24. Mai 2026

Stadt, Land, Fluß

Zwei weitere Touren sind in meiner aktuellen Stadtradel-Bilanz hinzugekommen. Die Feierabendrunde am Freitag nutzte ich dabei zur Bilddokumentation einer Strecke für das Tourenportal des Tourismusverbands Sächsische Schweiz im Internet. Und am Sonntag hatte ich mich mit Marvin von der Tretmühle verabredet.

Bevor ich am ersten Tourentag die Strecke ab Hinterhermsdorf hinab in Kirnitzschtal und zurück zur Straße unter die Räder nahm, bin ich natürlich noch ein paar zusätzliche Kilometer gefahren. Die Tage sind nun wieder so lang, daß ich selbst bei Halbtags-Mittelstrecken nicht mehr in die Dunkelheit komme. Als ich gegen viertel Fünf hinter der Gaststätte "Buchenparkhalle" in die Schotterstraße einbog, konnte ich mir deshalb viel Zeit für die bildliche Tourdokumentation lassen.

Auf dem Weg zur Niederen Schleuse im Kirnitzschtal
(Aufnahmeort)
Während der Belag der unasphaltierten Forststraße hinab ins Kirnitzschtal (s. Track vom 22.05., 52,2 - 57,2) meist frei von groben Gestein ist, weist der daran anschließende Teil der Strecke entlang des Flüßchens Kirnitzsch (s. Track vom 22.05., 57,2 - 63,3) neben zwei, drei kürzeren Asphaltstücken auch hunderte Meter lange Abschnitte auf, bei denen sich die Qualität des Untergrunds merklich verschlechtert hat. Noch vor ein paar Jahren bedeckte hier eine fein geschlämmte Mineralstoffdecke den Schotter, doch inzwischen wurde diese nahezu vollständig weggewaschen. Für mich bedeutete es, wegen meiner schmalen Reifen rund 10 km nur mit halber Kraft fahren zu können, um nicht eine Panne zu riskieren. Die Schönheit dieses romantischen Flußtals in der Hinteren Sächsischen Schweiz hat eben ihren Preis. Übrigens: Trotz der fortgeschrittenen Tageszeit, trotz der relativen Abgelegenheit begegneten mir gerade auf dieser als Radroute im Nationalpark ausgewiesenen Trasse eine ganze Menge Zweiradfahrer. Das hat mich überrascht, denn sonst war ich hier oft ganz allein unterwegs.

Nachdem ich wieder auf die asphaltierte öffentliche Straße gewechselt war, holte ich auf dem Heimweg meine Bummelei auf, sodaß ich schließlich 19.30 Uhr zuhause ankam. Eine schöne Einstimmung auf's Wochenende!

Gestern schließlich fuhr ich auf Umwegen nach Radebeul. Marvin vom dortigen Fahrradspezialgeschäft hatte mir angeboten, doch mal ein Handbike von Hase zu testen. Sein Arbeitgeber war es nämlich auch, der die Selbsthilfegruppe integrativ-aktiv am Sonnabend nach Himmelfahrt bei unserem gemeinsamen Ausflug in die Schrammsteine mit Leihrädern unterstützte. Obwohl die Handbikes von Hase grundsätzlich mit Elektromotor ausgestattet sind und daher für mich als Fortbewegungsmittel nicht infrage kommen, stand ich dennoch einer Testfahrt offen gegenüber - bot es doch die Möglichkeit, die ganz realen Auswirkungen einer Motorunterstützung beim Handbiken unmittelbar zu erleben. Bisher fußte meine Ablehnung von Mofas als Sportgerät immer nur auf Beobachtungen ...

Leider gab es ein Malheur bei der Anpassung des Handbikes auf meine Körpermaße, weshalb dieser Test am Ende doch nicht stattfinden konnte. Aber dann wird es eben später einmal, das ist jedenfalls ausgemacht. Außerdem habe ich angeboten, die Leute von Hase auch mit ganz praktischen Tips aufgrund meiner langen Handbikerlaufbahn zu unterstützen. Vielleicht ergeben sich dabei ja auch neue Querverbindungen, das jedenfalls würde ich ausdrücklich begrüßen.

Auf dem Rückweg nach Pirna wurde es danach am frühen Nachmittag teilweise richtig heiß. Das sind schon wieder die Temperaturen, bei denen ich leide. Zum Glück hatte ich bereits zwei Drittel der Strecke und der gewünschten Höhenmeter absolviert und konnte nun ohne Extravaganzen abseits des sicherlich bei diesem Sommerwetter stark frequentierten Elberadwegs heimfahren.

Zuhause wartete bereits eine eiskalte Cola auf mich.

19. Mai 2026

Einsame Höhen

Während meiner notwendigen Tourenpause am Sonntag entstand spontan die Idee für einen weiteren Langen Kanten. Solche Langstrecken sind für mich nur machbar, wenn ich zuvor gefaulenzt habe. Dann bin ich nicht nur ausgeruht, sondern kann auch ausgeschlafen zeitiger als sonst starten.

Am Montag fuhr ich endlich hinauf bis zum Kamm des Osterzgebirges. In diesem Jahr war ich im Handbike dort überhaupt noch nicht - zu kalt, zu windig, zu wechselhaft. Dabei mag ich diese Landschaft sehr! Doch allein die lange Anfahrt aus dem Elbtal mit vielen Höhenmetern selbst auf der "billigsten" Wegstrecke - dem Müglitztal - läßt solche Unternehmungen nur sinnvoll erscheinen, wenn eine längere Tour geplant ist. Am ersten Scheitelpunkt meiner Ausfahrt kurz hinter Böhmisch Zinnwald (Cínovec) standen nach knapp 50 km jedenfalls schon 800 Hm in der Streckenbilanz - und dabei hatte ich sogar die Abkürzung mit dem üblichen Einfahr"buckel" über Zehista und Köttewitz bzw. alternativ bis kurz vor Großsedlitz ausgelassen, um mich zu schonen.

Einsame Osterzgebirgskammstraße nahe der
Wüstung Ullersdorf (Oldříš) (Aufnahmeort)
Nach meinem Start gegen 4.00 Uhr morgens erreichte ich die Wittichbaude (Vitiška) an der Kammstraße kurz nach halb Neun. Um diese Zeit, noch dazu an einem Wochentag, war ich hier ganz allein. Das genau hatte ich auch beabsichtigt. An Wochenenden ist bei freundlichem Wetter auf diesen schmalen und oft verwitterten Sträßchen, die entlang des Erzgebirgskamms von Peterswald (Petrovice) im Osten ins zentrale Erzgebirge (im Westen) führen, nämlich oft der Teufel los. Vor allem Motoristen, darunter ganze Rudel von Zweiradfahrern, vergraulen mir mit ihrem Lärm und gehäuftem Auftreten die Freude. Diese Leute werden auf ihren Fahrzeugen nie den wahren Zauber dieser Landschaft erleben, der aus der Weitläufigkeit und der stillen Melancholie der von den Deutschböhmen verlassenen Siedlungsgebiete entsteht. Zuletzt war ich im Gebiet zwischen Holzhau, Neustadt im Erzgebirge (Nové Město) und Langewiese (Dlouhá Louka) übrigens mit Freunden im Februar 2026 auf Skiern unterwegs, denn es ist auch ein wunderschönes Winterland.

Erst in Deutschneudorf wechselte ich wieder auf die deutsche Seite, folgte jedoch weiterhin dem Tal der Schweidnitz westwärts. Überhaupt nutzte ich während meiner gestrigen Tour meist Täler zum Vorwärtskommen. Aufwärts im wesentlichen das Müglitztal, auf dem Rückweg die Täler der Schweinitz, der Flöha sowie der Freiberger Mulde. Auch dabei stand die Absicht im Vordergrund, sich "unnötige" Anstiege zu ersparen. Die Fahrt durch die häufig windungsreichen Flußtäler verlief dabei sehr abwechslungsreich, wie ich erfreut feststellte.

Erst ab Freiburg wurde es bis zur endgültigen Abfahrt ins Elbtal nach Dresden mühsam. Die vielen kleinen Anstiege und Abfahrten strengten mich mehr an, als es das Streckenprofil vermuten ließ. Dementsprechend langsam kam ich auf diesen 35 km voran. Zum Glück konnte ich mit schneller Fahrt auf dem Elberadweg meinen Durchhänger anschließend wieder ausbügeln. Dort mußte ich meinen Weg am Abend nur noch mit zahlreichen Feierabendpiloten teilen, bevor ich am Ende den nächsten 200er der Saison abrechnen konnte.

Das war wieder ein perfekter Tourentag mit für mich optimaler Witterung!

17. Mai 2026

Halbe Tage voller Aktion

Es muß nicht immer ein ganzer Tag in Bewegung sein. Seit einigen Jahren hat sich bei mir deshalb auch die freitägliche Feierabendrunde im Handbike etabliert. An diesem Tag arbeite ich von zuhause aus und kann aufgrund flexibler Arbeitszeitgestaltung auch schon mittags die Arbeitswoche beenden. Innerhalb weniger Minuten bin ich danach startklar.

Die Festung Königstein ist von allen Seiten eine
eindrucksvolle Erscheinung (Aufnahmeort)
Vorgestern habe ich dabei nur mein Minimalprogramm abgespult, was allerdings bedeutete, mir neben etlichen "schnellen" Strecken eine Steilrampe sowie einen Anstieg über rund 230 Hm am Stück vorzunehmen. Erstere ist der Anstieg von Pötzscha nach Naundorf (s. Track vom 15.05., km 8,1 - 9,5) sowie die daran anschließende 12% steile Pflasterstraße im Ort (s. Track vom 15.05., km 9,8 - 10,0). Diese Auffahrt gehört zu jedenfalls zu den Strecken, um die ich lieber einen Bogen mache, wobei ich mir hin und wieder gerade solche Abschnitte bei kurzen Trainingstouren zur (mentalen) Abhärtung verordne.

