9. November 2014

Anteilnahme

Schon wieder zeigte die Sonne am Wochenende vollen Einsatz. Heute hatte sie zwar nur morgens und am Nachmittag ihren Auftritt, dafür strahlte mir der Stern am Sonnabend den ganzen Tag über auf's Haupt.

Da die Sonne um diese Jahreszeit allerdings nicht mehr sehr hoch über den Horizont steigt, kann dies zum Problem werden. Vor allem dann, wenn ich gegen das Licht fahre, bin ich auf der Straße offensichtlich nur schlecht von Autofahrern, die in gleicher Fahrtrichtung unterwegs sind, zu sehen.

Dazu gab es gestern eine nette Episode. Auf dem Anstieg nach Luchau fuhr ein Mann im weißen Audi Avant beim Überholen kurz neben mir her und sagte mir, daß er mich erst im letzten Moment gesehen hätte. Das war nicht giftig und auch nicht - wie schon häufiger erlebt - in Oberlehrer-Manier. Ich hatte wirklich Verständnis für ihn und machte ihm das auch klar. Soweit - so gut. Einige hundert Meter weiter kam mir ein weißer Audi Avant entgegen und hielt am Straßenrand. Wer stieg aus? - Natürlich der Kollege von vorhin. Er überließ mir seine neongrüne Warnweste und befestigte sie eigenhändig an meinem Handbike. Das nenne ich Anteilnahme! Der Mann hatte sich echt Gedanken um mich gemacht und nicht nur geredet, sondern ganz praktisch gehandelt. Wirklich beeindruckend! Wie konnte ich ihm da seine angebotene Unterstützung abschlagen! - Es gibt sie noch, diese Nicht-Egoisten.

Heute dagegen hätte mich, wenn ich nicht noch gebremst hätte, beinahe ein junger Kerl mit seinem Auto über den Haufen gefahren. Es war bereits mindestens 2s Rot und ich hatte längst Grün auf der Fußgänger-/ Radfahrer-Ampel. - Ein Kind, das nicht immer kontrolliert, ob die Straße wirklich frei ist, hätte dieser Idiot sicher totgefahren. Solche Leute dürften nie wieder ein Auto steuern!

Auf dem Kahleberg, im Hintergrund Altenberg und der Geisingberg.
An meiner Rückenlehne ist die besagte Warnweste befestigt.
Auf meiner gestrigen Tour ins Osterzgebirge erklomm ich vermutlich zum letzten Mal in diesem Jahr den Kahleberg mit dem Handbike. Beim nächsten Besuch werde ich hier hoffentlich endlich wieder mal mit Skiern sein - so wie schon mehr als einmal. Die Aussicht war wunderschön, denn man konnte bis ins Elbtal sehen.

Meine zweite Ausfahrt war eher eine Kompensationsveranstaltung. Keine besonderen landschaftlichen Höhepunkte oder Erlebnisse. Immerhin konnte ich meine gestrige Bummelei voll ausgleichen. Die etlichen Kilometer Offroadgelände, gepaart mit reichlich Höhenmetern, hatten mich da ziemlich ausgebremst.

Nun kann die erste November-Urlaubswoche kommen. 

Track der Handbiketour vom 08.11.2014
Track der Handbiketour vom 09.11.2014

2. November 2014

Wie noch nie

Zum 1. November im Kurzarmtrikot mit dem Handbike auf Tour - das gab es noch nie!

Aber hübsch der Reihe nach. Am letzten Oktobertag feiert man in Sachsen den Reformationstag. Für mich war es die Gelegenheit, noch einmal meinen Drahtesel zu satteln und in Richtung Westlausitz aufzubrechen. Wenn sich die Saison dem Ende entgegen neigt, habe ich es hinsichtlich der Anstiege gern auch mal etwas gemächlicher.

