17. Mai 2026

Halbe Tage voller Aktion

Es muß nicht immer ein ganzer Tag in Bewegung sein. Seit einigen Jahren hat sich bei mir deshalb auch die freitägliche Feierabendrunde im Handbike etabliert. An diesem Tag arbeite ich von zuhause aus und kann aufgrund flexibler Arbeitszeitgestaltung auch schon mittags die Arbeitswoche beenden. Innerhalb weniger Minuten bin ich danach startklar.

Die Festung Königstein ist von allen Seiten eine
eindrucksvolle Erscheinung (Aufnahmeort)
Vorgestern habe ich dabei nur mein Minimalprogramm abgespult, was allerdings bedeutete, mir neben etlichen "schnellen" Strecken eine Steilrampe sowie einen Anstieg über rund 230 Hm am Stück vorzunehmen. Erstere ist der Anstieg von Pötzscha nach Naundorf (s. Track vom 15.05., km 8,1 - 9,5) sowie die daran anschließende 12% steile Pflasterstraße im Ort (s. Track vom 15.05., km 9,8 - 10,0). Diese Auffahrt gehört zu jedenfalls zu den Strecken, um die ich lieber einen Bogen mache, wobei ich mir hin und wieder gerade solche Abschnitte bei kurzen Trainingstouren zur (mentalen) Abhärtung verordne.

Die zweite größere Herausforderung war natürlich die Auffahrt durch den Tiefen Grund in Richtung Hohnstein (s. Track vom 15.05., km 40,3 - 45,6). Hier verhält es sich ein bißchen anders, weil ich diesen Berg aufgrund seines abwechslungsreichen Steigungsprofils eigentlich ganz gerne fahre. 12% werde nur auf einem relativ kurzen Stück erreicht, und auch erst, wenn man sich an den ersten Aufschwüngen eingefahren hat. Außerdem gibt es immer wieder Flachstücke, die sich - je nach tagesaktueller körperlicher Verfassung - entweder zum Beschleunigen oder zum Durchatmen eignen.

Da sich inzwischen dunkle Wolken mit Regenfahnen näherten, holte ich vor Neustadt schließlich etwas weiter ostwärts aus. Tatsächlich gelang es mir, bei diesem wechselhaften Wetter bis zum Schluß trocken zu bleiben und meine Tour wie geplant zu beenden.

Sonnabends stand dann wieder eine gemeinsame Ausfahrt mit den sportlich Interessierten der Dresdner Selbsthilfegruppe "integrativ-aktiv" an, während eine weitere Gruppe derweil wesentlich entspannter in Bad Schandau unterwegs war. Nachdem wir im Vorjahr auf Rädern gemeinsam eine recht anspruchsvolle Runde auf der anderen Elbseite ab Reinhardtsdorf-Schöna bewältigt hatten, wollten wir uns diesmal auf der Wildwiese die Schrammsteine von der entgegengesetzten Seite anschauen. Als Start- und Zielpunkt der Tour diente Königstein, wo nach der Rückkehr gemeinsames Grillen angesagt war (s. Track vom 16.05., km 39,9 -66,8).

Fast alle Teilnehmer mit Handicap benutzten Fahrzeuge mit zusätzlicher Elektrounterstützung. Prinzipiell bin ich zwar gegen solche Gefährte, wenn sie als Sportgeräte dienen sollen. In diesem Fall stand jedoch eher das Erleben im Vordergrund, weswegen ich ganz gut damit leben konnte. Zudem muß ich faierweise eingestehen, daß für die meisten Betroffenen eine solche Strecke gar nicht ohne zusätzliche Kraftunterstützung möglich gewesen wäre. Interessant war für mich vor allem, wie bzw. ob der Fahrer des Adaktivhandbikes auf den etwas steileren Abschnitten des Wenzelwegs ohne Hilfe klarkommt (s. Track vom 16.05., km 50,9 - 51,1). Dabei stellte sich heraus, daß Benutzer eines solchen Handbikes dort tatsächlich einen Begleiter zum Schieben benötigen. In der Gegenrichtung, also bei der Auffahrt über den Nassen Grund, dürfte es übrigens auf dem letzten Teilstück genauso sein.

