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1. Oktober 2026

Auf dem Weg der Besserung

In den vergangenen drei Tagen jagte ein Höhepunkt den anderen. Ich werde nun versuchen, alle Ereignisse seit Montag aufzuarbeiten.

Nach der ersten Tour in Venetien hatte ich ja noch über Unwohlsein geklagt. Leider wurde es zu Beginn der neuen Woche nicht besser. Dennoch wollte ich die Zeit nicht tatenlos im Quartier verbringen, sondern wenigstens eine kurze Ausfahrt im flachen Gelände unternehmen. Dafür eignete sich die Empfehlung meines Kameraden perfekt, nämlich die Altstädte von Marostica und Bassano del Grappa zu besichtigen. Der mittelalterliche Stadtkern von Marostica sowie u.a. die Holzbrücke "Ponte degli Alpini" in Bassano zählen zu den überregionalen Sehenswürdigkeiten in diesem Gebiet.

Die Anfahrt dorthin strengte mich trotz geringer konditioneller Anforderung mehr an als sonst - ein Zeichen dafür, daß ich gesundheitlich noch nicht über'n Berg war. Doch die Erkundung der beiden genannten Städte entschädigte mich reichlich. Es erwies sich als die beste Idee, den Tag sinnvoll zu nutzen, auch wenn ich am Nachmittag geschafft wie nach einer langen Tour war. Noch sah es überhaupt nicht gut aus für mein größtes geplantes Projekt.

Daher entschlossen sich Lád'a und ich, zunächst noch einen weiteren Tag ohne nennenswerte sportliche Aktivitäten zu verbringen. Statt, wie geplant, zu einem späteren Zeitpunkt mit dem Auto einen Abstecher nach Venedig zu unternehmen, stand extrem kurzfristig bereits am Dienstag der Besuch dieser Stadt auf dem Programm. Leider verpaßten wir aus diesem Grund den letztmöglichen Zeitpunkt (nämlich mindestens 24 Stunden zuvor), einen der kostenfreien Rolliparkplätze im großen Parkhaus online zu reservieren und mußten schließlich auf die Bezahlvariante ausweichen, was uns dann 35,- EUR kostete.

In Venedig auf dem Markusplatz vor
dem Markusdom (Aufnahmeort)
Um als Rollifahrer die verschiedenen barrierefrei zugänglichen Orte bzw. Ortsteile zu erreichen, ist man auf sogenannte Vaporetti angewiesen, dem öffentlichen Nahverkehr auf den Kanälen der Lagunenstadt. Für die Wasserbusse waren die Ticketpreise erfreulich fair: für mich inkl. Begleitperson 1,50 EUR pro Fahrt. Wir erwarben gleich mehrere Fahrscheine am zentralen Startpunkt bei der Piazzale Roma, die wir dann nach und nach entwerteten. Manchmal mußten wir lediglich auf die andere Seite des Canal Grande, benötigten aber hier ebenso ein Ticket. Dennoch wurde es ein ganz besonderes Erlebnis, zumal wir anfangs damit eine Art Stadtrundfahrt auf dem Wasser unternahmen. Für den schnellen Transfer ist das Vaporetto zwar ungeeignet, weil es oft bereits nach wenigen 100 m - manchmal sogar nicht einmal so weit - erneut anlegte, doch wir hatten ja alle Zeit der Welt!

Nach der morgendlichen Schweißattacke im Bett fühlte ich mich inzwischen auch wieder richtig gut. (Solche Schweißausbrüche sind bei mir im Krankheitsfall immer ein ziemlich sicheres Indiz dafür, daß das Schlimmste überstanden ist.) Deshalb genoß ich unseren Ausflug umso mehr. Freilich benötigte ich wegen der Steilheit der Rampen selbst über die barrierefrei ausgebauten Brücken immer die Hilfe meines Begleiters, doch konnten wir viele Orte auch abseits der Touristenströme erreichen. Mit etwas besserer Vorbereitung (bei einer weniger kurzfristigen Entscheidung) wäre sich auch noch mehr möglich gewesen, doch insgesamt haben wir an diesem Tag ebenfalls eine ganze Menge gesehen.

Ich jedenfalls war abends ziemlich erledigt und hatte keinerlei Bedürfnis, gleich noch einen Beitrag hier zu veröffentlichen. Das allerbeste an diesem Tag war jedoch, daß ich mir nun ziemlich sicher war, für die nächsten sportlichen Herausforderungen wieder voll einsatzbereit zu sein.

Monte Grappa, ich komme!

30. Juli 2026

Überraschungsaktion

Als Gast des Olachgut Camping hatte ich die sogenannte Gästecard Murau zusammen mit einer Broschüre der damit verbundenen Angebote bekommen. Beim Durchblättern des Heftchens stach mir förmlich die Möglichkeit der Nutzung der Kreischberg 10er Gondelbahn ins Auge, welche auch für Rollifahrer problemlos nutzbar sein sollte. Die Kennzeichnung als "inklusive" bedeutete in diesem Fall, daß jeder Inhaber der Gästecard kostenlos einmal mit der Seilbahn hinauf- und hinunterfahren konnte.

Das mußte ich testen! Vor dem Transfer zum nächsten Übernachtungsort blieb überdies reichlich Zeit für eine solche Extrawurst. 9.00 Uhr startete der Betrieb, 8.30 Uhr war ich vorort, da die Seilbahn in St. Georgen am Kreischberg nur ca. 6 km vom Olachgut  entfernt lag. Die Zeit bis dahin vertrieb ich mir im integrierten Intersport-Geschäft. Nach dem Ausflug erstand ich dort für ebenfalls unschlagbare 31,-EUR ein neues Radtrikot. Ein schönes Andenken.

Blick aus der Gondel hinab ins Murtal in Richtung
Murau (Aufnahmeort)
Das Einlösen des Angebots funktionierte danach genauso reibungslos, wie der Zugang zu den Gebäuden und zur Kabine wirklich barrierefrei war. (Überdies gab es dort natürlich auch ein Rolli-WC.) Es war DAS Erlebnis des Tages! Ich genoß die 16 min dauernde Fahrt nach oben in vollen Zügen. Solch eine Aktion hatte ich bisher nur in Südtirol in Bozen (auf den Ritten) sowie in Saltaus im Passeiertal (Hirzer-Seilbahn) erlebt. Von 865 m über die Mittelstation in 1441 m bis auf 1771 m Seehöhe. Grandios! Da gab es eine Extraausschüttung Glückshormone.

Oben drehte ich zwar nur eine kleine Runde um die Bergstation, doch der Höhepunkt war ja sowieso die Berg- und Talfahrt mit der Bahn, bei der ich eine Gondel ganz für mich allein hatte. Euphorisiert kehrte ich nach rund einer Stunde ins Tal zurück. Zuerst die wirklich fairen Übernachtungspreise des Camping Olachgut, und nun diese komplett ungeplante Aktion. Der Tag fing gut an! Mit einer schönen Erinnerung stieg ich schließlich 11.15 Uhr ins Auto, um zum Camping Laquamünd kurz vor Lavamünd zu fahren. Von hier aus soll es dann wieder im Handbike auf Pässejagd gehen.

Ich hoffe, die Hitze macht mir dabei keinen Strich durch die Rechnung ...

17. Juli 2026

Die Farbe Rot

Gestern abend war ich mit einer früheren Seilgefährtin verabredet. Wir treffen uns hin wieder zum Schwatzen, meist in Verbindung mit einem gemeinsamen abendlichen Picknick an einem schönen Ort in der Umgebung.

Ich hatte die Idee für einen Abstecher zum Schloß Thürmsdorf mit anschließendem Spaziergang zum Biedermann-Mausoleum und der unmittelbar daneben befindlichen Johann-Alexander-Thiele-Aussicht. Dieser kurze Ausflug ist übrigens auch hier als Teilstrecke beschrieben, inkl. einiger Bilder.

Abends auf der Johann-Alexander-Thiele-Aussicht,
im Hintergrund die Elbe mit der Stadt Königstein,
darüber der Tafelberg Pfaffenstein (Aufnahmeort)
Ich holte Insa mit dem Auto ab, meine ehemalige Sportfreundin hatte hingegen für das Essen gesorgt. Sie ist da immer für kulinarische Überraschungen gut, z.B. aus eigenem Anbau bzw. freier Wildbahn. Herrlich natürlich und logischerweise stets "bio". Dieses Miteinander in entspannter Atmosphäre und den gegenseitigen Austausch über unsere aktuellen Unternehmungen genoß ich folglich im Park so wie bei jedem unserer Treffen. Die enge Verbindung aus längst vergangener Zeit lebt in solchen Augenblicken wieder ganz unmittelbar auf - vor allem dann, wenn die Romantik eines wunderschönen Sommerabends hinzukommt.

