19. Februar 2018

Wider den Winterspeck

Bevor die Radsaison richtig startet, muß ich mich unbedingt wieder in optisch ansprechende Form bringen! Meine Freßattacken des Winters haben mir übel mitgespielt, zumal es in diesem Jahr (noch) nicht's mit Skifahren wurde. Selbst die Reizung des linken Schultergelenks könnte zum Teil auf Übergewicht zurückzuführen sein. Immerhin ist mir inzwischen ein Mittel zur Behandlung der Schulter eingefallen. Meine Orthopädin hatte mir vor Jahren Dolobene Gel mitgegeben, als ich ihr von einer möglichen Überlastung der Gelenke berichtete. Und siehe da: auch diesmal hilft es!

Am Sonnabend zog ich meine Bahnen in nordöstliche Richtung. Zu Beginn des Wochenendes wollte  ich eine zwar nicht zu flache Strecke, doch eben auch nicht zu bergig. Als ich aber bereits am Grenzübergang Sebnitz die 700 Hm erreicht hatte, schwante mir, daß einmal mehr die Angaben von Bikemap.net erheblich untertrieben waren. Mittags waren es dann in Demitz-Thumitz bereits 1200 Hm. Auch wenn ich, abgesehen von der richtig steilen Rampe durch Krumhermsdorf (s. Track vom 17.02., km 25,8 - 26,3), keine garstigen Anstiege bezwingen mußte - die schiere Anzahl hinterläßt doch ihre Spuren im Körper und in der Statistik.

Dazu kamen einige hundert Meter durch fingertiefen Schnee vom Fußgängergrenzübergang Hilgersdorf (Severní) in Richtung Steinigtwolmsdorf. Der war dort auf dem Waldweg am Nordhang liegengeblieben und erschwerte zusätzlich mein Vorwärtskommen. Eine größere Steigung hätte mich wegen des durchdrehenden Vorderrades vermutlich zur Umkehr gezwungen.

Kurz hinter Oberottendorf rollte es endlich meist nur noch bergab. Als ich gegen drei zuhause ankam, standen luftdruckänderungsbereinigt ca. 1550 - 1600 Hm zu Buche. Das waren ganze 50% über Plan!

Wegen der abendlichen Behandlung mit meinem neuen, alten Zaubermittel (s.o.) hinterließ jedoch die anstrengende Tour nahezu keine Spuren, so daß ich anderntags gleich noch einmal auf's Handbike stieg. Nach lockerem Einrollen kam ich schon vor 8.30 Uhr in Meißen an.

Am ehemaligen Bahnhof Polenz der Schmalspurbahn
Meißen - Wilsdruff (Aufnahmeort)
Üblicherweise fahre ich von dort immer sehr gerne das Triebischtal in Richtung Nossen. Diese Strecke wollte ich gestern aber abkürzen und suchte daher eine Alternative. Das Ergebnis war ein echter Glücksfund. Von Semmelsberg hinter Garsebach gibt es nämlich einen sehr schönen asphaltierten Radweg, welcher zu großen Teilen auf der Strecke der ehemaligen Schmalspurbahn Meißen-Wilsdruff führt und Bestandteil des Radringwegs "Meißner 8" ist (s. Track vom 18.02., km 54,5 - 62,8). Aufgrund des ehemaligen Verwendungszwecks ist die Steigung der Trasse sehr moderat. Nur selten - dort, wo die Radstraße die ehemalige Bahnstrecke verläßt - wird es ein wenig steiler. All das weit entfernt von jeder Kraftfahrstraße. - Ein echter Tip!

Zum Schluß meines Sonntagsausflugs wurde es schließlich immer bergiger, und das Auf und Ab brachte mich gehörig außer Atem. Die niedrigen Temperaturen, das Mehr an Kleidung und Gepäck sowie der Kräfteverschleiß meiner ersten Wochenendtour machten sich verstärkt bemerkbar, so daß es eben nicht mehr ganz so flott voran ging. Auch hinsichtlich der Herzfrequenz konnte ich nicht mehr hochtouren, ein typisches Zeichen für die beginnende körperliche Erschöpfung. Wenn man die Zeichen des Körpers jedoch berücksichtigt, ist das ziemlich unkritisch. Ohne falschen Ehrgeiz hielt ich also auf den letzten Kilometer ab und zu für eine kurze Ruhepause an.

