12. April 2026

Im eigenen Interesse

Leider regnet es heute (bis jetzt) immer noch nicht. Nässe von oben wäre aber nicht nur gut für die Natur, sondern diesmal auch gut für meine eigene Psyche. Ich bin nämlich hin- und hergerissen, ob ich nach der gestrigen Ausfahrt nicht doch noch wenigstens eine kleine Runde zum Ausrollen absolvieren sollte.

Aber eigentlich benötigen meine Schultern dringend Entlastung, und auch mein Bauch hat sich am Vorabend sehr unschön zu Wort gemeldet, sodaß ich dabei an das Debakel vom vergangenen Sommer erinnert wurde, welches schließlich nach nur zwei Touren den Abbruch meines Alpenurlaubs nach sich zog.

Auf meiner Sonnabend-Tour lief es hingegen sehr gut. Obwohl es morgens so kalt war, daß ich noch einmal mit Handschuhen und langer Unterwäsche startete, setzte sich doch bereits nach einer halben Stunde immer stärker die Sonne durch. Dazu kam ein moderates Streckenprofil und leichter Rückenwind. Meißen erreichte ich daher bereits kurz nach dem Mittag.

Die bald darauf folgende Auffahrt aus dem Triebischtal war dann der entgültige Anstoß, um sich der letzten inzwischen überflüssigen langärmligen Oberbekleidung zu entledigen. Bis zur Ankunft in Pirna fuhr ich danach im Kurzarmtrikot, denn selbst auf windanfälligen offenen Flächen konnte ich den Wärmeverlust durch körperliche Anstrengung kompensieren. Zusätzlich erweiterte ich meine geplante Strecke. Der Umweg ab Sora über Hilbersdorf und Herzogswalde lohnte sich vor allem, weil der Radweg über den Galgenberg inzwischen perfekt ausgebaut wurde (s. Track vom 11.04., km 90,8 - 92,4).

Gegen Ende der Tour verließ mich ein bißchen der Elan, auch der nun mäßige Gegenwind trug dazu bei. Jedenfalls war ich froh, als ich kurz vor Sechs zuhause im Hof einrollte. Eine Langstrecke - wofür es nun allmählich wieder Zeit wird - muß ich mir wahrscheinlich kräftemäßig etwas anders einteilen.

Vor zwanzig Jahren brauchte ich mir darüber noch keine Gedanken machen ...

7. April 2026

Schmetterling über Ostern

Der erste Härtetest der noch jungen Radsportsaison liegt hinter mir. An den vergangenen vier Tagen habe ich auf 4 Touren 450 km zurückgelegt und dabei außerdem 4360 Hm bewältigt. Für den Anfang ist das durchaus akzeptabel, zumal ich mit 15,3 km/h auch meine Anforderung hinsichtlich der Durchschnittsgeschwindigkeit erreichen konnte.

Leider gab es am ersten Tag auch eine unangenehme Überraschung. Nach der Wartung in der Karwoche rollt mein Gefährt zwar wieder wie am Schnürchen, doch dafür habe ich ein neues Problem entdeckt. An der Gabel meines Handbikes ist ein Riß an einer Befestigung entstanden, der demnächst einen Austausch erforderlich machen wird. Das größte Problem sind dabei für mich nicht die Kosten, sondern die Schwierigkeiten der Ersatzbeschaffung. Dieses wichtigste Teil eines solchen Sportgeräts ist nämlich nahezu kundenspezifisch dimensioniert, weshalb ich vermute, daß das Teil beim Hersteller eben mal nicht einfach so vorrätig ist. Inzwischen habe ich auch einen Tip für eine mögliche Alternative von einem anderen Handbiker erhalten - mal sehen, wie ich das alles eintakten kann. Für die nächste Zeit muß die Gabel aber noch durchhalten, sonst ist die Saison für mich gelaufen, bevor sie so richtig begonnen hat. Immerhin scheint das Problem schon längere Zeit zu bestehen, jedenfalls nach den Symptomen zu urteilen.

Erstes Grün auf dem Weg von Possendorf zur
Babisnauer Pappel (Aufnahmeort)
Das Wetter war mir über Ostern aber durchaus wohlgesonnen. Zwar mußte ich auf meiner zweiten Tour in Wilschdorf nördlich von Dresden rund 50 Minuten vor einer Bäckerei unter einem Sonnenschirm ausharren, weil ein stetig weiter anwachsendes Regengebiet seine Schleusen geöffnet hatte. Doch blieb das die einzige Schlechtwetter-Episode, auch wenn mir der stramme Nordwestwind vor allem am Ostersonntag und -montag auf der Heimfahrt das Leben schwer machte. Inzwischen färbt die erste Sonnenbräune mein Gesicht.

