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22. Februar 2026

Zehn der vierzehn Berge

Am Freitag, dem schönsten Tag der vergangenen Woche mit darüberhinaus perfekten Wintersportbedingungen war ich leider verhindert, doch vor dem großen Wärme- und Schlechtwettereinbruch konnte ich dafür sonnabends noch einmal mit Christiane auf Skitour gehen.

Exponiert ganz oben auf dem Kleinen Lugstein,
an der oberen Kante der Schneefläche nahe der
Sichtgrenze verläuft die KLM (Aufnahmeort)
Ursprünglich wollten wir von Altenberg aus westwärts. Auf dem Weg zur KLM (Krušnohorská lyžařská magistrála) kam mir allerdings schon bald in den Sinn, daß man ja die Gelegenheit für einen Abstecher zum Kleinen Lugstein nutzen könnte, einem der 14 Achttausender des Osterzgebirges. Knapp sechs Wochen zuvor hatte ich mich bereits mit meinen Freunden mit erheblichen Aufwand zum Großen Lugstein gekämpft, oder vielmehr: sie sich mit mir. Der Zugang zum knapp drei Meter niedrigeren kleinen Bruder verlief nun jedoch wesentlich entspannter, denn der Schnee war inzwischen von etlichen Besuchern festgetreten worden. Christiane bugsierte mich im Schlitten sogar noch ganz auf den Gipfel hinauf, sodaß ich von oben über die Bäume hinweg in der Ferne die Skimagistrale erkennen konnte.

Beim Rückweg zur gespurten Loipe schlug meine Sportfreundin dann vor, doch ebenfalls an diesem Tag mit der Traugotthöhe bei Fürstenau einen weiteren Achttausender zu erklimmen. Diese Bergkuppe ist für mich tatsächlich noch schlechter erreichbar - ganz allein ohne Hilfe vermutlich gar nicht, weil selbst in der schneefreien Zeit nur ein steiler Pfad auf den Gipfel führt. Aufgrund der aktuellen Schneebedingungen sahen unsere Chancen aber gar nicht so schlecht aus. Bei der relativ geringen Untergrundauflage von dichtem Pappschnee konnte ich mich nämlich auch im weglosen Gelände abseits der Pisten einigermaßen stabil im Schlitten senkrecht halten.

Auf der Traugotthöhe (Aufnahmeort)
Freilich blieb der Anmarsch zum und Rückweg vom höchsten Punkt trotzdem eine kraftraubende und zeitaufwendige Aktion mit Expeditionscharakter, doch konnte ich damit nun nach dem neunten auch gleich den zehnten Achttausender in meine Gipfelsammlung aufnehmen.

Sobald wir wieder die gespurte Loipe erreicht und bei dieser Gelegenheit auch die Quelle der Müglitz (die tschechisch Mohelnice heißt) passiert hatten, fuhren wir anschließend bis kurz vor den Mückenberg (Komáří hůrka) mit dem Mückentürmchen (Komáří vížka). Der Blick von dort nach Süden hinüber zum Böhmischen Mittelgebirge war mindestens genauso eindrucksvoll wie die Aussicht vom Kreuz unterhalb des Wolfsbergs (Vlčí hora) bei Langewiese (Dlouhá Louka).

Den Abstecher auf einen dritten Achttausender, nämlich den Fuchshübel nahe Zinnwald, mußten wir am Sonnabend schließlich vertagen. Zwar wagten wir zunächst den Versuch, stellten aber nach der schwierigen Fahrt über die ungespurten Schneeflächen oberhalb der Kirche von Böhmisch Zinnwald (Cínovec) fest, daß wir den verbleibenden Hin-, Rück- sowie Heimweg zum Parkplatz vor dem Sonnenuntergang wohl nicht mehr schaffen würden. Für mich war das jedoch überhaupt kein Drama, hatte ich doch schon mit den beiden vorher bewältigten Gipfeln tolle Tourenziele abgehakt. Dafür bat ich mir lieber noch einen Kurzbesuch auf dem Kahleberg aus.

Vielleicht war es das letzte Mal in dieser Wintersportsaison, daß wir dort oben auf Brettern standen.

16. Februar 2026

Schlecht fahren, gut gleiten

Das war wieder ein kombiniertes Sportwochenende! Daß ich am Sonnabend mit dem Handbike auf Tour gehen würde, stand dabei schon fest, weil das starke Tauwetter der vergangenen Tage Aktivitäten im Schnee als wenig sinnvoll erscheinen ließen.

Leider gestaltete sich die Ausfahrt dann nicht unbedingt so angenehm wie gewünscht. Zum einen war es inzwischen wieder spürbar kälter, zum anderen verhinderte der viele Regen am Freitag sowie die hohe Luftfeuchtigkeit ein durchgängiges Abtrocknen der Straßen. Während der Cottaer Spitzberg in der tiefliegenden Wolkenschicht lag, mußte ich am rund 100 Hm darüber gelegenem Scheitelpunkt der Tour nach rund 22 km dann ebenfalls durch die Wolken fahren.

Zwischendurch nieselte es gelegentlich, und das sorgte immer wieder für klitschnasse Straßen. Warum ich unter solchen Bedingungen bergab nicht noch besonders schnell gefahren bin, hatte ich ja schon mehrfach begründet. - Jedenfalls schlugen die langsameren Abfahrten stark auf die Statistik durch, denn dort, wo ich sonst den an den Anstiegen verlorenen Boden wieder gutmache, mußte ich "bummeln". Komplett von Spritzwasser durchgespült zu werden, war jedenfalls die schlechtere Option. Wenigstens blieb aber der heftige Schneegraupelschauer zwischen Schlottwitz und Reinhardtsgrimma ein einmaliges Ereignis.

Nach knapp zwei Dritteln lagen zwar endlich alle nennenswerten Anstiege hinter mir, doch auf dem Rest der Strecke schaffte ich es nicht einmal ansatzweise mehr, meine Zielvorgaben zu erreichen. Trotzdem ordne ich diese Tour eher als mentale, denn physische Herausforderung ein.

Bei meiner Heimkehr am Nachmittag kam dann bald die erste Anfrage bzgl. Skifahren am Sonntag. Ich war zwar nach wie vor pessimistisch, was die Sinnhaftigkeit betraf - aber wenigstens einen Versuch zu wagen, konnte eigentlich nicht schaden. Für das Handbiken sahen die Aussichten nämlich noch schlechter aus. Im gegenseitigen Austausch kam schließlich eine vierköpfige Truppe zusammen, die sich sonntags motorisiert auf den Weg ins "Lieblingsskigebiet der Wintersportsaison 25/26" begaben.

Mit ca. -7°C war es am Ausgangspunkt unserer Tour schon mal recht kalt, auch wenn es selbst in den Höhenlagen mit Schnee nicht besonders üppig aussah. Insofern erwies sich mein Vorschlag, doch gleich bis zum Abzweig der im Winter gesperrten Straße nach Fleyh (Fláje) von der Hauptstraße nach Neustadt im Erzgebirge (Nové Město) zu fahren und dort zu parken, als die beste Lösung. Dort herrschte zwar inzwischen ein großer Andrang, weil die Kinder von Skiklub Teplice gerade ebenfalls ihr Training begannen und von ihren Eltern in den Autos gebracht wurden. Wir fanden jedoch rechtzeitig eine der geeignetsten Abstellflächen, bevor die Parkplatzsuche zum Problem wurde.

Von der Kreuzung aus führte uns die nicht schnee-/eisfrei geräumte Straße nach 900 m zu unserer beliebten "Waldrandloipe", welche sich einmal mehr als sichere Bank in schneearmer Zeit erwies. Kerstin kannte die Strecke noch nicht, war von der perfekt präparierten Loipe aber ebenfalls recht angetan.  Noch am Morgen hatte sich ihr Mann sehr skeptisch geäußert, daß wir überhaupt etwas mit Skiern anstellen können und stand mit dieser Meinung überhaupt nicht alleine.

Bis zum Touristengrenzübergang Battleck (Žebrácký roh) kamen wir dann aufgrund Schneemangels jedoch nicht, aber wir wollten ja sowieso in die andere Richtung. Kerstin begleitete uns noch ein ganzes Stück in Richtung Langewiese (Dlouhá Louka), bevor sie sich von uns trennte, um sich ihrem Mann und Freunden zu treffen. Norbert, Christiane und ich machten danach zunächst die Umgebung von Langewiese unsicher. Auch dort gab es einige schöne Abschnitte im Wald und natürlich die herrliche Aussicht vom Kreuz unterhalb des Wolfsbergs (Vlčí hora) nach Süden ins Böhmische.

Später bogen wir auf dem Rückweg für einen Extra-Abstecher von der eigentlichen Haupttrasse zum Dreiherrenstein (Vrch tří pánů) ab. Eigentlich wollten wir nur erkunden, ob vom Gipfel auch der Verbindungsweg zur Waldrandloipe befahrbar ist. Das mußten wir zwar verneinen, weil sehr viele durch Schnee-/Eisbruch umgestürzte Bäume bzw. Äste die Strecke unpassierbar machten. Dennoch bot die Strecke durch wunderschönen Winterwald teilweise perfekte Skilanglauf-Bedingungen, sodaß wir sehr flott vorankamen.

Abend auf der Waldrandloipe (Aufnahmeort)
Nicht zuletzt deshalb hatte Norbert die Idee, vor der Umkehr auch eine uns bisher unbekannte Loipe rund um die Windräder westlich von Neustadt zu erkunden (s. Track vom 15.02., km 27,9 - 29,2). So "entdeckten" wir eine lohnenswerte Alternative zur bisher genutzten windanfälligen Originalstrecke der KLM (Krušnohorská lyžařská magistrála), die für mich aber wegen einiger steiler Abfahrten sowie teils seitlich abschüssiger Piste durchaus eine Herausforderung darstellte.

Fast 10 km betrug letztlich die Streckenlänge des Abstechers bis kurz vor Neustadt, doch inzwischen wurde das Wetter immer schöner und die Sonne ließ sich nun immer häufiger blicken. Am Ende erlebten wir auf dem Rückweg über die Waldrandloipe einige traumhafte Momente, die unseren Skiausflug bekrönten. Der Sonnenuntergang kurz vor dem Ziel war das i-Tüpfelchen einer rundum gelungenen Tour mit meinen Freunden!

Das Licht strahlte bis ins Herz hinein.

1. Februar 2026

Nichts zu sehen!

Gestern war ich in anderer Besetzung als sonst im Ski-Tandem unterwegs. Mit meinem Gespannführer Norbert sowie Pia, Ruben und Ines ging es dabei erneut ab Holzhau bis nach Langewiese (Dlouhá Louka).