Nach dem Abendessen unternahmen wir schließlich den kurzen Abstecher vom Schloß zu den zwei Aussichten über dem Elbtal. Die Heckenrosen am Wegesrand leuchteten im Abendlicht noch viel kräftiger, und auf der Thiele-Aussicht färbten die Strahlen der untergehenden Sonne alles in ein weiches, warmes Rot. Es war wieder einer dieser Momente, an die man sich noch lange erinnert ... Zumal dort ebenfalls gerade ein Pärchen sein Abendbrot einnahm und ich den Mann als Fotograf für ein Bild von uns gewinnen konnte.

Wenn ich nun die Aufnahme betrachte, wirkt selbst jetzt noch das Lächeln von Insa echt ansteckend. 

9. Juni 2026

Neu entdeckt

Schon seit längerer Zeit wollte ich für einen neuen Wandervorschlag im Routenportal des Tourismusverbands Sächsische Schweiz das Walderlebniszentrum Leupoldishain erkunden. Ich kannte das Areal noch vor der umfassenden Erneuerung, doch seitdem hat sich dort viel getan. Außerdem bot es sich bei dieser Gelegenheit an, gleich noch den Zugang zur Waldbühne auf Rollitauglichkeit zu testen. Ich kann mich nicht erinnern, jemals schon einmal dort gewesen zu sein.

Am Montag klappte es nun endlich. Mit Ute hatte ich mich dafür bei schönstem Wetter verabredet, Peggy war diesmal aber leider verhindert. Zuerst besuchten wir natürlich die Einrichtung des Sachsenforst. Auf überraschend kleiner Fläche ist dort ein wirklich sehenswertes und erlebnisreiches Ausflugsziel für die ganze Familie entstanden - ganz im Gegensatz zur Weitläufigkeit der Waldhusche in Hinterhermsdorf.

Die Vielfalt der Möglichkeiten zum aktiven Erleben, die sich vor allem durch die abwechslungsreiche Topologie (Wald, Dickicht, Wiese, Feuchtbiotop, Felsen) ergeben, hat mich wirklich sehr überrascht. Und das zentrale Gebäude ist einfach nur ein Schmuckstück, welches sich wunderbar in die Umgebung einfügt. Dazu gibt's noch den herrlichen Ausblick nach Nordosten über Festung Königstein, Lilienstein bis hin zum Pfaffenstein. Hier kann man durchaus auch länger verweilen.

In der Wildpretskammer (Aufnahmeort)
Nach unserem Besuch im Walderlebniszentrum wanderten wir schließlich zur Waldbühne Leupoldishain. Trotz des wegen Bauarbeiten derzeit gesperrten Hauptzugangs ab der Ortsmitte von Leupoldishain, war zumindest der untere Weg ab dem Ortsteil Nikolsdorf komfortabel mit dem Rolli befahrbar. Wir benutzten ihn für den Rückweg (s. Track vom 08.06., km 2,6 - 2,9). Auch der schmale Pfad darüber ließ sich im Rolli bewältigen, allerdings fühlte ich mich dabei in Begleitung von Ute wesentlich wohler. Bis zur Waldbühne mußten wir dann vom tiefsten Punkt des Weges noch einmal fast 40 Hm auf ca. 500 m bewältigen, weswegen ich davon ausgehe, daß man hier - so wie ich - im Rollstuhl Schiebeunterstützung benötigt, selbst auf der etwas längeren Strecke.

Nach dem schönen Picknick mit Erdbeertorte von Ute "arbeiteten" wir uns noch im weglosen Gelände bei leidlich gut berollbarem Untergrund bis zu einer Höhle am Ende von Bärs Grund vor, die sowohl unter Wildbretskammer als auch als Kleiner Kuhstall auf den Karten eingezeichnet ist. Romantisch in einem Felskessel gelegen, war das natürlich ein besonderer Höhepunkt der Tour.

Am zeitigen Nachmittag kehrten wir von unserem reichlich zweistündigen Spaziergang zurück.

30. März 2026

Nah, doch (bisher) unbekannt

Kurz vor Ostern bekommt mein Handbike die längst fällige Jahreswartung. Deshalb habe ich  den vergangenen halben Freitag und Sonnabend genutzt, um mein Gefährt gründlich zu reinigen. Das ist immer für mich so eine Art Haßliebe-Aktion, und jedesmal bin ich froh, wenn's hinter mir liegt.

Natürlich lag es nahe, bis zur Wartung nun "handbikefrei" zu nehmen, will ich doch meinem Mechaniker nicht möglichen neuen Dreck am Rad zumuten. Als Alternative bot sich ein Ausflug mit dem Rolli an. Daher verabredete ich mich mit meiner Wanderfreundin Ute für den Sonntag. Leider sah es morgens erstmal ziemlich trübe aus, weswegen wir uns zunächst gegenseitig motivieren mußten.

Blick von der Wettinhöhe westwärts über Pirna
bis nach Dresden (Aufnahmeort)
Doch nachdem wir gegen Mittag gestartet waren, entwickelte sich unsere Wanderung bald zu einer echten Entdeckungstour. Ursprünglich nur als Spaziergang durch den Stadtwald der Pirnaer Viehleite geplant, packte mich die Neugier. Den letzten Anstoß dazu gab das Kartenstudium vorort. Bisher hatten wir nämlich gemeinsam bereits die Sandsteinpflaster-Steilrampe ab dem Abzweig der Dr.-Friedrichs-Höhe von der Hohen Straße mit zwei kurzen Rastpausen ganz gut gemeistert, was Mut für mehr machte.

Vom Ende dieses Sträßchens mühten wir uns nun weiter hinauf, um zum Aussichtspunkt Wettinhöhe zu gelangen. Dort waren wir beide noch nie, ich selbst auch nicht zu Fußgängerzeiten. Ohne Hilfe würde ich das heutzutage nicht schaffen, aber mit Ute klappte es prima.

Die Baustelle der der Gottleubatalbrücke, am
anderen Ende sieht man das Portal des
Kohlbergtunnels (Aufnahmeort)
Die Anstrengung lohnte sich auf jeden Fall, denn nach dem kurzen Picknick auf der Aussichtsplattform wanderten wir entlang der Abbruchkante noch weiter an der Abendrothgrotte vorbei bis zur Ecke oberhalb der gerade im Bau befindlichen Gottleubatalbrücke der südlichen Ortsumfahrung von Pirna. Zwar konnte ich nicht direkt zum Felsüberhang der Grotte hinab, doch dafür half uns zusätzlich ein junger Mann, welcher gerade mit seiner Begleiterin dort ankam, über ein kleineres Hindernis an der Brückenbaustelle. Der Blick zur neuen Brücke war mindestens genauso eindrucksvoll, wie zuvor die Aussicht von der Wettinhöhe über Pirna bis nach Dresden.

Nach unserer Rückkehr zum Hauptwanderweg, folgten wir diesem dann schließlich noch bis Rottwerndorf, um dort auf einen der tiefer gelegenen Hangwege den Rückweg anzutreten. Irgendjemand hatte Rastplätze am Weg mit kleinen, netten Ostergrüßen dekoriert. Da saß beispielsweise ein Osterhasenpüppchen auf der Bank, es gab Forsythien in einer eierschalenförmigen Vase oder auch ein Arrangement mit (Keramik)Eule, Weidenkranz und weiteren kleinen Utensilien auf einem Baumstumpf. - Mit viel Liebe gestaltet und sehr hübsch!

Zudem lachte uns nun immer mehr die Sonne vom Himmel herunter, sodaß tatsächlich schon beinahe Osterstimmung aufkam. Große Blütenteppiche mit Buschwindröschen, dazu gelbe und blaue Blümchen und einmal sogar einen rot blühenden Strauch steuerte die Natur zur Zier bei. Beide freuten wir uns, daß wir am Vormittag unseren Trägheitsmoment überwunden hatten.

Passend zum ersten Tag der Sommerzeit.

2. Januar 2026

Über den Jahreswechsel

Sportlich aktiv, wie das alte Jahr endete, begann das neue.

In der Nacht vor Silvester und auch noch am Tage hatte es nämlich bis ins Elbtal hinab kräftig geschneit und selbst Pirna mit einer weißen Decke zugedeckt. Und obwohl wir vor dem gemeinsamen Silvesterabend noch eine kleine Wanderung unternehmen wollten, war ich daher skeptisch, ob das mit meinen Einschränkungen bei diesem Schnee im Rollstuhl überhaupt möglich sei. Immerhin befand sich schon mein Geländerollstuhl im Auto, den mir Christiane am Vorabend dort verstaut hatte.

Und so wanderten wir nachmittags dann tatsächlich von Lungkwitz aus in Richtung Wilisch: Christiane mit Mann und Tochter, unsere Freunde Pia und Norbert sowie ich. Allerdings war der breite Forstweg nicht nur ziemlich verschneit, sondern auch bei weitem nicht so komfortabel zu befahren, wie erhofft. Zudem ging es ziemlich steil und ausdauernd bergauf, sodaß sich meine Begleiter schiebenderweise mit mir bzw. an meinem Gefährt ganz schön quälen mußten. Denn weil die Greifreifen des Rollis sehr schnell vom Schnee und der Nässe glitschig wurden, konnte ich meinen Freunden dabei leider nur mit verminderter Wirkung etwas von dieser Schwerstarbeit abnehmen.

