22. August 2026

Nur für Spezialisten

Der Regen kam mit Ansage. Allerdings dann doch viel schneller, als es zunächst nach dem Online-Regenradar zu erwarten war. Für mich hieß das am Ende der gestrigen Feierabendtour eine dreiviertel Stunde Naß von oben.  Aufgrund der immer noch angenehmen Temperaturen ließ sich das jedoch einigermaßen ertragen, bis ich kurz nach Sechs endlich mein Zuhause erreichte.

Bei meinem Start zum vorgezogenen Feierabend schien jedenfalls noch die Sonne, sodaß ich mir über schlechtes Wetter keine Gedanken machte. Ohnehin hatte ich meine Runde ja so konzipiert, daß es auf der Heimfahrt mehrere Abkürzungsmöglichkeiten gab. So gesehen, wäre ich bei der Wahl einer dieser Optionen überhaupt nicht naß geworden, auch wenn ich damit mein Entfernungswunschziel von 100 km nicht schaffen konnte.

Wichtigstes Vorhaben des Nachmittags war die Befahrung des Eselswegs, einem Wanderweg vom Königsteiner Ortsteil Hütten hinauf zur Festung Königstein bzw. zum Parkhaus unterhalb dieser (s. Track vom 21.08., km 64,1 - 65,6). Eine liebe Freundin hatte mich gebeten, diese Strecke zu erkunden, weil demnächst ein rollstuhlfahrender Reiseblogger dort mit seinem elektrischen Zuggerät zur Festung "wandern" möchte. Meine letzte und bisher einzige Befahrung lag aber schon einige Zeit zurück, und deshalb erinnerte ich mich nur daran, daß dies auf Rädern prinzipiell möglich ist.

Auf dem Eselsweg zur Festung Königstein
(Aufnahmeort)
Die Anfahrt über 64 km - natürlich auf einem riesigen Umweg - verlief erneut überdurchschnittlich flott. Derzeit bin ich offenbar gut in Schwung. Wie zu vermuten, änderte sich das schlagartig mit Beginn des Wanderwegs. Erst holperiges Sandsteinpflaster, welches teilweise mit Gras und Moos durchsetzt war. Bereits hier drehte hin und wieder mein Antriebsrad durch, nicht zuletzt auch aufgrund der (geschätzten) Steigung von ca. 12%. Nach knapp 100 m wechselte der Untergrund zu groben Schotter bei kaum nachlassender Steilheit. Dabei gab es immer wieder Stellen, wo abfließendes Regenwasser dem Wanderweg zugesetzt und Abflußrinnen gegraben hatte. Erst weitere 400 m später lag dieses unangenehme Teilstück, welches ich ebenfalls nur mit mehreren Zwischenstops bewältigen konnte, hinter mir. Im weiteren Verlauf folgten dann noch mehrere halbwegs gut zu überwindende Steinschwellen zum Ableiten des Regenwassers sowie auf dem an einer Kreuzung rechts abzweigenden schmaleren Wanderweg (den man wegen des gesperrten Hauptweges benutzten muß) eine für den Rollstuhl eigentlich zu schmale Spurrinne und anschließend ein lehmiger Hohlweg mit für die Bodenhaftung grenzwertiger Steigung. Insgesamt waren bei diesem Anstieg auf 1,5 km rund 120 Hm zu überwinden, was (in Verbindung mit dem längeren flachen Wegabschnitt) - für sich gesehen - bereits dessen Anspruch offenbart. Wer hier auf Rädern hinauf will, sollte über einige Erfahrung im schwierigen Gelände verfügen, um nicht in Teufels Küche zu geraten. Obwohl ich letztlich nicht die Möglichkeiten seiner eingesetzten Technik kenne, rate ich dem Rollifahrer also dringend davon ab, ganz ohne Begleitung über den Eselsweg zur Festung Königstein zu fahren.

Rund fünfunddreißig Minuten hielt mich dieser Anstieg inkl. Pausen und umfangreicher Fotodokumention auf - Zeit, die ich zum Schluß hätte gebrauchen können, um trotz Extraschleife vor dem Regen nachhause zu kommen. Umglücklich war ich trotzdem nicht, denn nun bin ich wieder auf dem aktuellen Stand, was diese alternative Zufahrt zur Festung Königstein betrifft. Meinen Sollvorgaben für's Training hat es übrigens auch nicht geschadet.

Alles gut!

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