30. August 2026

Zwei Schlösser zu zweit

Für den frühen Abend hatte sich am Freitag nun mein Sportfreund angekündigt, trotzdem blieb ausreichend Zeit für eine Feierabendtour nach der Arbeit. Zum letzten Mal konnte ich dabei in diesem Jahr bereits kurz nach Elf losfahren, denn ab nächster Woche gelten bei meinem Brötchengeber wieder andere Arbeitszeiten.

Das paßte übrigens auch gut zum Wetter, da es nachmittags immer unbeständiger wurde. Als ich am Umkehrpunkt hinter Langenwolmsdorf das Regenradar konsultierte, sah es dann überhaupt nicht gut aus, und bald darauf näherte sich mir die schwarze Wand bedrohlich schnell. Der ursprüngliche Plan landete also in der Tonne, auf kürzestem Wege ging es jetzt in Richtung Pirna. Wenn schon naß werden, dann so wenig wie möglich. Zum Glück streifte mich das Starkregengebiet aber nur. Weil in Pirna schon wieder die Sonne schien, fuhr ich schließlich eine dritte Schleife auf der anderen Elbseite, bis sich erneut Regen ankündigte.

Konditionell etwas durch die wetterbedingten Sprinteinlagen angeschlagen und das baldige Treffen mit meinem Sportfreund im Hinterkopf, ließ ich mich diesmal auf keine weiteren Umwege ein, auch wenn ich dadurch nicht mein gewünschtes Streckenziel erreichte. Dafür konnte ich am Abend meinen Besuch sogar etwas zeitiger begrüßen. Beim anschließenden gemeinsamen Abendessen im "Babička" und dann während der Nachbereitung zuhause wurde es sehr spät.

Vor dem Jagdschloß Moritzburg (Aufnahmeort)
Jens ist kein Frühaufsteher, doch auch ich kam diesmal am Sonnabend erst spät aus den Federn. Doch für unsere gemeinsame Ausfahrt hatte ich sowieso keine kraftraubende Aktion bzw. lange Strecke vorgesehen, sondern nur eine entspannte Runde zum Jagdschloß Moritzburg. Bis auf die touristischen Höhepunkte kannte mein Begleiter nämlich dieses Gebiet überhaupt noch nicht.

Außerdem stellte ich diesmal besonders schöne und verkehrsruhige Abschnitte zu einer Rundtour zusammen, welche selbst vielen Einheimischen nicht sofort einfallen würden. Der asphaltierte, teils betonierte Radweg zwischen Wallroda und der Stadtrandsiedlung von Radeberg durch meine Lieblings-"Oase" in dieser Region (s. Track vom 29.08., km 28,8 - 30,3) durfte dabei natürlich nicht fehlen.

Die zweite Hälfte der Tour hielt dann nur noch wenige, kurze Anstiege bereit, auch lag ich zu dieser Zeitpunkt hinsichtlich der bewältigten Höhenmeter hinter meiner 1%-Regel (1000 Hm auf 100km) zurück. Eigentlich hätten wir daher schneller sein müssen, als auf meinen beiden vorangegangenen Ausfahrten. Dem war aber nicht so. Bei vollem Tempo im Wettkampfmodus sich noch zu unterhalten, funktioniert einfach nicht. Es gab so viel zu erzählen, wir sehen uns ja eher selten. Daß ich auf dieser Fahrt ebenfalls viel mehr Flüssigkeit benötigte und es zum Schluß trotzdem etwas im Hals kratzte, brauche ich wohl nicht gesondert zu betonen.

Diesmal stand jedenfalls nicht die Leistung im Vordergrund, die gemeinsame Zeit mit meinem Kameraden war mir ungleich wichtiger. Ich bin so oft ohne Begleitung auf Achse, da genieße ich den Austausch umso mehr. (Wobei mir diese Solo-"Trainingstouren" aber auch unentbehrlich sind, weil ich mich dann ganz auf meine Leistung fokussieren kann.)

Nun ist Jens wieder weg, für ihn geht es heute zurück in Richtung Chemnitz. Ich aber habe mich über sein unerwartetes Gastspiel sehr gefreut!

PS: Sieht dieser Mann aus wie über 70?!

28. August 2026

Abendsport

Ausnahmen bestätigen die Regel. Prinzipiell steige ich zwar nachmittags zu fortgeschrittener Stunde zwar nicht mehr auf mein Handbike, doch gestern konnte ich mich dem herrlichen spätsommerlichen Wetter nicht entziehen. Nach einem Arbeitstag im Homeoffice und der Physiotherapie ging es drei Stunden vor Sonnenuntergang los.

