5. Januar 2020

Kaltwäsche

Da hat es mich nach langer Zeit also wieder mal so richtig erwischt! Noch am Morgen war auf dem Niederschlagsrader weit und breit kein Blau zu sehen. Deshalb ignorierte ich am Sonnabend sämtliche Wetterprognosen, die Regen vorhersagten, und startete zur nächsten Tour. Es ging in das nördliche Umland von Dresden - ein Gebiet, wo weder steile Berge noch überhaupt große Höhenunterschiede zu erwarten sind. Genau das richtige für eine lockere Einfahrtour zum Jahresbeginn.

Auf dem Rastplatz in Grünberg ist eine sogenannte Ochsenbude
zu sehen. Mit Hilfe dieses Geräts wurden durch den Hufschmied
Ochsen und Kühe beschlagen. (Aufnahmeort)
Und so rollte es dann auch, lediglich beim Anstieg aus dem Dresdener Elbtal durch die Heide in Richtung Radeberg perlte etwas Schweiß von der Stirn. Im Laufe des Vormittags dehnte ich meine Runde immer weiter aus, dabei immer den Himmel über mir im Blick. Doch mehrmals zeichnete sich sogar das Sonnenrund hinter den Wolken ab. Schließlich fuhr ich ab Ottendorf-Okrilla noch die sieben Kilometer auf der B97 bis nach Laußnitz, eine Strecke, die ich - ähnlich wie die Straße durch die Dresdener Heide - wegen des Verkehrs nur selten nutze. Aber gestern war auf beiden Straßen weniger als sonst los.

Kurz nach dem Wendepunkt bekam ich hin und wieder ein paar Spritzer von oben ab, doch erst am Ortsausgang von Großnaundorf hatte ich endlich ausreichenden Empfang, um das Regenradar auf meinem Smartphone zu konsultieren. Es sah überhaupt nicht gut aus! Von Norden her näherten sich in einem atemberaubenden Tempo große zusammenhängende Niederschlagsgebiete mit kräftigem Regen. Allerdings hoffte ich zunächst, daß ich mich irgendwie zwischen den Regenwolken durchschummeln könne. Bis Bischofswerda kam ich auch einigermaßen gut durch. Danach wurde es jedoch naß. Nachdem ich während eines kurzen Zwischenstops hinter Putzkau mir noch einmal das Regenradar angeschaut hatte, wußte ich, was nun kommen würde.

So war es dann auch. Es folgte eine vierzig Kilometer lange Regenfahrt bei ca. 5°C mit sehr kräftigen Westwind, gegen den ich mich nun zusätzlich stemmen mußte. Nicht besonders angenehm. Allerdings hatte ich den Eindruck (oder redete ich es mir nur ein?), daß der Regen gar nicht so stark war. Im Radar sah es jedenfalls schlimmer aus. 2½ Stunden reichten schließlich aber aus, um komplett durchgeweicht zu werden. Wenigstens für die Hände gab es Schonung, denn in Langenwolmsdorf ersetzte ich endlich die tropfnassen Handschuhe durch das glücklicherweise mitgenommene dickere Ersatzpaar. Man glaubt gar nicht, wie angenehm und damit positiv für die Moral sich solch ein kleines Detail auswirken kann! Aber so blieben mir viele Kilometer mit kälteschmerzenden Händen erspart. Das Auskühlen des Körpers aufgrund der Nässe hatte ich ja durch die ständige Bewegung einigermaßen im Griff.

Endlich zuhause, ging es nach dem Ausräumen des Tourengepäcks und Aufhängen der tropfnassen Sachen erstmal in die Badewanne. Warmes Wasser, mehrmals durch noch heißeres ersetzt, ist ein Luxus, der mir in dieser Form nur zuhause zur Verfügung steht und den ich nach solchen Tagen besonders genieße.

Weil heute morgen meine Radsachen immer noch nicht vollständig trocken waren, bin ich gar nicht erst losgefahren. Außerdem muß sicher auch der Schaumstoff von Sitz und Rückenlehne noch weiter abtrocknen.

Bis morgen.

Track der Handbiketour vom 04.01.2020

1 Kommentar :

Láďa hat gesagt…

Cold and wet... you are a very brave man! 😲