24. Mai 2026

Stadt, Land, Fluß

Zwei weitere Touren sind in meiner aktuellen Stadtradel-Bilanz hinzugekommen. Die Feierabendrunde am Freitag nutzte ich dabei zur Bilddokumentation einer Strecke für das Tourenportal des Tourismusverbands Sächsische Schweiz im Internet. Und am Sonntag hatte ich mich mit Marvin von der Tretmühle verabredet.

Bevor ich am ersten Tourentag die Strecke ab Hinterhermsdorf hinab in Kirnitzschtal und zurück zur Straße unter die Räder nahm, bin ich natürlich noch ein paar zusätzliche Kilometer gefahren. Die Tage sind nun wieder so lang, daß ich selbst bei Halbtags-Mittelstrecken nicht mehr in die Dunkelheit komme. Als ich gegen viertel Fünf hinter der Gaststätte "Buchenparkhalle" in die Schotterstraße einbog, konnte ich mir deshalb viel Zeit für die bildliche Tourdokumentation lassen.

Auf dem Weg zur Niederen Schleuse im Kirnitzschtal
(Aufnahmeort)
Während der Belag der unasphaltierten Forststraße hinab ins Kirnitzschtal (s. Track vom 22.05., 52,2 - 57,2) meist frei von groben Gestein ist, weist der daran anschließende Teil der Strecke entlang des Flüßchens Kirnitzsch (s. Track vom 22.05., 57,2 - 63,3) neben zwei, drei kürzeren Asphaltstücken auch hunderte Meter lange Abschnitte auf, bei denen sich die Qualität des Untergrunds merklich verschlechtert hat. Noch vor ein paar Jahren bedeckte hier eine fein geschlämmte Mineralstoffdecke den Schotter, doch inzwischen wurde diese nahezu vollständig weggewaschen. Für mich bedeutete es, wegen meiner schmalen Reifen rund 10 km nur mit halber Kraft fahren zu können, um nicht eine Panne zu riskieren. Die Schönheit dieses romantischen Flußtals in der Hinteren Sächsischen Schweiz hat eben ihren Preis. Übrigens: Trotz der fortgeschrittenen Tageszeit, trotz der relativen Abgelegenheit begegneten mir gerade auf dieser als Radroute im Nationalpark ausgewiesenen Trasse eine ganze Menge Zweiradfahrer. Das hat mich überrascht, denn sonst war ich hier oft ganz allein unterwegs.

Nachdem ich wieder auf die asphaltierte öffentliche Straße gewechselt war, holte ich auf dem Heimweg meine Bummelei auf, sodaß ich schließlich 19.30 Uhr zuhause ankam. Eine schöne Einstimmung auf's Wochenende!

Gestern schließlich fuhr ich auf Umwegen nach Radebeul. Marvin vom dortigen Fahrradspezialgeschäft hatte mir angeboten, doch mal ein Handbike von Hase zu testen. Sein Arbeitgeber war es nämlich auch, der die Selbsthilfegruppe integrativ-aktiv am Sonnabend nach Himmelfahrt bei unserem gemeinsamen Ausflug in die Schrammsteine mit Leihrädern unterstützte. Obwohl die Handbikes von Hase grundsätzlich mit Elektromotor ausgestattet sind und daher für mich als Fortbewegungsmittel nicht infrage kommen, stand ich dennoch einer Testfahrt offen gegenüber - bot es doch die Möglichkeit, die ganz realen Auswirkungen einer Motorunterstützung beim Handbiken unmittelbar zu erleben. Bisher fußte meine Ablehnung von Mofas als Sportgerät immer nur auf Beobachtungen ...

Leider gab es ein Malheur bei der Anpassung des Handbikes auf meine Körpermaße, weshalb dieser Test am Ende doch nicht stattfinden konnte. Aber dann wird es eben später einmal, das ist jedenfalls ausgemacht. Außerdem habe ich angeboten, die Leute von Hase auch mit ganz praktischen Tips aufgrund meiner langen Handbikerlaufbahn zu unterstützen. Vielleicht ergeben sich dabei ja auch neue Querverbindungen, das jedenfalls würde ich ausdrücklich begrüßen.

