7. April 2026

Schmetterling über Ostern

Der erste Härtetest der noch jungen Radsportsaison liegt hinter mir. An den vergangenen vier Tagen habe ich auf 4 Touren 450 km zurückgelegt und dabei außerdem 4360 Hm bewältigt. Für den Anfang ist das durchaus akzeptabel, zumal ich mit 15,3 km/h auch meine Anforderung hinsichtlich der Durchschnittsgeschwindigkeit erreichen konnte.

Leider gab es am ersten Tag auch eine unangenehme Überraschung. Nach der Wartung in der Karwoche rollt mein Gefährt zwar wieder wie am Schnürchen, doch dafür habe ich ein neues Problem entdeckt. An der Gabel meines Handbikes ist ein Riß an einer Befestigung entstanden, der demnächst einen Austausch erforderlich machen wird. Das größte Problem sind dabei für mich nicht die Kosten, sondern die Schwierigkeiten der Ersatzbeschaffung. Dieses wichtigste Teil eines solchen Sportgeräts ist nämlich nahezu kundenspezifisch dimensioniert, weshalb ich vermute, daß das Teil beim Hersteller eben mal nicht einfach so vorrätig ist. Inzwischen habe ich auch einen Tip für eine mögliche Alternative von einem anderen Handbiker erhalten - mal sehen, wie ich das alles eintakten kann. Für die nächste Zeit muß die Gabel aber noch durchhalten, sonst ist die Saison für mich gelaufen, bevor sie so richtig begonnen hat. Immerhin scheint das Problem schon längere Zeit zu bestehen, jedenfalls nach den Symptomen zu urteilen.

Erstes Grün auf dem Weg von Possendorf zur
Babisnauer Pappel (Aufnahmeort)
Das Wetter war mir über Ostern aber durchaus wohlgesonnen. Zwar mußte ich auf meiner zweiten Tour in Wilschdorf nördlich von Dresden rund 50 Minuten vor einer Bäckerei unter einem Sonnenschirm ausharren, weil ein stetig weiter anwachsendes Regengebiet seine Schleusen geöffnet hatte. Doch blieb das die einzige Schlechtwetter-Episode, auch wenn mir der stramme Nordwestwind vor allem am Ostersonntag und -montag auf der Heimfahrt das Leben schwer machte. Inzwischen färbt die erste Sonnenbräune mein Gesicht.

Außerdem erlebte ich am Sonntag die sorbischen Osterreiter in Wendischbaselitz geradezu hautnah. Ich hatte nämlich die Gegebenheiten bei der Prozession unterschätzt und mich mit meinem Handbike bei meinem zweiten Zwischenstop zunächst viel zu dicht am Straßenrand positioniert. Als die Reiter mit ihren Pferden dann (mir entgegenkommend) vorüberzogen, fehlte manchmal nicht mehr als ein halber Meter zwischen mir und den Pferdebeinen. Die Pferde standen aufgrund des Umzugs sowie der vielen Menschenmassen sowieso schon erheblich unter Streß, und nicht jeder Vierbeiner blieb gelassen. Einmal schlug ein (ansonsten ruhig scheinendes) Pferd mehrmals neben mir mit dem linken Hinterlauf aus - das hätte für mich bzw. mein Handbike auch übel ausgehen können. Trotzdem konnte ich mich nicht so einfach zurückziehen, denn diese Bewegung in ihrer unmittelbaren Nähe wäre wahrscheinlich erst recht nicht gut bei den Tieren angekommen. Wenigstens hielt ich meine im Wind flatternde Signalfahne fest, die nun nicht mehr die Vierbeiner ängstigte. Sobald dann mal eine Lücke im Prozessionszug kam, suchte ich mit Unterstützung einer Zuschauerin schleunigst einen sicheren Platz weiter weg vom Geschehen auf. Diese Prozession war unvermutet auch für mich ziemlich nervenaufreibend geworden.

Zum Abschluß meiner Radel-Ostern fuhr ich gestern über den Höhenzug des südlichen Elbsandsteingebirges ins Böhmische. Ich hatte nämlich festgestellt, daß die drei Touren zuvor auf der Karte wie drei Flügel eines Schmetterlings mit dem Körper bzw. Zentrum in Pirna aussahen. Nun fehlte nur noch der rechte hintere Flügel, also eine Tour in Richtung Südosten. Obwohl ich konditionell nicht mehr ganz frisch war, raffte ich mich deshalb zu dieser Abschlußaktion des langen Sportwochenendes auf, bei welcher die letzten 40 km im Elbtal wegen des stürmischen Gegenwindes die größte Herausforderung wurden.

Sobald es am Morgen etwas wärmer wird, bin ich nun endlich auch für längere Touren bereit.

30. März 2026

Nah, doch (bisher) unbekannt

Kurz vor Ostern bekommt mein Handbike die längst fällige Jahreswartung. Deshalb habe ich  den vergangenen halben Freitag und Sonnabend genutzt, um mein Gefährt gründlich zu reinigen. Das ist immer für mich so eine Art Haßliebe-Aktion, und jedesmal bin ich froh, wenn's hinter mir liegt.

Natürlich lag es nahe, bis zur Wartung nun "handbikefrei" zu nehmen, will ich doch meinem Mechaniker nicht möglichen neuen Dreck am Rad zumuten. Als Alternative bot sich ein Ausflug mit dem Rolli an. Daher verabredete ich mich mit meiner Wanderfreundin Ute für den Sonntag. Leider sah es morgens erstmal ziemlich trübe aus, weswegen wir uns zunächst gegenseitig motivieren mußten.

Blick von der Wettinhöhe westwärts über Pirna
bis nach Dresden (Aufnahmeort)
Doch nachdem wir gegen Mittag gestartet waren, entwickelte sich unsere Wanderung bald zu einer echten Entdeckungstour. Ursprünglich nur als Spaziergang durch den Stadtwald der Pirnaer Viehleite geplant, packte mich die Neugier. Den letzten Anstoß dazu gab das Kartenstudium vorort. Bisher hatten wir nämlich gemeinsam bereits die Sandsteinpflaster-Steilrampe ab dem Abzweig der Dr.-Friedrichs-Höhe von der Hohen Straße mit zwei kurzen Rastpausen ganz gut gemeistert, was Mut für mehr machte.

Vom Ende dieses Sträßchens mühten wir uns nun weiter hinauf, um zum Aussichtspunkt Wettinhöhe zu gelangen. Dort waren wir beide noch nie, ich selbst auch nicht zu Fußgängerzeiten. Ohne Hilfe würde ich das heutzutage nicht schaffen, aber mit Ute klappte es prima.

Die Baustelle der der Gottleubatalbrücke, am
anderen Ende sieht man das Portal des
Kohlbergtunnels (Aufnahmeort)
Die Anstrengung lohnte sich auf jeden Fall, denn nach dem kurzen Picknick auf der Aussichtsplattform wanderten wir entlang der Abbruchkante noch weiter an der Abendrothgrotte vorbei bis zur Ecke oberhalb der gerade im Bau befindlichen Gottleubatalbrücke der südlichen Ortsumfahrung von Pirna. Zwar konnte ich nicht direkt zum Felsüberhang der Grotte hinab, doch dafür half uns zusätzlich ein junger Mann, welcher gerade mit seiner Begleiterin dort ankam, über ein kleineres Hindernis an der Brückenbaustelle. Der Blick zur neuen Brücke war mindestens genauso eindrucksvoll, wie zuvor die Aussicht von der Wettinhöhe über Pirna bis nach Dresden.

Nach unserer Rückkehr zum Hauptwanderweg, folgten wir diesem dann schließlich noch bis Rottwerndorf, um dort auf einen der tiefer gelegenen Hangwege den Rückweg anzutreten. Irgendjemand hatte Rastplätze am Weg mit kleinen, netten Ostergrüßen dekoriert. Da saß beispielsweise ein Osterhasenpüppchen auf der Bank, es gab Forsythien in einer eierschalenförmigen Vase oder auch ein Arrangement mit (Keramik)Eule, Weidenkranz und weiteren kleinen Utensilien auf einem Baumstumpf. - Mit viel Liebe gestaltet und sehr hübsch!

Zudem lachte uns nun immer mehr die Sonne vom Himmel herunter, sodaß tatsächlich schon beinahe Osterstimmung aufkam. Große Blütenteppiche mit Buschwindröschen, dazu gelbe und blaue Blümchen und einmal sogar einen rot blühenden Strauch steuerte die Natur zur Zier bei. Beide freuten wir uns, daß wir am Vormittag unseren Trägheitsmoment überwunden hatten.

Passend zum ersten Tag der Sommerzeit.

24. März 2026

Sonne, Lust und Wasser

Bei immer besserem Wetter war ich in den vergangenen Tagen gut dabei und liege somit hinsichtlich der Saisonvorbereitung voll im Plan.

Freitags sah es allerdings zunächst nach Regen aus, und das Wetterradar meiner Smartphone-Anwendung zeigte Regengebiete im Anmarsch. Deshalb schraubte ich meine Erwartungen nicht zu hoch. Immerhin schien es nördlich der Elbe einigermaßen trocken zu bleiben, ein Grund mehr für eine entspannte Feierabendrunde in diese Richtung.

Der Regen kam nicht - aber mit fortschreitender Tageszeit wurde es zunehmend ungemütlicher für mich, denn offensichtlich war ich insgesamt zu leicht bekleidet. Dabei hätte ich abends bei aufklarendem Himmel Handschuhe, lange Unterhosen sowie eine weitere Bekleidungsschicht am Oberkörper gut gebrauchen können. Vor allem in den Fingern zwickte bald schmerzhaft die Kälte, die ich nun leider bis zum Ende der Tour ertragen mußte. Selbst in der warmen Wohnung dauerte es anschließend noch geraume Zeit, bis ich meinen Wohlfühlbereich erreichte: im Bett.

Den Sonnabend ließ ich diesmal für sportliche Aktivitäten aus. Abends stand ein Termin an, außerdem schien es naß zu werden. Tatsächlich weichte mich der Regen kurz nach dem Mittag gründlich ein, als ich einige Besorgungen erledigte.

