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29. August 2025

... vor dem Sturm

Die neun Tage Handbikeabstinenz haben mir gutgetan. Sie waren vor allem notwendig, um meine Magen-/Darminfektion in den Griff zu bekommen - doch abgesehen davon konnte ich mich auch körperlich mal grundlegend erholen. Eigentlich sollte ja dafür der Urlaub genutzt werden, aber wie das eben so bei leidenschaftlichen Sportlern ist ...

Immerhin fühlte ich mich bei der ersten Runde am 23.08. gut ausgeruht. Trotz der vielen Höhenmeter erreichte ich an diesem Tag alle meine Vorgaben, und der Besuch zum Schluß bei meinen Freunden in der Bergwachthütte Rathen (wo sie gerade ihren ehrenamtlichen Dienst verrichteten), rundete den durch und durch zufriedenstellenden Wiedereinstieg ab.

Bereits auf dem Heimweg geisterte ein Gedanke durch meinen Kopf: Wie wäre es, wenn ich meine letzte Urlaubswoche dafür nutzte, um ein Projekt aus meiner Ideenschublade zu realisieren, welches zwar nicht die höchste Priorität besaß, dafür aber bestimmte Voraussetzungen benötigte? Das waren: 1. ausreichend zusammenhängende Tage (über welche man üblicherweise nur während des Urlaubs verfügt) und 2. eine längere Schönwetterperiode über all diese Tage. - Dafür sah es gut aus.

Zunächst ging ich es jedoch ruhig an. Meine zweite Tour diente deshalb eher zur Erholung - was sowohl die Streckenlänge als auch die Höhenmeterbilanz betraf. Dabei hätte ich am Sonntag durchaus noch länger fahren können. Noch aber ließ ich mir alle Optionen offen.

Von der Auffahrt auf den Hohen Schneeberg reicht
der Blick nach Südosten bis ins Böhmische
Mittelgebirge mit dem formschönen Vulkankegel
des Milleschauer (Milešovka) als Dominante am
Horizont in der Bildmitte (Aufnahmeort)
Spätestens mit der dritten Tour in Folge änderte sich das. Zum Wochenbeginn sah die Wetterprognose immer noch sehr gut aus, und die Temperaturen lagen für mich im optimalen Bereich zwischen 14 und 22°C. Nachdem ich zwei Tage zuvor endlich wieder mal den Gipfel der Kohlhaukuppe im Osterzgebirge (s. Track vom 23.08., km 42,9) im Handbike erklommen hatte, nahm ich mir nun ganz spontan die Auffahrt zum Hohen Schneeberg (Děčínský Sněžník, s. Track vom 25.08., km 36,2) vor. Immerhin halten die beiden Asphaltsträßchen Rampen bis kurzzeitig ca. 20% Steigung bereit, doch beide konnte ich in einem Stück - also ohne Ruhepausen - bewältigen. Von der Kohlhaukuppe hat man allerdings nur von der stählernen Turmkonstruktion einigermaßen Aussicht, die für mich natürlich nicht zugänglich ist. Nicht so jedoch auf dem mit 724 m NHN höchsten Berg des Elbsandsteingbirges, welcher auch vom Weg aus Ausblicke in verschiedene Richtungen bietet. Bei guter Sicht wie an diesem Montag lohnt sich also durchaus die Kletterei, gleichwohl man sich dafür ziemlich anstrengen muß.

Am 26.08. dehnte ich dann meine Tour um zusätzliche 50 km aus, als ich beim laufenden Studium der Wetterprognose feststellte, daß für den ursprünglich geplanten siebenten Tourentag (Freitag, der 29.08.) viel Regen angekündigt war und es auch schon am Nachmittag des Vortages feucht werden sollte. Zunächst fuhr ich aber noch auf den Landberg südlich von Herzogswalde (s. Track vom 26.08., km 58,2), vor dem sich an klaren Schönwettertagen ein umfassendes Panorama in nördlicher Richtung bis fast nach Brandenburg ausbreitet. Diese Aussicht ist von Pohrsdorf aus relativ "billig" zu erreichen, wohingegen der Anstieg ab Herzogswalde mit 16% Steigung ausgeschildert ist. Über das Triebischtal fuhr ich danach noch nach Meißen, um am Ende meine Tour ostwärts bis Stadt Wehlen zu erweitern. Mit den 153 km Streckenlänge konnte ich schließlich zuhause knapp mehr als 500 km an vier Tagen abrechnen, was den wahrscheinlich verregneten Freitag und damit den 7. Tourentag überflüssig machte.

Doch auch meine Tour Nr. 5 am Mittwoch endete nicht schon nach 100 km, weil ich nach dem Minimalsoll noch ein letztes Zackel über das Schönfelder Hochland dranhängte, bevor ich von Dresden-Niederpoyritz und nach der Elbquerung mittels der Pillnitzer Autofähre auf dem Elberadweg nachhause zurückkehrte. Diese zusätzlichen 25 km sorgten zwar dafür, daß ich meine Runde erst 16.45 Uhr beendete, doch blieben nun nur noch rund 75 km bis zum erfolgreichen Projektabschluß. Das sollte eigentlich vor dem immer noch angekündigten Regen am Donnerstagnachmittag zu schaffen sein.

Das Ziel vor Augen, klappte es mit der morgendlichen Motivation am sechsten Tourentag ohne Unterbrechung wieder ganz gut. Zwischendurch sah es nämlich schon mal schlechter aus - wie das eben oft bei solchen Mehrtages- bzw. Langstreckenaktionen ist. Andere Ausdauersportler können diesbezüglich sicher ebenfalls ein Lied davon singen ... Aber auch mein Körper, in erster Linie Schultern und Oberarme steckten die Dauerbelastung bisher erstaunlich gut weg. Das war natürlich essentiell für eine solche Aktion.

Blick zur Barbarine am Pfaffenstein
(Aufnahmeort)
Jedenfalls hatte ich noch so viele Reserven, daß ich eine Flachlandrunde in den Norden verwarf und mich erneut zunächst nach Süden, wo die Berge sind, orientierte. Dieser Tag begann allerdings schon relativ warm, und im Tagesverlauf wurde es dann auch drückend schwül. Das war überhaupt nicht meine Welt! Bevor mich jedoch die Hitze nachhaltig ausbremste, konnte ich noch etliche Anstiege meistern und damit so viele Höhenmeter sammeln, daß tatsächlich auch die 7000-Höhenmeter-Marke in Reichweite lag. Auf 700 km Strecke während nur sechs Tourentagen ist das eine Ansage, die sicher auch "normalen" Zweiradfahrern ohne Handicap Respekt abnötigt. Deshalb fuhr ich nicht nur über Cunnersdorf, sondern wählte anschließend die Straße am Pfaffenstein vorbei sowie den kurzen Steilstich vom Ortsausgang Pfaffendorf nach Gohrisch (s. Track vom 28.09., km 43,1 - 47,2). Hierbei passierte ich auch die kühne Felsnadel der Barbarine und damit ein Monument früherer Heldentaten als Elbsandsteinkletterer.

Die Statistik des Projektes "7 (6) Tage - 700 km"
Als nach dem "Buckel" über Walterdorf immer noch nicht ausreichend Höhenmeter zusammengekommen waren, bog ich für die fehlenden 50 Hm kurz vor dem Ziel nach Pirna-Mockethal und Zatschke ab. Zu weiteren Eskapaden hatte ich aber keine Lust, denn mittlerweile setzte mir die schwüle Hitze ordentlich zu. Froh darüber, bei den ebenfalls schon höheren Temperaturen am Vortag konsequent Zusatzkilometer geschrubbt zu haben, konnte ich mich nun entspannt zurücklehnen und die Abfahrt ins Elbtal genießen. Allmählich machte sich die Freude über das Erreichte in mir breit. So viele Handbiker, die eine solche Aktion durchziehen (können), gibt es gewiß nicht!

Mein Alpenurlaubs-Desaster konnte ich damit auf jeden Fall mehr als wettmachen ...

31. Dezember 2024

Beständigkeit

Kurz vor Silvester ist es mal wieder Zeit, auf die vergangene Saison zurückzublicken. Mein Sportjahr 2024 wird nicht mit großen Projekten oder spektakulären Aktionen in Erinnerung bleiben, aber doch mit einer Menge Touren. Das ist in diesem Fall ganz sprichwörtlich, denn mit insgesamt 133 Handbiketouren war ich so oft wie noch nie auf drei Rädern unterwegs. Dagegen nehmen sich die 4 Ausfahrten im (Tandem-)Langlaufschlitten sowie 6 Rolliwanderungen insgesamt recht bescheiden aus.

Daß es so wenige Wintersportaktivitäten gab, lag zuallererst jedoch am fehlenden Schnee. Gerade mal an zwei Wochenenden im Januar gab es ausreichend Schnee, und auch im Dezember reichte das Weiß nur für zwei weitere Skitouren. Dafür waren Christiane, Carsten und ich sogar einmal wieder an der Elbe skifahren. Das hat man auch nicht alle Tage, bleibt aber nur ein schwacher Trost für den Winter-(fast)-Komplettausfall.

