6. Mai 2021

Die Sache mit dem Impfen

Vor kurzem hatte ich im Gespräch gegenüber einer befreundeten Ärztin mein Unverständnis darüber angesprochen, daß es lt. der geltenden Regelungen für impfwillige Querschnittgelähmte keinerlei Priorisierung der Behandlung gibt. Kerstin als Spezialistin auf diesem Gebiet bot mir daraufhin an, für meinen Freund aus der Gegend von Karlsruhe (er hatte 1999 mit mir gemeinsam die Erstreha in Kreischa absolviert) und mich ein entsprechendes Attest auszustellen, um bereits jetzt die geforderte Schutzimpfung erhalten zu können. An dieser Stelle noch einmal ganz herzlichen Dank an sie!

Ich bin zwar nach wie vor nicht von dieser Maßnahme überzeugt - sowohl, was den Nutzen als auch, was die Wirkung betrifft - kann aber derzeit ebenfalls nicht einen drohenden Schaden aufgrund der Impfung erkennen. Zwar gibt es in meinem engeren Bekanntenkreis jemanden, welcher seit mehreren Wochen mit schweren Nebenwirkungen (z.B. temporären Lähmungen) leben muß, die wohl ursächlich mit dem bei ihm verwendeten Impfstoff von AstraZeneca zusammenhängen, aber solche Impfschäden scheinen sich im üblichen Ausmaß zu bewegen. (Selbst bei den bewährten Impfungen gegen Polio oder Masern kommen hin und wieder schwere Gegenreaktionen im Zuge der Immunisierung vor.) Bemerkenswerterweise erfährt man neben den täglichen Alarmmeldungen zum Pandemiegeschehen von diesen Fällen allerdings nur sehr wenig bis überhaupt nichts aus den Leitmedien.

Jedenfalls hoffe ich, daß mit einer baldigen Impfung Normalität in mein (Sportler-)Leben zurückkehrt. Ganz oben auf der Wunschliste stehen bei mir dabei gemeinsame Touren mit meinem tschechischen Kameraden Lád'a, am liebsten in meiner zweiten Heimat jenseits der deutsch-tschechischen Staatsgrenze. Auch möchte ich meinen Sommerurlaub in den Alpen verbringen - wer weiß, ob das sonst ohne übermäßige(n) Aufwand / Kosten möglich wäre. Bei alledem stimmt es mich jedoch nachdenklich, wie Leute, die sich gegen eine Impfung entscheiden, zukünftig immer mehr ausgegrenzt werden und diesen letztlich bereits entzogene Grundrechte dauerhaft verwehrt bleiben sollen. Die Rechtmäßigkeit solcher Maßnahmen ist aus meiner Sicht sowieso fraglich, doch die derzeitigen Machthaber beschleunigen dadurch nur den Wandel.

Um mir die Bescheinigung für die Impfpriorisierung abzuholen, habe ich gestern nachmittag nach Arbeitsende noch einmal mein Pferd gesattelt. Statt mit dem Auto erledige ich viele Wege lieber mit dem Handbike, sofern das möglich ist. Denn jeder Kilometer dient als zusätzliches Training für folgende Großprojekte, und abgesehen davon ist es bei passenden Bedingungen einfach schöner.

Während rings um mich dunkle Wolken zogen, die kräftige Schauer brachten, hielt der Herr seine schützende Hand über mich. Nicht ein einziges Mal wurde ich naß, obwohl nach der Regenradar-Prognose der beste Platz für mich eigentlich zuhause gewesen wäre. Nur der stürmische Wind erforderte eine Streckenanpassung. Durch Tal und Wald geschützt, fuhr ich also zunächst nach Süden. Ab Hausdorf half mir dann der Wind, sodaß ich über die Hügel um Maxen nach Kreischa rollte. Die Tour rundete ich am Abend mit einer Stadtrundfahrt durch Dresden ab.

Besser konnte es am Mittwoch nicht laufen!

Track der Handbiketour vom 05.05.2021

4. Mai 2021

Sommerbefehl

Am Montag habe ich die für Sonnabend geplante Aktion nachgeholt. Mit dem Handbike fuhr ich erst hinauf ins Osterzgebirge nach Altenberg, danach in Summe stetig absteigend nach Frankenberg, von dort über Nossen nach Meißen und schließlich auf dem Elberadweg zurück nachhause. Dieser zweite Lange Kanten der Saison hatte es dabei besonders im Mittelteil unerwartet ganz schön in sich.