Nahe der Wilischbaude mit Blick in Richtung
Westen über Hermsdorf (Aufnahmeort)
Mit vereinten Kräften haben wir es schließlich bis zur ehemaligen Wilischbaude geschafft. Dort traf uns zwar der Sturm mit voller Stärke, aber das Wetter war sowieso nicht gerade einladend für eine lange Rast. Während Pia und Norbert noch den kurzen Abstecher zum Gipfel unternahmen (der im Rolli selbst bei optimalen Bedingungen für mich nicht zu erreichen ist), kehrte ich mit dem Rest der Truppe schon wieder auf dem Anmarschweg zurück. Bergab ging es nun wesentlich entspannter. Zurück an den Autos, war die Dunkelheit bereits über uns gekommen.

Das extrem leckere und üppige Silvestermahl - von Pia, Christiane, Andreas sowie Kathi zusammengestellt und zubereitet - wurde der letzte (kulinarische) Höhepunkt des zu Ende gehenden Jahres. Es war wieder ein sehr schöner Abend mit meinen Freunden!

Noch zu Silvester hatte Christiane eine erste Skitour für den Neujahrstag vorgeschlagen. Während Pia und Norbert zur Feier bereits ihre Wintersportausrüstung im Auto mitbrachten, mußte ich am Neujahrstag zunächst von zuhause mit all meinem Krempel abgeholt werden. Bis alle Beteiligten bereit waren, dauerte es also. Erst nachmittags kurz vor halb Vier starteten Pia, Norbert, Christiane und ich von unserem "Standard"-Ausgangspunkt unterhalb des Kahlebergs im Osterzgebirge.

Der Abstecher zu Beginn auf den höchsten Berg des deutschen Osterzgebirges mußte natürlich sein! Bei dichter Bewölkung erreichten wir den Gipfel zwar erst zum Sonnenuntergang, aber natürlich hatten wir Stirnlampen dabei! Wenn die (Wintersport-)Verrückten unterwegs sind, kann es spät werden ...

Zum Schluß wurde es im Schein der Stirnlampen eine romantische Nachttour, denn die perfekten Untergrundbedingungen luden geradezu ein, sich ordentlich im Winterwald auszutoben. Der Schnee war griffig, doch nicht zu schnell, die Auflage dabei ausreichend. Mit anfangs Christiane, nach dem ersten langen Anstieg dann Norbert als Skitandempartner, machte es einfach nur Laune, auf Brettern durch's Weiß zu pflügen. Nicht ein einziges Mal mußte ich an diesem Nachmittag in den Schnee, trotz neunmonatiger Abstinenz!

Danach folgte ein weiterer gemeinsamer Abend zuhause bei Christiane und Andreas mit Schwatzen, Restevertilgen und Planungen für die nächste Tourensaison.

Ich kann mir keinen schöneren Start ins Neue Jahr vorstellen!

31. Dezember 2025

Masse statt Klasse

Mein Sportjahr 2025 wartet diesmal nicht mit spektakulären Aktionen, neuen Rekorden oder besonderen Erlebnissen auf. Daß ich trotzdem durchaus zufrieden sein kann, liegt diesmal eher an der Quantität. Denn sieht man mal von der bzgl. des Handbikesports alles überragenden Saison 2020 ab, ist es mir nach 2022 und 2024 erst zum dritten Mal gelungen, mehr als 14.000 km  (und weniger als 15.000 km) in einem Jahr auf drei Rädern zurückzulegen. Dabei habe ich mich so oft wie bisher nie freitags nach Feierabend auf's Handbike gesetzt, um das Wochenende mit einer ersten Tour einzuläuten. Insgesamt waren das immerhin 26 Touren mit 2.381 km und 23.753 Hm.

Unterwegs in der Felsenheimat (Aufnahmeort)
Im nun zu Ende gehenden Jahr reichte der Schnee zwischen Januar und März für acht gemeinsame Unternehmungen mit meinen Sportfreunden. Meine Ausfahrten im Skitandem sind inzwischen zu immer wieder langersehnten Aktivitäten geworden, auf denen ich Orte erreichen kann, welche sich für mich selbst in der schneefreien Zeit weder mit dem Handbike noch im Rollstuhl ansteuern lassen, da sie abseits von Wegen im Gelände liegen. Zu nennen ist hier beispielsweise die Tour zum Dreiherrenstein unweit des Keilbergs (Klínovec) und der Wüstung am Gottesgaber Spitzberg (Božídarský Špičák) mit den letzten Überbleibseln des bekannten Gasthauses "Wunderblume" am 25.01.2025.

Am häufigsten fuhr ich dabei mit Christiane im Skitandem, doch inzwischen hat sich auch Carsten als Gespannführer eingefuchst. Auf der Skitour im Mittleren Erzgebirge probierte sich sogar mal Stefan, ein Kletterfeund von Christiane, für viele Kilometer als Tandemerster aus, und machte seine Sache ebenfalls sehr gut. Nach wie vor unentbehrlich im Schnee ist für mich jedoch vor allem meine allerbeste Sportfreundin - nicht nur, weil wir uns relativ unkompliziert spontan für ein paar Kilometer im Osterzgebirge verabreden können. Wenn ich ein Vorbild bräuchte, genau sie wäre es!

Meine Urlaubswoche im April verbrachte ich zuhause. Nach mehreren Touren im Handbike, aber auch einer Wanderung mit Ute und Peggy zur Wildwiese im Schrammsteingebiet konnte ich zwar etliche Kilometer "abrechnen", doch der große Motivationsschub, den mir zu dieser Jahreszeit in den vergangenen Jahren Urlaubsfahrten mit Lád'a und seinen tschechischen Sportkameraden in die Toskana oder auch u.a. mit bayerischen Sportfreunden nach Südtirol gaben, blieb dabei aus.

So verwundert es nicht, daß ich 2025 nur drei Lange Kanten (Streckenlänge >= 200km) sowie zwei weitere 100-Meilen-Touren und 4 Langstrecken (Streckenlänge >= 150km) absolviert habe. Verglichen mit den Vorjahren ist das unterdurchschnittlich. Die 200er führten mich dabei bis nach Finsterwalde, Zittau und schließlich noch ins nordböhmische Reichstadt (Zákupy) östlich von Böhmisch Leipa (Česká Lípa). Meine letzte Langstrecke des Jahres fuhr ich schließlich relativ spät innerhalb meines Herbsturlaubs, für den ich diesmal Quartier im ZERUM Ueckermünde genommen hatte. Die Tour nach Stettin (Szczecin) war aber landschaftlich nicht unbedingt ein Höhepunkt und daher eigentlich nur Fleißarbeit.

Eine unbedingt erwähnenswerte Aktion wurde der gemeinsame Ausflug mit meinen Freunden in den Spreewald. Dem unmittelbar vorausgegangen war mein erfolgreicher Paddel-Test mit Christianes Segment-Kajak auf dem Kiessee Birkwitz-Pratzschwitz. Auf der Spree paddelte ich nun eine ganze Strecke im Einer-Kajak, bevor ich das Boot der Tochter meiner Sportfreundin überließ und mich zu Christiane in das Zweier-Faltboot setzte, was mich wesentlich weniger anstrengte.

Im Rollstuhl bin ich in diesem Jahr nur dreimal auf Achse gewesen, denn dafür gab es einfach zu wenig Gelegenheit. Neben der bereits oben erwähnten Rollitour steuerte ich mit meiner Wanderfreundin Ute jedoch gleich zweimal den Burchenbüchel nahe Reinhardtsdorf-Schöna an. Im Winter wollte ich die Gelegenheit nutzen, um Bilder für den entsprechenden Tourenvorschlag auf dem Portal des Tourismusverbandes zu schießen, und Anfang August war ich dort zusätzlich mit Peggy und einem Drehteam für Filmaufnahmen.

Die Autorin Steffi Springer wollte nämlich ein 15-minütiges Porträt von mir und meiner Heimat, die Sächsische Schweiz, für die Sendereihe "einfach Mensch" im ZDF drehen, wofür ich schlußendlich die ersten drei Tage meines Sommerurlaubs kurzfristig einplante. Mit meinem Kamerad Lád'a unternahm ich dabei zunächst eine Handbiketour von der Bastei nach Stadt Wehlen und entlang der Elbe weiter bis Rathen. Anderntags folgte die genannte Burchenbüchel-Aktion, und zum Schluß nahm ich mit meiner Helferin Christiane erstmalig an einem Wettbewerb im Präzisionsorientieren als Veranstaltung des 21. Königsteiner Festungsaufs teil. Herausgekommen ist dabei ein absolut authentischer Film mit teils spektakulären Landschaftsaufnahmen, der m. E. wirklich Lust darauf macht, mal ein paar Tage in der Sächsischen Schweiz zu verbringen. Das durchweg positive Echo, das ich von vielen Seiten inzwischen erhalten habe, bestätigt meine Meinung.