Mit dem Club-2k-Trikot vor dem Lilienstein
im Elbsandsteingebirge (Aufnahmeort)
Wesentlich mehr ist dafür in diesem Jahr in den Alpen geworden, und auch mein langjähriges Pässejagd-Projekt konnte ich nun endlich mit einer denkwürdigen Trophäe krönen. Nachdem ich im April mit meinem Kameraden Lád'a in Südtirol von Meran und Bozen aus u.a. bis in knapp über 2000 m Seehöhe (im Schnalstal) vorgestoßen war, fuhr ich zwei Monate später gemeinsam mit Christiane nach Österreich. Von Stams aus bezwangen wir gemeinsam erst den Kühtai-Sattel und anschließend gleich noch die Auffahrt zum Finstertaler Stausee. Während es für meine Sportfreundin die erste Pässefahrt auf zwei Rädern war, sammelte ich hier meinen letzten Paß für die illustre Mitgliedschaft im Club 2k des Radsport-Pässejagd-Portals Quaeldich.de im Internet. Die Dammkrone des Finstertaler Stausees sollte übrigens mit 2335 m ü.d.M. mein höchster in diesem Jahr mit dem Handbike erreichte Punkt bleiben. Für meine Aktivitäten in den Alpen spielte die Komplettierung der Quaeldich-Pässeliste aber eine eher untergeordnete Rolle. Erstens gab/gibt es in diesem Gebiet noch weitere Straßenübergänge bzw. Hochpunkte, die minimal 2000 m über dem Meeresspiegel aufragen, und zweitens wartete mit dem Passo del Mortirolo noch mindestens eine legendäre Radsport-Herausforderung auf mich. Ihn bezwang ich folgerichtig während meines Sommerurlaubs, welcher mich diesmal in fünf Stationen von Südtirol westwärts bis an den Comer See führte. Als anspruchsvollster Anstieg erwies sich dabei jedoch meine Tour zum "nur" 1985 m hohen Passo di San Marco.

Was meine Bilanz der absolvierten Langstrecken betrifft, so habe ich mich in dieser Saison im guten Mittelfeld gehalten. Insgesamt verbuche ich nämlich sechs Lange Kanten (Streckenlänge 200+km), vier 100-Meilen-Fahrten (Streckenlänge 161+km) sowie weitere drei über 150 km lange Ausfahrten im Haben. Die längste Strecke ging dabei über rund 232 km und führte mich in das Gebiet der Lausitzer Seen bis nach Brandenburg. Die Tour mit den meisten Höhenmetern des Jahres war mein Langer Kanten ins Erzgebirge. Dabei kamen immerhin 2410 Hm zusammen, mehr noch als bei meiner anspruchsvollsten Alpentour im Handbike, der Rundfahrt über Passo del Vivione und Passo Croce di Sálven mit 2350 Hm.

Außerdem ergab sich über Pfingsten wieder einmal die Gelegenheit für eine Handbike-Etappentour, weil meine Freunde über das verlängerte Wochenende zum Klettern ins Böhmische Paradies (Český ráj) fuhren. Sie boten mir an, meinen Rollstuhl und Schlafsack mitzunehmen, und so konnte ich jeweils einen Tag für Hin- und Rückfahrt einplanen. Auch diese Unternehmung war ziemlich anspruchsvoll, obwohl die Streckenlängen nur 142 bzw. 145 km betrugen. 

Natürlich war ich auch wieder mit dem Rollstuhl auf Achse, wenngleich sich diese Touren nur auf fünf Tage verteilten. Hauptsächlich dienten diese Wanderungen - wie z.B. von Gohrisch aus - der Erschließung und Dokumentation als Tourenvorschläge auf dem Internetportal für barrierefreie Touren des Tourismusverbands Sächsische Schweiz. Hierbei begleitete mich bis auf den letzten Spaziergang vor wenigen Tagen meine (nunmehr) ehemalige Physiotherapeutin Ute, die mir mit ihrer ansteckenden Fröhlichkeit über all die Jahre zu einer guten Freundin geworden ist, sowie regelmäßig auch Peggy vom Tourismusverband. Ausflüge mit diesen beiden werden immer zu einem wahren Happening, auf das ich mich besonders freue. Ich denke, die Sympathie beruht auf Gegenseitigkeit.

Im Herbst dieses Jahres verbrachte ich schließlich erneut einige Urlaubstage "im Norden". Diese Zeit nutze ich schon seit etlichen Jahren, um mir noch unbekannte Gegenden zu erkunden, die zwar nicht ganz oben auf meiner Wunschliste stehen, aber dennoch eine Reise wert sind. Wegen der absolut unangemessenen Preise für ein Quartier an der Ostseeküste (einschließlich der Jugendherbergen!!!) habe ich mich aber nun eher auf das nördliche Binnenland verlegt. Mit dem Haus Ecktannen in Waren an der Müritz fand ich diesmal ein wirklich empfehlenswertes Basislager für vier ausgedehnte Handbiketouren, die mich von dort in alle Himmelsrichtungen führten. Ich war von der Gastfreundschaft und der Unterkunft so angetan, daß ich mir - ganz gegen meine Gewohnheit - durchaus vorstellen kann, hier wieder einmal Urlaub zu machen. Das meist flache Land, unterbrochen von viel Wasser, lädt geradezu ein, relativ entspannt am Ende der Hauptsaison noch viel Strecke zu machen.

Apropos Wasser. In diesem Blog habe ich darüber nie berichtet, und auch auf meinem Instagram-Account gibt es nur ein kurzes Video davon: etwas häufiger als im vergangenen Jahr bin ich 2024 im Hallenbad schwimmen gewesen. An einem Abend in der Woche treffe ich mich nämlich mit meiner "Trainerin" Christiane (meine Sportfreundin ist tatsächlich ausgebildete und auch aktive Übungsleiterin) sowie inzwischen einer weiteren Bekannten, um im Kombibad Prohlis meine Bahnen zu ziehen. Allmählich werde ich (konditionell) etwas besser, an der Technik des Rückenschwimmens werden bei mir allerdings wohl immer Defizite bleiben. Ich schieb's vor allem auf die Höhe meiner Querschnittlähmung ... Trotzdem habe ich den Eindruck, daß mir diese Schwimmstunden konditionell selbst für meinen anderen Sport viel bringen.

In dieser Zusammenschau sind schließlich noch zwei weitere Dinge erwähnenswert. Zum einen betrifft das mein derzeitiges Handbike. Seit dem 01.11.2006 ist dieses Gefährt mein sportliches Hauptfortbewegungsmittel. In mittlerweile reichlich 18 Jahren habe ich damit mehr als 215 Tkm zurückgelegt und 2,19 Mio. Hm bewältigt. Viele Komponenten sind seitdem verschlissen und mußten ersetzt werden. Das passierte meist im Rahmen der regulären Wartung oder einfach so mal zwischendurch (z.B. Reifen- oder Bremsbelagwechsel), doch manchmal kommen einige Arbeiten unerwartet dazu. So steht derzeit die Überholung meiner zweiten Rohloff-Getriebenabe an, nachdem die Dichtungen durchlässig geworden sind. Immerhin kann ich das Vorderrad mit der Nabe durch mein altes (mit meiner überholten und als Ersatzteil vorgehaltenen ersten Rohloff-Nabe) relativ unproblematisch ersetzen, und bin daher nicht auf eine schnelle Reparatur angewiesen. So hoffe ich wenigstens. Weiterhin war auch die Halterung meines Fahrradnavis inzwischen total hinüber und damit unbrauchbar geworden. Hier hat mein Freund Lád'a mir schnell geholfen, indem er eine nahezu geniale Lösung für eine Ersatzhalterung konstruierte. Denn das, was mir an technischem Sachverstand und Werkzeug-Ausstattung fehlt, steuert mein tschechischer Kamerad bei. Beileibe nicht zum ersten Mal hat er mir damit schnell und zuverlässig aus der Klemme geholfen. Ich erinnere nur an die Erfindung des Tandem-Skilanglaufs  oder auch die mehrmalige Reparatur meiner Kurbelgriffe am Handbike. - Zu neuen Handbike-Hinterrädern bin ich ebenfalls in diesem Jahr gekommen, weil mir ein unachtsamer Autofahrer während meines verkehrsbedingten Halts an einer Kreuzung gegen das Rad fuhr. Der Unfall ging jedoch glimpflich aus und warf mich hinsichtlich meiner sportlichen Aktivitäten nicht zurück. Ich konnte nämlich übergangsweise mit den Rädern meines alten Rollstuhls weiterfahren, ohne erst auf den Ersatz warten zu müssen. Außerdem verlief die Klärung mit der Versicherung des Unfallbeteiligten erfreulich unkompliziert.

Zuletzt bleibt noch der Hinweis, daß ich mich 2024 erneut in einer Veröffentlichung verewigt habe. Meinen Text für Uwe Daniels Buch "Mythos Meisterwege" halte ich im Nachhinein für sehr gelungen. Er handelt von meinem letzten Klettertag, der mit dem Absturz endete, welcher mich in den Rollstuhl brachte. Darüber hinaus wird es im nächsten Jahr einen weiteren Beitrag für ein Kalenderblatt (analog diesem) geben, den ich zwar schon vor längerer Zeit abgeliefert hatte, der nun jedoch erst Verwendung findet. All diese Berichte sind für mich immer ein Blick zurück auf mein erstes Leben - verbunden mit der Möglichkeit, einige prägende Episoden und Sichtweisen dieser Jahre vor dem Dunkel des Vergessens zu bewahren.

So, wie das auch für diesen Jahresabschlußbericht gilt.

PS: Die reine Handbike-Statistik ist den Abbildungen dieses Beitrags zu entnehmen. Zur Einordnung möchte ich lediglich anmerken, daß ich erst zum dritten Mal in meiner sportlichen Laufbahn als Handbiker mehr als 14 Tkm pro Jahr gefahren bin und dabei sogar den zweiten Platz der Saison-Bestwerte erreicht habe. Noch weiter hebt sich mit knapp über 151 THm mein zweiter Platz bzgl. der Höhenmeter-Bilanz von der Durchschnittsleistung ab, was sicher auch auf meine drei diesjährigen Alpenfahrten zurückzuführen ist.

15. Februar 2024

Achtung: ansteckend!

Gestern war ich wieder zu einem Treffen der Dresdener Selbsthilfegruppe "integrativ-aktiv" eingeladen, um dort über meine Teilnahme am Wasalauf im Jahr 2023 zu berichten.