Dafür begannen die beiden folgenden Tage bereits am Morgen mit viel Sonnenschein. Aufgrund der Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt hatte ich es aber überhaupt nicht eilig. Immerhin packte ich Handschuhe in den Tourenrucksack, auch lange Unterhosen sowie am Sonntag sogar mein langärmeliges Funktionsunterhemd mußten sein.

Am zweiten Wochenendtag nutzte ich die nicht alltägliche Gelegenheit, die Staumauer der nahegelegenen Talsperre Bad Gottleuba (s. Track vom 22.06., km 19,6)  mit dem Handbike zu befahren. Normalerweise ist der Zugang zum Bauwerk sowie zu dessen Betriebseinrichtungen gesperrt, doch zum sogenannten Tag des Wassers sowie anläßlich des 50. Jubiläums der Fertigstellung der Anlage öffnete die Landestalsperrenverwaltung Sachsen die Tore zum Gelände. Trotz der vielen Leute war dieser Abstecher der eigentliche Höhepunkt meiner sonntäglichen Ausfahrt.

Das romantisch gelegene Hotel "Forsthaus"
im Kirnitzschtal (Aufnahmeort)
Die danach noch fehlenden rund 80 km bis zum obligatorischen Hunderter sammelte ich schließlich weiter östlich - erst auf Standardstrecken durch die südliche Sächsische Schweiz, dann auf meiner Fahrt durch das Kirnitzschtal sowie der Panoramastraße zwischen Lichtenhain und Altendorf (s. Track vom 22.03., km 68.5 - 72.6) - bevor es wieder gen Heimat ging. Noch vor 17.00 Uhr rollte ich zuhause auf dem Hof ein. Zwar hätte ich im warmen Sonnenschein noch ein paar Extrakilometer sammeln können, denn auch die eigene Kraftausdauer gab es her. Meine Energiereserven sparte ich mir aber lieber für die nächste Handbiketour anderntags und genoß dafür den späten Nachmittag und Abend bei einer Tasse Kaffee.

Deshalb lief es montags gleich von Beginn an prächtig. Zugegebenermaßen lag das nicht zuletzt auch am Streckenprofil. Im Großen und Ganzen vermied ich nämlich steile Auf- und Abfahrten, wobei mein Augenmerk hauptsächlich auf gemäßigtem Gefälle lag. So wollte ich die Bremsbeläge meiner hydraulischen Scheibenbremse schonen, die sich bereits am Ende meiner Sonntagsrunde unüberhörbar bemerkbar gemacht hatten, weil während des Bremsens immer mehr Metall der Trägerplatten auf der Scheibe schliff. Bis zur Frühjahrswartung meines Gefährts Anfang April sollte die Bremse trotzdem noch durchhalten.

Als ich nach meiner Fahrt durch den Schluckenauer Zipfel (Šluknovský výběžek) kurz nach Zwei bereits in Sebnitz eintraf, bog ich zum ersten Mal für ein paar zusätzliche Kilometer und Höhenmeter nach links ab. Den zweiten Umweg gönnte ich mir schließlich zehn Kilometer vor Ultimo, womit ich außerdem meine Tourenstatistik in Bezug auf die absolvierten Anstiege wunschgemäß komplettierte.

Damit habe ich alle meine Vorgaben für den Handbiketourenmonat März geschafft und kann mich nun (ganz ohne mir selbst Streß zu machen) der technischen Saisonvorbereitung widmen. Dazu gehört auch die Grundreinigung meines wichtigsten Sportgeräts.

Was sein muß, muß sein ...

17. März 2026

Pflichtbewußt

Nach der Tourenpause am Sonntag und bei einigermaßen akzeptablem Wetter gab es am Montag keine Ausreden für Müßiggang. Mit viel Disziplin habe ich inzwischen wieder konditionell zugelegt, und den Fortschritt will ich nicht grundlos zunichte machen. In meinem Alter kann man nur durch beständige Aktivität sein Leistungsvermögen einigermaßen aufrechterhalten. Und das will ich!

Entgegen meiner ersten Überlegungen verschlug es mich gestern erneut südwärts, diesmal in die am höchsten gelegenen Ausläufer des Elbsandsteingebirges an der Grenze zum Osterzgebirge. Nachdem ich im Glasergrund zunächst umkehren mußte, weil die Forststraße durch abzutransportierende Baumstämme blockiert war, steuerte ich über Rosenthal den Touristengrenzübergang Eulenthor an.

Für die bequeme Variante des beabsichtigten Hundertes - den Heimweg ausschließlich über den Elberadweg - hätte ich nach der langen Abfahrt in Tetschen (Děčín) schon etwa 56 km Strecke zurückgelegt haben müssen. Gegen Mittag waren es dort aber erst 50 km. Also nahm ich mir eine zusätzliche Minirunde ab Bad Schandau vor, die mich nach Goßdorf-Kohlmühle bringen sollte.

Auf dem Weg nach Deutschland wurde es jedoch immer dunkler am Himmel, und als ich endlich das Online-Regenradar auf meinem Handy inspizieren konnte, sah es überhaupt nicht gut aus. Immerhin schaffte ich es noch rechtzeitig bis zu einem Unterstand am Busbahnhof der Stadt, bevor kräftiger Regen niederging. Der dauerte dann allerdings gar nicht lange, sodaß ich den Umweg wie geplant in meine Tour einbauen konnte. Der Abschnitt zwischen Kohlmühle und Porschdorf durch das hier felsige, enge Sebnitzbachtal (s. Track vom 6.03., km 74,9 - 77,3) ist übrigens landschaftlich sehr empfehlenswert, auch weil das schmale Sträßchen als (derzeitige) Sackgasse im wesentlichen nur von den Bewohnern des Ortsteils benutzt wird.

Für die letzten Kilometer nachhause auf dem Elberadweg benötigte ich bei teilweise mäßigem Gegenwind reichlich1,5 Stunden, denn so ganz frisch fühlte ich mich nicht mehr. Auch wenn ich diesmal leistungsmäßig nicht an die Vortouren anknüpfen konnte, habe ich aber das Beste daraus gemacht. Anfang April bringe ich mein Gefährt zur Frühjahrswartung, bis dahin werde ich mit den technischen Ursachen dafür leben können.

Körperlich bin jedenfalls schon gut in Schwung.

15. März 2026

Frühlingsgefühl

Die Tage vor dem angekündigten Kälteeinbruch (oder vielmehr der Rückkehr zu den für diese Jahreszeit üblichen Temperaturen) wollten genutzt sein. Am Freitag gab die Sonne außerdem eine schöne Abschiedsvorstellung.

Den ersten Tourentag nach einer langen (körperlichen) Erholungsphase, wie z.B. der Arbeitswoche, kann ich kräftemäßig immer so richtig aus dem Vollen schöpfen. Also bin ich auch diesmal nachmittags zunächst nach Süden in die Berge gefahren. Schon während des langen ersten Anstiegs hatte ich ein gutes Gefühl, und im Kurzarmtrikot die volle Bewegungsfreiheit.

Blick über die Häuser von Goes zur
Gottleubatalbrücke und nach Pirna, links über
den Wiesen die runde Kuppe des Kohlbergs
(Aufnahmeort)
Also bin ich bereits nach 30 km von meinem Plan abgewichen und nahm mir stattdessen die 12%-Rampe von Oberschlottwitz nach Berthelsdorf vor. Mit 150 Hm auf 1,5 km (ja, das sind durchschnittlich nur 10%!) ist sie ein guter Gradmesser der persönlichen Fitness, für die ich diesmal etwa 23 Minuten benötigte. Ab Liebstadt wechselte ich über den nächsten Höhenrücken ins benachbarte Tal, und vor Pirna ging es schließlich noch einmal kurz bergauf. Lohn dafür war das herrliche Panorama oberhalb von Goes über das Gottleubatal mit der neu errichteten Talbrücke der (noch nicht fertiggestellten) Ortsumgehung bis hinein nach Pirna.

Auf der zweiten Schleife kletterte ich nördlich der Elbe erneut von etwa 150 m NHN bis auf über 330 m NHN, um dann in der Elbniederung zwischen Pillnitz und Pirna-Copitz entspannt auszurollen. Diesmal verabschiedete sich die Sonne am Bonnewitz Berg, ca. 14 km vor dem Ziel. Doch bei klarem Himmel wurde es eine romantische Fahrt in die Nacht, bevor ich gegen 19.00 Uhr zuhause ankam.

Gestern hatte ich mir nur eine flache Runde nordwestlich von meiner Heimatstadt vorgenommen. Nach dem Anstieg aus dem Elbtal konnte ich dabei vom teils kräftigen Südostwind profitieren, auch wenn er anfangs noch als Kantenwind von schräg rechts hinten anlag.  Deshalb hatte ich mittags nach 62 km auch schon den nördlichsten Punkt in Ebersbach erreicht, in Coswig kam ich 13.00 Uhr an.

Nun wäre ich lt. Streckenplan eigentlich nur noch an der Elbe entlang nachhause gefahren, doch entschied ich mich aus zwei, besser drei Gründen dagegen. Erstens herrschte auf dem Elberadweg wieder der für diese Witterung übliche Verkehr inklusive der von mir so geliebten Mofafahrer und der nicht viel weniger nervenden Wochenendrennfahrer, die mir beim Überholen unbedingt zeigen müssen, wie schnell sie sein können (nur, um dann wenige Meter vor mir wieder auf ihr wesentlich langsameres Tempo zurückzufallen). Zweitens waren mir die bisher nach 90 km absolvierten rund 750 Hm einfach zu wenig. Und drittens verfügte ich immer noch über genügend Kraftreserven für den Umweg durch Freital nach Kreischa.