Zu den schönsten Aktionen gehört in diesem Jahr unbestritten die zweitägige Ausfahrt mit meinem Chemnitzer Sportfreund Jens ins heimatliche Elbsandsteingebirge, wobei wir in einer Schutzhütte nahe Lichtenhain freiübernachteten. Während meines ersten Lebens als Kletterer gehörte nämlich das Boofen ganz natürlich zu meinem Hobby, so wie dereinst häufig von den Altvorderen zwischen zwei Klettertagen praktiziert. Heutzutage ist es für mich die beliebteste Gelegenheit des unmittelbaren Naturerlebens, auch wenn die Mitnahme aller dafür benötigten Utensilien immer schwierig ist und ich mir das daher viel zu selten vornehme.

In einem Desaster endete hingegen vorzeitig mein Alpenurlaub des Jahres 2025. Diesmal lag der Fokus der Pässejagd auf den Ostalpen, doch bevor es so richtig losging, erwischte mich das erste Mal während meiner gesamten langjährigen Handbikerkarriere eine schwere und hartnäckige Infektion mit heftigem und langandauernden Durchfall, sodaß ich mich nach fünf Tagen und nur zwei Handbiketouren von meinem ersten Basislager in Amlach bei Lienz aus nachhause evakuieren mußte. Erst dort bekam ich schließlich mithilfe meiner Hausärztin, viel Ruhe und gründlicher medikamentöser Behandlung meinen Körper nach einer knappen Woche wieder in den Griff und konnte den Sommerurlaub - jetzt allerdings in der Heimat - fortsetzen.

Dadurch ergab sich aber plötzlich die Möglichkeit, doch noch wenigstens eines meiner Schubladen-Projekte anzugehen. Nach der furiosen Aufholjagd am Jahresende 2023, um noch die angepeilte Jahresleistung von 13 Tkm zu erreichen, wußte ich, daß eine Kilometerleistung von 700 km innerhalb von 7 Tagen mit dem Handbike zu schaffen war. 2023 hatte ich zwischen dem 24. und 30.12. an sechs aufeinanderfolgenden Tagen immerhin knapp 625 km absolviert. Bei meinem diesjährigen Vorhaben mit dem Titel "700 Kilometer in 7 Tagen" fuhr ich ab dem 23.08. schließlich insgesamt nicht nur 707 km, sondern benötigte dafür auch nur sechs Tage am Stück. In diesem Fall war das angekündigte Schlechtwetter der Grund, mich noch ein wenig mehr bei der Umsetzung zu sputen. Als besonderes Bonbon, das ich ursprünglich gar nicht auf dem Schirm hatte, konnte ich schließlich in Summe dieser sechs Ausfahrten außerdem die 7.000-Höhenmeter-Marke knacken, und das bei dieser Dauerbelastung!

Als letztes erwähnenswertes Ereignis meines Jahresrückblicks sei die Auszeichnungsveranstaltung für die "Tourismushelden Sachsen 2025" im Rahmen der  Messe "Touristik & Caravaning Leipzig" genannt. In diesem Jahr wurde ich dafür wegen meines bereits langjährigen ehrenamtlichen Engagements zum Ausbau der touristischen Angebote für Gäste mit Handicap in meiner Heimatregion vom Tourismusverband Sächsische Schweiz nominiert. Auch wenn mich die Preisverleihung dann nicht sonderlich beeindruckte, habe ich mich doch über diese Ehrung sehr gefreut. Peggy, die für das Thema Barrierefreiheit zuständige Mitarbeiterin des Tourismusverbandes, war daran nicht ganz unbeteiligt - erkunde ich doch immer wieder gern mit meiner Wanderfreundin Ute und ihr neue mögliche Ausflugsziele und Touren für mobilitätseingeschränkte Besucher. Wenn man etwas gern macht, ergibt sich das übrige quasi ganz von allein.

Nach diesem zusammenfassenden Überblick könnte ich nun die Zahlen meiner Radsportsaison folgen lassen, doch erspare ich mir das. Wen es interessiert, schaut sich die im Beitrag eingefügten Übersichten etwas genauer an, doch will ich nicht den Eindruck erwecken, mir aufgrund der durchaus eindrucksvollen Werte bloß mit den Fäusten auf die Brust zu trommeln. Fakt ist, daß es wohl nur sehr wenige Fahrer gibt, welche innerhalb eines Zeitraums von 21 Jahren (meiner mittlerweile 26jährigen Handbikerlaufbahn) mehr als 241 Tkm und 2,4 Mio. Hm im Handbike zurückgelegt haben. (Die ersten fünf Jahre lasse ich dabei unberücksichtigt, weil es davon keine elektronischen Aufzeichnungen gibt.)

Für viele Radsportler ist das bereits mehr, als sie im ganzen Leben fahren.

Nachtrag vom 30.01.2026: Auf meinen Facebook-Seiten habe ich nun noch einen kurzen Beitrag mit einer Bildergalerie von 44 ausgesuchten und kommentierten Fotos veröffentlicht, die bisher noch nicht zu sehen waren.

15. Dezember 2025

Licht in dunkler Nacht

Zum dritten Advent hatte ich mich mit meiner Sportfreundin Christiane zu einem Besuch des "historischen" Weihnachtsmarktes auf der Festung Königstein verabredet.

Dafür mußte man zwar vorher Karten reservieren / kaufen, weil die Verwaltung eine Überfüllung des Festungsareals vermeiden wollte. Als Inhaber eines Jahrestickets war das für mich jedoch kostenlos (auch keine Verwaltungsgebühren!), und natürlich bekam (m)eine Begleitungperson ebenfalls ein kostenloses Ticket, weil mein Schwerbehindertenausweis u.a. das Merkzeichen "B" enthält. Auch hinsichtlich das Parkplatzes hatten wir Glück und ergatterten den letzten direkt unterhalb der Festungsmauern nahe des Funktionsgebäudes am Aufzug.

Blick an dem Gebäude der Friedrichsburg vorbei
zu den Bärensteinen sowie dem Rauenstein, in der
Senke, welche sich hinab zur Elbe zieht, liegt
Thürmsdorf (Aufnahmeort)
Das verbleibende Tageslicht nutzten wir sofort für den beinahe obligatorischen Rundgang auf dem Bergplateau entlang der Außenmauer. Die Aussicht von hier ist jedesmal ein Fest für die Augen, selbst bei nicht ganz so sonnigem Wetter.

Als es dunkel wurde, wärmten wir uns zunächst in der sehenswerten Ausstellung im Kommandantenhaus auf. Mir war bis dato überhaupt nicht bewußt, daß diese Räumlichkeiten komplett barrierefrei zugänglich sind. Selbst die zweite Etage des Museums ist über einen Aufzug völlig unkompliziert erreichbar. Das gleiche galt danach ebenfalls für die Magdalenenburg. Hier konnte der Aufzug zwar nur mit dem Eurokey bedient werden, aber sicher gibt es notfalls für dessen Bedienung in der Nähe auch Mitarbeiter der Schlösserverwaltung. - Ich jedenfalls habe es extrem positiv aufgenommen, daß hier der Besucher im Rollstuhl selbsttätig aktiv werden kann und nicht (unbedingt) auf Helfer angewiesen ist. Der "geleitete" Eintritt in die Dresdner Frauenkirche oder zum Museum der Meißner Albrechtsburg gehören im Gegensatz zu den negativen Beispielen auf der anderen Seite der Selbstbestimmtheit. Auch die Garnisionskirche war stufenlos mittels kleiner Rampe erreichbar, wir erhaschten drinnen aber nur einen kurzen Blick unmittelbar vor der Schließung am Abend.

Die Nacht auf der Festung wurde ein tolles Erlebnis. Abseits des Weihnachtsmarkttrubels an verschiedenen Örtlichkeiten gab es auch finstere Abschnitte auf dem Plateau, von wo aus ungestört der Blick zum Lichtermeer in der Ferne schweifen konnte. Das Städtchen Königstein sowie das Elbtal von oben und auch die weiter entfernten Orte sahen beleuchtet einfach fabelhaft aus. Wir übten uns dabei am Blitzeichenplateau auch im fröhlichen Orte-Raten, denn im Dunkeln ist die Orientierung noch einmal viel schwieriger.

