25. Februar 2025

Richtung: Frühling!

Am vergangenen Wochenende noch -8°C, gestern bereits maximal 15°C - es scheint, daß der Frühling nicht mehr aufzuhalten ist!

Der Wetterumschwung deutete sich bereits am Ende der Woche an, und auch auf meiner Sonnabend-Tour wehte ein teilweise beinahe stürmischer, böiger Südostwind. Gerade am Morgen, auf den windanfälligen Abschnitten bei meiner Fahrt nach Neustadt, mußte ich manchmal ganz schön beißen. Zum Glück schien die Sonne von einem makellos blauen Himmel und wärmte, wo es sonst noch ungemütlicher geworden wäre.

Sehenswerte Sonnenuhr in Schmölln
(Aufnahmeort)
Zeit habe ich an diesem Tag reichlich auf der Strecke gelassen, obwohl das Höhenprofil ziemlich moderat war. Vielleicht lag es zusätzlich auch an der relativ steifen Kette des Antriebs, die nun wohl bald endgültig ersetzt werden muß. Doch mit der fälligen Frühjahrswartung einschließlich der vorherigen gründlichen Reinigung meines Gefährts will ich noch warten, bis die "schmutzigen" Tage der Übergangszeit zwischen Winter und Frühling vorbei sind.

Natürlich hinterließ der erhöhte Kraftaufwand zum Vorwärtskommen bei mir auch seine Spuren. Gerade während der letzten Kilometer auf dem flachen Elberadweg - nun wieder bei strammen Gegenwind - war ich bereits viel zu abgekämpft für einen Schlußsprint. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen.

Nachdem ich den Sonntag zur Regeneration zuhause ziemlich vertrödelt hatte, begab ich mich am Montag noch einmal in die Spur. Erneut lachte die Sonne den ganzen Tag über, doch diesmal fehlte der Wind. Bereits am späten Vormittag kletterte die Temperatur auf zweistellige Werte, selbst am Scheitelpunkt der Tour in rund 500 m NHN blieb es angenehm frühlingshaft. Zum ersten Mal im Jahr 2025 reichten mir beim Fahren am Oberkörper Langarm-Funktionsunterhemd sowie darüber ein Kurzarmtrikot.

Von ganz oben aus war auch die Dunstglocke über dem Elbtal besonders deutlich zu sehen. Die Wetter-App meines Smartphones warnte in diesem Gebiet sogar vor sehr schlechter Luft, also hoher Feinstaub-Konzentration. Als ich bei meiner Abfahrt über das Müglitztal dann in diesen Smog eintauchte, wirkte sich das jedoch nicht spürbar negativ auf mein Leistungsvermögen oder gesundheitliches Wohlbefinden aus. Vielleicht bin ich etwas resistenter dagegen, denn eine Bekannte litt zur gleichen Zeit deutlich unter dieser Luftverschmutzung.

Aufgrund des schönen Wetters erweiterte ich schließlich in Pirna meine Ausfahrt um eine Zusatzrunde nördlich der Elbe. Allerdings scheine ich immer noch nicht meine alte Form wiedergefunden zu haben, denn sobald es aufwärts ging, brach ich leistungsmäßig ziemlich ein. Obwohl ich sonst die Auffahrt durch den Helfenberger Grund (s. Track vom 24.02., km 75,6 - 77,7) wegen seiner (bis auf den Beginn und die Schlußrampe) meist gängigen Steigung ausgesprochen gut bewältige, fiel sie mir gestern immerhin so schwer, daß ich zuletzt mehrere Verschnaufpausen benötigte. Auch auf den restlichen Straßenkilometern bis nach Pirna war ich schon mal viel entspannter unterwegs. Meine linke Schulter, die sich nun immer deutlicher bemerkbar machte, trug dazu nur einen Teil bei.

Hoffentlich bin ich spätestens dann endlich fit, wenn es warm wird.

17. Februar 2025

Zwei-Tages-Vasa

In einige Tagen ist es nun schon wieder fast zwei Jahre her, daß ich gemeinsam mit Christiane und Carsten in Schweden meinen größten Wintersport-Erfolg feiern konnte. An diesem Tag sind wir beim Wasalauf - Öppet Spår måndag 90 km von Sälen nach Mora gefahren. Diese Entfernung habe ich am vergangenen Wochenende auf zwei Skitouren verteilt zurückgelegt.

