Einzig die Frage, ob dieser eine Tag Regeneration ausreichte, um erneut eine überdurchschnittliche Leistung abrufen zu können, blieb unbeantwortet. Deshalb entschied ich mich für einen Langen Kanten mit eher flachem Streckenprofil sowie einer längeren Warmfahrphase. Am Anstieg von Stadt nach Dorf Wehlen klärte sich diese letzte Frage. Nach anfänglichem Zug in den Armen, kam ich immer besser in Schwung, sodaß ich ziemlich flott diese 130 Hm bewältigte. Bereits vor Neustadt i. Sa. überholte ich meinen Virtual Partner, der sich mit 15,2 km/h bewegt.
Bis Bautzen fuhr ich durch weitestgehend bekanntes Gelände, fand diesmal jedoch eine interessante Streckenalternative bei der Anfahrt auf diese 1000jährige Stadt. Nach 70 km lagen nun auch die größten Anstiege hinter mir, sofern man angesichts der unlängst überwundenen Höhenunterschiede überhaupt davon reden kann. Jedenfalls erfüllte ich bis dahin immer noch meine 1%-Strecke:Höhenmeter-Bilanz (700 Hm auf 70 km).
In der Niederlausitz wurde es schließlich wirklich flach. Die Tour verlief nun auf sehr verkehrsarmen Straßen und erstaunlich abwechslungsreich durch viel Wald. Bis nördlich von Kamenz verlief alles nach Plan, wo ich trotz Navi an einem großen Kreisverkehr in die falsche Straße abbog. Die Gegend war mir jedoch bislang völlig unbekannt, deshalb blieb ich dabei und fuhr weiter.
Letztlich mußte ich deswegen ab Schmorkau für einige Kilometer die stark befahrene Bundesstraße B97 für die Rückkehr zur Originalroute nutzen und blieb auch nicht von der üblen Pflasterstrecke bis nach Königsbrück (s. Track vom 04.05., km 135,6 - 137,9) verschont, doch blieben die Autofahrer (inkl. großer LKW) diesmal bzgl. meiner Anwesenheit erstaunlich locker. Interessant in diesem Zusammenhang ist übrigens die Tatsache, daß mich nach meiner Erinnerung bisher NIE einer der LKW-Fahrer böse angehupt hat, obwohl ich für deren Fahrzeuge (u.a. mit Hängern) beim Überholen immer ein wesentlich schwieriger zu passierendes Hindernis darstelle. Vielleicht trägt dazu ebenfalls mein kooperativer Fahrstil bei, d.h. Fahren - soweit möglich bzw. teilweise - rechts des Randstreifens, verbunden mit Durchwinken, sowie notfalls auch Zwischenstop abseits der Fahrbahn, um besonders große Fahrzeuge vorbeizulassen.
Ab Königsbrück befand ich mich dann wieder auf öfter genutzten Straßen. Den letzten reichlich 60 km Stecke kam dabei die Rolle des undankbaren langen Endes zu, wobei ich bis hinter Moritzburg zunehmend mit Gegenwind zu tun hatte. Ansonsten gab es witterungsmäßig an diesem Tag aber überhaupt nichts zu beklagen! Perfekte Temperaturen und dafür nicht so viel Sonne (die hätte zusätzlich eingeheizt) ermöglichten mir in Verbindung mit den langen Flachstrecken ein lang nicht mehr erreichtes Durchschnittstempo.
Trotzdem war ich froh, wenige Minuten vor 19.00 Uhr nach ca. 13 Stunden zuhause im Hof einzurollen. Viel früher, als geplant!
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