Die reichlichen Schneefälle der vergangenen Woche sorgten für perfekte Wintersportbedingungen in diesem weitläufigen, heutzutage unbesiedelten Gebiet, wobei vor allem die Waldrandloipe durch die tschechischen Pistenraupen offensichtlich erst am Morgen ganz frisch aufgefahren wurde - nahezu Weltklasseniveau! Bei Temperaturen um die 0°C bremste der Schnee zwar etwas, machte dafür aber die Abfahrten wesentlich entspannter. In der festgepreßten Loipenspur konnte ich nicht nur hier teilweise wie auf Schienen fahren.

Auf dem Rundkurs zum Stausee der Talsperre Fleyh (Fláje) verschlechterten sich zwischendurch mal die Untergrundbedingungen. Am tiefsten Punkt wurde nicht nur die Schneeauflage merklich dünner, auch befand sich die präparierte Spur teilweise so weit am Rand des breiten Weges, daß sie deswegen seitlich abschüssig bzw. holperig verlief. Und das nur, um in der Mitte mehr Platz für die Skater zu schaffen. Natürlich war das für mich nicht sehr angenehm, weswegen wir im Tandem teilweise auf die Mitte ausweichen mußten und damit erst recht die schnellen Skifahrer ausbremsten. - Hier haben die Tschechen wirklich nicht mitgedacht!

Fahrt ins Nichts (Aufnahmeort)
Den Rückweg nach Holzhau absolvierten wir dann größtenteils auf der bereits zuvor genutzten Strecke, doch störte mich das diesmal nicht sonderlich. Die schon erwähnte Waldrandloipe (s. dazu auch den vorherigen Blogbeitrag) könnte ich zum Kilometerfressen wahrscheinlich auch mehrmals hin- und herfahren, ohne genervt zu sein. Zumal in diesem ausgezeichneten Zustand!

Schade, daß es diesmal noch nebeliger als am vergangenen Sonntag war und wir uns manchmal nahezu durch einen Whiteout bewegten. Aber so bekam unser Vorankommen gerade auf den menschenleeren Abschnitten durch das grenzenlose Weiß beinahe etwas Meditatives, wie Ines treffend feststellte.

Ich jedenfalls hätte noch stundenlang weiterfahren können.

26. Januar 2026

Sportmix

Manchmal ändert sich die Wochenendplanung ziemlich unvermittelt. Noch am Freitag war ich mir ganz sicher, daß ein weiteres wintersportfreies Wochenende vor mir lag. Daher freute ich mich, daß mein tschechischer Kamerad eine gemeinsame Radtour vorschlug. Wir waren nun auch schon eine Weile nicht mehr gemeinsam unterwegs, das miese Wetter und andere Verpflichtungen gaben es einfach nicht her.

Auf der ca. 300 m langen 12%-Rampe im
Tiefen Grund (Aufnahmeort)
Am Sonnabend trafen wir uns also gegen 10.30 Uhr in Bad Schandau. Weil wir nicht einfach nur im Elbtal fahren wollten, mußten wir nun erstmal klettern. Prinzipiell war das zwar kein Problem, doch bei diesem kalten Wetter wäre durchweg flacheres Gelände eigentlich besser gewesen, um Lád'a wegen meines wesentlich geringeren Tempos am Berg nicht allzu stark auszubremsen. Er sah das jedoch locker, und nach dem 230 Hm-Anstieg durch den Tiefen Grund in Richtung Hohnstein lag ja schließlich dann auch der größte Zeitfresser hinter uns.

Leider waren die schönen Radwege am Ende des großen Anstiegs alle vereist, sodaß wir schließlich den bergigeren Umweg über Lohsdof und Ehrenberg nehmen mußten, bevor wir an der Bockmühle das Polenztal durchquerten. Dann ging es aber meist nur noch bergab, obwohl ich in Pirna-Jessen bereits mein Höhenmetersoll fast erreicht hatte. Hier trennten wir uns. Während mein Begleiter nun ab Pirna über den Elberadweg zurück fuhr, hängte ich nach der Einfahrrunde zu Beginn der Tour schließlich noch für den nun möglichen Hunderter den Abstecher bis Niederpoyritz an.

Vermutlich dank Lád'a habe ich endlich auch wieder mal meine Wunschdurchschnittsgeschwindigkeit erreicht, trotz der Temperaturen nahe des Gefrierpunkts.

Als ich abends dann die Bilder meiner Sportfreunde vom Skifahren sah, fragte ich bei ihnen an, ob ich mich nicht am nächsten Tag kurzentschlossen am Ausflug nach Langewiese (Dlouhá Louka) beteiligen könnte. Denn im Osterzgebirge schien - zumindest regional - immer noch sehr viel Schnee zu liegen. Frostig war es dort bis auf ein kurzes Intermezzo sowieso geblieben.

Ich konnte, und als Christiane mir am Sonntagmorgen kurzfristig doch eine gemeinsame Ausfahrt auf Skiern anbot, zögerte ich nicht. Wir waren dann auch schon abfahrbereit, als die Sportfreunde in Holzhau eintrafen. Altschnee mit etlichen fast schneefreien Stellen zwangen zwar meine Sportfreundin anfangs zu einem kurzen Fußmarsch mit mir im Schlepp, doch zum Touristengrenzübergang Battleck hin wurde der Untergrund immer besser. Da gab es kein Halten mehr für meine Tandem-Erste!

Nach einigen kurzen Graspassagen wurde die sogenannte Waldrandloipe immer besser. Eine perfekt präparierte Piste, feste, jedoch nicht vereiste Spuren und das nur leicht wellige Profil begeisterten nicht nur mich auf Anhieb. Dieser knapp 8 km lange Abschnitt (s. Track vom 25.01., km 1,9 - 9,8) ist eine echte Empfehlung, und seitdem die Loipe wenigstens z.T. in der Winterkarte von Mapy.cz eingezeichnet wurde, herrscht hier wesentlich mehr Betrieb als noch im vergangenen Jahr.

Nahe des ehemaligen Ortes Willersdorf
(Vilejšov)
, von dem außer diesem Kreuz
und ein paar Grundmauern nichts mehr
mehr erhalten ist (Aufnahmeort)
Die im Winter als Loipe freigegebene Straße nach Langewiese war jedenfalls bei weitem nicht mehr so schön zu befahren, zumal Sonne und Wind mancherorts bereits die alte Asphaltdecke freigelegt hatten. Die richtige Schwerstarbeit für Christiane und mich kam jedoch erst noch. Als Alternative zum Rückweg auf der gleichen Strecke entschieden wir uns nämlich für einen Haken in Richtung Dreiherrenstein (Vrch tří pánů). Der Verbindungsweg zurück zur bereits befahrenen Straße (s. Track vom 25.01., km 23,4 - 25,3) entpuppte sich jedoch als inzwischen von Forstfahrzeugen schwer in Mitleidenschaft gezogene Strecke, auf welcher jeder Meter vorwärts ein Kampf mit dem umgeackerten Untergrund bedeutete. Nach einer knappen dreiviertel Stunde mit häufigem Schneekontakt hatten wir es endlich geschafft. Froh, wieder auf ebener Strecke zu fahren, ging es nun flott voran. Bald erreichten uns endlich auch die anderen Sportfreunde, mit denen wir danach in entspannter Runde zurück zum Auto fuhren.

Nach vier gemeinsamen Kilometern folgte dann der Schreckmoment: mein Rucksack war weg! Vermutlich hatte ich ihn genau auf der vorangegangenen Skisafari verloren, jedenfalls hoffte ich das. Christiane stürmte zur Suche sofort los, währenddessen Carsten auf den letzte Kilometern zum Ziel die Führung im Skitandem übernahm. Es waren bange Minuten auf dem Rückweg, vor allem wegen des Verlusts meiner Brieftasche mit wichtigen und aber auch weniger oft benötigten Dingen, die ich bisher immer komplett mit mir führe (Ausweise, Führerschein, Krankenkassenkarte, Girokarte .... ).

Als Christiane sich schließlich mit einem Bild des gefundenen Rucksacks meldete, hätte ich vor Freude darüber in die Luft hüpfen wollen. Der Tag war gerettet, und die Zeit, bis meine Sportfreundin wieder bei mir am Auto eintraf, verging beinahe wie im Fluge. Zukünftig werde ich trotz des glimpflichen Ausgangs einiges anders organisieren.

Das soll mir nicht noch einmal passieren!

12. Januar 2026

Zu zweit und zu dritt

Auch am zweiten Wochenende des Jahres war ich mit meinen Freunden ausschließlich auf Brettern unterwegs. Die heftigen Schneefälle gegen Ende der Arbeitswoche ermöglichten uns dabei sogar, in den tieferen Lagen auf Skitour zu gehen.

Weil Christiane kurzfristig sonnabends verfügbar war, fuhren wir am späten Vormittag schließlich ins südliche Elbsandsteingebirge. Mein Vorschlag, diesmal vom Parkplatz am Schwert-A-Weg oberhalb von Markersbach zu starten, hatte jedoch seine Tücken. Obwohl ich davon ausging, daß sich dort zu dieser Zeit bereits etliche Skifahrer auf der Piste befanden und es daher Spuren gab, mußten wir uns nämlich allein einen Weg bahnen.

Auf der Bohlenschneise ohne Spur durch noch
unberührten Schnee (Aufnahmeort)
Zu Beginn halfen uns zwar frische Reifenspuren, die fast in der richtigen Breite den Schnee festgewalzt hatten, doch später wurde es bis zur deutsch-tschechischen Grenze ein anstrengender Marsch durch tiefen, pulverigen Neuschnee. Hier kam man sich vor wie in den skandinavischen Weiten - so jedenfalls stellte es meine Tandem-Erste fest. Dazu fuhren wir kilometerweit mutterseelenallein durch den Wald, was diesen Eindruck noch verstärkte.

Auf tschechischer Seite sah es zum Glück endlich anders aus. Hier war die Piste mittels Schneemobil präpariert, wenn auch nicht so perfekt wie durch einen Pisten-Bully. Obwohl Christiane das Gebiet um Raitza (Rájec) erkunden wollte, schlug ich vor, zunächst in Richtung der Tyssaer Touristenbaude (Turistická Chata Tisá) zu fahren. Leider verpaßten wir damit die einzige für mich machbare Möglichkeit einer Tour nach Raitza, denn der nächste Abzweig führte zu einer extrem steilen Abfahrt, die wir - (nur) zu zweit - tunlichst vermeiden sollten.