Am Sonnabend ging es erstmal zu siebent auf die Piste. Für Christane, die an diesem Tag verhindert war, sprangen im Skitandem Carsten (mein "Bremser" vom Wasalauf) sowie Norbert als Gespannführer ein. Wieder bogen wir kurz nach der Grenze auf die neu aufgefahrene und wunderschöne Skitrasse in Richtung der Wüstung Ullersdorf (Oldříš) ab. Als jedoch dort die präparierte Loipe am bisherigen Endpunkt weiter ostwärts führte, kam der Entdeckerdrang durch. Bei diesen fabelhaften Bedingungen mußten wir das unbedingt auskundschaften!

Wie sich bald herausstellte, führten uns die Spuren noch bis kurz vor die Straße zwischen Moldau (Moldava) und Neustadt im Erzgebirge (Nové Město) - immer am Waldrand entlang und daher gewunden. (s. Track vom 15.02., km 6,0 - 9,8) Dort endete zwar die präparierte Piste, doch gab es kurz vorher und (wie sich am Folgetag herausstellte) auch kurz nachher Wege mit für mich gut befahrbaren getretenen Skispuren. Weitere 3,5 km später erreichten wir schließlich die große Wiese mit den Windrädern nahe Neustadt und damit die KLM (Krušnohorská lyžařská magistrála) und uns bestens bekanntes Gelände.

Auf der folgenden Fahrt nach Langewiese (Dlouhá Louka) kamen wir gut voran. Nachdem Carsten am Dreiherrenberg (Vrch tří pánů) nach 15 km die Gespannführung an Norbert übergeben hatte, legte dieser bis zum Ort beinahe einen Sprint hin. Bei diesem Tempo war noch einiges möglich und mein Tagesziel, mit dem ich ein bißchen geliebäugelt hatte, schien erreichbar zu sein. Denn an der Sperrmauer der Talsperre Fley (Fláje) war ich bisher erst ein einziges Mal auf Skiern.

Auf der Staumauer der Talsperre Fleyh - hier
übernahm dann Carsten wieder für die letzten
8 km die Führung (Aufnahmeort)
Norbert, Carsten und ich trennte uns also von den anderen vier, welche auf der kürzeste Route nach Holzhau zurückkehrten, während wir mit einer halben Stunde Vorsprung den Abstecher auf der Straße zur Staumauer unternahmen. Hier gab es nun überhaupt keine präparierte Loipe mehr, sondern vielmehr auf den ersten zwei Kilometern eine ziemliche Buckelpiste auf Altschneeresten mit einer dürftigen getretenen Spur. Später war die Straße dann geräumt, doch das bald zu gründlich. Als wir gegen 16.15 Uhr den Umkehrpunkt an der Mauer erreichten, strahlte die Sonne bereits im goldenen Abendlicht. Eine wirklich schöne Winterstimmung!

Kurz nach Sonnenuntergang waren wir drei dann endlich wieder zurück am Parkplatz, wo wir schon ungeduldig erwartet wurden. Fast eine dreiviertel Stunde hatten die anderen letztlich auf uns warten müssen, bei anziehenden Temperaturen (zuletzt -8°C) für sie bestimmt nicht angenehm. Doch der Ärger hielt sich in Grenzen, denn alle waren bei dieser Tour auf ihre Kosten gekommen. Nach den bisher frühlingshaften Wochen im Februar ein perfekter Tag beim Wintersport!

Sonntags konnte sich dann auch Christine für einen Ausflug auf Brettern freimachen. Ihr Plan war es, bis nach Gören (Klíny) zu fahren. Bis dorthin hatten wir es ebenfalls erst einmal geschafft, bei allerdings sehr guten Untergrundbedingungen. Gestern streikte ich aber bald, nachdem mit Christianes ausgiebiger Hilfe die erste Steilrampe hinter uns lag. Die ab der Kurve dürftige, seitlich abschüssige Spur auf dem sonst völlig verschneiten Wanderweg gab es einfach nicht her, mit vertretbaren Aufwand einen Versuch in Richtung besseres Gelände zu wagen.

Dafür sträubte sich meine Gespannführerin etwas später gegen den langen, anstrengenden Anstieg nach Langewiese, doch konnte ich sie schließlich davon überzeugen. Es war einfach die logischste Strecke, auch wenn ich den Weg ebenso als Saftpresse fürchtete. Immerhin schlug dann am Scheitelpunkt meine Sportfreundin noch den kurzen Umweg über den Wolfsberg (Vlčí hora) und damit weitere Höhenmeter vor.

Am Horizont ein Regenbogen! (Aufnahmeort)
Kurz darauf bremste sich jedoch Christiane beim Überqueren einer Parkplatz-Zufahrt selbst aus. Weil sie ihre Skier dort nicht abgelegt und kurz getragen hatte, mußte sie sich nun für etliche Kilometer mit den abgestumpften Laufflächen ihrer Langläufer herumärgern, sodaß selbst ich die Auswirkungen spürte. Erst nachdem wir meine am Vortag "neu entdeckte" Lieblingspiste erreichten, war dieses Manko endlich überstanden - und zur Belohnung gab's sogar einen Regenbogen.

