20. Januar 2026

Windsonne

Sonntags hatte ich mir zur Erholung Hausarrest verordnet, doch auch gestern lockte den ganzen Tag die Sonne. Sie kompensierte, was sonst gegen eine weitere Handbiketour sprach: niedrige Temperaturen um den Gefrierpunkt sowie kräftiger, böiger Südostwind.

Entsprechend meiner "neuen" Vorgaben sollte aber wenigstens eine kleinere Runde machbar sein, deshalb saß ich dann schon wieder gegen 9.00 Uhr auf dem Rad. Die ersten Überlegungen zu einer möglichen Strecke überlebten keine zwei Kilometer, und im weiteren Tagesverlauf fuhr ich einen immer größer werdenden Rundkurs. Dabei schlug ich den Witterungsbedingungen ein Schnippchen, indem ich mich mit frischen Kräften zunächst gegen den Wind stemmte, um schließlich ab Neustadt/Sa. diesen bei gleichzeitig moderatem Höhenprofil hinter mich zu lassen.

Daher gab es auch keinen Grund, vorzeitig die Fahrtrichtung zu ändern - zumal mein Körper diesmal die Belastung gut wegsteckte. Vielleicht lagen die Leistungsdefizite am vergangenen Sonnabend ja wirklich nur an der vergleichsweise langen Handbikeabstinenz? Gleichwohl habe ich auf meiner zweiten Ausfahrt immer noch nicht alle gewünschten Vorgaben erreicht. Auf dem letzten, nur noch flachen Teilstück entlang der Elbe mußte ich mich nämlich erneut mit dem Wind herumärgern.

Für eine nachhaltige Leistungssteigerung bleibe ich jedenfalls erstmal bei der festgelegten Strategie und plane mit wesentlich kürzeren Trainingseinheiten.Verlängern kann man immer noch!

18. Januar 2026

Ausdauer mangelhaft

Das ging mir alles ein ein bißchen zu schnell! Innerhalb von wenigen Tagen präsentierte sich nicht nur meine Heimatstadt wieder ganz ohne Weiß (dort kann ich ganz gut darauf verzichten) - auch im Osterzgebirge schmolz die Schneedecke so stark ab, daß dort Skifahren gegenwärtig nur noch mit erheblichen Einschränkungen möglich ist.

Also entschied ich mich gestern für die Saisoneröffnung auf drei Rädern. Mit unterdurchschnittlich vielen Höhenmetern wollte ich es auf gern gefahrenen Strecken ganz entspannt angehen, und bis Stadt Wehlen funktionierte das alles ganz gut. Wahrscheinlich hätte ich von dort aus besser auf dem Elberadweg nachhause fahren sollen, doch trieb mich der Ehrgeiz zu weiteren Anstiegen, um den ersten Hunderter des Jahres abzuhaken.

Fast genau drei Wochen nach meiner letzten Handbiketour war das allerdings ein bißchen überambitioniert, so scheint es mir. Immerhin bin ich nun 57, d.h. rund 17 Jahre älter als bei meinem ersten Blogeintrag. Trotz aktiver Lebensweise hinterläßt die Zeit aber natürlich auch bei mir ihre Spuren, den Leistungszenit habe ich jedenfalls schon längst überschritten.

Erst meldeten sich meine Schultern, dann kamen allmählich noch allgemeine Erschöpfungssymptome hinzu. Eine schnelle Freßpause auf dem Bahntrassenradweg am Ende der Steigung hinter Porschendorf baute mich zwar ein bißchen auf, weswegen ich den fehlenden Kaloriennachschub als Hauptursache vermutete. Doch obwohl nun alle nennenswerten Anstiege hinter mir lagen und ich bei der Rückkehr ins Elbtal etliche Meter gutmachen konnte, blieb es bis zum Schluß mühsamer als sonst üblich.

Ich werde deshalb wohl oder übel meine bisherige Fahrpraxis anpassen müssen und zunächst die eigene Belastungszeit durch kürzere Strecken verringern. Das ist für mich alten Mann vermutlich inzwischen die wirksamste Methode zum Training der Kraftausdauer.

Einsicht ist der erste Schritt zur Verbesserung.