Außerdem kamen ein paar weitere Interessierte hinzu, die von der Veranstaltung erfahren hatten, wie ich am Ende meiner Ausführungen überrascht feststellte. Da nämlich meldete sich ein Zuhörer bei mir, der meine Freunde und mich zu eben jenem Rennen kurz nach dem ersten Anstieg gegrüßt und danach überholt hatte und nun nach dem Hinweis eines Freundes zum Vortrag erschienen war. Es wurde ein herzlicher Erfahrungsaustausch unter Sportfreunden und für mich ein willkommenes Déjà-vu.

Mittendrin statt nur dabei!
Auch sonst war die Resonanz auf meine Ausführungen ausgesprochen gut, und das motivierte mich natürlich zusätzlich. Durchlebe ich doch bei solchen Schilderungen immer noch einmal all das, was mich damals bewegt hatte: die Erlebnisse während der Vorbereitung sowie beim Rennen auf und an der Strecke, die Emotionen unterwegs und die Euphorie nach dem erfolgreichen Zieleinlauf. Freude bzw. Glück ist eben das einzige im Leben, das sich verdoppelt, wenn man es teilt. Und so war ich in Gedanken wieder ganz bei jenen unvergeßlichen Momenten, die mir so viel bedeuten.

Ich bin sicher, daß es mir gelungen ist, meine Zuhörer emotional auf diese Reise mitzunehmen. Im Nachgang sprachen mich nämlich auch noch weitere Interessierte an. Vielleicht werde ich mich ja demnächst dann in ihrem Wirkungskreis präsentieren - da bin ich gern der Virus, welcher mit meiner Begeisterung und Freude andere ansteckt.
 
Großer Dank an Heike, Raimund und die weiteren Organisatoren für diesen gelungenen Abend, welcher mit angeregten Gesprächen und einem orientalischen Imbiß seinen Ausklang fand. 

Als "Bonus" hier nun noch das Video auf meinem Youtube-Kanal von unserem (schwedisch) kommentierten Zieleinlauf beim Vasaloppet - Öppet Spår måndag am 27.02.2023 auf Vasaloppet.TV. 

Eine weitere schöne Erinnerung! 

5. Juni 2023

Hauruck-Aktion

Die derzeit herrschende stabile Schönwetterlage mit wolkenlosem Himmel bei aber dennoch für mich radtourenfreundlichen Temperaturen konnte ich nicht ungenutzt verstreichen lassen! Dazu kam am Wochenende noch Vollmond, der selbst nächtliche Touren wesentlich erleichtern würde. Im vergangenen Jahr war ich ja wiederholt um diese Tageszeit unterwegs gewesen. Aber erst in der Woche zuvor kam mir wieder der Plan einer Nonstop-Tour zu den drei größten sächsischen Städten Chemnitz, Leipzig und Dresden in den Sinn, nachdem mich Christiane nach möglichen Projekten für die Zukunft gefragt hatte. Die Strecke war schnell ausgearbeitet und genau die richtige Herausforderung unter diesen perfekten Voraussetzungen.

Nachdem ich noch zwei Stunden am Sonnabend "vorgeschlafen" hatte, machte ich mich nach dem Mittagessen gegen 13.30 Uhr auf den Weg. Mein Tourenrucksack war diesmal erheblich schwerer, denn natürlich gab es einiges Mehrgepäck als sonst. Eine größere Menge Flüssigkeit (insgesamt 2,5 l) und Essen (u.a. drei Flaschen Einweiß-Drinks), Bekleidung (wärmere Radjacke und sogar Handschuhe, falls es richtig kalt werden würde), dazu neben zwei Schläuchen und dem Reparaturwerkzeugbeutel auch einen Ersatzreifen sowie nicht zuletzt meine Beleuchtung (Stirnlampe mit Rücklicht-Clip).

Ich kam über alle Maßen zügig voran, auch weil der Wind diesmal sehr wohlgesonnen in meine Richtung marschierte. Trotz zahlreicher Anstiege sank meine Durchschnittsgeschwindigkeit nie wesentlich unter 15 km/h. Dabei war das knappe erste Drittel der Strecke bis Chemnitz der bergigste Teil der Tour. Ich schaffte es sogar noch vor acht bis Chemnitz. In einem Edeka-Markt kaufte ich zwei Minuten vor Ladenschluß (um 20.00 Uhr) noch eine 1,5 l-Flasche Cola, die mir die freundlichen Mitarbeiterinnen dort ans Handbike brachten. Das entspannte meine Situation bzgl. der Getränkeversorgung erheblich. 20.30 Uhr lichtete ich mich dann im Schein der untergehenden Sonne vor dem "Nischel" (Karl-Marx-Monument) ab.

Kurz danach folgten ein paar wunderschön zu fahrende Kilometer auf dem Chemnitztalradweg (s. Track vom 03./04.06., km 94,9 - 107,9), welcher neu asphaltiert auf einer alten Bahntrasse entlang des Flüßchens Chemnitz verläuft. Hierbei fährt man sogar einmal durch einen Tunnel. Es war wirklich Zufall, daß ich während der Planung diesen Abschnitt in meine Tour eingebaut hatte.

Noch bevor ich das Chemnitztal verließ, wurde es Nacht. Nun stieg bald der Vollmond auf und spendete etwas Licht. Im offenen Land, wo ich mich inzwischen bewegte, brachte das schon etwas. Darüberhinaus  waren bis auf den schlagloch- und flickenverseuchten Streckenabschnitt im Chemnitztal der Straßenbelag in einem guten Zustand, sodaß ich im Schein der Stirnlampe nicht ganz so sehr aufpassen mußte und ein höheres Tempo als bei Nachtfahrten üblich anschlagen konnte. Dafür ärgerten mich ein paar wenige mir entgegenkommende Autofahrer, die ihr Fernlicht nicht abblendeten, obwohl sie mich sahen. In solchen Augenblicken wünscht man sich, einen Flutlicht-Strahler direkt auf sie zu richten ...

Nachts am Störmthaler See (Aufnahmeort)
Am Störmthaler See hielt der sich im Wasser spiegelnde Mond sogar ein paar romantische Momente bereit. Weniger romantisch, dafür jedoch abstoßend, wirkte das Leipziger Stadtzentrum auf mich, welches ich kurz vor 3.00 Uhr erreichte. Irgendeine Großveranstaltung hatte dort stattgefunden, und der Platz vor dem Alten Rathaus war nun total vermüllt. Was sind das nur für erbärmliche Gestalten, die es nicht schaffen, ihre eigenen Abfälle ordentlich zu entsorgen bzw. wieder mitzunehmen?! Wohin sind wir diesem Land gekommen, mit all der gepriesenen "Kulturbereicherung", all der "Vielfalt" und "Freiheit". Genauso solche Zustände kenne ich sonst nur von Bildern aus afrikanischen Städten, südamerikanischen Elendsvierteln oder auch von den No-Go-Areas im Gelobten Land. Die Klientel jedenfalls, die sich hier zu nachtschlafener Zeit herumtrieb, kam ganz offensichtlich meist aus diesen Regionen.

Um dem Moloch endlich zu entkommen, benötigte ich mehrere Anläufe. Bei Nacht mit einem Navi unterwegs, dessen Karte auf dem Display sich wegen meiner geringen Geschwindigkeit nicht richtig ausrichten konnte, irrte ich eine ganze Weile planlos durch das Stadtzentrum umher, bis ich den richtigen Fluchtweg fand.

Die anschließende Heimfahrt wurde da weniger spektakulär, was ich aber auch nicht erwartet hatte. Einen Großteil davon kannte ich ja bereits von meiner ersten Tour nach Leipzig vor drei Jahren. Die meisten Baustellen auf der Strecke konnte ich bisher recht gut durchqueren. Einmal half mir dabei sogar eine ältere Frau, die mir einen Tip zur Umfahrung gab. Aber an der Baustelle kurz hinter Lommatzsch (s. Track vom 03./04.06., km 260,9 - 261,2) ließ ich noch einmal mächtig Nerven. Der Straßenschotter und Untergrund für die zukünftige Asphaltschicht aus alter Schlacke war noch nicht ausreichend verdichtet, so daß ich mich an der leichten Steigung mit meinen schmalen Rädern eingrub und mehrmals steckenblieb. Manchmal drehte das Antriebsrad auch durch, in diesem Geröll nicht die Behandlung für den Reifen, die man sich wünscht. Aber für eine Umkehr war es bald zu spät, und so mußte ich da durch. Ein Mann der sein Mofa (E-Bike) an mir vorbeischob, reagierte nicht auf meine Bitte um kurzzeitige Unterstützung. Das Wort, mit dem ich ihn daraufhin bedachte, möchte ich hier lieber nicht wiedergeben ...

Nach etlichen Anläufen habe ich es schließlich allein geschafft, und der Reifen war auch heil geblieben. Flott rollte ich nun noch ins Elbtal hinab, wo mich der langweiligste aber auch leichteste Teil meines Drei-Städte-Giros erwartete. Über das Blaue Wunder wechselte ich in Dresden noch einmal die Elbseite, um dem ganzen Verkehr auf dem Elberadweg aus dem Weg zu gehen. Hinter Pillnitz fuhr ich noch einen Mini-Extrazacken, damit ich auch auf mehr als 200 Meilen (das sind mehr als 321,869 km) komme. Das habe ich geschafft. Nach weniger als 24 Stunden (brutto) stoppte ich vor "meinem" Haus am 04. Juni um 13.15 Uhr die Aufzeichnung meines Navis. (Da zeigte mein Garmin Edge 1030 plus immer noch 50% Akkureserve - ein fabelhafter Wert!)

Für den Rest des Tages hatte es sich ausgesportelt.