Kurz vor dem Grenzübergang Battleck (Žebrácký roh) ging die Sonne unter, doch kehrten wir immer noch nicht zum Auto zurück. Bis zum Knacken der 50km-Marke fehlte nämlich inzwischen lt. Computeraufzeichnung nur wenig Strecke, und die wollten wir unbedingt noch machen! Letzten Endes fuhren wir einen großen Teil der Piste neben der inzwischen beleuchteten Straße zum Torfhaus zweimal, damit auch ich dieses Ziel erreichte (Christiane hatte rund einen Kilometer zusätzlich bei der Erkundung des Weiterwegs nach Göhren absolviert). 18.50 Uhr ging ein langer Wintersporttag zu Ende.

40 km + 50 km = 90 km - Vasaloppet!
 

10. Februar 2025

Erhöhte Dosis

Derzeit sieht es so aus, als ob es für mich in diesem Winter nichts mehr mit Skifahren werden würde. Auch am vergangenen Wochenende fehlte allerorten der Schnee in der Region, und auch meine Freunde waren anderweitig ausgebucht. Dafür gab es aber viel Sonne.

Leider mußte ich meine Freitagnachmittagrunde erneut wegen medizinischem Klärungsbedarf kurzfristig abblasen. Immer noch gibt es keine zufriedenstellenden Erklärungen für meinen erhöhten Blutdruck, obwohl dieser durch die stärkere Dosierung des Medikaments gesenkt werden kann. Ich bin diesbezüglich sehr sensibel und merke sofort, wenn mit meinem Körper etwas nicht stimmt. Wenigstens nimmt das meine Hausärztin nicht auf die leichte Schulter - sie wird mir sogar über ihre Verbindungen zu Kollegen eine Untersuchung ermöglichen, auf die ich sonst trotz der Dringlichkeit fast ein ganzes Jahr lang hätte warten müssen. Auch ein Unding unseres (einst) so gepriesenen Gesundheitssystems ...

Aufgrund dieser Umstände entschloß ich mich am Sonnabend wieder für eine zahmere Tour. Während ich eine Woche zuvor entlang der Elbe bis Meißen gefahren war, nahm ich mir nun das Elbtal in Gegenrichtung bis Tetschen (Děčín) vor. Bis zum Umkehrpunkt nach 44 km kamen dabei zwar nur knapp über 200 Hm zusammen, doch erschwerte der auffrischende Südostwind zunehmend das Vorankommen. Umso lockerer rollte es dann allerdings auf den flachen Abschnitten zurück. 

Dabei fuhr ich an diesem Tag mal wieder über Halbestadt auf der rechten Flußseite. Normalerweise meide ich die Strecke, seit ich die Elbfähre zwischen den Königsteiner Ortsteilen wegen der neu errichteten idiotischen Zickzack-Rampe nicht mehr mit dem Handbike nutzen kann. Bei der alternativ möglichen Auffahrt auf die Ebenheit war es bisher nämlich auf den ersten Metern wegen seiner Steilheit und des unbefestigten Untergrund stets ein Roulettespiel, ob man diese Steigung (mit durchdrehendem Vorderrad) schafft. Gestern stellte ich jedoch erfreut fest, daß genau dieser kritische Abschnitt (s. Track vom 08.02., km 73,2 - 73,3) sowie die darauffolgende Kehre nun asphaltiert ist, was diese Ausweichvariante gleich viel gangbarer bzw. attraktiver macht. Freilich, die ca. 14-18% steile und ca. 100 m lange Steilrampe fährt sich trotzdem nicht von allein ...

Kurz vor dem Ziel hängte ich für die Tourenstatistik noch die Schleife über Lohmen an meine Tour. Der zweite nennenswerte Anstieg brachte mir nicht nur die noch fehlenden 10 Kilometer, sondern auch 140 zusätzliche Höhenmeter. Als ich 14.45 Uhr zuhause ankam, fühlte ich mich dennoch nicht ausgelaugt.

Gestern wollte ich eigentlich eine kürzere Ausfahrt unternehmen. Jedenfalls wartete ich, bis es die Sonne über die Berge geschafft hatte und mit ihren Strahlen den leichten Frost abmilderte. Von der ursprünglich für den Freitag geplanten Strecke wich ich aber bald ein erstes Mal ab, indem ich zunächst bis nach Dorf Wehlen fuhr und anschließend meine Tour Stück um Stück bis nach Langenwolmsdorf ausdehnte. Schließlich erreichte ich in Porschendorf wieder meine Route und folgte dem wunderschönen Bahntrassenradweg durch das Schönfelder Hochland bis nach Weißig (s. Track vom 09.02., km 35,3 - 49,3). Im schönsten Sonnenschein herrschte dort zur Mittagsstunde ordentlich Betrieb, hauptsächlich durch Spaziergänger.

