Bild des Monats: Oktober 2026

03.10.2011: Der kleine Teich - damals noch mitten im Wald - an der Böhmerstraße (Aufnahmeort)
Im Oktober sind die Tage schon spürbar kürzer, die Sonne schafft es nicht mehr so hoch am Himmel, und bald fallen die Blätter. Nicht zuletzt wegen der zwei Feiertage bin ich in diesem Monat trotzdem überdurchschnittlich häufig in der Natur unterwegs. Plane ich mittlerweile regelmäßig für diese Zeit eine Urlaubsfahrt in mir oftmals noch unbekannte Gebiete im Flachland, waren es früher eher Ausflüge in die nähere Umgebung.
 
Eines meiner Lieblingsziele war dabei lange Zeit im Elbsandsteingebirge die großen zusammenhängenden Waldgebiete der Hinteren Sächsisch-Böhmischen Schweiz. Hier gibt es oft nur Forst- und Wirtschaftswege ohne Asphaltbelag, dafür jedoch auch unmittelbares Naturerleben weitab von jeder Siedlung. Allerdings ist das Gelände, sobald der Herbstregen und der Novembernebel kommt, eigentlich nicht mehr gut zuänglich, weil dann eine Schlammschlacht droht.
 
Die Böhmerstraße (Česká silnice) bildet im genannten Gebiet gemeinsam mit dem sich am Touristengrenzübergang Hinterdittersbach (Zadní Jetřichovice) anschließenden Forstweg durch das obere Kirnitzschtal die vielleicht wichtigste Querverbindung, ist diese doch für mittellange Fahrrad-Rundtouren geradezu essentiell. Während der Abschnitt von Hohenleipa (Vysoká Lípa) bis zum Abzweig des Lagergrunds (Táborový důl) über insgesamt 3,5 km (und dann weiter zu den Balzhütten - Na Tokáni) vor wenigen Jahren durchgängig asphaltiert wurde, verlaufen die nächsten reichlich 3 km bis zur tschechisch-deutschen Grenze leider nur noch auf einer zwar gewalzten, ansonsten aber teils groben Schotterdecke. Die sich nach einem kurzen Stück Wanderweg anschließende Forststraße auf deutscher Seite über 6,5 km entlang des Flüßchens Kirnitzsch läßt sich dann ebenfalls nicht viel besser befahren, weshalb die gesamte 13 km lange Strecke nur mit einem geländetauglichen Fahrrad sowie robuster Bereifung geeignet ist.
 
Bevor der Borkenkäfer auch in diesem Teil des Gebirges den allgegenwärtigen Fichten in großem Maßstab den Garaus machte, säumten dichte Wälder den Weg. Es war eine heile Welt abseits der Verwüstungen durch die Zivilisation. Dieses Bild vom einzigen Teich unmittelbar neben der Böhmerstraße erinnert daran. Inzwischen hat sich der Charakter dieser Landschaft grundlegend verändert, und das wird wohl mindestens noch ein paar Jahr so bleiben. Statt im schattigen Tal, führt der Weg derzeit über kahle Flächen, die eher an einen Kriegsschauplatz des ersten Weltkriegs erinnern. Auch wenn das durchaus interessant aussieht, wird sich das nun trocken-heiße Mikroklima gewiß nicht förderlich auf die ursprünglich vorhandene Flora und Fauna bzw. deren Wiederherstellung auswirken.
 
Mir jedenfalls hat es vorher dort besser gefallen.

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