Außerdem erlebte ich am Sonntag die sorbischen Osterreiter in Wendischbaselitz geradezu hautnah. Ich hatte nämlich die Gegebenheiten bei der Prozession unterschätzt und mich mit meinem Handbike bei meinem zweiten Zwischenstop zunächst viel zu dicht am Straßenrand positioniert. Als die Reiter mit ihren Pferden dann (mir entgegenkommend) vorüberzogen, fehlte manchmal nicht mehr als ein halber Meter zwischen mir und den Pferdebeinen. Die Pferde standen aufgrund des Umzugs sowie der vielen Menschenmassen sowieso schon erheblich unter Streß, und nicht jeder Vierbeiner blieb gelassen. Einmal schlug ein (ansonsten ruhig scheinendes) Pferd mehrmals neben mir mit dem linken Hinterlauf aus - das hätte für mich bzw. mein Handbike auch übel ausgehen können. Trotzdem konnte ich mich nicht so einfach zurückziehen, denn diese Bewegung in ihrer unmittelbaren Nähe wäre wahrscheinlich erst recht nicht gut bei den Tieren angekommen. Wenigstens hielt ich meine im Wind flatternde Signalfahne fest, die nun nicht mehr die Vierbeiner ängstigte. Sobald dann mal eine Lücke im Prozessionszug kam, suchte ich mit Unterstützung einer Zuschauerin schleunigst einen sicheren Platz weiter weg vom Geschehen auf. Diese Prozession war unvermutet auch für mich ziemlich nervenaufreibend geworden.

Zum Abschluß meiner Radel-Ostern fuhr ich gestern über den Höhenzug des südlichen Elbsandsteingebirges ins Böhmische. Ich hatte nämlich festgestellt, daß die drei Touren zuvor auf der Karte wie drei Flügel eines Schmetterlings mit dem Körper bzw. Zentrum in Pirna aussahen. Nun fehlte nur noch der rechte hintere Flügel, also eine Tour in Richtung Südosten. Obwohl ich konditionell nicht mehr ganz frisch war, raffte ich mich deshalb zu dieser Abschlußaktion des langen Sportwochenendes auf, bei welcher die letzten 40 km im Elbtal wegen des stürmischen Gegenwindes die größte Herausforderung wurden.

Sobald es am Morgen etwas wärmer wird, bin ich nun endlich auch für längere Touren bereit.

30. März 2026

Nah, doch (bisher) unbekannt

Kurz vor Ostern bekommt mein Handbike die längst fällige Jahreswartung. Deshalb habe ich  den vergangenen halben Freitag und Sonnabend genutzt, um mein Gefährt gründlich zu reinigen. Das ist immer für mich so eine Art Haßliebe-Aktion, und jedesmal bin ich froh, wenn's hinter mir liegt.

Natürlich lag es nahe, bis zur Wartung nun "handbikefrei" zu nehmen, will ich doch meinem Mechaniker nicht möglichen neuen Dreck am Rad zumuten. Als Alternative bot sich ein Ausflug mit dem Rolli an. Daher verabredete ich mich mit meiner Wanderfreundin Ute für den Sonntag. Leider sah es morgens erstmal ziemlich trübe aus, weswegen wir uns zunächst gegenseitig motivieren mußten.

Blick von der Wettinhöhe westwärts über Pirna
bis nach Dresden (Aufnahmeort)
Doch nachdem wir gegen Mittag gestartet waren, entwickelte sich unsere Wanderung bald zu einer echten Entdeckungstour. Ursprünglich nur als Spaziergang durch den Stadtwald der Pirnaer Viehleite geplant, packte mich die Neugier. Den letzten Anstoß dazu gab das Kartenstudium vorort. Bisher hatten wir nämlich gemeinsam bereits die Sandsteinpflaster-Steilrampe ab dem Abzweig der Dr.-Friedrichs-Höhe von der Hohen Straße mit zwei kurzen Rastpausen ganz gut gemeistert, was Mut für mehr machte.