Deshalb blieb es beim einfachen Hin- und Zurück mit einer angehängten 6-km-Extrarunde nach Schneeberg (Sněžník). Auf dem Rückweg mußten wir uns noch einmal durch tiefen Schnee mühen - besonders der ungespurte Anstieg auf dem Theilemann-Weg zur Bohlenschneise (s. Track vom 10.01., km 19,9 - 20,4) hielt uns dabei extrem auf - bevor wir kurz nach Sonnenuntergang wieder am Auto eintrafen. Vor allem wegen der Kälte von schließlich ca. -12 bis -14°C war diese Tour auch für meine Begleiterin echt grenzwertig.

Am Sonntag stand ein Termin mit einem Kamerateam vom MDR im Altenberg-Zinnwalder Wintersportareal an. Zusätzlich hatte ich dafür Carsten als Begleiter motivieren können, wollte ich bei dieser Gelegenheit doch auch unsere erfolgreiche Vasaloppet-Mannschaft vorstellen. Leider kam das im schließlich gezeigten Beitrag für das MDR-Regionalnachrichtenmagazin "Sachsenspiegel" am Abend nicht so richtig zur Geltung - eigentlich schade. Allerdings gibt es im Video ein paar nette Szenen, u.a. mit einer Drohne, und einige Informationen zu unserer Art, gemeinsam auf Ski-Tour zu gehen.

Nach dem Dreh wurde es dann aber einige Male richtig wild, und zwar beinahe wortwörtlich. Die erste Aktion war der Abstecher zum Gipfel, also der höchsten Stelle des Kahlebergs. Diesen Ort kann ich selbst in der schneefreien Zeit weder mit dem Rollstuhl noch im Handbike erreichen, weswegen das ein wirklicher Höhepunkt wurde. Jedenfalls gab es hier eine zwar buckelige und schmale, aber festgetretene Spur, welche sich zwar langsam, doch ansonsten gut für mich im Schlitten bewältigen ließ.

In weißer Wildnis vor dem Großen Lugstein
(Aufnahmeort)
Die zweite Idee von Christiane bezog sich auf die "Erstürmung" des Großen Lugsteins, einem weiteren Gipfel der 14 Achttausender im deutschen Osterzgebirge, der mir noch fehlte. Auf die Felsspitze darf / soll man zwar nicht klettern, doch bereits der Zugang durch wegloses, tief verschneites Gelände zur Scharte unterhalb artete bald in einen leidenschaftlichen Kampf mit den Elementen aus. Während Christiane sich beinahe ausschließlich um Vortrieb bemühte, mußte ich alle meine Kraftreserven aufbieten, um mich einigermaßen senkrecht zu halten, was mir trotz Carstens ausgiebiger und für ihn extrem anstrengender Unterstützung nicht immer gelang. Allein diese dreihundert Meter (s. Track vom 11.01., km 8,3 - 8,6) kosteten uns mehr als 20 Minuten. Immerhin kann ich nun auch an den Eintrag für diesen bisher als durch mich unerreichbar gehaltenen Achttausender einen Haken auf der Liste machen. Daß mich irgendwann mal jemand huckepack auf die letzte Spitze trägt, ist weder sinnvoll noch zu erwarten.

Zumindest ich war danach konditionell angeschlagen, doch wollten wir diesmal sowieso nicht bis zum Sonnenuntergang skifahren. Bei den nun folgenden, teilweise sehr steilen Anstiegen schob jetzt zusätzlich auch Carsten (von hinten) meinen Langlaufschlitten und nahm unserem Gespann damit einige Kilogramm ab. Den letzten Anstieg zum Parkplatz auf dem Rückweg über die Osterzgebirgsloipe habe ich mich im Tandem am Ende recht und schlecht hochgequält und jeden Meter bis zum Parkplatz, wo das Auto stand, gezählt.

Ich war lange nicht mehr so erledigt.

5. Januar 2026

Guter Rutsch

Das Jahr beginnt mit Wintersport. Nach einer ersten Nachmittagsrunde im Skitandem am 1. Januar, war ich mit Freunden auch an beiden Tagen des vergangenen Wochenendes auf Brettern unterwegs.

Sonnabends zunächst nur mit Christiane, weswegen wir auch hinsichtlich der Strecke spontan ein bißchen experimentieren konnten. Nachdem wir zu Neujahr beide noch nicht so richtig in Schwung waren - vielleicht lag das auch am "langsamen" Schnee - rutschte es diesmal von Beginn an viel besser.

Und weil der Schnee auf den  unpräparierten Pisten abseits der ziemlich überlaufenen KLM (Krušnohorská lyžařská magistrála - Erzgebirgsskimagistrale) noch nicht so hoch und damit für mich unbefahrbar war, zeigte mir Christiane dabei auch eine kurze Nebenstrecke nahe der Wittichbaude (Vitiška, s. Track vom 03.01., km 10,5 - 11,1), welche ich noch nicht kannte. Wir vermuten, daß hier kurze steile Auffahrten trainiert werden (können).

Anschließend bogen wir sogar noch einmal von der KLM ab, um schließlich auf dem Bornhauberg (Pramenáč) den höchsten Punkt unserer Tour zu erreichen. Hier sah es gerade im oberen, offenen und damit windanfälligen Teil der Piste mit Schnee etwas mau aus, doch mit entsprechender Obacht konnte Christiane um die Steine herummanövrieren, während es bei mir mit den alten Skiern nicht ganz so darauf ankam. Die insgesamt gefahrene Strecke bei unserem Abstecher zum Bornhauberg (s. Track vom 03.01., km 12,4 - 18,9) wird übrigens nie bzw. nur manchmal auf kurzen Zwischenstücken maschinell präpariert, weshalb ich diese Trassen auch nicht sehr oft befahren kann.

Weil Christiane nachmittags nicht zu spät zurück sein wollte, gönnten wir uns zum Schluß nur den schnellen Abstecher auf dem Kahleberg, wo bei diesem Wetter Hochbetrieb herrschte. Da stand bereits fest, daß wir anderntags nochmal zum Skifahren hierher kommen würden.

Am Sonntag fanden wir uns zu einer größeren Truppe zusammen. Leistungsmäßig und vor allem hinsichtlich der wintersportlichen Ambitionen sehr heterogen, bildeten sich über den Tag immer mal wieder kleinere Grüppchen. Die schnellen Fahrer hängten zwischendurch weitere Extrazacken an die Runde, Christianes Tochter und ihr Freund nutzten die Gelegenheit zum Techniktraining, und Christiane bewegte sich mit mir zwischen diesen Welten.

Am Bahnhof Moldau (Moldava, Aufnahmeort)
Nachdem es anfangs noch kräftig geschneit hatte - seit dem Nachmittag des Vortags kamen dabei immerhin 5 - 10 cm Neuschnee hinzu - wurde es später immer schöner. Diese Bedingungen animierten geradezu, die erste "richtige" Rundstrecke der noch jungen Wintersportsaison zu fahren, denn nun gab es auch in den tieferen Lagen um Rehefeld-Zaunhaus ausreichend Schnee. Als wir das am Bahnhof Moldau von einem einheimischen Bergwachtkameraden Christianes erfuhren, entschieden wir uns jedenfalls, den Versuch zu wagen. Auch hier wurde der Abschnitt zwischen dem Bahnhof Moldau (Moldava) und Zaunhaus (s. Track vom 04.01., km 13,8 - 17,0) für mich eine Skisafari auf unpräparierten Pisten, doch hielt ich mich wacker, wenn auch manchmal etwas wackelig, in der Senkrechten. Der lange und teils steile Anstieg danach zurück zun Hauptloipennetz wurde unser ideales Krafttraining.

Abgesehen von den zeitintensiveren Streckenabschnitten jenseits gespurter Loipen kamen wir an beiden Tagen immer zügiger voran, sodaß - entsprechend gute Wintersportbedingungen vorausgesetzt - sicher bald längere Ausflüge folgen werden. Gestern statteten Christiane und ich zum Schluß aber noch dem "Achttausender" Wüste Höhe einen Kurzbesuch ab, während die Tochter mit ihrem Freund eine zusätzliche Trainingseinheit im Skating absolvierte.

Ich denke, an diesem Tag ist jeder auf seine Kosten gekommen!

Übrigens: Gerade am Sonntag haben wir jede Menge Bekannte und Freunde auf der Piste getroffen und dabei so manches Mal miteinander geschwatzt. Wenn die Gebiete, in denen der Wintersport möglich ist, zu Beginn der Saison noch überschaubar und begrenzt sind, passiert das beinahe zwangsläufig viel öfter. Ich freue mich über jede dieser Begegnungen - auch das ist Heimat für mich!

2. Januar 2026

Über den Jahreswechsel

Sportlich aktiv, wie das alte Jahr endete, begann das neue.

In der Nacht vor Silvester und auch noch am Tage hatte es nämlich bis ins Elbtal hinab kräftig geschneit und selbst Pirna mit einer weißen Decke zugedeckt. Und obwohl wir vor dem gemeinsamen Silvesterabend noch eine kleine Wanderung unternehmen wollten, war ich daher skeptisch, ob das mit meinen Einschränkungen bei diesem Schnee im Rollstuhl überhaupt möglich sei. Immerhin befand sich schon mein Geländerollstuhl im Auto, den mir Christiane am Vorabend dort verstaut hatte.

Und so wanderten wir nachmittags dann tatsächlich von Lungkwitz aus in Richtung Wilisch: Christiane mit Mann und Tochter, unsere Freunde Pia und Norbert sowie ich. Allerdings war der breite Forstweg nicht nur ziemlich verschneit, sondern auch bei weitem nicht so komfortabel zu befahren, wie erhofft. Zudem ging es ziemlich steil und ausdauernd bergauf, sodaß sich meine Begleiter schiebenderweise mit mir bzw. an meinem Gefährt ganz schön quälen mußten. Denn weil die Greifreifen des Rollis sehr schnell vom Schnee und der Nässe glitschig wurden, konnte ich meinen Freunden dabei leider nur mit verminderter Wirkung etwas von dieser Schwerstarbeit abnehmen.

Nahe der Wilischbaude mit Blick in Richtung
Westen über Hermsdorf (Aufnahmeort)
Mit vereinten Kräften haben wir es schließlich bis zur ehemaligen Wilischbaude geschafft. Dort traf uns zwar der Sturm mit voller Stärke, aber das Wetter war sowieso nicht gerade einladend für eine lange Rast. Während Pia und Norbert noch den kurzen Abstecher zum Gipfel unternahmen (der im Rolli selbst bei optimalen Bedingungen für mich nicht zu erreichen ist), kehrte ich mit dem Rest der Truppe schon wieder auf dem Anmarschweg zurück. Bergab ging es nun wesentlich entspannter. Zurück an den Autos, war die Dunkelheit bereits über uns gekommen.