Auf dem Rückweg nach Pirna wurde es danach am frühen Nachmittag teilweise richtig heiß. Das sind schon wieder die Temperaturen, bei denen ich leide. Zum Glück hatte ich bereits zwei Drittel der Strecke und der gewünschten Höhenmeter absolviert und konnte nun ohne Extravaganzen abseits des sicherlich bei diesem Sommerwetter stark frequentierten Elberadwegs heimfahren.

Zuhause wartete bereits eine eiskalte Cola auf mich.

19. Mai 2026

Einsame Höhen

Während meiner notwendigen Tourenpause am Sonntag entstand spontan die Idee für einen weiteren Langen Kanten. Solche Langstrecken sind für mich nur machbar, wenn ich zuvor gefaulenzt habe. Dann bin ich nicht nur ausgeruht, sondern kann auch ausgeschlafen zeitiger als sonst starten.

Am Montag fuhr ich endlich hinauf bis zum Kamm des Osterzgebirges. In diesem Jahr war ich im Handbike dort überhaupt noch nicht - zu kalt, zu windig, zu wechselhaft. Dabei mag ich diese Landschaft sehr! Doch allein die lange Anfahrt aus dem Elbtal mit vielen Höhenmetern selbst auf der "billigsten" Wegstrecke - dem Müglitztal - läßt solche Unternehmungen nur sinnvoll erscheinen, wenn eine längere Tour geplant ist. Am ersten Scheitelpunkt meiner Ausfahrt kurz hinter Böhmisch Zinnwald (Cínovec) standen nach knapp 50 km jedenfalls schon 800 Hm in der Streckenbilanz - und dabei hatte ich sogar die Abkürzung mit dem üblichen Einfahr"buckel" über Zehista und Köttewitz bzw. alternativ bis kurz vor Großsedlitz ausgelassen, um mich zu schonen.

Einsame Osterzgebirgskammstraße nahe der
Wüstung Ullersdorf (Oldříš) (Aufnahmeort)
Nach meinem Start gegen 4.00 Uhr morgens erreichte ich die Wittichbaude (Vitiška) an der Kammstraße kurz nach halb Neun. Um diese Zeit, noch dazu an einem Wochentag, war ich hier ganz allein. Das genau hatte ich auch beabsichtigt. An Wochenenden ist bei freundlichem Wetter auf diesen schmalen und oft verwitterten Sträßchen, die entlang des Erzgebirgskamms von Peterswald (Petrovice) im Osten ins zentrale Erzgebirge (im Westen) führen, nämlich oft der Teufel los. Vor allem Motoristen, darunter ganze Rudel von Zweiradfahrern, vergraulen mir mit ihrem Lärm und gehäuftem Auftreten die Freude. Diese Leute werden auf ihren Fahrzeugen nie den wahren Zauber dieser Landschaft erleben, der aus der Weitläufigkeit und der stillen Melancholie der von den Deutschböhmen verlassenen Siedlungsgebiete entsteht. Zuletzt war ich im Gebiet zwischen Holzhau, Neustadt im Erzgebirge (Nové Město) und Langewiese (Dlouhá Louka) übrigens mit Freunden im Februar 2026 auf Skiern unterwegs, denn es ist auch ein wunderschönes Winterland.

Erst in Deutschneudorf wechselte ich wieder auf die deutsche Seite, folgte jedoch weiterhin dem Tal der Schweidnitz westwärts. Überhaupt nutzte ich während meiner gestrigen Tour meist Täler zum Vorwärtskommen. Aufwärts im wesentlichen das Müglitztal, auf dem Rückweg die Täler der Schweinitz, der Flöha sowie der Freiberger Mulde. Auch dabei stand die Absicht im Vordergrund, sich "unnötige" Anstiege zu ersparen. Die Fahrt durch die häufig windungsreichen Flußtäler verlief dabei sehr abwechslungsreich, wie ich erfreut feststellte.

