26. Januar 2026

Sportmix

Manchmal ändert sich die Wochenendplanung ziemlich unvermittelt. Noch am Freitag war ich mir ganz sicher, daß ein weiteres wintersportfreies Wochenende vor mir lag. Daher freute ich mich, daß mein tschechischer Kamerad eine gemeinsame Radtour vorschlug. Wir waren nun auch schon eine Weile nicht mehr gemeinsam unterwegs, das miese Wetter und andere Verpflichtungen gaben es einfach nicht her.

Auf der ca. 300 m langen 12%-Rampe im
Tiefen Grund (Aufnahmeort)
Am Sonnabend trafen wir uns also gegen 10.30 Uhr in Bad Schandau. Weil wir nicht einfach nur im Elbtal fahren wollten, mußten wir nun erstmal klettern. Prinzipiell war das zwar kein Problem, doch bei diesem kalten Wetter wäre durchweg flacheres Gelände eigentlich besser gewesen, um Lád'a wegen meines wesentlich geringeren Tempos am Berg nicht allzu stark auszubremsen. Er sah das jedoch locker, und nach dem 230 Hm-Anstieg durch den Tiefen Grund in Richtung Hohnstein lag ja schließlich dann auch der größte Zeitfresser hinter uns.

Leider waren die schönen Radwege am Ende des großen Anstiegs alle vereist, sodaß wir schließlich den bergigeren Umweg über Lohsdof und Ehrenberg nehmen mußten, bevor wir an der Bockmühle das Polenztal durchquerten. Dann ging es aber meist nur noch bergab, obwohl ich in Pirna-Jessen bereits mein Höhenmetersoll fast erreicht hatte. Hier trennten wir uns. Während mein Begleiter nun ab Pirna über den Elberadweg zurück fuhr, hängte ich nach der Einfahrrunde zu Beginn der Tour schließlich noch für den nun möglichen Hunderter den Abstecher bis Niederpoyritz an.

Vermutlich dank Lád'a habe ich endlich auch wieder mal meine Wunschdurchschnittsgeschwindigkeit erreicht, trotz der Temperaturen nahe des Gefrierpunkts.

Als ich abends dann die Bilder meiner Sportfreunde vom Skifahren sah, fragte ich bei ihnen an, ob ich mich nicht am nächsten Tag kurzentschlossen am Ausflug nach Langewiese (Dlouhá Louka) beteiligen könnte. Denn im Osterzgebirge schien - zumindest regional - immer noch sehr viel Schnee zu liegen. Frostig war es dort bis auf ein kurzes Intermezzo sowieso geblieben.

Ich konnte, und als Christiane mir am Sonntagmorgen kurzfristig doch eine gemeinsame Ausfahrt auf Skiern anbot, zögerte ich nicht. Wir waren dann auch schon abfahrbereit, als die Sportfreunde in Holzhau eintrafen. Altschnee mit etlichen fast schneefreien Stellen zwangen zwar meine Sportfreundin anfangs zu einem kurzen Fußmarsch mit mir im Schlepp, doch zum Touristengrenzübergang Battleck hin wurde der Untergrund immer besser. Da gab es kein Halten mehr für meine Tandem-Erste!

Nach einigen kurzen Graspassagen wurde die sogenannte Waldrandloipe immer besser. Eine perfekt präparierte Piste, feste, jedoch nicht vereiste Spuren und das nur leicht wellige Profil begeisterten nicht nur mich auf Anhieb. Dieser knapp 8 km lange Abschnitt (s. Track vom 25.01., km 1,9 - 9,8) ist eine echte Empfehlung, und seitdem die Loipe wenigstens z.T. in der Winterkarte von Mapy.cz eingezeichnet wurde, herrscht hier wesentlich mehr Betrieb als noch im vergangenen Jahr.

Nahe des ehemaligen Ortes Willersdorf
(Vilejšov)
, von dem außer diesem Kreuz
und ein paar Grundmauern nichts mehr
mehr erhalten ist (Aufnahmeort)
Die im Winter als Loipe freigegebene Straße nach Langewiese war jedenfalls bei weitem nicht mehr so schön zu befahren, zumal Sonne und Wind mancherorts bereits die alte Asphaltdecke freigelegt hatten. Die richtige Schwerstarbeit für Christiane und mich kam jedoch erst noch. Als Alternative zum Rückweg auf der gleichen Strecke entschieden wir uns nämlich für einen Haken in Richtung Dreiherrenstein (Vrch tří pánů). Der Verbindungsweg zurück zur bereits befahrenen Straße (s. Track vom 25.01., km 23,4 - 25,3) entpuppte sich jedoch als inzwischen von Forstfahrzeugen schwer in Mitleidenschaft gezogene Strecke, auf welcher jeder Meter vorwärts ein Kampf mit dem umgeackerten Untergrund bedeutete. Nach einer knappen dreiviertel Stunde mit häufigem Schneekontakt hatten wir es endlich geschafft. Froh, wieder auf ebener Strecke zu fahren, ging es nun flott voran. Bald erreichten uns endlich auch die anderen Sportfreunde, mit denen wir danach in entspannter Runde zurück zum Auto fuhren.

Nach vier gemeinsamen Kilometern folgte dann der Schreckmoment: mein Rucksack war weg! Vermutlich hatte ich ihn genau auf der vorangegangenen Skisafari verloren, jedenfalls hoffte ich das. Christiane stürmte zur Suche sofort los, währenddessen Carsten auf den letzte Kilometern zum Ziel die Führung im Skitandem übernahm. Es waren bange Minuten auf dem Rückweg, vor allem wegen des Verlusts meiner Brieftasche mit wichtigen und aber auch weniger oft benötigten Dingen, die ich bisher immer komplett mit mir führe (Ausweise, Führerschein, Krankenkassenkarte, Girokarte .... ).

Als Christiane sich schließlich mit einem Bild des gefundenen Rucksacks meldete, hätte ich vor Freude darüber in die Luft hüpfen wollen. Der Tag war gerettet, und die Zeit, bis meine Sportfreundin wieder bei mir am Auto eintraf, verging beinahe wie im Fluge. Zukünftig werde ich trotz des glimpflichen Ausgangs einiges anders organisieren.

Das soll mir nicht noch einmal passieren!

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