Ein notwendiges Zugeständnis.

Track der Handbiketour vom 17.02.2018
Track der Handbiketour vom 18.02.2018

12. Februar 2018

Großer Bruder

Wenn es nicht hintereinanderweg geht, dann eben mit einem Ruhetag dazwischen. Seit einiger Zeit bringt sich nämlich recht nachdrücklich meine linke Schulter in Erinnerung. Ich weiß nicht, ob es Überlastung ist oder eine ganz normale Alterserscheinung. Denn ich gehe ja nun mittlerweile auch straff auf die Fünfzig zu ...

Am vergangenen Sonnabend wurden es aber ein paar Höhenmeter mehr als geplant. Endlich habe ich es dabei in den böhmischen Teil des Elbsandsteingebirge - genauer: ins Zappenland - geschafft. In dieser Region gibt es viele offene Flächen mit selten befahrenen, doch verkehrswichtigen Straßen, so daß die Sturmschäden der Vergangenheit dort kein Thema mehr sein sollten.

Auf dem Hinweg über Tetschen (Děčín) legte ich die Strecke durch die Wälder am Hohen Schneeberg (Děčínský Sněžník), der höchsten Erhebung des Elbsandsteingebirges. Doch selbst auf über 500 m NHN reichte der Schnee gerade für ein bißchen Frostknacken unter den Rädern. Meine Hoffnung vom vorigen Wochenende wurde also enttäuscht. Aber auch ganz ohne Weiß  ist es in der böhmischen Schweiz immer wieder schön.

Erstaunlicherweise lag ich während der Tour selbst nach den langen Anstiegen des ersten Drittels bzgl. der Herzfrequenz über den sonst üblichen Belastungswerten. Auf ebener Strecke und bei nur kurzen oder leichten Anstiegen war das kein Problem, doch sobald es etwas steiler wurde und der Berg sich hinzog, brach ich ziemlich ein. Unerfreulicherweise machte sich zudem meine strapazierte Schulter bemerkbar. Deshalb war ich schließlich ganz froh, als ich wieder das Elbtal erreichte. Immer am Fluß entlang, versprach die Heimfahrt endlich etwas Entspannung.

Erst das Umleitungsschild hinter Königstein erinnerte mich unsanft daran, daß wegen der Bauarbeiten an den Bahnübergängen bei Rathen an diesem Wochenende auch kein Durchkommen für Radler auf dem Elbradweg war. Die Ausweichstrecke, den Stich durch den Pehnagrund hinauf nach Thürmsdorf (s. Track vom 10.02., km 86,9 - 87,3) konnte ich wirklich nur noch in kurzen Sprüngen bewältigen. Schon als ich zuhause ankam, stand für mich fest, daß ich am nächsten Tag eine Pause brauche.

Am Niederen Waldteich unweit von Volkersdorf (Aufnahmeort)
Nach dem Ruhetag wählte ich heute eine relativ flache Strecke. Ich wollte endlich mal wieder meine Richtwerte für die Durchschnittsgeschwindigkeit erreichen und den Virtual Partner jagen. Auch ich brauche hin und wieder Erfolgserlebnisse. Zudem hatte ich mir vorgenommen, nun endlich mal die Livetracking-Funktion meines Garmin-Geräts zu testen. Dabei interessierte mich vor allem der Datenverbrauch und die Auswirkungen auf die Akkulaufzeit - sowohl von Mobiltelefon als auch vom Navi. Natürlich bat ich außerdem meine Freunde Toni und Rudy, den "Großen Bruder" zu spielen und meine Tour über das Internet zu verfolgen. Ziel war es, festzustellen, ob sich diese Form der einseitigen Kommunikation eignet, andere an meinen Aktionen teilhaben zu lassen und inwieweit man sich mit solcherart veröffentlichten Daten punkt- und zeitgenau unterwegs verabreden kann.

Schlußendlich kann ich meinen Montagsausflug in jeder Hinsicht als Erfolg verbuchen. Ich war schneller als auf den meisten meiner diesjährigen Touren und habe dabei nicht nur die gewünschten Informationen erhalten. Auch was die Verbrauchswerte beim Livetracking betrifft, bin ich angenehm überrascht worden.