12. Januar 2026

Zu zweit und zu dritt

Auch am zweiten Wochenende des Jahres war ich mit meinen Freunden ausschließlich auf Brettern unterwegs. Die heftigen Schneefälle gegen Ende der Arbeitswoche ermöglichten uns dabei sogar, in den tieferen Lagen auf Skitour zu gehen.

Weil Christiane kurzfristig sonnabends verfügbar war, fuhren wir am späten Vormittag schließlich ins südliche Elbsandsteingebirge. Mein Vorschlag, diesmal vom Parkplatz am Schwert-A-Weg oberhalb von Markersbach zu starten, hatte jedoch seine Tücken. Obwohl ich davon ausging, daß sich dort zu dieser Zeit bereits etliche Skifahrer auf der Piste befanden und es daher Spuren gab, mußten wir uns nämlich allein einen Weg bahnen.

Auf der Bohlenschneise ohne Spur durch noch
unberührten Schnee (Aufnahmeort)
Zu Beginn halfen uns zwar frische Reifenspuren, die fast in der richtigen Breite den Schnee festgewalzt hatten, doch später wurde es bis zur deutsch-tschechischen Grenze ein anstrengender Marsch durch tiefen, pulverigen Neuschnee. Hier kam man sich vor wie in den skandinavischen Weiten - so jedenfalls stellte es meine Tandem-Erste fest. Dazu fuhren wir kilometerweit mutterseelenallein durch den Wald, was diesen Eindruck noch verstärkte.

Auf tschechischer Seite sah es zum Glück endlich anders aus. Hier war die Piste mittels Schneemobil präpariert, wenn auch nicht so perfekt wie durch einen Pisten-Bully. Obwohl Christiane das Gebiet um Raitza (Rájec) erkunden wollte, schlug ich vor, zunächst in Richtung der Tyssaer Touristenbaude (Turistická Chata Tisá) zu fahren. Leider verpaßten wir damit die einzige für mich machbare Möglichkeit einer Tour nach Raitza, denn der nächste Abzweig führte zu einer extrem steilen Abfahrt, die wir - (nur) zu zweit - tunlichst vermeiden sollten.

Deshalb blieb es beim einfachen Hin- und Zurück mit einer angehängten 6-km-Extrarunde nach Schneeberg (Sněžník). Auf dem Rückweg mußten wir uns noch einmal durch tiefen Schnee mühen - besonders der ungespurte Anstieg auf dem Theilemann-Weg zur Bohlenschneise (s. Track vom 10.01., km 19,9 - 20,4) hielt uns dabei extrem auf - bevor wir kurz nach Sonnenuntergang wieder am Auto eintrafen. Vor allem wegen der Kälte von schließlich ca. -12 bis -14°C war diese Tour auch für meine Begleiterin echt grenzwertig.

Am Sonntag stand ein Termin mit einem Kamerateam vom MDR im Altenberg-Zinnwalder Wintersportareal an. Zusätzlich hatte ich dafür Carsten als Begleiter motivieren können, wollte ich bei dieser Gelegenheit doch auch unsere erfolgreiche Vasaloppet-Mannschaft vorstellen. Leider kam das im schließlich gezeigten Beitrag für das MDR-Regionalnachrichtenmagazin "Sachsenspiegel" am Abend nicht so richtig zur Geltung - eigentlich schade. Allerdings gibt es im Video ein paar nette Szenen, u.a. mit einer Drohne, und einige Informationen zu unserer Art, gemeinsam auf Ski-Tour zu gehen.

Nach dem Dreh wurde es dann aber einige Male richtig wild, und zwar beinahe wortwörtlich. Die erste Aktion war der Abstecher zum Gipfel, also der höchsten Stelle des Kahlebergs. Diesen Ort kann ich selbst in der schneefreien Zeit weder mit dem Rollstuhl noch im Handbike erreichen, weswegen das ein wirklicher Höhepunkt wurde. Jedenfalls gab es hier eine zwar buckelige und schmale, aber festgetretene Spur, welche sich zwar langsam, doch ansonsten gut für mich im Schlitten bewältigen ließ.