Auf den letzten 45 km sammelte ich dabei immerhin weitere 450 Hm, wobei ich es tatsächlich ohne einen einzigen Kilometer auf dem Elberadweg bis Pirna schaffte. In Kreischa hätte ich nämlich im Lockwitztal nordwärts zur Elbe rollen können, genauso in Dohna durch das Müglitztal. Ich aber querte auch dieses, bevor ich erst vom Seidewitztal direkt das Pirnaer Stadtzentrum anpeilte. Viel mehr Strecke, doch vor allem auch Anstiege hätten es an diesem Tag nicht mehr sein dürfen, denn am Ende baute ich ziemlich ab. Mein Trainingszustand ist inzwischen jedoch wesentlich besser geworden, die merkwürdigen körperlichen Auffälligkeiten der ersten Handbiketouren der Saison sind offensichtlich Geschichte.

Das ist doch schon mal gut!

10. März 2026

Wochenauftakt

Nach dem ersten Abstecher der aktuellen Handbikesaison ins Nachbarland am vergangenen Sonnabend war ich gestern nun gleich noch einmal dort unterwegs.

Diesmal diente mir der Ausflug im Böhmische jedoch nur zum Kilometersammeln, denn das industrialisierte und dicht besiedelte Eulautal (Eulau = Jílové) ist für's  Landschaftserleben einfach nicht richtige Platz. Trotzdem nutze ich die stark befahrene Europastraße, welche stetig bergab ins Elbtal führt, immer gern als eine Art "Rennstrecke". Besser sah es da schon mit dem Abschnitt des Elberadwegs von Tetschen (Děčín) bis zur deutsch-tschechischen Grenze an der Mündung des Gelobtbachtals aus, doch gehört dieser dafür zu meinem Standardrepertoire.

Anders verlief der Beginn meiner Tour. Hierbei fuhr ich nämlich erstmal einen kürzeren Umweg zum Warmfahren, in welchen ich außerdem kurzentschlossen die Umgehungsstraße von Friedrichswalde-Ottendorf mit deren Brücke über das Bahretal (s. Track vom 09.03., km 17,5 - 20,5) einbaute. Die fast schnellstraßenartig ausgebaute Direktverbindung ist eigentlich nicht für Fahrräder vorgesehen, obwohl es keine ausgeschilderten Verbote gibt.

Kriegerdenkmal in Papstdorf
(Aufnahmeort)
Auf dem Rückweg durch das Elbtal erreichte ich Krippen bereits gegen 14.00 Uhr. Natürlich hätte ich nun als Extraprogramm nur noch den meist absolvierten Umweg über das Krippenbachtal und Cunnersdorf anhängen können. Aber nach meiner Freßpause entschloß ich mich für die Steilrampe von Krippen hinauf nach Kleinhennersdorf, die ich mir aufgrund einiger Steigungsspitzen bis über 14% nur selten antue. Auch wenn am Ortseingang der anstrengendste Teil geschafft war, kamen doch bis zum höchsten Punkt auf der Straße unterhalb des Gohrischs noch weitere 120 Hm zusammen, womit der Höhenunterschied vom Startpunkt an der S-Bahnlinie in Krippen bis dahin rund 240 m betrug.

Positiv überraschte mich dabei nicht nur der Umstand, daß ich ohne Ermüdungserscheinung oder körperliche Erschöpfung bzw. Kreislaufprobleme diesen kräftezehrenden Anstieg meisterte, sondern dabei noch nicht einmal zu viel Zeit verloren hatte. Auf der folgenden rund 11 km langen Abfahrt nach Königstein, konnte ich deshalb tatsächlich schon wieder fast den gesamten Rückstand aufholen.

Während verbleibenden Strecke bis Pirna ließ ich dann nichts mehr anbrennen.

8. März 2026

Sonnentage

Nun schon mehr als eine Woche dauert das sonnige Frühlingswetter an. Wer da zuhause bleibt oder aus verschiedenen anderen Gründen verhindert ist, das Leben im Freien zu feiern, dem gehört mein Mitleid!

Ich jedenfalls war bereits am Freitag mit dem Handbike unterwegs. Nach dem Arbeitsschluß im Homeoffice stand mir dafür immerhin noch der halbe Tag zur Verfügung. Den nutzte ich für einen Ausflug in das östliche Osterzgebirge. Bis zum höchsten dabei erreichten Punkt in rund 650 m NHN sah ich nicht einen Flecken Schnee mehr, nur auf der Abfahrt nach Lauenstein versteckten sich klägliche Reste davon im Schatten eines Straßengrabens. Der Winter ist wohl endgültig vorbei!

Auf der anschließenden Fahrt durch das Müglitztal nach Heidenau konnte ich soviel Zeit herausholen, daß mir selbst der zweite längere Anstieg über die Grundstraße in Dresden ins nördlich der Elbe gelegene sogenannte Schönfelder Hochland nicht mehr die Statistik verdarb, obwohl ich ihn recht gemächlich anging. Diesen Abstecher gönnte ich mir, weil es einfach zu gut rollte, um auf dem kürzesten Weg zurückzufahren.

Am Beginn des Bahntrassenradwegs (s. Track vom 06.03., km 85,4) ging schließlich die Sonne unter, doch aufgrund des klaren Himmel war es noch so lange hell, daß ich mir bis nach Wünschendorf den Weg nicht leuchten mußte. Kurz nach Sieben kam ich zuhause an.

Auch der Sonnabend begann wieder mit viel Sonne, doch ziemlich kalt. Deshalb wartete ich morgens noch ein bißchen und legte danach meine Strecke so, daß ich mich nicht im Schatten bewegte. Statt des Elberadwegs hieß das, nördlich der Elbe über Lohmen, Rathewalde und Waltersdorf nach Bad Schandau zu fahren. Die 300 Hm (also zusätzliche 200 Hm) hielten mich diesmal allerdings etwas mehr auf, denn nicht nur leichter Gegenwind, sondern auch die Tour des Vortages machte sich konditionell bemerkbar.

Ab Herrnskretschen (Hřensko) begann der schönste Teil der Ausfahrt. Die insgesamt rund 65 km lange Rundstrecke ab Bad Schandau (s. Track vom 07.03., km 22,6 - 87,7) ist nicht nur für auswärtige Besucher des Elbsandsteingebirges ein Erlebnis! Zwar fährt man dabei sehr häufig durch Gebiete, welche aufgrund des vorherigen Borkenkäferbefalls sowie des darauffolgenden großen Waldbrands im Jahr 2022 mit anschließender Beseitigung umsturzgefährdeter Bäume bzw. deren Reste großflächig entwaldet sind, doch tritt dadurch die geologische Vielfalt des Felsengebirges nun umso deutlicher zutage.

Im Prinzip sind alle auf der Karte als Wald gekennzeichneten Flächen vom Kahlschlag betroffen, und das wird auch noch eine ganze Weile so bleiben. Die Wiederbegrünung scheint nämlich nur sehr langsam fortzuschreiten. Immerhin habe ich auf den verbrannten Flächen an der Straße von Herrnskretschen nach Rainwiese (Mezní Louka) erste junge Birkenwäldchen gesehen. Die Birke ist ein Pionier bei der botanischen (Wieder-)Besiedlung vegetationsfreier Landschaften.

An der Straße nach Daubitz (Doubice,
(Aufnahmeort)
Übrigens ist auch das interessante Motiv des Beitragsbildes ein Produkt dieser Geschehnisse. So oft bin ich daran achtlos vorbeigefahren, doch diesmal war ich genau zur richtigen Zeit und bei perfektem Wetter bzw. günstiger "Beleuchtung" vorort. Mit offenen Augen und allen Sinnen entdecke ich immer wieder solche interessanten Stellen - selbst dort, wo ich bereits unzählige Male war.

Schon auf dem Rückweg, gab es im Khaatal (Kyjovské údolí) dann tatsächlich noch einige kurze Passagen mit Schnee am Wegrand und sogar alten Eiskrusten auf der Radtrasse. Ich war erstaunt, wie lange sich die Hinterlassenschaften des Winters hier gehalten hatten. Überdies bremsten mich ebenfalls mehrere schlammige aufgeweichte Abschnitte aus, mit denen ich eigentlich nicht mehr rechnete. Doch nach dem letzten kraftraubenden Anstieg nach Hinterhermsdorf (s. Track vom 07.03., km 65,0 - 67,0) war der anstrengendsten Teil meiner Sonnabendtour überstanden.

Auf der Heimfahrt durch Kirnitzsch- und Elbtal konnte ich nochmal richtig Tempo machen, auch wenn das bis zur Ankunft in Pirna für mein Geschwindigkeitssoll nicht reichte. Insgesamt sehe ich's aber locker. In Abwandlung der Plattitüde "Wer schön sein will, muß leiden" sage ich: Wer schöne Strecken fahren will, benötigt dafür (manchmal) auch mehr Zeit!

Für "mein" Elbsandsteingebirge habe ich die immer!

3. März 2026

Schritt für Schritt ...

... besser im Tritt!

Noch ist es zu früh für längere oder mehrere Touren in Folge, doch meine 2-0-1-Strategie bewährte sich auch diesmal. Nach zwei Unternehmungen am vergangenen Freitag sowie Sonnabend und dem darauffolgenden Ruhetag nahm ich mir gestern dann auch nur eine Mittelstrecke mit unterdurchschnittlichen Anforderungen bzgl. der absolvierten Anstiege vor. Außerdem drückte ich mich vor dem kalten Morgen, indem ich erst etwas später als sonst üblich losfuhr.

Dabei rollte es von Beginn an recht gut, und auch mein Körper machte sich zunächst aufgrund der Belastung beim Bergauffahren nicht in ungewöhnlicher Art und Weise bemerkbar. Erst allmählich reagierte bei anstrengenderen Passagen der Kreislauf, wahrscheinlich jedoch innerhalb des Normbereichs. Möglicherweise bewerte ich diese Rückmeldungen nur übersensibel, weil ich immer noch Parallelen mit anderen mir bekannten Fällen sehe (welche nicht gut ausgegangen sind).

Ein komplett wolkenloser Himmel und nur leichter Wind taten das übrige, damit ich mich wohl fühlte. Mehrmals paßte ich deshalb meine Strecke an. Dabei erkundete ich unmittelbar vor meinem nördlichen Umkehrpunkt sogar zwei für mich bisher unbekannte Straßenverbindungen, die sich als lohnenswert herausstellten (s. Track vom 02.03., km 44,8 - 47,1 sowie 47,6 - 51,0).

