2. November 2026

Schnelles Ende

Der Start ins vergangene Wochenende verlief ziemlich mühsam. Zunächst konnte ich zu meiner Feierabendtour am Freitag erst etwas später losfahren, doch auch danach rollte es nicht so gut wie gewünscht. Vor allem der erste Abschnitt bis ins Bielatal hielt mich auf, weil mich bei diesem trüben Wetter nichts antrieb.

Auf der daran anschließenden Runde über Cunnersdorf (s. Track vom 30.11., km 18,6 - 43,6) wurde es zwar besser, denn auf diesen genau 25 km mit 210 Hm erreichte ich immerhin einen 16er Schnitt. Dafür hielt mich dann aber der nachfolgende lange Anstieg durch das Bielatal und weiter nach Raum wieder so sehr auf, daß ich bis Pirna nicht mehr meine Sollvorgaben erreichte. Abgehakt ...

Sonnabends mußte ich morgens lange warten, bis wenigstens der Nieselregen abgezogen war. Selbst danach hingen die Wolken immer noch sehr tief, nur das Elbtal war frei. Also fuhr ich zunächst auf dem Elberadweg bis kurz vor Radebeul. Dort lockerte das Grau etwas auf, sodaß ich nun in den Lößnitzgrund für die Fahrt ins nördlich von Dresden gelegene Hinterland abbog. Mit leichtem Rückenwind ging es danach ohne anstrengende Anstiege wieder gen Osten, was mir ein gutes Vorwärtskommen sicherte.

Den höchsten Punkt der Tour erreichte ich 20 km vor dem Ziel nahe Hohburkersdorf während meiner Fahrt über den ehemaligen Großdeutschlandring. Bis dahin hatte ich mich trotz des nicht gerade einladenden Wetters wacker gehalten. Da es im wesentlichen nun bis zur Elbe bergab rollte und mich dort auch keine sportlichen Herausforderungen erwarteten, konnte ich für die Bummelei des Vortages Wiedergutmachung leisten. Wegen des späten Beginns kam ich dennoch in die Dunkelheit und benötigte deshalb meine Beleuchtung. 17.20 Uhr schlief die Sonne bereits 40 Minuten.

Herbst im Elbtal bei Bad Schandau, am Horizont
ist der Große Winterberg zu sehen (Aufnahmeort)
Obwohl ich in der Nacht noch deutlich meine Arme und Schultern merkte, rappelte ich mich am Sonntag trotzdem zu einer Ausfahrt auf. Dabei half mir, daß es draußen im Vergleich zu den beiden Vortagen gar nicht so schlecht aussah. Jedenfalls wollte ich eine kleine Runde wagen, alles andere würde sich ergeben. Doch schon diese Strecke dehnte ich weiter aus und sammelte so bis Pirna 40 km und 350 Hm, bevor ich mich auf den Weg entlang der Elbe zum Hauptziel des Tages begab.

Dies war der lange Anstieg von Porschendorf über den Tiefen Grund bis kurz vor Hohnstein. Hier sind auf knapp 7 km rund 230 Hm zu überwinden, eine durchaus ernstzunehmende Herausforderung also. (Von Bad Schandau bis zum höchsten Punkt auf der Straße nach Neustadt beträgt die Höhendifferenz sogar mehr als 300 m.) Nachdem ich meinem Körper unmittelbar vor der Kletterei noch ein paar Kalorien zugeführt hatte, arbeitete ich mich jedoch relativ locker hinauf. Überhaupt fahre ich diese Rampe eigentlich sehr gern, aber das hatte ich ja schon geschrieben.

Danach war - wie man so schön sagt - der Drops gelutscht und ich konnte mich voll auf's Meter machen konzentrieren. Nun zeigte sich endlich auch die Sonne, nachdem es schon den ganzen Tag über gar nicht so schlecht ausgesehen hatte. Der letzte erwähnenswerte Gegenanstieg hinter Porschdorf konnte nicht mehr verhindern, daß ich an diesem letzten Tag der Woche so schnell unterwegs war, wie lange nicht mehr.

Besser geht nicht.