Blick von dem Mauerkronenplateau auf den
Weihnachtsmarkt vor den Kasematten, zu sehen ist
dabei auch die steile Sandsteinpflasterrampe hinab
(Aufnahmeort)
Zum Schluß bugsierte mich Christiane noch den steilen und holperigen Sandsteinplattenweg zu den Festungskasematten hinunter, was ohne Hilfe für Rollifahrer nicht machbar / empfehlenswert ist. Auch in den Kasemattten selbst gibt es am Eingang drei Stufen sowie im weiteren Verlauf mehrere einzelne Stufen, die ohne Unterstützung im Rolli nicht zu bewältigen sind. Die Mühe hat sich allerdings gelohnt: neben etlichen Marktständen gefiel mir vor allem die festliche Dekoration mit den leuchtenden Herrnhuter Weihnachtssternen.

Eigentlich wollten Christiane und ich gar nicht so lange bleiben, doch am Ende sind wir nicht wesentlich vor der Schließzeit um 19.00 Uhr zurück zum Aufzug geschlendert.

Aufgefallen ist mir an diesem Tag übrigens die überdurchschnittlich hohe Dichte von Besuchern im Rollstuhl. Offensichtlich - nein, ganz sicher - leistet Julia, die mit dem Thema Inklusion beauftragte Mitarbeiterin der Einrichtung, ganze Arbeit!

Den Weihnachtsmarkt auf der Festung Königstein kann ich für Rollifahrer jedenfalls uneingeschränkt empfehlen!

6. November 2025

Film für die Sendereihe "einfach Mensch" im ZDF

Im Sommer waren ich und einige meiner besten Freunde mit einer Filmemacherin und ihrem Team verabredet, die einen Beitrag über mich und meine sportlichen Aktivitäten für die Sendereihe "einfach Mensch" des ZDF produzieren wollte.
Während des Interviews im Zscherregrund
(Aufnahmeort)

Am 6.  und 7. August fuhr ich dafür zunächst gemeinsam mit meinem tschechischen Kameraden Lád'a im Handbike von der Bastei nach Stadt Wehlen und Rathen, danach traf ich mich mit Ute und Peggy zu einer kurzen Rollitour auf den Burchenbüchel nahe Reinhardtsdorf-Schöna, und am 8. August begleitete mich schließlich meine Sportfreundin Christiane bei der ersten Teilnahme an einem Wettbewerb im inklusiven Präzisionsorientieren als Teil des Königsteiner Festungslaufs.

Nun kann das Endergebnis der drei tollen Drehtage begutachtet werden. Die Ausstrahlung des Filmbeitrags im ZDF erfolgt am Sonnabend, 8.11. 12.00 - 12.15 Uhr oder alternativ am Sonntag, 9.11., 5.45 - 6.00 Uhr. Zu den genannten Zeiten können die Sendung wahrscheinlich nur sehr wenige Interessierte anschauen, doch ist diese inzwischen außerdem in der Mediathek des ZDF am Computer abrufbar. Entweder als Beitrag inkl. einleitender Beschreibung oder mittels Direktlink.

Ich jedenfalls finde das 15 min lange Porträt über mich und meine Heimat sehr gelungen, denn es ist zu 100% authentisch und wird jeden Zuschauer wohl mindestens einmal zum Schmunzeln bringen. Dazu tragen nicht nur wunderschöne und teils spektakuläre Landschaftsaufnahmen bei, welche Lust darauf machen, die Sächsische Schweiz zu besuchen. Ich bin auch genau so dargestellt, wie ich mich selbst sehe.

Vielen Dank an Steffi und das Filmteam sowie allen weiteren an der Produktion Beteiligten!

9. August 2025

Olympischer Gedanke

So, das war's - mein erster Wettbewerb im Präzisionsorientieren liegt hinter mir! Bei den "Beginners Para" (s. a. auf der Ergebnisseite nach Anklicken des Reiters oben rechts) bin ich Letzter geworden, wahrscheinlich also auch insgesamt. Aber deswegen werde ich mich bestimmt nicht aus dem Fenster stürzen, denn eigentlich hatte ich das ja bereits kurz nach dem Beginn des Wettkampfes befürchtet.

Im allerersten Abschnitt lief es nämlich auch gefühlt schon gar nicht gut. Während der kurzen praktischen Einführung für Anfänger hatte ich zuvor oft nur Bahnhof verstanden, und erst im Lauf des Wettbewerbs stieg ich einigermaßen dahinter, was man zu tun hat und wie man es am besten anstellt. Das war immerhin ein echtes Aha-Erlebnis. Naja, als alter Mann kann ich neue Situationen und Herausforderungen eben nicht mehr ganz so schnell verarbeiten ... 😏  Mich tröstete ein wenig, daß Christiane als meine Schiebehelferin zunächst ebenfalls des öfteren mal ratlos war, jedenfalls schien es so. Sie durfte mich zwar bei der Lösung nicht unterstützen (was sie natürlich auch unterließ), konnte mir aber bzgl. der Abläufe einige Tips geben. Eigentlich mußten wir aber in den einzelnen Sektionen komplett still sein, doch das war für mich als Anfänger illusorisch. Laut denken hilft auch.

Das Fernsehteam begleitete uns über den ganzen Wettkampf und hielt nicht nur mein (desaströses) Wirken in Bild und Ton fest, sondern befragte mich zwischendurch auch immer mal zum Geschehen. Da gab's bestimmt so manchen Schmunzler, wie ich "verzweifelt" versuchte, den Überblick zu gewinnen.

Zielfoto mit Medaille (Aufnahmeort)
Nach einer knappen Stunde hatte ich's endlich geschafft, und zuletzt machte es mir sogar zunehmend Spaß. Wobei ich nicht behaupten kann, daß ich am Ende total frustriert gewesen bin. Dafür war es hier auf der Festung Königstein, außerdem gemeinsam mit meiner allerbesten Sportfreundin, viel zu schön. Mit ihr habe ich mir dann auch noch die anderen Wettbewerbe angesehen. Etliche Bekannte, denen ich bereits seit längerer Zeit nicht mehr begegnet war, liefen mir dabei über den Weg. Natürlich gab es zwischen uns auch einiges zu erzählen. Insgesamt herrschte jedenfalls auf der Festung Königstein beim 21. Festungslauf eine tolle Atmosphäre, was mir sehr gefiel.

Selbst als sich die Drei von der TV-Produktionsfirma dann verabschiedet hatten - sie mußten nun mehrere Stunden nachhause fahren - blieben Christiane und ich noch eine ganze Weile. Wie ich es mir vorgestellt hatte: ein warmer Sommerabend, ein begeisterndes Umfeld und nette Gespräche. Vielleicht gibt es ja im nächsten Jahr eine Fortsetzung.

Dann bin ich schon zu Beginn wesentlich schlauer!

8. August 2025

Zwei von drei

Voraussichtlich im November soll in der Reihe "einfach Mensch" im ZDF ein Porträt über mich und meine Heimat ausgestrahlt werden, zu denen am Mittwoch und Donnerstag die ersten beiden von insgesamt drei Drehtagen stattfanden. Diese waren wesentlich anstrengender als gedacht, zumal sie sich immer über den ganzen Tag hinzogen. Auch heute wird das nicht anders sein.

Da meine Freunde für mich nicht nur bei meinen sportlichen Aktivitäten ganz wichtig sind, wollte ich sie unbedingt dabei haben, und zwar während der Ausflüge, auf denen sie mich üblicherweise begleiten. Für das Handbiken / Radfahren ist das mein tschechischer Kamerad Lád'a und für meine Touren im Rollstuhl Ute und Peggy. Heute werde ich mich dann mit meiner allerbesten Sportfreundin Christiane treffen, um mit ihr als (Schiebe-)Helferin am Wettbewerb im Präzisionsorientieren im Rahmen des Königsteiner Festungslaufs teilzunehmen. Danach ist hoffentlich alles im Kasten.

Am 06.08. habe ich mich also mit Lád'a am Basteiparkplatz getroffen, um mit ihm und dem Drehteam (welches uns auf auf geliehenen Fahrrädern begleitete) die Radroute im Nationalpark bis Stadt Wehlen zu fahren. Das dauerte. Zum einen war das Filmen an sich ziemlich zeitaufwendig, zum anderen kannten die Leute von der TV-Produktionsfirma ja noch nicht das Gelände, sodaß sie sich vorort auch erstmal auf geeignete Einstellungen einigen mußten. Außerdem gab's an diesem Tag noch zwei Drohnenaufnahmen.

Letztlich kamen wir in Rathen auf der anderen Elbseite erst gegen 17.30 Uhr an. Dort konnten wir aber noch vor den dort geplanten Aufnahmen meinen tschechischen Kameraden verabschieden, denn der mußte ja auch noch mit dem Rad zurück nach Kulm (Chlumec) auf der anderen Seite des Erzgebirges. Ich aber fuhr zum Schluß noch einmal mit dem Team hinauf zur Bastei. Als wir nämlich am Morgen dort zur Aussicht wollten, wälzten sich solche Menschenmassen durch's Gelände, daß wir die von dort gewünschten Aufnahmen kurzerhand auf den Abend verlegten. Kurz nach Acht hatte ich es auch geschafft, dann fegte ich wie der Wirbelwind nachhause. Feierabend für diesen Tag!

