Die Wettervorhersage für den Dienstag versprach beste Bedingungen. Dennoch startete ich erneut vor Sonnenaufgang. Ich glaube, so viele Nacht- bzw. Morgendämmerungstouren wie in dieser Saison, sind bei mir bisher noch nie zusammengekommen. Weil es in nördliche Richtung ging, war das Streckenprofil aber sehr flach. Nur zu Beginn und später dann am Ende mußten ein paar Anstiege bewältigt werden, doch waren diesen natürlich nicht im mindesten mit denen zu vergleichen, welche ich mir noch eine Woche zuvor in den Alpen vorgenommen hatte.
Dementsprechend flott war ich unterwegs. Allmählich frischte zwar der Wind etwas aus nordwestlicher Richtung auf, doch dieser Gegenwind würde mich bald während der Rückfahrt zusätzlich schieben. Außerdem kühlte dieser Luftstrom wunderbar, ohne mich zu sehr auszubremsen. Bereits 11.30 Uhr erreichte ich die Sängerstadt Finsterwalde ("Wir sind die Sänger von Finsterwalde"), weshalb ich einen Extrazacken an meine geplante Strecke dranhing und noch Doberlug-Kirchhain mitnahm. Die Landstraßen in diesem Teil Brandenburges verliefen zwar des öfteren kilometerlang schnurgerade und boten auch sonst nicht viel (visuelle) Abwechslung, waren dafür aber zum "Meter machen" wie geschaffen. Radeln völlig frei von äußeren Reizen ... das darf auch mal sein.
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| Die Biotürme von Lauchhammer (Aufnahmeort) |
Immer noch kam ich so schnell voran, daß ich bald danach mir eine 1,5-stündige Pause bei Freunden leisten konnte. Es gab viel zu erzählen, waren doch auch sie erst vor kurzem aus ihrem Urlaub auf dem Balkan zurückgekehrt.
Mittlerweile sanken die über den ganzen Tag sowieso immer erträglich gebliebenen Temperaturen und das Licht wurde am späten Nachmittag immer goldener. Für das letzte Viertel meines Langen Kantens genau die Bedingungen, die ich mir immer wünsche. Es wurde nicht nur eine sehr schöne Fahrt in den beginnenden Abend, ich konnte zudem nun auch tempomäßig eine weitere Schippe drauflegen. Selbst die wenigen Anstiege brachten mich nicht aus dem Takt. So locker habe ich lange nicht mehr eine solche Streckenlänge am Stück absolviert.
Eigentlich hätte ich noch stundenlang weiterfahren können, wäre dann aber irgendwann wieder in die Dunkelheit gekommen. Als sich meine allerbeste Sportfreundin kurzentschlossen für einen abendlichen Besuch ankündigte, war ich aber überhaupt nicht böse.
Erst um Mitternacht endete meine Schicht.

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