Die zweite größere Herausforderung war natürlich die Auffahrt durch den Tiefen Grund in Richtung Hohnstein (s. Track vom 15.05., km 40,3 - 45,6). Hier verhält es sich ein bißchen anders, weil ich diesen Berg aufgrund seines abwechslungsreichen Steigungsprofils eigentlich ganz gerne fahre. 12% werde nur auf einem relativ kurzen Stück erreicht, und auch erst, wenn man sich an den ersten Aufschwüngen eingefahren hat. Außerdem gibt es immer wieder Flachstücke, die sich - je nach tagesaktueller körperlicher Verfassung - entweder zum Beschleunigen oder zum Durchatmen eignen.

Da sich inzwischen dunkle Wolken mit Regenfahnen näherten, holte ich vor Neustadt schließlich etwas weiter ostwärts aus. Tatsächlich gelang es mir, bei diesem wechselhaften Wetter bis zum Schluß trocken zu bleiben und meine Tour wie geplant zu beenden.

Sonnabends stand dann wieder eine gemeinsame Ausfahrt mit den sportlich Interessierten der Dresdner Selbsthilfegruppe "integrativ-aktiv" an, während eine weitere Gruppe derweil wesentlich entspannter in Bad Schandau unterwegs war. Nachdem wir im Vorjahr auf Rädern gemeinsam eine recht anspruchsvolle Runde auf der anderen Elbseite ab Reinhardtsdorf-Schöna bewältigt hatten, wollten wir uns diesmal auf der Wildwiese die Schrammsteine von der entgegengesetzten Seite anschauen. Als Start- und Zielpunkt der Tour diente Königstein, wo nach der Rückkehr gemeinsames Grillen angesagt war (s. Track vom 16.05., km 39,9 -66,8).

Fast alle Teilnehmer mit Handicap benutzten Fahrzeuge mit zusätzlicher Elektrounterstützung. Prinzipiell bin ich zwar gegen solche Gefährte, wenn sie als Sportgeräte dienen sollen. In diesem Fall stand jedoch eher das Erleben im Vordergrund, weswegen ich ganz gut damit leben konnte. Zudem muß ich faierweise eingestehen, daß für die meisten Betroffenen eine solche Strecke gar nicht ohne zusätzliche Kraftunterstützung möglich gewesen wäre. Interessant war für mich vor allem, wie bzw. ob der Fahrer des Adaktivhandbikes auf den etwas steileren Abschnitten des Wenzelwegs ohne Hilfe klarkommt (s. Track vom 16.05., km 50,9 - 51,1). Dabei stellte sich heraus, daß Benutzer eines solchen Handbikes dort tatsächlich einen Begleiter zum Schieben benötigen. In der Gegenrichtung, also bei der Auffahrt über den Nassen Grund, dürfte es übrigens auf dem letzten Teilstück genauso sein.

Ich bin natürlich zum Treffpunkt auch schon mit dem Rad gekommen. Davor sammelte ich noch ein paar Kilometer und Höhenmeter, den fehlenden Rest zur gewünschten Gesamtbilanz beglich ich auf der Heimfahrt. An diesem Tag war ich insgesamt ebenfalls nur 7 Stunden sportlich aktiv, die übrige Zeit verging beim Grillen sowie den zahlreichen kleineren und größeren Pausen des doch erfreulich großen Radfahrerpulks der Dresdner Selbsthilfegruppe.

15. Mai 2026

Moderne Zeiten

Wegen des wechselhaften Wetters hatte ich mir für den Feiertag zu Himmelfahrt nur eine kurze Tour vorgenommen. Unschlüssig, wohin es gehen sollte, kreuzte ich zunächst im Osterzgebirgsvorland. Da der Wind immer mehr aus SW auffrischte, entschied ich mich dabei für die altbewährte Taktik: in den Tälern geschützt südwärts, mit Rückenwind dann aber auf den Höhen bzw. im freien Gelände zurück.

Das Fledermausquartier mit "Kristallkuppel" im
Bahretal (Aufnahmeort)
Gleich zu Beginn gab es eine Überraschung. In einem meiner Lieblingstäler "ziert" jetzt den historischen Kalkofen eine Glaskuppel. Die Bausubstanz dieses Gebäudes wurde vor einigen Jahren gesichert und als Fledermausquartier bereitgestellt, sodaß ein Betreten des Inneren durch Besucher danach nicht mehr möglich war. Nun frage ich mich, was der Zweck dieser neuen Konstruktion ist und wie diese genutzt werden soll. Ist es nur ein Präsentations- /  Werbeobjekt für die Pirnaer Firma, die sich offenbar auf die Errichtung solcher Bauten spezialisiert hat? Denn direkt zugänglich dürfte dieser Aufbau aus Naturschutzgründen nicht sein - oder etwa doch? Mir erscheint das alles etwas mysteriös, denn offensichtlich muß es ja dafür vorher eine  behördliche Genehmigung gegeben haben.

Nach meiner Höhenmetersammelei im Süden mit einigen schönen Ausblicken in die Sächsische Schweiz und bis nach Dresden fuhr ich schließlich über das Lockwitztal in die Landeshauptstadt. Dort kamen mir erstaunlicherweise viele Radsportler, auch in Gruppen, entgegen. Das waren ein paar zuviel, um reiner Zufall zu sein. Nach meiner Rückkehr recherchierte ich deshalb mittels Flyby-Funktion von Strava. Es stellte sich heraus, daß es Teilnehmer der "Internationalen Touristischen Friedensfahrt" waren, welche über dieses verlängerte Wochenende gerade stattfindet. Eine schöne Idee!

Die letzten Tourenkilometer des Tages absolvierte ich schließlich auf der anderen Elbseite. Der Anstieg über die Grundstraße war diesmal mit Windunterstützung noch entspannter zu fahren, und danach kam nichts mehr, was mir den Schweiß auf die Stirn hätte treiben können. Kurz vor dem Ende näherten sich mir endlich auch mal dunkle Wolken mit einem kräftigen Regenschauer, doch schaffte ich es rechtzeitig nachhause.

Der Nachmittag brachte noch einiges an Naß, was mich allerdings nicht mehr kümmerte. Denn ich hatte bereits mein Programm im Trockenen absolviert.

11. Mai 2026

Volle Fahrt voraus!

Derzeit rollt's gut! Obwohl ich freitags keine Meinung zu einer Feierabendtour hatte, kamen doch über's Wochenende mehr als 300 km Strecke mit dem Handbike zusammen.

Ohne sportliche Aktivität am Vortag, war ich sonnabends sehr früh munter und startete bereits in der Nacht gegen 4.00 Uhr. Mit diesem zeitlichen Vorlauf konnte ich mir natürlich wieder eine größere Unternehmung leisten. Die Tour dafür stand bereits fest. Es sollte ins Lausitzer Gebirge gehen, an dessen Ausläufern sich ebenfalls mehrere Sandstein(kletter)gebiete befinden. Bekannt sind auf deutscher Seite die Felsen rund um Oybin als Zittauer Gebirge, in der tschechischen Republik die Bürgsteiner Schweiz (Sloupské skály) sowie weitere Sandsteintäler südlich und östlich von Zwickau in Böhmen (Cvikov).

Für die Anfahrt wählte ich eine gemäßigte Routenvariante, die den Hohwald zwischen Neustadt in Sachsen und Steinigtwolmsdof umgeht. Hinter Schluckenau (Šluknov) warteten jedoch einige längere Anstiege auf mich, sodaß am Toristengrenzübergang oberhalb von Waltersdorf nach knapp 90 km bereits 1350 Hm in der Bilanz standen. Dort war ich übrigens noch nie, weil die Straße an der Grenze endet. Die daran anschließende Schotterpiste (s. Track vom 09.05., km 87,4 - 88,0) ließ sich jedoch im Schrittempo leidlich gut befahren, und aufgrund des relativ geringen Gefälles dürfte sie sogar auch in Gegenrichtung mit dem Handbike zu bewältigen sein. Nach diesen 600 m folgte bis Nieder Lichtenwalde (Dolní Světlá) ein alter Betonplattenweg, den ich wegen einiger großer Absätze aber fast genauso vorsichtig befuhr.

Die Wüste Kirche (Pustý kostel) nahe Zwitte ist mit
Hilfe durch Begleiter sehr wahrscheinlich auch im
Rollstuhl zugänglich, s. dazu auch hier (Aufnahmeort)
Bis Böhmisch Leipa (Česká Lípa) führte die Strecke nun im wesentlichen bergab, doch leider wurde es gerade während der ersten rund zwanzig Kilometer auf alten, verwitterten Straßen - die eher Schlaglochpisten glichen - ein arges Geholpere mit vielem Bremsen statt hohem Tempo. Immerhin hatte dieser Teil der Tour landschaftlich und historisch einiges zu bieten. Besonders im malerischen Wellnitztal (Velenické údolí) gab es viel zu entdecken, u.a. die sogenannten Wüsten Kirchen (Pusté kostely), welche durch die Schleifsandgewinnung künstlich entstanden. Hier gibt es dazu einige sehr interessante Ausführungen.

Weil ich gut in der Zeit lag, wählte ich ab Böhmisch Leipa die bergigere Alternative über Tiefendorf (Bořetín) bevor ich in Straußnitz (Stružnice) schließlich endgültig ins Tal des Polzen (Ploučnice) wechselte. Vor Franzenthal-Ulgersdorf (Františkov nad Ploučnicí) mündete meine Fahrt dann in die Strecke meiner bereits vor drei Wochen absolvierten Tour ins Böhmische Mittelgebirge.

Für die letzten knapp 60 km benötigte ich noch 3,5 Stunden, über die es nichts nennenswertes zu berichten gibt. 18.45 Uhr kam ich zuhause an, froh darüber, so zeitig losgefahren zu sein. Denn dadurch mußte ich den ganzen Tag über nicht irgendeinem eng getakteten Zeitplan hinterherhecheln, sondern hatte genügend Zeit für alle diese kleinen Entdeckungen am Wegesrand. Die bedeuten mir nämlich mindestens genauso viel, wie die körperliche Leistung.

Normalerweise hätte ich nun einen Ruhetag eingelegt, doch am Montag - dem nächsten möglichen Tourentag - drohte schlechtes Wetter. (Tatsächlich ist gerade ein großen Regengebiet durchgezogen, während ich schreibe.) Deshalb absolvierte ich am Sonntag gleich noch eine weitere Ausfahrt.