Erst ab Freiburg wurde es bis zur endgültigen Abfahrt ins Elbtal nach Dresden mühsam. Die vielen kleinen Anstiege und Abfahrten strengten mich mehr an, als es das Streckenprofil vermuten ließ. Dementsprechend langsam kam ich auf diesen 35 km voran. Zum Glück konnte ich mit schneller Fahrt auf dem Elberadweg meinen Durchhänger anschließend wieder ausbügeln. Dort mußte ich meinen Weg am Abend nur noch mit zahlreichen Feierabendpiloten teilen, bevor ich am Ende den nächsten 200er der Saison abrechnen konnte.

Das war wieder ein perfekter Tourentag mit für mich optimaler Witterung!

17. Mai 2026

Halbe Tage voller Aktion

Es muß nicht immer ein ganzer Tag in Bewegung sein. Seit einigen Jahren hat sich bei mir deshalb auch die freitägliche Feierabendrunde im Handbike etabliert. An diesem Tag arbeite ich von zuhause aus und kann aufgrund flexibler Arbeitszeitgestaltung auch schon mittags die Arbeitswoche beenden. Innerhalb weniger Minuten bin ich danach startklar.

Die Festung Königstein ist von allen Seiten eine
eindrucksvolle Erscheinung (Aufnahmeort)
Vorgestern habe ich dabei nur mein Minimalprogramm abgespult, was allerdings bedeutete, mir neben etlichen "schnellen" Strecken eine Steilrampe sowie einen Anstieg über rund 230 Hm am Stück vorzunehmen. Erstere ist der Anstieg von Pötzscha nach Naundorf (s. Track vom 15.05., km 8,1 - 9,5) sowie die daran anschließende 12% steile Pflasterstraße im Ort (s. Track vom 15.05., km 9,8 - 10,0). Diese Auffahrt gehört zu jedenfalls zu den Strecken, um die ich lieber einen Bogen mache, wobei ich mir hin und wieder gerade solche Abschnitte bei kurzen Trainingstouren zur (mentalen) Abhärtung verordne.

Die zweite größere Herausforderung war natürlich die Auffahrt durch den Tiefen Grund in Richtung Hohnstein (s. Track vom 15.05., km 40,3 - 45,6). Hier verhält es sich ein bißchen anders, weil ich diesen Berg aufgrund seines abwechslungsreichen Steigungsprofils eigentlich ganz gerne fahre. 12% werde nur auf einem relativ kurzen Stück erreicht, und auch erst, wenn man sich an den ersten Aufschwüngen eingefahren hat. Außerdem gibt es immer wieder Flachstücke, die sich - je nach tagesaktueller körperlicher Verfassung - entweder zum Beschleunigen oder zum Durchatmen eignen.

Da sich inzwischen dunkle Wolken mit Regenfahnen näherten, holte ich vor Neustadt schließlich etwas weiter ostwärts aus. Tatsächlich gelang es mir, bei diesem wechselhaften Wetter bis zum Schluß trocken zu bleiben und meine Tour wie geplant zu beenden.

Sonnabends stand dann wieder eine gemeinsame Ausfahrt mit den sportlich Interessierten der Dresdner Selbsthilfegruppe "integrativ-aktiv" an, während eine weitere Gruppe derweil wesentlich entspannter in Bad Schandau unterwegs war. Nachdem wir im Vorjahr auf Rädern gemeinsam eine recht anspruchsvolle Runde auf der anderen Elbseite ab Reinhardtsdorf-Schöna bewältigt hatten, wollten wir uns diesmal auf der Wildwiese die Schrammsteine von der entgegengesetzten Seite anschauen. Als Start- und Zielpunkt der Tour diente Königstein, wo nach der Rückkehr gemeinsames Grillen angesagt war (s. Track vom 16.05., km 39,9 -66,8).