Ich bin natürlich zum Treffpunkt auch schon mit dem Rad gekommen. Davor sammelte ich noch ein paar Kilometer und Höhenmeter, den fehlenden Rest zur gewünschten Gesamtbilanz beglich ich auf der Heimfahrt. An diesem Tag war ich insgesamt ebenfalls nur 7 Stunden sportlich aktiv, die übrige Zeit verging beim Grillen sowie den zahlreichen kleineren und größeren Pausen des doch erfreulich großen Radfahrerpulks der Dresdner Selbsthilfegruppe.

15. Mai 2026

Moderne Zeiten

Wegen des wechselhaften Wetters hatte ich mir für den Feiertag zu Himmelfahrt nur eine kurze Tour vorgenommen. Unschlüssig, wohin es gehen sollte, kreuzte ich zunächst im Osterzgebirgsvorland. Da der Wind immer mehr aus SW auffrischte, entschied ich mich dabei für die altbewährte Taktik: in den Tälern geschützt südwärts, mit Rückenwind dann aber auf den Höhen bzw. im freien Gelände zurück.

Das Fledermausquartier mit "Kristallkuppel" im
Bahretal (Aufnahmeort)
Gleich zu Beginn gab es eine Überraschung. In einem meiner Lieblingstäler "ziert" jetzt den historischen Kalkofen eine Glaskuppel. Die Bausubstanz dieses Gebäudes wurde vor einigen Jahren gesichert und als Fledermausquartier bereitgestellt, sodaß ein Betreten des Inneren durch Besucher danach nicht mehr möglich war. Nun frage ich mich, was der Zweck dieser neuen Konstruktion ist und wie diese genutzt werden soll. Ist es nur ein Präsentations- /  Werbeobjekt für die Pirnaer Firma, die sich offenbar auf die Errichtung solcher Bauten spezialisiert hat? Denn direkt zugänglich dürfte dieser Aufbau aus Naturschutzgründen nicht sein - oder etwa doch? Mir erscheint das alles etwas mysteriös, denn offensichtlich muß es ja dafür vorher eine  behördliche Genehmigung gegeben haben.

Nach meiner Höhenmetersammelei im Süden mit einigen schönen Ausblicken in die Sächsische Schweiz und bis nach Dresden fuhr ich schließlich über das Lockwitztal in die Landeshauptstadt. Dort kamen mir erstaunlicherweise viele Radsportler, auch in Gruppen, entgegen. Das waren ein paar zuviel, um reiner Zufall zu sein. Nach meiner Rückkehr recherchierte ich deshalb mittels Flyby-Funktion von Strava. Es stellte sich heraus, daß es Teilnehmer der "Internationalen Touristischen Friedensfahrt" waren, welche über dieses verlängerte Wochenende gerade stattfindet. Eine schöne Idee!

Die letzten Tourenkilometer des Tages absolvierte ich schließlich auf der anderen Elbseite. Der Anstieg über die Grundstraße war diesmal mit Windunterstützung noch entspannter zu fahren, und danach kam nichts mehr, was mir den Schweiß auf die Stirn hätte treiben können. Kurz vor dem Ende näherten sich mir endlich auch mal dunkle Wolken mit einem kräftigen Regenschauer, doch schaffte ich es rechtzeitig nachhause.

Der Nachmittag brachte noch einiges an Naß, was mich allerdings nicht mehr kümmerte. Denn ich hatte bereits mein Programm im Trockenen absolviert.

11. Mai 2026

Volle Fahrt voraus!

Derzeit rollt's gut! Obwohl ich freitags keine Meinung zu einer Feierabendtour hatte, kamen doch über's Wochenende mehr als 300 km Strecke mit dem Handbike zusammen.