Hinter Rammenau gab es für mich ungeplant Neuland zu erkunden, denn ich wählte an einer Kreuzung den falschen Abzweig. Die teilweise recht steile Schotterpiste brachte mich fast bis auf den Hochstein. Nach teilweise holprigen Offroadpassagen war ich froh, als ich ohne Panne endlich wieder die Straße zwischen Burkau und Rauschwitz erreichte. Auch zwischen Bischheim und Oberlichtenau ging es ziemlich holprig durchs Gelände. Was hier so alles als Radweg ausgewiesen wird ...

Morgen auf dem Elbraderadweg vis-à-vis der Kulisse der Dresdner Altstadt
Sonnabends zog es mich dann in Richtung Westen. Der Elberadweg nach Meißen ist zwar keine Herausforderung, doch am Morgen als Zubringer zum Zielgebiet einigermaßen erträglich. Ich wollte wieder einmal durch das schöne Triebischtal fahren. Noch vor dem Mittag erreichte ich Nossen und bog dort auf den Mulderadweg ab. Leider verpaßte ich auch hier unterhalb von Siebenlehn den richtigen Abzweig, was ein wildes Gekurve bergauf - bergab nach sich zog. Erst in Naundorf stieß ich wieder auf die geplante Routenführung.

Immerhin habe ich auf dem zweiten Teil der Tour noch etliche Höhenmeter zusammenbekommen. Da die Anstiege ab Freital sozusagen zu meinem Standardprogramm gehören und ich vor allem durch das Poisental recht gern fahre, weil es flott vorangeht, genehmigte ich mir noch den kleinen Umweg über Babisnau. Von der Straße an der Babisnauer Pappel vorbei (s. Track vom 01.11., km 119,4) hat man einen herrlichen Überblick über Dresden, das sich im Elbtalkessel ausbreitet. Gestern steckte die Landeshauptstadt allerdings unter einer dichten Dunstglocke, typisch für eine Inversionswetterlage.

Bis zu 19°C wurde es an diesem Tag warm. Vom Triebischtal bei Robschütz bis kurz hinter Possendorf schien die Sonne auch auf meine Arme. Zu dieser Jahreszeit ein unbeschwertes Vergnügen mit Seltenheitswert.

Für die  dritte (Tour) im Bunde wählte ich einen Abstecher in die Hintere Sächsische Schweiz bis nach Hinterhermsdorf. Heute war es nicht mehr ganz so warm, und ab Sebnitz fegte der kräftige Südostwind die Wolken und den Hochnebel aus Böhmen ins Gebirge. Erstaunlicherweise waren im Kirnitzschtal dennoch viele Wanderer unterwegs. Auch hier gibt es noch immer viel (buntes) Laub an den den Bäumen. In manchen Jahren machte sich zu dieser Zeit bereits die graue Novembertristesse breit.

Von mir aus darf es gern so weitergehen. Dann kann ich in meinem Urlaub ab Mitte November vielleicht noch einmal ordentlich hinlangen...

Track der Handbiketour vom 31.10.2014 (nachgezeichnet)
Track der Handbiketour vom 01.11.2014 (nachgezeichnet)
Track der Handbiketour vom 02.11.2014 (nachgezeichnet)

28. Oktober 2014

Ein Traum für Autobauer

Das herrliche Herbstwetter lockte mich gestern noch einmal auf die Piste. In dieser Jahreszeit muß man jeden arbeitsfreien Tag nutzen.

In der Woche sind außerdem einige Straßen wesentlich angenehmer zu befahren, weil dann weder Ausflügler noch rücksichtslose Motorradfahrer - z. B. auf der Wartenbergstraße, einer ehemaligen Rennstrecke hinab ins Polenztal (s. Track vom 27.10., km 17,6 - 19,5) - für Nervenkitzel in unübersichtlichen Kurven sorgen.

Wildromantischer Tscherregrund
Besonders mag ich den Aufstieg von Stadt Wehlen in Richtung Bastei durch den Wehlener, Tscherre- und Reingrund  (s. Track vom 27.10., km 9,5 - 13,3). Dieser Abschnitt läßt sich auch in eine wesentlich kürzere Tour einbinden, die ich auf Handbike.de beschrieben habe.