Zurück in Dresden, überlegte ich mir, evtl. bei einer Stadtrundfahrt mit anschließendem Umweg über Kreischa zusätzliche Kilometer anzuhängen. Letztlich entschied ich mich dagegen und war daher schon zur späten Kaffeetrinkerzeit zurück.

Nur nicht gleich wieder übertreiben!

1. März 2026

Frühe Wärme

Vor sieben Tagen war ich mit Christiane noch Skifahren, und gestern war es schon so warm, daß mein Kurzarmtrikot völlig ausreichte. Am letzten Tag des Monats Februar stieg die Temperatur bis auf (gefühlt) über 20°C.

Bereits freitags nahm der Frühling Fahrt auf. Auf meiner Nachmittagsrunde blies zwar eine frische Brise aus Südost, doch wurde das nicht so unangenehm, wie befürchtet. Deshalb verlängerte ich stückchenweise meine Tour, obwohl mir die Zeit im Nacken saß. Aber da ich sowieso meine Beleuchtung mitgenommen hatte, reichte es mir, bis zum Sonnenuntergang (um ca. 17.40 Uhr) am linkselbischen Elbradweg in Bad Schandau anzukommen.

Auf dem Elberadweg grüßt in der Dämmerung
der Lilienstein (Aufnahmeort)
Das schaffte ich nicht ganz, hatte bis dahin aber immer noch ausreichend Tageslicht. Erst ab Königstein mußte mir meine Stirnlampe den Weg leuchten. In der Dunkelheit fuhr ich zudem etwas defensiver, weil der begrenzte Lichtkegel die Sicht einschränkte. Unangenehme Überraschungen, wie z.B. Glasscherben oder abgebrochene Äste, wollte ich jedenfalls nicht erleben. Lieber etwas langsamer, als eine Reifenpanne zu dieser Tageszeit. 19.30 Uhr endete mein erster Feierabend-Hunderter der Saison.

Am Sonnabend wartete ich morgens, bis die Sonne genügend Kraft entwickelt hatte, um die Luft zu erwärmen. Erst in der zehnten Stunde fuhr ich los.

Diesmal verordnete ich mir ein Schonprogramm, denn am Tag zuvor gab es einen Vorfall, der mich dazu bewog. Aus heiterem Himmel, ganz ohne äußeren Anlaß bzw. überdurchschnittliche Belastung, stieg da nämlich urplötzlich meine Herzfrequenz von ca. 118 auf 202 Schläge pro Minute. Das äußerte sich bei mir mit Schwindelgefühl und einem schlagartigem Leistungseinbruch, ähnlich einem Außer-Atem-Sein nach einem Sprint. (Erst zuhause stellte ich diese Anomalie bei der Auswertung meiner Herzfrequenzwerte fest.)

Auch gestern lief es immer noch nicht (wieder) rund. Erneut gab es erste Anzeichen von Überreaktion auf Belastung, die sich am Ende dann immer öfter bemerkbar machten. Allerdings regelte ich sofort herunter, sobald ich bei Anstrengung diese Symptome beobachtete. Ich habe jedenfalls keine Lust, daß es mir wie meinem Vater geht, der mit 59 Jahren während der Begehung eines Klettersteigs nach einem Herzinfarkt tot zusammenbrach. Ich bin jetzt 57 ...

Ansonsten freute ich mich des herrlich sonnig-schönen Wetters. Trotz der eben erwähnten Einschränkungen kam ich gut voran, kein Wunder bei meiner nun leichten Garderobe sowie der noch am Morgen frisch gereinigten und geölten Kette.

Für ein paar zusätzliche Höhenmeter kletterte ich nach 80 km nördlich der Elbe noch einmal hinauf ins Schönfelder Hochland. Diese rund 260 Hm auf 27 km kosteten mich allerdings mehr Zeit, als dafür veranschlagt. Erneut konnte ich meine gute Form nicht über dieses letzte Viertel meiner Tour aufrechterhalten.

Daran muß ich arbeiten.

24. Februar 2026

Das ging schnell!

Eigentlich hatte ich am Montag gar keine Tour geplant, denn es sollte ziemlich feucht werden. Doch als es gar nicht so schlecht aussah, wartete ich morgens nur die zwei kräftigen Regenschauer ab und fuhr dann einfach los. Für eine kurze Tour zur Basteiaussicht würde es schon reichen.

Kurz vor halb Zwölf war ich dort und ziemlich erstaunt, daß ich ganz allein auf der Plattform stand. Es ist eben noch keine Hochsaison, und die paar Besucher an einem ganz normalen Wochentag müssen sich beileibe nicht drängeln, um einen Blick von dieser Aussicht zu erhaschen.

Vor der Abfahrt nach Cunnersdorf (Aufnahmeort)
Anschließend spulte ich das Standardprogramm ab, wozu ab Bad Schandau auch regelmäßig der Umweg über Krippen, das Krippenbachtal, Cunnersdorf sowie schließlich über die Täler von Cunnersdorfer Bach und Biela zurück an die Elbe nach Königstein gehört. Daß ich diese Strecke aus mehreren Gründen liebe, hatte ich ja schon oft geschrieben. Kurz vor Cunnersdorf ließ sich auch für einige Zeit die Sonne blicken. Noch zwei Tage zuvor war ich mit Christiane im Skitandem durch eine weiße Winterwelt gefahren, und nun sah ich auf den Feldern das erste frische Grün. Bei erstmals zweistelligen Temperaturen konnte ich getrost meine Mütze im Rucksack verstauen.

Kurz vor Königstein näherte sich mir zwar einer der lokalen Regenschauer, aber das war an diesem Tag trotz unbeständiger Wetterlage das einzige Mal, wo ich ein paar Tropfen abbekam. Deshalb fiel es mir auch nicht schwer, meine Ausfahrt anschließend über Pirna hinaus auszudehnen. Das milde und zunehmend sonnige Wetter mußte genutzt werden! Selbst der inzwischen kräftige Westwind fühlte sich bei weitem nicht so unangenehm an, obwohl ich dann froh war, als er mich auf dem Rückweg schob.

Inzwischen spürbar ausgearbeitet, sammelte ich die letzten Kilometer und Höhenmeter für die Statistik auf meinem zusätzlichen Umweg über Lohmen und konnte dabei dennoch meine Wunschvorgabe hinsichtlich der Geschwindigkeit ins Ziel retten. Mit gut gepflegter Ausrüstung wäre es aber vermutlich leichter gewesen.

Langsam wird es Zeit für den Frühjahrsputz.

22. Februar 2026

Zehn der vierzehn Berge

Am Freitag, dem schönsten Tag der vergangenen Woche mit darüberhinaus perfekten Wintersportbedingungen war ich leider verhindert, doch vor dem großen Wärme- und Schlechtwettereinbruch konnte ich dafür sonnabends noch einmal mit Christiane auf Skitour gehen.

Exponiert ganz oben auf dem Kleinen Lugstein,
an der oberen Kante der Schneefläche nahe der
Sichtgrenze verläuft die KLM (Aufnahmeort)
Ursprünglich wollten wir von Altenberg aus westwärts. Auf dem Weg zur KLM (Krušnohorská lyžařská magistrála) kam mir allerdings schon bald in den Sinn, daß man ja die Gelegenheit für einen Abstecher zum Kleinen Lugstein nutzen könnte, einem der 14 Achttausender des Osterzgebirges. Knapp sechs Wochen zuvor hatte ich mich bereits mit meinen Freunden mit erheblichen Aufwand zum Großen Lugstein gekämpft, oder vielmehr: sie sich mit mir. Der Zugang zum knapp drei Meter niedrigeren kleinen Bruder verlief nun jedoch wesentlich entspannter, denn der Schnee war inzwischen von etlichen Besuchern festgetreten worden. Christiane bugsierte mich im Schlitten sogar noch ganz auf den Gipfel hinauf, sodaß ich von oben über die Bäume hinweg in der Ferne die Skimagistrale erkennen konnte.

Beim Rückweg zur gespurten Loipe schlug meine Sportfreundin dann vor, doch ebenfalls an diesem Tag mit der Traugotthöhe bei Fürstenau einen weiteren Achttausender zu erklimmen. Diese Bergkuppe ist für mich tatsächlich noch schlechter erreichbar - ganz allein ohne Hilfe vermutlich gar nicht, weil selbst in der schneefreien Zeit nur ein steiler Pfad auf den Gipfel führt. Aufgrund der aktuellen Schneebedingungen sahen unsere Chancen aber gar nicht so schlecht aus. Bei der relativ geringen Untergrundauflage von dichtem Pappschnee konnte ich mich nämlich auch im weglosen Gelände abseits der Pisten einigermaßen stabil im Schlitten senkrecht halten.

Auf der Traugotthöhe (Aufnahmeort)
Freilich blieb der Anmarsch zum und Rückweg vom höchsten Punkt trotzdem eine kraftraubende und zeitaufwendige Aktion mit Expeditionscharakter, doch konnte ich damit nun nach dem neunten auch gleich den zehnten Achttausender in meine Gipfelsammlung aufnehmen.

Sobald wir wieder die gespurte Loipe erreicht und bei dieser Gelegenheit auch die Quelle der Müglitz (die tschechisch Mohelnice heißt) passiert hatten, fuhren wir anschließend bis kurz vor den Mückenberg (Komáří hůrka) mit dem Mückentürmchen (Komáří vížka). Der Blick von dort nach Süden hinüber zum Böhmischen Mittelgebirge war mindestens genauso eindrucksvoll wie die Aussicht vom Kreuz unterhalb des Wolfsbergs (Vlčí hora) bei Langewiese (Dlouhá Louka).

Den Abstecher auf einen dritten Achttausender, nämlich den Fuchshübel nahe Zinnwald, mußten wir am Sonnabend schließlich vertagen. Zwar wagten wir zunächst den Versuch, stellten aber nach der schwierigen Fahrt über die ungespurten Schneeflächen oberhalb der Kirche von Böhmisch Zinnwald (Cínovec) fest, daß wir den verbleibenden Hin-, Rück- sowie Heimweg zum Parkplatz vor dem Sonnenuntergang wohl nicht mehr schaffen würden. Für mich war das jedoch überhaupt kein Drama, hatte ich doch schon mit den beiden vorher bewältigten Gipfeln tolle Tourenziele abgehakt. Dafür bat ich mir lieber noch einen Kurzbesuch auf dem Kahleberg aus.