Abgestimmt auf die vorangegangene kraftraubende Aktion wollte ich damit aber keine Bäume rausreißen. Wieviel ich mir (noch) zumuten konnte, würde sich ganz ohne eigene Vorgaben unterwegs zeigen. Nach dem Warmfahren - länger als sonst üblich - bewältigte ich jedoch den größten Anstieg des Tages durch den Helfenberger Grund erstaunlich locker und ohne an körperliche Grenzen zu stoßen. Möglicherweise wirkt eben immer noch das Höhen- und Kraftausdauertraining meines Alpenurlaubs nach.

Auch im weiteren Tourenverlauf kam ich eigentlich nur ein einziges Mal etwas außer Atem, und das war ironischerweise exakt am Anstieg zum Scheitelpunkt meiner Ausfahrt im Waldgebiet rund um den Hochstein vor Rammenau. Freilich ersparte ich mir weitere größere Anstiege. Statt über Großdrebnitz zu fahren, bog ich in Goldbach lieber westlich nach Großharthau ab. Parallel zur Bundesstraße B6 gibt es hier seit vergangenem Jahr einen perfekt ausgebauten Radweg, der damit diesen sonst ziemlich gefährliche Straßenabschnitt entschärft (s. Track vom 10.05., km 72,1 - 74,8). Nur die 500 m vom Abzweig nach Bühlau in Richtung Schmiedefeld (s. Track vom 10.05., km 77,1 - 77,6), auf denen die Straße (im Hinblick auf Gegenverkehr) unübersichtlich über eine Hügelkuppe führt, bleiben heikel.

Die verbleibende Strecke summierte sich danach nur noch auf das gewünschte Streckensoll von 100 km, und eigentlich hätte ich das Minizackel am Ortsausgang von Helmsdorf gar nicht mehr machen müssen. Aber den Wesenitzradweg nach Dürrröhrsdorf benutze ich so oft, da wollte ich auch mal wieder die geringfügig längere Variante benutzen.

Als ich zur Kaffeetrinkerzeit wieder auf den Rollstuhl umstieg, lag der ganze Nachmittag noch vor mir.

8. Mai 2026

Tourenbilder von Südtirol

Auf dem Vinschgau Radweg (Aufnahmeort)
Nun habe ich es geschafft, meine während des Frühjahrsurlaubs im Vinschgau fotografierten Erinnerungen aufzubereiten und die aussagekräftigsten davon für eine Veröffentlichung auszuwählen. In Verbindung mit einem kurzen Text als zusammenfassender Überblick ist daraus ein Beitrag auf meiner Facebook-Seite entstanden.

Mögen die kommentierten Aufnahmen - gemeinsam mit den entsprechenden Artikeln in diesem Blog - anderen Interessierten Inspiration für eigene Aktionen in einer Region sein, die auf jeden Fall eine Reise wert ist. Die beste Zeit dafür ist sicherlich das späte Frühjahr.

5. Mai 2026

Dabei ab Zwei...hundert

Als ich am Sonntag einen Ruhetag einlegen mußte, eröffnete sich dadurch die Gelegenheit für einen angemessenen Schlußpunkt meiner arbeitsfreien Zeit. Auf der Sonnabendrunde hatte sich bereits bestätigt, daß meine körperliche Belastung in alpinen Höhen - zumindest für ein paar Tage - eine Leistungssteigerung bewirkten. Vor der längeren Ruhepause während der kommenden Arbeitswoche wollte ich das gleich noch einmal ausnutzen.

Einzig die Frage, ob dieser eine Tag Regeneration ausreichte, um erneut eine überdurchschnittliche Leistung abrufen zu können, blieb unbeantwortet. Deshalb entschied ich mich für einen Langen Kanten mit eher flachem Streckenprofil sowie einer längeren Warmfahrphase. Am Anstieg von Stadt nach Dorf Wehlen klärte sich diese letzte Frage. Nach anfänglichem Zug in den Armen, kam ich immer besser in Schwung, sodaß ich ziemlich flott diese 130 Hm bewältigte. Bereits vor Neustadt i. Sa. überholte ich meinen Virtual Partner, der sich mit 15,2 km/h bewegt.

Bis Bautzen fuhr ich durch weitestgehend bekanntes Gelände, fand diesmal jedoch eine interessante Streckenalternative bei der Anfahrt auf diese 1000jährige Stadt. Nach 70 km lagen nun auch die größten Anstiege hinter mir, sofern man angesichts der unlängst überwundenen Höhenunterschiede überhaupt davon reden kann. Jedenfalls erfüllte ich bis dahin immer noch meine 1%-Strecke:Höhenmeter-Bilanz (700 Hm auf 70 km).

In der Niederlausitz wurde es schließlich wirklich flach. Die Tour verlief nun auf sehr verkehrsarmen Straßen und erstaunlich abwechslungsreich durch viel Wald. Bis nördlich von Kamenz verlief alles nach Plan, wo ich trotz Navi an einem großen Kreisverkehr in die falsche Straße abbog. Die Gegend war mir jedoch bislang völlig unbekannt, deshalb blieb ich dabei und fuhr weiter.

Letztlich mußte ich deswegen ab Schmorkau für einige Kilometer die stark befahrene Bundesstraße B97 für die Rückkehr zur Originalroute nutzen und blieb auch nicht von der üblen Pflasterstrecke bis nach Königsbrück (s. Track vom 04.05., km 135,6 - 137,9) verschont, doch blieben die Autofahrer (inkl. großer LKW) diesmal bzgl. meiner Anwesenheit erstaunlich locker. Interessant in diesem Zusammenhang ist übrigens die Tatsache, daß mich nach meiner Erinnerung bisher NIE einer der LKW-Fahrer böse angehupt hat, obwohl ich für deren Fahrzeuge (u.a. mit Hängern) beim Überholen immer ein wesentlich schwieriger zu passierendes Hindernis darstelle. Vielleicht trägt dazu ebenfalls mein kooperativer Fahrstil bei, d.h. Fahren - soweit möglich bzw. teilweise - rechts des Randstreifens, verbunden mit Durchwinken, sowie notfalls auch Zwischenstop abseits der Fahrbahn, um besonders große Fahrzeuge vorbeizulassen.

Ab Königsbrück befand ich mich dann wieder auf öfter genutzten Straßen. Den letzten reichlich 60 km  Stecke kam dabei die Rolle des undankbaren langen Endes zu, wobei ich bis hinter Moritzburg zunehmend mit Gegenwind zu tun hatte. Ansonsten gab es witterungsmäßig an diesem Tag aber überhaupt nichts zu beklagen! Perfekte Temperaturen und dafür nicht so viel Sonne (die hätte zusätzlich eingeheizt) ermöglichten mir in Verbindung mit den langen Flachstrecken ein lang nicht mehr erreichtes Durchschnittstempo.

Trotzdem war ich froh, wenige Minuten vor 19.00 Uhr nach ca. 13 Stunden zuhause im Hof einzurollen. Viel früher, als geplant!

3. Mai 2026

Von groß zu klein

Nach der Heimreise am Maifeiertag bin ich gleich gestern das erste Mal wieder in heimischen Gefilden mit dem Handbike auf Achse gewesen.

Die Verschiebung der Dimensionen - dort lange Anstiege mit vielen Höhenmetern, dafür jedoch kurze Strecken - hier viele kleinere Anstiege, welche jedoch längere Touren ermöglichen - bewirkte natürlich auch eine Verbesserung der Statistik. Außerdem kenne ich zuhause das Straßennetz aus dem Effeff und kann mir daher die Route respektive Anstiege entsprechend meiner tagaktuellen Leistungsfähigkeit zusammenstellen.

Wie auf meiner letzten Tour vor dem Urlaub fuhr ich zunächst ins Osterzgebirge. Ich wollte testen, inwieweit mein Aufenthalt der vergangenen Tage in größeren Höhen Auswirkungen auf meine körperliche Belastbarkeit hatte. Tatsächlich gab es eindeutige Anzeichen dafür, von "Außer-Atem-Kommen" keine Spur! Allerdings wirkte noch die muskuläre Ermüdung der Oberarme nach, die diesen Effekt minderte. Zur vollständigen Regeneration benötige ich unbedingt eine mehrtägige Ruhepause!

Frühling im Osterzgebirge, hier der Blick vom
Radrundweg Liebenau über das Müglitztal nach
Lauenstein (Aufnahmeort)
Während sich im Elbtal die Wochenendradler in Scharen tummelten und mir auch im südlichen Elbsandsteingebirge etliche ambitionierte Radsportler begegneten, genoß ich die Einsamkeit auf dem Radrundweg um Liebenau, dessen höchster Punkt mit 645 m NHN auch der Scheitelpunkt meiner Sonnabendrunde war. Auf dieser wunderschönen, asphaltierten Trasse weit abseits öffentlicher Straßen (s. Track vom 02.05., km 36,3 - 43,0) treffe ich auch sonst nur selten andere Zweiradfahrer, und selbst Mofapiloten schaffen es oftmals nicht bis hierher. Diesen Radrundweg bin ich übrigens schon komplett abgefahren, nämlich während meiner Ausfahrt vom 26.05.2023. Im Track dieser Tour umfaßt dieser dabei den Teilabschnitt von Kilometer 28,3 bis 40,3, also insgesamt 12 km.

Weil ich immer noch ganz gut vorankam, erweiterte ich schließlich mein Programm nach der ersten langen Abfahrt noch um den nächsten Anstieg bis Raum und danach zudem um die knapp 130 Hm bergauf bis zur Hochfläche nach Cunnersdorf. Spätestens auf dem Elberadweg war es dann aber vorbei mit der Einsamkeit, doch benötigte ich für dieses letzte Stück nur noch etwas mehr als eine Stunde.

Dafür verzichte ich heute trotz Sonntagswetters lieber auf Sport.

30. April 2026

Zwei Gesichter

Bei all der Sonne in den vergangenen Tagen konnte ich mir hier im Urlaub gar nicht so richtig schlechtes Wetter vorstellen. Ich bekam Nachhilfe ...