27. Oktober 2026

Nach langer Zeit

Vor sieben Wochen war ich mit meiner Ausfahrt zur Hasenburg das letzte Mal länger unterwegs. Seitdem habe ich zwar weitere 19 Touren absolviert, doch keine länger als 112 km. Das ist eher untypisch für mich, gehört aber vielleicht auch schon zur Begleiterscheinung des Älterwerdens. Denn es ist kein Geheimnis, daß ich für die Regeneration inzwischen mehr Zeit benötige - selbst nach kürzeren Strecken.

Gestern lief es jedoch endlich mal wieder anders. Noch im Tagesrhythmus der Sommerzeit lebend, ging es bereits 7.30 Uhr los. Es sollte eine relativ flache Runde bis Moritzburg werden, aber schon hinter Lohmen bog ich für ein paar zusätzliche Höhenmeter nach Dobra ab.

In Lichtenberg (s. Track vom 26.10., km 43,3) war die Straße ab dem Ortseingang gesperrt, doch die überaus freundlichen Bauarbeiter ließen mich trotzdem durch. Einer setzte sogar seinen schweren LKW einen halben Meter vor, damit ich passieren konnte. Vielen herzlichen Dank dafür, denn sonst hätte ich einen längeren Umweg über Pulsnitz inkl. mehrerer Anstiege nehmen müssen!

Auf der Gegenwindpassage bis kurz vor Moritzburg kam ich erneut besser als gedacht voran, und so erreichte ich das Tagesziel bereits kurz nach dem Mittag. Überhaupt war ich dem Virtual Partner meines Fahrradnavis immer dicht auf den Fersen, überholte ihn manchmal sogar. Erst auf dem knappen Offroad-Kilometer von Cunnertswalde in Richtung Moritzburg (s. Track vom 26.10., km 67,1 - 67,9), welchen ich mir diesmal wieder zugemutet habe, zog er schließlich für eine ganze Weile von dannen, weil ich dort entsprechend vorsichtiger gefahren bin.

Kurz vor dem Stadtzentrum von Dresden folgte dann die größte Streckenabweichung zur geplanten Runde. Statt nämlich den Elberadweg komplett bis Pirna zu fahren, bog ich nach Freital ab. Das Teilstück über Possendorf und Kreischa ist trotz der stark befahrenen Straßen einer meiner beliebtesten Extrazackel, nicht zuletzt wegen der sehr angenehm zu bewältigenden Steigungen. Wenn über das Poisental (s. Track vom 26.10., km 104,5 - 110,8) nicht eine der Hauptverkehrstrassen ins Osterzgebirgsvorland verlaufen würde, wäre es noch viel schöner. So bleibt es auf diesem Stück immer eine Sache der gegenseitigen Rücksichtnahme zwischen mir und den Kraftfahrern und deswegen fahre ich bei einem durch mich verursachten langen Stau auch mal rechts ran, um den Fahrzeugen (vor allem Bussen und LKW) Platz zu machen. Das bricht mir kein Zacken aus der Krone, steigert jedoch spürbar die Akzeptanz meiner Anwesenheit auf den Straßen.

Für die letzten rund 22 km benötigte ich (brutto) danach noch eine reichliche Stunde und erreichte mein Zuhause pünktlich zum Sonnenuntergang.

Den Tag habe ich gut genutzt!

25. Oktober 2026

So, wie es sein soll!

Vor dem Sturm war es an den vergangenen beiden Tagen auch schon sehr windig. Um Drachen steigen zu lassen ideal, doch für's Radeln eine zusätzliche Herausforderung.

Deshalb habe ich mich auf meiner Feierabendrunde am Freitag auch wieder in die Täler verkrochen, denn dort kam der kräftige Südwind nicht hin. Nur die letzten Kilometer vor dem Scheitelpunkt meiner Ausfahrt mußte ich mich mit dem Gegenwind auseinandersetzen, doch so, wie ich Liebenau erreicht hatte und mein Gefährt gen Norden wandte, konnte ich mich endlich entspannen.

