dem Großen Lugstein
(Aufnahmeort)
Die zweite Idee von Christiane bezog sich auf die "Erstürmung" des Großen Lugsteins, einem weiteren Gipfel der 14 Achttausender im deutschen Osterzgebirge, der mir noch fehlte. Auf die Felsspitze darf / soll man zwar nicht klettern, doch bereits der Zugang durch wegloses, tief verschneites Gelände zur Scharte unterhalb artete bald in einen leidenschaftlichen Kampf mit den Elementen aus. Während Christiane sich beinahe ausschließlich um Vortrieb bemühte, mußte ich alle meine Kraftreserven aufbieten, um mich einigermaßen senkrecht zu halten, was mir trotz Carstens ausgiebiger und für ihn extrem anstrengender Unterstützung nicht immer gelang. Allein diese dreihundert Meter (s. Track vom 11.01., km 8,3 - 8,6) kosteten uns mehr als 20 Minuten. Immerhin kann ich nun auch an den Eintrag für diesen bisher als durch mich unerreichbar gehaltenen Achttausender einen Haken auf der Liste machen. Daß mich irgendwann mal jemand huckepack auf die letzte Spitze trägt, ist weder sinnvoll noch zu erwarten.

Zumindest ich war danach konditionell angeschlagen, doch wollten wir diesmal sowieso nicht bis zum Sonnenuntergang skifahren. Bei den nun folgenden, teilweise sehr steilen Anstiegen schob jetzt zusätzlich auch Carsten (von hinten) meinen Langlaufschlitten und nahm unserem Gespann damit einige Kilogramm ab. Den letzten Anstieg zum Parkplatz auf dem Rückweg über die Osterzgebirgsloipe habe ich mich im Tandem am Ende recht und schlecht hochgequält und jeden Meter bis zum Parkplatz, wo das Auto stand, gezählt.

Ich war lange nicht mehr so erledigt.

5. Januar 2026

Guter Rutsch

Das Jahr beginnt mit Wintersport. Nach einer ersten Nachmittagsrunde im Skitandem am 1. Januar, war ich mit Freunden auch an beiden Tagen des vergangenen Wochenendes auf Brettern unterwegs.

Sonnabends zunächst nur mit Christiane, weswegen wir auch hinsichtlich der Strecke spontan ein bißchen experimentieren konnten. Nachdem wir zu Neujahr beide noch nicht so richtig in Schwung waren - vielleicht lag das auch am "langsamen" Schnee - rutschte es diesmal von Beginn an viel besser.

Und weil der Schnee auf den  unpräparierten Pisten abseits der ziemlich überlaufenen KLM (Krušnohorská lyžařská magistrála - Erzgebirgsskimagistrale) noch nicht so hoch und damit für mich unbefahrbar war, zeigte mir Christiane dabei auch eine kurze Nebenstrecke nahe der Wittichbaude (Vitiška, s. Track vom 03.01., km 10,5 - 11,1), welche ich noch nicht kannte. Wir vermuten, daß hier kurze steile Auffahrten trainiert werden (können).

Anschließend bogen wir sogar noch einmal von der KLM ab, um schließlich auf dem Bornhauberg (Pramenáč) den höchsten Punkt unserer Tour zu erreichen. Hier sah es gerade im oberen, offenen und damit windanfälligen Teil der Piste mit Schnee etwas mau aus, doch mit entsprechender Obacht konnte Christiane um die Steine herummanövrieren, während es bei mir mit den alten Skiern nicht ganz so darauf ankam. Die insgesamt gefahrene Strecke bei unserem Abstecher zum Bornhauberg (s. Track vom 03.01., km 12,4 - 18,9) wird übrigens nie bzw. nur manchmal auf kurzen Zwischenstücken maschinell präpariert, weshalb ich diese Trassen auch nicht sehr oft befahren kann.

Weil Christiane nachmittags nicht zu spät zurück sein wollte, gönnten wir uns zum Schluß nur den schnellen Abstecher auf dem Kahleberg, wo bei diesem Wetter Hochbetrieb herrschte. Da stand bereits fest, daß wir anderntags nochmal zum Skifahren hierher kommen würden.

Am Sonntag fanden wir uns zu einer größeren Truppe zusammen. Leistungsmäßig und vor allem hinsichtlich der wintersportlichen Ambitionen sehr heterogen, bildeten sich über den Tag immer mal wieder kleinere Grüppchen. Die schnellen Fahrer hängten zwischendurch weitere Extrazacken an die Runde, Christianes Tochter und ihr Freund nutzten die Gelegenheit zum Techniktraining, und Christiane bewegte sich mit mir zwischen diesen Welten.

Am Bahnhof Moldau (Moldava, Aufnahmeort)
Nachdem es anfangs noch kräftig geschneit hatte - seit dem Nachmittag des Vortags kamen dabei immerhin 5 - 10 cm Neuschnee hinzu - wurde es später immer schöner. Diese Bedingungen animierten geradezu, die erste "richtige" Rundstrecke der noch jungen Wintersportsaison zu fahren, denn nun gab es auch in den tieferen Lagen um Rehefeld-Zaunhaus ausreichend Schnee. Als wir das am Bahnhof Moldau von einem einheimischen Bergwachtkameraden Christianes erfuhren, entschieden wir uns jedenfalls, den Versuch zu wagen. Auch hier wurde der Abschnitt zwischen dem Bahnhof Moldau (Moldava) und Zaunhaus (s. Track vom 04.01., km 13,8 - 17,0) für mich eine Skisafari auf unpräparierten Pisten, doch hielt ich mich wacker, wenn auch manchmal etwas wackelig, in der Senkrechten. Der lange und teils steile Anstieg danach zurück zun Hauptloipennetz wurde unser ideales Krafttraining.