Nachdem es am Ruhetag nach meiner Matschertal-Tour tagsüber bedeckt war und schließlich abends die ersten Niederschläge fielen, wurde die Nacht zum Mittwoch noch nässer. Bis weit in den Vormittag des 29.04. regnete es relativ kräftig. Allerdings schien sich das Regengebiet nach Süden zu verziehen, und kurz vor dem Mittag nieselte es nur noch leicht.

Einen weiteren Tag ohne sportliche Aktivität wollte ich mir aber nicht leisten. Auch hatte ich bereits einen Alternativplan zusammengestellt, der selbst bei suboptimaler Witterung funktionieren sollte. Also fuhr ich los. Leider hörte der leichte Niesel nicht wie erwartet auf, sondern verstärkte sich im Gegenteil noch. Trotzdem blieb ich hartnäckig. Der bedeckte Himmel und etwas kühlere Temperaturen ließen mich wenigstens nicht heißlaufen, außerdem war ich gut erholt nach dem sportfreien Vortag.

Das Dorf in den Wolken (Aufnahmeort)
Den rund 3 km langen Schlußanstieg von der Ofenpaßstraße zum Weiler Craistas absolvierte ich daher ohne Zwischenrast, obwohl sich das schmale, gewundene Sträßchen meist recht steil in den Himmel reckte. Das konnte man beinahe wörtlich nehmen, denn zum Schluß fuhr ich durch Wolken, die sich aufgrund der Feuchtigkeit in dieser Höhe bildeten.

Kurz nach dem Scheitelpunkt wurde es immer ungemütlicher. Ich hatte das Elend auf dem Regenradar schon kommen sehen, wußte deshalb aber auch, daß Warten auf Wetterbesserung sinnlos war. So rollte ich bei einsetzendem Landregen stoisch bergab, umso mehr darauf bedacht, nicht in Hektik zu verfallen. Auf dieser einsamen Straße - unterwegs traf ich nur einmal ein Auto und danach zwei Wanderer - durfte mir nichts Übles (wie z.B. eine Reifenpanne) passieren!

Als ich Sta. Maria im Val Müstair erreichte, atmete ich erstmal auf. Der Hauptstraße folgend, rollte ich danach weiter talwärts - nur eben nicht so schnell, wie eigentlich möglich. Das Fahren im Wasserschleier wäre sonst noch unangenehmer geworden, ich hatte sowie keinen trockenen Faden mehr am Leib und fror. Wahrscheinlich gab ich inzwischen auch ein ziemlich erbarmungswürdiges Bild ab. Der italienische Grenzer winkte mich jedenfalls ohne großes Federlesen durch, als ich mich suchend nach einem Beamten umsah.

Rund eine dreiviertel Stunde mußte ich noch durchhalten, bis ich wieder im Quartier ankam. Die Nachbereitung dauerte dann zwar seine Zeit, weil ich die tropfnassen Sachen sofort wechseln und mich auch um mein Gefährt kümmern mußte. Aber da sah ich wenigstens schon den Silberstreif am Horizont. Am Abend klarte es auf, sogar die Sonne ließ sich noch einmal blicken. Um die Fahrt durch den Regen wäre ich deshalb jedoch nicht herumgekommen.

Heute folgte die Fortsetzung der ersten vier Tourentage: strahlend blauer Himmel, Sonnenschein und angenehme Temperaturen über den ganzen Tag. Es erwies sich daher im Nachhinein als die richtige Entscheidung, gestern meinen Ausflug nach Sulden zu verschieben. Nicht nur wegen des Streckenprofils, sondern eben auch aufgrund der grandiosen Ausblicke auf die hohen Berge, welche mir sonst vorenthalten geblieben wären.

Dabei hatte die gestrige Regentour konditionell (und gesundheitlich) überhaupt keine Spuren bei mir hinterlassen. Auch diesmal mußte ich selbst auf den steileren Passagen nicht pausieren, wobei mir die Kühle des Vormittags ebenfalls sehr gelegen kam.

Ankunft in Sulden (Aufnahmeort)
Die Bergwelt rund um Sulden war wirklich sehr eindrucksvoll. Vermutlich war auch der vorangegangene Niederschlag in großer Höhe als Schnee gefallen, sodaß viele Bergflanken in einem beinahe makellosem Weiß erstrahlten. Dieser beeindruckende Talabschluß glich auch vieles aus, was mir sonst solche beliebigen Skiressorts verleitet. Sofern man der Bespaßungs-Infrastruktur nicht zu nahe kam, sah es hier nämlich ganz nett aus. Für eine längere Pause reichte es dennoch nicht, zumal sich allmählich die Körperwärme vom Bergauffahren verflüchtigte.

Ich stürzte mich also bald in die Abfahrt, um wärmere Gefilde zu erreichen. Bevor ich dann im Quartier einrückte, gönnte ich mir eine kleine Abschiedsrunde über Schleis. Rundum zufrieden, nahm ich dieses wunderschöne Land um mich herum mit allen Sinnen auf. Auch wenn ich mich schon auf Zuhause freue - hierher werde ich gern zurückkommen, sobald es an der Zeit ist.

Vielleicht das nächste Mal ja auch wieder in Begleitung.

28. April 2026

M & M

Martelltal und Matschertal, das waren meine Tourenziele der vergangenen beiden Tage. Bzgl. der Witterung hätte ich es nicht besser treffen können. Und auch der Ruhetag am Sonnabend war wirklich wichtig, um meine härteste Tour des Urlaubs erfolgreich meistern zu können.

Zunächst verlor ich bei meiner Fahrt durch das Vinschgau hinab zur Mündung des Martelltals rund 350 hm, die ich am Ende natürlich wieder hinaufklettern mußte. Kurz nach Neun begann die eigentliche Auffahrt, knapp 1400 Hm auf rund 23 km lagen nun vor mir. Prinzipiell könnte man ja meinen, daß die 26 km zum Einfahren gut auf die Anforderungen dieser langen Bergaufstrecke vorbereitet hätten. Andererseits erforderte es eine ganz andere Herangehensweise, sich nun nach dem beinahe mühelosen und schnellen Vorankommen für die lange Schinderei zu motivieren.

Immerhin kamen nach den ersten Serpentinen auch mal Flachstrecken, auf denen ich kräftemäßig etwas herunterregeln konnte. Dabei verzichtete ich lieber auf's Tempomachen, denn ich wußte, daß noch zwei steile Kehrenfolgen vor mir lagen.

Die erste Zickzack-Rampe führt hinauf zur Mauer des Zufritt-Stausees. Auf Quaeldich.de wurde sie als der steilste Abschnitt im Streckenprofil dargestellt. Durch die teils sehr eng aufeinanderfolgenden Kehren versuchte ich es also erst gar nicht, ohne Ruhepause durchzukommen. Auch mußte ich mich wegen des engen Kurvenradius' öfters nochmal zurückrollen lassen, um die Kehre zu bewältigen. Bei niedriger Geschwindigkeit war im steilen Gelände der Wendekreis meines Handbikes einfach zu groß.

Am Beginn des Schlußanstiegs im Martelltal:
Jeder stirbt für sich allein ... (Aufnahmeort)
Nachdem ich mich entlang des (gefühlt) beinahe leeren Stausees etwas entspannt hatte, schockte mich die Ankündigung einer 14%-Steigung. Reichlich 1,5 km fehlten noch bis zum höchsten Ende der Auffahrt, doch dieses Stück brachte mich an den Rand meiner Leistungsfähigkeit. Fast 40 Minuten inkl. zahlloser Verschnaufpausen kostete mich das Martyrium, doch Aufgeben kam für mich so kurz vor dem Ziel überhaupt nicht infrage. Der Endpunkt der Schinderei war schließlich hinter einem Kiosk ganz unspektakulär ein Wendeplatz im Wald. Von dort hätte man auf Schotter zwar noch wenige hundert Meter zu einem kleinen See sowie einem aufgegebenen Hotel weiterfahren können, doch angesichts der fortgeschrittenen Zeit - es war bereits 14.30 Uhr - und dem begrenzten "Mehrwert" entschied ich mich dagegen.

Dafür bin ich dann etwas später auf der Rückfahrt nochmal über die öffentlich zugängliche Krone der Staumauer gefahren, von welcher man einen schönen Blick talwärts hatte. Erfreulicherweise kam ich abwärts auch gut durch die zwei Kehrenabschnitte, d.h. ohne nochmaliges Rangieren. Das war nämlich meine größte Befürchtung - denn auf solch steiler Straße während der Abfahrt (bergauf) zurückzusetzen, ist extrem schwierig bis unmöglich.

Der Rückweg auf dem Radweg im Vinschgau wurde dann nur eine Ausdaueraktion, verglichen mit dem bisher Erlebten, ohne Höhepunkte. Nur die unzähligen Mofafahrer (wahrscheinlich ca. 80 - 90% der Zweiradnutzer) nervten, weil sie auf den geschotterten Abschnitten zwischen Göflan und Laas zusätzlich Staub aufwirbelten. Abends war ich redlich ausgearbeitet, doch hochzufrieden mit mir.

Normalerweise wollte ich am nächsten Tag einen weiteren Ruhetag im Quartier einlegen. Denn nach einer solch anstrengenden Tour konnte am Montagmorgen von vollständiger Regeneration überhaupt nicht die Rede sein. Als ich mir jedoch die Wetterprognose ansah, die für heute viel Regen ankündigte, brach ich schließlich doch zu einer Tour auf. Diese sollte allerdings nur kurz sein, und bei der Vorbereitung des Urlaubs hatte ich für genau solche Fälle schon einen Plan zusammengestellt.

Die Streckenlänge zum höchsten Punkt der Straße durch das Matschertal betrug ab meinem Quartier in Mals nur knapp 16 km, doch war die Tour nicht zu unterschätzen. Ich tat jedenfalls gut daran, zumal die ersten 2,5 km bis kurz nach der ersten Kehre erneut sehr steil waren und mir den letzten Saft aus den Armmuskeln preßten. Auch hier kämpfte ich mich nur Stück um Stück nach oben, allerdings in dem Wissen, daß danach das Schlimmste auf dieser Ausfahrt überstanden ist.