Das extrem leckere und üppige Silvestermahl - von Pia, Christiane, Andreas sowie Kathi zusammengestellt und zubereitet - wurde der letzte (kulinarische) Höhepunkt des zu Ende gehenden Jahres. Es war wieder ein sehr schöner Abend mit meinen Freunden!

Noch zu Silvester hatte Christiane eine erste Skitour für den Neujahrstag vorgeschlagen. Während Pia und Norbert zur Feier bereits ihre Wintersportausrüstung im Auto mitbrachten, mußte ich am Neujahrstag zunächst von zuhause mit all meinem Krempel abgeholt werden. Bis alle Beteiligten bereit waren, dauerte es also. Erst nachmittags kurz vor halb Vier starteten Pia, Norbert, Christiane und ich von unserem "Standard"-Ausgangspunkt unterhalb des Kahlebergs im Osterzgebirge.

Der Abstecher zu Beginn auf den höchsten Berg des deutschen Osterzgebirges mußte natürlich sein! Bei dichter Bewölkung erreichten wir den Gipfel zwar erst zum Sonnenuntergang, aber natürlich hatten wir Stirnlampen dabei! Wenn die (Wintersport-)Verrückten unterwegs sind, kann es spät werden ...

Zum Schluß wurde es im Schein der Stirnlampen eine romantische Nachttour, denn die perfekten Untergrundbedingungen luden geradezu ein, sich ordentlich im Winterwald auszutoben. Der Schnee war griffig, doch nicht zu schnell, die Auflage dabei ausreichend. Mit anfangs Christiane, nach dem ersten langen Anstieg dann Norbert als Skitandempartner, machte es einfach nur Laune, auf Brettern durch's Weiß zu pflügen. Nicht ein einziges Mal mußte ich an diesem Nachmittag in den Schnee, trotz neunmonatiger Abstinenz!

Danach folgte ein weiterer gemeinsamer Abend zuhause bei Christiane und Andreas mit Schwatzen, Restevertilgen und Planungen für die nächste Tourensaison.

Ich kann mir keinen schöneren Start ins Neue Jahr vorstellen!

31. Dezember 2025

Masse statt Klasse

Mein Sportjahr 2025 wartet diesmal nicht mit spektakulären Aktionen, neuen Rekorden oder besonderen Erlebnissen auf. Daß ich trotzdem durchaus zufrieden sein kann, liegt diesmal eher an der Quantität. Denn sieht man mal von der bzgl. des Handbikesports alles überragenden Saison 2020 ab, ist es mir nach 2022 und 2024 erst zum dritten Mal gelungen, mehr als 14.000 km  (und weniger als 15.000 km) in einem Jahr auf drei Rädern zurückzulegen. Dabei habe ich mich so oft wie bisher nie freitags nach Feierabend auf's Handbike gesetzt, um das Wochenende mit einer ersten Tour einzuläuten. Insgesamt waren das immerhin 26 Touren mit 2.381 km und 23.753 Hm.

Unterwegs in der Felsenheimat (Aufnahmeort)
Im nun zu Ende gehenden Jahr reichte der Schnee zwischen Januar und März für acht gemeinsame Unternehmungen mit meinen Sportfreunden. Meine Ausfahrten im Skitandem sind inzwischen zu immer wieder langersehnten Aktivitäten geworden, auf denen ich Orte erreichen kann, welche sich für mich selbst in der schneefreien Zeit weder mit dem Handbike noch im Rollstuhl ansteuern lassen, da sie abseits von Wegen im Gelände liegen. Zu nennen ist hier beispielsweise die Tour zum Dreiherrenstein unweit des Keilbergs (Klínovec) und der Wüstung am Gottesgaber Spitzberg (Božídarský Špičák) mit den letzten Überbleibseln des bekannten Gasthauses "Wunderblume" am 25.01.2025.

Am häufigsten fuhr ich dabei mit Christiane im Skitandem, doch inzwischen hat sich auch Carsten als Gespannführer eingefuchst. Auf der Skitour im Mittleren Erzgebirge probierte sich sogar mal Stefan, ein Kletterfeund von Christiane, für viele Kilometer als Tandemerster aus, und machte seine Sache ebenfalls sehr gut. Nach wie vor unentbehrlich im Schnee ist für mich jedoch vor allem meine allerbeste Sportfreundin - nicht nur, weil wir uns relativ unkompliziert spontan für ein paar Kilometer im Osterzgebirge verabreden können. Wenn ich ein Vorbild bräuchte, genau sie wäre es!

Meine Urlaubswoche im April verbrachte ich zuhause. Nach mehreren Touren im Handbike, aber auch einer Wanderung mit Ute und Peggy zur Wildwiese im Schrammsteingebiet konnte ich zwar etliche Kilometer "abrechnen", doch der große Motivationsschub, den mir zu dieser Jahreszeit in den vergangenen Jahren Urlaubsfahrten mit Lád'a und seinen tschechischen Sportkameraden in die Toskana oder auch u.a. mit bayerischen Sportfreunden nach Südtirol gaben, blieb dabei aus.

So verwundert es nicht, daß ich 2025 nur drei Lange Kanten (Streckenlänge >= 200km) sowie zwei weitere 100-Meilen-Touren und 4 Langstrecken (Streckenlänge >= 150km) absolviert habe. Verglichen mit den Vorjahren ist das unterdurchschnittlich. Die 200er führten mich dabei bis nach Finsterwalde, Zittau und schließlich noch ins nordböhmische Reichstadt (Zákupy) östlich von Böhmisch Leipa (Česká Lípa). Meine letzte Langstrecke des Jahres fuhr ich schließlich relativ spät innerhalb meines Herbsturlaubs, für den ich diesmal Quartier im ZERUM Ueckermünde genommen hatte. Die Tour nach Stettin (Szczecin) war aber landschaftlich nicht unbedingt ein Höhepunkt und daher eigentlich nur Fleißarbeit.

Eine unbedingt erwähnenswerte Aktion wurde der gemeinsame Ausflug mit meinen Freunden in den Spreewald. Dem unmittelbar vorausgegangen war mein erfolgreicher Paddel-Test mit Christianes Segment-Kajak auf dem Kiessee Birkwitz-Pratzschwitz. Auf der Spree paddelte ich nun eine ganze Strecke im Einer-Kajak, bevor ich das Boot der Tochter meiner Sportfreundin überließ und mich zu Christiane in das Zweier-Faltboot setzte, was mich wesentlich weniger anstrengte.

Im Rollstuhl bin ich in diesem Jahr nur dreimal auf Achse gewesen, denn dafür gab es einfach zu wenig Gelegenheit. Neben der bereits oben erwähnten Rollitour steuerte ich mit meiner Wanderfreundin Ute jedoch gleich zweimal den Burchenbüchel nahe Reinhardtsdorf-Schöna an. Im Winter wollte ich die Gelegenheit nutzen, um Bilder für den entsprechenden Tourenvorschlag auf dem Portal des Tourismusverbandes zu schießen, und Anfang August war ich dort zusätzlich mit Peggy und einem Drehteam für Filmaufnahmen.

Die Autorin Steffi Springer wollte nämlich ein 15-minütiges Porträt von mir und meiner Heimat, die Sächsische Schweiz, für die Sendereihe "einfach Mensch" im ZDF drehen, wofür ich schlußendlich die ersten drei Tage meines Sommerurlaubs kurzfristig einplante. Mit meinem Kamerad Lád'a unternahm ich dabei zunächst eine Handbiketour von der Bastei nach Stadt Wehlen und entlang der Elbe weiter bis Rathen. Anderntags folgte die genannte Burchenbüchel-Aktion, und zum Schluß nahm ich mit meiner Helferin Christiane erstmalig an einem Wettbewerb im Präzisionsorientieren als Veranstaltung des 21. Königsteiner Festungsaufs teil. Herausgekommen ist dabei ein absolut authentischer Film mit teils spektakulären Landschaftsaufnahmen, der m. E. wirklich Lust darauf macht, mal ein paar Tage in der Sächsischen Schweiz zu verbringen. Das durchweg positive Echo, das ich von vielen Seiten inzwischen erhalten habe, bestätigt meine Meinung.

Zu den schönsten Aktionen gehört in diesem Jahr unbestritten die zweitägige Ausfahrt mit meinem Chemnitzer Sportfreund Jens ins heimatliche Elbsandsteingebirge, wobei wir in einer Schutzhütte nahe Lichtenhain freiübernachteten. Während meines ersten Lebens als Kletterer gehörte nämlich das Boofen ganz natürlich zu meinem Hobby, so wie dereinst häufig von den Altvorderen zwischen zwei Klettertagen praktiziert. Heutzutage ist es für mich die beliebteste Gelegenheit des unmittelbaren Naturerlebens, auch wenn die Mitnahme aller dafür benötigten Utensilien immer schwierig ist und ich mir das daher viel zu selten vornehme.

In einem Desaster endete hingegen vorzeitig mein Alpenurlaub des Jahres 2025. Diesmal lag der Fokus der Pässejagd auf den Ostalpen, doch bevor es so richtig losging, erwischte mich das erste Mal während meiner gesamten langjährigen Handbikerkarriere eine schwere und hartnäckige Infektion mit heftigem und langandauernden Durchfall, sodaß ich mich nach fünf Tagen und nur zwei Handbiketouren von meinem ersten Basislager in Amlach bei Lienz aus nachhause evakuieren mußte. Erst dort bekam ich schließlich mithilfe meiner Hausärztin, viel Ruhe und gründlicher medikamentöser Behandlung meinen Körper nach einer knappen Woche wieder in den Griff und konnte den Sommerurlaub - jetzt allerdings in der Heimat - fortsetzen.

Dadurch ergab sich aber plötzlich die Möglichkeit, doch noch wenigstens eines meiner Schubladen-Projekte anzugehen. Nach der furiosen Aufholjagd am Jahresende 2023, um noch die angepeilte Jahresleistung von 13 Tkm zu erreichen, wußte ich, daß eine Kilometerleistung von 700 km innerhalb von 7 Tagen mit dem Handbike zu schaffen war. 2023 hatte ich zwischen dem 24. und 30.12. an sechs aufeinanderfolgenden Tagen immerhin knapp 625 km absolviert. Bei meinem diesjährigen Vorhaben mit dem Titel "700 Kilometer in 7 Tagen" fuhr ich ab dem 23.08. schließlich insgesamt nicht nur 707 km, sondern benötigte dafür auch nur sechs Tage am Stück. In diesem Fall war das angekündigte Schlechtwetter der Grund, mich noch ein wenig mehr bei der Umsetzung zu sputen. Als besonderes Bonbon, das ich ursprünglich gar nicht auf dem Schirm hatte, konnte ich schließlich in Summe dieser sechs Ausfahrten außerdem die 7.000-Höhenmeter-Marke knacken, und das bei dieser Dauerbelastung!