Fünfzig Kilometer bis zur Dunkelheit sollten selbst bei der angepeilten 1%-Regelung für die Höhenmeter realistisch sein, und die habe ich tatsächlich geschafft. Es war ebenfalls die Gelegenheit, wieder mal die Steilrampe vom Elberadweg nach Thürmsdorf durch den Pehnagrund hinaufzuklettern (s. Track vom 27.08., km 15,2 - 15,8), die am Ortsausgang in Richtung Festung Königstein ihrer kurze Fortsetzung fand. Auch die vollständige ehemalige und nun asphaltierte Seilbahntrasse der Wismut ab dem Gewerbegebiet Leupoldishain (s. Track vom 27.08., km 20,4 - 23,0) bin ich diesmal gefahren, auch wenn das nicht die optimale Linie bzw. kürzeste Verbindung darstellte. Aber für solche kurzen Ausfahrten sind das genau die richtigen Ziele.

Als ich schließlich nach etlichen Erweiterungen gegen 19.20 Uhr den höchsten Punkt der Strecke auf rund 450 m NHN kurz vor Markersbach erreichte, hatte ich trotz der 530 Hm auf 34 km mit 14,7 km/h nur knapp meine gewünschte Durchschnittsgeschwindigkeit unterschritten. Daß ich diese dann auf der Heimfahrt, welche nur noch bergab führte, weit übertraf, war zu diesem Zeitpunkt bereits abzusehen.

Unterwegs kontaktierte mich telefonisch mein Sportfreund aus dem Erzgebirge. Er ist gerade auf einer Mehretappentour mit dem Rad durch die Tschechische Republik und ziemlich nahe. Heute kommt er nun zu Besuch nach Pirna, und vielleicht klappt es am nächsten Tag sogar mit einer gemeinsamen Ausfahrt.

Ich freue mich schon auf ihn!

25. August 2026

Spätsommer

Am völlig verregneten Sonnabend hatte ich wieder mal Kontakt mit meinem tschechischen Kameraden. Es ging um einen möglichen gemeinsam Kurzurlaub im Herbst. Jedenfalls plante ich daraufhin meine Sonntagstour ins Osterzgebirge, obwohl ich gar keine rechte Lust auf's Bergefahren hatte. Aber falls Lád'a auch auf Tour gehen würde, dann wäre das Gebiet der ideale Treffpunkt, weil es genau in der Mitte zwischen uns gelegen ist.

Nun, wir sind uns an diesem Tag dann nicht begegnet, doch dafür konnte ich kurzentschlossen etwas auskundschaften. Im südlichen Grenzgebiet zwischen Liebenau, Fürstenau und Müglitz gibt es nämlich neben der Schutzhütte am Schulhübel tatsächlich weitere Unterstände, die für eine spontane Übernachtung geeignet sind. Einer davon befindet sich südlich von Rudolphsdorf in unmittelbarer Nähe zur deutsch-tschechischen Grenze. Das macht diesen allerdings auch sehr attraktiv für Gäste aus dem Nachbarland - als ich gegen 10.00 Uhr an der Hütte eintraf, schälte sich dort gerade ein Pärchen aus den Federn. Da bleibe ich also lieber bei meiner bewährten Unterkunft, welche zudem auch besser für mich zugänglich ist ...

Vor Falkenhain öffnet sich ein umfassendes
Panorama nach Norden und Osten, hier der Blick
zur Dresdner Elbtalweitung. Sogar den Fernsehturm
kann man erkennen (Aufnahmeort)
So richtig in Schwung bin ich am Sonnabend aber nicht gekommen. Bereits auf dem höchsten Punkt der Tour kurz hinter Altenberg zeichnete sich das ab, trotzdem fehlte mir der Biß, um danach nochmal anzugreifen. Selbst für ein paar zusätzliche Kilometer war ich sonntags nicht zu begeistern. Ausreichend Zeit wäre geblieben, denn letztlich erreichte ich mein Zuhause schon gegen drei Uhr nachmittags. Diese Hängepartie ließ mir damit jedoch ausreichend Zeit zur Regeneration für den nächsten Tag.

