27. Mai 2022

Himmelfahrtskommando

Es wurde aber auch wieder mal Zeit! - Bereits Anfang der Woche hatte ich den Plan für meinen zweiten Langen Kanten des Jahres zusammengestellt. Noch blühen die Rhododendren, daher wollte ich im äußersten Nordosten Sachsens (welches bei der Neugründung der Bundesländer nach einer Einwohnerbefragung in den Freistaat eingegliedert worden war) den Kromlauer Park mit seiner bekannten Rakotzbrücke besuchen. Bisher war ich dort zweimal, 2020 wurde dort gerade die Hauptattraktion generalüberholt. Außerdem war das ein prima Vorwand, nicht zuviele Höhenmeter auf den mehr als 200 km schrubben zu müssen.

Kurz nachdem es hell geworden war, fuhr ich los und kam gleich gut in die Gänge. Selbst als die ersten 300 Höhenmeter hinter mir lagen, hatte ich nur einen geringen Rückstand auf meinen Virtual Partner mit 15,2 km/h. Das Wetter paßte mir aber auch ausgesprochen gut in den Kram. Der immer mehr auffrischende Wind aus Südwest würde mir allerdings auf dem Rückweg das Vorwärtskommen erschweren. Doch bis dahin konnte sich ja auch noch etwas ändern, hoffte ich.

Das Landschaftsarchitekturensemble im Rakotzsee,
unter dem Brückenbogen im Hintergrund der klassische
Fotostandpunkt (Aufnahmeort)
Bereits vor 11.15 Uhr rollte ich nach 109 km in Kromlau ein, sah dort aber auch schon das Dilemma. Denn bei diesem schönen Frühlingswetter war ich nicht der einzigste Besucher. Wahre Menschenmassen wälzten sich durch die Parkanlage, von der Magie des Ortes - wie ich sie 2016 erlebt hatte - blieb da nichts mehr übrig. Um das klassische Bildmotiv mit meiner Handykamera einzufangen, kam ich noch nicht einmal an den Fotostandpunkt. Da habe ich eben das Ensemble aus Brücke und Steinsäule von der Gegenseite fotografiert ...

Dann nichts wie weg, solche Touristenansammlungen liegen mir überhaupt nicht! Nun mußte ich mich jedoch mit dem Wind auseinandersetzen. Zunächst rollte es noch flach und recht entspannt meist auf separaten Radwegen durch die Wälder der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft. In diesem Gebiet gibt es viele Tourenmöglichkeiten für flachlandliebende und straßenscheue Handbiker. 

Bei meiner Vorbeifahrt an Bautzen schlug dann aber der kräftige Wind im offenen Gelände erbarmungslos zu und drückte mein Tempo nachhaltig. In Verbindung mit den ersten Anstiegen auf dem Rückweg mußte ich bis kurz hinter Medewitz (s. Track vom 26.05., km 183) ganz schön kämpfen und ließ dabei eine Menge Federn. Umso mehr motivierte mich das Wissen, daß spätestens ab km 200 alle Messen gelesen sind. Da blieb zum Schluß sogar noch Kraft und Zeit für zwei Extrazackel - nämlich auf dem Radweg von Rückersdorf nach Langenwolmsdorf (s. Track vom 26.05., km 201,2 - 203,2) sowie ab Porschendorf über Lohmen und weiter durch die Herrenleite (s. Track vom 26.05., km 217,3 - 224,5).

Meine Beleuchtung benötigte ich an diesem Tag nicht.

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