7. September 2020

Entfesselt

Es sind offensichtlich nicht nur die für meine Handbiketouren angenehmen Temperaturen, die mich seit ca. 3 Wochen schneller vorankommen lassen. Nach dem Wechsel der Bremsscheibe und der Bremsbeläge hatte ich beim Test nach der Montage bereits den Eindruck, daß das Vorderrad meines Handbikes nun wesentlich wesentlich freier dreht.

Zur ersten Wochenendtour startete ich diesmal noch halb in der Nacht. Ab Mittags sollte es regnen, und ich wollte partout nicht naß werden, sondern vorher zurück sein. Normalerweise wäre ich nach Norden gefahren, aber dann entwickelte sich die Strecke ganz anders. Bei meinen Touren ohne festgelegte Strecke fahre ich tatsächlich oft einfach der Nase nach. Und da ich in diesem Fall nach ausreichend Höhenmetern, sprich Anstiegen Ausschau gehalten habe, landete ich dann beinahe zwangsläufig dort, wo im Norden ein paar größere Berge kommen. 

Um die Bilanz ein wenig abzurunden, bin ich schließlich noch über unbefestigte Forststraßen auf der "Radroute im Nationalpark" den Umweg zur Wildwiese gefahren (s. Track vom 05.09., km 77,4). Das ist einer meiner Lieblingsplätze im Gebirge, vor allem, wenn sich im Herbst die Bäume bunt färben. Bald ist es wieder soweit.

Abends kontaktierte mich Lád'a, und wir verabredeten uns für den Sonntag zu ein paar gemeinsamen Kilometern. Mein Kamerad wollte mit dem Rennrad fahren, also bin ich bis ins Böhmische allein gefahren. Die Forststraße durch das hintere Kirnitzschtal war nämlich nur mit Split bedeckt, welcher inzwischen beinahe komplett weggespült wurde, so daß die großen Steine durchkommen. Auch der Abschnitt auf der Böhmerstraße (Česká silnice) zwischen dem Fußgängergrenzübergang Hinterdittersbach (Zadní Jetřichovice) und dem Abzweig zu den Balzhütten (Tokáň) besteht nur aus gewalztem Schotter. Insgesamt sind das fast 10 km (s. Track vom 06.09., km 36,2 - 46,0).

Allerdings kam ich viel zu früh am geplanten Treffpunkt in Hohenleipa (Vysoká Lípa) an. Eine Weile noch harrte ich dort aus, aber schon bald wurde mir kalt. Ich hatte ja sowieso den Livetrack laufen, damit mich mein Sportfreund lokalisieren konnte. Deshalb schrieb ich eine kurze Nachricht an ihn und fuhr weiter. In Bensen (Benešov) hatte sich Lád'a dann herangepirscht und machte sich einen Spaß daraus, mich zu erschrecken. Danach gab's erstmal Kaffee und Kuchen.

Mit meinem Sportfreund Lád'a werde ich
unterwegs sicher NIE verdursten oder
verhungern ... (Aufnahmeort)
Der Anstieg hinauf ins Böhmische Mittelgebirge ließ sich dann zwar recht angenehm fahren, trotzdem waren das bis zum Scheitelpunkt in Reichen (Rychnov) immerhin mehr als 350 Hm. Die anschließende Abfahrt hinunter zur Elbe dauerte nicht einmal eine Viertel Stunde.

Auf dem Elberadweg herrschte ziemlich Betrieb, kein Wunder. Besonders nerven dort immer die Radlergruppen, dessen Teilnehmer nicht selten völlig überraschend anhalten, und das mitten auf dem Weg. Daß dort vielleicht auch noch andere Leute fahren, scheint in deren Hirn völlig ausgeblendet zu sein. - Ich weiß schon, warum ich diese Trasse zu "Hauptverkehrszeiten" meide ... ich rege mich sonst unnötig auf.

Meinem Kamaraden schlug ich deshalb auch vor, bereits in Krippen das Elbtal wieder zu verlassen. In Cunnersdorf trennten sich unsere Weg wieder. Während Lád'a über Schneeberg (Sněžník) zurück nachhause fuhr, sammelte ich ebenfalls noch ein paar Höhenmeter und schlich mich von hinten an meine Heimatstadt an.

Das war wesentlich streßfreier als an der Elbe.

Track der Handbiketour vom 05.09.2020
Track der Handbiketour vom 06.09.2020

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