Trotzdem war ich mit dem Handbike aktiv. Sogar bei größtenteils durchaus angenehmen Bedingungen, denn ich habe meine Radtouren ganz einfach in die Nacht- und Morgenstunden verlegt. So ließ es sich nicht nur aushalten, sondern es gab darüberhinaus ein paar unvergeßliche Momente im Osterzgebirge. Dort hatte ich mich mit Lád'a, meinem tschechischen Sportfreund verabredet. Ursprünglich wollte ich ja im Gebirge wieder in einer Schutzhütte übernachten, doch bereits am Freitag war es so heiß, daß ich mir die schweißtreibende Anfahrt und damit das Biwak als solches ersparte. Es hätte keinerlei Sinn ergeben!
Dafür startete ich am Sonnabend bereits gegen Mitternacht. So blieb mir ausreichend Zeit bis zum vereinbarten Treffpunkt in Böhmisch Zinnwald (Cínovec), wo wir uns dann 5.30 Uhr begrüßten. Nichts beschreibt mein Verhältnis zu den dunklen Stunden eines Tages besser, als der Titel eines meiner Blogbeiträge. Während der Weiterfahrt auf der Panorama-Kammstraße (die mit all ihren Varianten zu meiner Lieblingsstrecke in der Region zählt), hatten wir die Welt ganz für uns allein. Kein Autolärm, kein Motorrad-Geknattere, einfach nur der Zauber des erwachenden Tages. So etwas kann man nicht für Geld kaufen ...
Als kurz nach Sechs mit der Steilrampe aus Schönwald (Krásný Les) heraus (s. Track vom 27.06., km 77,5 - 77,8) der letzte Anstieg hinter uns lag, war klar, daß ich lange vor der angekündigten großen Hitze zuhause sein würde. Lád'a verabschiedete sich von mir im Bahratal. Er fuhr nun zunächst nach Berggießhübel, um letztlich über den Kamm zurück nach Kulm (Chlumec) auf der anderen Seite des Erzgebirges zu fahren. Ich hingegen erreichte nach schneller Abfahrt bereits 7.15 Uhr die Heimat.
Den Rest des Tages verbrachte ich mit Schlafen und Dösen in der Wohnung ... mehr war angesichts dieser Hitzewelle einfach nicht drin.
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| Sonnenaufgang auf dem Osterzgebirgskamm vor Adolfsgrün (Adolfov, Aufnahmeort) |
Diesmal fuhren wir auf dem Höhenrücken bis Schneeberg (Sněžník), bevor wir uns talwärts nach Norden wandten. Auf den letzten Metern der Abfahrt ins Elbtal stieg dann bereits spürbar die Temperatur an. Trotzdem kamen wir noch leidlich gut bis Pirna, wobei sich mein Kamerad nicht davon abhalten ließ, mich bis zum Schluß zu begleiten. Allerdings mußte er danach über den Erzgebirgskamm nachhause, wobei er - wie sich am Ende herausstellte - noch einmal 72 km und rund 1200 Hm absolvierte. Absolut verrückt!
Doch "normal" sind wir alle beide sowieso nicht ...