1. Mai 2023

Später Bericht

Nun habe ich mich doch noch einmal hingesetzt und einen Bericht über meine Vasaloppet-Teilnahme mit Christiane und Carsten verfaßt. Auslöser war die Anfrage, einen Artikel für das Mitteilungsblatt des Sächsischen Bergsteigerblattes zu schreiben, in welchem ich von unserer Schwedenfahrt berichte.

Unser Vasaloppet-Pokal
Allerdings ist das Ergebnis so umfangreich geworden, daß daraus wohl nichts wird - zumindest nicht in dieser ausführlichen Form. Mir war es jedoch wichtig, die spannendsten Episoden sowie auch ein paar Informationen im Text festzuhalten. Klar ist vieles davon unauslöschlich in meiner Erinnerung verankert, aber wie kann ich das am besten anderen Interessierten näherbringen? Doch wohl mit einem solchen illustrierten Erlebnisbericht!

Übrigens: Wolfgang, der mir in Anerkennung verschiedener Großprojekte schon mehrere Pokale (u.a. für meine Handbiketour nach Prag) geschnitzt hat, schenkte mir auch diesmal eine seiner unvergleichlichen Trophäen. Eigentlich wäre Christiane dafür die würdigste Empfängerin, war sie doch diejenige, welche zu unserem durchschlagenden Erfolg am meisten beigetragen hat. Ich aber behalte ihn stellvertretend für meine Freunde. Wenigstens vorerst.

5. März 2023

Artikel in der Morgenpost am Wochenende vom 4./5. März 2023

Für einen Filmbeitrag im MDR über unsere Teilnahme am Vasaloppet kam die Rückmeldung einfach zu spät, sodaß daraus schließlich nichts geworden ist. - Eigentlich schade, denn unser Triumphmarsch bei diesem Heldenwetter in bewegten Bildern wäre noch viel sehenswerter, weil man damit außerdem etliches zu unserer Fahrtechnik beobachten, einen Eindruck von der grandiosen Landschaft erhalten sowie die ganz besondere Atmosphäre des Rennens erleben könnte.

Dafür hat unsere Freundin Pia für die Morgenpost am Wochenende einen Artikel geschrieben, welcher noch einmal schlaglichtartig das für uns Wesentliche zusammenfaßt. Um den Text zu lesen, bitte einfach das Bild anklicken und dann ggf. mit der Lupe auf die Originalmaße vergrößern. Alternativ sind Text und Illustrationen in der Online-Version unter Tag24 verfügbar.




3. März 2023

Bilder sagen mehr

Manche Texte können das Kopfkino anregen - darum bemühe mich immer bei meinen Blogbeiträgen. Trotzdem wird das nie ganz so sein wie reale fotografische Erinnerungen.

Deshalb habe ich nun noch auf meinen Facebook-Seiten einen Kurzbericht über meinen Vassaloppet im Ski-Tandem mit Christiane und Carsten veröffentlicht, der eine kommentierte Bildergalerie mit 40 Aufnahmen enthält. Diese Fotos werden mich auch nach Jahren an dieses außergewöhnliche Nordlandabenteuer erinnern.

Wer ebenfalls mit dem Gedanken einer Teilnahme am Vasaloppet liebäugelt und weitere Informationen benötigt oder einfach noch mehr Details erfahren möchte, kann sich gern an mich per e-Mail wenden.

28. Februar 2023

Unmögliches wird möglich

Der Schreck saß tief. Wieder einmal war ich zu einem großen Rennen über 1000 km in den Norden gereist, und erneut gab es Probleme mit meiner Ausrüstung. Die gelochte Aluminiumöse, mit der die rechte Tandemskistange an der Deichsel meines Langlaufschlittens befestigt wird, war gebrochen. 

Daraufhin bastelten Carsten und ich mittels einer Seilschlinge eine alternative Befestigung, um sie später außerdem mit Klebeband zu fixieren. Das mußte unbedingt noch getestet werden, zusätzlich zu meinen neuen Ski für den Langlaufschlitten, die in Schweden erstmalig zum Einsatz kommen sollten.

Also fuhren wir zum Skistadion von Mora und drehten ein paar Testrunden inklusive einiger, kurzer Steilrampen und Abfahrten. Dabei behielt ich die neuralgische Stelle immer im Blick, doch es sah gut aus. Trotzdem wollte ich die Konstruktion nicht gleich überstrapazieren, denn der große Einsatz war erst am nächsten Tag geplant. Deshalb packten wir 1,5 Stunden später unseren Krempel wieder ins Auto und fuhren zurück ins Hotel Moraparken.

Der 27.02. begann für Christiane, Carsten und mich sehr zeitig. 1.30 Uhr Aufstehen, 2.00 Uhr Frühstück und gegen drei mit dem Auto zum Busbahnhof. Am Vortag hatten wir nämlich ebenfalls die örtlichen Gegebenheiten ausgekundschaftet, bevor wir uns im Registrierungsbüro des Vasaloppets anmeldeten. Die Leute dort schienen übrigens kurzzeitig etwas überfordert zu sein, als sie plötzlich die Startunterlagen für drei Personen aushändigen sollten, statt - wie offensichtlich erwartet - nur für Christiane und Carsten. Aber auch bei den Hotelangestellten hatte ich den Eindruck, daß sie mich als Teilnehmer des Wasalaufs gar nicht wahrnahmen. Egal - ich erlebe das bei meinen Spezial-Operationen öfter ... 

Das ging dann auch so weiter am Busbahnhof, wo die Sonderbusse für den Transfer der Teilnehmer von Mora zum Startort Sälen bereitstanden. Etwas enttäuscht war ich auch von dem dort eingesetzten Personal, daß sie nicht gleich von sich aus meine Freunde unterstützten, um mich in den Bus zu transportieren. Ich mußte die jungen Männer gezielt auffordern, damit sie wenigstens Carsten beim Aufrichten halfen, der mich schließlich huckepack in den Bus trug. Auch bei einigen anderen Gelegenheiten fiel mir später diese Passivität bzw. offensichtliche Gleichgültigkeit der Leute auf. Einen Blumenstrauß verdienen sich die Schweden damit jedenfalls nicht bei mir.

In Sälen waren meine Freunde ebenfalls Alleinunterhalter, aber dort hatten wir schon Routine. Mehr als eine Stunde hieß es nun noch bis zum Start warten. Glücklicherweise war es über 0°C, obwohl wolkenlos. Um 7.00 Uhr ging es dann los.

Den ersten Anstieg, währenddem die meisten Höhenmeter am Stück überwunden werden mußten und an dessen Ende sich mit ca. 520 m NHN der höchste Punkt der Strecke befand, kamen wir erstaunlich gut und sogar leidlich flott hoch. Diese zwei Kilometer hatte ich nämlich während der Vorbereitung als größten Killer eingeschätzt. Das motivierte.

Kurz darauf kletterte die Sonne hinter den Bergen hervor und vergoldete eine Welt wie aus dem Bilderbuch. Das Glücksgefühl, genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, setzte in uns zusätzliche Kräfte frei. Unter solchen Bedingungen Ski zufahren, war unfaßbar schön! Dieser Tag würde Helden zeugen!

Nach etlichen entspannten Kilometern, erst auf einer Hochebene, anschließend leicht bergab, kam der zweite lange Anstieg zur Raststation Risberg. Dieser setzte uns ganz schön zu, auch weil es schon fast zu warm für's Bergefahren war. Im weiteren Verlauf verstaute ich deshalb meine Mütze in den Rucksack, wo sie bis zum letzten Kontrollpunkt verblieb.

Vor Evertsberg wurde es endlich wieder ein entspanntes Gleiten in perfekter Loipe in beinahe schon traumhafter Winterlandschaft mit zugefrorenen Seen, lichtem Wald und einigen offenen Passagen. Über uns wölbte sich ein strahlend blauer Himmel, die Sonne schien und auch hier wehte fast kein Wind. Selbst der Mond ließ sich blicken. Es war beinahe schon kitschig schön.

Allerdings wurde die Strecke bald darauf technisch und konditionell anspruchsvoller. Zuerst kamen die steilen Abfahrten mit teils engen, ausgefahrenen Kurven. Bevor wir das realisiert hatten,  verlor ich an der denkbar ungünstigsten Stelle zum ersten Mal am Tag die Kontrolle über mein Gefährt. Gut, daß die anderen Skifahrer auf der Piste einigermaßen versiert das große Hindernis - das waren wir mit umgestürztem Schlitten und Gestänge quer zur Fahrtrichtung - mitten in der Kurve passierten. Sonst hätte dort für uns auch schon die Fahrt zu Ende sein können.

Im Verlauf der Tour machte ich noch vier weitere Male Bekanntschaft mit dem Untergrund, doch wäre das bis auf einen einzigen Sturz durchaus vermeidbar gewesen. Es reicht eben manchmal auch schon, wenn nur einer im Tandem kurz unaufmerksam ist. Auf jeden Fall kam nun öfter mal unser Bremser Carsten zum Einsatz, und er machte seine Sache richtig gut! Wenn man perfekt aufeinander eingespielt ist, sind zu dritt selbst steile Abfahrten ohne Unfälle zu meistern.

So sehen Sieger aus! (Aufnahmeort)
Trotzdem gestaltete sich unser Vorwärtskommen zunehmend kurios. Während wir auf den Abfahrten die anderen Skifahrer meist vorbeiziehen lassen mußten, weil wir zur Sicherheit erheblich mehr bremsten, rollten wir das Feld dann regelmäßig an den Anstiegen von hinten auf. So hätte ich das nun wirklich nicht erwartet.