Ohne sportliche Aktivität am Vortag, war ich sonnabends sehr früh munter und startete bereits in der Nacht gegen 4.00 Uhr. Mit diesem zeitlichen Vorlauf konnte ich mir natürlich wieder eine größere Unternehmung leisten. Die Tour dafür stand bereits fest. Es sollte ins Lausitzer Gebirge gehen, an dessen Ausläufern sich ebenfalls mehrere Sandstein(kletter)gebiete befinden. Bekannt sind auf deutscher Seite die Felsen rund um Oybin als Zittauer Gebirge, in der tschechischen Republik die Bürgsteiner Schweiz (Sloupské skály) sowie weitere Sandsteintäler südlich und östlich von Zwickau in Böhmen (Cvikov).

Für die Anfahrt wählte ich eine gemäßigte Routenvariante, die den Hohwald zwischen Neustadt in Sachsen und Steinigtwolmsdof umgeht. Hinter Schluckenau (Šluknov) warteten jedoch einige längere Anstiege auf mich, sodaß am Toristengrenzübergang oberhalb von Waltersdorf nach knapp 90 km bereits 1350 Hm in der Bilanz standen. Dort war ich übrigens noch nie, weil die Straße an der Grenze endet. Die daran anschließende Schotterpiste (s. Track vom 09.05., km 87,4 - 88,0) ließ sich jedoch im Schrittempo leidlich gut befahren, und aufgrund des relativ geringen Gefälles dürfte sie sogar auch in Gegenrichtung mit dem Handbike zu bewältigen sein. Nach diesen 600 m folgte bis Nieder Lichtenwalde (Dolní Světlá) ein alter Betonplattenweg, den ich wegen einiger großer Absätze aber fast genauso vorsichtig befuhr.

Die Wüste Kirche (Pustý kostel) nahe Zwitte ist mit
Hilfe durch Begleiter sehr wahrscheinlich auch im
Rollstuhl zugänglich, s. dazu auch hier (Aufnahmeort)
Bis Böhmisch Leipa (Česká Lípa) führte die Strecke nun im wesentlichen bergab, doch leider wurde es gerade während der ersten rund zwanzig Kilometer auf alten, verwitterten Straßen - die eher Schlaglochpisten glichen - ein arges Geholpere mit vielem Bremsen statt hohem Tempo. Immerhin hatte dieser Teil der Tour landschaftlich und historisch einiges zu bieten. Besonders im malerischen Wellnitztal (Velenické údolí) gab es viel zu entdecken, u.a. die sogenannten Wüsten Kirchen (Pusté kostely), welche durch die Schleifsandgewinnung künstlich entstanden. Hier gibt es dazu einige sehr interessante Ausführungen.

Weil ich gut in der Zeit lag, wählte ich ab Böhmisch Leipa die bergigere Alternative über Tiefendorf (Bořetín) bevor ich in Straußnitz (Stružnice) schließlich endgültig ins Tal des Polzen (Ploučnice) wechselte. Vor Franzenthal-Ulgersdorf (Františkov nad Ploučnicí) mündete meine Fahrt dann in die Strecke meiner bereits vor drei Wochen absolvierten Tour ins Böhmische Mittelgebirge.

Für die letzten knapp 60 km benötigte ich noch 3,5 Stunden, über die es nichts nennenswertes zu berichten gibt. 18.45 Uhr kam ich zuhause an, froh darüber, so zeitig losgefahren zu sein. Denn dadurch mußte ich den ganzen Tag über nicht irgendeinem eng getakteten Zeitplan hinterherhecheln, sondern hatte genügend Zeit für alle diese kleinen Entdeckungen am Wegesrand. Die bedeuten mir nämlich mindestens genauso viel, wie die körperliche Leistung.