Bei der Überquerung der Marienbrücke in Dresden gegen 13.00 Uhr standen dann schon knapp über 60 km auf der Habenseite. Angesichts der Zeit sowie des angenehm "warmen" Wetters (ca. 8°C) gab es nun überhaupt keinen Grund dafür, um direkt auf dem Elberadweg nachhause zu fahren. Denn auch körperlich lief es für mich weiterhin gut. Offenbar bewirkte die erhöhte Dosis meines blutdrucksenkenden Medikaments nämlich, daß ich mich nach wie vor quasi im eigenen Normalleistungsbereich befand. Also legte ich meinen Rückweg über Freital, Possendorf und Kreischa, eine der Standardstrecken für ein paar Extrakilometer und -höhenmeter.

So erreichte ich schließlich auch am zweiten Tag mehr als 100 km Tourenlänge, ohne dies mir vorher explizit vorgenommen zu haben. Und auch diesmal war ich nach dem Zieleinlauf körperlich immer noch fit. Selbst meine vor einigen Wochen vom Skifahren leicht lädierte linke Schulter zeigte keine größeren Spuren von Überlastung, was mich ebenfalls für die beginnende Radlsaison optimistisch stimmt.

Nun hoffe ich nur, bald wieder mein Medizin-Doping herunterfahren zu können ... 

2. Februar 2025

Abgestimmtes Programm

Die nach den ersten Untersuchungen verordneten Maßnahmen meiner Hausärztin zeigen ganz offensichtlich Wirkung - und ich hoffe, daß der morgige Test zur Entwarnung beiträgt. Jedenfalls gab es aus medizinischer Sicht keine Bedenken hinsichtlich weiterer sportlicher Betätigung. Vorsichtshalber paßte ich jedoch mein Tourenprogramm an die aktuelle Situation an. Konkret hieß das: entweder kurz und (normal) bergig ODER lang und flach.

Meine Freitagfeierabendrunde wurde der erste Test. Ohne steile Anstiege, dafür mit einigen Abschnitten, auf denen ich längere Zeit stetig leicht bergauf fuhr, sowie langes Ein- und Ausrollen im flachen Gelände zu Beginn und am Ende. Mit akzeptablem Durchschnittstempo trotz schonender Fahrweise war ich kurz vor dem Dunkelwerden zurück. Das paßte. 

Abendlicher Blich auf das südliche Elbsandsteingebirge - die Bilddominante ist der Lilienstein, direkt
davor die Silhouette des Klettergipfels Lokomotive, am Horizont links dahinter der Hohe Schneeberg
(Děčínský Sněžník, Aufnahmeort)

Am Sonnabend stand Ausdauertraining auf dem Programm. Also eine längere Strecke ohne viele Höhenmeter. Perfekt eignete sich dafür der Elberadweg, dem ich zunächst von Pirna mit Seitenwechsel über das Blaue Wunder bis nach Meißen folgte. Von dort fuhr ich weiter in Richtung Moritzburg, allerdings diesmal über Nieder- und Oberau etwas weiter ausholend. Den kurzen steilen Stich hinauf nach Gohlis ging ich bewußt langsam an, fuhr ihn dafür jedoch ohne Zwischenstop. Dabei hielt ich die Reaktion meines Körpers genau im Blick, doch sowohl Puls als auch Herz(frequenz) machten sich nicht negativ bemerkbar. Freilich blieb aber immer noch viel Luft nach oben.

Eigentlich wollte ich ja über Auer nach Moritzburg fahren, doch im Friedewald passierte ich den Abzweig einer Fahrradstraße. Neugierig bog ich nach links ab, realisierte aber bald, daß diese nordwärts zurück nach Steinbach führte (s. Track vom 01.02., km 64,1 - 66,9). Interessant war dieser gut zu befahrende Abschnitt aber allemal, sodaß ich diesen kleinen Umweg nicht bereute. Gemäß meiner Vorgaben wählte ich für den Heimweg auch nicht die Strecke über Ottendorf-Okrilla oder Weixdorf bis Radeberg und von dort nach Pirna, sondern entschied mich für die konditionell einfachste Streckenalternative über die Landeshauptstadt. Um in Dresden wenigstens die bereits am Morgen befahrene Strecke zu vermeiden, kletterte ich die reichlich 50 Hm auf der Bautzener Straße hinauf und hielt mich danach auch auf dem (orografisch) rechten Elbufer.