Fast alle Teilnehmer mit Handicap benutzten Fahrzeuge mit zusätzlicher Elektrounterstützung. Prinzipiell bin ich zwar gegen solche Gefährte, wenn sie als Sportgeräte dienen sollen. In diesem Fall stand jedoch eher das Erleben im Vordergrund, weswegen ich ganz gut damit leben konnte. Zudem muß ich faierweise eingestehen, daß für die meisten Betroffenen eine solche Strecke gar nicht ohne zusätzliche Kraftunterstützung möglich gewesen wäre. Interessant war für mich vor allem, wie bzw. ob der Fahrer des Adaktivhandbikes auf den etwas steileren Abschnitten des Wenzelwegs ohne Hilfe klarkommt (s. Track vom 16.05., km 50,9 - 51,1). Dabei stellte sich heraus, daß Benutzer eines solchen Handbikes dort tatsächlich einen Begleiter zum Schieben benötigen. In der Gegenrichtung, also bei der Auffahrt über den Nassen Grund, dürfte es übrigens auf dem letzten Teilstück genauso sein.

Ich bin natürlich zum Treffpunkt auch schon mit dem Rad gekommen. Davor sammelte ich noch ein paar Kilometer und Höhenmeter, den fehlenden Rest zur gewünschten Gesamtbilanz beglich ich auf der Heimfahrt. An diesem Tag war ich insgesamt ebenfalls nur 7 Stunden sportlich aktiv, die übrige Zeit verging beim Grillen sowie den zahlreichen kleineren und größeren Pausen des doch erfreulich großen Radfahrerpulks der Dresdner Selbsthilfegruppe.

15. Mai 2026

Moderne Zeiten

Wegen des wechselhaften Wetters hatte ich mir für den Feiertag zu Himmelfahrt nur eine kurze Tour vorgenommen. Unschlüssig, wohin es gehen sollte, kreuzte ich zunächst im Osterzgebirgsvorland. Da der Wind immer mehr aus SW auffrischte, entschied ich mich dabei für die altbewährte Taktik: in den Tälern geschützt südwärts, mit Rückenwind dann aber auf den Höhen bzw. im freien Gelände zurück.

Das Fledermausquartier mit "Kristallkuppel" im
Bahretal (Aufnahmeort)
Gleich zu Beginn gab es eine Überraschung. In einem meiner Lieblingstäler "ziert" jetzt den historischen Kalkofen eine Glaskuppel. Die Bausubstanz dieses Gebäudes wurde vor einigen Jahren gesichert und als Fledermausquartier bereitgestellt, sodaß ein Betreten des Inneren durch Besucher danach nicht mehr möglich war. Nun frage ich mich, was der Zweck dieser neuen Konstruktion ist und wie diese genutzt werden soll. Ist es nur ein Präsentations- /  Werbeobjekt für die Pirnaer Firma, die sich offenbar auf die Errichtung solcher Bauten spezialisiert hat? Denn direkt zugänglich dürfte dieser Aufbau aus Naturschutzgründen nicht sein - oder etwa doch? Mir erscheint das alles etwas mysteriös, denn offensichtlich muß es ja dafür vorher eine  behördliche Genehmigung gegeben haben.

Nach meiner Höhenmetersammelei im Süden mit einigen schönen Ausblicken in die Sächsische Schweiz und bis nach Dresden fuhr ich schließlich über das Lockwitztal in die Landeshauptstadt. Dort kamen mir erstaunlicherweise viele Radsportler, auch in Gruppen, entgegen. Das waren ein paar zuviel, um reiner Zufall zu sein. Nach meiner Rückkehr recherchierte ich deshalb mittels Flyby-Funktion von Strava. Es stellte sich heraus, daß es Teilnehmer der "Internationalen Touristischen Friedensfahrt" waren, welche über dieses verlängerte Wochenende gerade stattfindet. Eine schöne Idee!