In weißer Wildnis vor dem Großen Lugstein
(Aufnahmeort)
Die zweite Idee von Christiane bezog sich auf die "Erstürmung" des Großen Lugsteins, einem weiteren Gipfel der 14 Achttausender im deutschen Osterzgebirge, der mir noch fehlte. Auf die Felsspitze darf / soll man zwar nicht klettern, doch bereits der Zugang durch wegloses, tief verschneites Gelände zur Scharte unterhalb artete bald in einen leidenschaftlichen Kampf mit den Elementen aus. Während Christiane sich beinahe ausschließlich um Vortrieb bemühte, mußte ich alle meine Kraftreserven aufbieten, um mich einigermaßen senkrecht zu halten, was mir trotz Carstens ausgiebiger und für ihn extrem anstrengender Unterstützung nicht immer gelang. Allein diese dreihundert Meter (s. Track vom 11.01., km 8,3 - 8,6) kosteten uns mehr als 20 Minuten. Immerhin kann ich nun auch an den Eintrag für diesen bisher als durch mich unerreichbar gehaltenen Achttausender einen Haken auf der Liste machen. Daß mich irgendwann mal jemand huckepack auf die letzte Spitze trägt, ist weder sinnvoll noch zu erwarten.

Zumindest ich war danach konditionell angeschlagen, doch wollten wir diesmal sowieso nicht bis zum Sonnenuntergang skifahren. Bei den nun folgenden, teilweise sehr steilen Anstiegen schob jetzt zusätzlich auch Carsten (von hinten) meinen Langlaufschlitten und nahm unserem Gespann damit einige Kilogramm ab. Den letzten Anstieg zum Parkplatz auf dem Rückweg über die Osterzgebirgsloipe habe ich mich im Tandem am Ende recht und schlecht hochgequält und jeden Meter bis zum Parkplatz, wo das Auto stand, gezählt.

Ich war lange nicht mehr so erledigt.

5. Januar 2026

Guter Rutsch

Das Jahr beginnt mit Wintersport. Nach einer ersten Nachmittagsrunde im Skitandem am 1. Januar, war ich mit Freunden auch an beiden Tagen des vergangenen Wochenendes auf Brettern unterwegs.

Sonnabends zunächst nur mit Christiane, weswegen wir auch hinsichtlich der Strecke spontan ein bißchen experimentieren konnten. Nachdem wir zu Neujahr beide noch nicht so richtig in Schwung waren - vielleicht lag das auch am "langsamen" Schnee - rutschte es diesmal von Beginn an viel besser.

Und weil der Schnee auf den  unpräparierten Pisten abseits der ziemlich überlaufenen KLM (Krušnohorská lyžařská magistrála - Erzgebirgsskimagistrale) noch nicht so hoch und damit für mich unbefahrbar war, zeigte mir Christiane dabei auch eine kurze Nebenstrecke nahe der Wittichbaude (Vitiška, s. Track vom 03.01., km 10,5 - 11,1), welche ich noch nicht kannte. Wir vermuten, daß hier kurze steile Auffahrten trainiert werden (können).

Anschließend bogen wir sogar noch einmal von der KLM ab, um schließlich auf dem Bornhauberg (Pramenáč) den höchsten Punkt unserer Tour zu erreichen. Hier sah es gerade im oberen, offenen und damit windanfälligen Teil der Piste mit Schnee etwas mau aus, doch mit entsprechender Obacht konnte Christiane um die Steine herummanövrieren, während es bei mir mit den alten Skiern nicht ganz so darauf ankam. Die insgesamt gefahrene Strecke bei unserem Abstecher zum Bornhauberg (s. Track vom 03.01., km 12,4 - 18,9) wird übrigens nie bzw. nur manchmal auf kurzen Zwischenstücken maschinell präpariert, weshalb ich diese Trassen auch nicht sehr oft befahren kann.

Weil Christiane nachmittags nicht zu spät zurück sein wollte, gönnten wir uns zum Schluß nur den schnellen Abstecher auf dem Kahleberg, wo bei diesem Wetter Hochbetrieb herrschte. Da stand bereits fest, daß wir anderntags nochmal zum Skifahren hierher kommen würden.