Auch von diesem schönen Aussichtspunkt im
Matschertal war (links) der Ortler zu sehen. -
Nur der stinkende Misthaufen im Vordergrund
trübte etwas den Genuß ... (Aufnahmeort)
Ab dem Dorf Matsch hatte ich das kleine Sträßchen nahezu gänzlich für mich alleine, hierhin verirrten sich zu dieser Zeit nur ganz wenige Touristen. Lediglich am höchsten Punkt auf dem großen Parkplatz bei der Kapelle am Almhotel Glieshof hielt just ein deutsches Auto mit MOL-Kennzeichen, als ich dort gerade meine Mittagspause einlegte. Der Mann und die Frau stiegen aus, die stark geschminkte ältere "Dame" zündete sich eine Zigarette an, dann standen sie ein bissel unschlüssig in der Gegend herum, bevor sie wieder im Auto zurückfuhren. Ich habe sie ignoriert und nichts gesagt, doch dachte ich folgendes: 'Was für ein fades, belangloses Leben müssen doch diese bemitleidenswerten Gestalten führen, daß ihnen nichts besseres einfällt, als einfach nur mit dem Auto in der Gegend herumzufahren ...'

Nach meiner Rückkehr aus dem Tal wäre tatsächlich noch eine Zusatzrunde über Glurns, Latsch und Schleis ohne viele Höhenmeter zur Verbesserung der ziemlich miesen Tourenstatistik möglich gewesen, aber das hatte ich zu diesem Zeitpunkt gar nicht im Blick. Stattdessen erreichte ich auf kürzestem Weg bereits dreiviertel Zwei wieder meinen Ausgangspunkt.

So unglücklich war ich darüber trotzdem nicht.

25. April 2026

Ein gastlicher Ort

Um für die nächste Tour gut ausgeruht zu sein, lege ich heute einen Ruhetag ein. Es fällt mir zwar schwer, bei diesem weiterhin herrlichen Wetter die Stunden "ungenutzt" verstreichen zu lassen, doch dafür werde ich morgen hoffentlich topfit für die anspruchsvollste Tour des Urlaubs sein.

Immerhin gibt mir das die Möglichkeit, auch anderen Interessierten meine Unterkunft in Mals vorzustellen. Die FinKa heißt deshalb so, weil das Gebäude früher mal eine FINanzKAserne war. Normalerweise mache ich ja keine solch ausgiebige Werbung (für die ich übrigens keine Gegenleistung erhalte). Aber ich denke, daß es als Rollifahrer sowieso schon schwierig genug ist, geeignete Urlaubsquartiere zu finden.

Außerdem sagen Bilder mehr als tausend Worte. Deshalb habe ich hier sechs Aufnahmen zusammengestellt, auf denen das wichtigste hinreichend detailgenau zu sehen ist. 
  • Ansichten von der FinKa Mals (Standort)
    Rechts vom Haupteingang konnte ich mein Auto parken, und selbst bei größerem Gästeansturm werden die Gastgeber sicher versuchen, für Rollifahrer einen geeigneten Parkplatz auf dem Gelände bereitzustellen. (Links vom Gebäude im Hintergrund befindet sich die Fahrradgarage.) 
  • Die Fahrradgarage ist mit einem elektrischen Rolltor (gerade offen) ausgestattet, welches ganz unkompliziert mit der Schlüsselkarte bedient wird. Der Sensor dafür ist sogar aus dem Handbike heraus gut erreichbar. Außerdem verschließt sich das Tor erst nach erneuter Aktivierung des Sensors, also nicht per Zeitschaltung. Ich glaube, extra sichern muß man sein Gefährt dort nicht.
  • Die Terrasse gehört zwar nicht zum Zimmer, sondern ist unmittelbar daneben über den öffentlichen Gang erreichbar. Der Blick auf die Berge ist aber wirklich schön!
  • In den zwei barrierefreien Zimmern selbst befinden sich vier Betten, jeweils nur eines davon ist tatsächlich nicht für Rollifahrer nutzbar. Das Zimmer ist sehr geräumig.
  • Die Duschkabine verfügt über einen Klappsitz, der Zugang in das Geviert ist wegen der faltbaren Glasseitenwände jedoch ein bißchen trickreich. Ich habe mir für's Duschen darüberhinaus einen Campingstuhl bereitstellen lassen, weil ich so stabiler sitze. Meinem Wunsch wurde völlig unproblematisch entsprochen.
Das im Übernachtungspreis enthaltene Frühstück ist zwar vergleichsweise einfach und ohne große Abwechslung - aber letztlich befindet man sich hier ja nicht in einem Hotel. Und natürlich kann man essen und trinken, soviel man möchte, denn es gibt ein Selbstbedienungsbuffet. Die überaus freundliche Servicemitarbeiterin (eine ukrainische Geflüchtete) ist sehr hilfsbereit und bringt auf Wunsch Essen und Getränke an den Tisch.

Achja, und nicht ganz unerheblich: die WLAN-Verbindung ist ausgezeichnet! 😀

Wenn dann noch das Wetter paßt, sind alle Voraussetzungen für einen perfekten Urlaub gegeben. - So, wie gerade jetzt!

24. April 2026

Kaiser-Jagdwetter

Zwei Alpenpässejagd-Touren liegen nun schon hinter mir, Zeit für einen ersten Bericht!

Wie beabsichtigt, erreichte ich mein Basislager Mals im Obervinschgau nachmittags am vergangenen Mittwoch. Untergekommen bin ich in der FinKa, einem Hostel, welches nicht nur über ein barrierefreies Zimmer verfügt, sondern wo wirklich faire Preise für die Übernachtung mit Frühstück berechnet werden. Bereits bei der Buchung hatte ich ein gutes Gefühl, und das bestätigte sich dann vorort vollumfänglich. Interessant ist es übrigens zu wissen, daß es quasi die Garantie gibt, nicht noch einen (unbekannten) Zimmergast in das Vierbett-Zimmer einquartiert zu bekommen. Wenn ich hingegen in Begleitung gekommen wäre, hätten wir sogar pro Person noch etwas weniger bezahlt.

Als Akklimatisationstour hatte ich mir gleich am nächsten Tag die Vinschgauer Höhenstraße vorgenommen. Denn was Streckenlänge und erreichte Höhe des Scheitelpunkts betraf, schien sie mir am geeignetsten. Außerdem bewegten sich lt. der Informationen auf Quaeldich.de die Steigungsprozente bis auf die ersten Kilometer nach Beginn in Schluderns in einem moderaten Bereich. Daß es eine großartige Aussicht von dort oben geben würde, war sowieso klar.

Der Tag startete mit Sonne satt, vielleicht fühlten sich deshalb auch die niedrigen Temperaturen von ca. 4-5°C auch nicht so kalt an. Nach knapp fünf Kilometern begann der Anstieg. Bei diesem Wetter machte das Bergefahren einfach nur Laune. Zwar mußte ich anfangs zwei-, dreimal an den Steilstücken durchschnaufen, doch motivierte mich an einem Teilstück die bis auf die Straße reichende Wasserfontänen der Bewässerungsanlagen, dort möglichst ohne Pause hochzukommen. Sehr naß bin ich dabei jedenfalls nicht geworden - angesichts der Wärmeentwicklung beim Klettern war das sogar eher angenehm. Noch vor dem Mittag lag in Schlanders die eigentliche Höhenstraße hinter mir.

Für den Rückweg hatte ich mir den Vinschgau-Radweg ausgesucht. Leider wich kurz hinter Göflan für etliche Kilometer der Asphalt einer Schotterpiste, wahrscheinlich aus Naturschutzgründen (s. Track vom 23.04., km 27,0 - 31,4). Denn kurze, steile Aufschwinger hatte man zur Verbesserung der Bodenhaftung perfekt asphaltiert. Erst am Ortseingang von Laas gab es wieder Asphalt. Als noch unangenehmer bleibt mir aber der grobe Schotter auf einigen hundert Metern hinter Prad in Erinnerung (s. Track vom 23.04., km 42,8 - 43,8), wo ich mich noch behutsamer vorangetastet habe.

Ab Glurns mußte ich zwar noch einmal mehr als 100 Hm zu meiner Bleibe in Mals überwinden, kam aber bereits 14.15 Uhr am Quartier an. Da blieb außerhalb der Wertung noch Zeit für eine kurze Ortsrundfahrt, zumal an diesem Tag gerade der jährliche Georgimarkt stattfand. Das hatte ich nämlich noch nicht erwähnt: man muß schon körperlich ziemlich fit sein, um hier im Rollstuhl einigermaßen gut ohne Hilfe klarzukommen. Eine wirklich sehr freundliche und hilfsbereite junge Einheimische, die mir beim ersten Rundgang ganz von sich aus ihre Unterstützung bei einer Steigung angeboten hatte, bemerkte dazu: "Da haben Sie sich aber den bergigsten Ort der Umgebung ausgesucht!"

Heute, also am Freitag, stand gleich die nächste Runde im Handbike an. Auf mein Tagesziel - das Langtauferer Tal - war ich erst kurz vor dem Urlaub aufmerksam geworden, weil der Autor der Beschreibung dieser Auffahrt auf Qualdich.de das Tal besonders lobte. Auch die Fahrt nach St. Valentin am Haidersee vor dem Reschensee verlief letztlich anders, als ursprünglich festgelegt. Dabei mußte ich kurz hinterm Ortsausgang von Mals bei bis zu 16% Steigung mal rund zwei Kilometer tüchtig beißen. Ohne ausreichende Erwärmung ging ich aber kein Risiko ein und pausierte zwischendurch mehrmals.

Der Radweg am Ostufer des Reschensees entpuppte sich dann erneut als Schotterpiste, weswegen ich auf die parallel verlaufende, doch stark befahrene Hauptstraße ausgewichen bin. 99,9% der Autofahrer sahen das jedoch sehr entspannt, nur ein einziger dämlicher Deutscher hupte mich einmal auf meiner Fahrt nach Graun beim Überholen an.