Die letzten Tourenkilometer des Tages absolvierte ich schließlich auf der anderen Elbseite. Der Anstieg über die Grundstraße war diesmal mit Windunterstützung noch entspannter zu fahren, und danach kam nichts mehr, was mir den Schweiß auf die Stirn hätte treiben können. Kurz vor dem Ende näherten sich mir endlich auch mal dunkle Wolken mit einem kräftigen Regenschauer, doch schaffte ich es rechtzeitig nachhause.

Der Nachmittag brachte noch einiges an Naß, was mich allerdings nicht mehr kümmerte. Denn ich hatte bereits mein Programm im Trockenen absolviert.

11. Mai 2026

Volle Fahrt voraus!

Derzeit rollt's gut! Obwohl ich freitags keine Meinung zu einer Feierabendtour hatte, kamen doch über's Wochenende mehr als 300 km Strecke mit dem Handbike zusammen.

Ohne sportliche Aktivität am Vortag, war ich sonnabends sehr früh munter und startete bereits in der Nacht gegen 4.00 Uhr. Mit diesem zeitlichen Vorlauf konnte ich mir natürlich wieder eine größere Unternehmung leisten. Die Tour dafür stand bereits fest. Es sollte ins Lausitzer Gebirge gehen, an dessen Ausläufern sich ebenfalls mehrere Sandstein(kletter)gebiete befinden. Bekannt sind auf deutscher Seite die Felsen rund um Oybin als Zittauer Gebirge, in der tschechischen Republik die Bürgsteiner Schweiz (Sloupské skály) sowie weitere Sandsteintäler südlich und östlich von Zwickau in Böhmen (Cvikov).

Für die Anfahrt wählte ich eine gemäßigte Routenvariante, die den Hohwald zwischen Neustadt in Sachsen und Steinigtwolmsdof umgeht. Hinter Schluckenau (Šluknov) warteten jedoch einige längere Anstiege auf mich, sodaß am Toristengrenzübergang oberhalb von Waltersdorf nach knapp 90 km bereits 1350 Hm in der Bilanz standen. Dort war ich übrigens noch nie, weil die Straße an der Grenze endet. Die daran anschließende Schotterpiste (s. Track vom 09.05., km 87,4 - 88,0) ließ sich jedoch im Schrittempo leidlich gut befahren, und aufgrund des relativ geringen Gefälles dürfte sie sogar auch in Gegenrichtung mit dem Handbike zu bewältigen sein. Nach diesen 600 m folgte bis Nieder Lichtenwalde (Dolní Světlá) ein alter Betonplattenweg, den ich wegen einiger großer Absätze aber fast genauso vorsichtig befuhr.

Die Wüste Kirche (Pustý kostel) nahe Zwitte ist mit
Hilfe durch Begleiter sehr wahrscheinlich auch im
Rollstuhl zugänglich, s. dazu auch hier (Aufnahmeort)
Bis Böhmisch Leipa (Česká Lípa) führte die Strecke nun im wesentlichen bergab, doch leider wurde es gerade während der ersten rund zwanzig Kilometer auf alten, verwitterten Straßen - die eher Schlaglochpisten glichen - ein arges Geholpere mit vielem Bremsen statt hohem Tempo. Immerhin hatte dieser Teil der Tour landschaftlich und historisch einiges zu bieten. Besonders im malerischen Wellnitztal (Velenické údolí) gab es viel zu entdecken, u.a. die sogenannten Wüsten Kirchen (Pusté kostely), welche durch die Schleifsandgewinnung künstlich entstanden. Hier gibt es dazu einige sehr interessante Ausführungen.

Weil ich gut in der Zeit lag, wählte ich ab Böhmisch Leipa die bergigere Alternative über Tiefendorf (Bořetín) bevor ich in Straußnitz (Stružnice) schließlich endgültig ins Tal des Polzen (Ploučnice) wechselte. Vor Franzenthal-Ulgersdorf (Františkov nad Ploučnicí) mündete meine Fahrt dann in die Strecke meiner bereits vor drei Wochen absolvierten Tour ins Böhmische Mittelgebirge.