Ein bißchen überrascht war ich am Ende der Tour, daß dabei mehr als 1500 Hm zusammengekommen sind. Denn eigentlich geht es zwar immer mal bergauf, doch ist das Streckenprofil recht ausgeglichen, weil lange und richtig steile Anstiege fehlen. Aber vielleicht hat das Heldenwetter mit Sonnenschein über den ganzen Tag auch zusätzlich motiviert.

Solche Bedingungen sind sowieso optimal für mich. Sonne, nur mäßiger Wind und angenehm kühle Temperaturen (in diesem Fall zwischen 8 und 12°C) lassen den eigenen "Kraftstoff"verbrauch in den Keller sacken. Mein gestriger Bedarf auf Tour: 1 Knacker, 1 Apfel, 1 Müsliriegel, 3 Stück Traubenzucker und ca. 250 ml Apfelschorle.

Von einem ähnlichen Verbrauch auf 100 km können Autobauer nur träumen.

Track der Handbiketour vom 27.10.2014 (nachgezeichnet)

26. Oktober 2014

Buntes Allerlei

Für heute war ich zu einer herbstlichen Dampferfahrt auf die Elbe eingeladen worden, also wollte ich mich bereits am Vortag ordentlich austoben.

Der Sonnabend begann verheißungsvoll. Obwohl ich am Morgen zum ersten Mal seit dem vergangenen Winter wieder die Handschuhe überstreifen mußte, machte die Sonne Lust auf's Draußensein. Selbst als ich kurz nach dem Start noch einmal umkehren mußte, weil die Batterie des Geschwindigkeitssensors endlich schlappgemacht hatte, warf das nicht meine Pläne über den Haufen.

Vielleicht zum letzten Mal in diesem Jahr ging es in das Hochland zwischen Tetschen (Děčín) und Aussig (Ústí nad Labem), eine abgeschiedene Ecke in unmittelbarer Nachbarschaft des pulsierenden Lebens im Elbtal. Der Wind kam wieder aus Südosten. Das bedeutete jedoch: dichter Nebel auf dem Erzgebirgskamm, trübes Wetter mit Nebelbänken in besagtem Hochland und eine dicke Wolkendecke über dem böhmischen Elbtal. So hatte ich abseits der Autostraße über den Nollendorfer Paß (Nakléřovský průsmyk) das Land nahezu komplett für mich allein. Erst als ich an der Elbe wieder auf die deutsche Seite wechselte, mich also nördlich der Wetterscheide befand, zeigten sich wieder blaue Flecken am Himmel. Da war die Kaffeetrinkerzeit aber schon vorbei und die Elberadwegtouristen längst wieder zuhause.

Auf dem Dampfschiff vor dem Dresdner Blauen Wunder
Auf dem Ausflug mit dem Dampfschiff über Pillnitz nach Dresden hatten wir mehr Glück. Diesmal war es nämlich genau umgekehrt. Einem trüben Morgen folgte herrlicher Sonnenschein. Die Ehefrau meines verunglückten Seilgefährten hatte alles perfekt organisiert. Sie ist hier häufig mit dem Schiff unterwegs, denn einer ihrer Enkelkinder ist absoluter Dampfschiff-Fan und kommt damit ganz nach seinem Opa. Neben ihm waren heute jedoch auch noch zwei weitere Enkel sowie eine Tochter mit von der Partie. Anschließend bummelten wir dann ein wenig durch das Zentrum von Dresden, bevor die Kinder sich auf einem großen Spielplatz austobten. Nach der Heimfahrt mit der S-Bahn gab es schließlich ein leckeres Abendessen in Pirna. - Es war ein toller Tag und ich denke, daß es allen gefallen hat.

So sehr ich es genieße, mit dem Handbike auch allein meine Runden zu drehen - das ist für mich mindestens genauso wichtig: Gemeinsam mit Freunden das Leben genießen. Jeder dieser Momente ist kostbar, und deshalb freue ich mich schon auf das nächste Treffen.