Normalerweise hätte ich nun einen Ruhetag eingelegt, doch am Montag - dem nächsten möglichen Tourentag - drohte schlechtes Wetter. (Tatsächlich ist gerade ein großen Regengebiet durchgezogen, während ich schreibe.) Deshalb absolvierte ich am Sonntag gleich noch eine weitere Ausfahrt.

Abgestimmt auf die vorangegangene kraftraubende Aktion wollte ich damit aber keine Bäume rausreißen. Wieviel ich mir (noch) zumuten konnte, würde sich ganz ohne eigene Vorgaben unterwegs zeigen. Nach dem Warmfahren - länger als sonst üblich - bewältigte ich jedoch den größten Anstieg des Tages durch den Helfenberger Grund erstaunlich locker und ohne an körperliche Grenzen zu stoßen. Möglicherweise wirkt eben immer noch das Höhen- und Kraftausdauertraining meines Alpenurlaubs nach.

Auch im weiteren Tourenverlauf kam ich eigentlich nur ein einziges Mal etwas außer Atem, und das war ironischerweise exakt am Anstieg zum Scheitelpunkt meiner Ausfahrt im Waldgebiet rund um den Hochstein vor Rammenau. Freilich ersparte ich mir weitere größere Anstiege. Statt über Großdrebnitz zu fahren, bog ich in Goldbach lieber westlich nach Großharthau ab. Parallel zur Bundesstraße B6 gibt es hier seit vergangenem Jahr einen perfekt ausgebauten Radweg, der damit diesen sonst ziemlich gefährliche Straßenabschnitt entschärft (s. Track vom 10.05., km 72,1 - 74,8). Nur die 500 m vom Abzweig nach Bühlau in Richtung Schmiedefeld (s. Track vom 10.05., km 77,1 - 77,6), auf denen die Straße (im Hinblick auf Gegenverkehr) unübersichtlich über eine Hügelkuppe führt, bleiben heikel.

Die verbleibende Strecke summierte sich danach nur noch auf das gewünschte Streckensoll von 100 km, und eigentlich hätte ich das Minizackel am Ortsausgang von Helmsdorf gar nicht mehr machen müssen. Aber den Wesenitzradweg nach Dürrröhrsdorf benutze ich so oft, da wollte ich auch mal wieder die geringfügig längere Variante benutzen.

Als ich zur Kaffeetrinkerzeit wieder auf den Rollstuhl umstieg, lag der ganze Nachmittag noch vor mir.

8. Mai 2026

Tourenbilder von Südtirol

Auf dem Vinschgau Radweg (Aufnahmeort)
Nun habe ich es geschafft, meine während des Frühjahrsurlaubs im Vinschgau fotografierten Erinnerungen aufzubereiten und die aussagekräftigsten davon für eine Veröffentlichung auszuwählen. In Verbindung mit einem kurzen Text als zusammenfassender Überblick ist daraus ein Beitrag auf meiner Facebook-Seite entstanden.

Mögen die kommentierten Aufnahmen - gemeinsam mit den entsprechenden Artikeln in diesem Blog - anderen Interessierten Inspiration für eigene Aktionen in einer Region sein, die auf jeden Fall eine Reise wert ist. Die beste Zeit dafür ist sicherlich das späte Frühjahr.

5. Mai 2026

Dabei ab Zwei...hundert

Als ich am Sonntag einen Ruhetag einlegen mußte, eröffnete sich dadurch die Gelegenheit für einen angemessenen Schlußpunkt meiner arbeitsfreien Zeit. Auf der Sonnabendrunde hatte sich bereits bestätigt, daß meine körperliche Belastung in alpinen Höhen - zumindest für ein paar Tage - eine Leistungssteigerung bewirkten. Vor der längeren Ruhepause während der kommenden Arbeitswoche wollte ich das gleich noch einmal ausnutzen.