Denn da stand die nächste Runde an. Wenigstens 9.000 km und 100.000 Hm will ich bis Ende August schaffen, und dafür muß ich das inzwischen spätsommerliche Wetter nutzen. Früh ist es inzwischen zwar ziemlich frisch, sodaß ich beim Start Ärmlinge benötigte. Dafür pegelten sich dann im Laufe des Tages die Temperaturen auf für mich optimale Werte um die 20°c ein, was mir schweißfrei zusätzlichen Vortrieb ermöglichte.

Außerdem überlegte ich mir gestern eine Strecke, die meiner Absicht einer schnellen Runde entgegenkam. Zuerst lockeres Einrollen auf dem Elberadweg bis Stadt Wehlen, dann folgten die verhältnismäßig anspruchsvollen Anstiege aus dem Elb- sowie durch das Polenztal. Nach einem Drittel der Ausfahrt standen deshalb schon mehr als die Hälfte der Gesamthöhenmeter auf der Habenseite. Spätestens ab Neustadt in Sachsen jagte ich meinen Virtual Partner des Navis, den ich endlich auf dem langen Gefälleabschnitt zwischen Bretnig-Hauswalde und Großröhrsdorf dauerhaft hinter mich ließ.

Daher durften es auch wieder ein paar Kilometer mehr sein, gleichwohl ich wegen abendlicher Verrichtungen nicht zu spät zurück sein wollte. Die letzten zusätzlichen Zehntel der Durchschnittsgeschwindigkeit kitzelte ich schließlich auf dem Elbradweg ab Pillnitz heraus. Da überholte mich eine Radsportlerin, an welche ich mich bald in den Windschatten hängte. Sie war die perfekte Schrittmacherin - nicht zu schnell, nicht zu langsam. Als ich schließlich in Pirna zur Stadt abbog, bedankte ich mich bei ihr.

Diese freundlich gemeinte Geste war mir ein Bedürfnis.

22. August 2026

Nur für Spezialisten

Der Regen kam mit Ansage. Allerdings dann doch viel schneller, als es zunächst nach dem Online-Regenradar zu erwarten war. Für mich hieß das am Ende der gestrigen Feierabendtour eine dreiviertel Stunde Naß von oben.  Aufgrund der immer noch angenehmen Temperaturen ließ sich das jedoch einigermaßen ertragen, bis ich kurz nach Sechs endlich mein Zuhause erreichte.

Bei meinem Start zum vorgezogenen Feierabend schien jedenfalls noch die Sonne, sodaß ich mir über schlechtes Wetter keine Gedanken machte. Ohnehin hatte ich meine Runde ja so konzipiert, daß es auf der Heimfahrt mehrere Abkürzungsmöglichkeiten gab. So gesehen, wäre ich bei der Wahl einer dieser Optionen überhaupt nicht naß geworden, auch wenn ich damit mein Entfernungswunschziel von 100 km nicht schaffen konnte.

Wichtigstes Vorhaben des Nachmittags war die Befahrung des Eselswegs, einem Wanderweg vom Königsteiner Ortsteil Hütten hinauf zur Festung Königstein bzw. zum Parkhaus unterhalb dieser (s. Track vom 21.08., km 64,1 - 65,6). Eine liebe Freundin hatte mich gebeten, diese Strecke zu erkunden, weil demnächst ein rollstuhlfahrender Reiseblogger dort mit seinem elektrischen Zuggerät zur Festung "wandern" möchte. Meine letzte und bisher einzige Befahrung lag aber schon einige Zeit zurück, und deshalb erinnerte ich mich nur daran, daß dies auf Rädern prinzipiell möglich ist.