Als letztes erwähnenswertes Ereignis meines Jahresrückblicks sei die Auszeichnungsveranstaltung für die "Tourismushelden Sachsen 2025" im Rahmen der  Messe "Touristik & Caravaning Leipzig" genannt. In diesem Jahr wurde ich dafür wegen meines bereits langjährigen ehrenamtlichen Engagements zum Ausbau der touristischen Angebote für Gäste mit Handicap in meiner Heimatregion vom Tourismusverband Sächsische Schweiz nominiert. Auch wenn mich die Preisverleihung dann nicht sonderlich beeindruckte, habe ich mich doch über diese Ehrung sehr gefreut. Peggy, die für das Thema Barrierefreiheit zuständige Mitarbeiterin des Tourismusverbandes, war daran nicht ganz unbeteiligt - erkunde ich doch immer wieder gern mit meiner Wanderfreundin Ute und ihr neue mögliche Ausflugsziele und Touren für mobilitätseingeschränkte Besucher. Wenn man etwas gern macht, ergibt sich das übrige quasi ganz von allein.

Nach diesem zusammenfassenden Überblick könnte ich nun die Zahlen meiner Radsportsaison folgen lassen, doch erspare ich mir das. Wen es interessiert, schaut sich die im Beitrag eingefügten Übersichten etwas genauer an, doch will ich nicht den Eindruck erwecken, mir aufgrund der durchaus eindrucksvollen Werte bloß mit den Fäusten auf die Brust zu trommeln. Fakt ist, daß es wohl nur sehr wenige Fahrer gibt, welche innerhalb eines Zeitraums von 21 Jahren (meiner mittlerweile 26jährigen Handbikerlaufbahn) mehr als 241 Tkm und 2,4 Mio. Hm im Handbike zurückgelegt haben. (Die ersten fünf Jahre lasse ich dabei unberücksichtigt, weil es davon keine elektronischen Aufzeichnungen gibt.)

Für viele Radsportler ist das bereits mehr, als sie im ganzen Leben fahren.

Nachtrag vom 30.01.2026: Auf meinen Facebook-Seiten habe ich nun noch einen kurzen Beitrag mit einer Bildergalerie von 44 ausgesuchten und kommentierten Fotos veröffentlicht, die bisher noch nicht zu sehen waren.

16. März 2025

Nochmal im Schnee

Nach den warmen Tagen der Vorwoche hatte ich schon mit dem Winter abgeschlossen, doch dann wurde es wieder kalt. Im Elbtal rund um meine Heimatstadt fühlte es sich bei diesem naßkalten Schmuddelwetter freilich wie November an, doch andernorts fiel tatsächlich noch einmal Schnee. Deshalb entstand in unserem bewährten Wintersporttrio (Christiane, Carsten und ich) kurzfristig die Idee für einen Tagesausflug ins tschechische Isergebirge (Jizerské hory) zum Skifahren, weil sich inzwischen auch bei meinen Freunden die Wochenendplanung ursachenbedingt geändert hatte.

Als Ausgangspunkt entschieden wir uns für das Wittighaus (Smědava) in Weißbach (Bilý Potok) - wie sich bald herausstellen sollte, war das die beste Wahl. Denn vom Startpunkt ab herrschten optimale Wintersportbedingungen. Über frisch aufgefahrenen Loipen mit reichlich Schnee von guter Beschaffenheit wölbte sich ein makellos blauer Himmel. All das lud geradezu ein, sich auf den Skilanglaufpisten ordentlich auszutoben!

Natürlich waren wir nicht die Einzigen, die sich hier bei diesem herrlichem Wochenendwetter in die Spur begaben. Doch abseits der Haupttrassen sowie am Nachmittag zu fortgeschrittener Stunde fuhren wir auch öfter mal allein durch die Wälder. Bemerkenswert dabei: selbst die abgelegeneren Teile des Loipennetzes befanden sich in einem nahezu makellos präparierten Zustand. Daß damit ein ganz anderes Tempo möglich wurde, als auf manchen unserer Skiwanderungen durch das (Ost-)Erzgebirge, versteht sich von selbst.

Treffen der Skigespanne vor Klein Iser: so wird
normalerweise das Gestänge meines Ski-Tandems
verwendet (Aufnahmeort)
Die einzige Stelle, wo es mal mit dem Schnee etwas dürftig aussah, war rund um den Ort Klein Iser (Jizerka). Das lag vor allen an der waldlosen, offenen Niederung, in welcher sich malerisch verstreut die Häuser verteilten. Bis wir wieder schneesicheres Gelände erreichten, mußten wir einige teils abenteuerliche Passagen überstehen - darunter die Überquerung einer versumpften Senke, die man nur mit Skiern unter den Füßen trocken bewältigen konnte. Mir war das dort nicht ganz egal, denn in diesem Sumpf umzukippen, wäre für mich vermutlich das Ende unseres Ausflugs gewesen.

Kurz vor unserem Ziel schlug diesmal ich meinen Freunden einen weiteren Umweg vor. Bis jetzt hatten wir nämlich "erst" knapp 43 km absolviert, dabei blieb nachmittags kurz vor vier noch genug Zeit im Tageslicht für weitere Eskapaden. Ein Fünfziger sollte also locker drin sein. Zwar bedeutete dies letztlich, daß wir ungefähr vier Kilometer der morgendlichen Auffahrt noch einmal wiederholen "mußten" und es die schwierige, weil sehr steile Abfahrt zum Parkplatz am Ende bis zum letzten Meter richtig spannend machte, doch haben wir unser gemeinsames Wunschziel erreicht.

Wahrscheinlich war das nun der Abschluß der aktuellen Wintersportsaison. Auf jeden Fall aber ein perfekter Ausklang!

17. Februar 2025

Zwei-Tages-Vasa

In einige Tagen ist es nun schon wieder fast zwei Jahre her, daß ich gemeinsam mit Christiane und Carsten in Schweden meinen größten Wintersport-Erfolg feiern konnte. An diesem Tag sind wir beim Wasalauf - Öppet Spår måndag 90 km von Sälen nach Mora gefahren. Diese Entfernung habe ich am vergangenen Wochenende auf zwei Skitouren verteilt zurückgelegt.

Am Sonnabend ging es erstmal zu siebent auf die Piste. Für Christane, die an diesem Tag verhindert war, sprangen im Skitandem Carsten (mein "Bremser" vom Wasalauf) sowie Norbert als Gespannführer ein. Wieder bogen wir kurz nach der Grenze auf die neu aufgefahrene und wunderschöne Skitrasse in Richtung der Wüstung Ullersdorf (Oldříš) ab. Als jedoch dort die präparierte Loipe am bisherigen Endpunkt weiter ostwärts führte, kam der Entdeckerdrang durch. Bei diesen fabelhaften Bedingungen mußten wir das unbedingt auskundschaften!

Wie sich bald herausstellte, führten uns die Spuren noch bis kurz vor die Straße zwischen Moldau (Moldava) und Neustadt im Erzgebirge (Nové Město) - immer am Waldrand entlang und daher gewunden. (s. Track vom 15.02., km 6,0 - 9,8) Dort endete zwar die präparierte Piste, doch gab es kurz vorher und (wie sich am Folgetag herausstellte) auch kurz nachher Wege mit für mich gut befahrbaren getretenen Skispuren. Weitere 3,5 km später erreichten wir schließlich die große Wiese mit den Windrädern nahe Neustadt und damit die KLM (Krušnohorská lyžařská magistrála) und uns bestens bekanntes Gelände.

Auf der folgenden Fahrt nach Langewiese (Dlouhá Louka) kamen wir gut voran. Nachdem Carsten am Dreiherrenberg (Vrch tří pánů) nach 15 km die Gespannführung an Norbert übergeben hatte, legte dieser bis zum Ort beinahe einen Sprint hin. Bei diesem Tempo war noch einiges möglich und mein Tagesziel, mit dem ich ein bißchen geliebäugelt hatte, schien erreichbar zu sein. Denn an der Sperrmauer der Talsperre Fley (Fláje) war ich bisher erst ein einziges Mal auf Skiern.

Auf der Staumauer der Talsperre Fleyh - hier
übernahm dann Carsten wieder für die letzten
8 km die Führung (Aufnahmeort)
Norbert, Carsten und ich trennte uns also von den anderen vier, welche auf der kürzeste Route nach Holzhau zurückkehrten, während wir mit einer halben Stunde Vorsprung den Abstecher auf der Straße zur Staumauer unternahmen. Hier gab es nun überhaupt keine präparierte Loipe mehr, sondern vielmehr auf den ersten zwei Kilometern eine ziemliche Buckelpiste auf Altschneeresten mit einer dürftigen getretenen Spur. Später war die Straße dann geräumt, doch das bald zu gründlich. Als wir gegen 16.15 Uhr den Umkehrpunkt an der Mauer erreichten, strahlte die Sonne bereits im goldenen Abendlicht. Eine wirklich schöne Winterstimmung!

Kurz nach Sonnenuntergang waren wir drei dann endlich wieder zurück am Parkplatz, wo wir schon ungeduldig erwartet wurden. Fast eine dreiviertel Stunde hatten die anderen letztlich auf uns warten müssen, bei anziehenden Temperaturen (zuletzt -8°C) für sie bestimmt nicht angenehm. Doch der Ärger hielt sich in Grenzen, denn alle waren bei dieser Tour auf ihre Kosten gekommen. Nach den bisher frühlingshaften Wochen im Februar ein perfekter Tag beim Wintersport!

Sonntags konnte sich dann auch Christine für einen Ausflug auf Brettern freimachen. Ihr Plan war es, bis nach Gören (Klíny) zu fahren. Bis dorthin hatten wir es ebenfalls erst einmal geschafft, bei allerdings sehr guten Untergrundbedingungen. Gestern streikte ich aber bald, nachdem mit Christianes ausgiebiger Hilfe die erste Steilrampe hinter uns lag. Die ab der Kurve dürftige, seitlich abschüssige Spur auf dem sonst völlig verschneiten Wanderweg gab es einfach nicht her, mit vertretbaren Aufwand einen Versuch in Richtung besseres Gelände zu wagen.