Diesmal schaffte ich es nicht ganz bis zum Sonnenuntergang nachhause, doch war ich für diesen Fall gerüstet. Abends konnte ich zusammenfassend feststellen, daß selbst auf dieser längeren Runde keine gesundheitlichen Auffälligkeiten zu beobachten waren und ich sogar den Eindruck einer weiteren Verbesserung meiner körperlichen Fitness hatte.

Deshalb beschloß ich schon am Abend, sonntags ein drittes Mal in Folge eine Runde mit dem Handbike zu drehen. Diese sollte erneut recht kurz werden, dafür mit einer Steigerung der Anforderung hinsichtlich des Bergefahrens. Mit Start und Ziel in Pirna fiel es mir natürlich nicht schwer, eine dafür geeignete Tour zusammenzustellen. Der erste und gleichzeitig längste Anstieg führte mich südwärts bis Raum, danach folgte die Abfahrt in Richtung Königstein, bis ich auf meine "Standard-Rennstrecke" über Cunnerdorf nach Krippen abbog. Statt des Elberadwegs benutzte ich diesmal auf der Rückfahrt zwischen der Elbbrücke Bad Schandau und Königstein die Bundesstraße, was mir ein paar zusätzliche Höhenmeter einbrachte. Ohnehin ist dieser Straßenabschnitt derzeit nur vergleichsweise gering durch den Kraftverkehr frequentiert, weil ja bekanntermaßen der Elbübergang in Bad Schandau nicht benutzt werden darf.

Bereits 13.15 Uhr rollte ich nach reichlich 63 km auf dem Hof ein und hatte noch den ganzen Nachmittag zum Auspendeln vor mir. Angesichts der Tageszeit meine Ausfahrt zu verlängern, stand aber nie zur Diskussion. Obwohl es mir heute in Bezug auf die körperliche Belastung noch besser als an beiden Vortagen ging, spürte ich dennoch auch eine leichte Erschöpfung. Durch überambitioniertes Handeln kann man sich aber ganz schnell erreichte Trainingsfortschritte zunichte machen. Das wollte ich unbedingt vermeiden. - Nun stellt sich mir nur die Frage, ob meine Probleme der vergangenen Tage nicht vielleicht doch einfach auf fehlendes Training zurückzuführen sind. 

Bald werde ich's wissen. 

28. Januar 2025

Nachdenklich

Erst ein einziges Mal bin ich in diesem Jahr zu einer kurzen Handbiketour aufgebrochen. Nach dem Wärmeeinbruch gab es jedoch keinen Grund mehr, diesbezüglich weiter untätig zu bleiben. Weil ich mich am Sonntag zunächst vom langen Auflug des Vortages erholen wollte, startete ich erst gestern. Mit etwas Verzögerung wegen des Durchzugs eines Regengebiets ging es dann endlich am Vormittag los.

Zwei längere Anstiege hatte ich mir vorgenommen, unterbrochen durch die Rückkehr nach Pirna. Hier hätte ich auch die Tour beenden können, deswegen sammelte ich während des ersten Teils immer weiter Kilometer und Höhenmeter. Vor dem zweiten langen Anstieg durch das Seidewitztal nach Liebstadt und dem anschließenden Wechsel über den Höhenrücken ins Müglitztal wollte ich mich aber dann auch nicht drücken, obwohl mir das unbeständige Wetter die Entscheidung nicht leicht machte. Aber ich blieb über den ganzen Tag trotz anderslautender Prognose trocken.

Nach knapp 60 km machten sich erste konditionelle Defizite bemerkbar, kein Wunder bei meiner langen Handbikeabstinenz. Deshalb dachte ich mir nichts weiter dabei, als ich nun beim Bergauffahren etliche kurze Zwischenstops einlegen mußte. Selbst auf dem letzten flachen Abschnitt durch Dresden und Heidenau fühlte ich mich überdurchschnittlich angeschlagen, sodaß ich mich schon auf das Zuhause freute.

Am Abend kontaktierte mich unerwartet mein tschechischer Kamerad. Er hatte sich meine Tour auf Strava angesehen und war beunruhigt wegen meiner hohen Herzfrequenz in dafür ganz untypischen Situationen, z.B. während meiner ersten langen Bergab-Fahrt. Er verglich die Reaktion meines Körpers nämlich mit der eines seiner älteren Sportfreunde (den ich ebenfalls kannte), welcher bei ganz ähnlichen Symptomen Ende 2024 unerwartet ein tragisches Ende genommen hatte. Das machte mich sehr nachdenklich, sodaß ich nun erneut bei meiner Hausärztin und außerdem ebenfalls in der Kardiologie vorstellig werde.

Probleme zu ignorieren, löst diese nicht.

