29. Juli 2026

Technischer KO

Nach einem Tag Langeweile - ich hatte den Transfer zum Camping Olachgut nahe Murau schon vormittags erledigt - bin ich heute bereits kurz vor dem Sonnenaufgang losgefahren. Mein Tagesziel war der Sölkpaß, lt. Quaeldich.de ein dreigeteilter Anstieg mit zwei anspruchsvollen Rampen zu Beginn und am Ende.

Nicht nur am Reschenpaß gibt es einen  Kirchturm
im See - auch Rottenmann verweist auf einen solchen
Doch dieser ist nur die Illustration einer Sage.
(Aufnahmeort)

Ich hatte das für mich perfekkte Zeitfenster erwischt. Nach der Anfahrt bis Schöder blieb es auf dem ersten Teil der Auffahrt trotz Sonne immer noch erfreulich angenehm. Später tauchte ich so tief in das Katschtal ein, daß die Sonne noch nicht über den Berg gestiegen war. Auch der steile Schlußanstieg mit der Kehrenfolge mittendrin lag noch im Schatten. Allerdings gab es auf diesem Abschnitt nicht ein Flachstück, nur in den Wendekurven konnte ich mal durchatmen. Trotzdem hielt ich eisern durch, immer in der Hoffnung auf ein paar weniger steile Meter.

Als ich dann endlich nach einer Biegung das Ende der Schinderei erkennen konnte und ich darüber hinaus inzwischen auf dem letzten Loch pfiff, hielt ich zum ersten Mal auf dem gesamten Anstieg für eine Ruhepause an. Ich konnte wirklich nicht mehr, und der Kopf revoltierte bereits seit längerem gegen die pausenlose Bewegung im Schneckentempo. Damit hatte ich verloren. Obwohl ich eine längere Pause einlegte, ging es danach nicht mit frischer Kraft weiter. Vielmehr quälte ich mich nun die letzten 500 m stückweise mit ungezählten Zwangsstops zum Ziel, denn ich konnte nichts mehr hinzusetzen - weder mental noch physisch. So sehr am Ende war ich lange nicht mehr. Diese Rampe hat mir sehr deutlich meine Grenzen aufgezeigt. Bis zu jenem KO hätte ich Bäume ausreißen können ...

Über den Rest der Tour ist schnell berichtet. Nach der langen Abfahrt bis Schöder fuhr ich nicht den gleichen Weg wieder zurück, sondern folgte dem Tal weiter ins bis zu dessen Mündung in Katsch an der Mur. Der daran anschließende Abschnitt des Murradwegs hielt noch ein paar kurze unangenehme Anstiege bereit, in meinem körperlich angeschlagenem Zustand (wozu auch die nun immer größere Hitze beitrug) nicht unbedingt willkommen.

Ungefähr halb Zwei kam ich endlich am Campingplatz an. Die Steilrampen und auch die Hitze waren ein Vorgeschmack auf das, was mich nun erwarten könnte. Deshalb weiß ich tatsächlich noch nicht, welche Tour ich als nächste fahre.

Nur eines steht fest: Immer ohne Motor!

PS: Heute berichtete ein Bekannter aus Bayern ganz stolz auf WhatsApp, er hätte im Handbike gemeinsam mit seinen Sportfreunden ohne Handicap auf der Route des Grandes Alpes 698 km und 18.700 Hm bewältigt. Dabei fährt er ein E-Handbike (von mir Mohabi genannt). - Wer einerseits verkündet, daß er für Handbikes ohne Elektromotor zu alt ist und sich aber andererseits mit solchen Unternehmungen brüstet, die nach meinem Verständnis nicht einmal ansatzweise eine sportliche Leistung darstellen, für den ist kein Platz (mehr) auf meiner Liste. Ich habe den Kontakt umgehend gelöscht.

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