Vom Ende dieses Sträßchens mühten wir uns nun weiter hinauf, um zum Aussichtspunkt Wettinhöhe zu gelangen. Dort waren wir beide noch nie, ich selbst auch nicht zu Fußgängerzeiten. Ohne Hilfe würde ich das heutzutage nicht schaffen, aber mit Ute klappte es prima.

Die Baustelle der der Gottleubatalbrücke, am
anderen Ende sieht man das Portal des
Kohlbergtunnels (Aufnahmeort)
Die Anstrengung lohnte sich auf jeden Fall, denn nach dem kurzen Picknick auf der Aussichtsplattform wanderten wir entlang der Abbruchkante noch weiter an der Abendrothgrotte vorbei bis zur Ecke oberhalb der gerade im Bau befindlichen Gottleubatalbrücke der südlichen Ortsumfahrung von Pirna. Zwar konnte ich nicht direkt zum Felsüberhang der Grotte hinab, doch dafür half uns zusätzlich ein junger Mann, welcher gerade mit seiner Begleiterin dort ankam, über ein kleineres Hindernis an der Brückenbaustelle. Der Blick zur neuen Brücke war mindestens genauso eindrucksvoll, wie zuvor die Aussicht von der Wettinhöhe über Pirna bis nach Dresden.

Nach unserer Rückkehr zum Hauptwanderweg, folgten wir diesem dann schließlich noch bis Rottwerndorf, um dort auf einen der tiefer gelegenen Hangwege den Rückweg anzutreten. Irgendjemand hatte Rastplätze am Weg mit kleinen, netten Ostergrüßen dekoriert. Da saß beispielsweise ein Osterhasenpüppchen auf der Bank, es gab Forsythien in einer eierschalenförmigen Vase oder auch ein Arrangement mit (Keramik)Eule, Weidenkranz und weiteren kleinen Utensilien auf einem Baumstumpf. - Mit viel Liebe gestaltet und sehr hübsch!

Zudem lachte uns nun immer mehr die Sonne vom Himmel herunter, sodaß tatsächlich schon beinahe Osterstimmung aufkam. Große Blütenteppiche mit Buschwindröschen, dazu gelbe und blaue Blümchen und einmal sogar einen rot blühenden Strauch steuerte die Natur zur Zier bei. Beide freuten wir uns, daß wir am Vormittag unseren Trägheitsmoment überwunden hatten.

Passend zum ersten Tag der Sommerzeit.

24. März 2026

Sonne, Lust und Wasser

Bei immer besserem Wetter war ich in den vergangenen Tagen gut dabei und liege somit hinsichtlich der Saisonvorbereitung voll im Plan.

Freitags sah es allerdings zunächst nach Regen aus, und das Wetterradar meiner Smartphone-Anwendung zeigte Regengebiete im Anmarsch. Deshalb schraubte ich meine Erwartungen nicht zu hoch. Immerhin schien es nördlich der Elbe einigermaßen trocken zu bleiben, ein Grund mehr für eine entspannte Feierabendrunde in diese Richtung.

Der Regen kam nicht - aber mit fortschreitender Tageszeit wurde es zunehmend ungemütlicher für mich, denn offensichtlich war ich insgesamt zu leicht bekleidet. Dabei hätte ich abends bei aufklarendem Himmel Handschuhe, lange Unterhosen sowie eine weitere Bekleidungsschicht am Oberkörper gut gebrauchen können. Vor allem in den Fingern zwickte bald schmerzhaft die Kälte, die ich nun leider bis zum Ende der Tour ertragen mußte. Selbst in der warmen Wohnung dauerte es anschließend noch geraume Zeit, bis ich meinen Wohlfühlbereich erreichte: im Bett.

Den Sonnabend ließ ich diesmal für sportliche Aktivitäten aus. Abends stand ein Termin an, außerdem schien es naß zu werden. Tatsächlich weichte mich der Regen kurz nach dem Mittag gründlich ein, als ich einige Besorgungen erledigte.

Dafür begannen die beiden folgenden Tage bereits am Morgen mit viel Sonnenschein. Aufgrund der Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt hatte ich es aber überhaupt nicht eilig. Immerhin packte ich Handschuhe in den Tourenrucksack, auch lange Unterhosen sowie am Sonntag sogar mein langärmeliges Funktionsunterhemd mußten sein.