Als mir Christiane gerade erklärte, daß für sie der mental schwierigste Teil einer Langstrecke immer derjenige ist, an dem ca. ¾ der Tour geschafft ist, trat bald darauf tatsächlich dieser Fall ein. Das ständige Auf und Ab dieses Abschnittes mit bösen, kurzen Rampen und ebenso steilen Abfahrten zermürbte nicht nur mich, sondern machte auch meiner Vorderfrau zu schaffen. Erst in Oxberg konnten wir wieder etwas durchatmen. Hier behandelte Christiane endlich auch noch einmal ihre Ski, wobei sich die Wahl des Steigwachses als russisches Roulette darstellte. In der Sonne sulziger Schnee, im Schatten teilweise schon wieder vereiste Spuren. Aber Christiane hatte den richtigen Riecher, sodaß wir nach den letzten Bergen noch mal richtig aufdrehen konnten.

Unser Zieleinlauf im Livestream des Vasaloppet.TV
18.02 Uhr fuhren wir zu dritt in Mora durch das Zieltor (s. Video - Uhrzeit 18:02:22 oben links) - und damit zu einer Zeit, die ich niemals zu erreichen gehofft hatte. Vielleicht bin ich ja damit tatsächlich der erste Rollifahrer gewesen, der diese 90 km im (Tandemski-)Langlaufschlitten bewältigt hat (s. a. meine Vasaloppet-Statistik). Aber so wichtig ist mir das nun auch nicht, denn die Freude über diesen Erfolg steht in nichts meinen großen Handbike-Projekten nach. Nur habe ich damit unter Beweis gestellt, daß auch im Wintersport (selbst für Fußgänger) anspruchsvolle Unternehmungen möglich sind, wenn man diese gemeinsam mit den richtigen Leuten angeht. Als ich Christiane vor etwas mehr als 2 Jahren kennenlernte, befanden sich solche Taten noch weit jenseits meines eigenen Erlebnishorizonts.

Inzwischen liegt auch beim Wintersport meine Meßlatte deutlich höher.

23. Februar 2023

Auf den Spuren von Gustav Eriksson

Viele Länder haben ihren eigenen Gründungsmythos. Für Schweden gehört dazu die Flucht des späteren ersten Königs Gustav Wasa von Mora bis in die Gegend von Sälen, um sich vor den Häschern des dänischen Tyrannen in Sicherheit zu bringen. Dort erst wurde er von zwei der besten Skiläufer aus Mora eingeholt, die ihn zur Umkehr bewogen, damit er den Aufstand gegen den grausamen Dänen anführt.

Diese Erzählung bildet den Hintergrund für eine der weltweit größten Skilanglaufveranstaltungen, den Vasaloppet. In den vorangegangen Beiträgen habe ich immer mehr Hinweise auf dieses Rennen gegeben: Ja, ich werde mich dieser ultimativen Herausforderung im Skilanglauf stellen!

Das Signet des Vasaloppet
Im Alleingang sehe ich freilich keine Möglichkeit, die Strecke von Sälen nach Mora in der geforderten Zeitspanne zu bewältigen. Doch seit ich mit Christiane im Skitandem-Gespann fahre, ist dieses Ziel in den Bereich des Möglichen gerückt. Außerdem wird unsere Truppe durch Carsten komplettiert, welcher nicht nur ggf. mein Ersatz-Gespannführer sein kann, sondern viel eher noch als Bremser fungiert. Denn es gibt nach dem heftigen Anstieg gleich zu Beginn auch jede Menge Abfahrten, deren Steilheit wir (noch) nicht kennen. Abhängig von der zugrundegelegten Quelle, sind nämlich immerhin rund 800 Hm auf diesen 90 km zu bewältigen.

Schon jetzt kann ich eine eigene Geschichte dazu erzählen, wie es zu dieser verrückt anmutenden Idee kam. In der Wintersaison 2021/2022 lief es richtig gut. Die Touren im Skitandem mit Christiane wurden immer länger. Als wir dann die Strecke des Jizerská 50 in großer Besetzung erfolgreich meisterten und darüberhinaus eine praktikable Bremstechnik für steile Abfahrten (d.h. mit Bremser) entwickelt hatten, rückte dieses legendäre Rennen in Schweden endgültig in den Blickwinkel. Mein tschechischer Kamerad Lád'a interessierte sich nicht so sehr dafür, doch Christiane als begeisterte, im Erzgebirge geborene Wintersportlerin mußte ich das nicht zweimal sagen.

Bereits im September 2022 kontaktierte ich also das Organisationsteam des Wasa-Laufs und erzählte den Leuten von meinem Teilnahmewunsch. Natürlich hatte ich mich zuvor schon intensiv über das Umfeld und zum Ablauf der Veranstaltung informiert, sodaß ich mir überhaupt nicht sicher war, ob wir im Zweiergespann überhaupt starten dürfen. Deshalb holte ich etwas weiter aus - in der Hoffnung, daß die Berichte über meine vergangenen Großprojekte für eine positive Reaktion förderlich sein könnten. Und tatsächlich meldete sich bald darauf der Sportchef Tommy Höglund höchstselbst, um mir bzw. uns die Startfreigabe mitzuteilen. Er empfahl uns außerdem einen der Vorläufe, die unter dem Namen "Öppet Spår" (Offene Spur) eine Woche vor der Hauptveranstaltung stattfinden. Denn Strecke, Ablauf, Service sowie die Aufteilung der Zwischenstationen mit den Verpflegungspunkten sind absolut identisch.

Und so wird es nun auch sein! Wir starten am 27. Februar 2023 zur Öppet Spår måndag. Außerdem haben wir in Sälen - wie zugesichert - Plätze im ersten Startblock erhalten, deren Läufer 7.00 Uhr am Morgen in die Spur geschickt werden. 12 Stunden und 30 Minuten bleiben damit für uns, um das Ziel in Mora innerhalb der Frist zu erreichen. Das wird sehr schwierig, ist aber zu schaffen - wobei allein ich der einzig limitierende Faktor bin ...

Doch ich habe das denkbar beste Team an meiner Seite. Wenn ich erfolgreich sein kann, dann nur mit solchen Sportfreunden! Ich betrachte es als Privileg, mich gemeinsam mit ihnen in dieses Abenteuer zu stürzen!

PS: Wir werden vom 24.02. ab Mittag bis zum 02.03. nachmittags auf Reisen sein. Gut möglich, daß ich innerhalb dieser Zeitspanne nicht dazu komme, hier im Blog darüber zu berichten. Wie die Sache ausgegangen ist, davon wird aber spätestens nach meiner Rückkehr zu lesen sein.

1. September 2022

Von Salzburg zum Wörthersee

Das nächste Projekt steht an, die letzte größere zusammenhängende Unternehmung in diesem Jahr: die 4-Etappen-Tour von Salzburg über die Großglockner-Hochalpenstraße zum Millstätter und schließlich Wörthersee. Entstanden ist die Idee dazu bereits Ende vergangenen Jahres, als mich Daria aus Salzburg kontaktierte, weil sie mit mir gemeinsam Handbike fahren wollte.

Bei meinem ersten Besuch in Salzburg über Ostern konnte ich mich dann während unserer Ausflüge im Handbike davon überzeugen, daß meine Sportfreundin nicht nur den Willen, sondern auch das Potential hat, erfolgreich diese Herausforderung zu bewältigen. Unsere bald darnach im Duo absolvierte Fünf-Flüsse-Radtour auf Einladung des Tourismusverbands Ostbayern bestätigte meine Einschätzung.

Ungefähre Übersicht der Etappen inkl. Alternativen
So weit, so gut. Leider mußte mir Daria vor einigen Tagen eröffnen, daß inzwischen eine nicht behandelte und von vor ihrer Zeit im Handbike stammende Verletzung an ihrer Schulter sie zu Belastungseinschränkungen zwingt, bis diese operativ versorgt wurde. Natürlich ist das schade, doch in diesem Fall bin ich es, der ein Einsehen haben muß. Es bringt nämlich niemandem etwas, wenn meine Tourenpartnerin aufgrund fortgesetzter Überanspruchung dann irgendwann mal dauerhaft ausfällt. Deshalb sind wir nun so verblieben, daß Daria kurzfristig entscheiden wird, welche Streckenabschnitte und wieviele Kilometer sie an meiner Seite im Handbike fahren wird.

Hannes - ihr Ehemann - ist jedenfalls unser Fahrer für den Transfer der Ausrüstung und des Gepäcks zwischen den Etappenorten, und in sein Auto kann dann Daria bei Notwendigkeit immer umsteigen. Außerdem werden wir bei Gelegenheit von mindestens einem Vertreter eines unserer Sponsoren mit dem Rennrad begleitet - sehr wahrscheinlich die Etappe über die Großglockner-Hochalpenstraße.

Hier ist die vorläufige Planung:

04.09.2022: Salzburg - Bruck
05.09.2022: Bruck Rundtour / Ruhetag
06.09.2022: Bruck - Heiligenblut (Großglockner Hochalpenstraße)
07.09.2022: Heiligenblut - Franz-Josefs-Höhe / Ruhetag
08.09.2022: Heiligenblut - Seeboden (Millstätter See)
09.09.2022: Seeboden (Millstätter See) Rundtour / Ruhetag
10.09.2022: Seeboden - Pörtschach (Wörthersee) 
11.09.2022: Pörtschach (Wörthersee) Rundtour / Ruhetag

Die jeweils zweiten Tage an einem Etappenort sind entweder als Ruhetag gedacht oder bei genügend Kraftreserven für kleinere bzw. (meist) leichtere Rundtouren vorgesehen. Die ursprüngliche Idee dahinter war, bei Regenwetter einen Puffertag zu haben, an welchem man notfalls im Quartier auf Wetterbesserung warten kann. - Ich hoffe, wir brauchen diese Tage nicht dafür.

Auf jeden Fall werde ich versuchen, regelmäßig von unterwegs zu berichten. In der Vergangenheit hat das ja auch immer geklappt.

Die Spannung steigt!

