7. April 2026

Schmetterling über Ostern

Der erste Härtetest der noch jungen Radsportsaison liegt hinter mir. An den vergangenen vier Tagen habe ich auf 4 Touren 450 km zurückgelegt und dabei außerdem 4360 Hm bewältigt. Für den Anfang ist das durchaus akzeptabel, zumal ich mit 15,3 km/h auch meine Anforderung hinsichtlich der Durchschnittsgeschwindigkeit erreichen konnte.

Leider gab es am ersten Tag auch eine unangenehme Überraschung. Nach der Wartung in der Karwoche rollt mein Gefährt zwar wieder wie am Schnürchen, doch dafür habe ich ein neues Problem entdeckt. An der Gabel meines Handbikes ist ein Riß an einer Befestigung entstanden, der demnächst einen Austausch erforderlich machen wird. Das größte Problem sind dabei für mich nicht die Kosten, sondern die Schwierigkeiten der Ersatzbeschaffung. Dieses wichtigste Teil eines solchen Sportgeräts ist nämlich nahezu kundenspezifisch dimensioniert, weshalb ich vermute, daß das Teil beim Hersteller eben mal nicht einfach so vorrätig ist. Inzwischen habe ich auch einen Tip für eine mögliche Alternative von einem anderen Handbiker erhalten - mal sehen, wie ich das alles eintakten kann. Für die nächste Zeit muß die Gabel aber noch durchhalten, sonst ist die Saison für mich gelaufen, bevor sie so richtig begonnen hat. Immerhin scheint das Problem schon längere Zeit zu bestehen, jedenfalls nach den Symptomen zu urteilen.

Erstes Grün auf dem Weg von Possendorf zur
Babisnauer Pappel (Aufnahmeort)
Das Wetter war mir über Ostern aber durchaus wohlgesonnen. Zwar mußte ich auf meiner zweiten Tour in Wilschdorf nördlich von Dresden rund 50 Minuten vor einer Bäckerei unter einem Sonnenschirm ausharren, weil ein stetig weiter anwachsendes Regengebiet seine Schleusen geöffnet hatte. Doch blieb das die einzige Schlechtwetter-Episode, auch wenn mir der stramme Nordwestwind vor allem am Ostersonntag und -montag auf der Heimfahrt das Leben schwer machte. Inzwischen färbt die erste Sonnenbräune mein Gesicht.

Außerdem erlebte ich am Sonntag die sorbischen Osterreiter in Wendischbaselitz geradezu hautnah. Ich hatte nämlich die Gegebenheiten bei der Prozession unterschätzt und mich mit meinem Handbike bei meinem zweiten Zwischenstop zunächst viel zu dicht am Straßenrand positioniert. Als die Reiter mit ihren Pferden dann (mir entgegenkommend) vorüberzogen, fehlte manchmal nicht mehr als ein halber Meter zwischen mir und den Pferdebeinen. Die Pferde standen aufgrund des Umzugs sowie der vielen Menschenmassen sowieso schon erheblich unter Streß, und nicht jeder Vierbeiner blieb gelassen. Einmal schlug ein (ansonsten ruhig scheinendes) Pferd mehrmals neben mir mit dem linken Hinterlauf aus - das hätte für mich bzw. mein Handbike auch übel ausgehen können. Trotzdem konnte ich mich nicht so einfach zurückziehen, denn diese Bewegung in ihrer unmittelbaren Nähe wäre wahrscheinlich erst recht nicht gut bei den Tieren angekommen. Wenigstens hielt ich meine im Wind flatternde Signalfahne fest, die nun nicht mehr die Vierbeiner ängstigte. Sobald dann mal eine Lücke im Prozessionszug kam, suchte ich mit Unterstützung einer Zuschauerin schleunigst einen sicheren Platz weiter weg vom Geschehen auf. Diese Prozession war unvermutet auch für mich ziemlich nervenaufreibend geworden.

Zum Abschluß meiner Radel-Ostern fuhr ich gestern über den Höhenzug des südlichen Elbsandsteingebirges ins Böhmische. Ich hatte nämlich festgestellt, daß die drei Touren zuvor auf der Karte wie drei Flügel eines Schmetterlings mit dem Körper bzw. Zentrum in Pirna aussahen. Nun fehlte nur noch der rechte hintere Flügel, also eine Tour in Richtung Südosten. Obwohl ich konditionell nicht mehr ganz frisch war, raffte ich mich deshalb zu dieser Abschlußaktion des langen Sportwochenendes auf, bei welcher die letzten 40 km im Elbtal wegen des stürmischen Gegenwindes die größte Herausforderung wurden.

Sobald es am Morgen etwas wärmer wird, bin ich nun endlich auch für längere Touren bereit.