30. März 2026

Nah, doch (bisher) unbekannt

Kurz vor Ostern bekommt mein Handbike die längst fällige Jahreswartung. Deshalb habe ich  den vergangenen halben Freitag und Sonnabend genutzt, um mein Gefährt gründlich zu reinigen. Das ist immer für mich so eine Art Haßliebe-Aktion, und jedesmal bin ich froh, wenn's hinter mir liegt.

Natürlich lag es nahe, bis zur Wartung nun "handbikefrei" zu nehmen, will ich doch meinem Mechaniker nicht möglichen neuen Dreck am Rad zumuten. Als Alternative bot sich ein Ausflug mit dem Rolli an. Daher verabredete ich mich mit meiner Wanderfreundin Ute für den Sonntag. Leider sah es morgens erstmal ziemlich trübe aus, weswegen wir uns zunächst gegenseitig motivieren mußten.

Blick von der Wettinhöhe westwärts über Pirna
bis nach Dresden (Aufnahmeort)
Doch nachdem wir gegen Mittag gestartet waren, entwickelte sich unsere Wanderung bald zu einer echten Entdeckungstour. Ursprünglich nur als Spaziergang durch den Stadtwald der Pirnaer Viehleite geplant, packte mich die Neugier. Den letzten Anstoß dazu gab das Kartenstudium vorort. Bisher hatten wir nämlich gemeinsam bereits die Sandsteinpflaster-Steilrampe ab dem Abzweig der Dr.-Friedrichs-Höhe von der Hohen Straße mit zwei kurzen Rastpausen ganz gut gemeistert, was Mut für mehr machte.

Vom Ende dieses Sträßchens mühten wir uns nun weiter hinauf, um zum Aussichtspunkt Wettinhöhe zu gelangen. Dort waren wir beide noch nie, ich selbst auch nicht zu Fußgängerzeiten. Ohne Hilfe würde ich das heutzutage nicht schaffen, aber mit Ute klappte es prima.

Die Baustelle der der Gottleubatalbrücke, am
anderen Ende sieht man das Portal des
Kohlbergtunnels (Aufnahmeort)
Die Anstrengung lohnte sich auf jeden Fall, denn nach dem kurzen Picknick auf der Aussichtsplattform wanderten wir entlang der Abbruchkante noch weiter an der Abendrothgrotte vorbei bis zur Ecke oberhalb der gerade im Bau befindlichen Gottleubatalbrücke der südlichen Ortsumfahrung von Pirna. Zwar konnte ich nicht direkt zum Felsüberhang der Grotte hinab, doch dafür half uns zusätzlich ein junger Mann, welcher gerade mit seiner Begleiterin dort ankam, über ein kleineres Hindernis an der Brückenbaustelle. Der Blick zur neuen Brücke war mindestens genauso eindrucksvoll, wie zuvor die Aussicht von der Wettinhöhe über Pirna bis nach Dresden.

Nach unserer Rückkehr zum Hauptwanderweg, folgten wir diesem dann schließlich noch bis Rottwerndorf, um dort auf einen der tiefer gelegenen Hangwege den Rückweg anzutreten. Irgendjemand hatte Rastplätze am Weg mit kleinen, netten Ostergrüßen dekoriert. Da saß beispielsweise ein Osterhasenpüppchen auf der Bank, es gab Forsythien in einer eierschalenförmigen Vase oder auch ein Arrangement mit (Keramik)Eule, Weidenkranz und weiteren kleinen Utensilien auf einem Baumstumpf. - Mit viel Liebe gestaltet und sehr hübsch!

Zudem lachte uns nun immer mehr die Sonne vom Himmel herunter, sodaß tatsächlich schon beinahe Osterstimmung aufkam. Große Blütenteppiche mit Buschwindröschen, dazu gelbe und blaue Blümchen und einmal sogar einen rot blühenden Strauch steuerte die Natur zur Zier bei. Beide freuten wir uns, daß wir am Vormittag unseren Trägheitsmoment überwunden hatten.

Passend zum ersten Tag der Sommerzeit.

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