In Graun zweigte das Langtauferer Tal ab, und schlagartig wurde es ruhig auf der Straße. 1,5 km vor Pedross zog die Steigung merklich an und nötigte mich noch einmal zu Zwischenstops. Dieses Mal jedoch hauptsächlich, um mir den Schweiß aus den Augen zu wischen und abzukühlen. Mit Erreichen des Ortes war's das aber auch schon. Die restlichen Kilometer bis zum Ende der Straße ließen sich nämlich recht entspannt bewältigen, obwohl immerhin noch weitere 200 Hm zu überwinden waren. Vom Endpunkt der Straße zurück bis Graun benötigte ich danach 23 Minuten.

Südtirol-Panorama (Aufnahmeort)
Nun fuhr ich noch schnell bis zum Reschenpaß, bevor ich den Radweg westlich des Sees für den Rückweg unter die Räder nahm. Dieser führte zwar mehrmals auf und ab, wurde jedoch sehr schön angelegt und durchweg asphaltiert. Auch der Radweg am Westufer des südlich benachbarten Haidersees gefiel mir, obwohl zu Beginn noch einmal für wenige hundert Meter der Asphalt fehlte.

Weil die letzten drei Kilometer des Radwegs nach Burgeis wegen Bauarbeiten gesperrt war, nutzte ich schließlich ein letztes Mal an diesem Tag die Hauptstraße. In Burgeis konnte ich aber wieder auf den Vinschgau-Radweg. So bot sich mir bald das Fotomotiv des Tages: die Fürstenburg von Burgeis vor dem Vinschgau und den schneebedeckten Bergen.

Genau so stelle ich mir immer Südtirol vor!

21. April 2026

Heute hier, morgen dort (*)

Ein unerwarteter Ausstand vor dem Einstand - so könnte man meine heutige Aktion bezeichnen. Morgen geht es nämlich für ein paar Tage in Richtung Süden, natürlich zum Handbiken. Doch weil ich schon am dringend notwendigen Ruhe-Sonntag sowie dem total verregneten Montag meine gesamten Reisevorbereitungen erledigen konnte, blieb heute Zeit für eine Extratour.

Als Streckenlänge nahm ich mir die fehlende Distanz zum Monatssoll von 1000 km vor, in diesem Fall waren es 84 km. Noch vor ein paar Tagen konnte ich mir nicht vorstellen, diese Marke noch vor meiner Reise zu erreichen. Aber nach der erschöpfungsbedingten Quälerei der vorangegangenen Ausfahrt zahlte sich die rund 60-stündige Sportabstinenz spürbar aus. Vor allem am langen 10%er von Glashütte in Richtung Luchau (s. Track vom 21.04., km 25,9 - 27,9) war deutlich zu spüren, daß ich wieder über ausreichend Reserven hinsichtlich Kraft und Ausdauer verfügte. Zum Schluß verlängerte ich daher sogar meine Runde bis Lohmen und Dorf Wehlen und beendete trotzdem noch vor der Kaffetrinkerzeit meinen Ausflug in Pirna.

Nun warten im Obervinschgau lange Quaeldich-Anstiege auf mich, auch habe ich mir bereits einige Touren für das Navi zusammengestellt. Mal sehen, wie ich diesmal mit den örtlichen Bedingungen klarkomme. Das ist nicht zuletzt auch vom Wetter (z.B. niedrigen Temperaturen) abhängig. Mein beliebter Spruch "Erwarte nichts, und Du bekommst alles!" zieht allerdings nicht.

Denn dafür sind meine Ambitionen viel zu konkret.


(*) Titel eines sehr populären Folk-Songs von Hannes Wader (s. YouTube)

19. April 2026

Stark und schwach

Mein Frühjahrsurlaub hat begonnen. Bevor es in die hohen Berge geht, habe ich in den beiden vergangenen Tagen das Heldenwetter nochmal für zwei Touren in der Heimat genutzt.

Ursprünglich wollte ich am Freitag nur den provisorischen Elbübergang für Fußgänger und Fahrradfahrer in Aussig (Ústí nad Labem) testen. Dort wird gerade die alte Stahlbogenbrücke (Benešův most) generalüberholt, und auch die Auffahrt fehlt inzwischen auf der linken Elbseite. Der kürzeste Weg dorthin führte mich natürlich über die Ausläufer des Osterzgebirges und dem Nollendorfer Paß (Nakléřovský průsmyk). Gegen Elf erreichte ich wieder die Elbe, allerdings benötigte ich eine Ehrenrunde inklusive ein paar heikler Meter auf der autobahnartigen Schnellstraße für die richtige Zufahrt zur Fußgängerbrücke.

Normalerweise wäre ich nun nur noch entlang des Flusses in Richtung Heimat gekullert, doch allein der Gedanke daran erquickte mich nicht besonders. Zumal angesichts der (relativ frühen) Tageszeit bei diesem schönen Wetter! Also überlegte ich mir eine Strecke, die mich in den östlichen Teil des Böhmischen Mittelgebirges (České středohoří) führen sollte. Ich entschied mich schließlich für die "billigste" Variante, die ab Klein Priesen (Malé Březno) über Saubernitz (Zubrnice) nach Loschowitz (Lovečkovice) aufsteigt. Die Strecke über Hummel (Homole u Panny) ist zwar noch reizvoller, jedoch wesentlich anspruchsvoller. Angesichts der bereits absolvierten Höhenmeter wollte ich es jedoch nicht gleich übertreiben, denn auch auf der gewählten Strecke erreichte ich die 1000 Hm bereits in Nieder Rebire (Dolní Šebířov).

Ländliches Idyll vor dem letzten Teil des Anstiegs ins
Östliche Böhmische Mittelgebirge (Aufnahmeort)
Ganz oben habe ich mir deshalb auch den kurzen Abstecher zu "meiner" Aussicht (Víťova vyhlídka - Veits Aussicht) erspart, außerdem war ich schon einmal dort. Dieser zweite lange Anstieg des Tages über 11,3 km und 450 Hm nahm mich kräftemäßig ganz schön mit, weswegen ich auf der folgenden Hochfläche einen kleinen Durchhänger überwinden mußte. Die 50 Hm-Auffahrt hinter Wernstadt (Verneřice) bereitete mir jedenfalls mehr Mühe, als zu erwarten gewesen wäre.

Da ich mich jedoch bis Krippen schon wieder richtig gut fühlte, hängte ich zum Schluß als Alternative zum flachen Elberadweg noch meinen Standard-Umweg über Cunnersdorf an, was mir zusätzliche 170 Hm einbrachte. Trotz der ganzen Kletterei schaffte ich bis zuhause tatsächlich noch den gewünschten 15er Geschwindigkeitsdurchschnitt. Mich überraschte dabei nicht, daß mir abends - basierend auf meinen Herzfrequenz-, Höhen- und Streckenwerten - mein Fahrradcomputer Übertraining signalisierte und vier anschließende Ruhetage empfahl. Diese schöne Tour war es wert!

Entgegen der Empfehlung vom Vorabend setzte ich mich am Sonnabend dennoch aufs Handbike, denn für Sonntag war Dauerregen angekündigt. (Bis jetzt ist es aber noch trocken, die Ankunft des Schlechtwetters verzögert sich.)

Prinzipiell wollte ich mir jedoch nur eine flache Runde zumuten, und auch nur wenig mehr als 100 km fahren. Obwohl ich mich in meiner Heimatregion gut auskenne, verpeilte ich mich diesbezüglich aber gründlich. Denn weil mir der "langweilige" Norden zu fade erschien, hielt ich mich westwärts in Richtung Schluckenauer Zipfel (Šluknovský výběžek) bzw. Lausitzer Bergland. Dabei deutet doch schon der Name daraufhin, daß es häufig auf und ab geht! Freilich waren die geplanten Anstiege nicht besonders lang und auch nur zweimal steiler als 10%. Aber in Verbindung mit dem Umstand, daß ich mich wegen des anstrengenden Vortags bereits von Beginn an konditionell nicht in Topform fühlte, quälte ich mich mehr und mehr, sobald es aufwärts ging. Diesmal erreichten die Temperaturen auch Werte, bei denen ich mich nach Schatten sehnte.

Nördlich von Neustadt nutzte ich endlich die Gelegenheit zum Wechsel auf die Dünnbrettbohrer-Heimfahrstrecke, nachdem ich auf reichlich 70 km schon fast 1000 hm eingefahren hatte und mein Geschwindigkeitsdurchschnitt nur bei 13 km/h lag. Die noch fehlenden Kilometer zur Hundert (oder wie es auf Strava bezeichnet wird: Gran Fondo) sammelte ich auf einem Umweg über die Elbniederung rund um Pratzschwitz.

Nun warte ich auf den Regen. Auch das trockene Land braucht ihn.

16. April 2026

Ausreißer

Nach drei wechselhaften Tagen strahlte gestern wieder die Sonne vom Himmel. Obwohl der Mittwoch für mich ein regulärer Arbeitstag in Dresden ist, wollte ich mir diese Gelegenheit für ein paar Kilometer im Handbike nicht entgehen lassen.

Bis ich von zuhause in Pirna starten konnte, dauerte es zwar nach dem Feierabend zu Mittag noch etwas, doch rollte es dafür bereits von Beginn an richtig gut. Bei nahezu optimaler Witterung inkl. passender Temperaturen kurzärmelig unterwegs, benötigte ich auf meiner Warmfahrstrecke bis Königstein nicht einmal eine Stunde. Auch den nachfolgenden langen Anstieg - anfangs durch das Tal der Biela - über 9 km und mehr als 250 Hm absolvierte ich in deutlich unter einer Stunde.