29. Juni 2022

Erst das Vergnügen, dann die Arbeit

Am letzten Tag meines Aufenthalts im Lausitzer Seenland hatte ich nun meinen Auftritt als Gast beim Treffen der AG Leichter Reisen. Mit vielen Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft bin ich inzwischen persönlich bekannt, und so war es für mich fast wie ein Heimspiel. Besonders schön fand ich, daß es nebenher auch genügend Raum für die Kontaktpflege und das Auffrischen gemeinsamer Erinnerungen gab. Hier wird genau die Art von Kommunikation gepflegt, die einer zunehmenden (informellen) Vernetzung und dem Austausch aller Beteiligten auf Augenhöhe förderlich ist.

Beim Treffen der AG Leichter Reisen
Ich berichtete heute zunächst über meine im Laufe der Jahre gewonnenen Erkenntnisse in der gelebten Praxis im Umgang mit mobilitätseingeschränkten Gästen,  um dann anhand von einigen Beispielen Anregungen und praktikable Tips zur "barrierefreien" Einrichtung von Unterkünften bzw. zur inklusiven Ausgestaltung von Erlebnisangeboten für diese Zielgruppe zu geben. Manchen verblüffte ich wohl mehr als einmal mit einigen Bemerkungen, wie man mit vergleichsweise geringem (finanziellen) Aufwand bzw. ganz simplen Lösungen gravierende Verbesserungen erreichen kann - die dann auch von den Gästen mit Handicap so wahrgenommen (und entsprechend gewürdigt) werden. Die Rückmeldungen zu meinen Ausführungen und Diskussionsbeiträgen waren jedenfalls durchweg positiv und vermittelten mir das Gefühl, einen nützlichen Beitrag zum Gelingen zur Veranstaltung geleistet zu haben. Für mich immer der schönste Lohn!

Nach dem Mittag beteiligten sich noch alle diejenigen Teilneher, welche einen nicht ganz so weiten Heimweg hatten, an der Exkursion zum Wassersportzentrum am Geierswalder See. Ich hatte mich dort gestern bereits umgesehen, dennoch fuhr ich ebenfalls noch einmal dorthin. Die Hoffnung, dort (wie von Jörg angekündigt) Jan Pötschke vom Dresdner Hochschulsportzentrum zu treffen, erfüllte sich. Die Dresdner arbeiten nämlich mit dem 1. WSVLS und speziell mit Jörg beim Thema Inklusion im Segelsport zusammen, und so konnte ich einiges im direkten Gespräch mit Jan klären.

So wie es derzeit aussieht, werde ich nun meine für die ersten beiden Augustwochen geplante Alpenpässejagd in diesem Jahr ins Wasser fallen lassen. Das kann ich mir leisten, denn im September bin ich mit Daria auch im Hochgebirge unterwegs. Anstelle des Handbikes wird daher also das Segelboot mein favorisiertes Sportgerät, weil ich an einem Segelkurs des Hochschulsportzentrums mit Jan als Organisator und Jörg als Trainer teilnehme. Das Besondere ist dabei, daß ich den Kurs gemeinsam mit den übrigen Teilnehmern ohne Handicap absolviere - nicht nur die Theorie, sondern auch die praktischen Übungseinheiten auf dem Boot. "Echte" Inklusion sollte genau so funktionieren, deshalb habe ich auch bei Jan und Jörg mit meiner Anfrage offene Türen eingerannt. Ich bin willkommen!
 
Ich glaube, dieses Vorhaben wird alle Beteiligten bereichern ... und mir eine ganze Menge Spaß machen!

21. Juni 2022

Zu Besuch im Lausitzer Seenland

Am 29.06. bin ich zum Treffen der AG Leichter Reisen in den Senftenberger Ortsteil Großkoschen eingeladen, um dort aus der Sicht eines Betroffenen den Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft die eigenen Erfahrungen zum barrierefreien Tourismus in Deutschland zu schildern und Anregungen für entsprechende Angebote zu geben. Immerhin befasse ich mich ja seit etlichen Jahren mit diesem Thema - und das spricht sich immer mehr herum.

Erst im vergangenen Jahr war ich deshalb zu Gast in Ostfriesland, und im Mai konnte ich mit einer Sportfreundin nach der vom Tourismusverband Sächsische Schweiz e.V. finanzierten Befahrung des Elberadwegs von Dessau bis Dresden (2016) nun den 5-Flüsse-Radweg im Handbike durch die Unterstützung des Tourismusverbands Ostbayern e.V. testen. Aber ebenso das Seehotel Rheinsberg (2012 / 2014) sowie der ElsterPark Herzberg (2017) sponserten mir damals den Aufenthalt, damit ich dort die Möglichkeiten für mobilitätseingeschränkte Gäste kennenlerne und darüber berichte. Mir macht das nicht nur Spaß, sondern es ist für mich auch eine prima Gelegenheit, neue Kontakte zu knüpfen und darüberhinaus den Leuten meine eigene Sicht auf das Thema nahezubringen. Wenn sich dann außerdem über die Jahre ein Netzwerk zum Thema "barrierefreies Reisen und Erleben" entwickelt und ich dazu meinen Teil beitragen kann, ist das für mich ein sehr schöner Nebeneffekt.

Auch diesmal werde ich die Teilnahme an dem Treffen der Vertreter der AG Leichter Reisen mit ein paar zusätzlichen Urlaubstagen verknüpfen, denn der Tourismusverband Lausitzer Seenland e.V. übernimmt die Kosten für meine Unterkunft im Familienpark Großkoschen. Ich habe bereits eine Liste mit barrierefrei zugänglichen touristischen Angeboten und Sehenswürdigkeiten der Region erhalten, von denen ich bei meinen geplanten Handbiketouren etliche ansteuern werde.

Für mich jedoch der absolute Höhepunkt des Kurzurlaubs ist jetzt schon die Verabredung zum inklusiven Segeln mit Jörg vom 1. Wassersportverein Lausitzer Seenland e.V. Segeln war ich noch nie in meinem Leben, dabei fühle ich mich am und im Wasser ebenfalls sehr wohl. "Die Schwalbe fliegt über den Eriesee ..." - Na, so schlimm endet es hoffentlich nicht, aber ich bin darauf gespannt wie ein Flitzebogen. Mittlerweile habe ich auch schon mit Jörg Kontakt aufgenommen, um etwas mehr über das Inklusionsprojekt zu erfahren. Toll, wie sich der mehrfache Deutsche Meister im Segeln für diese Sache einsetzt!

Unter Langeweile muß ich also ab kommenden Freitagabend gewiß nicht leiden, und vielleicht ergibt sich auch die eine oder andere nette Begegnung im Urlaub. Wie es mir dabei so ergeht und wie überhaupt die Sache mit dem Segeltörn ausgeht - hier erfahrt ihr es tagaktuell!

Auf zu neuen Ufern!

20. Mai 2022

Herausforderung zum Schluß

Mein Bauchgefühl sollte mich nicht täuschen - unsere letzte Etappe auf dem Fünf-Flüsse-Radweg wurde die schwierigste. Während der Vorbereitung der Tour hatte ich nämlich beim Kartenstudium bemerkt, daß die Radwege entlang des Ludwig-Donau-Main-Kanals meist als nicht asphaltierte Strecken eingezeichnet waren. - Genau so kam es dann auch.

Eine der schwierigeren Passagen auf dem Radweg
entlang des Ludwig-Donau-Main-Kanals (Aufnahmeort)
Bereits am Ortsende von Beilngries wechselten wir auf Kies, der uns nun in unterschiedlicher Qualität treu blieb, bis wir die Randbezirke von Nürnberg erreichten. Hier volle Pulle zu fahren, getraute ich mir wegen meiner schmalen Rennradbereifung natürlich nicht. Wenn wir hingegen kurzzeitig auf Asphalt oder anderen glatten Untergrund wechselten, fühlte sich das dann so an, als ob man plötzlich über Eis dahingleiten würde.

An diesem Tag fiel mir besonders in Berching auf, daß das wunderschöne mittelalterliche Stadtzentrum ebenfalls nur auf holperigen Belag durchquert werden konnte. Einen Kilometer lang im Handbike wegen des grobem Kopfsteinpflasters mehr oder weniger durchgeschüttelt zu werden, ist bestimmt auch nicht jedermanns Sache.

Die Fahrt entlang des schmalen Ludwig-Donau-Main-Kanals hatte jedoch auch ihren Reiz. Weit entfernt von Verkehrslärm und Abgasen, tauchten wir hier zeitweilig in eine fast unwirklich erscheinende Welt ein. Anfangs wie durch einen bewaldeten Graben fahrend, mied der Kanal die Ortschaften. Erst in Neumarkt in der Oberpfalz erreichten wir wieder urbanes Gelände. Zeit für eine kurze Eiszeit im Stadtzentrum.

Faszination Ludwig-Donau-Main-Kanal: An einer der Schleusen
dieses bereits 175 Jahre alten technischen Bauwerks
(Aufnahmeort)
Kurz danach startete ich einen Versuch, dem unbefestigtem Radweg entlang des Kanals auszuweichen und eine alternative Streckenvariante auf Asphalt zu finden (s. Track vom 19.05., km 36,4 - 42,7). Doch nachdem der Radweg endete und sich die Straße außerdem von der ursprünglichen Route entfernte, kehrte wir auf den Schotter zurück. Bis kurz vor Röthenbach (km 64,8) folgten wir noch dem Kanal, bevor wir schließlich die von Franken-Radreisen angebotene alternative Streckenvariante wählten. Allerdings verlief diese dann bis zum Stadtrand von Nürnberg ebenfalls größtenteils auf Kieswegen.

Ich schlug Daria noch den Abstecher zum Reichsparteitagsgelände vor, war jedoch ziemlich enttäuscht darüber, was wir dort vorfanden. Nur für den kurzen Abstecher in das Innere der Arena lohnte die Anfahrt jedenfalls nicht, denn mit unseren Handbikes wurden wir am Eingang des Dokumentationszentrums von einem rauchenden Aufseher abgewiesen. Das fand ich ziemlich skurril und war dementsprechend bedient.