Diesmal ging es wirklich früh los, denn kurz nach zwei in der Nacht konnte ich nicht mehr schlafen. Dabei gehörten Handschuhe natürlich immer noch zur Standardausrüstung. Bereits gegen halb acht hatte ich den höchsten Punkt der Tour auf der Rehefelder Straße unterhalb des Kahlebergs erreicht. Hier war es ziemlich ungemütlich: die kalte Nässe bei ca. 0°C erforderte wirklich Durchhaltewillen, und auch das leichte Schneegekrümel vom wolkenverhangenen Himmel machte die Fahrt nicht unbedingt angenehmer. Aus diesem Grund bin ich kurz danach mehrere Kilometer auf dem Schotter der Waldautobahn "Neue Straße" (s. Track vom 03.05., km 46,2 -  48,6) lieber fast im Schritt gefahren. Eine Reifenpanne wollte ich bei diesen widrigen Bedingungen unter allen Umstanden vermeiden!

Marktplatz in Frankenberg (Aufnahmeort)
Hatte ich geglaubt, nun läge die anstrengendste Kletterei hinter mir, so täuschte ich mich gründlich. Denn schon kurz nach der ersten Abfahrt erwartete mich die nächste Rampe aus dem Tal der Wilden Weißeritz. Im weiteren Verlauf kamen dann noch mehr dazu, von denen sich neben dem Aufstieg aus Kleinbobritzsch mehrere steile Abschnitte durch Berthelsdorf im Erzgebirge als die brutalsten erwiesen. Am Umkehrpunkt in Frankenberg standen nach 109 km bereits 1530 Hm zu Buche.

Dazu kam, daß ich auf meiner Anfahrt in Richtung (Nord-)Westen mittlerweile erheblich vom kräftigen Gegenwind ausgebremst wurde. Zwar schien jetzt öfter mal die Sonne, doch auf ungeschütztem, offenen Feld half das nicht viel. Auf der Rückfahrt hatte ich dafür endlich etwas Schiebeunterstützung. Obwohl die schlimmsten Berge nun hinter mir lagen, summierten sich die Höhenmeter auf dem Weg nach Nossen doch noch zu einem erklecklichen Betrag. In der Stadt schaute ich mir endlich auch mal das Schloß von innen an, d.h. den Hof. Ein durchaus reizvolles Ensemble.

Kurz nach Nossen ließ ich endlich den letzten größeren Anstieg hinter mir - von nun an rollte es durch das Triebischtal bis zur Elbe meist bergab. Die sich daran anschließenden knapp 50 km auf dem Elberadweg waren höchstens noch gut zum Sammeln sowie zur Aufbesserung des Durchschnittstempos.

Besonders freute ich mich an diesem Tag darüber, daß mein Körper die ganzen Anstrengungen sehr gut verkraftete. Zu keiner Zeit gab es Probleme mit oder Schmerzen in den Schulter- bzw. Handgelenken, im Rücken oder Nacken. Die Steigerung der Tourenintensität in den vergangenen drei Wochen trägt offensichtlich Früchte.

Gut so! 

Track der Handbiketour vom 03.05.2021

2. Mai 2021

Tempo!

Der große Regen sollte am Sonntag kommen. Deshalb vertagte ich meine ursprünglichen Pläne und fuhr stattdessen bereits am Freitag meine erste Runde mit dem Handbike. Kurz nach Arbeitsschluß ging es gegen eins los.

Für die ersten rund 60 km hatte ich mir ein schönes Sägezahnprofil zusammengestellt, allerdings ohne sehr lange oder steile Anstiege. Genau das richtige also für eine Wochenendauftakttour, die ich noch am ehesten als Trainingseinheit verbuchen würde. Denn der Heimweg von Freital über Dresden, zum Schluß auf dem Elbradweg war nur noch abendliches Ausrollen. Auf den letzten 40 km holte ich das wieder rein, was in den ersten zwei Dritteln an Zeit auf der Strecke geblieben war. Insgesamt konnte ich mit dem Minizackel über Reinhardtsgrimma dabei sogar noch meine 1%-Anstiegsbilanz (1000 Hm auf 100 km) ausgleichen.