Für die letzten knapp 60 km benötigte ich noch 3,5 Stunden, über die es nichts nennenswertes zu berichten gibt. 18.45 Uhr kam ich zuhause an, froh darüber, so zeitig losgefahren zu sein. Denn dadurch mußte ich den ganzen Tag über nicht irgendeinem eng getakteten Zeitplan hinterherhecheln, sondern hatte genügend Zeit für alle diese kleinen Entdeckungen am Wegesrand. Die bedeuten mir nämlich mindestens genauso viel, wie die körperliche Leistung.

Normalerweise hätte ich nun einen Ruhetag eingelegt, doch am Montag - dem nächsten möglichen Tourentag - drohte schlechtes Wetter. (Tatsächlich ist gerade ein großen Regengebiet durchgezogen, während ich schreibe.) Deshalb absolvierte ich am Sonntag gleich noch eine weitere Ausfahrt.

Abgestimmt auf die vorangegangene kraftraubende Aktion wollte ich damit aber keine Bäume rausreißen. Wieviel ich mir (noch) zumuten konnte, würde sich ganz ohne eigene Vorgaben unterwegs zeigen. Nach dem Warmfahren - länger als sonst üblich - bewältigte ich jedoch den größten Anstieg des Tages durch den Helfenberger Grund erstaunlich locker und ohne an körperliche Grenzen zu stoßen. Möglicherweise wirkt eben immer noch das Höhen- und Kraftausdauertraining meines Alpenurlaubs nach.

Auch im weiteren Tourenverlauf kam ich eigentlich nur ein einziges Mal etwas außer Atem, und das war ironischerweise exakt am Anstieg zum Scheitelpunkt meiner Ausfahrt im Waldgebiet rund um den Hochstein vor Rammenau. Freilich ersparte ich mir weitere größere Anstiege. Statt über Großdrebnitz zu fahren, bog ich in Goldbach lieber westlich nach Großharthau ab. Parallel zur Bundesstraße B6 gibt es hier seit vergangenem Jahr einen perfekt ausgebauten Radweg, der damit diesen sonst ziemlich gefährliche Straßenabschnitt entschärft (s. Track vom 10.05., km 72,1 - 74,8). Nur die 500 m vom Abzweig nach Bühlau in Richtung Schmiedefeld (s. Track vom 10.05., km 77,1 - 77,6), auf denen die Straße (im Hinblick auf Gegenverkehr) unübersichtlich über eine Hügelkuppe führt, bleiben heikel.

Die verbleibende Strecke summierte sich danach nur noch auf das gewünschte Streckensoll von 100 km, und eigentlich hätte ich das Minizackel am Ortsausgang von Helmsdorf gar nicht mehr machen müssen. Aber den Wesenitzradweg nach Dürrröhrsdorf benutze ich so oft, da wollte ich auch mal wieder die geringfügig längere Variante benutzen.

Als ich zur Kaffeetrinkerzeit wieder auf den Rollstuhl umstieg, lag der ganze Nachmittag noch vor mir.

8. Mai 2026

Tourenbilder von Südtirol

Auf dem Vinschgau Radweg (Aufnahmeort)
Nun habe ich es geschafft, meine während des Frühjahrsurlaubs im Vinschgau fotografierten Erinnerungen aufzubereiten und die aussagekräftigsten davon für eine Veröffentlichung auszuwählen. In Verbindung mit einem kurzen Text als zusammenfassender Überblick ist daraus ein Beitrag auf meiner Facebook-Seite entstanden.

Mögen die kommentierten Aufnahmen - gemeinsam mit den entsprechenden Artikeln in diesem Blog - anderen Interessierten Inspiration für eigene Aktionen in einer Region sein, die auf jeden Fall eine Reise wert ist. Die beste Zeit dafür ist sicherlich das späte Frühjahr.