Dafür sträubte sich meine Gespannführerin etwas später gegen den langen, anstrengenden Anstieg nach Langewiese, doch konnte ich sie schließlich davon überzeugen. Es war einfach die logischste Strecke, auch wenn ich den Weg ebenso als Saftpresse fürchtete. Immerhin schlug dann am Scheitelpunkt meine Sportfreundin noch den kurzen Umweg über den Wolfsberg (Vlčí hora) und damit weitere Höhenmeter vor.

Am Horizont ein Regenbogen! (Aufnahmeort)
Kurz darauf bremste sich jedoch Christiane beim Überqueren einer Parkplatz-Zufahrt selbst aus. Weil sie ihre Skier dort nicht abgelegt und kurz getragen hatte, mußte sie sich nun für etliche Kilometer mit den abgestumpften Laufflächen ihrer Langläufer herumärgern, sodaß selbst ich die Auswirkungen spürte. Erst nachdem wir meine am Vortag "neu entdeckte" Lieblingspiste erreichten, war dieses Manko endlich überstanden - und zur Belohnung gab's sogar einen Regenbogen.

Kurz vor dem Grenzübergang Battleck (Žebrácký roh) ging die Sonne unter, doch kehrten wir immer noch nicht zum Auto zurück. Bis zum Knacken der 50km-Marke fehlte nämlich inzwischen lt. Computeraufzeichnung nur wenig Strecke, und die wollten wir unbedingt noch machen! Letzten Endes fuhren wir einen großen Teil der Piste neben der inzwischen beleuchteten Straße zum Torfhaus zweimal, damit auch ich dieses Ziel erreichte (Christiane hatte rund einen Kilometer zusätzlich bei der Erkundung des Weiterwegs nach Göhren absolviert). 18.50 Uhr ging ein langer Wintersporttag zu Ende.

40 km + 50 km = 90 km - Vasaloppet!
 

26. Januar 2025

Spuren der Geschichte

An diesem Wochenende sollte es werden! Vor reichlich einem Jahr hatte mich ein Buch über das Leben der Deutschböhmen rund um Gottesgab (Boží Dar) emotional so beschäftigt, daß ich unbedingt mal einige der genannten Orte aufsuchen wollte. Im Winter geht das wahrscheinlich am besten, doch Anfang 2024 klappte es damit nicht, weil der Schnee fehlte.

Am Dreiherenstein (Aufnahmeort)
Außerdem wurde vor ein paar Tagen die gerade erst im Auftrag meines Arbeitgebers (dem Landesamt für Geobasisinformation Sachsen), renovierte historische Grenzmarkierung Dreiherrenstein unterhalb des Keilbergs (Klínovec) der Öffentlichkeit präsentiert, welcher ich nun ebenfalls einen Besuch abstatten wollte.

Die Hauptziele standen also fest, doch Christiane organisierte darüberhinaus uns allen zur Belohnung Abendessen im Sportpark Rabenberg. Von dieser Einrichtung hatte ich schon einiges gehört, weil zwei der Mädels von Christiane und Andreas dort öfters mal zum Trainingslager sind. Begeistert schwärmte meine Sportfreundin auch aus eigenem Erleben von der exquisiten Verpflegung des Hauses. Unter Berücksichtigung einiger Vorgaben kann man hier nämlich auch als Besucher zu Abend essen.

Vor dem Vergnügen wartete jedoch viel "Arbeit" auf uns. Christianes Mann Andreas setzte uns fünf Skifahrer in Gottesgab ab, von wo aus er dann zu seiner eigenen Geocaching-Tour startete. Deshalb mußten wir diesmal auch keine Rundstrecke planen, weil er uns ja später ganz woanders abholen konnte. Als überaus günstig erwies sich zudem, daß ein Seilgefährte von Christiane und Andreas unser bewährtes Dreier-Team (Christiane, Carsten und mich) neben ihrer ältesten Tochter begleitete, denn im Laufe der Tour gab es mehrere Stellen, bei denen ich ausgiebige Unterstützung bzw. Hilfe benötigte.

Auf der Erzgebirgsmagistrale (KLM -
Krušnohorská lyžařská magistrála, Aufnahmeort)
Der Altschnee hatte durch Regen und Wärmeeinbruch inzwischen selbst auf über 1000 m NHN sehr gelitten. Vor allem bei unserem Abstecher zum Dreiherrenstein sowie später auf den ausgedehnten Wiesen bei unserem Weg zur Bergstadt Platten (Horní Blatná) hatte die Schneedecke schon große, braune Flecken. Aber auch im dichten Wald mußten wir einige Male mit Schneemangel und Tauwasser auf den Wegen klarkommen. Bloß gut, daß wir auf alten Skiern unterwegs waren!

Als nach dem Besuch der Überreste des Gasthauses "Wunderblume" unterhalb des Gottesgaber Spitzbergs (Božídarský Špičák) der ursprünglich geplante Weiterweg wegen des fehlenden Schnees unmöglich wurde, entschieden wir uns für eine Abkürzung über die Wiese zur präparierten Skitrasse. Dumm war nur, daß die oberflächlich verharschte Schneedecke nicht nur häufig unter meinen Skiern nachgab, sondern daß vor dem Weg noch ein tiefer, wasserführender Graben überquert werden mußte. Meine Freunde meisterten jedoch dieses Problem mit Bravour und hievten mich schließlich gemeinsam trockenen Fußes über das Hindernis auf die Skitrasse. Spannend war's aber allemal!

Die Kraftausdauer meiner Begleiter war an diesem Tag sowieso etliche Male zusätzlich gefordert. Ob es die ca. 200 m lange Tragepassage von mir im Schlitten durch Gottesgab war, drei Straßenüberquerungen auf die gleiche Art oder aber ganz zum Schluß nach dem Sonnenuntergang die Abfahrt auf einem unwegsamen Wiesenhang hinab zur Straße, wo uns Andreas dann aufsammelte - locker vom Hocker geht anders! Dabei hatte bereits Christiane ordentlich mit mir zu tun!

Trotzdem ließ es sich unser "Neuer", Stefan, nicht nehmen, sich ebenso als mein Gespannführer auszuprobieren. Und er machte seine Sache wirklich gut! Dafür, daß er zum ersten Mal in der aktuellen Wintersportsaison auf Skitour war, erwies er sich trotz der ungewohnten Bewegungsabläufe im Skitandem als sehr ausdauernd. Rund 15 km führte er mich über lange Abfahrten, aber auch steile Anstiege. Ganz sicher profitierte er dabei von seiner Kondition als guter Kletterer.

Auch für unser Mannschafts-Küken Ali war die Tour eine konditionelle Herausforderung. Überdies rieb sie sich in ihren Skischuhen Blasen, was ich mir durchaus schmerzhaft vorstelle. Aber sie ertrug alle Widrigkeiten klaglos und machte ihrer Familie alle Ehre. Als sie vor der Schlußabfahrt während unseres letzten Abstechers nur auf unsere Rückkehr hätte warten müssen (um sich dabei zu erholen bzw. schonen), fuhr sie mit Stefan dennoch bis zu unserem Umkehrpunkt. - Respekt!

Hunger hatten danach alle. Das "All-you-can-eat"-Abendbuffet auf dem Rabenberg war einfach sensationell. So gut und viel habe ich lange nicht mehr gegessen! Da gab es wirklich eine unglaubliche Auswahl an kalten und warmen Speisen zur Selbstbedienung, und zwar für bzgl. des Angebots absolut angemessene 17,-EUR pro Person: Fleisch (u.a. Gänsekeulen, Kaßler, Lamm), Fisch in allen Variationen, Gemüse (warm und kalt), Beilagen (Klöße, Nudeln, Kartoffelsalat), Salate (Obst, Wurst, Fisch), Desserts (Quark, Pudding, Quarkkeulchen mit Apfelmus), Brot, Aufschnitt (Käse, Wurst) usw. usf. - Ich will gar nicht so viel Werbung dafür machen, deshalb verrate ich auch nicht, wie wir zu diesem üppigen Mahl gekommen sind ... 😁

Wir haben's dort jedenfalls recht lange ausgehalten, bevor es wieder zurück in die Heimat ging.

20. Januar 2025

Weite Sicht

Dreimal war ich in den vergangenen Tagen auf Tour, zweimal mit Skiern und außerdem zur Saisoneröffnung im Handbike. Dabei hatte sich die Wintersport-Aktion im Osterzgebirge recht spontan ergeben, denn Christiane wollte an diesem Tag mit unserer Sportfreundin Pia auch eine kleinere Runde im Schnee drehen.

Ich konnte meinen Chef aber von einer "ausgedehnten Arbeitspause" aus dem Homeoffice überzeugen und mich deshalb ihnen anschließen. Für Pia war es das erste Mal seit längerer Zeit, daß sie wieder auf Brettern stand - also haben wir es gleich von Anfang an etwas ruhiger angehen lassen. Ein Abstecher auf dem Kamm in Richtung Mückenberg (Komáří hůrka) schien genau die richtige Strecke für etwas Sport zwischendurch zu sein. Doch nach einem sonnigen Start auf deutscher Seite schwappte in Böhmisch Zinnwald (Cínovec) bald die kompakte Wolkenschicht, welche aus Böhmen gegen die Berge anbrandete, über den Kamm.

Damit wurde es gleich erheblich ungemütlicher, zumal auch der verharschte Altschnee hier oft bretthart war. Bei der von mir immer gefürchteten Buckelpistenabfahrt auf halber Strecke zum Umkehrpunkt (s. Track vom 17.01., km 9,6 - 10,2) kam es dann auch so wie erwartet. Trotz aller Vorsicht (das kritischste Stück war Christiane diesmal von den Skiern gestiegen) kippte ich drei-, viermal in Folge um, da auch Christiane auf dem Eis zu tun hatte, senkrecht zu bleiben. Beim zweiten Sturz lädierte ich mir dabei die linke Schulter, als ich meinen Stock nicht schnell genug freibekam und mir so den Arm verdrehte. Glücklicherweise hatten wir inzwischen bereits das Schlimmste überstanden.

Die letzten 500 m zum Parkplatz unterhalb des Mückenbergs schenkten wir uns wegen der Schneebedingungen dann aber. Nun erwartete uns noch ein langer, steiler Anstieg, welcher auch unter guten Verhältnissen eine echte Herausforderung darstellt. Letztlich entschieden wir uns statt der Rückfahrt auf der bisherigen Strecke für diese Rampe, auch weil hier die Piste für mich besser befahrbar war. Obwohl ich meine angeschlagene Schulter deutlich spürte, kamen wir hier gut durch. Als wir dann am Scheitelpunkt die Wolken hinter uns gelassen hatte, wurde es noch einmal richtig schön. Deshalb schafften wir auch trotz meines zusätzlichen Handicaps unsere geplante Ankunftszeit am Auto. Am Ende dauerte meine Pause bis 16.25 Uhr (zuhause).