Blick von der Ebenheit westlich von Raum zur Elbtalweitung ab Pirna. links der Cottaer Spitzberg
 mit Sendemast, rechts davon am Horizont der Dresdener Fernsehturm (Aufnahmeort)

Bis Berggießhübel schaffte ich bereits alle meine statistischen Vorgaben, sodaß es eine verschenkte Gelegenheit gewesen wäre, nun auf dem einfachsten Weg nach Pirna zurückzufahren. Erst peilte ich also das Bahretal ab Ottendorf an. Und zwar über Cotta, was bedeutete, daß ich um die Hauptstraße am Ladenberg nicht herumkam. Für diese relativ kurze, jedoch sehr stark befahrene Auffahrt mit einer Steigung zwischen 8 und 10% (s. Track vom 15.04., km 43,8 - 44,2) benutzte ich allerdings den gut ausgebauten Fußweg - angesichts der unübersichtlichen Linkskurve im oberen Teil für alle Verkehrsteilnehmer (also auch die Autofahrer) war das die beste Option.

Bei meiner Ankunft im Seidewitztal südlich von Zehista hatte ich dann aber immer noch reichlich Reserven bezüglich Zeit und Kondition. Statt nun meine Standardstrecke über Köttewitz nach Dohna zu benutzen, entschied ich mich spontan für die Kletterei hinauf nach Burkhardswalde. Trotz dieser zusätzlichen Höhenmeter auf dem letzten Anstieg des Tages blieb ich bis zum Scheitelpunkt weiter über meiner angestrebten Durchschnittsleistung und baute danach -  nun stetig bergab - den Vorsprung gegenüber meinem "Virtual Partner" sogar weiter aus. Sicher hätte ich daher vor Einbruch     der Dunkelheit auch 100 km geschafft, doch diesmal ließ ich's bleiben. Dafür gönnte ich mir einen entspannten Tagesausklang.

Für den nahen Urlaub bin ich gut in Schwung.

12. April 2026

Im eigenen Interesse

Leider regnet es heute (bis jetzt) immer noch nicht. Nässe von oben wäre aber nicht nur gut für die Natur, sondern diesmal auch gut für meine eigene Psyche. Ich bin nämlich hin- und hergerissen, ob ich nach der gestrigen Ausfahrt nicht doch noch wenigstens eine kleine Runde zum Ausrollen absolvieren sollte.

Aber eigentlich benötigen meine Schultern dringend Entlastung, und auch mein Bauch hat sich am Vorabend sehr unschön zu Wort gemeldet, sodaß ich dabei an das Debakel vom vergangenen Sommer erinnert wurde, welches schließlich nach nur zwei Touren den Abbruch meines Alpenurlaubs nach sich zog.

Auf meiner Sonnabend-Tour lief es hingegen sehr gut. Obwohl es morgens so kalt war, daß ich noch einmal mit Handschuhen und langer Unterwäsche startete, setzte sich doch bereits nach einer halben Stunde immer stärker die Sonne durch. Dazu kam ein moderates Streckenprofil und leichter Rückenwind. Meißen erreichte ich daher bereits kurz nach dem Mittag.

Die bald darauf folgende Auffahrt aus dem Triebischtal war dann der entgültige Anstoß, um sich der letzten inzwischen überflüssigen langärmligen Oberbekleidung zu entledigen. Bis zur Ankunft in Pirna fuhr ich danach im Kurzarmtrikot, denn selbst auf windanfälligen offenen Flächen konnte ich den Wärmeverlust durch körperliche Anstrengung kompensieren. Zusätzlich erweiterte ich meine geplante Strecke. Der Umweg ab Sora über Hilbersdorf und Herzogswalde lohnte sich vor allem, weil der Radweg über den Galgenberg inzwischen perfekt ausgebaut wurde (s. Track vom 11.04., km 90,8 - 92,4).

Gegen Ende der Tour verließ mich ein bißchen der Elan, auch der nun mäßige Gegenwind trug dazu bei. Jedenfalls war ich froh, als ich kurz vor Sechs zuhause im Hof einrollte. Eine Langstrecke - wofür es nun allmählich wieder Zeit wird - muß ich mir wahrscheinlich kräftemäßig etwas anders einteilen.

Vor zwanzig Jahren brauchte ich mir darüber noch keine Gedanken machen ...

7. April 2026

Schmetterling über Ostern

Der erste Härtetest der noch jungen Radsportsaison liegt hinter mir. An den vergangenen vier Tagen habe ich auf 4 Touren 450 km zurückgelegt und dabei außerdem 4360 Hm bewältigt. Für den Anfang ist das durchaus akzeptabel, zumal ich mit 15,3 km/h auch meine Anforderung hinsichtlich der Durchschnittsgeschwindigkeit erreichen konnte.

Leider gab es am ersten Tag auch eine unangenehme Überraschung. Nach der Wartung in der Karwoche rollt mein Gefährt zwar wieder wie am Schnürchen, doch dafür habe ich ein neues Problem entdeckt. An der Gabel meines Handbikes ist ein Riß an einer Befestigung entstanden, der demnächst einen Austausch erforderlich machen wird. Das größte Problem sind dabei für mich nicht die Kosten, sondern die Schwierigkeiten der Ersatzbeschaffung. Dieses wichtigste Teil eines solchen Sportgeräts ist nämlich nahezu kundenspezifisch dimensioniert, weshalb ich vermute, daß das Teil beim Hersteller eben mal nicht einfach so vorrätig ist. Inzwischen habe ich auch einen Tip für eine mögliche Alternative von einem anderen Handbiker erhalten - mal sehen, wie ich das alles eintakten kann. Für die nächste Zeit muß die Gabel aber noch durchhalten, sonst ist die Saison für mich gelaufen, bevor sie so richtig begonnen hat. Immerhin scheint das Problem schon längere Zeit zu bestehen, jedenfalls nach den Symptomen zu urteilen.

Erstes Grün auf dem Weg von Possendorf zur
Babisnauer Pappel (Aufnahmeort)
Das Wetter war mir über Ostern aber durchaus wohlgesonnen. Zwar mußte ich auf meiner zweiten Tour in Wilschdorf nördlich von Dresden rund 50 Minuten vor einer Bäckerei unter einem Sonnenschirm ausharren, weil ein stetig weiter anwachsendes Regengebiet seine Schleusen geöffnet hatte. Doch blieb das die einzige Schlechtwetter-Episode, auch wenn mir der stramme Nordwestwind vor allem am Ostersonntag und -montag auf der Heimfahrt das Leben schwer machte. Inzwischen färbt die erste Sonnenbräune mein Gesicht.

Außerdem erlebte ich am Sonntag die sorbischen Osterreiter in Wendischbaselitz geradezu hautnah. Ich hatte nämlich die Gegebenheiten bei der Prozession unterschätzt und mich mit meinem Handbike bei meinem zweiten Zwischenstop zunächst viel zu dicht am Straßenrand positioniert. Als die Reiter mit ihren Pferden dann (mir entgegenkommend) vorüberzogen, fehlte manchmal nicht mehr als ein halber Meter zwischen mir und den Pferdebeinen. Die Pferde standen aufgrund des Umzugs sowie der vielen Menschenmassen sowieso schon erheblich unter Streß, und nicht jeder Vierbeiner blieb gelassen. Einmal schlug ein (ansonsten ruhig scheinendes) Pferd mehrmals neben mir mit dem linken Hinterlauf aus - das hätte für mich bzw. mein Handbike auch übel ausgehen können. Trotzdem konnte ich mich nicht so einfach zurückziehen, denn diese Bewegung in ihrer unmittelbaren Nähe wäre wahrscheinlich erst recht nicht gut bei den Tieren angekommen. Wenigstens hielt ich meine im Wind flatternde Signalfahne fest, die nun nicht mehr die Vierbeiner ängstigte. Sobald dann mal eine Lücke im Prozessionszug kam, suchte ich mit Unterstützung einer Zuschauerin schleunigst einen sicheren Platz weiter weg vom Geschehen auf. Diese Prozession war unvermutet auch für mich ziemlich nervenaufreibend geworden.

Zum Abschluß meiner Radel-Ostern fuhr ich gestern über den Höhenzug des südlichen Elbsandsteingebirges ins Böhmische. Ich hatte nämlich festgestellt, daß die drei Touren zuvor auf der Karte wie drei Flügel eines Schmetterlings mit dem Körper bzw. Zentrum in Pirna aussahen. Nun fehlte nur noch der rechte hintere Flügel, also eine Tour in Richtung Südosten. Obwohl ich konditionell nicht mehr ganz frisch war, raffte ich mich deshalb zu dieser Abschlußaktion des langen Sportwochenendes auf, bei welcher die letzten 40 km im Elbtal wegen des stürmischen Gegenwindes die größte Herausforderung wurden.

Sobald es am Morgen etwas wärmer wird, bin ich nun endlich auch für längere Touren bereit.

30. März 2026

Nah, doch (bisher) unbekannt

Kurz vor Ostern bekommt mein Handbike die längst fällige Jahreswartung. Deshalb habe ich  den vergangenen halben Freitag und Sonnabend genutzt, um mein Gefährt gründlich zu reinigen. Das ist immer für mich so eine Art Haßliebe-Aktion, und jedesmal bin ich froh, wenn's hinter mir liegt.

Natürlich lag es nahe, bis zur Wartung nun "handbikefrei" zu nehmen, will ich doch meinem Mechaniker nicht möglichen neuen Dreck am Rad zumuten. Als Alternative bot sich ein Ausflug mit dem Rolli an. Daher verabredete ich mich mit meiner Wanderfreundin Ute für den Sonntag. Leider sah es morgens erstmal ziemlich trübe aus, weswegen wir uns zunächst gegenseitig motivieren mußten.

Blick von der Wettinhöhe westwärts über Pirna
bis nach Dresden (Aufnahmeort)
Doch nachdem wir gegen Mittag gestartet waren, entwickelte sich unsere Wanderung bald zu einer echten Entdeckungstour. Ursprünglich nur als Spaziergang durch den Stadtwald der Pirnaer Viehleite geplant, packte mich die Neugier. Den letzten Anstoß dazu gab das Kartenstudium vorort. Bisher hatten wir nämlich gemeinsam bereits die Sandsteinpflaster-Steilrampe ab dem Abzweig der Dr.-Friedrichs-Höhe von der Hohen Straße mit zwei kurzen Rastpausen ganz gut gemeistert, was Mut für mehr machte.