Am Ende kurvte ich bis zum Dresdner Blauen Wunder, weil ich an diesem Tag die wohl letzte Möglichkeit des Jahres zu einem Feierabend-Hunderter noch nutzen wollte. Auch das Rumgezackel ganz zum Schluß in Pirna erklärt sich dadurch. Mit der heutigen Zeitumstellung ist es nun bereits um 17.00 Uhr dunkel, und in Verbindung mit den sinkenden Temperaturen animiert mich dies - im Gegensatz zum heißen Sommer - nicht unbedingt zu langen Nachtfahrten.

Sonnabends begann der Tag recht sonnig, nur der Wind war erneut ein Thema. Diesmal entschied ich mich, diesen gleich während der ersten Hälfte der Tour für mich zu nutzen. Geplant war eine Tour bis Schluckenau (Šluknov), doch wurde daraus nichts. Die Straße von Nieder Einsiedel (Dolní Poustevna) über Carolinsthal (Karlín) nach Wölmsdorf (Vilémov) ist derzeit nämlich wegen Straßenbauarbeiten komplett gesperrt. Selbst die späteren Abzweige von Ober Einsiedel (Horní Poustevna) und kurz vor Lobendau (Lobendava) waren als Sackgassen ausgewiesen, weshalb ich schließlich nach Hilgersdorf (Serverní) abgebogen bin. Denn die mittlerweile durchgängig asphaltierte Radtrasse über die Grenze nach Steinigtwolmsdorf ist immer wieder schön zu fahren.

Herbstzeit ist Pilzzeit - hier eine Hallimasch-Kolonie
direkt am Bahntrassenradweg durch das Schönfelder
Hochland (Aufnahmeort)
Erfreulicherweise bremste mich auf der Rückfahrt ab Neukirch/Lausitz der Gegenwind jedoch weniger aus, als befürchtet. Außerdem wählte ich das beinahe dünnste Brett, also eine Route ohne nennenswerte Gegenanstiege. 360 Hm auf 50 km sind für meine Verhältnisse jedenfalls unterdurchschnitlich. Damit gelang es mir ebenfalls, meine Wunschwerte noch zu erreichen, obwohl ich meine Arme diesmal schon deutlich spürte. Mit dem kleinen Umweg bis Birkwitz in der Elbaue hakte ich das letzte Tagesziel ab, bevor ich 16.45 Uhr zuhause einrollte.

Kurz danach kamen die ersten Regenschauer.

20. Oktober 2026

Alt genug

Mehr als zehn Jahre sind seit der Taufe des ältesten Sones meiner Nichte vergangen. Aus dem kleinen Wicht auf meinem Schoß ist inzwischen ein interessierter Junge geworden, der gern mal seinen Paten auf einer Fahrradtour begleiten wollte. Gestern war es nun soweit.

Vor dem Treffen in Dorf Wehlen habe ich natürlich noch ein paar zusätzliche Kilometer zum Warmfahren absolviert, zumal sich die Wolken nach einem trüben Tagesstart merklich auflockerten. Anschließend fuhren wir beide auf einer meiner Lieblingsrunden, welche ich übrigens Gästen (mit Handbike) uneingeschränkt empfehlen kann, zunächst zur Bastei (Gesamttour s. Track vom 19.10., km 22,1 - 40,1).

Verständlicherweise hatte mich die Mutti von Oskar gebeten, nur verkehrsruhige oder für den öffentlichen Kraftverkehr gesperrte Straßen bzw. Wege zu benutzen, und auch ich wollte erst mal schauen, wie sich mein Patenkind mit dem Rad bewegte. Immerhin ist er meines Wissens noch nie eine längere Strecke gefahren. Aber er schlug sich wacker! Hochmotiviert, wie er war, hatte ich selbst auf flacher Strecke Mühe, ihm zu folgen. Allerdings bin ich natürlich auf den Wald- und Forstwegen ohne Asphaltbelag schon wegen der Pannengefahr für meine schmalen Reifen wesentlich vorsichtiger, also langsamer gefahren.