Jetzt muß ich mir nur noch durch den Kopf gehen lassen, ob bzw. wann es sinnvoll sein kann, seine eigenen Aktivitäten anderen - hauptsächlich Bekannten und Freunden - bekanntzugeben. Bei solchen Unternehmungen, wie beispielsweise meiner "Zum Frühstück nach Prag"-Tour im letzten Jahr überwiegen wahrscheinlich die Vorteile.

Was haltet ihr davon?

4. Februar 2018

Umsatteln?

Kommt nun doch noch der Winter und werde ich deshalb am kommenden Wochenende mein Pferd wechseln?

Heute schneit es schon seit einigen Stunden mal mehr, mal weniger, und selbst im Elbtal auf ca. 120 m NHN ist es inzwischen weiß geworden. Mich würde das jedenfalls nicht stören, habe ich mich doch bisher vergeblich auf's Skifahren gefreut. - Freilich, dafür müßten die Flocken zumindest im Osterzgebirge noch eine ganze Weile tanzen. Das Tauwetter der vergangenen zwei Wochen hat den Loipen und Pisten selbst auf dem Erzgebirgskamm übel mitgespielt.

Bevor es also möglicherweise zu einer Handbike-Winterpause kommt, bin ich gestern noch einmal auf Achse gewesen. Südlich meiner Heimatstadt sammelte ich Höhenmeter, indem ich eine Reihe von Tälern querte, die alle dem Elbtal zustreben.

Im Müglitztal fuhr ich zunächst bis zum Abzweig nach Burkhardswalde, bei Seitenhain ging es hinab ins Seidewitztal, später über Herbergen weiter zum Bahretal, bis ich daran anschließend ab Berggießhübel dem Flüßchen Gottleuba folgte. An der Zwieselbrücke zweigte ich ins Bahratal ab. Da die Straße durch das Bielatal nach Königstein derzeit wegen Straßenbauarbeiten gesperrt ist, nutzte ich die oberhalb parallel führende Hirschstange, bis ich hinter Hütten endlich den letzten längeren Anstieg durch das Tal des Cunnersdorfer Baches nach Cunnersdorf in Angriff nahm. Über das Krippenbachtal rollte ich endlich zurück ins Elbtal, welches mich dann nachhause brachte.

Ich habe gerade noch einmal durchgezählt: Es sind tatsächlich 8 Täler gewesen, die ich auf meiner Tour innerhalb von gerade einmal 60 km passiert habe. Topologisch ist die Landschaft hier zwar wesentlich kleinteiliger als beispielsweise in den Alpen. Dabei sollte es jedoch nicht wundern, daß trotz der nicht so großen Höhenunterschiede die Höhenmeterbilanz den Vergleich mit den größeren Anstiegen im Hochgebirge - allerdings auf längerer Strecke - nicht zu scheuen braucht. Auch gestern hatte ich schon wieder einen vierstelligen Betrag auf dem Fahrradcomputer stehen, als ich mittags schließlich zurück im Elbtal war.

Damit ist mein heimatliches Tourenareal nicht zuletzt perfekt zur Vorbereitung auf die Pässejagdsaison geeignet. Der Plan bis zum Saisonhöhepunkt steht bereits: Einrollen in der Region, Aufbautraining in der Toskana, erste Hochgebirgsausfahrten in Südtirol und schließlich der große Knall in den Zentralalpen. Dazwischen bleibt sicher auch noch Zeit für lange Kanten.

Und was wird mit Skifahren?

Track der Handbiketour vom 03.02.2018

28. Januar 2018

Traue keinem ...

... Wetterbericht, den Du nicht selbst verfaßt hast! Denn eigentlich war für den Sonnabend das bessere Wetter angekündigt. Doch als ich morgens aus dem Fenster sah, wurde ich eines Besseren belehrt. Dieses trübe und naßkalte Grau blieb über den ganzen Tag, so daß ich mich für 24 Stunden in der Wohnung verschanzte.

Der Dresdener Fernsehturm am Morgen aus einer
ungewohnten Perspektive (Aufnahmeort)
Mit der Vorhersage für den Sonntag lagen die Meteorologen gleichfalls daneben - diesmal als ausgleichende Gerechtigkeit zu meinen Gunsten. Zwar fegte ein zunehmend stürmischer Westwind über die offenen Flächen, aber es blieb wenigstens trocken. Je länger ich dann in Richtung Westen unterwegs war, umso mehr mußte ich kämpfen. Schon lange ging es nicht mehr ums Tempo, die Parole hieß stattdessen: Durchhalten bis zum Umkehrpunkt!

