Als ich am Freitag mittags nach dem zeitigen Feierabend losfuhr, wagte ich es aber noch einmal nur mit Kurzarmtrikot und Ärmlinge. Trotzdem war es eine Umstellung nach diesen warmen Tagen im Süden. Auch von der Sonne sah ich nicht viel, doch noch kam ich recht gut voran.
Anders wurde es hingegen auf der nördlichen Elbseite. So, wie sich der Himmel immer mehr zuzog, so wurde die Fahrt immer mehr Pflicht als Vergnügen. Zu meinem Verdruß begann es schließlich auf meinem Weg von Radeberg nach Großerkmannsdorf ausdauernd zu regnen, nachdem zuvor schon erste Tropfen gefallen waren. Diese letzten zwanzig Kilometer arteten bald zu einer Durchhaltestrecke aus, denn ich habe lange nicht mehr so viel Naß von oben abbekommen. Deshalb ersparte ich mir schließlich auch die knapp drei Kilometer, die noch an einem Hunderter fehlten. - Nur schnell nach Hause!
Der erste Wochenendtag begann dann gleich mit miesem Wetter. Obwohl, so viel Regen gab es in Pirna eigentlich nicht - so meinte ich es jedenfalls. Ich blieb lange unentschlossen, doch entschied mich letztlich gegen eine Handbiketour. Nur zu einem Nachmittagsspaziergang mit Einkauf im Supermarkt überredete ich mich, um wenigstens nicht die ganze Zeit in der Wohnung zu verbringen. Dafür organisierte ich meinen Tagesablauf so, daß ich am nächsten Morgen zeitig starten konnte. Sonntags sollte es nämlich erneut ab Mittag ungemütlich werden, doch wollte ich bis dahin den Großteil der Strecke absolviert haben.
Diesmal ging mein Plan auf. Bereits kurz vor Sonnenaufgang saß ich auf dem Handbike und erlebte daher einen Tagesbeginn voller Herbstromantik. Nur die Laubfärbung setzt eben erst zaghaft ein, erst in zwei, drei Wochen "brennt" der Wald. Bei Temperaturen im einstelligen Bereich begrüßte ich jeden Anstieg, der mich aufwärmte. Auch an den Fingern wird es nun allmählich kalt, aber noch benötige ich keine Handschuhe. Mal sehen, wie lange - manchmal geht es schnell ...
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| Herbstzeit ist im Elbsandsteingebirge immer auch die Zeit der Morgennebel, hier mit dem Lilienstein im Hintergrund (Aufnahmeort) |
Als ich kurz nach Schlottwitz meine (kurze) Mittagsrast hielt, lagen auf diesen 63 km bereits 850 Hm hinter mir. Ich hätte mich daher also entspannen können, doch leider entluden sich nun rings um mich herum immer mehr Regenwolken mit teils heftigen Schauern. Das war ein bißchen wie Russisch Roulette, zumal die Sonne eigentlich immer noch einen schönen Herbsttag vorgaukelte.
Mir blieb das Glück jedoch treu. Sämtlicher Regen zog vorüber, ohne mich einzunässen, und so konnte ich mir in Dresden einen letzten Umweg bis kurz vor das Blaue Wunder leisten. Die nächste mächtige Regenwand im Nacken, spurtete ich die letzten Kilometer auf dem Elberadweg nachhause. Zum Schluß flankierte mich sogar südlich ein weiteres Regengebiet und drohte, mich zu überholen. Mit den ersten Tropfen schaffte ich es aber bis ins Ziel.
Ein entspannter Nachmittag erwartete mich.





