17. November 2024

Herbstmüde?

Viel Regen ist im Anmarsch,  und auch gestern blieb das Wetter hinter den Erwartungen zurück. Trotzdem war ich sowohl am Freitagnachmittag als auch am Sonnabend unterwegs, weil es in diesem Jahr eigentlich nur noch ungemütlicher werden kann.

Meine Feierabendrunde am 15.11. fiel allerdings erwartungsgemäß viel kürzer aus. Es war jedoch eine gute Gelegenheit, einige seltener befahrene Abschnitte in die Strecke einzubauen. Diese sind in der Regel "unlogische" Alternativen zu meinen sonst üblichen Strecken. Statt beispielsweise im Lockwitztal von Dresden nach Kreischa zu fahren, habe ich mich diesmal für die Anfahrt östlich oberhalb des Tals entschieden (s. Track vom 15.11., km 13,3 -22,4). Auch der Bahntrassenradweg der einstigen Windbergbahn von Possendorf nach Bugk (s. Track vom 15.11., km 27,7 -34,7)  gehörte dazu.

Der Rest der Tour an diesem Tag war Standard und führte mich mitten durch Dresden. Hierzu gehörte zwar viel Kraftverkehr, doch bewegte ich mich zu einem erheblichen Teil auf Radstreifen bzw. sogar von der Straße abgetrennten Radwegen. Für einen eingefleischten Straßenfahrer wie mich war / ist das kein Problem. Man muß halt nur auch für die Autofahrer mitdenken und natürlich auch die Straße nicht als Gelände betrachten, auf dem für Radfahrer keine Regeln gelten. Sich rechts an haltenden Autos oder gar dazwischen durchzumogeln, rote Ampeln zu ignorieren sowie Straßen, Fuß- und Radwege in falscher Richtung zu benutzen, ist für mich jedenfalls tabu. Sehr viele Unfälle gehen nämlich auf das Fehlverhalten von Radfahrern zurück. Wenn es kracht, ist dann das Geschrei groß ...

Auf den letzten Kilometern meiner Freitagstour kam ich trotz kurzer Strecke und gutem Tempo in die Dunkelheit. Beleuchtung gehört für mich zu dieser Jahreszeit aber zur Standardausrüstung, denn "Schwarzfahrer" sind für alle anderen Verkehrsteilnehmer ebenso eine Zumutung. Jeder auch autofahrende Radfahrer sollte das eigentlich wissen.

Am Sonnabend hatte sich mein Kamerad Lád'a noch einmal mit mir verabredet, um das Weihnachtsgeschenk für seine Enkelin, welches er an meine Adresse (Deutschland) schicken mußte, entgegenzunehmen. Natürlich haben wir das erneut für eine gemeinsame Tour genutzt. Aus dem angekündigten sonnigen Tag wurde jedoch nichts, und auch die Temperaturen blieben erheblich hinter der Prognose zurück. Außerdem kühlte uns stetig der mäßige Gegenwind aus, von dem ich den Eindruck hatte, daß er uns den ganzen Tag über entgegen blies.

Auf dem Bahntrassenradweg durch
das Schönfelder Hochland
- der
einzige sonnige Moment der Tour
(Aufnahmeort)
Wahrscheinlich lief auch mein Antrieb nicht ganz rund - jedenfalls blieb ich insgesamt ein wenig hinter meinen Sollvorgaben zurück. Mein tschechischer Kamerad mußte diesmal daher mit mir noch ein wenig geduldiger, als sonst üblich, sein. Das schien ihm aber nichts auszumachen, im Gegenteil: als ich vorschlug, doch seine Runde etwas abzukürzen, weil er noch den langen Heimweg über den Erzgebirgkamm nach Kulm (Chlumec) vor sich hatte, blieb er dennoch an meiner Seite. (Am Ende konnte er 180 km und 1850 Hm abrechnen.)

Um ihn nicht zusätzlich aufzuhalten, sparte ich mir die eigene Freßpause, doch ohne Essen und Trinken nur mit zwei Stückchen Traubenzucker über den Tag zu kommen, ist selbst für mich nicht unbedingt leistungsfördernd. Am Ende zählte ich nur noch die restlichen Kilometer auf dem Elberadweg herunter und war froh, als ich endlich zuhause ankam.

Der kommende Regen liefert mir nun einen guten Grund für einen Ruhetag. - Mein Gewissen ist rein ... 😁

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