Nun, wir sind uns an diesem Tag dann nicht begegnet, doch dafür konnte ich kurzentschlossen etwas auskundschaften. Im südlichen Grenzgebiet zwischen Liebenau, Fürstenau und Müglitz gibt es nämlich neben der Schutzhütte am Schulhübel tatsächlich weitere Unterstände, die für eine spontane Übernachtung geeignet sind. Einer davon befindet sich südlich von Rudolphsdorf in unmittelbarer Nähe zur deutsch-tschechischen Grenze. Das macht diesen allerdings auch sehr attraktiv für Gäste aus dem Nachbarland - als ich gegen 10.00 Uhr an der Hütte eintraf, schälte sich dort gerade ein Pärchen aus den Federn. Da bleibe ich also lieber bei meiner bewährten Unterkunft, welche zudem auch besser für mich zugänglich ist ...
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| Vor Falkenhain öffnet sich ein umfassendes Panorama nach Norden und Osten, hier der Blick zur Dresdner Elbtalweitung. Sogar den Fernsehturm kann man erkennen (Aufnahmeort) |
Denn da stand die nächste Runde an. Wenigstens 9.000 km und 100.000 Hm will ich bis Ende August schaffen, und dafür muß ich das inzwischen spätsommerliche Wetter nutzen. Früh ist es inzwischen zwar ziemlich frisch, sodaß ich beim Start Ärmlinge benötigte. Dafür pegelten sich dann im Laufe des Tages die Temperaturen auf für mich optimale Werte um die 20°c ein, was mir schweißfrei zusätzlichen Vortrieb ermöglichte.
Außerdem überlegte ich mir gestern eine Strecke, die meiner Absicht einer schnellen Runde entgegenkam. Zuerst lockeres Einrollen auf dem Elberadweg bis Stadt Wehlen, dann folgten die verhältnismäßig anspruchsvollen Anstiege aus dem Elb- sowie durch das Polenztal. Nach einem Drittel der Ausfahrt standen deshalb schon mehr als die Hälfte der Gesamthöhenmeter auf der Habenseite. Spätestens ab Neustadt in Sachsen jagte ich meinen Virtual Partner des Navis, den ich endlich auf dem langen Gefälleabschnitt zwischen Bretnig-Hauswalde und Großröhrsdorf dauerhaft hinter mich ließ.
Daher durften es auch wieder ein paar Kilometer mehr sein, gleichwohl ich wegen abendlicher Verrichtungen nicht zu spät zurück sein wollte. Die letzten zusätzlichen Zehntel der Durchschnittsgeschwindigkeit kitzelte ich schließlich auf dem Elbradweg ab Pillnitz heraus. Da überholte mich eine Radsportlerin, an welche ich mich bald in den Windschatten hängte. Sie war die perfekte Schrittmacherin - nicht zu schnell, nicht zu langsam. Als ich schließlich in Pirna zur Stadt abbog, bedankte ich mich bei ihr.
Diese freundlich gemeinte Geste war mir ein Bedürfnis.

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