Am zweiten Wochenendtag nutzte ich die nicht alltägliche Gelegenheit, die Staumauer der nahegelegenen Talsperre Bad Gottleuba (s. Track vom 22.06., km 19,6)  mit dem Handbike zu befahren. Normalerweise ist der Zugang zum Bauwerk sowie zu dessen Betriebseinrichtungen gesperrt, doch zum sogenannten Tag des Wassers sowie anläßlich des 50. Jubiläums der Fertigstellung der Anlage öffnete die Landestalsperrenverwaltung Sachsen die Tore zum Gelände. Trotz der vielen Leute war dieser Abstecher der eigentliche Höhepunkt meiner sonntäglichen Ausfahrt.

Das romantisch gelegene Hotel "Forsthaus"
im Kirnitzschtal (Aufnahmeort)
Die danach noch fehlenden rund 80 km bis zum obligatorischen Hunderter sammelte ich schließlich weiter östlich - erst auf Standardstrecken durch die südliche Sächsische Schweiz, dann auf meiner Fahrt durch das Kirnitzschtal sowie der Panoramastraße zwischen Lichtenhain und Altendorf (s. Track vom 22.03., km 68.5 - 72.6) - bevor es wieder gen Heimat ging. Noch vor 17.00 Uhr rollte ich zuhause auf dem Hof ein. Zwar hätte ich im warmen Sonnenschein noch ein paar Extrakilometer sammeln können, denn auch die eigene Kraftausdauer gab es her. Meine Energiereserven sparte ich mir aber lieber für die nächste Handbiketour anderntags und genoß dafür den späten Nachmittag und Abend bei einer Tasse Kaffee.

Deshalb lief es montags gleich von Beginn an prächtig. Zugegebenermaßen lag das nicht zuletzt auch am Streckenprofil. Im Großen und Ganzen vermied ich nämlich steile Auf- und Abfahrten, wobei mein Augenmerk hauptsächlich auf gemäßigtem Gefälle lag. So wollte ich die Bremsbeläge meiner hydraulischen Scheibenbremse schonen, die sich bereits am Ende meiner Sonntagsrunde unüberhörbar bemerkbar gemacht hatten, weil während des Bremsens immer mehr Metall der Trägerplatten auf der Scheibe schliff. Bis zur Frühjahrswartung meines Gefährts Anfang April sollte die Bremse trotzdem noch durchhalten.

Als ich nach meiner Fahrt durch den Schluckenauer Zipfel (Šluknovský výběžek) kurz nach Zwei bereits in Sebnitz eintraf, bog ich zum ersten Mal für ein paar zusätzliche Kilometer und Höhenmeter nach links ab. Den zweiten Umweg gönnte ich mir schließlich zehn Kilometer vor Ultimo, womit ich außerdem meine Tourenstatistik in Bezug auf die absolvierten Anstiege wunschgemäß komplettierte.

Damit habe ich alle meine Vorgaben für den Handbiketourenmonat März geschafft und kann mich nun (ganz ohne mir selbst Streß zu machen) der technischen Saisonvorbereitung widmen. Dazu gehört auch die Grundreinigung meines wichtigsten Sportgeräts.

Was sein muß, muß sein ...

17. März 2026

Pflichtbewußt

Nach der Tourenpause am Sonntag und bei einigermaßen akzeptablem Wetter gab es am Montag keine Ausreden für Müßiggang. Mit viel Disziplin habe ich inzwischen wieder konditionell zugelegt, und den Fortschritt will ich nicht grundlos zunichte machen. In meinem Alter kann man nur durch beständige Aktivität sein Leistungsvermögen einigermaßen aufrechterhalten. Und das will ich!

Entgegen meiner ersten Überlegungen verschlug es mich gestern erneut südwärts, diesmal in die am höchsten gelegenen Ausläufer des Elbsandsteingebirges an der Grenze zum Osterzgebirge. Nachdem ich im Glasergrund zunächst umkehren mußte, weil die Forststraße durch abzutransportierende Baumstämme blockiert war, steuerte ich über Rosenthal den Touristengrenzübergang Eulenthor an.

Für die bequeme Variante des beabsichtigten Hundertes - den Heimweg ausschließlich über den Elberadweg - hätte ich nach der langen Abfahrt in Tetschen (Děčín) schon etwa 56 km Strecke zurückgelegt haben müssen. Gegen Mittag waren es dort aber erst 50 km. Also nahm ich mir eine zusätzliche Minirunde ab Bad Schandau vor, die mich nach Goßdorf-Kohlmühle bringen sollte.