Einzig die Frage, ob dieser eine Tag Regeneration ausreichte, um erneut eine überdurchschnittliche Leistung abrufen zu können, blieb unbeantwortet. Deshalb entschied ich mich für einen Langen Kanten mit eher flachem Streckenprofil sowie einer längeren Warmfahrphase. Am Anstieg von Stadt nach Dorf Wehlen klärte sich diese letzte Frage. Nach anfänglichem Zug in den Armen, kam ich immer besser in Schwung, sodaß ich ziemlich flott diese 130 Hm bewältigte. Bereits vor Neustadt i. Sa. überholte ich meinen Virtual Partner, der sich mit 15,2 km/h bewegt.

Bis Bautzen fuhr ich durch weitestgehend bekanntes Gelände, fand diesmal jedoch eine interessante Streckenalternative bei der Anfahrt auf diese 1000jährige Stadt. Nach 70 km lagen nun auch die größten Anstiege hinter mir, sofern man angesichts der unlängst überwundenen Höhenunterschiede überhaupt davon reden kann. Jedenfalls erfüllte ich bis dahin immer noch meine 1%-Strecke:Höhenmeter-Bilanz (700 Hm auf 70 km).

In der Niederlausitz wurde es schließlich wirklich flach. Die Tour verlief nun auf sehr verkehrsarmen Straßen und erstaunlich abwechslungsreich durch viel Wald. Bis nördlich von Kamenz verlief alles nach Plan, wo ich trotz Navi an einem großen Kreisverkehr in die falsche Straße abbog. Die Gegend war mir jedoch bislang völlig unbekannt, deshalb blieb ich dabei und fuhr weiter.

Letztlich mußte ich deswegen ab Schmorkau für einige Kilometer die stark befahrene Bundesstraße B97 für die Rückkehr zur Originalroute nutzen und blieb auch nicht von der üblen Pflasterstrecke bis nach Königsbrück (s. Track vom 04.05., km 135,6 - 137,9) verschont, doch blieben die Autofahrer (inkl. großer LKW) diesmal bzgl. meiner Anwesenheit erstaunlich locker. Interessant in diesem Zusammenhang ist übrigens die Tatsache, daß mich nach meiner Erinnerung bisher NIE einer der LKW-Fahrer böse angehupt hat, obwohl ich für deren Fahrzeuge (u.a. mit Hängern) beim Überholen immer ein wesentlich schwieriger zu passierendes Hindernis darstelle. Vielleicht trägt dazu ebenfalls mein kooperativer Fahrstil bei, d.h. Fahren - soweit möglich bzw. teilweise - rechts des Randstreifens, verbunden mit Durchwinken, sowie notfalls auch Zwischenstop abseits der Fahrbahn, um besonders große Fahrzeuge vorbeizulassen.

Ab Königsbrück befand ich mich dann wieder auf öfter genutzten Straßen. Den letzten reichlich 60 km  Stecke kam dabei die Rolle des undankbaren langen Endes zu, wobei ich bis hinter Moritzburg zunehmend mit Gegenwind zu tun hatte. Ansonsten gab es witterungsmäßig an diesem Tag aber überhaupt nichts zu beklagen! Perfekte Temperaturen und dafür nicht so viel Sonne (die hätte zusätzlich eingeheizt) ermöglichten mir in Verbindung mit den langen Flachstrecken ein lang nicht mehr erreichtes Durchschnittstempo.

Trotzdem war ich froh, wenige Minuten vor 19.00 Uhr nach ca. 13 Stunden zuhause im Hof einzurollen. Viel früher, als geplant!

3. Mai 2026

Von groß zu klein

Nach der Heimreise am Maifeiertag bin ich gleich gestern das erste Mal wieder in heimischen Gefilden mit dem Handbike auf Achse gewesen.

Die Verschiebung der Dimensionen - dort lange Anstiege mit vielen Höhenmetern, dafür jedoch kurze Strecken - hier viele kleinere Anstiege, welche jedoch längere Touren ermöglichen - bewirkte natürlich auch eine Verbesserung der Statistik. Außerdem kenne ich zuhause das Straßennetz aus dem Effeff und kann mir daher die Route respektive Anstiege entsprechend meiner tagaktuellen Leistungsfähigkeit zusammenstellen.

