21. April 2013

Von den Bergen zu den Hügeln

Wenn ich an zwei Wochenendtagen mit dem Handbike unterwegs bin, nutze ich meist den Sonnabend für die konditionell anspruchsvollere Tour. So war es auch diesmal.

Die erste Runde führte mich endlich wieder in den Schluckender Zipfel (Šluknovský výběžek). Jetzt, da der Schnee auch in den Täler verschwunden ist, lassen sich hier nun auch die Waldwege und Forststraßen benutzen und ermöglichen damit erst den Zugang zum weitläufigen und ursprünglichen Gebiet der Hinteren Sächsisch-Böhnischen Schweiz.

Interessant war für mich vor allem, daß die Tschechen seit meinem letzten Besuch neue Fahrradtrassen ausgewiesen haben. So wurde nun z.B. die ursprünglich für Fahrradfahrer gesperrte Verbindung zwischen den Balzhütten (Tokáň) und Dittersbach (Jetřichovice) freigegeben. Ich kann mich allerdings noch erinnern, daß die letzte Abfahrt vor dem Zielort durch extrem ausgewaschene Querschwellen für Handbikes quasi unpassierbar war, als ich damals den Weg von Dittersbach aus erkundet habe. Deshalb werde ich mich beim ersten Test lieber von Fußgängern begleiten lassen, um nicht böse Überraschungen zu erleben. - Mal sehen, wann das klappt.

Der Münzstein am Neuen Wildenstein
Auf dem Rückweg blieb genug Zeit, um vom Kirnitzschtal hoch zur Kuhstallhöhle auf dem Neuen Wildenstein zu fahren. Ich wollte die Zugänglichkeit mit dem Handbike auskundschaften, denn in 14 Tagen findet hier der alljährliche Berggottesdienst statt. Für den Rückweg wählte ich im ersten Teil den Wanderweg zum Lichtenhainer Wasserfall, der wegen seiner Steilheit und seines verschärften Offroadcharakters viel Fingerspitzengefühl bei der Befahrung erfordert. Dafür kommt man aber auch ganz nah am Kletterfelsen "Münzstein" vorbei. Ein kecker Zacken, der sich besonders während der laubfreien Zeit gut in Szene setzt.

Heute war die Strecke zwar etwas weiter, dafür aber ungleich flacher. Wenn ich nicht auf dem Rückweg ab Meißen über Wilsdruff und Possendorf gefahren wäre, hätte man durchaus von einer Flachetappe reden können. Denn besonders die Gegend um Großenhain ist teilweise eben wie eine Tischplatte.

So konnte ich mir wenigstens den Elberadweg ersparen. Dort war an diesem schönen Frühlingstag wieder der Teufel los. Die letzten zehn Kilometer meiner Tour auf dieser fahrradtouristischen Hauptstrecke haben meinen Bedarf völlig gedeckt.

Track der Handbiketour vom 20.04.2013
Track der Handbiketour vom 21.04.2013

Kommentare :

Anonym hat gesagt…

Die Strecke Balzhütte-Dittersbach ist schon seit einiger Zeit für Fahrräder freigegeben. Den aktuellen Stand findet man auf www.mapy.cz Dort bei "Zmenit mapy" den Eintrag "Turisticka" auswählen und "Cyclotrasy" ankreuzen. Wir sind den Weg unlängst als Fußgänger gegangen; ausgewaschen ist da nichts (mehr). Deutlich schlimmer ist die Strecke Hinterdittersbach-Balzhütte ...

Veit hat gesagt…

Herzlichen Dank für die Info!!!

Da kann ich tatsächlich demnächst mal auf eigene Faust den Weg testen. - Das ist doch der, welcher in Dittersbach bei der Felsenburg Falkenstein (Falkenštejn) in den Ort mündet, oder?

Ich verwende zur Tourenplanung immer http://www.cykloserver.cz/cykloatlas/ Allerdings sind dort manchmal die Angaben "überaktuell", präsentieren also einen etwas zu optimistischen Stand (z.B. bei der Befahrbarkeit).

Tja, und den Zustand der als "Böhmerstraße" (Česká silnice) bezeichneten Verbindung zwischen Hinterdittersbach (Zadní Jetřichovice) und Hohenleipa (Vysoká Lípa) finde ich ebenfalls absolut beklagenswert. Das letzte Stück zu den Balzhütten durch den Lagergrund (Táborový důl) ist allerdings gut asphaltiert, wenngleich auch derzeit durch Waldarbeiten ziemlich verdreckt.

Anonym hat gesagt…

Dankeschön! Die Website http://www.cykloserver.cz/cykloatlas/kannte ich noch gar nicht. Auf mapy.cz gibt es übrigens auch historisches Kartenmaterial, das die deutschen Bzeichnungen enthält. Ja, der von mir beschriebene Weg mündet in Jetřichovice (Sie haben nach "Dittersbach" die Erwähnung des tschechischen Begriffs vergessen).
Könnten Sie aufgrund Ihrer Popularität und Ihrem sicherlich vorhandenen Einfluss nicht auf eine Verbesserung der Verhältnisse der "Böhmerstraße" (Česká silnice) hinwirken? Ich bin mir sicher, die Radler- und Wanderergemeinde wäre Ihnen sehr dankbar. Vielen Dank vorab!
Ihnen einen schönen Tag und weiterhin so tolle Touren (und Berichte für uns Interessierte)!

Veit hat gesagt…

Jetzt überschätzen Sie mich aber... :-)

Immerhin habe ich das geschilderte Problem in der Tat bereits mehrmals angesprochen. Ich finde nämlich, daß die Verbindung Kirnitzschtal - Hohenleipa eine bedeutende, wenn nich sogar DIE wichtigste Verbindung der Sächsisch-Böhmischen Schweiz abseits der öffentlichen Straßen ist.

Für die Wegeinstandsetzung ist in Böhmen allerdings der Forst zuständig (und nicht die Nationalparkverwaltung) - so jedenfalls die Aussage von deutscher Seite. Und für die Waldpfleger gelten andere Prioritäten, leider.

Kontakte zu diesen Stellen gibt es meinerseits auch (noch) nicht, doch vielleicht ändert sich das ja irgendwann mal. Steter Tropfen höhlt den Stein - ich bin das Wasser...