Vielleicht war es das letzte Mal in dieser Wintersportsaison, daß wir dort oben auf Brettern standen.

16. Februar 2026

Schlecht fahren, gut gleiten

Das war wieder ein kombiniertes Sportwochenende! Daß ich am Sonnabend mit dem Handbike auf Tour gehen würde, stand dabei schon fest, weil das starke Tauwetter der vergangenen Tage Aktivitäten im Schnee als wenig sinnvoll erscheinen ließen.

Leider gestaltete sich die Ausfahrt dann nicht unbedingt so angenehm wie gewünscht. Zum einen war es inzwischen wieder spürbar kälter, zum anderen verhinderte der viele Regen am Freitag sowie die hohe Luftfeuchtigkeit ein durchgängiges Abtrocknen der Straßen. Während der Cottaer Spitzberg in der tiefliegenden Wolkenschicht lag, mußte ich am rund 100 Hm darüber gelegenem Scheitelpunkt der Tour nach rund 22 km dann ebenfalls durch die Wolken fahren.

Zwischendurch nieselte es gelegentlich, und das sorgte immer wieder für klitschnasse Straßen. Warum ich unter solchen Bedingungen bergab nicht noch besonders schnell gefahren bin, hatte ich ja schon mehrfach begründet. - Jedenfalls schlugen die langsameren Abfahrten stark auf die Statistik durch, denn dort, wo ich sonst den an den Anstiegen verlorenen Boden wieder gutmache, mußte ich "bummeln". Komplett von Spritzwasser durchgespült zu werden, war jedenfalls die schlechtere Option. Wenigstens blieb aber der heftige Schneegraupelschauer zwischen Schlottwitz und Reinhardtsgrimma ein einmaliges Ereignis.

Nach knapp zwei Dritteln lagen zwar endlich alle nennenswerten Anstiege hinter mir, doch auf dem Rest der Strecke schaffte ich es nicht einmal ansatzweise mehr, meine Zielvorgaben zu erreichen. Trotzdem ordne ich diese Tour eher als mentale, denn physische Herausforderung ein.

Bei meiner Heimkehr am Nachmittag kam dann bald die erste Anfrage bzgl. Skifahren am Sonntag. Ich war zwar nach wie vor pessimistisch, was die Sinnhaftigkeit betraf - aber wenigstens einen Versuch zu wagen, konnte eigentlich nicht schaden. Für das Handbiken sahen die Aussichten nämlich noch schlechter aus. Im gegenseitigen Austausch kam schließlich eine vierköpfige Truppe zusammen, die sich sonntags motorisiert auf den Weg ins "Lieblingsskigebiet der Wintersportsaison 25/26" begaben.

Mit ca. -7°C war es am Ausgangspunkt unserer Tour schon mal recht kalt, auch wenn es selbst in den Höhenlagen mit Schnee nicht besonders üppig aussah. Insofern erwies sich mein Vorschlag, doch gleich bis zum Abzweig der im Winter gesperrten Straße nach Fleyh (Fláje) von der Hauptstraße nach Neustadt im Erzgebirge (Nové Město) zu fahren und dort zu parken, als die beste Lösung. Dort herrschte zwar inzwischen ein großer Andrang, weil die Kinder von Skiklub Teplice gerade ebenfalls ihr Training begannen und von ihren Eltern in den Autos gebracht wurden. Wir fanden jedoch rechtzeitig eine der geeignetsten Abstellflächen, bevor die Parkplatzsuche zum Problem wurde.

Von der Kreuzung aus führte uns die nicht schnee-/eisfrei geräumte Straße nach 900 m zu unserer beliebten "Waldrandloipe", welche sich einmal mehr als sichere Bank in schneearmer Zeit erwies. Kerstin kannte die Strecke noch nicht, war von der perfekt präparierten Loipe aber ebenfalls recht angetan.  Noch am Morgen hatte sich ihr Mann sehr skeptisch geäußert, daß wir überhaupt etwas mit Skiern anstellen können und stand mit dieser Meinung überhaupt nicht alleine.

Bis zum Touristengrenzübergang Battleck (Žebrácký roh) kamen wir dann aufgrund Schneemangels jedoch nicht, aber wir wollten ja sowieso in die andere Richtung. Kerstin begleitete uns noch ein ganzes Stück in Richtung Langewiese (Dlouhá Louka), bevor sie sich von uns trennte, um sich ihrem Mann und Freunden zu treffen. Norbert, Christiane und ich machten danach zunächst die Umgebung von Langewiese unsicher. Auch dort gab es einige schöne Abschnitte im Wald und natürlich die herrliche Aussicht vom Kreuz unterhalb des Wolfsbergs (Vlčí hora) nach Süden ins Böhmische.

Später bogen wir auf dem Rückweg für einen Extra-Abstecher von der eigentlichen Haupttrasse zum Dreiherrenstein (Vrch tří pánů) ab. Eigentlich wollten wir nur erkunden, ob vom Gipfel auch der Verbindungsweg zur Waldrandloipe befahrbar ist. Das mußten wir zwar verneinen, weil sehr viele durch Schnee-/Eisbruch umgestürzte Bäume bzw. Äste die Strecke unpassierbar machten. Dennoch bot die Strecke durch wunderschönen Winterwald teilweise perfekte Skilanglauf-Bedingungen, sodaß wir sehr flott vorankamen.

Abend auf der Waldrandloipe (Aufnahmeort)
Nicht zuletzt deshalb hatte Norbert die Idee, vor der Umkehr auch eine uns bisher unbekannte Loipe rund um die Windräder westlich von Neustadt zu erkunden (s. Track vom 15.02., km 27,9 - 29,2). So "entdeckten" wir eine lohnenswerte Alternative zur bisher genutzten windanfälligen Originalstrecke der KLM (Krušnohorská lyžařská magistrála), die für mich aber wegen einiger steiler Abfahrten sowie teils seitlich abschüssiger Piste durchaus eine Herausforderung darstellte.

Fast 10 km betrug letztlich die Streckenlänge des Abstechers bis kurz vor Neustadt, doch inzwischen wurde das Wetter immer schöner und die Sonne ließ sich nun immer häufiger blicken. Am Ende erlebten wir auf dem Rückweg über die Waldrandloipe einige traumhafte Momente, die unseren Skiausflug bekrönten. Der Sonnenuntergang kurz vor dem Ziel war das i-Tüpfelchen einer rundum gelungenen Tour mit meinen Freunden!

Das Licht strahlte bis ins Herz hinein.

10. Februar 2026

Zweiter Wellenkamm

Meine dritte Tour im Februar lieferte ähnliche Trainingsergebnisse wie schon einmal im Januar. Auch da steigerte ich mich während zweier vorangegangener Ausfahrten, bis ich schließlich im Soll lag. Und das nicht nur, weil mich Lád'a an jenem Tag begleitete. Mittlerweile benötige ich einfach nur mehr Vorlauf, um einigermaßen in Schwung zu kommen.

Auch verordnete ich mir am Montag beim Losfahren zunächst vier flache Kilometer auf dem Elberadweg zum Aufwärmen, bevor der Anstieg nach Struppen den direkten Vergleich mit der Feierabendtour vom Freitag ermöglichte. Dabei ging es weniger um das Tempo, als vielmehr um das eigene Körpergefühl während der Belastung am Berg. Diesbezüglich schnitt ich diesmal spürbar besser ab.

Folgerichtig stellte ich mir anschließend eine Strecke zusammen, welche jeweils nach fordernden Abschnitten mit Höhengewinn mir doch immer wieder ausreichend Erholung bis zur nächsten Auffahrt ermöglichte. Weil ich quasi alle Straßen in meinem Einzugsgebiet kenne, fand ich dafür beinahe das perfekte Streckenprofil, ohne mich an übermäßigen Steilrampen zu überlasten.

Genau deswegen habe ich dann auch die relativ starke befahrenen Direktverbindung zwischen Tharandt und Wilsdruff benutzt, obwohl die weiter östlich gelegene Alternative über Kleinopitz, Kesseldorf und Unkersdorf eigentlich schöner und verkehrsruhiger ist.

Für das letzte reichliche Viertel meiner Tour gab es hingegen keine erwähnenswerten Auswahlmöglichkeiten, jedenfalls nicht, wenn man im Elbtal bleiben wollte. Allerdings überquerte ich im Dresdner Stadtzentrum noch einmal den Fluß für einen Umweg über den rechtselbischen Elberadweg. Besonders das Stück ab dem Blauen Wunder bis Wachwitz (s. Track vom 09.02., km 95,6 - 98,4) fahre ich sehr selten, denn auf der parallel verlaufenden Landstraße ist man trotz ihres leichten Auf und Abs normalerweise schneller. Dabei ist der Abschnitt an der Elbe wirklich sehr schön und vermittelt mit seinen Sportvereinsstätten, Pferdekoppeln und großen Wiesen unvermutet beinahe so etwas wie ländliche Idylle. Im Frühling, wenn hier alles grünt und sprießt, werde ich diese mal im Bild festhalten ...

Bis Pirna kam gestern noch meine bislang längste Strecke des Jahres heraus, wobei ich jedoch zuletzt tempomäßig nicht mehr viel zusetzen konnte. Aber der persönliche Formaufbau schreitet nach den witterungsbedingten Unterbrechungen voran!

8. Februar 2026

Nochmal von vorn

Zu Beginn des Jahres, wenn die sportlichen Aktivitäten im Vergleich zur Hochsaison eher gering sind, schlägt sich jede Pause umso deutlicher in der körperlichen Leistungsfähigkeit nieder. Nach knapp zwei Wochen ohne Handbiketouren fange ich konditionell wieder von vorne an.  Dazu kamen erneut körperliche Auffälligkeiten, weshalb ich mich genötigt sah, es bezüglich meiner Ansprüche nicht zu übertreiben.

