22. Februar 2026

Zehn der vierzehn Berge

Am Freitag, dem schönsten Tag der vergangenen Woche mit darüberhinaus perfekten Wintersportbedingungen war ich leider verhindert, doch vor dem großen Wärme- und Schlechtwettereinbruch konnte ich dafür sonnabends noch einmal mit Christiane auf Skitour gehen.

Exponiert ganz oben auf dem Kleinen Lugstein,
an der oberen Kante der Schneefläche nahe der
Sichtgrenze verläuft die KLM (Aufnahmeort)
Ursprünglich wollten wir von Altenberg aus westwärts. Auf dem Weg zur KLM (Krušnohorská lyžařská magistrála) kam mir allerdings schon bald in den Sinn, daß man ja die Gelegenheit für einen Abstecher zum Kleinen Lugstein nutzen könnte, einem der 14 Achttausender des Osterzgebirges. Knapp sechs Wochen zuvor hatte ich mich bereits mit meinen Freunden mit erheblichen Aufwand zum Großen Lugstein gekämpft, oder vielmehr: sie sich mit mir. Der Zugang zum knapp drei Meter niedrigeren kleinen Bruder verlief nun jedoch wesentlich entspannter, denn der Schnee war inzwischen von etlichen Besuchern festgetreten worden. Christiane bugsierte mich im Schlitten sogar noch ganz auf den Gipfel hinauf, sodaß ich von oben über die Bäume hinweg in der Ferne die Skimagistrale erkennen konnte.

Beim Rückweg zur gespurten Loipe schlug meine Sportfreundin dann vor, doch ebenfalls an diesem Tag mit der Traugotthöhe bei Fürstenau einen weiteren Achttausender zu erklimmen. Diese Bergkuppe ist für mich tatsächlich noch schlechter erreichbar - ganz allein ohne Hilfe vermutlich gar nicht, weil selbst in der schneefreien Zeit nur ein steiler Pfad auf den Gipfel führt. Aufgrund der aktuellen Schneebedingungen sahen unsere Chancen aber gar nicht so schlecht aus. Bei der relativ geringen Untergrundauflage von dichtem Pappschnee konnte ich mich nämlich auch im weglosen Gelände abseits der Pisten einigermaßen stabil im Schlitten senkrecht halten.

Auf der Traugotthöhe (Aufnahmeort)
Freilich blieb der Anmarsch zum und Rückweg vom höchsten Punkt trotzdem eine kraftraubende und zeitaufwendige Aktion mit Expeditionscharakter, doch konnte ich damit nun nach dem neunten auch gleich den zehnten Achttausender in meine Gipfelsammlung aufnehmen.

Sobald wir wieder die gespurte Loipe erreicht und bei dieser Gelegenheit auch die Quelle der Müglitz (die tschechisch Mohelnice heißt) passiert hatten, fuhren wir anschließend bis kurz vor den Mückenberg (Komáří hůrka) mit dem Mückentürmchen (Komáří vížka). Der Blick von dort nach Süden hinüber zum Böhmischen Mittelgebirge war mindestens genauso eindrucksvoll wie die Aussicht vom Kreuz unterhalb des Wolfsbergs (Vlčí hora) bei Langewiese (Dlouhá Louka).

Den Abstecher auf einen dritten Achttausender, nämlich den Fuchshübel nahe Zinnwald, mußten wir am Sonnabend schließlich vertagen. Zwar wagten wir zunächst den Versuch, stellten aber nach der schwierigen Fahrt über die ungespurten Schneeflächen oberhalb der Kirche von Böhmisch Zinnwald (Cínovec) fest, daß wir den verbleibenden Hin-, Rück- sowie Heimweg zum Parkplatz vor dem Sonnenuntergang wohl nicht mehr schaffen würden. Für mich war das jedoch überhaupt kein Drama, hatte ich doch schon mit den beiden vorher bewältigten Gipfeln tolle Tourenziele abgehakt. Dafür bat ich mir lieber noch einen Kurzbesuch auf dem Kahleberg aus.

Vielleicht war es das letzte Mal in dieser Wintersportsaison, daß wir dort oben auf Brettern standen.

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