Einfahrt in den Kohlgrund (Aufnahmeort)
Weil auf der Bastei der übliche Besucherandrang herrschte, hielten wir uns dort gar nicht lange auf, sondern fuhren kurz danach zum (aus meiner Sicht) eigentlichen Höhepunkt der Tour: die Abfahrt auf der sogenannten "Radroute im Nationalpark" durch Rein-, Kohl-, Zscherre- und Wehlener Grund hinunter nach Stadt Wehlen (s. Track vom 19.10., km 32,9 - 36,9). Ich hatte erwartet, daß mein kindlicher Begleiter nun angesichts der abenteuerlichen Szenerie der tiefen Schluchten mit schroffen Felsen bis unmittelbar an den Wegesrand seiner Begeisterung Ausdruck verleiht, doch kamen keine Kommentare von ihm. Vielleicht war Oskar ja viel zu beschäftigt mit Radfahren oder er ist - mindestens genauso wahrscheinlich - wesentlich introvertierter als angenommen.

Gefallen hat es ihm aber sicherlich, auch wenn er zum Schluß der Abfahrt seine freie Hand in die Jackentasche steckte, weil ihm kalt wurde. Für das Eis in Stadt Wehlen als Belohnung spielte das aber keine Rolle. Anschließend fuhr er den langen Anstieg hinauf nach Dorf Wehlen erstaunlich locker und schnell hinauf, wartete sogar immer in Abständen, bis sein langsamer Patenonkel ihn wieder erreicht hatte.

Knapp 2,5 Stunden waren wir schließlich inkl. aller Pausen für diese reichlich 18 km unterwegs, und mein Schützling zeigte danach überhaupt keine Anzeichen von Ermüdung. Da können wir also das nächste Mal durchaus auch eine längere Tour unternehmen.

Nachdem ich Oskar bei seiner Mutti "abgeliefert" hatte, bin ich zum Schluß erneut auf Umwegen nachhause gefahren. An- und Abfahrt nach Dorf Wehlen lagen hinsichtlich meiner Anforderungen zwar im Sollbereich, doch die langsame Fahrt auf den unbefestigten Wegen zwischendurch schlug sich merklich im Endergebnis wieder.

Die gemeinsame Tour mit meinem Patenkind war es aber allemal wert.

19. Oktober 2026

Immer schlechter

Drei Tourentage liegen wieder hinter mir, und trotz meiner Kilometerjagd werde ich wohl mein Saison-Streckenziel in diesem Jahr nicht erreichen. Aber letztlich sind das ja auch nur Zahlen, das Entscheidende sind Landschaft und Erlebnisse auf meinen Touren. Auch wenn in diesem Jahr die ganz großen Projekte fehlen, ist diesbezüglich doch einiges zusammengekommen ...

Freitags fiel es mir nun wirklich nicht schwer, mich zu einer frühen Feierabendrunde zu motivieren. Bei strahlendem Sonnenschein und deshalb nur im Kurzarmtrikot mit Ärmlingen startete ich bereits kurz nach Elf. Diese Runde war auch meine bergigste Tour des Dreierpacks. Wenn man zu Beginn des Wochenendes frisch bei Kräften ist, fährt es sich eben viel lockerer. Nach dem Auf und Ab der südlichen Elbseite und dem erneuten Anstieg aus dem Elbtal im Norden folgte schließlich weitgehend flaches Gelände, sodaß ich mir zum Schluß sogar wieder mal den Anstieg durch Dobra gönnte, ohne auf dem letzten Loch zu pfeifen. Vor dem Sonnenuntergang kam ich zuhause an.

Am nächsten Tag hatte es sich schon merklich eingetrübt, auch wenn morgens tatsächlich einige Male die Sonne hinter den Wolken hervorlugte. Weil ich abends zu einem Klassentreffen eingeladen war, fuhr ich bereits gegen 8.00 Uhr los. Damit wollte ich außerdem dem für Nachmittag angekündigten Regen zuvorkommen.

