26. Mai 2026

Flach aber oho!

Für meinen nächsten Langen Kanten des Jahres 2026 hatte ich mir als Tagesziel den Collmberg bei Wernsdorf ausgesucht. Dort war ich bereits zweimal: Im Mai 2011 und im April 2020. Natürlich suchte ich mir dafür im westlichen und weiter entfernten Teil der Route Straßen und Radwege zusammen, die ich bisher noch nicht kannte. Auf der Karte sah diese Streckenführung absolut logisch aus.

Aufgrund der zu erwartenden Wärme verlegte ich meinen Start erneut in die späte Nacht. In den 1,5 Stunden bis Sonnenaufgang herrschten die für mich beinahe perfekten Bedingungen, sodaß ich ohne Schnappatmung Anstieg um Anstieg aneinanderreihen konnte. Beinahe stundenlang war ich der einzige Mensch im Gelände und genoß die Ruhe, in die sich bald das Vogelgezwitscher mischte.

Auf der Trasse der ehemaligen Schmalspurbahn
durch das Käbschütztal (Aufnahmeort)
Hinter Semmelsberg im Triebischtal erwartete mich endlich Neuland. Für den Weiterweg wechselte ich nämlich auf den Radwegtrassenradweg der ehemaligen Schmalspurbahn Wilsdruff–Döbeln-Gärtitz. Die Fahrt durch das Käbschütztal (s. Tack vom 25.05., km 58,9 - 64,3) war zwar stellenweise sehr romantisch, hielt mich wegen der Untergrundbeschaffenheit aber ziemlich auf. Danach wurde es wieder besser, doch dafür folgten nun unzählige kurze Anstiege und Abfahrten. Dieses Sägezahn-Streckenprofil zermürbte, zumal nun auch die Sonne ihre ganze Kraft zu entfalten begann.

Mit meiner Einstellung, im Flachland schnell und ohne Mühe voranzukommen, erlebte ich jedenfalls gründlich Schiffbruch. Auf den nach dem Verlassen der Bahntrasse folgenden rund 45 km Strecke bis kurz hinter Wermsdorf summierten sich mehr als 600 Hm, obwohl ich mich niemals höher als 230 m NHN befand! Erst 13.10 Uhr konnte ich schließlich zum finalen Sturm auf den Gipfel des Collmbergs ansetzen. Die Steigung der außer den ersten 400 m gepflasterten alte Straße überschritt dabei niemals 12%, trotzdem erzwang die Hitze drei Ruhepausen. Bloß gut, daß mich nur noch zwei nennenswerte Anstiege auf den letzten 90 km ausbremsten!

Am meisten ermüdete mich an diesem Tag schließlich die lange Fahrt auf dem Elberadweg von Zehren bis nach Pirna. Immerhin konnte ich hierbei einigen verlorenen Boden gutmachen, auch wenn es bis zum Ziel nicht für meine Wunschwerte reichte. Einige unwegsame Kilometer, das Streckenprofil des zweiten Viertels sowie die hochsommerlichen Temperaturen hatten das letztlich verhindert.

Ich kann mit diesem kleinen Schönheitsfehler leben.

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