Am Burchenbüchel (Aufnahmeort)
Der nächste Morgen sah mich dann 10.00 Uhr auf dem Parkplatz in Reinhardtsdorf, von wo aus geplant war, zur Aussicht auf dem Burchenbüchel zu wandern. Kurz danach traf auch das Filmteam sowie Ute und Peggy ein. Obwohl die Gesamtstrecke unseres Spaziergangs nur ca. 4 km betrug, benötigten wir dafür inkl. aller Dreharbeiten (erneut auch mit einer Drohne) und dem obligatorischen Picknick ebenfalls 3,5 Stunden. Es gab soviel zu sehen, was schöne Aufnahmen ermöglichte! Erfreulicherweise lachte uns auch an diesem ganzen Tag die Sonne.

Während Peggy mit Ute dann gleich wieder nach Pirna zurückkehrte - sie hatte am Nachmittag noch einen Termin und mußte sich bereits sputen - ging es für mich und meine filmenden Begleiter nach den letzten Einstellungen am Auto anschließend noch zur Festung Königstein, wo Julia uns bereits erwartete. Julia ist die Mitarbeiterin der Schlösserverwaltung auf der Festung Königstein, welche dort für das Marketing und die Betreuung des Themas "Erleben mit Handicap" zuständig ist. Hier folgten noch etliche weitere Aufnahmen und auch erste Absprachen für heute, bevor endlich auch ich mit dem Auto nachhause fahren konnte.

So, gleich kommen die Filmleute zu mir nachhause für die "Homestory" und das "große Interview". Bei all der Eile liest sich deshalb dieser Artikel möglicherweise etwas unrund. Doch bis zum Wochenende bleibt mir nur wenig Muße. Die Urlaubsvorbereitung mit Packen und anschließendem Einräumen ins Auto wartet auch noch auf mich ...

So ein Streß! 😅😅😅

18. April 2025

Appetitmacher

Am Gründonnerstag war ich wieder mal im Rollstuhl auf Achse. Ich benötigte ein paar Aufnahmen für den Tourenvorschlag "Vom Kirnitzschtal zur Wildwiese", den ich demnächst überarbeiten werde.

Lecker Picknick! (Aufnahmeort)
Natürlich begleiteten mich dabei auch Ute und Peggy, die gemeinsamen Wanderungen bzw. Spaziergänge haben inzwischen beinahe so etwas wie Kultstatus. Nicht nur, daß die beiden mich tatkräftig dabei unterstützen - z.B. durch Schieben - nein, genauso freue ich mich jedesmal auf das exquisite Picknick, mit denen sie mich regelmäßig verwöhnen. Diese Rast ist immer der Höhepunkt unserer Ausflüge.

Gestern kam dazu noch das traumhafte Frühlingswetter. Die überhaupt schon herrliche Kulisse der Wildwiese mit den zerklüfteten Sandsteinfelsen der Schrammsteine und dem monolithischen Felsklotz des Falkensteins im Hintergrund wurde dadurch noch zusätzlich aufgewertet. Wer es bei diesem Wetter am Picknickplatz nicht aushält, den kann man nur bedauern. Hier ist außerdem - unter Beachtung der Witterungsbedingungen (also nicht bei Waldbrandgefahr) - auch ganz legal Feuern (in einer Feuerschale) erlaubt.

Blick vom Wenzelweg über die Wildwiese zu den
Schrammsteinen (Aufnahmeort)
Für die beschriebene Auffahrt vom Kirnitzschtal über den Nassen Grund zur Wildwiese empfiehlt sich übrigens für Rollifahrer immer die (Schiebe-)Unterstützung durch Begleiter, denn der gut befahrbare Forstweg ist teilweise bis zu ca. 10% steil. Alternativ wäre jedoch auch der Zugang vom westlich gelegenen Zahnsgrund aus über den Wenzelweg möglich. Und wer mit dem Handbike unterwegs ist, der könnte ab Bad Schandau dorthin sogar zu einer knapp 14 km langen Rundtour starten, sofern sich damit die oben genannten Steigungen (auf Asphalt) bewältigen lassen.

Die Wildwiese ist wirklich einer der schönsten Plätze in der Elbsandstein-Felsenwelt!

Track der Rolliwanderung vom 17.04.2025

6. März 2025

Die Festung Königstein mal ganz anders erleben!

Wie schon beim Bild des Monats Februar 2025 angekündigt, wird es zum Anfang August stattfindenden Festungslauf erstmals inklusive Wettbewerbe geben. Neben einem klassischen Lauf für Sportler mit (z.B. kognitiven) Einschränkungen, ist diesmal außerdem eine Sportart vertreten, die nicht ausschließlich, aber doch gleichfalls auf Teilnehmer mit Mobilitätseinschränkungen (z.B. Rollstuhlfahrer) ausgerichtet ist: das Präzisionsorientieren.

Bei dieser Spielart des Orientierungslaufs steht weniger das Tempo, mit dem der Sportler die Strecke absolviert, im Vordergrund - als vielmehr das Kartenlesen und das exakte Zuordnen von Postenstandorten im Gelände anhand einer bereitgestellten Karte. An den vorgegebenen Entscheidungspunkten, von denen aus der richtige Postenstandort bestimmt werden muß, kann es dabei dann zwar auch um die Schnelligkeit bei der Ermittlung des korrekten Punktes gehen - hier bewegt man sich aber normalerweise nicht mehr. - Ausführliche Informationen zum Präzisionsorientieren - auch Trail-O bzw. PreO genannt - inkl. Verweisen zu Erklärvideos sowie Wettkampfregeln hat der Deutsche Orientierungssport-Verband e.V. (DOSV) allen Interessierten auf seiner Internetpräsenz bereitgestellt.

Vom Veranstalter des Festungslaufs und seinen Organisationspartnern wurde inzwischen die Ankündigung der inklusiven Wettkämpfe veröffentlicht. Im Text wird zudem auf die Ausschreibung verwiesen, welche weitere Informationen zu den Teilnahmebedingungen, dem Ablauf sowie dem organisatorischen Rahmen enthält. Hier trotzdem schon einmal ein paar Eckdaten für den schnellen Überblick:
  • Wann: 8. August 2025
  • Zeitraum des Wettkampfes: ca. 16.00 - 18.15 Uhr
  • Länge der Wettkampfstrecke: ca. 900 m
  • Vier Startkategorien - davon eine für absolute Neulinge mit Handicap (wie z.B. mich) geeignet: Anfänger PARA
  • Anmerkung: Teilnehmer mit Mobilitätseinschränkung können (müssen aber nicht!) den Kurs mit einer Begleitperson (als Schiebeunterstützung) absolvieren - diese zahlt kein Startgeld, darf sich jedoch nicht von den Entscheidungspunkten aus an der Ermittlung der (richtigen) Postenstandorte beteiligen, also ins eigentliche Wettkampfgeschehen eingreifen
Ich werde auf jeden Fall mit dabei sein, wahrscheinlich sogar als Starter beim PreO in der Kategorie "Anfänger PARA". Deshalb kenne ich auch nicht die Details der Strecke bzw. die Standorte der Posten. Und natürlich habe ich auch noch nie an solch einem Wettkampf teilgenommen, weiß also bisher nur theoretisch über die dazu bereitgestellten Informationen (s.o.), was mich erwartet.

Also laßt euch ebenfalls nicht von einer Teilnahme abhalten - einmal ist immer das erste Mal! Blamieren wird sich dabei bestimmt keiner, und es ist doch eigentlich eine prima Gelegenheit, im Rahmen einer Veranstaltung für Sportler mit und ohne Handicap gemeinsam die tolle Atmosphäre zu erleben - an einem Ort, der für sich selbst schon so unvergleichlich und darüber hinaus einer der bekanntesten touristischen Sehenswürdigkeiten in Sachsen ist! Für nur 10,- EUR Startgeld bieten die Veranstalter ein Gesamtpaket von Leistungen an (s. a. Ausschreibung), welches zu diesem Preis weit und breit auf anderen Sportveranstaltungen seinesgleichen sucht! Die Registration als Teilnehmer erfolgt übrigens direkt über die Online-Anmeldung (unten auf der Seite, ggf. runterscrollen).

Zum Schluß noch ein kleiner Tip: An diesem Tag ist die Festung Königstein (nur!) für die Teilnehmer des Festungslaufs bis spätestens 21.30 Uhr zugänglich (sonst zu dieser Zeit bis 17.00 Uhr). - Es spricht also nichts dagegen, das gesamte Festungsgelände nach dem Lauf auch auf eigene Faust touristisch zu erkunden.

Ich stelle es mir jedenfalls sehr romantisch vor, am Sommerabend im Schein der untergehenden Sonne noch ein bißchen auf dem Mauerkronenrundweg zu flanieren!