Gestern stand dann zwar eine etwas längere Ausfahrt auf dem Programm, dafür war diese jedoch ziemlich flach. Vor allem die ersten knapp zwei Stunden waren nur zum Kilometersammeln. Wenn ich auf 25 km noch keine 100 Hm zusammenhabe, ist das sehr ungewöhnlich!

Eine wirklich positive Überraschung erlebte ich kurz nach dem Blauen Wunder in Dresden-Loschwitz. Um den Körnerweg, der vom Körnerplatz zur Saloppe führt, habe ich nämlich wegen des gruseligen (holperigen) jahrhundertealten Sandsteinpflasters meist einen großen Bogen gemacht, weil das im Handbike jedesmal eine Zumutung war. Das Granitsteinplaster auf den ersten einhundert Metern und am Ende gibt es immer noch, aber nach dem Stück mit alter Asphaltdecke wurden inzwischen die buckeligen Sandsteine komplett durch Asphalt ersetzt (s. Track vom 01.05., km 17,1 - 18,6). Das ist jetzt ein ganz anderes Fahren! Da hatten wohl die Leute vom Denkmalschutz keine Argumente mehr ...

Durch Dresden erwischte ich diesmal viele ruhige Seitenstraßen, welche aber manchmal aufgrund des Straßen"belags" nur auf dem Fußweg befahrbar waren. Dafür erreichte ich Moritzburg bereits nach 34 km - für mich wohl der kürzeste Anfahrtsweg.

Schloß Seifersdorf (Aufnahmeort)
Anschließend rollte es flach weiter bis nach und ab Großenhain, sodaß Radeburg schon mittags trotz meiner Freßpause auf dem Markt beim Kilometerstand von 76 hinter mir lag. Grund genug für eine Verlängerung der Tour. Doch zuvor stattete ich nun endlich dem Seifersdorfer Schloß einen Besuch ab. Dieses eindrucksvolle Gemäuer ist nicht nur schön anzuschauen, sondern auch sehr geschichtsträchtig. Zum 1. Mai konnten die Besucher sich an einem kleinen Imbißstand des Schloßvereins stärken - erstaunlich viele Leute hatten den Weg hierher gefunden. In Verbindung mit dem nahegelegenen Landschaftspark im Seifersdorfer Tal ist auch eine sehr schöne kleine (nicht komplett barrierefreie) Rundwanderung möglich.

Nun dehnte ich meine Tour in östliche Richtung bis Großröhrsdorf weiter aus, um dann auf ziemlich geradem Weg zurück ins Elbtal zu fahren. Kurz vor meiner Ankunft in Pirna schlug ich spontan einen weiteren Haken. Damit wertete ich nicht nur meine mickrige Höhenmeterbilanz etwas auf - 1000 Hm sollten es schon sein - sondern nahm dabei gleich noch die schöne Aussicht auf Pirnas Altstadt vom Burglehnpfad (s. Track vom 01.05., km 138,6 - 139,2) mit. Hier bin ich schon lange nicht mehr gewesen. Leider schränkten an den Aussichtspunkten hohes Gestrüpp bzw. Büsche den Blick auf die gegenüberliegende Elbseite aus meiner niedrigen Perspektive im Handbike etwas ein.

Eine halbe Stunde "Mehraufwand" war es trotzdem wert.

Track der Handbiketour vom 30.04.2021
Track der Handbiketour vom 01.05.2021

27. April 2021

Kalter Vormai

Immer noch will es nicht dauerhaft warm werden - montags bin ich am zeitigen Morgen sogar bei Minusgraden gestartet. Einige Meter über dem Elbtal lag zudem eine dicke Nebelschicht, die erst nach zwei Stunden endlich aufriß.

Konditonell lag meine Montagstour eher am unteren Rand der Anforderungsskala, besonders die ersten knapp 40 km und der Teil des Rückwegs auf dem Elberadweg trugen nur Kilometerstatistik bei. Trotzdem freute ich mich vor allem über das Wiedersehen mit dem Kirnitzschtal. Es hat zwar durch die Waldschäden und die damit verbundene großflächige Abholzung der Berghänge enorm viel von seiner einstigen Schönheit (und dem Anschein von Natur pur) verloren, doch noch immer liebe ich die gewundene Straße durch den Grund, die Felsen bis an das Asphaltband und das Flüßchen Kirnitzsch in seinem abwechslungsreichen Lauf.

