19. Oktober 2026

Immer schlechter

Drei Tourentage liegen wieder hinter mir, und trotz meiner Kilometerjagd werde ich wohl mein Saison-Streckenziel in diesem Jahr nicht erreichen. Aber letztlich sind das ja auch nur Zahlen, das Entscheidende sind Landschaft und Erlebnisse auf meinen Touren. Auch wenn in diesem Jahr die ganz großen Projekte fehlen, ist diesbezüglich doch einiges zusammengekommen ...

Freitags fiel es mir nun wirklich nicht schwer, mich zu einer frühen Feierabendrunde zu motivieren. Bei strahlendem Sonnenschein und deshalb nur im Kurzarmtrikot mit Ärmlingen startete ich bereits kurz nach Elf. Diese Runde war auch meine bergigste Tour des Dreierpacks. Wenn man zu Beginn des Wochenendes frisch bei Kräften ist, fährt es sich eben viel lockerer. Nach dem Auf und Ab der südlichen Elbseite und dem erneuten Anstieg aus dem Elbtal im Norden folgte schließlich weitgehend flaches Gelände, sodaß ich mir zum Schluß sogar wieder mal den Anstieg durch Dobra gönnte, ohne auf dem letzten Loch zu pfeifen. Vor dem Sonnenuntergang kam ich zuhause an.

Am nächsten Tag hatte es sich schon merklich eingetrübt, auch wenn morgens tatsächlich einige Male die Sonne hinter den Wolken hervorlugte. Weil ich abends zu einem Klassentreffen eingeladen war, fuhr ich bereits gegen 8.00 Uhr los. Damit wollte ich außerdem dem für Nachmittag angekündigten Regen zuvorkommen.

Blick zu den Kletterfelsen im Oberen Bielatal
(Aufnahmeort)
Diesmal legte ich meinen Strecke für einen Abstecher in unser Nachbarland über das südliche Elbsandsteingebirge. Die Forststraße durch das Bielatal ist zwar ab den letzten Häusern des Rosenthaler Ortsteils Ottomühle bis zu den ersten Häusern von Eiland (Ostrov) nicht mehr asphaltiert, doch lassen sich diese rund 3 km selbst mit dünnen Reifen gut befahren (s. Track vom 17.10., km 20,1 - 23,2). Leider ragen mittlerweile die Bäume im Tal schon wieder sehr hoch auf, weshalb der Blick auf die vielen bizarren Felsgestalten des größten Klettergebiets der Sächsischen Schweiz sehr eingeschränkt ist. Nur im oberen Teil des Bielatals bekommt man eine Ahnung von der sonst eigentlich eindrucksvollen Landschaftskulisse.

Als ich dann von Tyssa (Tisá) hinab ins Tal des Eulaubachs hinabrollte, tauchte ich dabei so richtig in eine herbsttrübe Nebelsuppe ein. Dieses Grau in Grau war der Vorgeschmack dessen, was mich am Sonntag erwartete. So, wie ich mich im Elbtal auf dem Elbradweg der tscheschich-deutschen Grenze näherte, umso mehr klarte es auf. Daher baute ich spontan den zusätzlichen Anstieg ab Porschdorf hinauf nach Waltersdorf in meine Tour ein, mußte jedoch anschließend kurz vor dem Ziel für den gewünschten Hunderter eine Ehrenrunde drehen. Hier erreichten mich endlich auch die ersten schwachen Ausläufer der sich nun nähernden Niederschlagsgebiete, doch war dieser Niesel bei weitem nicht vergleichbar mit der Regenfahrt eine Woche zuvor. Zum abendlichen Treffen blieb mir immer noch ausreichend Zeit.

Am Sonntag wollte es gar nicht richtig hell werden. Wie sich bald erwies, lag das nicht nur an einer geschlossenen Wolkendecke, sondern auch am kompakten Nochnebel, welcher sich darunter ausbreitete. Während das im Elbtal noch leidlich gut auszuhalten war, stieß ich bald an die Untergrenze dieser feucht-kalten Schicht, sobald ich die höheren Regionen meiner Anfahrt nach Grillenburg erreichte. Nach dem ersten Scheitelpunkt bei Possendorf begleitete mich diese nasse Kälte dann ausdauernd von Freital aus in den Tharandter Wald, wo sich dieser Nebel festgesetzt hatte.

Eigentlich wollte ich mich ja in Grillenburg mit den Leuten der Dresdner Selbsthilfegruppe integrativ-aktiv treffen, welche sich dort zu einer geführten Tour durch die Geopark-Rangerin Dagmar verabredet hatten. Sie waren natürlich schon unterwegs, als ich dort kurz nach dem Mittag eintraf. Leider befanden sie sich inzwischen offenbar in einem ausgedehnten Funkloch, sodaß mein Versuch zur Kontaktaufnahme scheiterte. Länger als eine Viertelstunde konnte ich jedoch nicht warten, denn gut durchfeuchtet vom leichten Niesel des Nebels und außerdem vom eigenen Schweiß kühlte ich ohne Bewegung sehr schnell aus. Letztlich fuhr ich weiter, ohne den Freunden begegnet zu sein.

Glücklicherweise halfen mir einige nachfolgende leichte Anstiege, mich wieder einigermaßen aufzuwärmen. Als ich bald darauf den Nebelwald verließ, trocknete sogar meine Kleidung. Während der letzten Kilometer entlang der Elbe freute ich mich trotzdem schon auf mein Zuhause. Pünktlich mit meiner Ankunft in Pirna meldete sich auch Klärchen zurück.

Da hatte ich aber keine Lust mehr auf einen Extrazacken. 

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