Auf dem Weg nach Deutschland wurde es jedoch immer dunkler am Himmel, und als ich endlich das Online-Regenradar auf meinem Handy inspizieren konnte, sah es überhaupt nicht gut aus. Immerhin schaffte ich es noch rechtzeitig bis zu einem Unterstand am Busbahnhof der Stadt, bevor kräftiger Regen niederging. Der dauerte dann allerdings gar nicht lange, sodaß ich den Umweg wie geplant in meine Tour einbauen konnte. Der Abschnitt zwischen Kohlmühle und Porschdorf durch das hier felsige, enge Sebnitzbachtal (s. Track vom 6.03., km 74,9 - 77,3) ist übrigens landschaftlich sehr empfehlenswert, auch weil das schmale Sträßchen als (derzeitige) Sackgasse im wesentlichen nur von den Bewohnern des Ortsteils benutzt wird.

Für die letzten Kilometer nachhause auf dem Elberadweg benötigte ich bei teilweise mäßigem Gegenwind reichlich1,5 Stunden, denn so ganz frisch fühlte ich mich nicht mehr. Auch wenn ich diesmal leistungsmäßig nicht an die Vortouren anknüpfen konnte, habe ich aber das Beste daraus gemacht. Anfang April bringe ich mein Gefährt zur Frühjahrswartung, bis dahin werde ich mit den technischen Ursachen dafür leben können.

Körperlich bin jedenfalls schon gut in Schwung.

15. März 2026

Frühlingsgefühl

Die Tage vor dem angekündigten Kälteeinbruch (oder vielmehr der Rückkehr zu den für diese Jahreszeit üblichen Temperaturen) wollten genutzt sein. Am Freitag gab die Sonne außerdem eine schöne Abschiedsvorstellung.

Den ersten Tourentag nach einer langen (körperlichen) Erholungsphase, wie z.B. der Arbeitswoche, kann ich kräftemäßig immer so richtig aus dem Vollen schöpfen. Also bin ich auch diesmal nachmittags zunächst nach Süden in die Berge gefahren. Schon während des langen ersten Anstiegs hatte ich ein gutes Gefühl, und im Kurzarmtrikot die volle Bewegungsfreiheit.

Blick über die Häuser von Goes zur
Gottleubatalbrücke und nach Pirna, links über
den Wiesen die runde Kuppe des Kohlbergs
(Aufnahmeort)
Also bin ich bereits nach 30 km von meinem Plan abgewichen und nahm mir stattdessen die 12%-Rampe von Oberschlottwitz nach Berthelsdorf vor. Mit 150 Hm auf 1,5 km (ja, das sind durchschnittlich nur 10%!) ist sie ein guter Gradmesser der persönlichen Fitness, für die ich diesmal etwa 23 Minuten benötigte. Ab Liebstadt wechselte ich über den nächsten Höhenrücken ins benachbarte Tal, und vor Pirna ging es schließlich noch einmal kurz bergauf. Lohn dafür war das herrliche Panorama oberhalb von Goes über das Gottleubatal mit der neu errichteten Talbrücke der (noch nicht fertiggestellten) Ortsumgehung bis hinein nach Pirna.

Auf der zweiten Schleife kletterte ich nördlich der Elbe erneut von etwa 150 m NHN bis auf über 330 m NHN, um dann in der Elbniederung zwischen Pillnitz und Pirna-Copitz entspannt auszurollen. Diesmal verabschiedete sich die Sonne am Bonnewitz Berg, ca. 14 km vor dem Ziel. Doch bei klarem Himmel wurde es eine romantische Fahrt in die Nacht, bevor ich gegen 19.00 Uhr zuhause ankam.

Gestern hatte ich mir nur eine flache Runde nordwestlich von meiner Heimatstadt vorgenommen. Nach dem Anstieg aus dem Elbtal konnte ich dabei vom teils kräftigen Südostwind profitieren, auch wenn er anfangs noch als Kantenwind von schräg rechts hinten anlag.  Deshalb hatte ich mittags nach 62 km auch schon den nördlichsten Punkt in Ebersbach erreicht, in Coswig kam ich 13.00 Uhr an.