Track der Handbiketour vom 25.10.2014 (nachgezeichnet)

19. Oktober 2014

Mitten im Herbst

Wieder einmal hat Eddy, der Spezi von Bike24 mein Handbike auf Vordermann gebracht. Es mußten nicht nur die Bremsbeläge getauscht werden, nein auch die Scheibe war fällig. Ich glaube, das war inzwischen die dritte, die ich verschlissen habe. Vielleicht veröffentliche ich am Ende des Jahres hier im Blog mal mein Pensum seit 2000 - angesichts der Zahlen werden da Einigen die Augen aus den Höhlen treten. Na, jedenfalls läuft mein Vorderrad jetzt wieder richtig rund. Man muß halt nur 'nen Profi ranlassen...

Allerdings wäre es zu schön gewesen, wenn nun wirklich alles so funktionierte, wie es soll. Diesmal war mein GPS-Logger an der Reihe, der den Geist aufgab. So habe ich die Tracks dann auf GPSies nachgezeichnet.

Am Sonnabend startete ich recht gemütlich zur Tour, weil ich am Tag zuvor wieder bis spät am Abend Theatervorstellung hatte. Immerhin hatte ich mir vorgenommen, die Meißner Stoppomat-Strecke zu testen. Die Alternative zur durch eine Schlammlawine zerstörten ursprünglichen Trasse führt von Constappel über Hartha nach Röhrsdorf (s. Track vom 18.10., km 45,4 - 48,8). Leider war die Startstation nicht einsatzfähig, sodaß ich diesmal nicht stempeln konnte. Es gibt immer wieder Idioten, die solch allgemein zugängliche Einrichtungen aus Dummheit oder auch Vandalismus zermurksen.

Abends kamen schließlich mein tschechischer Kamerad mit seiner Frau sowie die befreundete Ärztin aus Kreischa bei mir zu Besuch vorbei. Logisch, daß es dabei auch um's Pläneschmieden für die kommende Skisaison ging. Nach dem Totalausfall des vergangenen Winters freue ich mich schon darauf. Hauptsache, ich bin dann nach der Karpaltunnel-Operation wieder voll einsatzbereit. Die wird übrigens am 11. Dezember durchgeführt.

Bunt sind schon die Wälder ... auf der Straße zum Labyrinth
Auch heute lachte den ganzen Tag die Sonne, obwohl zunächst der auffrischende Ostwind den böhmischen Nebel bzw. die Wolken ins Elbsandsteingebirge drückte. Deshalb mußte ich im Grenzgebiet einige Zeit auf das goldene Licht verzichten. Umso schöner dann die Momente, in denen die Sonnenstrahlen das bunte Herbstlaub zum Leuchten brachte. Das kann selbst ein guter Fotoapparat nur unzureichend wiedergeben.

Mal sehen, wie morgen das Wetter ist. Vielleicht gehe ich nochmal auf Tour. Ich muß jeden Tag vor der OP nutzen, denn danach ist für mich die diesjährige Handbike-Saison zu Ende. Doch das Mindestsoll ist bereits erreicht - aktuell 10.120 km und ca. 105.000 Hm.

Track der Handbiketour vom 18.10.2014 (nachgezeichnet)
Track der Handbiketour vom 19.10.2014 (nachgezeichnet)

13. Oktober 2014

Noch einmal vierstellig

Am Wochenende stand das Treffen mit meinem Radlfreund aus dem Erzgebirge an. Vergangenes Jahr hatte ich ihm eine meiner Lieblingsecken im Elbsandsteingebirge gezeigt, im Gegenzug lud mich diesmal Jens in seine Heimat, dem Grenzgebiet zwischen Westerzgebirge und sächsischem Vogtland, nach Eibenstock ein.

Wir nächtigten dort sehr komfortabel in dem wirklich empfehlenswerten Reit- und Sporthotel, welches über ein sehr schönes und großzügig dimensioniertes behindertengerechtes Zimmer verfügt. In dem familiär geführten Haus habe ich mich sofort wohl gefühlt.