Dabei begann das Wochenende verhältnismäßig mild und durchaus nicht unfreundlich. Auf meiner freitäglichen Feierabendrunde begleitete mich sogar längere Zeit die Sonne. Sie gab auch den Ausschlag, meine Tour noch etwas auszudehnen, obwohl ich mich bereits am ersten Anstieg von Obervogelgesang nach Struppen mehr als normalerweise üblich anstrengen mußte. Meine Defizite kann ich aber nur durch ständiges Training ausgleichen, und das heißt fahren, fahren, fahren ...

Gruß vom Frühling auf der Abfahrt nach Gersdorf
(Aufnahmeort)
Der Blick von den höchsten Punkten meiner Ausfahrt bei Raum sowie vor Gersdorf über die sonnigen Höhen in Richtung Elbtal hinterließ bei mir sogar eine Ahnung von Frühling. Auf meiner Fahrt dorthin kamen dann zwar wieder die Wolken, doch diese lichten Momente begleiteten mich noch eine ganze Weile im Geiste. - Skifahren ist ja auch nicht schlecht, aber ohne ausreichend Schnee im Osterzgebirge kann ich auf trübes, naßkaltes Wetter sehr gern verzichten.

Am Sonnabend begann der Tag so, wie die meisten seit einer gefühlten Ewigkeit. Grau, naßkalt und trübe. Weil aber die westlich gelegenen Niederschlagsgebiete zunächst am Ort verharrten, schwang ich mich  gegen Neun auf mein Gefährt, um meine derzeitige Devise "Lieber wenig, als gar nicht" in die Tat umzusetzen.

Erstaunlicherweise blieb es bis weit nach dem Mittag trocken, auch wenn relativ dichter Nebel am Scheitelpunkt der Tour nach Cunnersdorf ziemlich unvermittelt über mich hereinbrach. Da lagen endlich alle Anstiege hinter mir, sodaß ich von einer entspannten Rückfahrt - erst durch den Tiefen Grund nach Hohnstein, anschließend auf dem Elberadweg nach Pirna - ausging.

Leider wurde daraus nichts, denn auf den letzten 20 km mußte ich ausdauernden Nieselregen über mich ergehen lassen. Abgesehen davon, daß ich sowieso nicht beabsichtigte, meine Tour für einen möglichen Hunderter durch eine Extrarunde auszudehnen, reichten mir diese anderthalb Stunden im regennassen Elbtal völlig aus.

Bei solchem Wetter wäre ich am Morgen überhaupt nicht losgefahren. 

1. Februar 2026

Nichts zu sehen!

Gestern war ich in anderer Besetzung als sonst im Ski-Tandem unterwegs. Mit meinem Gespannführer Norbert sowie Pia, Ruben und Ines ging es dabei erneut ab Holzhau bis nach Langewiese (Dlouhá Louka).

Die reichlichen Schneefälle der vergangenen Woche sorgten für perfekte Wintersportbedingungen in diesem weitläufigen, heutzutage unbesiedelten Gebiet, wobei vor allem die Waldrandloipe durch die tschechischen Pistenraupen offensichtlich erst am Morgen ganz frisch aufgefahren wurde - nahezu Weltklasseniveau! Bei Temperaturen um die 0°C bremste der Schnee zwar etwas, machte dafür aber die Abfahrten wesentlich entspannter. In der festgepreßten Loipenspur konnte ich nicht nur hier teilweise wie auf Schienen fahren.

Auf dem Rundkurs zum Stausee der Talsperre Fleyh (Fláje) verschlechterten sich zwischendurch mal die Untergrundbedingungen. Am tiefsten Punkt wurde nicht nur die Schneeauflage merklich dünner, auch befand sich die präparierte Spur teilweise so weit am Rand des breiten Weges, daß sie deswegen seitlich abschüssig bzw. holperig verlief. Und das nur, um in der Mitte mehr Platz für die Skater zu schaffen. Natürlich war das für mich nicht sehr angenehm, weswegen wir im Tandem teilweise auf die Mitte ausweichen mußten und damit erst recht die schnellen Skifahrer ausbremsten. - Hier haben die Tschechen wirklich nicht mitgedacht!

Fahrt ins Nichts (Aufnahmeort)
Den Rückweg nach Holzhau absolvierten wir dann größtenteils auf der bereits zuvor genutzten Strecke, doch störte mich das diesmal nicht sonderlich. Die schon erwähnte Waldrandloipe (s. dazu auch den vorherigen Blogbeitrag) könnte ich zum Kilometerfressen wahrscheinlich auch mehrmals hin- und herfahren, ohne genervt zu sein. Zumal in diesem ausgezeichneten Zustand!

Schade, daß es diesmal noch nebeliger als am vergangenen Sonntag war und wir uns manchmal nahezu durch einen Whiteout bewegten. Aber so bekam unser Vorankommen gerade auf den menschenleeren Abschnitten durch das grenzenlose Weiß beinahe etwas Meditatives, wie Ines treffend feststellte.

Ich jedenfalls hätte noch stundenlang weiterfahren können.

26. Januar 2026

Sportmix

Manchmal ändert sich die Wochenendplanung ziemlich unvermittelt. Noch am Freitag war ich mir ganz sicher, daß ein weiteres wintersportfreies Wochenende vor mir lag. Daher freute ich mich, daß mein tschechischer Kamerad eine gemeinsame Radtour vorschlug. Wir waren nun auch schon eine Weile nicht mehr gemeinsam unterwegs, das miese Wetter und andere Verpflichtungen gaben es einfach nicht her.

Auf der ca. 300 m langen 12%-Rampe im
Tiefen Grund (Aufnahmeort)
Am Sonnabend trafen wir uns also gegen 10.30 Uhr in Bad Schandau. Weil wir nicht einfach nur im Elbtal fahren wollten, mußten wir nun erstmal klettern. Prinzipiell war das zwar kein Problem, doch bei diesem kalten Wetter wäre durchweg flacheres Gelände eigentlich besser gewesen, um Lád'a wegen meines wesentlich geringeren Tempos am Berg nicht allzu stark auszubremsen. Er sah das jedoch locker, und nach dem 230 Hm-Anstieg durch den Tiefen Grund in Richtung Hohnstein lag ja schließlich dann auch der größte Zeitfresser hinter uns.

Leider waren die schönen Radwege am Ende des großen Anstiegs alle vereist, sodaß wir schließlich den bergigeren Umweg über Lohsdof und Ehrenberg nehmen mußten, bevor wir an der Bockmühle das Polenztal durchquerten. Dann ging es aber meist nur noch bergab, obwohl ich in Pirna-Jessen bereits mein Höhenmetersoll fast erreicht hatte. Hier trennten wir uns. Während mein Begleiter nun ab Pirna über den Elberadweg zurück fuhr, hängte ich nach der Einfahrrunde zu Beginn der Tour schließlich noch für den nun möglichen Hunderter den Abstecher bis Niederpoyritz an.

Vermutlich dank Lád'a habe ich endlich auch wieder mal meine Wunschdurchschnittsgeschwindigkeit erreicht, trotz der Temperaturen nahe des Gefrierpunkts.

Als ich abends dann die Bilder meiner Sportfreunde vom Skifahren sah, fragte ich bei ihnen an, ob ich mich nicht am nächsten Tag kurzentschlossen am Ausflug nach Langewiese (Dlouhá Louka) beteiligen könnte. Denn im Osterzgebirge schien - zumindest regional - immer noch sehr viel Schnee zu liegen. Frostig war es dort bis auf ein kurzes Intermezzo sowieso geblieben.

Ich konnte, und als Christiane mir am Sonntagmorgen kurzfristig doch eine gemeinsame Ausfahrt auf Skiern anbot, zögerte ich nicht. Wir waren dann auch schon abfahrbereit, als die Sportfreunde in Holzhau eintrafen. Altschnee mit etlichen fast schneefreien Stellen zwangen zwar meine Sportfreundin anfangs zu einem kurzen Fußmarsch mit mir im Schlepp, doch zum Touristengrenzübergang Battleck hin wurde der Untergrund immer besser. Da gab es kein Halten mehr für meine Tandem-Erste!

Nach einigen kurzen Graspassagen wurde die sogenannte Waldrandloipe immer besser. Eine perfekt präparierte Piste, feste, jedoch nicht vereiste Spuren und das nur leicht wellige Profil begeisterten nicht nur mich auf Anhieb. Dieser knapp 8 km lange Abschnitt (s. Track vom 25.01., km 1,9 - 9,8) ist eine echte Empfehlung, und seitdem die Loipe wenigstens z.T. in der Winterkarte von Mapy.cz eingezeichnet wurde, herrscht hier wesentlich mehr Betrieb als noch im vergangenen Jahr.

Nahe des ehemaligen Ortes Willersdorf
(Vilejšov)
, von dem außer diesem Kreuz
und ein paar Grundmauern nichts mehr
mehr erhalten ist (Aufnahmeort)
Die im Winter als Loipe freigegebene Straße nach Langewiese war jedenfalls bei weitem nicht mehr so schön zu befahren, zumal Sonne und Wind mancherorts bereits die alte Asphaltdecke freigelegt hatten. Die richtige Schwerstarbeit für Christiane und mich kam jedoch erst noch. Als Alternative zum Rückweg auf der gleichen Strecke entschieden wir uns nämlich für einen Haken in Richtung Dreiherrenstein (Vrch tří pánů). Der Verbindungsweg zurück zur bereits befahrenen Straße (s. Track vom 25.01., km 23,4 - 25,3) entpuppte sich jedoch als inzwischen von Forstfahrzeugen schwer in Mitleidenschaft gezogene Strecke, auf welcher jeder Meter vorwärts ein Kampf mit dem umgeackerten Untergrund bedeutete. Nach einer knappen dreiviertel Stunde mit häufigem Schneekontakt hatten wir es endlich geschafft. Froh, wieder auf ebener Strecke zu fahren, ging es nun flott voran. Bald erreichten uns endlich auch die anderen Sportfreunde, mit denen wir danach in entspannter Runde zurück zum Auto fuhren.