Am Sonntag fanden wir uns zu einer größeren Truppe zusammen. Leistungsmäßig und vor allem hinsichtlich der wintersportlichen Ambitionen sehr heterogen, bildeten sich über den Tag immer mal wieder kleinere Grüppchen. Die schnellen Fahrer hängten zwischendurch weitere Extrazacken an die Runde, Christianes Tochter und ihr Freund nutzten die Gelegenheit zum Techniktraining, und Christiane bewegte sich mit mir zwischen diesen Welten.

Am Bahnhof Moldau (Moldava, Aufnahmeort)
Nachdem es anfangs noch kräftig geschneit hatte - seit dem Nachmittag des Vortags kamen dabei immerhin 5 - 10 cm Neuschnee hinzu - wurde es später immer schöner. Diese Bedingungen animierten geradezu, die erste "richtige" Rundstrecke der noch jungen Wintersportsaison zu fahren, denn nun gab es auch in den tieferen Lagen um Rehefeld-Zaunhaus ausreichend Schnee. Als wir das am Bahnhof Moldau von einem einheimischen Bergwachtkameraden Christianes erfuhren, entschieden wir uns jedenfalls, den Versuch zu wagen. Auch hier wurde der Abschnitt zwischen dem Bahnhof Moldau (Moldava) und Zaunhaus (s. Track vom 04.01., km 13,8 - 17,0) für mich eine Skisafari auf unpräparierten Pisten, doch hielt ich mich wacker, wenn auch manchmal etwas wackelig, in der Senkrechten. Der lange und teils steile Anstieg danach zurück zun Hauptloipennetz wurde unser ideales Krafttraining.

Abgesehen von den zeitintensiveren Streckenabschnitten jenseits gespurter Loipen kamen wir an beiden Tagen immer zügiger voran, sodaß - entsprechend gute Wintersportbedingungen vorausgesetzt - sicher bald längere Ausflüge folgen werden. Gestern statteten Christiane und ich zum Schluß aber noch dem "Achttausender" Wüste Höhe einen Kurzbesuch ab, während die Tochter mit ihrem Freund eine zusätzliche Trainingseinheit im Skating absolvierte.

Ich denke, an diesem Tag ist jeder auf seine Kosten gekommen!

Übrigens: Gerade am Sonntag haben wir jede Menge Bekannte und Freunde auf der Piste getroffen und dabei so manches Mal miteinander geschwatzt. Wenn die Gebiete, in denen der Wintersport möglich ist, zu Beginn der Saison noch überschaubar und begrenzt sind, passiert das beinahe zwangsläufig viel öfter. Ich freue mich über jede dieser Begegnungen - auch das ist Heimat für mich!

2. Januar 2026

Über den Jahreswechsel

Sportlich aktiv, wie das alte Jahr endete, begann das neue.

In der Nacht vor Silvester und auch noch am Tage hatte es nämlich bis ins Elbtal hinab kräftig geschneit und selbst Pirna mit einer weißen Decke zugedeckt. Und obwohl wir vor dem gemeinsamen Silvesterabend noch eine kleine Wanderung unternehmen wollten, war ich daher skeptisch, ob das mit meinen Einschränkungen bei diesem Schnee im Rollstuhl überhaupt möglich sei. Immerhin befand sich schon mein Geländerollstuhl im Auto, den mir Christiane am Vorabend dort verstaut hatte.

Und so wanderten wir nachmittags dann tatsächlich von Lungkwitz aus in Richtung Wilisch: Christiane mit Mann und Tochter, unsere Freunde Pia und Norbert sowie ich. Allerdings war der breite Forstweg nicht nur ziemlich verschneit, sondern auch bei weitem nicht so komfortabel zu befahren, wie erhofft. Zudem ging es ziemlich steil und ausdauernd bergauf, sodaß sich meine Begleiter schiebenderweise mit mir bzw. an meinem Gefährt ganz schön quälen mußten. Denn weil die Greifreifen des Rollis sehr schnell vom Schnee und der Nässe glitschig wurden, konnte ich meinen Freunden dabei leider nur mit verminderter Wirkung etwas von dieser Schwerstarbeit abnehmen.