In Blankenstein lag der nervigste Teil der Tour endlich hinter mir. Obgleich der Anstieg von Herzogswalde zum Landberg teilweise als 16%er ausgeschildert ist (s. Track vom 28.01., km 64,3 - 65,8) und ich kurz vor Mittag dort nur in kurzen Sprüngen hochkam - solch lange Gegenwindpassagen, wie auf dem ersten Teil der Strecke, sind viel unangenehmer!

Nur noch eine häßliche Rampe, nämlich die durch Welschhufe (s. Track vom 28.01., km 83,0 - 84,1), wartete auf mich. Spätestens bei der rauschenden Abfahrt hinab ins Dresdener Elbtal konnte ich mich endlich entspannen. Die Ergebniskosmetik auf den letzten Kilometern täuscht jedoch nicht darüber hinweg, daß ich momentan nicht gerade in Topform bin.

Das muß sich ändern!

Track der Handbiketour vom 28.01.2018

21. Januar 2018

Fast wie neu!

In dieser Woche habe ich den zweiten Teil der fälligen Generalüberholung meines Handbikes über die Bühne gebracht. Einige Wartungsarbeiten, z. B. den Austausch des Bezugs der Rückenlehne, wollte ich direkt beim Hersteller erledigen lassen.

Für mich ist die Fahrt zu Schmicking nach Holzwickede immer eine ziemliche Weltreise, weshalb ich mir das bisher nur zweimal angetan habe. Einmal bei der Abholung meines neuen Handbikes, und das zweite Mal wegen der Reparatur des Unfallschadens an meinem Handbike im Jahr 2013. Auch für den Freitag hatte ich den Termin so vereinbart, daß ich morgens bei Öffnung der Werkstatt auf der Matte stand und mich abends nach Erledigung der Arbeiten gleich wieder auf den Heimweg begeben konnte. Das ist zwar ziemlich anstrengend, aber immer noch die beste Lösung.

Wie sich bei meiner Ankunft herausstellte, hatte es allerdings Probleme bei der Terminbekanntgabe gegeben, so daß zunächst die entsprechende Eintaktung der Reparatur auf der Kippe stand. Und das, obwohl ich noch am Tag zuvor angerufen hatte, um zu erfahren, ob alles klar geht! Ca. 550 km pro Einzelstrecke fahre ich mit dem Auto eben nicht einfach mal aus Jux und Dallerei.

Im Verkaufsraum der Fa. Schmicking (Aufnahmeort)
Glücklicherweise renkte sich alles ein - im Improvisieren scheint man bei Schmicking Meister zu sein. Das galt auch für die Bereitstellung etlicher Ersatzteile. Zwar war meine Rückenlehne vorher nicht ausgemessen worden, doch fand sich eine geeignete im Lager. Ähnlich gut klappte es mit dem Ersatzkissen, welches zwar nicht hundertprozentig identisch aussah, aber dennoch ganz akzeptabel paßte. Nur mit dem Bauchgurt hatte ich kein Glück, doch das relativierte sich inzwischen. Denn nach der Rückkehr mußte ich zuhause erkennen, daß die Befestigungen des alten Gurtes sich nicht mehr lösen ließen. Aus diesem Grund überdenke ich noch einmal alles und beschäftige evtl. mit diesem Problem einen einheimischen Sattler. Ich denke jedoch, daß ich den Gurt gar nicht mehr so dringend benötige.

Mario von Schmicking war ich sehr dankbar für seinen Hinweis, als er beim Austausch des Rückenpolsters mehrere Risse in der Aluplatte der Rückenlehne feststellte. Von denen wußte ich bisher nämlich noch nicht. Also habe ich auch das Blech tauschen lassen. Zuletzt kam außerdem eine neue Bremse dazu, eine Magura MT5 mit Doppelbremszylinder. Jetzt bin ich bloß gespannt, wie hoch der Verschleiß der Bremsbeläge ist. Ich habe eigentlich keine Lust, diese im Jahr fünf- bis sechsmal zu ersetzen (bisher ca. viermal für meine Louise FR 2006). Das kostet allein pro Belag-Set wesentlich mehr.