Den Sonnabend habe ich dann für meine erste Handbiketour des Jahres genutzt. Vor allem wollte ich auf dieser lockeren Ausfahrt ohne viel Auf und Ab herausfinden, ob und wie ich durch die wahrscheinliche Muskelzerrung im Oberarm bzw. in der Schulter (eine Verletzung von Bändern oder Knochen hielt ich inzwischen für sehr unwahrscheinlich) hinsichtlich der Belastung eingeschränkt bin. Sonntags stand nämlich noch einmal Wintersport auf dem Programm. Knapp über 50 km Strecke reichten mir völlig aus, um festzustellen, daß ich mir und meinen Begleitern tatsächlich den Sonntagsausflug zumuten konnte.

Das schönste Erlebnis hatte ich jedoch am Ortsausgang von Dorf Wehlen. Dort stand eine Gruppe von Wanderern, von denen zwei Leute plötzlich auf mich zukamen. Im Gegenlicht der schon tiefstehenden Sonne konnte ich die Gesichter der beiden nicht erkennen, aber dann sprach mich eine mir wohlbekannte Stimme mit Namen an. Sofort wurde mir klar, wer vor mir stand: Manfred Vogel alias Knox - eine der letzten noch lebenden großen Bergsteigerlegenden aus meiner Region! Es war ein freudiges Wiedersehen! Nach schwerer Krankheit sah es nun bei unserer Begegnung ganz danach aus, als ob er das Schlimmste überstanden hätte. Daß ein solch Großer des lokalen Klettersports sich mit mir auf Augenhöhe unterhielt, kam einer Auszeichnung gleich. Knox ist zwar immer ganz ohne Allüren bodenständig geblieben - auch kennen wir uns schon lange. Wie glücklich es mich aber gemacht hat, daß es ihm wieder besser geht, ist für Außenstehende wahrscheinlich gar nicht nachvollziehbar. Als ich etwas später noch um ein gemeinsames Erinnerungsfoto bitten wollte, war er mit seiner Truppe aber schon weitergewandert.

Sonntags fuhren wir dann mit Carstens Kleinbus zu sechst ins Osterzgebirge nach Holzhaus. Für mich bereits zum dritten Mal in der Wintersportsaison steuerten wir Langewiese (Dlouhá Louka) an, diesmal ab dem Touristengrenzübergang "Battlecke" jedoch auf bisher noch nie vorhandener Piste. Im Gegensatz zum vorangegangenen Sonntag hatte inzwischen ein Pistenbully nicht nur die ausgewiesene Skitrasse, sondern auch eine Loipe entlang des Waldrandes perfekt aufgefahren (s. Track vom 19.01., km 1,8 - 7,1). Nach der Erkundung durch Carsten und seine Familie am Vortag wollten Christiane und ich nun auch mal diese Streckenalternative befahren. Sie erwies sich dabei als eine echte Bereicherung, welche allerdings wohl nicht oft in dieser Qualität befahrbar sein dürfte. Schließlich hatten wir hier in all den Jahren bisher noch nie auch nur ansatzweise eine solche perfekt präparierte Piste vorgefunden.

Kurz vor Mittag wurde es dann richtig warm, und der Schnee damit naß und stumpf, sobald er direkt in der Sonne lag. Für solche Bedingungen hatte jedoch Christiane kein geeignetes Steigwachs parat, sodaß der lange Anstieg weg vom Stausee der Talsperre Fleyh (Flája) im Skitandem ein nicht enden wollender Kraftakt wurde. Christiane versuchte dabei, mit Doppelstocktechnik das Zurückrutschen abschnittsweise etwas auszugleichen. Das gelang, belastete aber umso mehr ihre Schultern und Oberarme.

Blick von Wiesenhang unterhalb des Wolfsbergs
nach Südosten, der "Wolkenturm" stammt vom
Kraftwerk Ladowitz - Ledvice nahe Bilin - Bílina
(Aufnahmeort)
Trotzdem fuhren wir anschließend noch hinauf zum Turm auf den Wolfsberg (Vlčí hora) oberhalb von Langewiese. Während alle meine Begleiter die Aussichtsplattform des Multifunktionsturms erklommen - was quasi ein Muß bei dieser aufgrund der Inversionswetterlage ausgezeichneten Fernsicht bis zum Keilberg (Klínovec) und ins Riesengebirge (Krkonoše) war - konnte ich dann etwas später vom Wiesenhang unterhalb des Bergs ebenfalls zumindest über das Wolkenmeer in Richtung Süden schauen. Mindestes dreimal herrschten übrigens in der aktuellen Saison auf meinen Skitouren bisher solche Bedingungen.

Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie sehr diese dichte Wolkendecke die Tschechen nervt, die in den tieferen Lagen bereits wochenlang ganz ohne Sonne darunter ausharren müssen.

13. Januar 2025

Haltlos

Der Winter ist bis ins Tiefland vorgedrungen. Nachdem es am Freitagabend ziemlich spät geworden war, hatte ich sonnabends bei diesem Wetter - Schnee, Minusgrade und starker Wind - überhaupt keine Ambitionen auf sportliche Aktivitäten im Freien. Immerhin rang ich mich nachmittags zu einem 1,5-stündigen Spaziergang im Stadtgebiet durch. Das war aber schon alles.

Christiane konnte erst am Sonntag mit mir zum Wintersport, doch dann wollten wir wieder richtig loslegen. Diesmal begleitete uns außerdem Norbert, der nach fast einjähriger Pause wieder mal auf Brettern stand. Fast jeder andere hätte wahrscheinlich bei der Strecke, die wir am Ende fuhren, nach so langer Abstinenz durchgehangen - doch unser Sportfreund ist ein ebensolches Konditionswunder wie Christiane. Wenn die beiden allein unterwegs wären, würde ich von ihnen nur eine Schneewolke beim Start sehen, und danach nichts mehr.

Im Laufe der Tour erwies es sich als glückliche Fügung, daß wir zu dritt fuhren. Der frische Schnee war nämlich sehr weich. Außerdem hatte der stürmische Wind (welcher auf dem Hinweg von hinten kam) auf den freien Flächen den lockeren Schnee zu Schneewehen aufgetürmt, die uns das Vorankommen zusätzlich erschwerten. Auf dem dadurch zum Teil noch mehr seitlich abschüssigen Untergrund mußte ich oft viel Kraft ins Balancieren investieren, was uns dann beim Vortrieb fehlte. Insofern war das für meine Gespannerste mindestens genauso anstrengend.

Zwar gab es auf deutscher Seite diesmal nahezu perfekt präparierte Loipen, doch ab der Grenze mühten wir uns viele Kilometer nur auf getretenen Skispuren ab, welche zu Beginn der Tages auch noch nicht ausreichend verdichtet waren. Vor allem auf diesem Streckenabschnitt mußte ich während des Hin- und auch Rückwegs wirklich sehr oft in den Schnee! Norbert übernahm es dann immer, mich von der Seite per Handreichung wieder in die Senkrechte hochzuziehen, was nicht nur für mich zusätzlichen Kraftaufwand bedeutete. Trotzdem blieben wir alle drei ziemlich locker, gleichwohl ich manchmal ein etwas schlechtes Gewissen hatte, meine Freunde solcherart auf Trab zu halten. Aber die Wetter- und Schneebedingungen waren eben tatsächlich ganz anders, als eine Woche zuvor.

Die spannendsten Momente unserer gestrigen Tour hielt die Abfahrt nach Langewiese (Dlouhá Louka, s. Track vom 12.01., km 19,0 - 19,3) bereit. Der Wiesenhang war großflächig vereist, sodaß Christianes Schneeflug nicht mehr wirkte und sie mit mir im Schlepp immer schneller wurde. Unsere gemeinsame spontane Idee bei sausender Fahrt bestand darin, mittels eines weiten Bogens zu versuchen, diese Wiese wieder leicht bergauf zu fahren, um zum Stillstand zu kommen. Kurzzeitig befand ich mich dabei im Schlitten fast neben meiner Sportfreundin, doch hielt zum Glück sowohl Deichsel als auch das Gestänge der Scherbelastung stand. Wir überstanden diese Aktion sogar ganz ohne (wahrscheinlich ziemlich schmerzhaften) Sturz. - Ich möchte lieber nicht wissen, wieviel Adrenalin mein Körper bei dieser Aktion ausgeschüttet hat ...

Auf der Rundloipe zum See der Talsperre Fleyh
(Aufnahmeort)
Die Rundloipe von Langewiese mit dem Abstecher zum See der Talsperre Fleyh (Fláje, s. Track vom 12.01., km 19,4 - 28,6) war dann maschinell gespurt und hatte nur anfangs im oberen Teil ein paar vereiste Passagen. Hier kamen wir dementsprechend auch gut voran, obwohl der folgende lange Anstieg zur Haupttrasse sich hinzog. Aber das wußten wir ja bereits vorher.

Auf dem Rückweg nutzten wir die aufgefahrenen Pisten zwischen Holzhau und Neurehefeld noch für zwei, drei kleinere Schlenker, bevor wir eine reichliche halbe Stunde nach Sonnenuntergang endlich zurück am Auto waren. Die Stirnlampe benötigten wir aber nur noch zum Packen.

Trotz eines kleinen Durchhängers ca. 4 km vor dem Ziel bin ich konditionell insgesamt mit diesen herausfordernden Bedingungen recht gut klargekommen, sodaß demnächst auch wieder mal ein 50er für mich vorstellbar ist. - Mal schauen, was das Wetter und meine Begleiter dazu meinen.

31. Dezember 2024

Beständigkeit

Kurz vor Silvester ist es mal wieder Zeit, auf die vergangene Saison zurückzublicken. Mein Sportjahr 2024 wird nicht mit großen Projekten oder spektakulären Aktionen in Erinnerung bleiben, aber doch mit einer Menge Touren. Das ist in diesem Fall ganz sprichwörtlich, denn mit insgesamt 133 Handbiketouren war ich so oft wie noch nie auf drei Rädern unterwegs. Dagegen nehmen sich die 4 Ausfahrten im (Tandem-)Langlaufschlitten sowie 6 Rolliwanderungen insgesamt recht bescheiden aus.

