31. Juli 2015

Ortswechsel

Nach meinen überaus erfolgreichen Aktivitäten in den Dolomiten bin ich nun nach Deutschland zurückgekehrt. Im Berchtesgadener Land stehen einige gemeinsame Touren mit meinen bayerischen Freunden sowie meinem Schweizer Kameraden an.

Gestern jedoch habe ich noch einmal allein meine Bahnen gezogen. Vom Campingplatz Allweglehen bei Berchtesgaden startete ich zu einer entspannte Rundtour zwischen Salzburg und Bad Reichenhall. Die Höhenmeter spielten diesmal keine große Rolle, dafür kam ich entsprechend schnell voran. Es war für mich schon einigermaßen erstaunlich, daß gerade rund um Salzburg viele Kilometer flache Strecken existieren.

Leider gibt es einen Wehrmutstropfen im Gebiet: Entweder man fährt die zwar schön angelegten, doch manchmal recht schotterigen Radwege, die kurvig und im steten Auf und Ab oft fern der Straßen durch die Täler führen. Oder man nutzt zwecks schnellerem und kraftsparenderem Vorwärtskommen die (Bundes-)Straßen, auf denen entsprechend viel Verkehr unterwegs ist. Immerhin haben mich im letzteren Fall nie irgendwelche Autofahrer böse angehupt. Hier scheint ein wirklich rücksichtsvoller und toleranter Menschenschlag zuhause zu sein.

Heute kam ich beinahe wie die Jungfrau zum Kinde zu meinem ersten Paß in den Berchtesgadener Alpen. Ich hatte auf der Karte bemerkt, daß es von Hintersee bei Ramsau eine für den öffentlichen Verkehr gesperrte Straße in Richtung Österreich gibt. Tatsächlich ist das sogenannte Klausbachtal eine wunderschöne Ecke zum Radeln (s. Track vom 31.07., km 19,0 - 25,0). Von der Nationalparkinformationsstelle am Beginn der für Autos und Motorräder gesperrten Strecke gewinnt man zunächst recht angenehm an Höhe. Irgendwann wird es zwischendurch mal ein bißchen steiler, aber der Kracher kommt erst noch. Die Straße wird nämlich für ca. 500 m zu einer  Raketenabschußrampe. Ich denke, 20% Steigung ist wohl noch untertrieben. Mit dem, was ich bisher gefahren bin, ist wohl nur der Steilanstieg zur Schwarzenberghütte im Hintersteiner Tal bei Hindelang vergleichbar. Auch hier kämpft man lang und ausdauernd um jeden Höhenmeter, und die Quälerei zieht sich elend hin.

Die Nationalparkinformationsstelle am Beginn des Klausbachtals
Als ich dort jedenfalls hinter mir wieder das inzwischen wohlbekannte Surren vernahm und zwei junge Burschen auf ihren Elektrorädern an mir grußlos vorbeizogen, habe ich sie gefragt, ob es ihnen nicht peinlich sei, solcherart vorwärtszukommen. Diese Weicheier! Vergnügen ja, aber bitte ohne Anstrengung! - Ein Symptom der Spaßgesellschaft.

Ich hingegen habe den Paß Hirschbichel aus eigener Kraft erreicht. Das dauerte zwar länger, aber ich bin ebenfalls oben angekommen! Auf der anderen Seite geht’s übrigens bald genauso steil bergab. Dort findet man auch ein Verkehrsschild mit 30%. Das will ich zwar nicht so recht glauben, aber Kunst lebt ja bekannterweise von Übertreibung.

In Bad Reichenhall traf ich mich schließlich mit meinen bayerischen Freunden für eine erste Einfahrtour. Dabei habe ich sie noch unnötig warten lassen, bloß weil ich Dussel die ausgemachte Zeit um eine Stunde später im Kopf abgespeichert hatte. Sie haben’s locker gesehen. Nach einem Eis ging es dann zum Wolfschwang, einem schönen Aussichtspunkt mit Berghütte oberhalb von Bad Reichenhall. Albert griff als Einheimischer gleich in die Ah-und-Oh-Kiste und führte uns auf Wegen zum Ziel, auf die ich mit meiner Karte in der Auflösung eines Globus nie gekommen wäre.

Für mich war es wieder eine Freude, gemeinsam mit Albert, Toni und ihren Frauen auf Tour zu sein. Diesem Auftakt werden nun noch ein paar tolle Ausflüge folgen. Wohin sie uns führen, dazu später mehr.

Erst handeln, dann reden.

Track der Handbiketour vom 30.07.2015
Track der Handbiketour vom 31.07.2015

Keine Kommentare :