26. Januar 2025

Spuren der Geschichte

An diesem Wochenende sollte es werden! Vor reichlich einem Jahr hatte mich ein Buch über das Leben der Deutschböhmen rund um Gottesgab (Boží Dar) emotional so beschäftigt, daß ich unbedingt mal einige der genannten Orte aufsuchen wollte. Im Winter geht das wahrscheinlich am besten, doch Anfang 2024 klappte es damit nicht, weil der Schnee fehlte.

Am Dreiherenstein (Aufnahmeort)
Außerdem wurde vor ein paar Tagen die gerade erst im Auftrag meines Arbeitgebers (dem Landesamt für Geobasisinformation Sachsen), renovierte historische Grenzmarkierung Dreiherrenstein unterhalb des Keilbergs (Klínovec) der Öffentlichkeit präsentiert, welcher ich nun ebenfalls einen Besuch abstatten wollte.

Die Hauptziele standen also fest, doch Christiane organisierte darüberhinaus uns allen zur Belohnung Abendessen im Sportpark Rabenberg. Von dieser Einrichtung hatte ich schon einiges gehört, weil zwei der Mädels von Christiane und Andreas dort öfters mal zum Trainingslager sind. Begeistert schwärmte meine Sportfreundin auch aus eigenem Erleben von der exquisiten Verpflegung des Hauses. Unter Berücksichtigung einiger Vorgaben kann man hier nämlich auch als Besucher zu Abend essen.

Vor dem Vergnügen wartete jedoch viel "Arbeit" auf uns. Christianes Mann Andreas setzte uns fünf Skifahrer in Gottesgab ab, von wo aus er dann zu seiner eigenen Geocaching-Tour startete. Deshalb mußten wir diesmal auch keine Rundstrecke planen, weil er uns ja später ganz woanders abholen konnte. Als überaus günstig erwies sich zudem, daß ein Seilgefährte von Christiane und Andreas unser bewährtes Dreier-Team (Christiane, Carsten und mich) neben ihrer ältesten Tochter begleitete, denn im Laufe der Tour gab es mehrere Stellen, bei denen ich ausgiebige Unterstützung bzw. Hilfe benötigte.

Auf der Erzgebirgsmagistrale (KLM -
Krušnohorská lyžařská magistrála, Aufnahmeort)
Der Altschnee hatte durch Regen und Wärmeeinbruch inzwischen selbst auf über 1000 m NHN sehr gelitten. Vor allem bei unserem Abstecher zum Dreiherrenstein sowie später auf den ausgedehnten Wiesen bei unserem Weg zur Bergstadt Platten (Horní Blatná) hatte die Schneedecke schon große, braune Flecken. Aber auch im dichten Wald mußten wir einige Male mit Schneemangel und Tauwasser auf den Wegen klarkommen. Bloß gut, daß wir auf alten Skiern unterwegs waren!

Als nach dem Besuch der Überreste des Gasthauses "Wunderblume" unterhalb des Gottesgaber Spitzbergs (Božídarský Špičák) der ursprünglich geplante Weiterweg wegen des fehlenden Schnees unmöglich wurde, entschieden wir uns für eine Abkürzung über die Wiese zur präparierten Skitrasse. Dumm war nur, daß die oberflächlich verharschte Schneedecke nicht nur häufig unter meinen Skiern nachgab, sondern daß vor dem Weg noch ein tiefer, wasserführender Graben überquert werden mußte. Meine Freunde meisterten jedoch dieses Problem mit Bravour und hievten mich schließlich gemeinsam trockenen Fußes über das Hindernis auf die Skitrasse. Spannend war's aber allemal!

Die Kraftausdauer meiner Begleiter war an diesem Tag sowieso etliche Male zusätzlich gefordert. Ob es die ca. 200 m lange Tragepassage von mir im Schlitten durch Gottesgab war, drei Straßenüberquerungen auf die gleiche Art oder aber ganz zum Schluß nach dem Sonnenuntergang die Abfahrt auf einem unwegsamen Wiesenhang hinab zur Straße, wo uns Andreas dann aufsammelte - locker vom Hocker geht anders! Dabei hatte bereits Christiane ordentlich mit mir zu tun!

Trotzdem ließ es sich unser "Neuer", Stefan, nicht nehmen, sich ebenso als mein Gespannführer auszuprobieren. Und er machte seine Sache wirklich gut! Dafür, daß er zum ersten Mal in der aktuellen Wintersportsaison auf Skitour war, erwies er sich trotz der ungewohnten Bewegungsabläufe im Skitandem als sehr ausdauernd. Rund 15 km führte er mich über lange Abfahrten, aber auch steile Anstiege. Ganz sicher profitierte er dabei von seiner Kondition als guter Kletterer.