Abgesehen von den zeitintensiveren Streckenabschnitten jenseits gespurter Loipen kamen wir an beiden Tagen immer zügiger voran, sodaß - entsprechend gute Wintersportbedingungen vorausgesetzt - sicher bald längere Ausflüge folgen werden. Gestern statteten Christiane und ich zum Schluß aber noch dem "Achttausender" Wüste Höhe einen Kurzbesuch ab, während die Tochter mit ihrem Freund eine zusätzliche Trainingseinheit im Skating absolvierte.

Ich denke, an diesem Tag ist jeder auf seine Kosten gekommen!

Übrigens: Gerade am Sonntag haben wir jede Menge Bekannte und Freunde auf der Piste getroffen und dabei so manches Mal miteinander geschwatzt. Wenn die Gebiete, in denen der Wintersport möglich ist, zu Beginn der Saison noch überschaubar und begrenzt sind, passiert das beinahe zwangsläufig viel öfter. Ich freue mich über jede dieser Begegnungen - auch das ist Heimat für mich!

2. Januar 2026

Über den Jahreswechsel

Sportlich aktiv, wie das alte Jahr endete, begann das neue.

In der Nacht vor Silvester und auch noch am Tage hatte es nämlich bis ins Elbtal hinab kräftig geschneit und selbst Pirna mit einer weißen Decke zugedeckt. Und obwohl wir vor dem gemeinsamen Silvesterabend noch eine kleine Wanderung unternehmen wollten, war ich daher skeptisch, ob das mit meinen Einschränkungen bei diesem Schnee im Rollstuhl überhaupt möglich sei. Immerhin befand sich schon mein Geländerollstuhl im Auto, den mir Christiane am Vorabend dort verstaut hatte.

Und so wanderten wir nachmittags dann tatsächlich von Lungkwitz aus in Richtung Wilisch: Christiane mit Mann und Tochter, unsere Freunde Pia und Norbert sowie ich. Allerdings war der breite Forstweg nicht nur ziemlich verschneit, sondern auch bei weitem nicht so komfortabel zu befahren, wie erhofft. Zudem ging es ziemlich steil und ausdauernd bergauf, sodaß sich meine Begleiter schiebenderweise mit mir bzw. an meinem Gefährt ganz schön quälen mußten. Denn weil die Greifreifen des Rollis sehr schnell vom Schnee und der Nässe glitschig wurden, konnte ich meinen Freunden dabei leider nur mit verminderter Wirkung etwas von dieser Schwerstarbeit abnehmen.

Nahe der Wilischbaude mit Blick in Richtung
Westen über Hermsdorf (Aufnahmeort)
Mit vereinten Kräften haben wir es schließlich bis zur ehemaligen Wilischbaude geschafft. Dort traf uns zwar der Sturm mit voller Stärke, aber das Wetter war sowieso nicht gerade einladend für eine lange Rast. Während Pia und Norbert noch den kurzen Abstecher zum Gipfel unternahmen (der im Rolli selbst bei optimalen Bedingungen für mich nicht zu erreichen ist), kehrte ich mit dem Rest der Truppe schon wieder auf dem Anmarschweg zurück. Bergab ging es nun wesentlich entspannter. Zurück an den Autos, war die Dunkelheit bereits über uns gekommen.

Das extrem leckere und üppige Silvestermahl - von Pia, Christiane, Andreas sowie Kathi zusammengestellt und zubereitet - wurde der letzte (kulinarische) Höhepunkt des zu Ende gehenden Jahres. Es war wieder ein sehr schöner Abend mit meinen Freunden!

Noch zu Silvester hatte Christiane eine erste Skitour für den Neujahrstag vorgeschlagen. Während Pia und Norbert zur Feier bereits ihre Wintersportausrüstung im Auto mitbrachten, mußte ich am Neujahrstag zunächst von zuhause mit all meinem Krempel abgeholt werden. Bis alle Beteiligten bereit waren, dauerte es also. Erst nachmittags kurz vor halb Vier starteten Pia, Norbert, Christiane und ich von unserem "Standard"-Ausgangspunkt unterhalb des Kahlebergs im Osterzgebirge.

Der Abstecher zu Beginn auf den höchsten Berg des deutschen Osterzgebirges mußte natürlich sein! Bei dichter Bewölkung erreichten wir den Gipfel zwar erst zum Sonnenuntergang, aber natürlich hatten wir Stirnlampen dabei! Wenn die (Wintersport-)Verrückten unterwegs sind, kann es spät werden ...

Zum Schluß wurde es im Schein der Stirnlampen eine romantische Nachttour, denn die perfekten Untergrundbedingungen luden geradezu ein, sich ordentlich im Winterwald auszutoben. Der Schnee war griffig, doch nicht zu schnell, die Auflage dabei ausreichend. Mit anfangs Christiane, nach dem ersten langen Anstieg dann Norbert als Skitandempartner, machte es einfach nur Laune, auf Brettern durch's Weiß zu pflügen. Nicht ein einziges Mal mußte ich an diesem Nachmittag in den Schnee, trotz neunmonatiger Abstinenz!

Danach folgte ein weiterer gemeinsamer Abend zuhause bei Christiane und Andreas mit Schwatzen, Restevertilgen und Planungen für die nächste Tourensaison.

Ich kann mir keinen schöneren Start ins Neue Jahr vorstellen!