Wie auf meiner letzten Tour vor dem Urlaub fuhr ich zunächst ins Osterzgebirge. Ich wollte testen, inwieweit mein Aufenthalt der vergangenen Tage in größeren Höhen Auswirkungen auf meine körperliche Belastbarkeit hatte. Tatsächlich gab es eindeutige Anzeichen dafür, von "Außer-Atem-Kommen" keine Spur! Allerdings wirkte noch die muskuläre Ermüdung der Oberarme nach, die diesen Effekt minderte. Zur vollständigen Regeneration benötige ich unbedingt eine mehrtägige Ruhepause!

Frühling im Osterzgebirge, hier der Blick vom
Radrundweg Liebenau über das Müglitztal nach
Lauenstein (Aufnahmeort)
Während sich im Elbtal die Wochenendradler in Scharen tummelten und mir auch im südlichen Elbsandsteingebirge etliche ambitionierte Radsportler begegneten, genoß ich die Einsamkeit auf dem Radrundweg um Liebenau, dessen höchster Punkt mit 645 m NHN auch der Scheitelpunkt meiner Sonnabendrunde war. Auf dieser wunderschönen, asphaltierten Trasse weit abseits öffentlicher Straßen (s. Track vom 02.05., km 36,3 - 43,0) treffe ich auch sonst nur selten andere Zweiradfahrer, und selbst Mofapiloten schaffen es oftmals nicht bis hierher. Diesen Radrundweg bin ich übrigens schon komplett abgefahren, nämlich während meiner Ausfahrt vom 26.05.2023. Im Track dieser Tour umfaßt dieser dabei den Teilabschnitt von Kilometer 28,3 bis 40,3, also insgesamt 12 km.

Weil ich immer noch ganz gut vorankam, erweiterte ich schließlich mein Programm nach der ersten langen Abfahrt noch um den nächsten Anstieg bis Raum und danach zudem um die knapp 130 Hm bergauf bis zur Hochfläche nach Cunnersdorf. Spätestens auf dem Elberadweg war es dann aber vorbei mit der Einsamkeit, doch benötigte ich für dieses letzte Stück nur noch etwas mehr als eine Stunde.

Dafür verzichte ich heute trotz Sonntagswetters lieber auf Sport.

30. April 2026

Zwei Gesichter

Bei all der Sonne in den vergangenen Tagen konnte ich mir hier im Urlaub gar nicht so richtig schlechtes Wetter vorstellen. Ich bekam Nachhilfe ...

Nachdem es am Ruhetag nach meiner Matschertal-Tour tagsüber bedeckt war und schließlich abends die ersten Niederschläge fielen, wurde die Nacht zum Mittwoch noch nässer. Bis weit in den Vormittag des 29.04. regnete es relativ kräftig. Allerdings schien sich das Regengebiet nach Süden zu verziehen, und kurz vor dem Mittag nieselte es nur noch leicht.

Einen weiteren Tag ohne sportliche Aktivität wollte ich mir aber nicht leisten. Auch hatte ich bereits einen Alternativplan zusammengestellt, der selbst bei suboptimaler Witterung funktionieren sollte. Also fuhr ich los. Leider hörte der leichte Niesel nicht wie erwartet auf, sondern verstärkte sich im Gegenteil noch. Trotzdem blieb ich hartnäckig. Der bedeckte Himmel und etwas kühlere Temperaturen ließen mich wenigstens nicht heißlaufen, außerdem war ich gut erholt nach dem sportfreien Vortag.

Das Dorf in den Wolken (Aufnahmeort)
Den rund 3 km langen Schlußanstieg von der Ofenpaßstraße zum Weiler Craistas absolvierte ich daher ohne Zwischenrast, obwohl sich das schmale, gewundene Sträßchen meist recht steil in den Himmel reckte. Das konnte man beinahe wörtlich nehmen, denn zum Schluß fuhr ich durch Wolken, die sich aufgrund der Feuchtigkeit in dieser Höhe bildeten.