Nun wäre ich lt. Streckenplan eigentlich nur noch an der Elbe entlang nachhause gefahren, doch entschied ich mich aus zwei, besser drei Gründen dagegen. Erstens herrschte auf dem Elberadweg wieder der für diese Witterung übliche Verkehr inklusive der von mir so geliebten Mofafahrer und der nicht viel weniger nervenden Wochenendrennfahrer, die mir beim Überholen unbedingt zeigen müssen, wie schnell sie sein können (nur, um dann wenige Meter vor mir wieder auf ihr wesentlich langsameres Tempo zurückzufallen). Zweitens waren mir die bisher nach 90 km absolvierten rund 750 Hm einfach zu wenig. Und drittens verfügte ich immer noch über genügend Kraftreserven für den Umweg durch Freital nach Kreischa.

Auf den letzten 45 km sammelte ich dabei immerhin weitere 450 Hm, wobei ich es tatsächlich ohne einen einzigen Kilometer auf dem Elberadweg bis Pirna schaffte. In Kreischa hätte ich nämlich im Lockwitztal nordwärts zur Elbe rollen können, genauso in Dohna durch das Müglitztal. Ich aber querte auch dieses, bevor ich erst vom Seidewitztal direkt das Pirnaer Stadtzentrum anpeilte. Viel mehr Strecke, doch vor allem auch Anstiege hätten es an diesem Tag nicht mehr sein dürfen, denn am Ende baute ich ziemlich ab. Mein Trainingszustand ist inzwischen jedoch wesentlich besser geworden, die merkwürdigen körperlichen Auffälligkeiten der ersten Handbiketouren der Saison sind offensichtlich Geschichte.

Das ist doch schon mal gut!

10. März 2026

Wochenauftakt

Nach dem ersten Abstecher der aktuellen Handbikesaison ins Nachbarland am vergangenen Sonnabend war ich gestern nun gleich noch einmal dort unterwegs.

Diesmal diente mir der Ausflug im Böhmische jedoch nur zum Kilometersammeln, denn das industrialisierte und dicht besiedelte Eulautal (Eulau = Jílové) ist für's  Landschaftserleben einfach nicht richtige Platz. Trotzdem nutze ich die stark befahrene Europastraße, welche stetig bergab ins Elbtal führt, immer gern als eine Art "Rennstrecke". Besser sah es da schon mit dem Abschnitt des Elberadwegs von Tetschen (Děčín) bis zur deutsch-tschechischen Grenze an der Mündung des Gelobtbachtals aus, doch gehört dieser dafür zu meinem Standardrepertoire.

Anders verlief der Beginn meiner Tour. Hierbei fuhr ich nämlich erstmal einen kürzeren Umweg zum Warmfahren, in welchen ich außerdem kurzentschlossen die Umgehungsstraße von Friedrichswalde-Ottendorf mit deren Brücke über das Bahretal (s. Track vom 09.03., km 17,5 - 20,5) einbaute. Die fast schnellstraßenartig ausgebaute Direktverbindung ist eigentlich nicht für Fahrräder vorgesehen, obwohl es keine ausgeschilderten Verbote gibt.

Kriegerdenkmal in Papstdorf
(Aufnahmeort)
Auf dem Rückweg durch das Elbtal erreichte ich Krippen bereits gegen 14.00 Uhr. Natürlich hätte ich nun als Extraprogramm nur noch den meist absolvierten Umweg über das Krippenbachtal und Cunnersdorf anhängen können. Aber nach meiner Freßpause entschloß ich mich für die Steilrampe von Krippen hinauf nach Kleinhennersdorf, die ich mir aufgrund einiger Steigungsspitzen bis über 14% nur selten antue. Auch wenn am Ortseingang der anstrengendste Teil geschafft war, kamen doch bis zum höchsten Punkt auf der Straße unterhalb des Gohrischs noch weitere 120 Hm zusammen, womit der Höhenunterschied vom Startpunkt an der S-Bahnlinie in Krippen bis dahin rund 240 m betrug.

Positiv überraschte mich dabei nicht nur der Umstand, daß ich ohne Ermüdungserscheinung oder körperliche Erschöpfung bzw. Kreislaufprobleme diesen kräftezehrenden Anstieg meisterte, sondern dabei noch nicht einmal zu viel Zeit verloren hatte. Auf der folgenden rund 11 km langen Abfahrt nach Königstein, konnte ich deshalb tatsächlich schon wieder fast den gesamten Rückstand aufholen.

Während verbleibenden Strecke bis Pirna ließ ich dann nichts mehr anbrennen.