24. November 2014

Endspurt

Es geht auf die Zielgerade. Nun gut, Spurt kann man es nicht unbedingt nennen - vor allem nicht während der Wald- und Wiesensafari, in die ich gestern mal wieder unvorhergesehen geraten bin. Doch das läßt sich locker verschmerzen.

Die Wolfssäule in der Dippoldiswalder Heide
Trotz oder gerade wegen der recht kühlen Temperaturen nahm sich die Sonne an beiden Wochenendtagen viel Zeit. Bei herrlichem Wetter konnte ich so am Sonnabend meine Runde in Richtung Westen Stück um Stück weiter ausdehnen. Daß es in Richtung Freiberg gehen sollte, stand zwar schon am Morgen fest, aber bis dorthin sind es von Pirna immerhin um die 60 km. Mit Hin- und Rückweg kommen also mindestens 120 km zusammen. Da muß man zu dieser Jahreszeit auf jeden Fall ein paar Kilometer im Dunkeln einplanen.

Auf dem Markt in Freiberg waren bereits die Weihnachtsmarktbuden aufgebaut. Die Freiberger scheinen es ziemlich eilig mit dem Jahresende zu haben. Naja, die Handelsketten machen es ja vor. Da stehen bereits im September Weihnachtssachen im Regal. Ich boykottiere beides. Alles zu seiner Zeit.

Sonntags wollte ich eigentlich eine ruhige Runde ohne viel Höhenmeter drehen. Doch der teils stürmische Südostwind machte mir einen ziemlich dicken Strich durch die Rechnung. Viele Kilometer stemmte ich mich auf offenem Land gegen ihn, was nicht nur die Geschwindigkeit nach unten drückte, sondern auch gehörig an der Substanz zehrte. Das bisher noch unbekannte Stückchen das Neustädter Radrundweges (s. Track vom 23.11., km 53,9 - 55,8) war dagegen reine Erholung, weil es dabei durch dichten Wald ging.

Auf der Erkundung des Weiterwegs entsprechend eines mir vorliegenden Tracks kam ich jedoch in Teufels Küche. Der zunächst breite Forstweg wurde bald zu einer Holzrücketrasse, welche nicht nur ein sumpfiges Bachbett sondern bald darauf einen schlüpfrigen Anstieg über grasbewachsene Heide bereithielt. Zweimal mußte ich runter vom Bock und einige Meter robbend mein Handbike hinter mir herziehen, bis ich wieder in besseres Gelände kam. In dieser abgeschiedenen Ecke war ich vollkommen auf mich alleingestellt. Glücklicherweise wurde es weniger nervig als befürchtet, denn die Sonne schien, und trotz des aufgeweichten Bodens blieb mir eine Schlammschlacht erspart. Inzwischen habe ich bei solchen Aktionen die unbedingt nötige Routine, um nicht völlig die Fassung zu verlieren. Regel 1: Ruhe bewahren. Regel 2: Zeit spielt keine Rolle. Regel 3: Volle Konzentration auf den nächsten Meter. - Bisher habe ich so noch jedes unerwartete Hindernis überwunden.

Nach diesem unfreiwilligen Intermezzo nahm sich anschließend der Weiterweg wie Kindergeburtstag aus, zumal nur noch wenige und kurze Gegenanstiege kamen. Endlich hatte ich auch den Wind im Rücken. Bevor es dunkel wurde, war ich zurück.

Am nächsten Wochenende wird dann der Sack zugebunden.

Track der Handbiketour vom 22.11.2014
Track der Handbiketour vom 23.11.2014

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