5. März 2024

Zwiebel schälen

Einen Moment hatte ich gestern überlegt, mir für meine Montagstour noch einmal die hohen Winterschuhe anzuziehen. Wie schon vor einer Woche begann der Tag nämlich sehr kalt. Doch war ich Optimist: bei dem angekündigten Wetter würde ich bald keine warmen Schuhe und lange Unterhosen mehr brauchen. Nur um die Handschuhe kam ich ich beim Start nicht herum.

Auf abwechslungsreicher und nicht zu anspruchsvoller Strecke war ich zunächst nördlich der Elbe unterwegs. Noch vor 9.00 Uhr fielen dabei die ersten Hüllen: meine Mütze ersetzte ich durch ein Kopftuch, auch die Handschuhe verschwanden im Rucksack. Bei durchgängig guten Untergrundbedingungen und viel Sonne freute ich mich einfach nur am Vorwärtskommen. Mehrere Streckenabschnitte wurden inzwischen sogar neu asphaltiert. Das betrifft die Straße von Porschendorf nach Dürrröhrsdorf (s. Track vom 04.03., km 9,7 - 11,5), den Abschnitt beidseits des Polenztals in Höhe der Bockmühle und durch Cunnersdorf (km 22,4 - 26,9) sowie die Abfahrt von Saupsdorf ins Polenztal (km 44,8 - 46,6).

Eigentlich hatte ich ja an diesem Tag auch deshalb meine Tour über die Bockmühle im Polenztal gelegt, weil sich dort die bekannten sogenannten Märzenbecherwiesen befinden und diese Frühblüher nun in voller Blüte stehen müßten. Statt eines weißen Blütenteppichs überwog aber das Grün. - War ich zu früh oder zu spät?

Für die Rückkehr ins Elbtal wählte ich das Kirnitzschtal. Die gewundene Straße durch dieses einst (d.h., vor der Vernichtung des Waldes durch den Borkenkäfer sowie den Waldbrand mit nachfolgender großflächiger Abholzung) romantische Tal ist in dieser Gegend oft meine erste Wahl, um entspannt nach Bad Schandau zu gelangen. Derzeit erfolgt dort jedoch die Verlegung von Kabeln, was Bauarbeiten auf einer Fahrspur der Straße zur Folge hat. Dafür sperrt man die betroffenen Abschnitte jedoch nicht für den Kraftverkehr, wohl aber für Radfahrer. Im Prinzip ist davon das gesamte Teilstück der Kirnitzschtalstraße zwischen dem Abzweig der Straßen nach Ottendorf (welche übrigens gegenwärtig ebenso komplett gesperrt ist) und dem Kirnitzschtalbahndepot betroffen (s. Track vom 04.03., km 49,4 - 60,5). Natürlich habe ich das ausdrücklich mit den entsprechenden Schildern gekennzeichnete Verbot ignoriert, denn wochentags herrscht um diese Zeit auf dieser Strecke nur sehr wenig Verkehr. Die Polizisten, die mich kurz zuvor in ihrem Auto überholt hatten und die ich später während ihrer Inspektion mitten in einer der Baustellen passierte, nahmen das erfeulicherweise ebenfalls gelassen und ließen mich unbehelligt.

Südlich vom Elbtal kamen dann zwar die längsten Anstiege, dagegen war diese Gegend aber noch verkehrsärmer. Bevor es endgültig bergauf ging, fiel am Ortsausgang von Krippen die letzte Hülle des Tages, meine Radjacke. Obenherum trug ich nun nur noch mein langes Funktionsunterhemd und den obligatorischen Nierengurt. Solcherart gelüftet, konnte ich umso zügiger aufwärtsklettern, ohne daß mir der Schweiß von der Stirn rann. Das war gleich ein ganz anderes Fahren!

Rosenthal im Frühling (Aufnahmeort)
Etwas später nahm ich von Cunnersdorf aus diesmal einen direkteren Weg nach Rosenthal - nicht über die öffentlichen Straßen in Richtung Königstein und durch das Bielatal - sondern auf einem der einsamen asphaltierten Radwege, die von dort südwärts führen. Auch das letzte, Mathens Hohlweg genannte, Steilstück ist mittlerweile bestens aphaltiert und bot sich somit nachgerade als kürzeste Streckenalternative an (s. Track vom 04.03., km 80,9 - 82,5).

Nach zwei langen Abfahrten, die nur durch den kurzen Gegenanstieg bei Hermsdorf unterbrochen wurden, erreichte ich Pirna schon zu Beginn der dritten Nachmittagsstunde. Bei solch einem sonnigen Frühlingswetter mit inzwischen 16°C Lufttemperatur die Tour schon zu beenden, wäre beinahe sträflich gewesen. Also hängte ich noch eine knapp 20 km lange, weitgehend flache Extrarunde dran, bevor ich schließlich 15.30 Uhr zuhause einrollte.

An diesem Tag paßte alles!

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