8. März 2026

Sonnentage

Nun schon mehr als eine Woche dauert das sonnige Frühlingswetter an. Wer da zuhause bleibt oder aus verschiedenen anderen Gründen verhindert ist, das Leben im Freien zu feiern, dem gehört mein Mitleid!

Ich jedenfalls war bereits am Freitag mit dem Handbike unterwegs. Nach dem Arbeitsschluß im Homeoffice stand mir dafür immerhin noch der halbe Tag zur Verfügung. Den nutzte ich für einen Ausflug in das östliche Osterzgebirge. Bis zum höchsten dabei erreichten Punkt in rund 650 m NHN sah ich nicht einen Flecken Schnee mehr, nur auf der Abfahrt nach Lauenstein versteckten sich klägliche Reste davon im Schatten eines Straßengrabens. Der Winter ist wohl endgültig vorbei!

Auf der anschließenden Fahrt durch das Müglitztal nach Heidenau konnte ich soviel Zeit herausholen, daß mir selbst der zweite längere Anstieg über die Grundstraße in Dresden ins nördlich der Elbe gelegene sogenannte Schönfelder Hochland nicht mehr die Statistik verdarb, obwohl ich ihn recht gemächlich anging. Diesen Abstecher gönnte ich mir, weil es einfach zu gut rollte, um auf dem kürzesten Weg zurückzufahren.

Am Beginn des Bahntrassenradwegs (s. Track vom 06.03., km 85,4) ging schließlich die Sonne unter, doch aufgrund des klaren Himmel war es noch so lange hell, daß ich mir bis nach Wünschendorf den Weg nicht leuchten mußte. Kurz nach Sieben kam ich zuhause an.

Auch der Sonnabend begann wieder mit viel Sonne, doch ziemlich kalt. Deshalb wartete ich morgens noch ein bißchen und legte danach meine Strecke so, daß ich mich nicht im Schatten bewegte. Statt des Elberadwegs hieß das, nördlich der Elbe über Lohmen, Rathewalde und Waltersdorf nach Bad Schandau zu fahren. Die 300 Hm (also zusätzliche 200 Hm) hielten mich diesmal allerdings etwas mehr auf, denn nicht nur leichter Gegenwind, sondern auch die Tour des Vortages machte sich konditionell bemerkbar.

Ab Herrnskretschen (Hřensko) begann der schönste Teil der Ausfahrt. Die insgesamt rund 65 km lange Rundstrecke ab Bad Schandau (s. Track vom 07.03., km 22,6 - 87,7) ist nicht nur für auswärtige Besucher des Elbsandsteingebirges ein Erlebnis! Zwar fährt man dabei sehr häufig durch Gebiete, welche aufgrund des vorherigen Borkenkäferbefalls sowie des darauffolgenden großen Waldbrands im Jahr 2022 mit anschließender Beseitigung umsturzgefährdeter Bäume bzw. deren Reste großflächig entwaldet sind, doch tritt dadurch die geologische Vielfalt des Felsengebirges nun umso deutlicher zutage.

Im Prinzip sind alle auf der Karte als Wald gekennzeichneten Flächen vom Kahlschlag betroffen, und das wird auch noch eine ganze Weile so bleiben. Die Wiederbegrünung scheint nämlich nur sehr langsam fortzuschreiten. Immerhin habe ich auf den verbrannten Flächen an der Straße von Herrnskretschen nach Rainwiese (Mezní Louka) erste junge Birkenwäldchen gesehen. Die Birke ist ein Pionier bei der botanischen (Wieder-)Besiedlung vegetationsfreier Landschaften.

An der Straße nach Daubitz (Doubice,
(Aufnahmeort)
Übrigens ist auch das interessante Motiv des Beitragsbildes ein Produkt dieser Geschehnisse. So oft bin ich daran achtlos vorbeigefahren, doch diesmal war ich genau zur richtigen Zeit und bei perfektem Wetter bzw. günstiger "Beleuchtung" vorort. Mit offenen Augen und allen Sinnen entdecke ich immer wieder solche interessanten Stellen - selbst dort, wo ich bereits unzählige Male war.

Schon auf dem Rückweg, gab es im Khaatal (Kyjovské údolí) dann tatsächlich noch einige kurze Passagen mit Schnee am Wegrand und sogar alten Eiskrusten auf der Radtrasse. Ich war erstaunt, wie lange sich die Hinterlassenschaften des Winters hier gehalten hatten. Überdies bremsten mich ebenfalls mehrere schlammige aufgeweichte Abschnitte aus, mit denen ich eigentlich nicht mehr rechnete. Doch nach dem letzten kraftraubenden Anstieg nach Hinterhermsdorf (s. Track vom 07.03., km 65,0 - 67,0) war der anstrengendsten Teil meiner Sonnabendtour überstanden.

Auf der Heimfahrt durch Kirnitzsch- und Elbtal konnte ich nochmal richtig Tempo machen, auch wenn das bis zur Ankunft in Pirna für mein Geschwindigkeitssoll nicht reichte. Insgesamt sehe ich's aber locker. In Abwandlung der Plattitüde "Wer schön sein will, muß leiden" sage ich: Wer schöne Strecken fahren will, benötigt dafür (manchmal) auch mehr Zeit!

Für "mein" Elbsandsteingebirge habe ich die immer!

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