Daß es so wenige Wintersportaktivitäten gab, lag zuallererst jedoch am fehlenden Schnee. Gerade mal an zwei Wochenenden im Januar gab es ausreichend Schnee, und auch im Dezember reichte das Weiß nur für zwei weitere Skitouren. Dafür waren Christiane, Carsten und ich sogar einmal wieder an der Elbe skifahren. Das hat man auch nicht alle Tage, bleibt aber nur ein schwacher Trost für den Winter-(fast)-Komplettausfall.

Mit dem Club-2k-Trikot vor dem Lilienstein
im Elbsandsteingebirge (Aufnahmeort)
Wesentlich mehr ist dafür in diesem Jahr in den Alpen geworden, und auch mein langjähriges Pässejagd-Projekt konnte ich nun endlich mit einer denkwürdigen Trophäe krönen. Nachdem ich im April mit meinem Kameraden Lád'a in Südtirol von Meran und Bozen aus u.a. bis in knapp über 2000 m Seehöhe (im Schnalstal) vorgestoßen war, fuhr ich zwei Monate später gemeinsam mit Christiane nach Österreich. Von Stams aus bezwangen wir gemeinsam erst den Kühtai-Sattel und anschließend gleich noch die Auffahrt zum Finstertaler Stausee. Während es für meine Sportfreundin die erste Pässefahrt auf zwei Rädern war, sammelte ich hier meinen letzten Paß für die illustre Mitgliedschaft im Club 2k des Radsport-Pässejagd-Portals Quaeldich.de im Internet. Die Dammkrone des Finstertaler Stausees sollte übrigens mit 2335 m ü.d.M. mein höchster in diesem Jahr mit dem Handbike erreichte Punkt bleiben. Für meine Aktivitäten in den Alpen spielte die Komplettierung der Quaeldich-Pässeliste aber eine eher untergeordnete Rolle. Erstens gab/gibt es in diesem Gebiet noch weitere Straßenübergänge bzw. Hochpunkte, die minimal 2000 m über dem Meeresspiegel aufragen, und zweitens wartete mit dem Passo del Mortirolo noch mindestens eine legendäre Radsport-Herausforderung auf mich. Ihn bezwang ich folgerichtig während meines Sommerurlaubs, welcher mich diesmal in fünf Stationen von Südtirol westwärts bis an den Comer See führte. Als anspruchsvollster Anstieg erwies sich dabei jedoch meine Tour zum "nur" 1985 m hohen Passo di San Marco.

Was meine Bilanz der absolvierten Langstrecken betrifft, so habe ich mich in dieser Saison im guten Mittelfeld gehalten. Insgesamt verbuche ich nämlich sechs Lange Kanten (Streckenlänge 200+km), vier 100-Meilen-Fahrten (Streckenlänge 161+km) sowie weitere drei über 150 km lange Ausfahrten im Haben. Die längste Strecke ging dabei über rund 232 km und führte mich in das Gebiet der Lausitzer Seen bis nach Brandenburg. Die Tour mit den meisten Höhenmetern des Jahres war mein Langer Kanten ins Erzgebirge. Dabei kamen immerhin 2410 Hm zusammen, mehr noch als bei meiner anspruchsvollsten Alpentour im Handbike, der Rundfahrt über Passo del Vivione und Passo Croce di Sálven mit 2350 Hm.

Außerdem ergab sich über Pfingsten wieder einmal die Gelegenheit für eine Handbike-Etappentour, weil meine Freunde über das verlängerte Wochenende zum Klettern ins Böhmische Paradies (Český ráj) fuhren. Sie boten mir an, meinen Rollstuhl und Schlafsack mitzunehmen, und so konnte ich jeweils einen Tag für Hin- und Rückfahrt einplanen. Auch diese Unternehmung war ziemlich anspruchsvoll, obwohl die Streckenlängen nur 142 bzw. 145 km betrugen. 

Natürlich war ich auch wieder mit dem Rollstuhl auf Achse, wenngleich sich diese Touren nur auf fünf Tage verteilten. Hauptsächlich dienten diese Wanderungen - wie z.B. von Gohrisch aus - der Erschließung und Dokumentation als Tourenvorschläge auf dem Internetportal für barrierefreie Touren des Tourismusverbands Sächsische Schweiz. Hierbei begleitete mich bis auf den letzten Spaziergang vor wenigen Tagen meine (nunmehr) ehemalige Physiotherapeutin Ute, die mir mit ihrer ansteckenden Fröhlichkeit über all die Jahre zu einer guten Freundin geworden ist, sowie regelmäßig auch Peggy vom Tourismusverband. Ausflüge mit diesen beiden werden immer zu einem wahren Happening, auf das ich mich besonders freue. Ich denke, die Sympathie beruht auf Gegenseitigkeit.

Im Herbst dieses Jahres verbrachte ich schließlich erneut einige Urlaubstage "im Norden". Diese Zeit nutze ich schon seit etlichen Jahren, um mir noch unbekannte Gegenden zu erkunden, die zwar nicht ganz oben auf meiner Wunschliste stehen, aber dennoch eine Reise wert sind. Wegen der absolut unangemessenen Preise für ein Quartier an der Ostseeküste (einschließlich der Jugendherbergen!!!) habe ich mich aber nun eher auf das nördliche Binnenland verlegt. Mit dem Haus Ecktannen in Waren an der Müritz fand ich diesmal ein wirklich empfehlenswertes Basislager für vier ausgedehnte Handbiketouren, die mich von dort in alle Himmelsrichtungen führten. Ich war von der Gastfreundschaft und der Unterkunft so angetan, daß ich mir - ganz gegen meine Gewohnheit - durchaus vorstellen kann, hier wieder einmal Urlaub zu machen. Das meist flache Land, unterbrochen von viel Wasser, lädt geradezu ein, relativ entspannt am Ende der Hauptsaison noch viel Strecke zu machen.

Apropos Wasser. In diesem Blog habe ich darüber nie berichtet, und auch auf meinem Instagram-Account gibt es nur ein kurzes Video davon: etwas häufiger als im vergangenen Jahr bin ich 2024 im Hallenbad schwimmen gewesen. An einem Abend in der Woche treffe ich mich nämlich mit meiner "Trainerin" Christiane (meine Sportfreundin ist tatsächlich ausgebildete und auch aktive Übungsleiterin) sowie inzwischen einer weiteren Bekannten, um im Kombibad Prohlis meine Bahnen zu ziehen. Allmählich werde ich (konditionell) etwas besser, an der Technik des Rückenschwimmens werden bei mir allerdings wohl immer Defizite bleiben. Ich schieb's vor allem auf die Höhe meiner Querschnittlähmung ... Trotzdem habe ich den Eindruck, daß mir diese Schwimmstunden konditionell selbst für meinen anderen Sport viel bringen.

In dieser Zusammenschau sind schließlich noch zwei weitere Dinge erwähnenswert. Zum einen betrifft das mein derzeitiges Handbike. Seit dem 01.11.2006 ist dieses Gefährt mein sportliches Hauptfortbewegungsmittel. In mittlerweile reichlich 18 Jahren habe ich damit mehr als 215 Tkm zurückgelegt und 2,19 Mio. Hm bewältigt. Viele Komponenten sind seitdem verschlissen und mußten ersetzt werden. Das passierte meist im Rahmen der regulären Wartung oder einfach so mal zwischendurch (z.B. Reifen- oder Bremsbelagwechsel), doch manchmal kommen einige Arbeiten unerwartet dazu. So steht derzeit die Überholung meiner zweiten Rohloff-Getriebenabe an, nachdem die Dichtungen durchlässig geworden sind. Immerhin kann ich das Vorderrad mit der Nabe durch mein altes (mit meiner überholten und als Ersatzteil vorgehaltenen ersten Rohloff-Nabe) relativ unproblematisch ersetzen, und bin daher nicht auf eine schnelle Reparatur angewiesen. So hoffe ich wenigstens. Weiterhin war auch die Halterung meines Fahrradnavis inzwischen total hinüber und damit unbrauchbar geworden. Hier hat mein Freund Lád'a mir schnell geholfen, indem er eine nahezu geniale Lösung für eine Ersatzhalterung konstruierte. Denn das, was mir an technischem Sachverstand und Werkzeug-Ausstattung fehlt, steuert mein tschechischer Kamerad bei. Beileibe nicht zum ersten Mal hat er mir damit schnell und zuverlässig aus der Klemme geholfen. Ich erinnere nur an die Erfindung des Tandem-Skilanglaufs  oder auch die mehrmalige Reparatur meiner Kurbelgriffe am Handbike. - Zu neuen Handbike-Hinterrädern bin ich ebenfalls in diesem Jahr gekommen, weil mir ein unachtsamer Autofahrer während meines verkehrsbedingten Halts an einer Kreuzung gegen das Rad fuhr. Der Unfall ging jedoch glimpflich aus und warf mich hinsichtlich meiner sportlichen Aktivitäten nicht zurück. Ich konnte nämlich übergangsweise mit den Rädern meines alten Rollstuhls weiterfahren, ohne erst auf den Ersatz warten zu müssen. Außerdem verlief die Klärung mit der Versicherung des Unfallbeteiligten erfreulich unkompliziert.

Zuletzt bleibt noch der Hinweis, daß ich mich 2024 erneut in einer Veröffentlichung verewigt habe. Meinen Text für Uwe Daniels Buch "Mythos Meisterwege" halte ich im Nachhinein für sehr gelungen. Er handelt von meinem letzten Klettertag, der mit dem Absturz endete, welcher mich in den Rollstuhl brachte. Darüber hinaus wird es im nächsten Jahr einen weiteren Beitrag für ein Kalenderblatt (analog diesem) geben, den ich zwar schon vor längerer Zeit abgeliefert hatte, der nun jedoch erst Verwendung findet. All diese Berichte sind für mich immer ein Blick zurück auf mein erstes Leben - verbunden mit der Möglichkeit, einige prägende Episoden und Sichtweisen dieser Jahre vor dem Dunkel des Vergessens zu bewahren.

So, wie das auch für diesen Jahresabschlußbericht gilt.

PS: Die reine Handbike-Statistik ist den Abbildungen dieses Beitrags zu entnehmen. Zur Einordnung möchte ich lediglich anmerken, daß ich erst zum dritten Mal in meiner sportlichen Laufbahn als Handbiker mehr als 14 Tkm pro Jahr gefahren bin und dabei sogar den zweiten Platz der Saison-Bestwerte erreicht habe. Noch weiter hebt sich mit knapp über 151 THm mein zweiter Platz bzgl. der Höhenmeter-Bilanz von der Durchschnittsleistung ab, was sicher auch auf meine drei diesjährigen Alpenfahrten zurückzuführen ist.