Auf dem Eselsweg zur Festung Königstein
(Aufnahmeort)
Die Anfahrt über 64 km - natürlich auf einem riesigen Umweg - verlief erneut überdurchschnittlich flott. Derzeit bin ich offenbar gut in Schwung. Wie zu vermuten, änderte sich das schlagartig mit Beginn des Wanderwegs. Erst holperiges Sandsteinpflaster, welches teilweise mit Gras und Moos durchsetzt war. Bereits hier drehte hin und wieder mein Antriebsrad durch, nicht zuletzt auch aufgrund der (geschätzten) Steigung von ca. 12%. Nach knapp 100 m wechselte der Untergrund zu groben Schotter bei kaum nachlassender Steilheit. Dabei gab es immer wieder Stellen, wo abfließendes Regenwasser dem Wanderweg zugesetzt und Abflußrinnen gegraben hatte. Erst weitere 400 m später lag dieses unangenehme Teilstück, welches ich ebenfalls nur mit mehreren Zwischenstops bewältigen konnte, hinter mir. Im weiteren Verlauf folgten dann noch mehrere halbwegs gut zu überwindende Steinschwellen zum Ableiten des Regenwassers sowie auf dem an einer Kreuzung rechts abzweigenden schmaleren Wanderweg (den man wegen des gesperrten Hauptweges benutzten muß) eine für den Rollstuhl eigentlich zu schmale Spurrinne und anschließend ein lehmiger Hohlweg mit für die Bodenhaftung grenzwertiger Steigung. Insgesamt waren bei diesem Anstieg auf 1,5 km rund 120 Hm zu überwinden, was (in Verbindung mit dem längeren flachen Wegabschnitt) - für sich gesehen - bereits dessen Anspruch offenbart. Wer hier auf Rädern hinauf will, sollte über einige Erfahrung im schwierigen Gelände verfügen, um nicht in Teufels Küche zu geraten. Obwohl ich letztlich nicht die Möglichkeiten seiner eingesetzten Technik kenne, rate ich dem Rollifahrer also dringend davon ab, ganz ohne Begleitung über den Eselsweg zur Festung Königstein zu fahren.

Rund fünfunddreißig Minuten hielt mich dieser Anstieg inkl. Pausen und umfangreicher Fotodokumention auf - Zeit, die ich zum Schluß hätte gebrauchen können, um trotz Extraschleife vor dem Regen nachhause zu kommen. Umglücklich war ich trotzdem nicht, denn nun bin ich wieder auf dem aktuellen Stand, was diese alternative Zufahrt zur Festung Königstein betrifft. Meinen Sollvorgaben für's Training hat es übrigens auch nicht geschadet.

Alles gut!

17. August 2026

Aufhören, wenn's am besten läuft

Nach drei Wochen Urlaub werde ich mich ab morgen wieder meiner regelmäßigen Erwerbstätigkeit widmen. Dann bleiben nur noch das verlängerte Wochenende (inkl. Montag) sowie gelegentlich der Freitagnachmittag für größere sportliche Aktivitäten.

Über Waltersdorf erhebt sich der Lilienstein und
dahinter die Festung Königstein (Aufnahmeort)
Am vergangenen Sonnabend wählte ich die Hintere Sächsisch-Böhmische Schweiz als Tourenziel. Die waldreiche Gegend ist nicht nur für warme Tage eine Empfehlung, obwohl gerade im für den Kraftverkehr gesperrten Khaatal (Kyjovské údolí) zur besten Tageszeit inzwischen viele Ausflügler und Zweiradtouristen unterwegs sind.

Den Rückweg legte ich über Nixdorf (Mikulášovice), weil dort an diesem Wochenende lt. Ankündigung auf Facebook eine Wallfahrt stattfand und ich mir diese ansehen wollte. Leider konnte ich dann dort außer dem geöffneten Kirchenportal auf meiner Durchfahrt nichts davon entdecken,  doch war ich vielleicht einfach nur zu früh vorort. Die Kirchenveranstaltungen sowie die Messe sollten nämlich erst am späten Nachmittag stattfinden. Mit meiner Vorstellung, daß es rund um diese Wallfahrt auch einen kirmesähnlichen Jahrmarkt oder wenigstens Versamlungen gibt, hatte die Realität jedenfalls nichts zu tun. Nixdorf war zu jener Zeit genauso leer und uninteressant wie sonst auch.

Noch weit vor dem Mittag lag die Holperstrecke zwischen Lobendau (Lobendava) und der tschechisch-deutschen Grenze vor Langburkersdorf hinter mir, welche ich immer wegen der Reifenpannengefahr ziemlich entlangschleiche. (Allerdings ist sie der beste Weg aus dem Schluckenauer Zipfel, um nachfolgend fast nur noch bergab bis Pirna zu rollen.) Bevor sich die große Hitze an diesem Tag ausbreitete, kam ich wieder zuhause an.

Gestern wollte ich zum Urlaubsausklang wenigstens eine Minirunde fahren, obwohl die Wetterprognose nicht so rosig aussah. Und tatsächlich näherte sich (endlich!) ein großes Regengebiet, das damit bei mir für einen sportfreien Vormittag sorgte. Erst um die Mittagszeit konnte ich starten.