Kurz vor 17.30 Uhr schloß sich am Hotel Alpha der Kreis unserer Etappentour auf dem Fünf-Flüsse-Radweg. Einmal mehr hatte sich Daria wacker geschlagen, auch wenn es für sie gestern ans Eingemachte ging. 350 km an fünf Tagen (inkl. Ruhetag) zu bewältigen, ist nach nur einem halben Jahr Fahrpraxis im Handbike eine echt bewundernswerte Leistung.

Nun werde ich bei meiner Rückmeldung anregen, zumindest für diesen Abschnitt mal über eine zusätzliche Streckenvariante auf Asphalt nachzudenken. Denn viele Straßen scheinen in dieser Region über begleitende Radwege zu verfügen und daher prinzipiell als Ausweichvariante geeignet zu sein. Weil die Wahl zwischen mehr Verkehrslärm und schlechterem Untergrund aber immer subjektiv ist, kann jeder Handbiker dann selbst entscheiden. Alles Gute auf einmal gibt es eben meist nicht.

Mein Fazit als Handbiker für den Fünf-Flüsse-Radweg: Die Etappentour ist uneingeschränkt empfehlenswert für robuste Handbikes mit Tourenbereifung sowie Elektro-Unterstützung. Beispielsweise wären dafür die E-Mountain-Handbikes von Praschberger eine gute Wahl. Mit einem "echten" Racebike würde ich es mir jedoch gründlich überlegen, doch sind diese ja sowieso eher für Wettkämpfe konzipiert. Beeindruckt war ich, wie reibungslos der von Franken-Radreisen organisierte Transport des Gepäcks zwischen den Etappenorten funktioniert hat - tip-top! Nach dem Ende der Tour ist außerdem auch immer noch eine zusätzliche Übernachtung empfehlenswert, um am nächsten Tag ausgeruht nachhause zu gelangen. Die Quartiere unterwegs waren immer gut bis sehr gut auf Rollifahrer eingestellt - und wo die Ausstattung hinsichtlich der Barrierefreiheit noch besser hätte sein können, glich dies das Engagement des Personals auf wohltuende Weise aus.

Es waren erlebnisreiche Tage in einem sehr schönen Landstrich bei bestem Wetter. Diese mehrtägige Unternehmung in Begleitung einer motivierten Sportfreundin paßte gut zu meiner Vorstellung von einem gelungenem Aktivurlaub.
 

17. Mai 2022

Für Genießer

Unsere gestrige zweite Etappe von Amberg nach Regenburg dürfte wohl jedem Radler gefallen: ein bis auf zwei kurze Rampen von um die 100 m Länge entspanntes Rollen durch die wunderschönen, romantischen Flußtäler von Vils und Naab. Während wir am ersten Tag öfters mal die Pegnitz aus den Augen verloren, blieben wir diesmal dem Wasser immer sehr nahe.

Die einzige Ungewißheit brachte das Wetter mit sich.  Ab Mittag waren nämlich kräftige Regenschauer, teils sogar Gewitter, angekündigt. Deshalb starteten wir nach einem opulenten Frühstück in Wohlfühl-Ambiente bereits 8.00 Uhr zu unserer kürzesten Tagestour, um die rund 68 km noch ohne Streß im Trockenen zu schaffen.

Noch in Amberg wechselte unsere Route auf dem Bahntrassenradweg Amberg - Schmidmühlen (s.Track vom 16.05., km 1,2 - 22,4). Das war ein herrliches Fahren! Meist leicht abwärts, rollten wir nun zwar größtenteils auf einer feinen Mineralstoffpiste, die jedoch voll rennradtauglich war. Lediglich die kleine Umleitung bei der Unterquerung der Autobahn A6 wegen einer zeitweiligen Baustelle wurde etwas holperiger. Schon nach knapp 1,5 Stunden (brutto) lag fast ein Drittel der Tagesstrecke hinter uns.

Kallmünz am Zusammenfluß von Vils und Naab
(Aufnahmeort)
Der Weiterweg bis Kallmünz verlief mindestens ebenso entspannt, diesmal sogar fast ausschließlich auf Asphalt. Die erste der beiden kurzen Rampen bei km 28,8 brachte uns daher kurzzeitig aus dem Rhythmus. Fern jeglicher Kraftverkehrsverbindung - die Hauptstraße befand sich auf der anderen Flußseite - machte es ansonsten einfach nur Laune, so zügig und ungestört von Auspuffgasen voranzukommen. Kallmünz bot einige schöne Fotomotive. Besonders beeindruckte mich dabei natürlich die Burgruine auf den Felsen hoch über der Stadt.

Nun kamen viele Kilometer auf ungeteerten Wirtschaftsstraßen, doch auch wenn es etwas mehr holperte, war die Qualität des Untergrunds immer noch akzeptabel. Wir lagen wirklich gut in der Zeit, und der Blick auf das Niederschlagsradar der Wetterapp auf dem Handy ließ die Hoffnung aufkommen, daß wir bis zu unserem Tagesziel vom Regen verschont bleiben. Also drosselten wir lieber etwas unser Tempo, um nicht noch unangenehme Überraschungen zu erleben.

Um nahe der Mündung der Naab in die Donau letztere zu überqueren, mußten wir uns dann die zweite Steilrampe hocharbeiten. Die sah von unten viel zu steil aus, um sie fahren zu können. Also dachten wir, unser Navi würde uns einen Streich spielen, bis wir kurz darauf unseren Irrtum bemerkten. Letztlich war es gar nicht so schlimm, obwohl Daria ihr Handbike gleich vorsichtshalber diesen engen Weg hinaufschob. Dafür hatten wir danach von der Eisenbahnbrücke über die Donau einen schönen Blick auf die Flußmündung der Naab. Die letzten Kilometer zum Quartier ging es auf unbefestigten bzw. schotterigen breiten Radwegen in die Stadt. Trocken bis zum Schluß.

Dort mußten wir dann etwas suchen, bis wir unsere Unterkunft, das Altstadt Quartier Münchner Hof, fanden. Zum Glück gibt es heutzutage auch dafür Handy-KartenApps. Unsere Gastgeber hier sind ebenfalls sehr engagiert, auch wenn ich als Rollifahrer im Hotelzimmer bei der Benutzung der Dusche Unterstützung durch Daria (die ja noch ein paar Schritte laufen kann) benötige und mich vom Frühstücksbuffet eine hohe Stufe trennt. Sicherlich könnten diese Hindernisse aber mit relativ überschaubaren Aufwand beseitigt werden - vielleicht denkt man ja bereits darüber nach.

Heute nachmittag treffen wir uns mit einer Vertreterin der Stadt Regensburg, die ebenfalls am Projekt des Fünf-Flüsse-Radwegs beteiligt ist und über den Radwegekoordinator des Tourismusverbands Ostbayern mit uns Kontakt aufgenommen hat. Eine prima Gelegenheit für erste Rückmeldungen ... 

15. Mai 2022

Kurzweilige Reise

Da haben Daria und ich also heute unsere erste Tagestour auf dem Fünf-Flüsse-Radweg absolviert.

Das Hotel Alpha, in welchem wir am Startort Nürnberg am Sonnabendnachmittag untergekommen waren, erwies sich als ein perfekter Ausgangspunkt. Hier konnten wir sogar unsere sperrigen Handbikes direkt vor unserem Zimmer abstellen, und die verkehrsruhige Lage mit beinahe dörflichen Charakter kam mir sehr entgegen.

Nach einem opulenten Frühstück brachen wir bei perfekten Wetter bereits kurz vor 8 auf. Waren es auf den ersten Kilometern entlang der Pegnitz ausschließlich geteerte Radwege, so kamen später auch etliche Abschnitte mit kiesschotterigen Untergrund. Trotzdem ließ sich das immer noch ganz gut mit meinen schmalen Reifen machen, obschon ich vorsichtshalber etwas Tempo herausnahm.

In Ottensoos stießen dann Freunde von Daria aus der Radreisen-Facebookgruppe zu uns, worüber ich mich besonders freute. Elke und Thomas sind ebenfalls begeisterte Tourenfahrer mit eigenen großen Projekten. In wenigen Wochen wollen sie beispielsweise von zuhause aus in 15 Tagen mit dem Rad nach Umbrien fahren. Kein Wunder, daß wir sofort auf einer Wellenlänge lagen. Während unserer gemeinsamen Weiterfahrt gab es jedenfalls viel zu erzählen. Bis Etzelwang begleiteten uns die beiden mit ihren Mountainbikes, dann hieß es Abschied nehmen. Allerdings wird sich Daria mit Elke und Thomas bald in Salzburg treffen, wenn unsere neuen Freunde dort auf ihrem Weg in Richtung Süden vorbeikommen.

Kurz nach unserer Pause am Happurger Baggersee gab es diesmal auch etwas Aufregung, die sich wohl jeder gern erspart. An einer unübersichtlichen Stelle schoß Daria einen Rennradfahrer ab, der dann filmreif aus dem Sattel kippte. Zum Glück verletzte er sich außer einer leichten Hautabschürfung am Unterarm dabei nicht, doch sein Carbon-Hinterrad hatte eine Acht. Uns gegenüber stellte die Thomas J. es so dar, als ob dieser Schaden durch Darias Zusammenstoß mit ihm entstanden wäre. Wie sich jedoch abends bei der Auswertung via Strava zu unserer beider Überraschung herausstellte, war er zuvor offensichtlich schon wegen einer gebrochenen Speiche mit diesem defekten Hinterrad unterwegs. Ich glaube, da gibt es einigen Klärungsbedarf ... Hinsichtlich ihres eigenen Handbikes blieb meine Begleiterin aber von unangenehmen Konsequenzen verschont. Ihr Praschberger Panzer steckte den Zusammenstoß völlig unbeeindruckt (unverformt) weg.