Vom Ende dieses Sträßchens mühten wir uns nun weiter hinauf, um zum Aussichtspunkt Wettinhöhe zu gelangen. Dort waren wir beide noch nie, ich selbst auch nicht zu Fußgängerzeiten. Ohne Hilfe würde ich das heutzutage nicht schaffen, aber mit Ute klappte es prima.

Die Baustelle der der Gottleubatalbrücke, am
anderen Ende sieht man das Portal des
Kohlbergtunnels (Aufnahmeort)
Die Anstrengung lohnte sich auf jeden Fall, denn nach dem kurzen Picknick auf der Aussichtsplattform wanderten wir entlang der Abbruchkante noch weiter an der Abendrothgrotte vorbei bis zur Ecke oberhalb der gerade im Bau befindlichen Gottleubatalbrücke der südlichen Ortsumfahrung von Pirna. Zwar konnte ich nicht direkt zum Felsüberhang der Grotte hinab, doch dafür half uns zusätzlich ein junger Mann, welcher gerade mit seiner Begleiterin dort ankam, über ein kleineres Hindernis an der Brückenbaustelle. Der Blick zur neuen Brücke war mindestens genauso eindrucksvoll, wie zuvor die Aussicht von der Wettinhöhe über Pirna bis nach Dresden.

Nach unserer Rückkehr zum Hauptwanderweg, folgten wir diesem dann schließlich noch bis Rottwerndorf, um dort auf einen der tiefer gelegenen Hangwege den Rückweg anzutreten. Irgendjemand hatte Rastplätze am Weg mit kleinen, netten Ostergrüßen dekoriert. Da saß beispielsweise ein Osterhasenpüppchen auf der Bank, es gab Forsythien in einer eierschalenförmigen Vase oder auch ein Arrangement mit (Keramik)Eule, Weidenkranz und weiteren kleinen Utensilien auf einem Baumstumpf. - Mit viel Liebe gestaltet und sehr hübsch!

Zudem lachte uns nun immer mehr die Sonne vom Himmel herunter, sodaß tatsächlich schon beinahe Osterstimmung aufkam. Große Blütenteppiche mit Buschwindröschen, dazu gelbe und blaue Blümchen und einmal sogar einen rot blühenden Strauch steuerte die Natur zur Zier bei. Beide freuten wir uns, daß wir am Vormittag unseren Trägheitsmoment überwunden hatten.

Passend zum ersten Tag der Sommerzeit.

24. März 2026

Sonne, Lust und Wasser

Bei immer besserem Wetter war ich in den vergangenen Tagen gut dabei und liege somit hinsichtlich der Saisonvorbereitung voll im Plan.

Freitags sah es allerdings zunächst nach Regen aus, und das Wetterradar meiner Smartphone-Anwendung zeigte Regengebiete im Anmarsch. Deshalb schraubte ich meine Erwartungen nicht zu hoch. Immerhin schien es nördlich der Elbe einigermaßen trocken zu bleiben, ein Grund mehr für eine entspannte Feierabendrunde in diese Richtung.

Der Regen kam nicht - aber mit fortschreitender Tageszeit wurde es zunehmend ungemütlicher für mich, denn offensichtlich war ich insgesamt zu leicht bekleidet. Dabei hätte ich abends bei aufklarendem Himmel Handschuhe, lange Unterhosen sowie eine weitere Bekleidungsschicht am Oberkörper gut gebrauchen können. Vor allem in den Fingern zwickte bald schmerzhaft die Kälte, die ich nun leider bis zum Ende der Tour ertragen mußte. Selbst in der warmen Wohnung dauerte es anschließend noch geraume Zeit, bis ich meinen Wohlfühlbereich erreichte: im Bett.

Den Sonnabend ließ ich diesmal für sportliche Aktivitäten aus. Abends stand ein Termin an, außerdem schien es naß zu werden. Tatsächlich weichte mich der Regen kurz nach dem Mittag gründlich ein, als ich einige Besorgungen erledigte.

Dafür begannen die beiden folgenden Tage bereits am Morgen mit viel Sonnenschein. Aufgrund der Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt hatte ich es aber überhaupt nicht eilig. Immerhin packte ich Handschuhe in den Tourenrucksack, auch lange Unterhosen sowie am Sonntag sogar mein langärmeliges Funktionsunterhemd mußten sein.

Am zweiten Wochenendtag nutzte ich die nicht alltägliche Gelegenheit, die Staumauer der nahegelegenen Talsperre Bad Gottleuba (s. Track vom 22.06., km 19,6)  mit dem Handbike zu befahren. Normalerweise ist der Zugang zum Bauwerk sowie zu dessen Betriebseinrichtungen gesperrt, doch zum sogenannten Tag des Wassers sowie anläßlich des 50. Jubiläums der Fertigstellung der Anlage öffnete die Landestalsperrenverwaltung Sachsen die Tore zum Gelände. Trotz der vielen Leute war dieser Abstecher der eigentliche Höhepunkt meiner sonntäglichen Ausfahrt.

Das romantisch gelegene Hotel "Forsthaus"
im Kirnitzschtal (Aufnahmeort)
Die danach noch fehlenden rund 80 km bis zum obligatorischen Hunderter sammelte ich schließlich weiter östlich - erst auf Standardstrecken durch die südliche Sächsische Schweiz, dann auf meiner Fahrt durch das Kirnitzschtal sowie der Panoramastraße zwischen Lichtenhain und Altendorf (s. Track vom 22.03., km 68.5 - 72.6) - bevor es wieder gen Heimat ging. Noch vor 17.00 Uhr rollte ich zuhause auf dem Hof ein. Zwar hätte ich im warmen Sonnenschein noch ein paar Extrakilometer sammeln können, denn auch die eigene Kraftausdauer gab es her. Meine Energiereserven sparte ich mir aber lieber für die nächste Handbiketour anderntags und genoß dafür den späten Nachmittag und Abend bei einer Tasse Kaffee.

Deshalb lief es montags gleich von Beginn an prächtig. Zugegebenermaßen lag das nicht zuletzt auch am Streckenprofil. Im Großen und Ganzen vermied ich nämlich steile Auf- und Abfahrten, wobei mein Augenmerk hauptsächlich auf gemäßigtem Gefälle lag. So wollte ich die Bremsbeläge meiner hydraulischen Scheibenbremse schonen, die sich bereits am Ende meiner Sonntagsrunde unüberhörbar bemerkbar gemacht hatten, weil während des Bremsens immer mehr Metall der Trägerplatten auf der Scheibe schliff. Bis zur Frühjahrswartung meines Gefährts Anfang April sollte die Bremse trotzdem noch durchhalten.

Als ich nach meiner Fahrt durch den Schluckenauer Zipfel (Šluknovský výběžek) kurz nach Zwei bereits in Sebnitz eintraf, bog ich zum ersten Mal für ein paar zusätzliche Kilometer und Höhenmeter nach links ab. Den zweiten Umweg gönnte ich mir schließlich zehn Kilometer vor Ultimo, womit ich außerdem meine Tourenstatistik in Bezug auf die absolvierten Anstiege wunschgemäß komplettierte.

Damit habe ich alle meine Vorgaben für den Handbiketourenmonat März geschafft und kann mich nun (ganz ohne mir selbst Streß zu machen) der technischen Saisonvorbereitung widmen. Dazu gehört auch die Grundreinigung meines wichtigsten Sportgeräts.

Was sein muß, muß sein ...

17. März 2026

Pflichtbewußt

Nach der Tourenpause am Sonntag und bei einigermaßen akzeptablem Wetter gab es am Montag keine Ausreden für Müßiggang. Mit viel Disziplin habe ich inzwischen wieder konditionell zugelegt, und den Fortschritt will ich nicht grundlos zunichte machen. In meinem Alter kann man nur durch beständige Aktivität sein Leistungsvermögen einigermaßen aufrechterhalten. Und das will ich!

Entgegen meiner ersten Überlegungen verschlug es mich gestern erneut südwärts, diesmal in die am höchsten gelegenen Ausläufer des Elbsandsteingebirges an der Grenze zum Osterzgebirge. Nachdem ich im Glasergrund zunächst umkehren mußte, weil die Forststraße durch abzutransportierende Baumstämme blockiert war, steuerte ich über Rosenthal den Touristengrenzübergang Eulenthor an.

Für die bequeme Variante des beabsichtigten Hundertes - den Heimweg ausschließlich über den Elberadweg - hätte ich nach der langen Abfahrt in Tetschen (Děčín) schon etwa 56 km Strecke zurückgelegt haben müssen. Gegen Mittag waren es dort aber erst 50 km. Also nahm ich mir eine zusätzliche Minirunde ab Bad Schandau vor, die mich nach Goßdorf-Kohlmühle bringen sollte.

Auf dem Weg nach Deutschland wurde es jedoch immer dunkler am Himmel, und als ich endlich das Online-Regenradar auf meinem Handy inspizieren konnte, sah es überhaupt nicht gut aus. Immerhin schaffte ich es noch rechtzeitig bis zu einem Unterstand am Busbahnhof der Stadt, bevor kräftiger Regen niederging. Der dauerte dann allerdings gar nicht lange, sodaß ich den Umweg wie geplant in meine Tour einbauen konnte. Der Abschnitt zwischen Kohlmühle und Porschdorf durch das hier felsige, enge Sebnitzbachtal (s. Track vom 6.03., km 74,9 - 77,3) ist übrigens landschaftlich sehr empfehlenswert, auch weil das schmale Sträßchen als (derzeitige) Sackgasse im wesentlichen nur von den Bewohnern des Ortsteils benutzt wird.

Für die letzten Kilometer nachhause auf dem Elberadweg benötigte ich bei teilweise mäßigem Gegenwind reichlich1,5 Stunden, denn so ganz frisch fühlte ich mich nicht mehr. Auch wenn ich diesmal leistungsmäßig nicht an die Vortouren anknüpfen konnte, habe ich aber das Beste daraus gemacht. Anfang April bringe ich mein Gefährt zur Frühjahrswartung, bis dahin werde ich mit den technischen Ursachen dafür leben können.

Körperlich bin jedenfalls schon gut in Schwung.