Nahe der Wilischbaude mit Blick in Richtung
Westen über Hermsdorf (Aufnahmeort)
Mit vereinten Kräften haben wir es schließlich bis zur ehemaligen Wilischbaude geschafft. Dort traf uns zwar der Sturm mit voller Stärke, aber das Wetter war sowieso nicht gerade einladend für eine lange Rast. Während Pia und Norbert noch den kurzen Abstecher zum Gipfel unternahmen (der im Rolli selbst bei optimalen Bedingungen für mich nicht zu erreichen ist), kehrte ich mit dem Rest der Truppe schon wieder auf dem Anmarschweg zurück. Bergab ging es nun wesentlich entspannter. Zurück an den Autos, war die Dunkelheit bereits über uns gekommen.

Das extrem leckere und üppige Silvestermahl - von Pia, Christiane, Andreas sowie Kathi zusammengestellt und zubereitet - wurde der letzte (kulinarische) Höhepunkt des zu Ende gehenden Jahres. Es war wieder ein sehr schöner Abend mit meinen Freunden!

Noch zu Silvester hatte Christiane eine erste Skitour für den Neujahrstag vorgeschlagen. Während Pia und Norbert zur Feier bereits ihre Wintersportausrüstung im Auto mitbrachten, mußte ich am Neujahrstag zunächst von zuhause mit all meinem Krempel abgeholt werden. Bis alle Beteiligten bereit waren, dauerte es also. Erst nachmittags kurz vor halb Vier starteten Pia, Norbert, Christiane und ich von unserem "Standard"-Ausgangspunkt unterhalb des Kahlebergs im Osterzgebirge.

Der Abstecher zu Beginn auf den höchsten Berg des deutschen Osterzgebirges mußte natürlich sein! Bei dichter Bewölkung erreichten wir den Gipfel zwar erst zum Sonnenuntergang, aber natürlich hatten wir Stirnlampen dabei! Wenn die (Wintersport-)Verrückten unterwegs sind, kann es spät werden ...

Zum Schluß wurde es im Schein der Stirnlampen eine romantische Nachttour, denn die perfekten Untergrundbedingungen luden geradezu ein, sich ordentlich im Winterwald auszutoben. Der Schnee war griffig, doch nicht zu schnell, die Auflage dabei ausreichend. Mit anfangs Christiane, nach dem ersten langen Anstieg dann Norbert als Skitandempartner, machte es einfach nur Laune, auf Brettern durch's Weiß zu pflügen. Nicht ein einziges Mal mußte ich an diesem Nachmittag in den Schnee, trotz neunmonatiger Abstinenz!

Danach folgte ein weiterer gemeinsamer Abend zuhause bei Christiane und Andreas mit Schwatzen, Restevertilgen und Planungen für die nächste Tourensaison.

Ich kann mir keinen schöneren Start ins Neue Jahr vorstellen!

31. Dezember 2025

Masse statt Klasse

Mein Sportjahr 2025 wartet diesmal nicht mit spektakulären Aktionen, neuen Rekorden oder besonderen Erlebnissen auf. Daß ich trotzdem durchaus zufrieden sein kann, liegt diesmal eher an der Quantität. Denn sieht man mal von der bzgl. des Handbikesports alles überragenden Saison 2020 ab, ist es mir nach 2022 und 2024 erst zum dritten Mal gelungen, mehr als 14.000 km  (und weniger als 15.000 km) in einem Jahr auf drei Rädern zurückzulegen. Dabei habe ich mich so oft wie bisher nie freitags nach Feierabend auf's Handbike gesetzt, um das Wochenende mit einer ersten Tour einzuläuten. Insgesamt waren das immerhin 26 Touren mit 2.381 km und 23.753 Hm.

Unterwegs in der Felsenheimat (Aufnahmeort)
Im nun zu Ende gehenden Jahr reichte der Schnee zwischen Januar und März für acht gemeinsame Unternehmungen mit meinen Sportfreunden. Meine Ausfahrten im Skitandem sind inzwischen zu immer wieder langersehnten Aktivitäten geworden, auf denen ich Orte erreichen kann, welche sich für mich selbst in der schneefreien Zeit weder mit dem Handbike noch im Rollstuhl ansteuern lassen, da sie abseits von Wegen im Gelände liegen. Zu nennen ist hier beispielsweise die Tour zum Dreiherrenstein unweit des Keilbergs (Klínovec) und der Wüstung am Gottesgaber Spitzberg (Božídarský Špičák) mit den letzten Überbleibseln des bekannten Gasthauses "Wunderblume" am 25.01.2025.