Auf dem höchsten Punkt unserer Etappentour
(Aufnahmeort)
Schön waren die alten Stadtzentren der fränkischen Kleinstädte, doch der sprichwörtliche Höhepunkt unserer Tour war die Überquerung der Mitteleuropäischen Hauptwasserscheide kurz vor Schönlind auf 480 m NHN (s. Track vom 15.05., km 59,0). Höher werden wir auf den nächsten drei Etappen bis zum Ausgangspunkt nach Nürnberg zurück nicht mehr kommen.

Nun haben wir im Amberger Drahthammer Schlöß'l Quartier bezogen, einem überaus komfortablen 4-Sterne-Hotel mit einem Ambiente, welches ich bisher so noch nicht erlebt habe. Dabei sind unsere Gastgeber uns gegenüber außerordentlich aufmerksam. Die Handbikes stehen hier in einer verschlossenen Garage, und zum Duschen bekam ich - wie von mir angefragt - einen der Outdoor-Stühle mit Stoffbespannung. So entspannt geduscht habe ich nach einer Tour lange nicht mehr!

Mal sehen, was der morgige Tag uns bringt. Denn es sind auch Regen und Gewitter angekündigt ...

9. Mai 2022

5-Flüsse-Radweg im Handbike

Ende März hatte ich gefragt, ob nicht jemand Lust hätte, mit mir gemeinsam den 5-Flüsse-Radweg im Herzen Bayerns auf dem Handbike zu testen. Für die Rundtour entlang der Flüsse Donau, Altmühl, Pegnitz, Vils und Naab sind fünf Etappen veranschlagt, man kann sie aber auch strecken. Finanziert wird diese Unternehmung übrigens über ein Projekt des für die Region verantwortlichen Radwegekoordinators im Tourismusverband Ostbayern. 

Einschließlich eines An- und Abreisetages werde ich nun diese Strecke vom 14. bis 20. Mai mit dem Handbike erkunden - begleitet von Daria, mit der ich erst vor wenigen Wochen zum ersten Mal in ihrer Heimat Salzburg und Umgebung auf Achse war. Die Resonanz auf meine Anfrage hätte durchaus größer sein können, doch vielleicht kommt bei dem einen oder anderen noch der "Appetit beim Essen", wenn dann hier im Blog meine tagaktuellen Erlebnisberichte zu lesen sind.

Organisator unserer Tour ist der Reise-Anbieter Franken Radreisen, deren Macher für uns die benötigten barrierefreien Quartiere gebucht haben sowie außerdem den Gepäcktransfer zwischen den Etappenorten übernehmen. Dabei nutzen wir die angebotene Variante 2 der 5-Flüsse-Radtour mit Start- und Zielort Nürnberg, weil hierbei an den Etappenorten immer geeignete Unterkünfte vorhanden sind. Eine kleine Besonderheit gibt es für unsere Befahrung trotzdem: Daria und ich bewältigen an vier Tagen jeweils eine Doppeletappe und legen dafür in Regensburg einen Ruhetag ein. Außerdem übernachten wir am Ende vor der Abreise noch einmal in Nürnberg, um danach ausgeruht nachhause zu gelangen. 

So sieht der Zeitplan aus:
14.05.: Anreise nach Nürnberg
15.05.: Nürnberg - Hersbruck - Amberg
16.05.: Amberg - Kallmünz - Regensburg
17.05.: Ruhetag Regensburg mit Stadtbesichtigung / Rundtour
18.05.: Regensburg - Kelheim - Beilngries
19.05.: Beilngries - Neumarkt - Nürnberg
20.05.: Abreise

Die Streckenlänge unserer vier Handbiketouren beträgt zwischen knapp 70 km und etwas über 80 km. An sich ist das für mich keine große Herausforderung. Auch Daria hat während unserer Ausfahrten über Ostern bewiesen, daß sie solche Entfernungen durchaus auch mehrere Tage hintereinander bewältigen kann. Dennoch gibt es keinen Grund, diese Radtour zu unterschätzen! Den Informationen auf der Seite des 5-Flüsse-Radwegs zufolge verläuft nämlich zumindest ein Teil der Strecke nicht auf asphaltiertem Untergrund und manchmal auch ziemlich im Zickzack, um kraftverkehrsintensive Passagen zu vermeiden. Bezüglich der zu erwartenden Höhenmeterbilanz ist hingegen eher Entspannung angesagt.

Ich bin schon neugierig auf dieses Radreise-Abenteuer - auf bisher mir unbekannte Landschaften, auf interessante Begegnungen an der Strecke und mit Gleichgesinnten, aber auch darauf, wie das alles mit den Quartieren und der Logistik klappt.

Mehr davon ab kommenden Sonntag.

31. März 2022

Wer möchte mitmachen?

Vor einigen Tagen kontaktierte mich der Projektkoordinator des bayerischen Fünf-Flüsse-Radwegs und fragte mich, ob ich nicht in nächster Zeit das Mehrtagesangebot mit dem Handbike testen und darüber im Blog berichten möchte. Denn die Region entlang der Flüsse Donau, Altmühl, Pegnitz, Vils und Naab läßt sich ohne große Höhenunterschiede auch gut auf drei Rädern er"fahren". Üblicherweise startet die Tour in Regensburg und endet dort nach fünf Etappen wieder. Es ist also eine Rundstrecke und daher ideal geeignet für die Anreise mit dem eigenen Auto, denn nur das Gepäck muß zwischen den einzelnen Unterkünften transportiert werden. Außerdem gibt es inzwischen an der Strecke ausreichend barrierefreie bzw. -arme Übernachtungsmöglichkeiten, welche sich für mobilitätseingeschränkte Gäste eignen.

Herr Stanke hat nun angeboten, über das Projekt die Koordination mit den Anbietern und darüberhinaus auch die durch zwei Personen anfallenden Kosten für Übernachtung/Frühstück sowie für den Gepäcktransfer (inkl. Rollstuhl) zu übernehmen. Dabei ist es keine Bedingung, die Tour unbedingt in fünf Etappen zu bewältigen. Auch hinsichlich der Terminplanung habe ich weitgehend freie Hand. Nur im Jahr 2022 - natürlich vor dem Winter - sollte die Unternehmung stattfinden.

Ich bin von der Idee jedenfalls begeistert. Mit dem Handbike war ich zwar schon in der Fränkischen Schweiz und auch im Umland von Augsburg aktiv - dort wohnen Freunde - doch wird es für mich trotzdem viel Neuland geben. Dazu paßt, mal auch mit neuen Gefährten die Region zu erkunden. Vielleicht mit Dir?

Folgendes wünsche ich mir von meiner Tourenbegleitung: 
  • Handbikerin oder Handbiker mit tourentauglichem Handbike, gern auch als Ankoppel-Gerät - für Paraplegiker jedoch OHNE E-Unterstützung (das ist MEINE Bedingung!).
  • Die Kondition, um die Etappen von maximal 75 km an einem Tag zu bewältigen und 5 Tage am Stück hintereinander unterwegs zu sein.
  • Ausreichend mobil, um ohne Hilfe durch Dritte allein im Tagesverlauf klarzukommen ODER Unterstützung auf eigene Kosten (Übernachtung/Frühstück bzw. ggf. Transfer weiterer Personen ist nicht durch die Projektfinanzierung abgedeckt und muß ggf. selbst organisiert werden).
Wichtig sind für mich auch diese Punkte:
  • Die Tour ist kein Rennen - es geht hier nicht um Bestwerte, sondern um sportlichen Genuß und das gemeinsame Erleben. Aus diesem Grund braucht sich niemand von meinen eigenen Unternehmungen beeindrucken lassen. Ganz ohne Leistungsdruck kann bzw. sollte jeder schreiben, der einfach mal Lust auf ein paar schöne und aktiv gestaltete Tage im Handbike hat.
  • Schön wäre es, wenn meine Begleitung sich unterwegs auch mal ablichten lassen würde - für meine eigenen tagesaktuellen Berichte im Blog sowie evtl. zur weiteren zweckgebundenen Verwendung im Rahmen des Projekts.
Gut kann ich mir als Begleitung eine Handbikerin vorstellen oder auch eine/n Tetraplegiker/in im Handbike. Im Jahr 2015 habe ich beispielsweise mit Stefan bei einer ganz ähnlichen Aktion den Elberadweg zwischen Dessau und Dresden getestet (s. diesen Blogbeitrag und nachfolgende). Allerdings vermute ich, daß für die Übernachtung kein separates Zimmer pro Person vorgesehen ist. M.E. kann dennoch der entsprechende Abstand bzw. die geschlechterspezifische Distanz gewahrt werden - ich bin da zu vielen Kompromissen bereit.

Bzgl. der Terminplanung ist manches möglich, sofern es in meinen bereits gut gefüllten Kalender paßt. Derzeit favorisiere ich eine Woche im Zeitraum Ende Mai oder Anfang Oktober. Evtl. läßt sich das aber noch etwas schieben, doch sollte ich zwischen meinen sportlichen (Urlaubs-)Aktivitäten immer wenigstens für ein paar Tage auf meiner Arbeitsstelle erscheinen.

Wer also von euch Interesse an einer gemeinsamen Aktion hat, meldet sich bitte bei mir per e-Mail bis zum 22. April. Falls es mehrere Interessenten gibt, wähle ich jemanden aus. Auf jeden Fall erhalten jedoch alle von mir eine Rückantwort. Für evtl. später stattfindende Veranstaltungen würde ich die Kontaktdaten aus den Zuschriften archivieren, es sei denn, ihr möchtet das nicht. - Wie gesagt, ich lerne immer gern neue Leute kennen.

Auf der Homepage des Fünf-Flüsse-Radwegs findet ihr weitere Informationen inkl. der Etappenaufteilung.

Ich freue mich auf eure Rückmeldung(en)!