5. November 2024

Spaziergänge für jedermann

An meinem arbeitsfreien Montag bin ich endlich wieder mal mit dem Rollstuhl im Elbsandsteingebirge unterwegs gewesen. Für den Tourismusverband Sächsische Schweiz teste ich ja barrierefreie Tourenvorschläge und Ausflugsziele in der Region, um sie später in dessen Tourenportal zu dokumentieren. Peggy vom Tourismusverband, meine Physiotherapeutin Ute und ich sind dabei inzwischen ein bewährtes Dreigespann - gestern verstärkt noch durch Olina, welche gerade das Praxissemester ihres touristischen Studiums absolviert.

Ursprünglich wollten wir zuerst zum Burchenbüchel bei Reinhardtsdorf, doch weil dort aufgrund des Hochnebels noch nicht einmal die Schrammsteine zu sehen waren, kehrten wir um und erkundeten zuerst die Zugänglichkeit des SonnenUhrenWegs in Krippen. Diese Tour ist eher ein Ortsrundgang, wobei es allerdins auch ein paar nette Ausblicke auf die Umgebung gibt. Als Nachmittagsspaziergang für Gäste mit Mobilitätseinschränkungen ist er jedenfalls durchaus empfehlenswert, zumal man hier auch individuell die Strecke zwischen den einzelnen Stationen (sprich: Standorten der Sonnenuhren) anpassen kann. Damit ist dieser Ausflug nicht nur für E-Rollifahrer geeignet, sondern auch für nicht so mobile Spaziergänger. Selbst bei feuchtem Wetter lassen sich die meist asphaltierten oder gepflasterten Wege gut befahren.

Sonnenuhr am Vereinshaus Krippen, mit Blick auf
die Elbe (Aufnahmeort)
Leider funktionierten bei unserer Begehung all diese astronomischen Zeitmesser nicht - ohne Sonne gibt es eben auch keinen Schatten. Trotzdem war es sehr unterhaltsam, denn auf den Hinweistafeln bei jeder Sonnenuhr gab es viel Wissenswertes sowie weitere interessante Informationen zu erfahren. Manche der Hilfsmittel zur Zeitmessung hätten wir ohne diese Erklärungen gar nicht als solche wahrgenommen, wie z.B. die zufällig perfekt ausgerichtete Hausecke, zu welcher die Meßmarken dann auf der Straße aufgemalt waren. Zwei Stunden haben wir für die Tour schließlich gebraucht, getreu dem Motto: "Gott schuf die Zeit, doch nicht die Eile". - Es lohnt sich auch für mich, bei Sonne noch einmal wiederzukommen.

In der Hoffnung auf nun bessere Sicht fuhren wir danach für den kurzen Abstecher zum Burchenbüchel erneut hinauf nach Reinhardtsdorf. Die Tour zu diesem schönen Rastplatz mit herrlicher Sicht auf die gegenüberliegenden Felsen oberhalb des Elbtals stellt (bis auf ein kurzes steileres Stück kurz nach dem Abzweig des Weges zur Aussicht von der Straße) ebenfalls keine besonders hohen konditionellen Anforderungen, sodaß aktive Rollifahrer hier auch ganz allein klar kommen dürften. Und im Handbike sowieso.

Zwar konnte wir nun die Schrammsteine mit dem Falkenstein erkennen, und auch bis zur Schmilkaer Felsenwelt reichte der Blick. Die Hoffnung auf ein bißchen Sonne erfüllte sich jedoch nicht. Aber ganz so schlimm war das für mich nicht, kenne ich doch dieses herrliche Fleckchen Erde schon von mehreren Besuchen. Außerdem hat der Ort auch bei solch trübem Novemberwetter - wenn die Nebel ziehen und gedämpfte Farben die Natur beherrschen - seinen Reiz. Am Rastplatz packten dann Peggy und Ute ihre mitgebrachte Verpflegung aus, sodaß keiner (mehr) hungern mußte. Noch ein kurzer Abstecher auf dem Weg, der als Sackgasse im Osten endete, dann wanderten wir leicht fröstelnd zurück zum Auto auf dem großen gebührenfreien Parkplatz in Reinhardtsdorf.

Bis wir nach der Autofahrt zuhause ankamen, war uns allen aber wieder warm.

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