Am häufigsten fuhr ich dabei mit Christiane im Skitandem, doch inzwischen hat sich auch Carsten als Gespannführer eingefuchst. Auf der Skitour im Mittleren Erzgebirge probierte sich sogar mal Stefan, ein Kletterfeund von Christiane, für viele Kilometer als Tandemerster aus, und machte seine Sache ebenfalls sehr gut. Nach wie vor unentbehrlich im Schnee ist für mich jedoch vor allem meine allerbeste Sportfreundin - nicht nur, weil wir uns relativ unkompliziert spontan für ein paar Kilometer im Osterzgebirge verabreden können. Wenn ich ein Vorbild bräuchte, genau sie wäre es!

Meine Urlaubswoche im April verbrachte ich zuhause. Nach mehreren Touren im Handbike, aber auch einer Wanderung mit Ute und Peggy zur Wildwiese im Schrammsteingebiet konnte ich zwar etliche Kilometer "abrechnen", doch der große Motivationsschub, den mir zu dieser Jahreszeit in den vergangenen Jahren Urlaubsfahrten mit Lád'a und seinen tschechischen Sportkameraden in die Toskana oder auch u.a. mit bayerischen Sportfreunden nach Südtirol gaben, blieb dabei aus.

So verwundert es nicht, daß ich 2025 nur drei Lange Kanten (Streckenlänge >= 200km) sowie zwei weitere 100-Meilen-Touren und 4 Langstrecken (Streckenlänge >= 150km) absolviert habe. Verglichen mit den Vorjahren ist das unterdurchschnittlich. Die 200er führten mich dabei bis nach Finsterwalde, Zittau und schließlich noch ins nordböhmische Reichstadt (Zákupy) östlich von Böhmisch Leipa (Česká Lípa). Meine letzte Langstrecke des Jahres fuhr ich schließlich relativ spät innerhalb meines Herbsturlaubs, für den ich diesmal Quartier im ZERUM Ueckermünde genommen hatte. Die Tour nach Stettin (Szczecin) war aber landschaftlich nicht unbedingt ein Höhepunkt und daher eigentlich nur Fleißarbeit.

Eine unbedingt erwähnenswerte Aktion wurde der gemeinsame Ausflug mit meinen Freunden in den Spreewald. Dem unmittelbar vorausgegangen war mein erfolgreicher Paddel-Test mit Christianes Segment-Kajak auf dem Kiessee Birkwitz-Pratzschwitz. Auf der Spree paddelte ich nun eine ganze Strecke im Einer-Kajak, bevor ich das Boot der Tochter meiner Sportfreundin überließ und mich zu Christiane in das Zweier-Faltboot setzte, was mich wesentlich weniger anstrengte.

Im Rollstuhl bin ich in diesem Jahr nur dreimal auf Achse gewesen, denn dafür gab es einfach zu wenig Gelegenheit. Neben der bereits oben erwähnten Rollitour steuerte ich mit meiner Wanderfreundin Ute jedoch gleich zweimal den Burchenbüchel nahe Reinhardtsdorf-Schöna an. Im Winter wollte ich die Gelegenheit nutzen, um Bilder für den entsprechenden Tourenvorschlag auf dem Portal des Tourismusverbandes zu schießen, und Anfang August war ich dort zusätzlich mit Peggy und einem Drehteam für Filmaufnahmen.

Die Autorin Steffi Springer wollte nämlich ein 15-minütiges Porträt von mir und meiner Heimat, die Sächsische Schweiz, für die Sendereihe "einfach Mensch" im ZDF drehen, wofür ich schlußendlich die ersten drei Tage meines Sommerurlaubs kurzfristig einplante. Mit meinem Kamerad Lád'a unternahm ich dabei zunächst eine Handbiketour von der Bastei nach Stadt Wehlen und entlang der Elbe weiter bis Rathen. Anderntags folgte die genannte Burchenbüchel-Aktion, und zum Schluß nahm ich mit meiner Helferin Christiane erstmalig an einem Wettbewerb im Präzisionsorientieren als Veranstaltung des 21. Königsteiner Festungsaufs teil. Herausgekommen ist dabei ein absolut authentischer Film mit teils spektakulären Landschaftsaufnahmen, der m. E. wirklich Lust darauf macht, mal ein paar Tage in der Sächsischen Schweiz zu verbringen. Das durchweg positive Echo, das ich von vielen Seiten inzwischen erhalten habe, bestätigt meine Meinung.