Die Heimfahrt verlief dann wesentlich flüssiger als die Anreise, weil die Autobahn rund um Kassel nicht mehr wegen der Beseitigung von Sturmschäden gesperrt war. Trotzdem wurde es ein sehr langer Tag für mich. 0.30 Uhr war ich aufgestanden, gegen 22.00 Uhr kam ich endlich ins Bett. Aber mit solchen Aktivitätszeiten habe ich ja inzwischen Erfahrung ...

Nach dem Ruhetag am Sonnabend konnte ich heute gleich mein erneuertes Handbike auf Tour testen. Angesichts der Sturmschäden mied ich natürlich größere bewaldete Abschnitte,  hatte dieser doch in meiner Heimatregion viele Wälder, Wege sowie etliche Straßen unpassierbar gemacht. Auch wenn es heute nicht das große Rennen wurde, bin ich zufrieden. Jetzt weiß ich jedenfalls, daß alles an meinem Rad so funktioniert, wie es soll.

Es kann losgehen!

Track der Handbiketour vom 21.01.2018

14. Januar 2018

Erste Ölung

Mangels Schnee habe ich an diesem Wochenende die Handbikesaison eröffnet.

Nach der Großen Wartung durch Eddy, meinem Haus- und Hofmechaniker von Bike24, schnurrt das Radl jetzt wieder wie eine Katze. Es ist eine Freude, so ganz ohne zusätzliche Reibungsverluste, ohne Knarren, Ruckeln und die Angst vor einem Kettenriß nahezu ungebremst voranzukommen. Gerade, wenn fast der gesamte Antrieb erneuert wurde, merkt man besonders deutlich den Unterschied.

Bei aller Euphorie gab es trotzdem Startschwierigkeiten. Nicht mit der Technik, nein - direkt beim Fahrer. Schon drei Wochen Handbike-Abstinenz machen sich eben bemerkbar. Dabei ist es noch nicht einmal der Kopf, der nicht will. (Ich selbst bin nämlich der Ansicht, daß im Sport die Psyche 70 - 80% des Leistungspotentials ausmacht.) Doch auf dem letzten Drittel der Sonnabendtour meldeten sich nachdrücklich die Muskeln und Gelenke meiner Schultern und Arme. Sie waren wohl durch die lange Untätigkeit etwas eingerostet und müssen nun erst durch Bewegung geölt werden.

Allerdings hatte ich mir für die Jahreserste auch gleich zwei garstige Rampen ausgesucht. Die erste, den Anstieg von Rathen nach Waltersdorf, nutze ich immer als Gradmesser für die persönliche Fitness. Wenn ich dort auf dem steilsten Stück, einem ca. 700m langen 18%er (s. Track vom 13.01., km 13,3 - 14.0), in einem Zug durchkomme, dann paßt es. Da ich den Anstieg durch den Tiefen Grund nicht mit einrechne - die Straße läßt sich sehr gut fahren - erwartete mich die zweite Herausforderung auf dem Radweg zwischen Ulbersdorf und Krumhermsdorf. Dort gibt es sogar ein Stück, welches mit einem 20%-Verkehrsschild dekoriert wurde. Vielleicht ist das etwas übertrieben, doch bin ich die Wand gleich von vornherein in kurzen Sprüngen angegangen (s. Track vom 13.01., km 28,2 - 28,2). Diese Anstiege in Handschuhen hochzukurbeln, macht die Sache noch einmal kraftraubender. Aber anders ging es an diesem Wochenende nicht.

Blick vom Campus der Fachrichtung Forstwissenschaften der TU Dresden
zu Burgruine und Kirche in Tharandt (Aufnahmeort)
Obwohl ich heute morgen immer noch meine Arme spürte, startete ich zu einer zweiten Runde. Mittlerweile weiß ich, daß sich die Belastungserscheinungen in den Gelenken und der Muskelkater meist in Wohlgefallen auflösen, sobald man nach ein paar Minuten warmgefahren ist. Das Streckenprofil meines heutigen Ausflugs paßte ich jedoch entsprechend an, indem ich die langen Anstiege ausschließlich in den ersten Teil der Rundtour packte. Außerdem hielt ich mir die Option offen, die Tour abzukürzen, falls der Körper wider Erwarten doch streiken sollte. Als Pirnaer bin ich wirklich extrem verwöhnt, was die schier unendliche Anzahl von Kombinationsmöglichkeiten für eine schöne Strecke entsprechend der gewünschten Anforderungen betrifft.