Delphinbrunnen am Eingang zum
Barockgarten (Aufnahmeort)
Das Mittelstück zwischen Sebnitz hielt danach zwar einige Steigungen bereit, aber die waren moderat und nicht zu lang. Die Strecke über Ulbersdorf, Ehrenberg und Cunnersdorf benutze ich - auch wegen des erheblichen Kraftverkehrs - nicht sonderlich gern, doch wollte ich diesmal keine riesigen Umwege fahren, um zu den entspannten Tourenkilometern rund um Stolpen sowie zum Bahndammradweg durch das Schönfelder Hochland zu gelangen.

Bei meiner Ankunft in Dresden hatte ich nach 100 km erst 900 Hm eingesammelt. Das waren mir fast schon zuwenig, zumal an der Elbe entlang ja auch nicht viel mehr dazu kommen würden. Also bog ich in Heidenau für weitere 100 Hm zum Barockgarten Großsedlitz ab, denn selbst mit einem Umweg von zehn Kilometern käme ich noch zeitig genug wieder zuhause an. Dabei schaute ich diesmal endlich mal am Eingangsportal des Lustgartens aus der Zeit Augusts des Starken vorbei. Allerdings habe ich gar nicht erst versucht, mit dem Handbike das Gelände zu erkunden. Den Kauf einer Eintrittskarte spare ich mir für später auf, wenn es wärmer ist und ich vielleicht mit Freunden im Rolli hier spazieren will.

Sonne gab's gestern aber schon ausreichend ...

Track der Handbiketour vom 26.04.2021

25. April 2021

Quer durch Sachsen

Normalerweise ist das südliche Nachbarland Sachsens mein favorisiertes Tourengebiet für Langstrecken. Vor allem der tschechische Teil des Elbsandsteingebirges sowie das Böhmische Mittelgebirge, aber auch das Lausitzer Gebirge sind mir eine zweite Heimat - das gilt für Land UND Leute.

Nach nun schon einem Jahr, in dem die Herrscher die Menschen mit (sinn- und geistlosen) Verboten drangsalieren, wird es zunehmend schwieriger, sich interessante Handbiketouren bzw. sportliche Herausforderungen auszudenken und sie in die Tat umzusetzen. Dieser Plan stand jedoch noch nie auf meiner Agenda: eine Durchquerung Sachsens von der Süd- zur Nordgrenze. In Verbindung mit An- und Heimfahrt reichte es für einen Langen Kanten, also einer Strecke mit mehr als 200 km Länge.

An Sachsens Südgrenze in Zinnwald-Georgenfeld
(Aufnahmeort)
Zwar sind derzeit die Temperaturen durchaus nicht perfekt für solche Aktionen, doch dafür die Tageslänge umso mehr. Gestern fuhr ich trotzdem bereits kurz vor der Dämmerung um 5.10 Uhr los. Zunächst nahm ich mir den langen Anstieg ins Osterzgebirge vor, denn diese ersten 45 km waren die konditionell anspruchsvollsten. 8.55 Uhr erreichte ich am "kleinen" Grenzübergang in Zinnwald-Georgenfeld den ersten Wendepunkt des Tages. Da standen bereits knapp 800 Hm auf dem Fahrradcomputer.

Nach der langen Abfahrt ins Elbtal - unterbrochen von nur wenigen und kurzen Gegenanstiegen - querte ich die Elbe über das Blaue Wunder bereits gegen halb zwölf. Auf dem nächsten Anstieg knackte ich endlich die 1000-Hm-Marke, bevor ich auf den nicht asphaltierten Waldwege zur Heidemühle in der Dresdener Heide abbog.

Gerade wollte ich mich darüber freuen, wie gut ich in der Zeit lag, da gab es einen lauten Knall. Der Schlauch am rechten Hinterrad war förmlich explodiert. Ich hatte natürlich Ersatz im Gepäck, doch erforderte der Austausch Zeit, in der ich gerne hätte weiter Meter machen wollen. Überdies begleitete mich von nun an ein ungutes Gefühl, weil ich mir keine weitere Reifenpanne mehr leisten konnte. Beunruhigend war dabei für mich vor allem der Umstand, daß die Ursache für den Defekt unklar blieb. Erst zweimal hat bei mir ein Schlauch auf diese spektakuläre Art und Weise seinen Geist aufgegeben. Damals lag es an großer Hitze bzw. der Schlauch war zwischen Reifen und Felge eingeklemmt. So offensichtlich lag dieser Fall diesmal nicht. Deshalb schlich ich auch ziemlich die restlichen Meter auf der Schotterpiste, und es dauerte eine ganze Weile, bis ich wieder etwas sorgloser wurde. Immerhin erwarteten mich noch mehr als 100 km Strecke.