Zu den schönsten Aktionen gehört in diesem Jahr unbestritten die zweitägige Ausfahrt mit meinem Chemnitzer Sportfreund Jens ins heimatliche Elbsandsteingebirge, wobei wir in einer Schutzhütte nahe Lichtenhain freiübernachteten. Während meines ersten Lebens als Kletterer gehörte nämlich das Boofen ganz natürlich zu meinem Hobby, so wie dereinst häufig von den Altvorderen zwischen zwei Klettertagen praktiziert. Heutzutage ist es für mich die beliebteste Gelegenheit des unmittelbaren Naturerlebens, auch wenn die Mitnahme aller dafür benötigten Utensilien immer schwierig ist und ich mir das daher viel zu selten vornehme.

In einem Desaster endete hingegen vorzeitig mein Alpenurlaub des Jahres 2025. Diesmal lag der Fokus der Pässejagd auf den Ostalpen, doch bevor es so richtig losging, erwischte mich das erste Mal während meiner gesamten langjährigen Handbikerkarriere eine schwere und hartnäckige Infektion mit heftigem und langandauernden Durchfall, sodaß ich mich nach fünf Tagen und nur zwei Handbiketouren von meinem ersten Basislager in Amlach bei Lienz aus nachhause evakuieren mußte. Erst dort bekam ich schließlich mithilfe meiner Hausärztin, viel Ruhe und gründlicher medikamentöser Behandlung meinen Körper nach einer knappen Woche wieder in den Griff und konnte den Sommerurlaub - jetzt allerdings in der Heimat - fortsetzen.

Dadurch ergab sich aber plötzlich die Möglichkeit, doch noch wenigstens eines meiner Schubladen-Projekte anzugehen. Nach der furiosen Aufholjagd am Jahresende 2023, um noch die angepeilte Jahresleistung von 13 Tkm zu erreichen, wußte ich, daß eine Kilometerleistung von 700 km innerhalb von 7 Tagen mit dem Handbike zu schaffen war. 2023 hatte ich zwischen dem 24. und 30.12. an sechs aufeinanderfolgenden Tagen immerhin knapp 625 km absolviert. Bei meinem diesjährigen Vorhaben mit dem Titel "700 Kilometer in 7 Tagen" fuhr ich ab dem 23.08. schließlich insgesamt nicht nur 707 km, sondern benötigte dafür auch nur sechs Tage am Stück. In diesem Fall war das angekündigte Schlechtwetter der Grund, mich noch ein wenig mehr bei der Umsetzung zu sputen. Als besonderes Bonbon, das ich ursprünglich gar nicht auf dem Schirm hatte, konnte ich schließlich in Summe dieser sechs Ausfahrten außerdem die 7.000-Höhenmeter-Marke knacken, und das bei dieser Dauerbelastung!

Als letztes erwähnenswertes Ereignis meines Jahresrückblicks sei die Auszeichnungsveranstaltung für die "Tourismushelden Sachsen 2025" im Rahmen der  Messe "Touristik & Caravaning Leipzig" genannt. In diesem Jahr wurde ich dafür wegen meines bereits langjährigen ehrenamtlichen Engagements zum Ausbau der touristischen Angebote für Gäste mit Handicap in meiner Heimatregion vom Tourismusverband Sächsische Schweiz nominiert. Auch wenn mich die Preisverleihung dann nicht sonderlich beeindruckte, habe ich mich doch über diese Ehrung sehr gefreut. Peggy, die für das Thema Barrierefreiheit zuständige Mitarbeiterin des Tourismusverbandes, war daran nicht ganz unbeteiligt - erkunde ich doch immer wieder gern mit meiner Wanderfreundin Ute und ihr neue mögliche Ausflugsziele und Touren für mobilitätseingeschränkte Besucher. Wenn man etwas gern macht, ergibt sich das übrige quasi ganz von allein.

