19. Juli 2014

... und so weiter

Die schlechte Nachricht zuerst. Auf meiner gestrigen Tour zum Col du Sanetsch ist mir mein GPS-Logger abhanden gekommen. Während der Pause etwas gesucht und deshalb den Rucksack ausgeräumt, und den dann eben anschließend nicht wieder komplett eingeräumt. Schusseligkeit wird bestraft. Als ich den Verlust nach der Tour bemerkte (ich wollte den Logger ausschalten), habe ich zwar mich sofort ins Auto gesetzt und bin zu der entsprechenden Stelle gefahren. Doch da das Teil so offensichtlich am Straßenrand lag, hat es sicher einer der ersten Passanten mitgenommen.

Fakt ist, daß ich ab jetzt bis auf weiteres keine GPS-Tracks von meinen Touren veröffentlichen kann / werde. Für meine Urlaubsunternehmungen reiche ich diese allerdings nach, wenn ich wieder zuhause bin. Dann kaufe ich mir auch so bald wie möglich ein Ersatzgerät. Einige Schleichpfade lassen sich nämlich nach der Tour immer nur schwer nachvollziehen. Auch das Geotaggen meiner Bilder ist jetzt erst einmal das nicht möglich.

Ansonsten gibt es keinen weiteren Grund, mit mir unzufrieden zu sein. Gestern die wirklich anspruchsvolle Handbiketour zum Col du Sanetsch (2251m) und Sanetschsee und heute den Col de la Croix de Coeur (2174m). Beide Strecken habe ich sogar als Rundtouren fahren können, nur beim Sanetsch mußte ab ca. 1000 m ü. NHN die gleiche Strecke gefahren werden. Das tat der Sache allerdings keinen Abbruch. Natürlich schlugen sich beide Ausflüge ordentlich auf die Statistik nieder. Tag 1: 89 km und 2250 Hm (korrigiert: 94 km, offenbar hatte mein Fahrradcomputer einen Aussetzer, den ich nicht bemerkt habe), Tag 2: 73 km und 1700 Hm.

Der Tag erwacht im Rhonetal
Von meinem Stützpunkt auf dem empfehlenswerten Campingplatz "Relais de la Savaz" startete ich am Freitag bereits sehr zeitig, um der Gluthitze und der unbarmherzigen Sonne im Rhonetal rechtzeitig zu entkommen. So hatte ich dann auch beim Aufstieg lange Zeit Schatten, weil es unser Heimatstern nicht über die mich umgebenden steil abfallenden Bergkämme schaffte. In der Beschreibung bei Quaeldich.de ist bereits alles über die Tour gesagt, weshalb ich mir hier weitere Ausführungen erspare.

Doch Zufälle gibt es nicht. Kurz vor dem Sanetschstausee traf ich nämlich einen anderen Verrückten. Pascal Gisler, ein (nach eigener Aussage) Sportkletterer aus der der ersten Generation (immerhin bis 8a onsight), war an diesen Tag als Basejumper mit seinem Wingsuite vom Schluchhorn nach Gsteig geflogen und gerade auf dem Rückweg zu seinem Auto. Was er mir dort dann für Videos von diesem waghalsigen Unterfangen zeigte, die er mit der Helmkamera aufgenommen hatte, verschlug mir fast den Atem. Fliegen IST schöner!

Weil schlechtes Wetter im Anmarsch ist, habe ich den eigentlich notwendigen Ruhetag nach hinten geschoben und bin gleich auf meinen zweiten diesjährigen 2000er Paß gefahren. Der Vortag steckte mir schon noch in den Knochen, was sich auf das Vorwärtskommen auswirkte.

Zu allem Überfluß  meldet sich in letzter Zeit immer häufiger mein Körper zu Wort. Kribbeln bis zum Taubheitsgefühl vor allem in der linken Hand sowie ein Ziehen im (wiederum) linken Ellenbogen, von den Handgelenken ganz zu schweigen. Deshalb muß ich immer wieder kurze Pausen einlegen, um die "eingeschlafenen" Hände wieder zu aktivieren. Der Geist ist willig, aber ... Allerdings glaube ich nicht so richtig, daß es sich hierbei um echte Überlastungserscheinungen handelt. Es werden wohl bloß durch die Muskelanspannung Nerven abgeklemmt. Von meinem tschechischen Sportfreund weiß ich, daß man diese Probleme operativ beseitigen kann. Deshalb werde ich mich also mal von der Orthopädin meines Vertrauens beraten lassen.

Besonders nervend an dieser Tor waren die letzten 600 Höhenmeter. Da ging es ausschließlich auf einer festgewalzten schotterdurchsetzten Erdpiste nach oben. Das war eigentlich nicht das Problem. Jedoch fiel das Sträßchen seitwärts in Richtung Tal ab, was wirklich kräftezehrendes Gegenlenken und damit ungleichmäßige Armbelastung nach sich zog. Die landschaftlich schönere Strecke ist die Variante über Riddes aber allemal, denn die andere Seite von Verbier - die ich anschließend für die Weiterfahrt nutzte - ist zwar inzwischen durchgehend asphaltiert, jedoch eine hufsteile Rampe ohne Schatten auf den letzten 500 Höhenmetern.

Auf dem Col de la Croix de Coeur gab es übrigens wieder eine nette Begegnung mit einer schweizerfränzösischen Mountainbikegruppe. Von denen konnte sogar mindestens einer ganz leidlich Englisch. Bei den Franzosen freut man sich ja immer, wenn sie sich in mehr als ihrer Muttersprache verständigen können. Das gilt auch für die jungen.

Mal sehen, wie es nun weitergeht. Mein Schweizer Sportfreund mußte verletzungsbedingt gemeinsame Touren bis auf weiteres absagen. Ob es da mit einer gemeinsamen Ausfahrt klappt, ist derzeit mehr als fraglich. Morgen ist jedenfalls erst einmal Ruhetag.

Track der Handbiketour vom 18.07.2014 (nachgezeichnet)
Track der Handbiketour vom 19.07.2014 (nachgezeichnet)

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