Blick zu den Kletterfelsen im Oberen Bielatal
(Aufnahmeort)
Diesmal legte ich meinen Strecke für einen Abstecher in unser Nachbarland über das südliche Elbsandsteingebirge. Die Forststraße durch das Bielatal ist zwar ab den letzten Häusern des Rosenthaler Ortsteils Ottomühle bis zu den ersten Häusern von Eiland (Ostrov) nicht mehr asphaltiert, doch lassen sich diese rund 3 km selbst mit dünnen Reifen gut befahren (s. Track vom 17.10., km 20,1 - 23,2). Leider ragen mittlerweile die Bäume im Tal schon wieder sehr hoch auf, weshalb der Blick auf die vielen bizarren Felsgestalten des größten Klettergebiets der Sächsischen Schweiz sehr eingeschränkt ist. Nur im oberen Teil des Bielatals bekommt man eine Ahnung von der sonst eigentlich eindrucksvollen Landschaftskulisse.

Als ich dann von Tyssa (Tisá) hinab ins Tal des Eulaubachs hinabrollte, tauchte ich dabei so richtig in eine herbsttrübe Nebelsuppe ein. Dieses Grau in Grau war der Vorgeschmack dessen, was mich am Sonntag erwartete. So, wie ich mich im Elbtal auf dem Elbradweg der tscheschich-deutschen Grenze näherte, umso mehr klarte es auf. Daher baute ich spontan den zusätzlichen Anstieg ab Porschdorf hinauf nach Waltersdorf in meine Tour ein, mußte jedoch anschließend kurz vor dem Ziel für den gewünschten Hunderter eine Ehrenrunde drehen. Hier erreichten mich endlich auch die ersten schwachen Ausläufer der sich nun nähernden Niederschlagsgebiete, doch war dieser Niesel bei weitem nicht vergleichbar mit der Regenfahrt eine Woche zuvor. Zum abendlichen Treffen blieb mir immer noch ausreichend Zeit.

Am Sonntag wollte es gar nicht richtig hell werden. Wie sich bald erwies, lag das nicht nur an einer geschlossenen Wolkendecke, sondern auch am kompakten Nochnebel, welcher sich darunter ausbreitete. Während das im Elbtal noch leidlich gut auszuhalten war, stieß ich bald an die Untergrenze dieser feucht-kalten Schicht, sobald ich die höheren Regionen meiner Anfahrt nach Grillenburg erreichte. Nach dem ersten Scheitelpunkt bei Possendorf begleitete mich diese nasse Kälte dann ausdauernd von Freital aus in den Tharandter Wald, wo sich dieser Nebel festgesetzt hatte.

Eigentlich wollte ich mich ja in Grillenburg mit den Leuten der Dresdner Selbsthilfegruppe integrativ-aktiv treffen, welche sich dort zu einer geführten Tour durch die Geopark-Rangerin Dagmar verabredet hatten. Sie waren natürlich schon unterwegs, als ich dort kurz nach dem Mittag eintraf. Leider befanden sie sich inzwischen offenbar in einem ausgedehnten Funkloch, sodaß mein Versuch zur Kontaktaufnahme scheiterte. Länger als eine Viertelstunde konnte ich jedoch nicht warten, denn gut durchfeuchtet vom leichten Niesel des Nebels und außerdem vom eigenen Schweiß kühlte ich ohne Bewegung sehr schnell aus. Letztlich fuhr ich weiter, ohne den Freunden begegnet zu sein.

Glücklicherweise halfen mir einige nachfolgende leichte Anstiege, mich wieder einigermaßen aufzuwärmen. Als ich bald darauf den Nebelwald verließ, trocknete sogar meine Kleidung. Während der letzten Kilometer entlang der Elbe freute ich mich trotzdem schon auf mein Zuhause. Pünktlich mit meiner Ankunft in Pirna meldete sich auch Klärchen zurück.

Da hatte ich aber keine Lust mehr auf einen Extrazacken. 

13. Oktober 2026

Alles Banane

Oder besser: eine Banane für alles. Meine Montagstour war wieder einmal typisch für die Zeit des Übergangs. Wenn es nicht mehr sehr warm wird, benötige ich nämlich auf meinen Handbiketouren noch weniger Essen und Trinken. Aber nach einem üppigem Frühstück komme ich den Tag über troz der körperlichen Belastung ohne großen Energienachschub aus.
 