Nach diesem zusammenfassenden Überblick könnte ich nun die Zahlen meiner Radsportsaison folgen lassen, doch erspare ich mir das. Wen es interessiert, schaut sich die im Beitrag eingefügten Übersichten etwas genauer an, doch will ich nicht den Eindruck erwecken, mir aufgrund der durchaus eindrucksvollen Werte bloß mit den Fäusten auf die Brust zu trommeln. Fakt ist, daß es wohl nur sehr wenige Fahrer gibt, welche innerhalb eines Zeitraums von 21 Jahren (meiner mittlerweile 26jährigen Handbikerlaufbahn) mehr als 241 Tkm und 2,4 Mio. Hm im Handbike zurückgelegt haben. (Die ersten fünf Jahre lasse ich dabei unberücksichtigt, weil es davon keine elektronischen Aufzeichnungen gibt.)

Für viele Radsportler ist das bereits mehr, als sie im ganzen Leben fahren.

29. Dezember 2025

Plus zwei

Wider Erwarten sind es zum Saisonfinale doch noch zwei weitere Handbiketouren geworden.

Aber am 26.12. war das Wetter einfach zu schön, um sich im Warmen zu langweilen. Mit dunkler Bekleidung wärmte dabei jeder Sonnenstrahl, und davon gab es reichlich. Deshalb weitete ich bereits in Pillnitz spontan meine Strecke aus, ohne mir jedoch allzu steile oder lange Anstiege vorzunehmen. 

Zusätzlich war mir der nur leichte Wind wohlgesonnen, sodaß ich überdurchschnittlich flott vorankam. Obwohl ich mich wegen des frostigen Tagesbeginns erst gegen 11.15 Uhr auf mein Gefährt gesetzt hatte, machte ich ordentlich Strecke - und auch meine Höhenmeterbilanz war ganz ansprechend.

Der klare Himmel bescherte mir schließlich eine romantische Abendstimmung sowie lange genug Helligkeit, welche selbst eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang ausreichte, um nicht unbedingt auf meine Stirnlampe angewiesen zu sein. Auf der letzten Abfahrt nach Pirna leuchteten dann die Lichter in den Ortschaften wie Glühwürmchen in einer warmen Sommernacht.

Auf der Abfahrt nach Porschdorf (Aufnahmeort)
Nach dieser Ausfahrt schien auch mein für 2025 angepeiltes Höhenmeterziel tatsächlich erreichbar, was mich zu einer weiteren Tour veranlaßte.

Allerdings blieben die Witterungsbedingungen am Sonntag hinter der optimistisch stimmenden Vorhersage zurück. Bei bedecktem Himmel und einer Temperatur nahe des Gefrierpunkts wärmte ich mich daher vor allem durch Bewegung. Selbst während des langen und teilweise steilen Anstiegs von Königstein bis zum Fuße des Papststein (s. Track vom 28.12., km 17,7 - 21,4) bewirkte die dabei entstehende Körperwärme keine unkontrollierbaren Schweißausbrüche, gleichwohl sich auf der Stirn ein paar wenige Tropfen bildeten.

Zu dieser Jahreszeit wird es hingegen eher bergab unangenehm. Nach der ersten längeren Abfahrt konnte ich mich zwar aufwärts durch das Bielatal und weiter über Raum bis zum Scheitelpunkt der Tour vor Markersbach gleich wieder warmfahren. Die 15 Kilometer von dort bis Pirna kühlten mich anschließend jedoch bei kräftigem eisigen Gegenwind dermaßen aus, daß ich versucht war, in Pirna statt der für das gesetzte Tourenziel nötigen Zusatzrunde den kürzesten Weg nachhause einzuschlagen. Trotz dicker Handschuhe quälte mich nämlich der schmerzhafte Kältekitzel in meinen Händen und vergällte mir die Freude an der schnellen Bewegung. Glücklicherweise wurde es aber bald wieder besser, sobald ich den Wind nicht mehr gegen mich hatte.

Endlich setzte sich gegen Zwei auch die Sonne am Himmel durch und begleitete mich von nun an auf meinen letzten Handbikekilometern des Jahres 2025. Deswegen für eine Tourenlänge von über 100 km noch einen weiteren Umweg auf meiner Runde zu fahren, ersparte ich mir trotzdem.

Es reicht!