Auch für unser Mannschafts-Küken Ali war die Tour eine konditionelle Herausforderung. Überdies rieb sie sich in ihren Skischuhen Blasen, was ich mir durchaus schmerzhaft vorstelle. Aber sie ertrug alle Widrigkeiten klaglos und machte ihrer Familie alle Ehre. Als sie vor der Schlußabfahrt während unseres letzten Abstechers nur auf unsere Rückkehr hätte warten müssen (um sich dabei zu erholen bzw. schonen), fuhr sie mit Stefan dennoch bis zu unserem Umkehrpunkt. - Respekt!

Hunger hatten danach alle. Das "All-you-can-eat"-Abendbuffet auf dem Rabenberg war einfach sensationell. So gut und viel habe ich lange nicht mehr gegessen! Da gab es wirklich eine unglaubliche Auswahl an kalten und warmen Speisen zur Selbstbedienung, und zwar für bzgl. des Angebots absolut angemessene 17,-EUR pro Person: Fleisch (u.a. Gänsekeulen, Kaßler, Lamm), Fisch in allen Variationen, Gemüse (warm und kalt), Beilagen (Klöße, Nudeln, Kartoffelsalat), Salate (Obst, Wurst, Fisch), Desserts (Quark, Pudding, Quarkkeulchen mit Apfelmus), Brot, Aufschnitt (Käse, Wurst) usw. usf. - Ich will gar nicht so viel Werbung dafür machen, deshalb verrate ich auch nicht, wie wir zu diesem üppigen Mahl gekommen sind ... 😁

Wir haben's dort jedenfalls recht lange ausgehalten, bevor es wieder zurück in die Heimat ging.

20. Januar 2025

Weite Sicht

Dreimal war ich in den vergangenen Tagen auf Tour, zweimal mit Skiern und außerdem zur Saisoneröffnung im Handbike. Dabei hatte sich die Wintersport-Aktion im Osterzgebirge recht spontan ergeben, denn Christiane wollte an diesem Tag mit unserer Sportfreundin Pia auch eine kleinere Runde im Schnee drehen.

Ich konnte meinen Chef aber von einer "ausgedehnten Arbeitspause" aus dem Homeoffice überzeugen und mich deshalb ihnen anschließen. Für Pia war es das erste Mal seit längerer Zeit, daß sie wieder auf Brettern stand - also haben wir es gleich von Anfang an etwas ruhiger angehen lassen. Ein Abstecher auf dem Kamm in Richtung Mückenberg (Komáří hůrka) schien genau die richtige Strecke für etwas Sport zwischendurch zu sein. Doch nach einem sonnigen Start auf deutscher Seite schwappte in Böhmisch Zinnwald (Cínovec) bald die kompakte Wolkenschicht, welche aus Böhmen gegen die Berge anbrandete, über den Kamm.

Damit wurde es gleich erheblich ungemütlicher, zumal auch der verharschte Altschnee hier oft bretthart war. Bei der von mir immer gefürchteten Buckelpistenabfahrt auf halber Strecke zum Umkehrpunkt (s. Track vom 17.01., km 9,6 - 10,2) kam es dann auch so wie erwartet. Trotz aller Vorsicht (das kritischste Stück war Christiane diesmal von den Skiern gestiegen) kippte ich drei-, viermal in Folge um, da auch Christiane auf dem Eis zu tun hatte, senkrecht zu bleiben. Beim zweiten Sturz lädierte ich mir dabei die linke Schulter, als ich meinen Stock nicht schnell genug freibekam und mir so den Arm verdrehte. Glücklicherweise hatten wir inzwischen bereits das Schlimmste überstanden.

Die letzten 500 m zum Parkplatz unterhalb des Mückenbergs schenkten wir uns wegen der Schneebedingungen dann aber. Nun erwartete uns noch ein langer, steiler Anstieg, welcher auch unter guten Verhältnissen eine echte Herausforderung darstellt. Letztlich entschieden wir uns statt der Rückfahrt auf der bisherigen Strecke für diese Rampe, auch weil hier die Piste für mich besser befahrbar war. Obwohl ich meine angeschlagene Schulter deutlich spürte, kamen wir hier gut durch. Als wir dann am Scheitelpunkt die Wolken hinter uns gelassen hatte, wurde es noch einmal richtig schön. Deshalb schafften wir auch trotz meines zusätzlichen Handicaps unsere geplante Ankunftszeit am Auto. Am Ende dauerte meine Pause bis 16.25 Uhr (zuhause).

