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| 21.04.2007: Über den Bergweg von Porschdorf nach Prossen, im Hintergrund der Lilienstein (Aufnahmeort) |
Für mich ist der Frühling die schönste Jahreszeit. Die Tage sind nun wieder wesentlich länger, und spätestens, wenn das erste frische Grün sprießt und die blühenden Rapsfelder in der Sonne leuchten, beginnt die Radsport-Hauptsaison. Bevor mich die Hitze des Sommers lähmt, werden meine Ausfahrten nun immer länger. Es verwundert also nicht, daß ich in dieser Zeit zwischen April und Juni nicht nur regelmäßig überdurchschnittlich viele Tourenkilometer im Handbike zurücklege, sondern eben auch die meisten sogenannten Langen Kanten (Touren mit mehr als 200 km Streckenlänge).
Wenn man in der Sächsischen Schweiz außerhalb der tief eingeschnitten Flußtäler unterwegs ist, wird beim Rundblick über die Felsenwelt immer auch der Lilienstein im Panorama erscheinen. Dieser auf allen Seiten steil aufragende Tafelberg ist die wahrscheinlich markanteste Erhebung des Gebirges. Obwohl z.B. die Zschirnsteine sowie der im Nachbarland gelegene Hohe Schneeberg (Děčínský Sněžník) größere Höhen erreichen, ragt dieser Fels doch rund 150 m über der ihn umgebenden Ebenheit auf, was ihn zu einer eindrucksvollen Landmarke der Region macht.
Nicht zuletzt ist diese Dominanz auch ein Grund, den Lilienstein als Markenzeichen für die Sächsische Schweiz zu verwenden. Mein Vater war sehr wahrscheinlich der Erste, welcher bereits zu DDR-Zeiten die (stilisierte) Gestalt des Liliensteins im Logo des von ihm und weiteren Engagierten veranstalteten Wanderlagers darstellte. Gemeinsam mit dem ebenfalls landschaftsprägenden Fluß Elbe ähnelte seine Darstellung verblüffend genau dem heutigen Emblem des 1990 gegründeten Nationalparks Sächsische Schweiz - nur daß dieses erst mehrere Jahre nach seinem Entwurf entstand.
Damals hatte mein Vater die Verwaltung des Nationalparks wegen dieser Auffälligkeit kontaktiert, doch seine Einwände wurden abgewiesen. Im vergangenen Jahre nutzte ich dann nochmals eine passende Gelegenheit für einen Anlauf, seine Leistung einem größeren Leserkreis bekannt zu machen und entsprechend zu würdigen. Wie diese Angelegenheit ausging, ist hier nachzulesen. Auch wenn der Verdacht nach wie vor im Raum steht, daß sich beim Logo für den Nationalpark jemand mit fremden Federn geschmückt hat, ist der Lilienstein doch unbestreitbar das beste (Werbe-)Motiv meiner Felsenheimat.
Den ich allerdings als Rollstuhlfahrer nie (mehr) besteigen kann.
März < Bild des Monats

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