Nach vier gemeinsamen Kilometern folgte dann der Schreckmoment: mein Rucksack war weg! Vermutlich hatte ich ihn genau auf der vorangegangenen Skisafari verloren, jedenfalls hoffte ich das. Christiane stürmte zur Suche sofort los, währenddessen Carsten auf den letzte Kilometern zum Ziel die Führung im Skitandem übernahm. Es waren bange Minuten auf dem Rückweg, vor allem wegen des Verlusts meiner Brieftasche mit wichtigen und aber auch weniger oft benötigten Dingen, die ich bisher immer komplett mit mir führe (Ausweise, Führerschein, Krankenkassenkarte, Girokarte .... ).

Als Christiane sich schließlich mit einem Bild des gefundenen Rucksacks meldete, hätte ich vor Freude darüber in die Luft hüpfen wollen. Der Tag war gerettet, und die Zeit, bis meine Sportfreundin wieder bei mir am Auto eintraf, verging beinahe wie im Fluge. Zukünftig werde ich trotz des glimpflichen Ausgangs einiges anders organisieren.

Das soll mir nicht noch einmal passieren!

20. Januar 2026

Windsonne

Sonntags hatte ich mir zur Erholung Hausarrest verordnet, doch auch gestern lockte den ganzen Tag die Sonne. Sie kompensierte, was sonst gegen eine weitere Handbiketour sprach: niedrige Temperaturen um den Gefrierpunkt sowie kräftiger, böiger Südostwind.

Entsprechend meiner "neuen" Vorgaben sollte aber wenigstens eine kleinere Runde machbar sein, deshalb saß ich dann schon wieder gegen 9.00 Uhr auf dem Rad. Die ersten Überlegungen zu einer möglichen Strecke überlebten keine zwei Kilometer, und im weiteren Tagesverlauf fuhr ich einen immer größer werdenden Rundkurs. Dabei schlug ich den Witterungsbedingungen ein Schnippchen, indem ich mich mit frischen Kräften zunächst gegen den Wind stemmte, um schließlich ab Neustadt/Sa. diesen bei gleichzeitig moderatem Höhenprofil hinter mich zu lassen.

Daher gab es auch keinen Grund, vorzeitig die Fahrtrichtung zu ändern - zumal mein Körper diesmal die Belastung gut wegsteckte. Vielleicht lagen die Leistungsdefizite am vergangenen Sonnabend ja wirklich nur an der vergleichsweise langen Handbikeabstinenz? Gleichwohl habe ich auf meiner zweiten Ausfahrt immer noch nicht alle gewünschten Vorgaben erreicht. Auf dem letzten, nur noch flachen Teilstück entlang der Elbe mußte ich mich nämlich erneut mit dem Wind herumärgern.

Für eine nachhaltige Leistungssteigerung bleibe ich jedenfalls erstmal bei der festgelegten Strategie und plane mit wesentlich kürzeren Trainingseinheiten.Verlängern kann man immer noch!

18. Januar 2026

Ausdauer mangelhaft

Das ging mir alles ein ein bißchen zu schnell! Innerhalb von wenigen Tagen präsentierte sich nicht nur meine Heimatstadt wieder ganz ohne Weiß (dort kann ich ganz gut darauf verzichten) - auch im Osterzgebirge schmolz die Schneedecke so stark ab, daß dort Skifahren gegenwärtig nur noch mit erheblichen Einschränkungen möglich ist.

Also entschied ich mich gestern für die Saisoneröffnung auf drei Rädern. Mit unterdurchschnittlich vielen Höhenmetern wollte ich es auf gern gefahrenen Strecken ganz entspannt angehen, und bis Stadt Wehlen funktionierte das alles ganz gut. Wahrscheinlich hätte ich von dort aus besser auf dem Elberadweg nachhause fahren sollen, doch trieb mich der Ehrgeiz zu weiteren Anstiegen, um den ersten Hunderter des Jahres abzuhaken.

Fast genau drei Wochen nach meiner letzten Handbiketour war das allerdings ein bißchen überambitioniert, so scheint es mir. Immerhin bin ich nun 57, d.h. rund 17 Jahre älter als bei meinem ersten Blogeintrag. Trotz aktiver Lebensweise hinterläßt die Zeit aber natürlich auch bei mir ihre Spuren, den Leistungszenit habe ich jedenfalls schon längst überschritten.

Erst meldeten sich meine Schultern, dann kamen allmählich noch allgemeine Erschöpfungssymptome hinzu. Eine schnelle Freßpause auf dem Bahntrassenradweg am Ende der Steigung hinter Porschendorf baute mich zwar ein bißchen auf, weswegen ich den fehlenden Kaloriennachschub als Hauptursache vermutete. Doch obwohl nun alle nennenswerten Anstiege hinter mir lagen und ich bei der Rückkehr ins Elbtal etliche Meter gutmachen konnte, blieb es bis zum Schluß mühsamer als sonst üblich.

Ich werde deshalb wohl oder übel meine bisherige Fahrpraxis anpassen müssen und zunächst die eigene Belastungszeit durch kürzere Strecken verringern. Das ist für mich alten Mann vermutlich inzwischen die wirksamste Methode zum Training der Kraftausdauer.

Einsicht ist der erste Schritt zur Verbesserung.

12. Januar 2026

Zu zweit und zu dritt

Auch am zweiten Wochenende des Jahres war ich mit meinen Freunden ausschließlich auf Brettern unterwegs. Die heftigen Schneefälle gegen Ende der Arbeitswoche ermöglichten uns dabei sogar, in den tieferen Lagen auf Skitour zu gehen.

Weil Christiane kurzfristig sonnabends verfügbar war, fuhren wir am späten Vormittag schließlich ins südliche Elbsandsteingebirge. Mein Vorschlag, diesmal vom Parkplatz am Schwert-A-Weg oberhalb von Markersbach zu starten, hatte jedoch seine Tücken. Obwohl ich davon ausging, daß sich dort zu dieser Zeit bereits etliche Skifahrer auf der Piste befanden und es daher Spuren gab, mußten wir uns nämlich allein einen Weg bahnen.

Auf der Bohlenschneise ohne Spur durch noch
unberührten Schnee (Aufnahmeort)
Zu Beginn halfen uns zwar frische Reifenspuren, die fast in der richtigen Breite den Schnee festgewalzt hatten, doch später wurde es bis zur deutsch-tschechischen Grenze ein anstrengender Marsch durch tiefen, pulverigen Neuschnee. Hier kam man sich vor wie in den skandinavischen Weiten - so jedenfalls stellte es meine Tandem-Erste fest. Dazu fuhren wir kilometerweit mutterseelenallein durch den Wald, was diesen Eindruck noch verstärkte.

Auf tschechischer Seite sah es zum Glück endlich anders aus. Hier war die Piste mittels Schneemobil präpariert, wenn auch nicht so perfekt wie durch einen Pisten-Bully. Obwohl Christiane das Gebiet um Raitza (Rájec) erkunden wollte, schlug ich vor, zunächst in Richtung der Tyssaer Touristenbaude (Turistická Chata Tisá) zu fahren. Leider verpaßten wir damit die einzige für mich machbare Möglichkeit einer Tour nach Raitza, denn der nächste Abzweig führte zu einer extrem steilen Abfahrt, die wir - (nur) zu zweit - tunlichst vermeiden sollten.

Deshalb blieb es beim einfachen Hin- und Zurück mit einer angehängten 6-km-Extrarunde nach Schneeberg (Sněžník). Auf dem Rückweg mußten wir uns noch einmal durch tiefen Schnee mühen - besonders der ungespurte Anstieg auf dem Theilemann-Weg zur Bohlenschneise (s. Track vom 10.01., km 19,9 - 20,4) hielt uns dabei extrem auf - bevor wir kurz nach Sonnenuntergang wieder am Auto eintrafen. Vor allem wegen der Kälte von schließlich ca. -12 bis -14°C war diese Tour auch für meine Begleiterin echt grenzwertig.

Am Sonntag stand ein Termin mit einem Kamerateam vom MDR im Altenberg-Zinnwalder Wintersportareal an. Zusätzlich hatte ich dafür Carsten als Begleiter motivieren können, wollte ich bei dieser Gelegenheit doch auch unsere erfolgreiche Vasaloppet-Mannschaft vorstellen. Leider kam das im schließlich gezeigten Beitrag für das MDR-Regionalnachrichtenmagazin "Sachsenspiegel" am Abend nicht so richtig zur Geltung - eigentlich schade. Allerdings gibt es im Video ein paar nette Szenen, u.a. mit einer Drohne, und einige Informationen zu unserer Art, gemeinsam auf Ski-Tour zu gehen.

Nach dem Dreh wurde es dann aber einige Male richtig wild, und zwar beinahe wortwörtlich. Die erste Aktion war der Abstecher zum Gipfel, also der höchsten Stelle des Kahlebergs. Diesen Ort kann ich selbst in der schneefreien Zeit weder mit dem Rollstuhl noch im Handbike erreichen, weswegen das ein wirklicher Höhepunkt wurde. Jedenfalls gab es hier eine zwar buckelige und schmale, aber festgetretene Spur, welche sich zwar langsam, doch ansonsten gut für mich im Schlitten bewältigen ließ.

In weißer Wildnis vor dem Großen Lugstein
(Aufnahmeort)
Die zweite Idee von Christiane bezog sich auf die "Erstürmung" des Großen Lugsteins, einem weiteren Gipfel der 14 Achttausender im deutschen Osterzgebirge, der mir noch fehlte. Auf die Felsspitze darf / soll man zwar nicht klettern, doch bereits der Zugang durch wegloses, tief verschneites Gelände zur Scharte unterhalb artete bald in einen leidenschaftlichen Kampf mit den Elementen aus. Während Christiane sich beinahe ausschließlich um Vortrieb bemühte, mußte ich alle meine Kraftreserven aufbieten, um mich einigermaßen senkrecht zu halten, was mir trotz Carstens ausgiebiger und für ihn extrem anstrengender Unterstützung nicht immer gelang. Allein diese dreihundert Meter (s. Track vom 11.01., km 8,3 - 8,6) kosteten uns mehr als 20 Minuten. Immerhin kann ich nun auch an den Eintrag für diesen bisher als durch mich unerreichbar gehaltenen Achttausender einen Haken auf der Liste machen. Daß mich irgendwann mal jemand huckepack auf die letzte Spitze trägt, ist weder sinnvoll noch zu erwarten.