Den Sonnabend habe ich dann für meine erste Handbiketour des Jahres genutzt. Vor allem wollte ich auf dieser lockeren Ausfahrt ohne viel Auf und Ab herausfinden, ob und wie ich durch die wahrscheinliche Muskelzerrung im Oberarm bzw. in der Schulter (eine Verletzung von Bändern oder Knochen hielt ich inzwischen für sehr unwahrscheinlich) hinsichtlich der Belastung eingeschränkt bin. Sonntags stand nämlich noch einmal Wintersport auf dem Programm. Knapp über 50 km Strecke reichten mir völlig aus, um festzustellen, daß ich mir und meinen Begleitern tatsächlich den Sonntagsausflug zumuten konnte.

Das schönste Erlebnis hatte ich jedoch am Ortsausgang von Dorf Wehlen. Dort stand eine Gruppe von Wanderern, von denen zwei Leute plötzlich auf mich zukamen. Im Gegenlicht der schon tiefstehenden Sonne konnte ich die Gesichter der beiden nicht erkennen, aber dann sprach mich eine mir wohlbekannte Stimme mit Namen an. Sofort wurde mir klar, wer vor mir stand: Manfred Vogel alias Knox - eine der letzten noch lebenden großen Bergsteigerlegenden aus meiner Region! Es war ein freudiges Wiedersehen! Nach schwerer Krankheit sah es nun bei unserer Begegnung ganz danach aus, als ob er das Schlimmste überstanden hätte. Daß ein solch Großer des lokalen Klettersports sich mit mir auf Augenhöhe unterhielt, kam einer Auszeichnung gleich. Knox ist zwar immer ganz ohne Allüren bodenständig geblieben - auch kennen wir uns schon lange. Wie glücklich es mich aber gemacht hat, daß es ihm wieder besser geht, ist für Außenstehende wahrscheinlich gar nicht nachvollziehbar. Als ich etwas später noch um ein gemeinsames Erinnerungsfoto bitten wollte, war er mit seiner Truppe aber schon weitergewandert.

Sonntags fuhren wir dann mit Carstens Kleinbus zu sechst ins Osterzgebirge nach Holzhaus. Für mich bereits zum dritten Mal in der Wintersportsaison steuerten wir Langewiese (Dlouhá Louka) an, diesmal ab dem Touristengrenzübergang "Battlecke" jedoch auf bisher noch nie vorhandener Piste. Im Gegensatz zum vorangegangenen Sonntag hatte inzwischen ein Pistenbully nicht nur die ausgewiesene Skitrasse, sondern auch eine Loipe entlang des Waldrandes perfekt aufgefahren (s. Track vom 19.01., km 1,8 - 7,1). Nach der Erkundung durch Carsten und seine Familie am Vortag wollten Christiane und ich nun auch mal diese Streckenalternative befahren. Sie erwies sich dabei als eine echte Bereicherung, welche allerdings wohl nicht oft in dieser Qualität befahrbar sein dürfte. Schließlich hatten wir hier in all den Jahren bisher noch nie auch nur ansatzweise eine solche perfekt präparierte Piste vorgefunden.

Kurz vor Mittag wurde es dann richtig warm, und der Schnee damit naß und stumpf, sobald er direkt in der Sonne lag. Für solche Bedingungen hatte jedoch Christiane kein geeignetes Steigwachs parat, sodaß der lange Anstieg weg vom Stausee der Talsperre Fleyh (Flája) im Skitandem ein nicht enden wollender Kraftakt wurde. Christiane versuchte dabei, mit Doppelstocktechnik das Zurückrutschen abschnittsweise etwas auszugleichen. Das gelang, belastete aber umso mehr ihre Schultern und Oberarme.

Blick von Wiesenhang unterhalb des Wolfsbergs
nach Südosten, der "Wolkenturm" stammt vom
Kraftwerk Ladowitz - Ledvice nahe Bilin - Bílina
(Aufnahmeort)
Trotzdem fuhren wir anschließend noch hinauf zum Turm auf den Wolfsberg (Vlčí hora) oberhalb von Langewiese. Während alle meine Begleiter die Aussichtsplattform des Multifunktionsturms erklommen - was quasi ein Muß bei dieser aufgrund der Inversionswetterlage ausgezeichneten Fernsicht bis zum Keilberg (Klínovec) und ins Riesengebirge (Krkonoše) war - konnte ich dann etwas später vom Wiesenhang unterhalb des Bergs ebenfalls zumindest über das Wolkenmeer in Richtung Süden schauen. Mindestes dreimal herrschten übrigens in der aktuellen Saison auf meinen Skitouren bisher solche Bedingungen.

Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie sehr diese dichte Wolkendecke die Tschechen nervt, die in den tieferen Lagen bereits wochenlang ganz ohne Sonne darunter ausharren müssen.