5. Mai 2026

Dabei ab Zwei...hundert

Als ich am Sonntag einen Ruhetag einlegen mußte, eröffnete sich dadurch die Gelegenheit für einen angemessenen Schlußpunkt meiner arbeitsfreien Zeit. Auf der Sonnabendrunde hatte sich bereits bestätigt, daß meine körperliche Belastung in alpinen Höhen - zumindest für ein paar Tage - eine Leistungssteigerung bewirkten. Vor der längeren Ruhepause während der kommenden Arbeitswoche wollte ich das gleich noch einmal ausnutzen.

Einzig die Frage, ob dieser eine Tag Regeneration ausreichte, um erneut eine überdurchschnittliche Leistung abrufen zu können, blieb unbeantwortet. Deshalb entschied ich mich für einen Langen Kanten mit eher flachem Streckenprofil sowie einer längeren Warmfahrphase. Am Anstieg von Stadt nach Dorf Wehlen klärte sich diese letzte Frage. Nach anfänglichem Zug in den Armen, kam ich immer besser in Schwung, sodaß ich ziemlich flott diese 130 Hm bewältigte. Bereits vor Neustadt i. Sa. überholte ich meinen Virtual Partner, der sich mit 15,2 km/h bewegt.

Bis Bautzen fuhr ich durch weitestgehend bekanntes Gelände, fand diesmal jedoch eine interessante Streckenalternative bei der Anfahrt auf diese 1000jährige Stadt. Nach 70 km lagen nun auch die größten Anstiege hinter mir, sofern man angesichts der unlängst überwundenen Höhenunterschiede überhaupt davon reden kann. Jedenfalls erfüllte ich bis dahin immer noch meine 1%-Strecke:Höhenmeter-Bilanz (700 Hm auf 70 km).

In der Niederlausitz wurde es schließlich wirklich flach. Die Tour verlief nun auf sehr verkehrsarmen Straßen und erstaunlich abwechslungsreich durch viel Wald. Bis nördlich von Kamenz verlief alles nach Plan, wo ich trotz Navi an einem großen Kreisverkehr in die falsche Straße abbog. Die Gegend war mir jedoch bislang völlig unbekannt, deshalb blieb ich dabei und fuhr weiter.

Letztlich mußte ich deswegen ab Schmorkau für einige Kilometer die stark befahrene Bundesstraße B97 für die Rückkehr zur Originalroute nutzen und blieb auch nicht von der üblen Pflasterstrecke bis nach Königsbrück (s. Track vom 04.05., km 135,6 - 137,9) verschont, doch blieben die Autofahrer (inkl. großer LKW) diesmal bzgl. meiner Anwesenheit erstaunlich locker. Interessant in diesem Zusammenhang ist übrigens die Tatsache, daß mich nach meiner Erinnerung bisher NIE einer der LKW-Fahrer böse angehupt hat, obwohl ich für deren Fahrzeuge (u.a. mit Hängern) beim Überholen immer ein wesentlich schwieriger zu passierendes Hindernis darstelle. Vielleicht trägt dazu ebenfalls mein kooperativer Fahrstil bei, d.h. Fahren - soweit möglich bzw. teilweise - rechts des Randstreifens, verbunden mit Durchwinken, sowie notfalls auch Zwischenstop abseits der Fahrbahn, um besonders große Fahrzeuge vorbeizulassen.

Ab Königsbrück befand ich mich dann wieder auf öfter genutzten Straßen. Den letzten reichlich 60 km  Stecke kam dabei die Rolle des undankbaren langen Endes zu, wobei ich bis hinter Moritzburg zunehmend mit Gegenwind zu tun hatte. Ansonsten gab es witterungsmäßig an diesem Tag aber überhaupt nichts zu beklagen! Perfekte Temperaturen und dafür nicht so viel Sonne (die hätte zusätzlich eingeheizt) ermöglichten mir in Verbindung mit den langen Flachstrecken ein lang nicht mehr erreichtes Durchschnittstempo.

Trotzdem war ich froh, wenige Minuten vor 19.00 Uhr nach ca. 13 Stunden zuhause im Hof einzurollen. Viel früher, als geplant!