PS: Wer Rückfragen zur Veranstaltung hat, kann sich außer bei den Organisatoren auch bei mir per e-Mail (s. Profilinfo) melden.

31. Dezember 2024

Beständigkeit

Kurz vor Silvester ist es mal wieder Zeit, auf die vergangene Saison zurückzublicken. Mein Sportjahr 2024 wird nicht mit großen Projekten oder spektakulären Aktionen in Erinnerung bleiben, aber doch mit einer Menge Touren. Das ist in diesem Fall ganz sprichwörtlich, denn mit insgesamt 133 Handbiketouren war ich so oft wie noch nie auf drei Rädern unterwegs. Dagegen nehmen sich die 4 Ausfahrten im (Tandem-)Langlaufschlitten sowie 6 Rolliwanderungen insgesamt recht bescheiden aus.

Daß es so wenige Wintersportaktivitäten gab, lag zuallererst jedoch am fehlenden Schnee. Gerade mal an zwei Wochenenden im Januar gab es ausreichend Schnee, und auch im Dezember reichte das Weiß nur für zwei weitere Skitouren. Dafür waren Christiane, Carsten und ich sogar einmal wieder an der Elbe skifahren. Das hat man auch nicht alle Tage, bleibt aber nur ein schwacher Trost für den Winter-(fast)-Komplettausfall.

Mit dem Club-2k-Trikot vor dem Lilienstein
im Elbsandsteingebirge (Aufnahmeort)
Wesentlich mehr ist dafür in diesem Jahr in den Alpen geworden, und auch mein langjähriges Pässejagd-Projekt konnte ich nun endlich mit einer denkwürdigen Trophäe krönen. Nachdem ich im April mit meinem Kameraden Lád'a in Südtirol von Meran und Bozen aus u.a. bis in knapp über 2000 m Seehöhe (im Schnalstal) vorgestoßen war, fuhr ich zwei Monate später gemeinsam mit Christiane nach Österreich. Von Stams aus bezwangen wir gemeinsam erst den Kühtai-Sattel und anschließend gleich noch die Auffahrt zum Finstertaler Stausee. Während es für meine Sportfreundin die erste Pässefahrt auf zwei Rädern war, sammelte ich hier meinen letzten Paß für die illustre Mitgliedschaft im Club 2k des Radsport-Pässejagd-Portals Quaeldich.de im Internet. Die Dammkrone des Finstertaler Stausees sollte übrigens mit 2335 m ü.d.M. mein höchster in diesem Jahr mit dem Handbike erreichte Punkt bleiben. Für meine Aktivitäten in den Alpen spielte die Komplettierung der Quaeldich-Pässeliste aber eine eher untergeordnete Rolle. Erstens gab/gibt es in diesem Gebiet noch weitere Straßenübergänge bzw. Hochpunkte, die minimal 2000 m über dem Meeresspiegel aufragen, und zweitens wartete mit dem Passo del Mortirolo noch mindestens eine legendäre Radsport-Herausforderung auf mich. Ihn bezwang ich folgerichtig während meines Sommerurlaubs, welcher mich diesmal in fünf Stationen von Südtirol westwärts bis an den Comer See führte. Als anspruchsvollster Anstieg erwies sich dabei jedoch meine Tour zum "nur" 1985 m hohen Passo di San Marco.

Was meine Bilanz der absolvierten Langstrecken betrifft, so habe ich mich in dieser Saison im guten Mittelfeld gehalten. Insgesamt verbuche ich nämlich sechs Lange Kanten (Streckenlänge 200+km), vier 100-Meilen-Fahrten (Streckenlänge 161+km) sowie weitere drei über 150 km lange Ausfahrten im Haben. Die längste Strecke ging dabei über rund 232 km und führte mich in das Gebiet der Lausitzer Seen bis nach Brandenburg. Die Tour mit den meisten Höhenmetern des Jahres war mein Langer Kanten ins Erzgebirge. Dabei kamen immerhin 2410 Hm zusammen, mehr noch als bei meiner anspruchsvollsten Alpentour im Handbike, der Rundfahrt über Passo del Vivione und Passo Croce di Sálven mit 2350 Hm.

Außerdem ergab sich über Pfingsten wieder einmal die Gelegenheit für eine Handbike-Etappentour, weil meine Freunde über das verlängerte Wochenende zum Klettern ins Böhmische Paradies (Český ráj) fuhren. Sie boten mir an, meinen Rollstuhl und Schlafsack mitzunehmen, und so konnte ich jeweils einen Tag für Hin- und Rückfahrt einplanen. Auch diese Unternehmung war ziemlich anspruchsvoll, obwohl die Streckenlängen nur 142 bzw. 145 km betrugen. 

Natürlich war ich auch wieder mit dem Rollstuhl auf Achse, wenngleich sich diese Touren nur auf fünf Tage verteilten. Hauptsächlich dienten diese Wanderungen - wie z.B. von Gohrisch aus - der Erschließung und Dokumentation als Tourenvorschläge auf dem Internetportal für barrierefreie Touren des Tourismusverbands Sächsische Schweiz. Hierbei begleitete mich bis auf den letzten Spaziergang vor wenigen Tagen meine (nunmehr) ehemalige Physiotherapeutin Ute, die mir mit ihrer ansteckenden Fröhlichkeit über all die Jahre zu einer guten Freundin geworden ist, sowie regelmäßig auch Peggy vom Tourismusverband. Ausflüge mit diesen beiden werden immer zu einem wahren Happening, auf das ich mich besonders freue. Ich denke, die Sympathie beruht auf Gegenseitigkeit.

Im Herbst dieses Jahres verbrachte ich schließlich erneut einige Urlaubstage "im Norden". Diese Zeit nutze ich schon seit etlichen Jahren, um mir noch unbekannte Gegenden zu erkunden, die zwar nicht ganz oben auf meiner Wunschliste stehen, aber dennoch eine Reise wert sind. Wegen der absolut unangemessenen Preise für ein Quartier an der Ostseeküste (einschließlich der Jugendherbergen!!!) habe ich mich aber nun eher auf das nördliche Binnenland verlegt. Mit dem Haus Ecktannen in Waren an der Müritz fand ich diesmal ein wirklich empfehlenswertes Basislager für vier ausgedehnte Handbiketouren, die mich von dort in alle Himmelsrichtungen führten. Ich war von der Gastfreundschaft und der Unterkunft so angetan, daß ich mir - ganz gegen meine Gewohnheit - durchaus vorstellen kann, hier wieder einmal Urlaub zu machen. Das meist flache Land, unterbrochen von viel Wasser, lädt geradezu ein, relativ entspannt am Ende der Hauptsaison noch viel Strecke zu machen.

Apropos Wasser. In diesem Blog habe ich darüber nie berichtet, und auch auf meinem Instagram-Account gibt es nur ein kurzes Video davon: etwas häufiger als im vergangenen Jahr bin ich 2024 im Hallenbad schwimmen gewesen. An einem Abend in der Woche treffe ich mich nämlich mit meiner "Trainerin" Christiane (meine Sportfreundin ist tatsächlich ausgebildete und auch aktive Übungsleiterin) sowie inzwischen einer weiteren Bekannten, um im Kombibad Prohlis meine Bahnen zu ziehen. Allmählich werde ich (konditionell) etwas besser, an der Technik des Rückenschwimmens werden bei mir allerdings wohl immer Defizite bleiben. Ich schieb's vor allem auf die Höhe meiner Querschnittlähmung ... Trotzdem habe ich den Eindruck, daß mir diese Schwimmstunden konditionell selbst für meinen anderen Sport viel bringen.

In dieser Zusammenschau sind schließlich noch zwei weitere Dinge erwähnenswert. Zum einen betrifft das mein derzeitiges Handbike. Seit dem 01.11.2006 ist dieses Gefährt mein sportliches Hauptfortbewegungsmittel. In mittlerweile reichlich 18 Jahren habe ich damit mehr als 215 Tkm zurückgelegt und 2,19 Mio. Hm bewältigt. Viele Komponenten sind seitdem verschlissen und mußten ersetzt werden. Das passierte meist im Rahmen der regulären Wartung oder einfach so mal zwischendurch (z.B. Reifen- oder Bremsbelagwechsel), doch manchmal kommen einige Arbeiten unerwartet dazu. So steht derzeit die Überholung meiner zweiten Rohloff-Getriebenabe an, nachdem die Dichtungen durchlässig geworden sind. Immerhin kann ich das Vorderrad mit der Nabe durch mein altes (mit meiner überholten und als Ersatzteil vorgehaltenen ersten Rohloff-Nabe) relativ unproblematisch ersetzen, und bin daher nicht auf eine schnelle Reparatur angewiesen. So hoffe ich wenigstens. Weiterhin war auch die Halterung meines Fahrradnavis inzwischen total hinüber und damit unbrauchbar geworden. Hier hat mein Freund Lád'a mir schnell geholfen, indem er eine nahezu geniale Lösung für eine Ersatzhalterung konstruierte. Denn das, was mir an technischem Sachverstand und Werkzeug-Ausstattung fehlt, steuert mein tschechischer Kamerad bei. Beileibe nicht zum ersten Mal hat er mir damit schnell und zuverlässig aus der Klemme geholfen. Ich erinnere nur an die Erfindung des Tandem-Skilanglaufs  oder auch die mehrmalige Reparatur meiner Kurbelgriffe am Handbike. - Zu neuen Handbike-Hinterrädern bin ich ebenfalls in diesem Jahr gekommen, weil mir ein unachtsamer Autofahrer während meines verkehrsbedingten Halts an einer Kreuzung gegen das Rad fuhr. Der Unfall ging jedoch glimpflich aus und warf mich hinsichtlich meiner sportlichen Aktivitäten nicht zurück. Ich konnte nämlich übergangsweise mit den Rädern meines alten Rollstuhls weiterfahren, ohne erst auf den Ersatz warten zu müssen. Außerdem verlief die Klärung mit der Versicherung des Unfallbeteiligten erfreulich unkompliziert.