Und siehe da: Es lief heute wie am Schnürchen. Sogar die zwei einzigen ernstzunehmenden Anstiege, die Auffahrt aus dem Trebnitzgrund nach Börnchen (s. Track vom 14.01., km 21,8 - 23,5) sowie der Glashütter Berg in Richtung Luchau (s. Track vom 14.01., km 34,2 - 36,2) bereiteten keine Probleme. Nur das Thema Schwitzen stand nun wieder auf der Tagesordnung. Aber dafür gab es viel Sonne.

Nach der reichlichen Hälfte der Strecke brauchte ich es schließlich nur noch laufen lassen. Da störte nicht einmal mehr der auffrischende Ostwind. Was ich am Sonnabend an Zeit liegengelassen hatte, holte ich mir bei meiner zweiten Tour locker zurück.

Das fängt gut an!

Track der Handbiketour vom 13.01.2018
Track der Handbiketour vom 14.01.2018

8. Januar 2018

Eis statt Schnee

Gestern hatten meine tschechischen Freunde die Idee, sich den 4er-Wettbewerb des Bob und Skeleton Weltcups im DKB-Eiskanal Altenberg direkt am Ort des Geschehens anzuschauen. Wenn überhaupt, schaue ich mir zwar solche Veranstaltungen lieber auf dem Bildschirm an, zumal gestern nieselig-kaltes und in den Höhenlagen nebeliges Wetter herrschte. Aber ich hatte sonst nichts weiter vor, also konnte ich auch etwas mit Lád'a und Šárka gemeinsam unternehmen.

In der Nähe der Bobbahn einen Parkplatz zu finden, war dann schon die erste Hürde. Rolliparkplätze gibt es dort nämlich keine, und natürlich war ich nicht der einzige Besucher mit Auto. Glücklicherweise hatte Fam. Eichler eine geeignete Stellfläche für mein Auto gefunden, zu der sie mich dann lotsten.

Kurz vor knapp erreichten wir den unteren Teil des Areals. Nach dem Eingang geht es die Wirtschaftsstraße gleich sehr steil hinauf - das ist bei einem Abfahrtshang ja auch durchaus zu erwarten. Bestimmt wäre ich bei geschätzten 15% Steigung die Rampe ohne die tatkräftige Unterstützung meines Kameraden nicht (rechtzeitig) hochgekommen.

Von diesem Zuschauerpodest sind die Athleten
zum Greifen nah! - Sofern man dieses zuvor mit
Hilfe erreicht hat... (Aufnahmeort)
Überhaupt ist leider auch das übrige Gelände denkbar ungeeignet für Rollifahrer. Das liegt nicht nur an den fast durchweg steilen Wegen und Straßen entlang der Bobbahn, denn auch die Podeste und Tribünen für die Zuschauer sowie Toiletten und Verpflegungspunkte sind nicht stufenlos zu erreichen. Nur auf den großen Stellplatz beim Omega kommt man als Rollifahrer relativ problemlos, sofern man den steilen Zugang zuvor erfolgreich gemeistert hat. Wenn dort allerdings viele Besucher stehen, schaut man nur noch auf deren Rücken ... Schade, daß nicht einmal der Startbereich, welcher sich auf fast gleicher Höhe mit dem oberen Parkplatz befindet, barrierefrei zugänglich ist.

So hatte Lád'a meinetwegen gestern schließlich genug zusätzliches Krafttraining, denn natürlich sind wir in der Pause zwischen dem ersten und zweiten Durchgang vom Ende der Bahn noch die restliche Strecke des reichlichen Kilometers Begleitstraße inkl. der 120 Hm bis zum Start hinaufgeklettert. Bergab war's danach für mich fast genauso anstrengend.

Fazit für Besucher im Rollstuhl: Schaut euch die Wettbewerbe lieber zuhause im Fernsehen an! Ohne tatkräftige Unterstützung habt ihr hier nämlich keine Chance, einigermaßen gut klarzukommen. Ich denke, der Frust darüber beeinträchtigt das Live-Erlebnis.

Mir geht es jedenfalls so.