Bei nahezu optimalen Bedingungen eröffnete der erste 200er im Jahr 2010 im wahrsten Sinne des Wortes neue Horizonte. Über den vielbefahrenen Nollendorfer Paß (Nakléřov) führte die Strecke durch Tetschen (Děčín) und das Tal des Polzen (Ploučnice) weiter bis Böhmisch Leipa (Česká Lípa). Dort fuhr ich unbeabsichtigt einen kleinen Umweg auf einem sehr schönen Radweg am Polzen, bis ich dann nach Reichstadt (Zákupy) abbog. Von da aus war es nicht mehr weit bis zum Ziel der Fahrt, dem Betgraben (Modlivý důl) bei Schwoika (Svojkov).
Im Ort wollte ich erkunden, ob die Felsenkapelle für mich im Rollstuhl zu erreichen ist.

Auf der anderen Straßenseite - gegenüber der Mündung des Weges zum Betgraben - befindet sich übrigens in Sichweite die Felsenburg Schwoika. Diese kann man als Rollifahrer wahrscheinlich ebenfalls mit viel Unterstützung erreichen. Das konnte ich jedoch nicht auskundschaften, denn die Zeit war dafür zu knapp.
Die unweit gelegene Felsenburg in Bürgstein (Sloup v Č.) ist für Rollifahrer allerdings nicht zu besteigen. Doch auch von unten ist dieses Bauwerk durchaus eindrucksvoll. Ihr Anblick war mir von früheren Zeiten noch gut in Erinnerung.
Über Haida (Nový Bor), Böhmisch Kamnitz (Česká Kamenice), am Kaltenberg (Studenec) vorbei rollte ich mit fortschreitender Zeit nach Kreibitz (Chřibská). Dort entschied ich mich, meine Strecke anzupassen und weiter zu den Balzhütten (Tokáň) zu fahren. Im Kirnitzschtal erreichte ich wieder deutsches Hoheitsgebiet. Mit Beginn der Dämmerung mußte ich nur noch das Elbtal von Bad Schandau nach Pirna fahren. - Ich hatte das Tageslicht optimal ausgenutzt.
Den Sonntag bin ich dann etwas ruhiger angegangen. Schließlich geht so eine lange Tour mit ca. 2200 Hm auch nicht spurlos an mir vorbei. Ich hatte mich mit Susi und Phil zu einer gemeinsamen Radtour oberhalb von Rosenthal verabredet.

Von der Schneeberger Straße fuhren wir dann rund um den Hohen Schneeberg und am Neustallsteich (Vlčí jezero) vorbei wieder zurück nach Sachsen. Über Fuchsteich und Cunnersdorf rollte es anschließend bis Königstein mehr als 20km bergab. Die Heimfahrt auf dem Elbradweg unterbrach ich nur für einen Kurzbesuch bei meinem Bruder, der in Rathen in der Unfallhilfsstelle der Bergwacht Sachsen (ehrenamtlichen) Wochenenddienst schob.
Es war ein tolles Wochenende. Heute aber habe ich Pudding in den Armen...
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