Leider gestaltete sich die Ausfahrt dann nicht unbedingt so angenehm wie gewünscht. Zum einen war es inzwischen wieder spürbar kälter, zum anderen verhinderte der viele Regen am Freitag sowie die hohe Luftfeuchtigkeit ein durchgängiges Abtrocknen der Straßen. Während der Cottaer Spitzberg in der tiefliegenden Wolkenschicht lag, mußte ich am rund 100 Hm darüber gelegenem Scheitelpunkt der Tour nach rund 22 km dann ebenfalls durch die Wolken fahren.
Zwischendurch nieselte es gelegentlich, und das sorgte immer wieder für klitschnasse Straßen. Warum ich unter solchen Bedingungen bergab nicht noch besonders schnell gefahren bin, hatte ich ja schon mehrfach begründet. - Jedenfalls schlugen die langsameren Abfahrten stark auf die Statistik durch, denn dort, wo ich sonst den an den Anstiegen verlorenen Boden wieder gutmache, mußte ich "bummeln". Komplett von Spritzwasser durchgespült zu werden, war jedenfalls die schlechtere Option. Wenigstens blieb aber der heftige Schneegraupelschauer zwischen Schlottwitz und Reinhardtsgrimma ein einmaliges Ereignis.
Nach knapp zwei Dritteln lagen zwar endlich alle nennenswerten Anstiege hinter mir, doch auf dem Rest der Strecke schaffte ich es nicht einmal ansatzweise mehr, meine Zielvorgaben zu erreichen. Trotzdem ordne ich diese Tour eher als mentale, denn physische Herausforderung ein.
Bei meiner Heimkehr am Nachmittag kam dann bald die erste Anfrage bzgl. Skifahren am Sonntag. Ich war zwar nach wie vor pessimistisch, was die Sinnhaftigkeit betraf - aber wenigstens einen Versuch zu wagen, konnte eigentlich nicht schaden. Für das Handbiken sahen die Aussichten nämlich noch schlechter aus. Im gegenseitigen Austausch kam schließlich eine vierköpfige Truppe zusammen, die sich sonntags motorisiert auf den Weg ins "Lieblingsskigebiet der Wintersportsaison 25/26" begaben.
Mit ca. -7°C war es am Ausgangspunkt unserer Tour schon mal recht kalt, auch wenn es selbst in den Höhenlagen mit Schnee nicht besonders üppig aussah. Insofern erwies sich mein Vorschlag, doch gleich bis zum Abzweig der im Winter gesperrten Straße nach Fleyh (Fláje) von der Hauptstraße nach Neustadt im Erzgebirge (Nové Město) zu fahren und dort zu parken, als die beste Lösung. Dort herrschte zwar inzwischen ein großer Andrang, weil die Kinder von Skiklub Teplice gerade ebenfalls ihr Training begannen und von ihren Eltern in den Autos gebracht wurden. Wir fanden jedoch rechtzeitig eine der geeignetsten Abstellflächen, bevor die Parkplatzsuche zum Problem wurde.
Von der Kreuzung aus führte uns die nicht schnee-/eisfrei geräumte Straße nach 900 m zu unserer beliebten "Waldrandloipe", welche sich einmal mehr als sichere Bank in schneearmer Zeit erwies. Kerstin kannte die Strecke noch nicht, war von der perfekt präparierten Loipe aber ebenfalls recht angetan. Noch am Morgen hatte sich ihr Mann sehr skeptisch geäußert, daß wir überhaupt etwas mit Skiern anstellen können und stand mit dieser Meinung überhaupt nicht alleine.
Bis zum Touristengrenzübergang Battleck (Žebrácký roh) kamen wir dann aufgrund Schneemangels jedoch nicht, aber wir wollten ja sowieso in die andere Richtung. Kerstin begleitete uns noch ein ganzes Stück in Richtung Langewiese (Dlouhá Louka), bevor sie sich von uns trennte, um sich ihrem Mann und Freunden zu treffen. Norbert, Christiane und ich machten danach zunächst die Umgebung von Langewiese unsicher. Auch dort gab es einige schöne Abschnitte im Wald und natürlich die herrliche Aussicht vom Kreuz unterhalb des Wolfsbergs (Vlčí hora) nach Süden ins Böhmische.
Später bogen wir auf dem Rückweg für einen Extra-Abstecher von der eigentlichen Haupttrasse zum Dreiherrenstein (Vrch tří pánů) ab. Eigentlich wollten wir nur erkunden, ob vom Gipfel auch der Verbindungsweg zur Waldrandloipe befahrbar ist. Das mußten wir zwar verneinen, weil sehr viele durch Schnee-/Eisbruch umgestürzte Bäume bzw. Äste die Strecke unpassierbar machten. Dennoch bot die Strecke durch wunderschönen Winterwald teilweise perfekte Skilanglauf-Bedingungen, sodaß wir sehr flott vorankamen.
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| Abend auf der Waldrandloipe (Aufnahmeort) |
Fast 10 km betrug letztlich die Streckenlänge des Abstechers bis kurz vor Neustadt, doch inzwischen wurde das Wetter immer schöner und die Sonne ließ sich nun immer häufiger blicken. Am Ende erlebten wir auf dem Rückweg über die Waldrandloipe einige traumhafte Momente, die unseren Skiausflug bekrönten. Der Sonnenuntergang kurz vor dem Ziel war das i-Tüpfelchen einer rundum gelungenen Tour mit meinen Freunden!
Das Licht strahlte bis ins Herz hinein.

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