Von dort aus fuhren wir an den zwei Wochenendtagen in die Höhen des Erzgebirges, wobei diesmal nicht die Rekordjagd im Mittelpunkt stand, sondern das gemeinsame Erleben. Ganz untypisch für mich ging es nämlich morgens erst recht spät los, und natürlich gab es während der Tour viel zu schwatzen. Dies ist zwar dem Tempo abträglich, trotzdem will ich es nicht missen. Wir sehen uns viel zu selten. Außerdem kehrten wir zur Mittagszeit immer in eine Gaststätte ein, etwas, was ich schon aus organisatorischen Gründen nie mache, wenn ich allein unterwegs bin. Aber mein Kamerad ist da ein echter Genießer.

Am Sonnabend zog es uns bis nach Böhmen in die Kammlagen des Erzgebirges. Das tschechische Grenzgebiet ist heutzutage beinahe menschenleer, denn wie auch im Osterzgebirge mußten nach Ende des Krieges die deutschen Bewohner ihre Heimat verlassen und die zahlreichen Orte wurden entweder sofort dem Erdboden gleichgemacht oder verfielen, bis nichts mehr da war. Nur einige wenige Häuser haben die Zeit überdauert und sind jetzt Ausflugsziele und Raststätten entlang des im beliebter werdenden Kammwegs durch das Erzgebirge.

Rund um das ehemalige Kirchdorf Hirschenstand (Jelení) erinnert die Landschaft ein wenig an das schottische Hochland. Dies vorgestern umso mehr, weil die Hochfläche mit den offenen, sumpfigen Wiesen durch die trübe, teils nebelige Witterung genau jene Melancholie ausstrahlte, die manch Reisender klischeehaft mit den Highlands gleichsetzt.

Auf dem Rückweg umfuhren wir noch die Talsperre Eibenstock, mußten dann aber wegen der einbrechenden Dunkelheit auf die Überquerung der Staumauer verzichten. Auch mit diesem Ort verbinden sich bei meinem Sportfreund viele Erinnerungen, war er doch zu Studentenzeiten hier beim Bau dabei, als er half, die Bäume innerhalb des zukünftigen Staubeckens zu roden.

Mit Jens auf dem Auersberg
Sonntags stand wegen der Abreise am Nachmittag nur eine kleine Tour an. Die führte uns auf den Großen Auersberg. Mit 1019 m ü. NHN knackte ich damit vermutlich letztmalig in diesem Jahr die Tausender-Höhenmarke. Der Aufstieg lohnt sich unbedingt, denn von einer kleinen Aussichtsterrasse (im Bild zwischen Turm und Berggasthaus bzw. dahinter) eröffnet sich ein herrlicher Panoramablick nach Norden. Als Rollifahrer kann man übrigens auch mit dem Auto direkt bis ganz nach oben auf den Gipfel fahren.

Meine letzte Aktion war die Befahrung des Mulderadwegs zwischen Aue und Blauenthal (s. Track vom 12.10., km 41 - 50,3). Der nagelneue und perfekt asphaltierte Abschnitt verläuft auf dem Gleisbett einer ehemaligen Bahnstrecke nur unmerklich ansteigend entlang der Mulde. Neben der Überquerung etlicher Brücken ist ein besonderer Höhepunkt die Durchquerung des knapp 300 m langen Tunnels bei Bockau. Die Piste ist in einem Top-Zustand und an Wochenenden dementsprechend stark frequentiert. Trotzdem unbedingt eine Empfehlung!

Nun ist mein Handbike erstmal wieder überholungsbedürftig. Ich glaube, meine bereits benutzten Bremsbeläge, die ich vor wenigen Wochen erst aushilfsmäßig montiert hatte, sind jetzt ebenfalls abgefahren. Gestern konnte ich schließlich nur noch meine Feststell(felgen)bremse benutzen. Bei einer Abfahrt mit 50 Sachen bringt das den rechten Nervenkitzel...