Bei Kilometer 132,5 folgte die nächste unangenehme Überraschung. Nach bangen Minuten auf einer weiteren Schotterpiste  (Grund: s.o.) stand ich im Zschornaer Teichgebiet plötzlich vor einem Elektrozaun, welcher den eigentlich öffentlichen Weg versperrte. Mir blieb nichts weiter übrig, als nach Zschorna zur Straße zurückzukehren. Wäre ich doch nur gleich dort entlang gefahren!

Die Grenze zum Bundesland Brandenburg habe ich schließlich überquert, ohne es zu merken. Es war ja sowieso nur ein kleiner Zipfel an einer Straßenkreuzung hinter Kraußlitz südlich von Ortrand. Ein großes Straßenschild, eine Grenzmarkierung oder ähnliches fehlte hier jedenfalls. Kein Wunder bei einer völlig unbedeutenden Ortsverbindungsstraße ...

Kurz nach 16.00 Uhr wendete ich mein Handbike erneut, diesmal für die Heimfahrt. Die letzten rund 55 km zogen sich durch eine größtenteils langweilige Gegend hin. Allerdings stand ich vor Kleinnaundorf bei km 165,5 wegen einer Straßenbaustelle noch einmal ziemlich ratlos eine Weile herum. Mein Versuch, auf eigene Faust das Hindernis zu umkurven, ging gründlich in die Hose. Einmal mehr mußte ich vom Bock, um mich wieder in befahrbares Gelände zu "retten". Kurz danach kamen jedoch zwei Radler, die mir ihre Hilfe anboten und mit deren ausgiebiger Unterstützung ich die Stelle passieren konnte. Sonst hätte ich einen weiteren Umweg fahren müssen.

Insgesamt verlor ich am Sonnabend wohl 1,5 Stunden für solcherart ungeplante Eskapaden, so daß ich erst kurz nach Sonnenuntergang zuhause einrollte. Ich sehe die Sache trotzdem positiv: einmal mehr wurde ich darin bestärkt, mir stets einen Zeitpuffer für lange Touren zu reservieren.

Lieber zeitiger aufstehen, als zu spät ankommen!

Track der Handbiketour vom 24.04.2021

20. April 2021

Grüße von der Bundesregierung

Am Montag habe ich meine erste Langstrecke des Jahres absolviert. Ziel war der Kottmar im Lausitzer Bergland, an dessem Berghang sich die Quelle der Spree befindet. Die Tour stand schon längere Zeit auf meiner Wunschliste. Meine ursprünglich geplante Strecke verlief jedoch durch den Schluckenauer Zipfel (Šluknovský výběžek) unseres Nachbarlandes, das bereits seit knapp 4 Monaten für Deutsche bei ihren Freizeitaktivitäten quasi tabu ist. (Ich habe gerade noch mal nachgeschaut: am 24.12.2020 war ich mit dem Handbike das letzte Mal in der Tschechischen Republik.)

Also mußte ich mich nun auf deutscher Seite an der Grenze entlanghangeln. Dafür konnte ich zwar z.T. auch schöne Radwege bzw. verkehrsruhige Straßen nutzen, aber für längere Abschnitte mußte ich eben auch Bundes- bzw. stark befahrenen Staatsstraßen befahren, wollte ich mich nicht im Zickel-Zackel der lokalen Radwege verzetteln. Denn selbst auf der kürzesten Linie in Deutschland kamen bis zum Tagesziel und Umkehrpunkt immer noch mehr als 70 km zusammen.

Wie in den letzten Wochen bereits unzählige Male erlebt, wurde nach einiger Zeit, in welcher ich in Grenznähe unterwegs war, wieder eine jener SMS-Nachrichten an mein Handy gesendet, die mich jedes Mal erneut auf die Palme bringen. Von meinem Mobilfunkanbieter wird nämlich eine "nette" Erinnerung der Bundesregierung verschickt. Wortlaut: "Die Bundesregierung: Willkommen/Welcome! Bitte beachten Sie die Test-/Quarantäneregeln; please follow the rules on tests/quarantine: https://bmg.bund.de/covid19". Soviel zum Thema "mündiger Bürger"! Offensichtlich halten die Politiker das von ihnen regierte Volk für dermaßen dumm, daß sie es jedesmal darüber belehren müssen, wie sich alle in den ausgerufenen Corona-Pandemie-Zeiten zu verhalten haben. - Vielen Dank!