Die Straßen noch naß, die Luftfeuchtigkeit entsprechend hoch, hielt ich mich anfangs zurück. Da ich sowieso noch erkunden wollte, ob eine wegen Bauarbeiten gesperrte Strecke meines Arbeitswegs inzwischen wieder freigegeben wurde, bot sich eine Tour im städtischen Umfeld von Dresden an. Zur Auflockerung gab's zwei leichtere Anstiege, doch ansonsten verlief der rechtselbische Teil meiner Ausfahrt recht flach.

Nachdem ich die Elbe auf der Eisenbahnbrücke von Niederwartha überquert hatte, lockte mich aber die Serpentinenstraße hinauf nach Oberwartha. Diesem Anstieg folgten auf der Rückfahrt sukzessive weitere drei Auffahrten, wobei ich mich - meine Durchschnittsgeschwindigkeit immer im Blick - jedesmal ziemlich spontan dazu entschloß. Aber es rollte wirklich gut! Gegen Ende der Tour hatte ich wirklich fast alle meine Reserven aufgebraucht, sodaß ich nur noch relativ locker die letzten Kilometer im Seidewitztal abwärts bis Pirna absolvierte. Da wußte ich bereits, daß ich auch diesmal weit über meinen Sollvorgaben lag.

Insgesamt bin ich mit der Ausbeute der vergangenen drei Urlaubswochen sehr zufrieden. 7 Touren in den Alpen über 470 km und 10.530 Hm sowie danach in der Heimat auf 5 Touren 680 km mit 6550 Hm sind ein absolut akzeptables Ergebnis. Höhepunkte waren dabei die Fahrten auf den Großen Speikkogel in Österreich und den Monte Zoncolan in Italien sowie der Lange Kanten in die Lausitz.

In den nächsten Wochen wird es wieder etwas ruhiger ...

14. August 2026

Auch Berge ...

Meine Heimatstadt Pirna befindet sich zwar nur ca. 110 m ü. NHN, doch wenige Kilometer südlich vom Elbtal beginnt schon das Erzgebirge. Die höchsten Berge im östlichsten Teil des langgestreckten Gebirgszuges - welcher übrigens auch die Grenze zwischen Deutschland und der tschechischen Republik markiert - reichen dabei immer noch bis knapp über 900 m.

Ganz so weit hinauf ging es gestern bei mir nicht, doch befand sich der Scheitelpunkt meiner Tour  kurz vor Böhmisch Zinnwald (Cínovec) immerhin auf 876 m ü. NHN. Damit lag dieser rund 760 m höher als mein Zuhause. Im Gegensatz zur letzten Alpentour genau eine Woche zuvor hatte ich allerdings wesentlich mehr Strecke, um diese Höhe zu erreichen. Auch gab es zwischendurch ein paar Abfahrten, welche die Kletterei etwas auflockerten.

Über Neustadt im Erzgebirge thront der Stürmer
(Bouřňák, Aufnahmeort)
Diesmal suchte ich mir für die Anfahrt zum Erzgebirgskamm einen Weg, den ich so in voller Länge bisher noch nie gefahren bin. Um nämlich die verkehrsintensive und recht eintönige Bundesstraße B170  zu vermeiden, stellte ich mir stückweise eine Strecke zusammen, welche tatsächlich größtenteils parallel zur Hauptverkehrsachse verlief. Von Hähnichen führte diese auf verkehrsruhigen und vor allem im Abschnitt zwischen dem Ortsausgang von Reichstädt bis zur Abfahrt ins Tal der Wilden Weißeritz vor Seyde herrlich aussichtsreichen Straßen bis zum Grenzübergang Neu-Rehefeld und weiter nach Neustadt im Erzgebirge (Nové Město), dem südlichsten Punkt der Tour. Das waren insgesamt fast 45 km!

Auf dem Teilstück zwischen Wittichbaude (Horská chata Vitiška) und Böhmisch Zinnwald (s. Track vom 13.08., km 65,7 -71,8) werde ich in ein paar Monaten hoffentlich wieder auf Brettern mit meinen Freunden unterwegs sein, denn im Winter wird diese Straße als Teil der KLM (Krušnohorská lyžařská magistrála - Erzgebirgsskimagistrale) für den Kraftverkehr gesperrt und als Loipe präpariert.

Nach dem kleinen Umweg über Altenberg folgte ich ab Lauenstein stetig abwärts der Müglitz. 37 km ausschließlich bergab reichten für die erfolgreiche Aufholjagd aus, sodaß ich mir zum Schluß den Extrazacken über Zehista leisten konnte. Nach den angenehmen Temperaturen auf den Höhen des Erzgebirges wurde mir dabei noch einmal ziemlich warm, dafür ersparte ich mir aber den Elberadweg.

