23. März 2025

Katapult

Am vergangenen Freitag meldete sich vormittags mein tschechischer Kamerad und fragte an, ob ich nach Arbeitsende Zeit und Lust für ein paar gemeinsame Kilometer auf Rädern hätte. Natürlich wollte ich sowieso fahren - deshalb trafen wir uns gegen Zwölf bei mir zuhause in Pirna.

Bei herrlichen Frühlingswetter starteten wir gleich ohne große Vorrede. Um Lád'a wegen möglicher Bummelei nicht unnötig lange warten zu lassen, ging es auf eine von mir speziell darauf angepaßte Tour. Das hieß: keine brutalen Rampen oder längere Anstiege über 5%, dafür jedoch lange, schnelle Abfahrten mit eher geringem Gefälle. Z.B. durch das Müglitztal von Schlottwitz bis Dohna oder durch das Bielatal von der Ottomühle nach Königstein. Bei letztgenannter Abfahrt war dann mein Begleiter freilich nicht mehr dabei, denn am Ortseingang Markersbach verabschiedete er sich auf dem Weg zur Grenze nach 68 km gemeinsamer Fahrt wieder von mir.

Wenn ich in Begleitung unterwegs bin, fordere ich mir immer ein höheres Tempo ab - nicht zuletzt aus dem oben genannten Grund. Körperlich ausgeruht, gab es dafür immer noch genügend Reserven. Am Ende des letzten langen Anstiegs - diesmal bis 14% Steigung, jedoch ohne Begleiter - standen immer noch 15,2 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit auf dem Navi. Nachdem ich mich zuvor aufgrund des zügigen Vorankommens entschlossen hatte, den ersten Feierabend-Hunderter zu fahren, stand daher bereits fest, daß ich alle meine Trainingsvorgaben erfüllen würde.

Bis zum Sonnenuntergang schaffte ich es noch auf dem Elberadweg bis hinter Königstein, nur für die letzten 8 km benötigte ich Beleuchtung - hauptsächlich, um gesehen zu werden. Rechtschaffen ausgearbeitet, wurde mein Freitagabend danach nur sehr kurz.

Auch der Sonnabend begann wieder mit einem klaren Himmel. Die Kühle des Morgens verbrachte ich aber zuhause. Nach der Hatz des Vortages wollte ich es ruhiger angehen. Eine lange Aufwärmrunde bis zum Dresdner Blauen Wunder sollte die Muskeln wieder geschmeidig machen und meine (Schulter-)Gelenke schonend auf größere Belastungen vorbereiten. Der erste größere Bergtest hinauf zum Barockgarten Großsedlitz (s. Track vom 22.03., km 29,8 - 31,2) offenbarte tatsächlich Formunterschiede zur vorangegangenen Tour, doch war das keine große Überraschung.

Mehr nervte mich an diesem Tag der stramme Ostwind, welcher selbst die eigentlich entspannte Fahrt auf dem Elberadweg von Pirna nach Königstein sowie später von Krippen zur Schmilkaer Fähre zu einer kräftezehrenden Angelegenheit machte. Im Verhältnis dazu war der lange Anstieg nach Cunnersdorf bestimmt nicht anstrengender, zumal man anschließend mit der schnellen Abfahrt nach Krippen belohnt wurde.

Auf dem Holzlagerplatzweg oberhalb von Schmilka
(Aufnahmeort)
Nach der Fährüberfahrt entschied ich mich unvermittelt für den Abstecher ins Ortszentrum von Schmilka. Hier bin ich lange nicht mehr hochgefahren, umso mehr überraschte mich die anhaltende Steilheit der erst gepflasterten, ab dem Ortsende dann asphaltierten Straße (s. Track vom 23.03., km 77,3 - 77,8). In der Spitze mögen es wohl mindesten 18% gewesen sein, und mir fiel es mental ziemlich schwer, unterwegs keine kurze Pause zum Verschnaufen einzulegen. Der Holzlagerplatzweg, auf dem ich oben nach links abbog, ermöglichte dann wegen des fast durchgängig schotterigen Untergrunds kein wesentlich höheres Tempo als Schrittgeschwindigkeit. Trotzdem würde ich die Aktion nicht als Fehlentscheidung bezeichnen, denn eigentlich ist es ein schönes Fleckchen Erde.

Auf dem weiteren Heimweg profitierte ich endlich vom Rückenwind, gleichwohl ich noch die letzte Rampe von Porschdorf in Richtung Waltersdorf überstehen mußte. Deshalb erreichte ich auch an diesem Tag meine Sollvorgaben, wenn auch bei weitem nicht so souverän, wie tags zuvor. Außerdem spürte ich deutliche Belastungserscheinungen, hauptsächlich muskulär. (Früher hätte man Muskelkater dazu gesagt ... 😉).

Die ursprünglich geplante Sonntagstour habe ich daher lieber gestrichen ...

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