21. November 2024

Doch noch!

Für den Buß- und Bettag, der in Sachsen ja immer noch arbeitsfrei ist, hatte ich mir angesichts der Wetterprognose überhaupt keinen Plan für irgendwelche Aktivitäten im Freien gemacht. Deshalb ließ ich mir morgens mehr Zeit als sonst und kümmerte mich danach zunächst um den Antrieb meines Gefährts. Reinigung von Kette und Kettenspanner haben mir schon mehrmals geholfen, wieder etwas schneller unterwegs zu sein.

Als es zu vorgerückter Stunde draußen immer noch ganz passabel aussah, packte ich dann aber doch noch meinen Krempel, um wenigstens ein paar Kilometer auf Rädern zurückzulegen. Mein Streckensoll für die Saison ist nämlich noch nicht erfüllt.

Bis zum Dresdner Blauen Wunder hatte ich immerhin mein erstes Wunschziel bzgl. der jährlichen Höhenmeterbilanz erreicht. Nun steht zwar die nächste Marke im Fokus, aber eigentlich brauche ich mir keinen Streß machen. Was kommt, kommt - und auf einen Winter mit endlich mal wieder viel und lange Schnee zum Skifahren freue ich mich auch schon. Unlängst habe ich mit Christiane unsere nächsten Aktionen auf Brettern besprochen, im Westerzgebirge gibt es dabei für mich noch einige Sehnsuchtsorte.

Blick von der Basteiaussicht nach Süden,
der markante Tafelberg links der Bildmitte ist
der Lilienstein (Aufnahmeort)
Gestern schien sogar mal längere Zeit die Sonne. Sobald mich auf der anderen Elbseite der kräftige Westwind nicht mehr störte, wurde es sogar relativ angenehm, obwohl mir den ganzen Tag über die Handschuhe nicht erspart blieben. Der Abstecher zur Basteiaussicht lohnte sich daher auch nicht nur wegen der guten Sicht. In der Nachsaison und darüber hinaus an einem für die meisten Deutschen normalen Arbeitstag ist hier nun wieder etwas mehr Platz.

Etwas unschlüssig war ich, ob ich noch bis Bad Schandau weiterfahren sollte. Schließlich ist die einzige Straßenbrücke über die Elbe zwischen Pirna und Tetschen (Děčín) ja nun schon seit ein etwa 14 Tagen bis mindestens zum Jahresende gesperrt, weswegen man nördlich der Elbe über die Berge zurückfahren muß, sofern man nicht eine der Elbfähren benutzen kann. Deren Zugänglichkeit mit dem Handbike hatte ich bisher aber noch nicht getestet.

Ich bin dann trotzdem dorthin gefahren. Die Straße unter der Elbbrücke hindurch wurde inzwischen wieder freigegeben, was mich hoffen ließ, daß auch der Elberadweg nach Königstein entlang des südlichen Flußufers wieder benutzt werden kann. Blieb also nur noch die Frage, wie ich an das andere Ufer komme. Ehe ich - bereits zu vorgerückter Stunde (also gegen 15.00 Uhr) - in der Stadt die Zugänglichkeit der Fähren auskundschaftete, fuhr ich lieber gleich weiter bis nach Schmilka. Tatsächlich war dort die Benutzung der Fähre (beim aktuellen Wasserstand der Elbe) für mich relativ problemlos möglich. Nur die sandsteingepflasterte Rampe auf der Bahnhofsseite erwies sich hinsichtlich ihrer Befahrbarkeit als grenzwertig. Prinzipiell ist sie zwar nicht unmöglich steil, doch durch Nässe und herabgefallenes Laub ziemlich schlüpfrig gewesen. Ich habe es jedoch allein zum Elberadweg hinauf geschafft, andernfalls helfen vielleicht Fahrgäste oder sogar der Fährmann mit Schieben.

Auf dem Rückweg wurde mit der Dämmerung auch das Wetter schlechter, denn nun kam Regen. Ich beeilte mich, es noch trocken bis Krippen zu schaffen und wartete dort die ersten Minuten mit Starkregen in einem Tunnel unter der Bahnstrecke ab. Zeit für meine Freßpause. Kurz nach Sonnenuntergang konnte ich schon nach einer Viertelstunde weiterfahren, und auch der kurzzeitig gesperrte Abschnitt des Elberadwegs war wieder frei. Bis Pirna kam zwar noch etwas Naß von oben, was mich zusammen mit Dunkelheit und Kälte mehr ausbremste, als mir bewußt wurde.

Zufrieden war ich nach dieser Tour trotzdem.

Keine Kommentare :