Zuletzt bleibt noch der Hinweis, daß ich mich 2024 erneut in einer Veröffentlichung verewigt habe. Meinen Text für Uwe Daniels Buch "Mythos Meisterwege" halte ich im Nachhinein für sehr gelungen. Er handelt von meinem letzten Klettertag, der mit dem Absturz endete, welcher mich in den Rollstuhl brachte. Darüber hinaus wird es im nächsten Jahr einen weiteren Beitrag für ein Kalenderblatt (analog diesem) geben, den ich zwar schon vor längerer Zeit abgeliefert hatte, der nun jedoch erst Verwendung findet. All diese Berichte sind für mich immer ein Blick zurück auf mein erstes Leben - verbunden mit der Möglichkeit, einige prägende Episoden und Sichtweisen dieser Jahre vor dem Dunkel des Vergessens zu bewahren.

So, wie das auch für diesen Jahresabschlußbericht gilt.

PS: Die reine Handbike-Statistik ist den Abbildungen dieses Beitrags zu entnehmen. Zur Einordnung möchte ich lediglich anmerken, daß ich erst zum dritten Mal in meiner sportlichen Laufbahn als Handbiker mehr als 14 Tkm pro Jahr gefahren bin und dabei sogar den zweiten Platz der Saison-Bestwerte erreicht habe. Noch weiter hebt sich mit knapp über 151 THm mein zweiter Platz bzgl. der Höhenmeter-Bilanz von der Durchschnittsleistung ab, was sicher auch auf meine drei diesjährigen Alpenfahrten zurückzuführen ist.

30. Dezember 2024

Täglich etwas anderes

In den vergangenen drei Tagen war ich noch einmal mit Freunden unterwegs. Dabei boten die letzten Touren im Jahr 2024 noch einmal das volle Spektrum meiner wichtigsten sportlichen Aktivitäten: Rolliwandern, (Tandem-)Skifahren sowie Handbiken.

Mit Šárka auf der Brandaussicht,
im Hintergrund der Lilienstein
(Aufnahmeort)
Für den Sonnabend hatte mir mein Kamerad Lád'a einen gemeinsamen Nachmittagsausflug vorgeschlagen, und ich suchte dafür die Tour zur Brandaussicht heraus. Das ist eine meiner Standard-Spaziergänge im Elbsandsteingebirge - bei gelegentlicher Schiebeunterstützung konditionell nicht besonders anspruchsvoll, am Zielpunkt jedoch mit schöner Aussicht und sogar einer Einkehr. Auch die rund sechs bis sieben Kilometer Strecke insgesamt für Hin- und Rückweg sollten für viele Rollifahrer und ihre Begleiter gut zu bewältigen sein, und zwar bei (fast) jedem Wetter.

Zurück haben wir diesmal anstelle der gesamten Brandstraße nach einem Kilometer den parallel führenden, schönen und auch weniger begangenen Wanderweg gewählt, welcher sich auch gut im Rolli befahren läßt (s. Track vom 28.12., km 5,1 - 6,6). Dabei passierten wir einen kleinen, romantisch gelegenen Teich. Mit viel Sonne, die es durch das lichte Geäst schaffte, ein sehr romantischer Ort mitten in der Natur. Ohne Wind und im wärmenden Licht fühlte es sich auf der Tour trotz der Temperatur um den Gefrierpunkt auch gar nicht kalt an.

Nach der Rückkehr lud ich dann meine tschechischen Freunde in Pirna zum Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt ein, bevor wir unser Treffen mit einer Spielerunde bei mir zuhause ausklingen ließen. Ich habe mich über den Besuch von Šárka und Lád'a sehr gefreut.

Gestern hingegen freute ich mich darüber, daß sich Christiane Zeit für eine zweite gemeinsame Runde auf Brettern nahm. Allerdings war ich mir überhaupt nicht sicher, ob der Schnee im Osterzgebirge noch für Wintersport ausreichte. Bei unserer frühen Ankunft in Altenberg sah es jedenfalls ziemlich mau mit dem Schnee aus. Die teilweise leichten Plusgrade in den Hochlagen aufgrund der stabilen Inversionswetterlage sowie die permanente Sonneneinstrahlung hatten der Schneedecke auf den offenen Flächen ziemlich zugesetzt, und weißer Nachschub von oben war bisher ausgeblieben.

Da jedoch ein großer Teil der Trassen durch Wald führt, dessen Bäume die Wege auch wegen des niedrigen Sonnenstands fast ganztägig beschatteten, fanden wir schließlich doch leidlich gute Schneebedingungen vor. Zumindest mit unseren "alten" Skiern brauchten wir uns nicht ganz so sehr Gedanken machen, wenn hin und wieder der Untergrund durchkam oder Steine aus dem Weiß herausragten. 

Blick ins Böhmische Becken - der markante
Kegelberg über der Wolkendecke ist der
Milleschauer (Milešovka, Aufnahmeort)
Dafür konnten wir bei dieser niedrigen Schneedecke vor allem auf der böhmischen Seite Strecken erkunden, die sonst (für mich) unmöglich zu fahren sind, weil sie nicht mit Pistenfahrzeugen präpariert werden. Der unbestrittene Höhepunkt waren dabei die Felsklippen am Südhang des Bornhaubergs (Pramenáč), die ich überhaupt noch nicht kannte. Von dort eröffnete sich auch der Ausblick in Richtung Böhmisches Becken, wo aus einer kompakten Wolkendecke die höchsten Berggipfel des Böhmischen Mittelgebirges herausragten. Das war ein wirklich eindrucksvolles Bild, obwohl ich vom Weg aus nicht zum eigentlichen Aussichtspunkt gelangte und somit nur ein eingeschränkteres Blickfeld hatte.

Zum Schluß, schon kurz vor dem Sonnenuntergang, fuhren wir am Ende ein paar Umwege sowie erneut auf den Kahleberg, um noch ein paar Kilometer zu schinden. Diesmal wollten wir nämlich auf jeden Fall die 30km-Marke knacken. Fast genau mit dem Sonnenuntergang waren wir dann zurück am Auto - nach einer herrlichen Runde, die ich an diesem Tag aufgrund des Schneemangels gar nicht für möglich gehalten hätte.

Mental war für mich damit mein Sportjahr beendet. Als ich heute jedoch den Tag ganz gemütlich begann und mich mit meiner Sportfreundin Christiane über Silvester austauschte, wendete sich das Blatt noch einmal. Sie schickte mich doch glatt hinaus in die Kälte, denn ihre Aufmunterung zu einer letzten Tour konnte ich nicht einfach so ignorieren! Schließlich fehlten an der Streckenjahresbilanz keine 70 km bis zur 14.500! Das wußte sie natürlich, und tatsächlich war es dieser letzte Schubs, der mich kurz vor 11.00 Uhr aufbrechen ließ. Ich bin sicher, daß ich mich später sonst schwarz geärgert hätte.

Zwar war es ziemlich kalt, doch bei Sonnenschein und mit teils leichtem Rückenwind beinahe optimal für diese Jahreszeit. Um mich aufzuwärmen - vor allem in die Finger zwickte zu Beginn die Kälte trotz Handschuhe - drückte ich auf dem Elberadweg nach Dresden gleich richtig in die Kurbel, und auch im weiteren Verlauf kam ich überdurchschnittlich schnell voran.

Weil es so gut rollte, fiel es mir auch überhaupt nicht schwer, noch ein wenig mehr Strecke über Soll zu machen. Das war mein "Glück": statt der im Kopf abgespeicherten 63 km fehlten mir nämlich noch insgesamt 67 km bis zum letzten Wunschziel! Ich beendete jedoch zuhause die Aufzeichnung auf meinem Fahrradcomputer um 15.20 Uhr nach fast 71 km. Das bedeutet einen Jahresendstand von 15.504 km im Handbike.

Jetzt ist aber wirklich Schluß!