Die langen Anstiege in das höchste Gebirge des Landkreises Sächsische Schweiz - Osterzgebirge waren und sind das perfekte Training für die großen Berge in den Alpen. Schöne Landschaft gibt's gratis dazu!

12. August 2026

Mittelalter in der Lausitz?

Das Tourenbild eines Strava-Sportfreunds erregte mein Interesse. Darauf waren etliche aus Backsteinziegeln gemauerter Vierertürme zu sehen, die mich sofort an mittelalterliche Donjons erinnerten. Was hatte es damit auf sich? Jedenfalls entstand ziemlich spontan die Idee, die Besichtigung der Bauwerke in Lauchhammer gleich mit einem weiteren Langen Kanten - dem nun schon sechsten in der aktuellen Saison - zu verbinden.

Die Wettervorhersage für den Dienstag versprach beste Bedingungen. Dennoch startete ich erneut vor Sonnenaufgang. Ich glaube, so viele Nacht- bzw. Morgendämmerungstouren wie in dieser Saison, sind bei mir bisher noch nie zusammengekommen. Weil es in nördliche Richtung ging, war das Streckenprofil aber sehr flach. Nur zu Beginn und später dann am Ende mußten ein paar Anstiege bewältigt werden, doch waren diesen natürlich nicht im mindesten mit denen zu vergleichen, welche ich mir noch eine Woche zuvor in den Alpen vorgenommen hatte.

Dementsprechend flott war ich unterwegs. Allmählich frischte zwar der Wind etwas aus nordwestlicher Richtung auf, doch dieser Gegenwind würde mich bald während der Rückfahrt zusätzlich schieben. Außerdem kühlte dieser Luftstrom wunderbar, ohne mich zu sehr auszubremsen. Bereits 11.30 Uhr erreichte ich die Sängerstadt Finsterwalde ("Wir sind die Sänger von Finsterwalde"), weshalb ich einen Extrazacken an meine geplante Strecke dranhing und noch Doberlug-Kirchhain mitnahm. Die Landstraßen in diesem Teil Brandenburges verliefen zwar des öfteren kilometerlang schnurgerade und boten auch sonst nicht viel (visuelle) Abwechslung, waren dafür aber zum "Meter machen" wie geschaffen. Radeln völlig frei von äußeren Reizen ... das darf auch mal sein.

Die Biotürme von Lauchhammer (Aufnahmeort)
Schließlich tauchten vor Lauchhammer rechts der Straße die erwähnten Türme auf. Sie wirkten auf mich recht eindrucksvoll. Gleich daneben gab es eine Art Freilichtgalerie mit Artefakten und Gerätschaften aus dem Bergbau. In dieser Gegend wurde ja einst ebenfalls im großen Stil Braunkohle im Tagebau gefördert. Eine Erklärung zu dieser industriellen Anlage habe ich vorort leider vergeblich gesucht, doch nach der Recherche in Wikipedia weiß ich nun über deren Zweck Bescheid. Mich wundert nur, daß sie bisher noch nicht als Filmkulisse für beispielsweise einen dystopischen Film entdeckt wurden ... Optisch machen sie echt 'was her!

Immer noch kam ich so schnell voran, daß ich bald danach mir eine 1,5-stündige Pause bei Freunden leisten konnte. Es gab viel zu erzählen, waren doch auch sie erst vor kurzem aus ihrem Urlaub auf dem Balkan zurückgekehrt.

Mittlerweile sanken die über den ganzen Tag sowieso immer erträglich gebliebenen Temperaturen und das Licht wurde am späten Nachmittag immer goldener. Für das letzte Viertel meines Langen Kantens genau die Bedingungen, die ich mir immer wünsche. Es wurde nicht nur eine sehr schöne Fahrt in den beginnenden Abend, ich konnte zudem nun auch tempomäßig eine weitere Schippe drauflegen. Selbst die wenigen Anstiege brachten mich nicht aus dem Takt. So locker habe ich lange nicht mehr eine solche Streckenlänge am Stück absolviert.

Eigentlich hätte ich noch stundenlang weiterfahren können, wäre dann aber irgendwann wieder in die Dunkelheit gekommen. Als sich meine allerbeste Sportfreundin kurzentschlossen für einen abendlichen Besuch ankündigte, war ich aber überhaupt nicht böse.

Erst um Mitternacht endete meine Schicht.