28. September 2026

Überraschend steil

Ich bin schon am Sonnabend losgefahren, um mich mit meinem tschechischen Kameraden nahe Vicenza zu treffen. Erfreulicherweise kam ich bereits abends gegen 20.00 Uhr am Ziel an. Statt einer Nacht im Auto, machte es mein Kamerad möglich, daß ich nach Absprache mit dem Hotelier bei ihm in seinem Übergangsquartier übernachten konnte. Diese Unterkunft war zwar nicht barrierefrei, aber Lád'a hievte mich mit viel Engagement hinauf in den ersten Stück, wo er übernachtete. So konnte ich ausgeschlafen gleich am nächsten Tag zu meiner ersten Tour starten.

Die sollte eigentlich flach werden, mit einem Abstecher nach Vicenza. Doch noch am vorhergehenden Abend hatte mein Sportfreund durchaus ernstzunehmende Anstiege mit mehr als 300 m Höhendifferenz in der Nähe von Vicenza entdeckt. Die Colli Berici (dt. „Berici-Hügel“) sind übrigens auch ein Weinbaugebiet in der Region mit geschützter Herkunftsbezeichnung.

Bei der Abfahrt von den Colli Berici erinnerte mich
vieles an die Toskana (Aufnahmeort)
Nach einer flotten Fahrt durch die brettebene Landschaft zwischen Adria und den Alpen nahm ich mir also eine der Auffahrten in diese Hügel vor, nachdem klar war, daß ich heute auf die Begleitung durch Lád'a verzichten mußte. (Er hatte zunächst mein Auto zum gebuchten Quartier überführt, bevor er sich ebenfalls auf's Rad setzte.) Allerdings hatte ich den nun bald folgenden Anstieg komplett unterschätzt. Kurz hinter Sant' Agostino wurde es nämlich richtig steil (s. Track vom 27.09., km 34,3 - 35,8).  Auf 1,5 km mußte ich dabei einen Höhenunterschied von mehr als 170 m überwinden. Ohne die entsprechende (mentale) Vorbereitung kam ich hier an meine physischen Grenzen. Einzige Abhilfe: Stop & Go oder - wie ich es auch bezeichne - Klettern in kurzen "Sprüngen". Doch auch mit dieser Fahrtaktik verausgabte ich mich völlig, sodaß danach lange Zeit jeder weitere Anstieg, also auch flachere, mich zu Verschnaufpausen zwang.

Diese Tour hatte ich nicht vorab geplant, und das rächte sich dann auf dem Rückweg. Denn mein Navi lotste mich meist auf großen und stark befahrenen Fernverkehrsstraßen zum neuen Quartier. Im Gegensatz zur Heimatregion kannte ich mich aber im Gebiet überhaupt nicht aus, weswegen ich der Streckenführung meines Navigationsgeräts ziemlich ausgeliefert war. Dabei hätte man sicherlich auch eine ruhigere und schönere Route finden können.

Am Abend stand schließlich fest, daß ich heute mich von dieser ersten Tour erholen werde, zumal ich gestern nicht in optimaler (gesundheitlicher) Verfassung war. Hoffentlich renkt sich alles wieder ein.

Es warten noch richtige Bollwerke auf mich!

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