Kurz nach dem Scheitelpunkt wurde es immer ungemütlicher. Ich hatte das Elend auf dem Regenradar schon kommen sehen, wußte deshalb aber auch, daß Warten auf Wetterbesserung sinnlos war. So rollte ich bei einsetzendem Landregen stoisch bergab, umso mehr darauf bedacht, nicht in Hektik zu verfallen. Auf dieser einsamen Straße - unterwegs traf ich nur einmal ein Auto und danach zwei Wanderer - durfte mir nichts Übles (wie z.B. eine Reifenpanne) passieren!

Als ich Sta. Maria im Val Müstair erreichte, atmete ich erstmal auf. Der Hauptstraße folgend, rollte ich danach weiter talwärts - nur eben nicht so schnell, wie eigentlich möglich. Das Fahren im Wasserschleier wäre sonst noch unangenehmer geworden, ich hatte sowie keinen trockenen Faden mehr am Leib und fror. Wahrscheinlich gab ich inzwischen auch ein ziemlich erbarmungswürdiges Bild ab. Der italienische Grenzer winkte mich jedenfalls ohne großes Federlesen durch, als ich mich suchend nach einem Beamten umsah.

Rund eine dreiviertel Stunde mußte ich noch durchhalten, bis ich wieder im Quartier ankam. Die Nachbereitung dauerte dann zwar seine Zeit, weil ich die tropfnassen Sachen sofort wechseln und mich auch um mein Gefährt kümmern mußte. Aber da sah ich wenigstens schon den Silberstreif am Horizont. Am Abend klarte es auf, sogar die Sonne ließ sich noch einmal blicken. Um die Fahrt durch den Regen wäre ich deshalb jedoch nicht herumgekommen.

Heute folgte die Fortsetzung der ersten vier Tourentage: strahlend blauer Himmel, Sonnenschein und angenehme Temperaturen über den ganzen Tag. Es erwies sich daher im Nachhinein als die richtige Entscheidung, gestern meinen Ausflug nach Sulden zu verschieben. Nicht nur wegen des Streckenprofils, sondern eben auch aufgrund der grandiosen Ausblicke auf die hohen Berge, welche mir sonst vorenthalten geblieben wären.

Dabei hatte die gestrige Regentour konditionell (und gesundheitlich) überhaupt keine Spuren bei mir hinterlassen. Auch diesmal mußte ich selbst auf den steileren Passagen nicht pausieren, wobei mir die Kühle des Vormittags ebenfalls sehr gelegen kam.

Ankunft in Sulden (Aufnahmeort)
Die Bergwelt rund um Sulden war wirklich sehr eindrucksvoll. Vermutlich war auch der vorangegangene Niederschlag in großer Höhe als Schnee gefallen, sodaß viele Bergflanken in einem beinahe makellosem Weiß erstrahlten. Dieser beeindruckende Talabschluß glich auch vieles aus, was mir sonst solche beliebigen Skiressorts verleitet. Sofern man der Bespaßungs-Infrastruktur nicht zu nahe kam, sah es hier nämlich ganz nett aus. Für eine längere Pause reichte es dennoch nicht, zumal sich allmählich die Körperwärme vom Bergauffahren verflüchtigte.

Ich stürzte mich also bald in die Abfahrt, um wärmere Gefilde zu erreichen. Bevor ich dann im Quartier einrückte, gönnte ich mir eine kleine Abschiedsrunde über Schleis. Rundum zufrieden, nahm ich dieses wunderschöne Land um mich herum mit allen Sinnen auf. Auch wenn ich mich schon auf Zuhause freue - hierher werde ich gern zurückkommen, sobald es an der Zeit ist.

Vielleicht das nächste Mal ja auch wieder in Begleitung.