15. Juni 2015

Die "gute" alte Zeit

Wegen des bei sommerlichen Temperaturen teils kräftigen Regens der vergangenen Tage mußte ich im am Wochenende auf schwülwarme Witterungsbedingungen einstellen. Die hohe Luftfeuchte ist am Morgen am besten zu ertragen, danach kühlt nur noch der Fahrtwind bei entsprechender Geschwindigkeit.

Am angenehmsten ist es derzeit in den Wäldern und Schluchten. Deshalb habe ich mich am Sonnabend nach der Elbtalpassage in den böhmischen Teil des Elbsandsteingebirges und den Ausläufern des Lausitzer Berglands verkrümelt. Die Steilrampe von Dittersbach (Jetřichovice) nach Rennersdorf (Rynartice) bringt das Blut zwar ordentlich in Wallung, um so schöner fährt es sich dann aber zwischen Niederkreibitz (Dolní Chřibská) und Daubitz (Doubice) (s. Track vom 13.06., km 52,2 - 56,2). Nur schade, daß sich inzwischen die Straße zwischen Ortsausgang Daubitz bis zum Ortseingang Khaa (Kyjov) als ein beinahe nicht mehr fahrbarer Flickenteppich präsentiert, der den Genuß auf dem gesamten Abschnitt erheblich schmälert.

Das wurde nur durch die 2,5 km lange Radtrasse von Lobendau (Lobendava) nach Langburkersdorf  zur deutschen Grenze (s. Track vom 13.06., km 83,2 - 85,7) unterboten. Die nahezu optimale Direktverbindung muß größtenteils im Schrittempo befahren werden, denn es geht über groben Schotter und schlechte Waldwege. Dafür braucht man unbedingt robuste Bereifung!

Teilweise etwas seltsam mutet für uns Deutsche das Hobby einiger Tschechen an. Bei meinem Anstieg aus Alt Ehrenberg (Staré Křečany) kam mir eine lange Kolonne von alten Militärjeeps und -motorrädern sowie Truppentransportern entgegen. Unsere östlichen Nachbarn scheinen ein Faible für diese Art von Geschichtspflege zu haben. Da trifft man dann - wie dieses Mal auch - sogar erwachsene Männer, die mit Repliken von altem Kriegsgerät bzw. Holzgewehren unterwegs sind. Das erstaunlichste daran: Auf den Köpfen sitzt nicht selten ein Stahlhelm der Deutschen Wehrmacht, also der Truppen des ehemaligen Feindes. An die Zeit zwischen 1938 und 1945 hat vermutlich kein Tscheche gute Erinnerungen.

Blick zum Gamrig, im Hintergrund links der Lilienstein
Sonntags ließ ich es dann wieder gemütlicher angehen. Ins Schwitzen bin ich zwar trotzdem gekommen, doch dieses Mal blieb die Hose wenigstens trocken. Das klingt schon verrückt, aber es ist tatsächlich so, daß der Schweiß, der nicht verdunsten und den das Radtrikot nicht mehr aufnehmen kann, dann in die benachbarten Kleidungsstücke (Hose und darunter) sickert. Eine nasse Hose bekommt man sonst nur bei gewissen Unfällen ...

Für ein Foto zum Eintrag habe ich auf der Ziegenrückenstraße zwischen Hocksteinschänke und Waltersdorf noch einen kurzen Zwischenstop eingelegt. Leider wächst dieser Aussichtspunkt immer mehr zu. Vor ein paar Jahren war der Blick noch viel freier.

Track der Handbiketour vom 13.06.2015
Track der Handbiketour vom 14.06.2015

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