Track der Handbiketour vom 11.10.2014
Track der Handbiketour vom 12.10.2014

6. Oktober 2014

Fahrt ins Nichts

Drei Tage schönes Wetter waren angekündigt, die genutzt werden wollten. In dieser Jahreszeit kann die Witterung jederzeit umschlagen, und die warmen Tage sind sowieso schon gezählt.

Nebel wurde bei meinen Wochenendausflügen auf jeden Fall ein Thema. Zum Feiertag begleitete er mich fast den gesamten Vormittag, bis sich dann endlich die Sonne durchsetzen konnte. Aber das war auch gar nicht so schlecht. Nach der Einweihung im Juni bin ich nämlich zum zweiten Mal die Zeitmeßstrecke des Stoppomaten von Königstein nach Gohrisch gefahren (s. Track vom 03.10., km 17,4 - 20,4). Dabei ist es mir sogar gelungen, fast ganz ohne fremde Hilfe klarzukommen. Während das Stempeln ganz gut funktioniert, ist das Ziehen der Karte eine ziemlich fummelige Sache. Nur an den Einwurfschlitz für die gestempelten Karten im Ziel kommt man im Handbike beim besten Willen nicht heran.

Nach diesem Abstecher und dem anschließenden Ausrollen im Krippengrund fuhr ich dann ins Böhmische durchs Zappenland. Umkehrpunkt war Böhmisch Kamnitz (Česká Kamenice). Bei mittlerweile schönstem Sonnenschein dehnte ich dann meine Tour noch bis Bensen (Benešov) aus. In den Hof des dortigen großen und sehr gut renovierten Schlosses konnte ich wegen zweier Stufen leider nicht - das war schade. Vielleicht versuche ich es später einmal im Rolli gemeinsam mit Freunden.

Den Sonnabend ließ ich dann alle Viere gerade sein, denn für gestern hatte ich mir noch einmal einen ausgedehnten Ausflug ins Osterzgebirge vorgenommen. Immerhin begann der Tag auch mit klarem Himmel. Während jedoch im Elbtal bis zum Nachmittag die Sonne lachte, tauchte ich kurz hinter Schönwald (Krásný Les) ab ca. 700 m ü. NHN in das große Nichts ein. Bei Südwind drückten die Wolken von Böhmen aus gegen den Erzgebirgskamm und schwappten auf die Kammlagen über.

Ein lichter Fleck im Nebelmeer
Auf den folgenden 30 km konnte man manchmal keine 50 m weit sehen, ein für das Auge ungewohntes Seherlebnis. Nach mehr als einer Stunde Blindflug möchte man sich die Augen reiben, um wieder klaren Durchblick zu bekommen. - Jedenfalls kann ich mir nun eher vorstellen, wie sich die  vielbeschriebene "weiße Hölle" eines polaren Schneesturms anfühlt.

Übersicht der deutschen und tschechischen Kammradwege
Kurz hinter Deutschgeorgental testete ich noch eine nicht asphaltierte Zufahrt zum Fernradweg Zittau-Bayreuth  (s. Track vom 03.10., km 71,6 - 74). Die läßt sich bergauf jedenfalls ganz gut befahren. In umgekehrter Richtung sind allerdings robustere Reifen anzuraten, weil der Split manchmal ziemlich grobkörnig bzw. kieselig ist. Einer dieser Steine wurde mir dann auf der sich anschließenden Asphaltpiste bei der Abfahrt in Richtung Teichhaus zum Verhängnis. Nach dem Einschlag in den Vorderreifen mußte ich erstmal den Schlauch wechseln. Auch wenn das inzwischen weniger als eine halbe Stunde dauert, nervt das jedesmal gewaltig.

Als ich am späten Nachmittag gegen 17.15 Uhr wieder in Pirna ankam, hatte sich die Sonne bereits hinter den Wolken verschanzt. Eine schöne Tour war es trotzdem.

Track der Handbiketour vom 03.10.2014
Track der Handbiketour vom 05.10.2014