30. August 2026

Zwei Schlösser zu zweit

Für den frühen Abend hatte sich am Freitag nun mein Sportfreund angekündigt, trotzdem blieb ausreichend Zeit für eine Feierabendtour nach der Arbeit. Zum letzten Mal konnte ich dabei in diesem Jahr bereits kurz nach Elf losfahren, denn ab nächster Woche gelten bei meinem Brötchengeber wieder andere Arbeitszeiten.

Das paßte übrigens auch gut zum Wetter, da es nachmittags immer unbeständiger wurde. Als ich am Umkehrpunkt hinter Langenwolmsdorf das Regenradar konsultierte, sah es dann überhaupt nicht gut aus, und bald darauf näherte sich mir die schwarze Wand bedrohlich schnell. Der ursprüngliche Plan landete also in der Tonne, auf kürzestem Wege ging es jetzt in Richtung Pirna. Wenn schon naß werden, dann so wenig wie möglich. Zum Glück streifte mich das Starkregengebiet aber nur. Weil in Pirna schon wieder die Sonne schien, fuhr ich schließlich eine dritte Schleife auf der anderen Elbseite, bis sich erneut Regen ankündigte.

Konditionell etwas durch die wetterbedingten Sprinteinlagen angeschlagen und das baldige Treffen mit meinem Sportfreund im Hinterkopf, ließ ich mich diesmal auf keine weiteren Umwege ein, auch wenn ich dadurch nicht mein gewünschtes Streckenziel erreichte. Dafür konnte ich am Abend meinen Besuch sogar etwas zeitiger begrüßen. Beim anschließenden gemeinsamen Abendessen im "Babička" und dann während der Nachbereitung zuhause wurde es sehr spät.

Vor dem Jagdschloß Moritzburg (Aufnahmeort)
Jens ist kein Frühaufsteher, doch auch ich kam diesmal am Sonnabend erst spät aus den Federn. Doch für unsere gemeinsame Ausfahrt hatte ich sowieso keine kraftraubende Aktion bzw. lange Strecke vorgesehen, sondern nur eine entspannte Runde zum Jagdschloß Moritzburg. Bis auf die touristischen Höhepunkte kannte mein Begleiter nämlich dieses Gebiet überhaupt noch nicht.

Außerdem stellte ich diesmal besonders schöne und verkehrsruhige Abschnitte zu einer Rundtour zusammen, welche selbst vielen Einheimischen nicht sofort einfallen würden. Der asphaltierte, teils betonierte Radweg zwischen Wallroda und der Stadtrandsiedlung von Radeberg durch meine Lieblings-"Oase" in dieser Region (s. Track vom 29.08., km 28,8 - 30,3) durfte dabei natürlich nicht fehlen.

Die zweite Hälfte der Tour hielt dann nur noch wenige, kurze Anstiege bereit, auch lag ich zu dieser Zeitpunkt hinsichtlich der bewältigten Höhenmeter hinter meiner 1%-Regel (1000 Hm auf 100km) zurück. Eigentlich hätten wir daher schneller sein müssen, als auf meinen beiden vorangegangenen Ausfahrten. Dem war aber nicht so. Bei vollem Tempo im Wettkampfmodus sich noch zu unterhalten, funktioniert einfach nicht. Es gab so viel zu erzählen, wir sehen uns ja eher selten. Daß ich auf dieser Fahrt ebenfalls viel mehr Flüssigkeit benötigte und es zum Schluß trotzdem etwas im Hals kratzte, brauche ich wohl nicht gesondert zu betonen.

Diesmal stand jedenfalls nicht die Leistung im Vordergrund, die gemeinsame Zeit mit meinem Kameraden war mir ungleich wichtiger. Ich bin so oft ohne Begleitung auf Achse, da genieße ich den Austausch umso mehr. (Wobei mir diese Solo-"Trainingstouren" aber auch unentbehrlich sind, weil ich mich dann ganz auf meine Leistung fokussieren kann.)

Nun ist Jens wieder weg, für ihn geht es heute zurück in Richtung Chemnitz. Ich aber habe mich über sein unerwartetes Gastspiel sehr gefreut!

PS: Sieht dieser Mann aus wie über 70?!

Keine Kommentare :