Zumindest ich war danach konditionell angeschlagen, doch wollten wir diesmal sowieso nicht bis zum Sonnenuntergang skifahren. Bei den nun folgenden, teilweise sehr steilen Anstiegen schob jetzt zusätzlich auch Carsten (von hinten) meinen Langlaufschlitten und nahm unserem Gespann damit einige Kilogramm ab. Den letzten Anstieg zum Parkplatz auf dem Rückweg über die Osterzgebirgsloipe habe ich mich im Tandem am Ende recht und schlecht hochgequält und jeden Meter bis zum Parkplatz, wo das Auto stand, gezählt.

Ich war lange nicht mehr so erledigt.

5. Januar 2026

Guter Rutsch

Das Jahr beginnt mit Wintersport. Nach einer ersten Nachmittagsrunde im Skitandem am 1. Januar, war ich mit Freunden auch an beiden Tagen des vergangenen Wochenendes auf Brettern unterwegs.

Sonnabends zunächst nur mit Christiane, weswegen wir auch hinsichtlich der Strecke spontan ein bißchen experimentieren konnten. Nachdem wir zu Neujahr beide noch nicht so richtig in Schwung waren - vielleicht lag das auch am "langsamen" Schnee - rutschte es diesmal von Beginn an viel besser.

Und weil der Schnee auf den  unpräparierten Pisten abseits der ziemlich überlaufenen KLM (Krušnohorská lyžařská magistrála - Erzgebirgsskimagistrale) noch nicht so hoch und damit für mich unbefahrbar war, zeigte mir Christiane dabei auch eine kurze Nebenstrecke nahe der Wittichbaude (Vitiška, s. Track vom 03.01., km 10,5 - 11,1), welche ich noch nicht kannte. Wir vermuten, daß hier kurze steile Auffahrten trainiert werden (können).

Anschließend bogen wir sogar noch einmal von der KLM ab, um schließlich auf dem Bornhauberg (Pramenáč) den höchsten Punkt unserer Tour zu erreichen. Hier sah es gerade im oberen, offenen und damit windanfälligen Teil der Piste mit Schnee etwas mau aus, doch mit entsprechender Obacht konnte Christiane um die Steine herummanövrieren, während es bei mir mit den alten Skiern nicht ganz so darauf ankam. Die insgesamt gefahrene Strecke bei unserem Abstecher zum Bornhauberg (s. Track vom 03.01., km 12,4 - 18,9) wird übrigens nie bzw. nur manchmal auf kurzen Zwischenstücken maschinell präpariert, weshalb ich diese Trassen auch nicht sehr oft befahren kann.

Weil Christiane nachmittags nicht zu spät zurück sein wollte, gönnten wir uns zum Schluß nur den schnellen Abstecher auf dem Kahleberg, wo bei diesem Wetter Hochbetrieb herrschte. Da stand bereits fest, daß wir anderntags nochmal zum Skifahren hierher kommen würden.

Am Sonntag fanden wir uns zu einer größeren Truppe zusammen. Leistungsmäßig und vor allem hinsichtlich der wintersportlichen Ambitionen sehr heterogen, bildeten sich über den Tag immer mal wieder kleinere Grüppchen. Die schnellen Fahrer hängten zwischendurch weitere Extrazacken an die Runde, Christianes Tochter und ihr Freund nutzten die Gelegenheit zum Techniktraining, und Christiane bewegte sich mit mir zwischen diesen Welten.

Am Bahnhof Moldau (Moldava, Aufnahmeort)
Nachdem es anfangs noch kräftig geschneit hatte - seit dem Nachmittag des Vortags kamen dabei immerhin 5 - 10 cm Neuschnee hinzu - wurde es später immer schöner. Diese Bedingungen animierten geradezu, die erste "richtige" Rundstrecke der noch jungen Wintersportsaison zu fahren, denn nun gab es auch in den tieferen Lagen um Rehefeld-Zaunhaus ausreichend Schnee. Als wir das am Bahnhof Moldau von einem einheimischen Bergwachtkameraden Christianes erfuhren, entschieden wir uns jedenfalls, den Versuch zu wagen. Auch hier wurde der Abschnitt zwischen dem Bahnhof Moldau (Moldava) und Zaunhaus (s. Track vom 04.01., km 13,8 - 17,0) für mich eine Skisafari auf unpräparierten Pisten, doch hielt ich mich wacker, wenn auch manchmal etwas wackelig, in der Senkrechten. Der lange und teils steile Anstieg danach zurück zun Hauptloipennetz wurde unser ideales Krafttraining.

Abgesehen von den zeitintensiveren Streckenabschnitten jenseits gespurter Loipen kamen wir an beiden Tagen immer zügiger voran, sodaß - entsprechend gute Wintersportbedingungen vorausgesetzt - sicher bald längere Ausflüge folgen werden. Gestern statteten Christiane und ich zum Schluß aber noch dem "Achttausender" Wüste Höhe einen Kurzbesuch ab, während die Tochter mit ihrem Freund eine zusätzliche Trainingseinheit im Skating absolvierte.

Ich denke, an diesem Tag ist jeder auf seine Kosten gekommen!

Übrigens: Gerade am Sonntag haben wir jede Menge Bekannte und Freunde auf der Piste getroffen und dabei so manches Mal miteinander geschwatzt. Wenn die Gebiete, in denen der Wintersport möglich ist, zu Beginn der Saison noch überschaubar und begrenzt sind, passiert das beinahe zwangsläufig viel öfter. Ich freue mich über jede dieser Begegnungen - auch das ist Heimat für mich!

2. Januar 2026

Über den Jahreswechsel

Sportlich aktiv, wie das alte Jahr endete, begann das neue.

In der Nacht vor Silvester und auch noch am Tage hatte es nämlich bis ins Elbtal hinab kräftig geschneit und selbst Pirna mit einer weißen Decke zugedeckt. Und obwohl wir vor dem gemeinsamen Silvesterabend noch eine kleine Wanderung unternehmen wollten, war ich daher skeptisch, ob das mit meinen Einschränkungen bei diesem Schnee im Rollstuhl überhaupt möglich sei. Immerhin befand sich schon mein Geländerollstuhl im Auto, den mir Christiane am Vorabend dort verstaut hatte.

Und so wanderten wir nachmittags dann tatsächlich von Lungkwitz aus in Richtung Wilisch: Christiane mit Mann und Tochter, unsere Freunde Pia und Norbert sowie ich. Allerdings war der breite Forstweg nicht nur ziemlich verschneit, sondern auch bei weitem nicht so komfortabel zu befahren, wie erhofft. Zudem ging es ziemlich steil und ausdauernd bergauf, sodaß sich meine Begleiter schiebenderweise mit mir bzw. an meinem Gefährt ganz schön quälen mußten. Denn weil die Greifreifen des Rollis sehr schnell vom Schnee und der Nässe glitschig wurden, konnte ich meinen Freunden dabei leider nur mit verminderter Wirkung etwas von dieser Schwerstarbeit abnehmen.

Nahe der Wilischbaude mit Blick in Richtung
Westen über Hermsdorf (Aufnahmeort)
Mit vereinten Kräften haben wir es schließlich bis zur ehemaligen Wilischbaude geschafft. Dort traf uns zwar der Sturm mit voller Stärke, aber das Wetter war sowieso nicht gerade einladend für eine lange Rast. Während Pia und Norbert noch den kurzen Abstecher zum Gipfel unternahmen (der im Rolli selbst bei optimalen Bedingungen für mich nicht zu erreichen ist), kehrte ich mit dem Rest der Truppe schon wieder auf dem Anmarschweg zurück. Bergab ging es nun wesentlich entspannter. Zurück an den Autos, war die Dunkelheit bereits über uns gekommen.

Das extrem leckere und üppige Silvestermahl - von Pia, Christiane, Andreas sowie Kathi zusammengestellt und zubereitet - wurde der letzte (kulinarische) Höhepunkt des zu Ende gehenden Jahres. Es war wieder ein sehr schöner Abend mit meinen Freunden!

Noch zu Silvester hatte Christiane eine erste Skitour für den Neujahrstag vorgeschlagen. Während Pia und Norbert zur Feier bereits ihre Wintersportausrüstung im Auto mitbrachten, mußte ich am Neujahrstag zunächst von zuhause mit all meinem Krempel abgeholt werden. Bis alle Beteiligten bereit waren, dauerte es also. Erst nachmittags kurz vor halb Vier starteten Pia, Norbert, Christiane und ich von unserem "Standard"-Ausgangspunkt unterhalb des Kahlebergs im Osterzgebirge.

Der Abstecher zu Beginn auf den höchsten Berg des deutschen Osterzgebirges mußte natürlich sein! Bei dichter Bewölkung erreichten wir den Gipfel zwar erst zum Sonnenuntergang, aber natürlich hatten wir Stirnlampen dabei! Wenn die (Wintersport-)Verrückten unterwegs sind, kann es spät werden ...

Zum Schluß wurde es im Schein der Stirnlampen eine romantische Nachttour, denn die perfekten Untergrundbedingungen luden geradezu ein, sich ordentlich im Winterwald auszutoben. Der Schnee war griffig, doch nicht zu schnell, die Auflage dabei ausreichend. Mit anfangs Christiane, nach dem ersten langen Anstieg dann Norbert als Skitandempartner, machte es einfach nur Laune, auf Brettern durch's Weiß zu pflügen. Nicht ein einziges Mal mußte ich an diesem Nachmittag in den Schnee, trotz neunmonatiger Abstinenz!

Danach folgte ein weiterer gemeinsamer Abend zuhause bei Christiane und Andreas mit Schwatzen, Restevertilgen und Planungen für die nächste Tourensaison.

Ich kann mir keinen schöneren Start ins Neue Jahr vorstellen!