Die Quelle der Spree am Kottmar (Aufnahmeort)
Die Auffahrt zum Gipfel des Kottmar wurde schließlich vor allem im Mittelstück eine recht knackige Angelegenheit. Da die Forststraße jedoch durchgängig asphaltiert war, ließ sich die Rampe - wenn auch an dieser Stelle nur in kurzen Sprüngen - recht gut bewältigen. Oben gab es jedoch außer einer hölzernen Sprungschanze und der verfallenden Gastwirtschaft inkl. des nicht weniger desolaten (und daher gesperrten) Aussichtsturms nicht viel zu sehen. Dafür konnte ich auf dem Rückweg mit dem Handbike sogar direkt bis zur Spreequelle fahren. Die rund 200 m auf einem breiten Waldweg stellten jedenfalls kein ernsthaftes Hindernis dar.

Die Heimfahrt zog sich danach ganz schön in die Länge und hielt auch noch einige Anstiege bereit, die zwar nicht mehr steil waren, mich jedoch ziemlich schlauchten. Hätte ich eher meine Jacke ausgezogen, wäre ich vielleicht etwas flotter gewesen. Doch trotz reichlich Sonne, schien mir das lange Zeit zu viel des Guten.

Auf den letzten Kilometern machte sich neben der rechten Schulter erstaunlicherweise ebenfalls mein rechter Ellenbogen bemerkbar. Ich hoffe, es lag an der unzureichenden Fahrpraxis in diesem Jahr sowie den vielen Höhenmetern. Denn natürlich habe ich immer noch ein paar Projekte auf der Wunschliste, für die ich topfit sein muß. Dazu der beruhigende Kommentar von einem meiner Abonnenten auf Strava: "Das Jahr fängt ja erst an. Locker angehen."

Recht hat er! 

Track der Handbiketour vom 19.04.2021


18. April 2021

Der Weis(s)heit letzter Schluß?

Nach der allerletzten Skitour der Saison am vergangenen Wochenende folgte gestern die allerallerletzte Runde auf Brettern. Mit Christiane brauchte ich dafür sogar nur bis auf den heimischen Osterzgebirgskamm ins Altenberg-Zinnwalder Wintersportgebiet fahren, denn dort lagen auch schon wieder rund 20 cm Neuschnee.

Wie immer in diesem Winter, starteten wir vom kleinen Parkplatz am Gabelweg an der Rehefelder Straße. Von dort aus hakten wir während unserer Tour bis auf den Wüsten Teich alle markanten Punkte im Gelände ab, ohne dabei allzuviele Meter doppelt auf den selben Wegen zurückzulegen.

Winterfreuden im April auf dem Kahleberg im
Osterzgebirge (Aufnahmeort)
Natürlich waren die Pisten nicht (mehr) präpariert. Trotzdem fuhr es sich leidlich gut, denn fast überall gab es ausreichend verdichtete Spuren durch den nicht allzu tiefen Schnee. Jedenfalls begegneten uns zahlreiche Leute, darunter auch etliche Bekannte. Man hatte schon den Eindruck, daß die ganzen Wintersportverrückten den Schnee bis zum Geht-nicht-mehr für ihr Hobby nutzen. Letztlich gehören wir ja ebenso dazu, vor allem Christiane. Angesichts des regnerischen Wetters waren wir hier oben aber in der besten aller Welten - und die nasse Kälte wollte ich mir im Handbike sowieso ersparen.

Genau 4 Stunden brauchten wir für die knapp 22 km, doch lag das unter anderem an einem wirklich harten Cross-Abschnitt, den Christiane mit mir erstmals testete. Außerdem befuhren wir ein weiteres grenzwertiges Teilstück, weshalb ich den Tourentrack diesmal nicht veröffentliche. Der Spaß an der Bewegung und die Freude über diese besondere Skitour zwei Wochen nach Ostern kam am Sonnabend jedoch niemals zu kurz.

Jetzt darf es aber wirklich gern dauerhaft warm werden!