Kurz vor Fünf eröffnete ich den Kampf um den Berg. Er gewährte mir keine Gnade, sondern empfing mich sofort mit langen, steilen Passagen. Aber ich kam gut durch! Dennoch schaute ich mich schon nach Möglichkeiten zum Nachtanken meiner Flüssigkeitsvorräte um. Etwa in halber Höhe sah es diesbezüglich ganz gut aus, doch floß kein Wasser aus dem Brunnen. Dafür betrat die Straße gerade ein Mann, der mit Hund zu seinen Morgenspaziergang aufbrach. Den bat ich um Nachschub. Er füllte nicht nur meine Trinkflasche, sondern brachte mir sogar noch eine weitere Flasche Mineralwasser. Wir kamen ins Gespräch, und bevor ich schließlich weiterfuhr, lud mich Peter ein, doch noch mal auf dem Rückweg bei ihm anzuhalten.
Über diese Begegnung freute ich mich sehr. Zusätzlich motiviert, verweilte ich während des Anstiegs gedanklich noch lange bei diesem unerwarteten Treffen. Das sind diese besonderen Erlebnisse, welche meine Reisen oftmals bereichern!
Mit zunehmender Höhe und bei anhaltender Steilheit mußte ich nun öfters mal kurze Verschnaufpausen einlegen. Glücklicherweise war ich aber bereits so weit oben, daß mich die Hitze, welche sich inzwischen allmählich ausbreitete, nicht mehr erreichte. Das härteste Stück erwartete mich schließlich nach dem Ende der öffentlichen Straße am Skizentrum Koralpe. Ein schmales, asphaltiertes Band zog auf den letzten vier Kilometer steil gen Himmel. Die tiefen Kratzspuren der Pistenfahrzeuge auf dem Belag machten unmißverständlich klar, für wen diese Zufahrt eigentlich gedacht war. 480 Hm auf 4,2 km. Ich änderte deshalb meinen Klettermodus und arbeite mich nun nur noch meterweise aufwärts. Es zählte nicht das Tempo oder flüssiges Vorankommen, nein, das Erreichen des Gipfels hatte höchste Priorität.
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| Panorama vom Großen Speikkogel nach Südwesten, rechts eine der beiden Kuppeln der Goldhaube (Aufnahmeort) |
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| Peter, Regina und Sunny |
Über den Lavantradweg, den ich für die Heimfahrt nutzte, gibt es schließlich nur wenig zu berichten. Durchgängig asphaltiert, gut ausgeschildert und bis kurz vor dem Ende in Lavamünd durchgängig ohne Anstiege, hielt er genau das, was ich mir von ihm versprochen hatte: ein entspanntes Rollen auf den letzten Kilometern, bei dem sich auch die erneut bis 33°C hohen Temperaturen ertragen ließen. Um drei war alles vorbei.
Diese vermeintlich vergessene Grenzregion von Kärnten ist für mich bereits jetzt DIE (positive) Überraschung meines diesjährigen Sommerurlaubs in den Alpen. Hier habe ich mich sehr wohlgefühlt, und der Hauptgrund dafür waren die Menschen, denen ich begegnet bin.
Auf dem Campingplatz und unterwegs auf meinen Touren.


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