Gestern gab es bei mir beispielsweise früh gleich rund 250g (Trockengewicht) Spaghetti mit Ketchup, dazu eine große Tasse Kaffee. Überhaupt esse ich inzwischen gerne bereits am Morgen warm, manchmal aber auch etliche Scheiben Toastbrot mit Butter oder Marmelade. Damit komme ich selbst bei Anstrengung sehr lange aus. Während meiner einzigen Freßpause gegen 12.30 Uhr auf dem höchsten Punkt kurz vor Krumhermsdorf waren es diesmal eben jene Banane und ca. 100 ml Orangenlimonade.
 
Beinahe überflüssig zu erwähnen ist, daß meine Sportfreunde wegen meiner absonderlichen Ernährungsgewohnheiten regelmäßig verständnislos mit dem Kopf schütteln. Gerade Christiane, deren Kinder eine Sportschule besuch(t)en und die deshalb Gelegenheit hatte, an speziellen Seminaren von Sportmediziniern zur richtigen Ernährung im Wettkampfsport teilzunehmen, riet mir, doch die praxisbewährten ernährungsphysiologischen Regeln für die Energiezufuhr anzuwenden. Diese empfehlen etwas ganz anderes, trotzdem wirkt meine Strategie nach eigenem Empfinden sehr gut. Ich höre jedenfalls lieber auf mein Bauchgefühl. Sprichwörtlich.
 
Panorama oberhalb von Lichtenhain in Richtung Südwesten (Aufnahmeort)
Ansonsten beginnen nun auch wieder jene Tage, an denen ich mich morgens zusätzlich motivieren muß, um in Schwung zu kommen. Sofern es gut rollt, ist diese Barriere zwar bald überwunden, doch bleibt selbst dann unterwegs wenig Muße für längere Pausen.
 
Immerhin erweiterte ich meine Tour noch um den Zacken über Sebnitz, was auch den längeren Anstieg in Richtung Lichtenhain mit einschloß (s. Track vom 12.10., km 58,0 - 60,5). Diesen fahre ich aufgrund der gleichmäßigen und nicht allzu großen Steigung (von ca. 6-8%) allerdings ziemlich gerne und freue mich dann jedesmal auf die schnelle Abfahrt nach Lichtenhain. Von der stammt übrigens auch das Bild, ein wirklich großartiges Panorama nach Süden und Westen. (Es war gestern tatsächlich meist ziemlich dunkel.)
 
Nach dem Abstecher bis Cunnersdorf über meine Lieblings-"Renn"-Runde blieb nur noch der Heimweg auf dem Elberadweg, wobei die Baustellenumfahrung kurz hinter Königstein (s. Track vom 12.10., km 95,9 - 96,3) mich weniger als erwartet nervte. Doch nur dem beherzten Schlußsprint ab Pötzscha war es zu verdanken, daß ich schließlich bis Pirna doch noch mein Geschwindigkeit-Wunschziel schaffte.

Macht mich das Mehr an Kleidung etwa wieder langsamer?
 

11. Oktober 2026

Nachdrücklich Herbst

Mütze statt Kopftuch, außerdem Jacke: es läßt sich nicht länger leugnen, daß der Herbst da ist.

Als ich am Freitag mittags nach dem zeitigen Feierabend losfuhr, wagte ich es aber noch einmal nur mit Kurzarmtrikot und Ärmlinge. Trotzdem war es eine Umstellung nach diesen warmen Tagen im Süden. Auch von der Sonne sah ich nicht viel, doch noch kam ich recht gut voran.

Anders wurde es hingegen auf der nördlichen Elbseite. So, wie sich der Himmel immer mehr zuzog, so wurde die Fahrt immer mehr Pflicht als Vergnügen. Zu meinem Verdruß begann es schließlich auf meinem Weg von Radeberg nach Großerkmannsdorf ausdauernd zu regnen, nachdem zuvor schon erste Tropfen gefallen waren. Diese letzten zwanzig Kilometer arteten bald zu einer Durchhaltestrecke aus, denn ich habe lange nicht mehr so viel Naß von oben abbekommen. Deshalb ersparte ich mir schließlich auch die knapp drei Kilometer, die noch an einem Hunderter fehlten. - Nur schnell nach Hause!

Der erste Wochenendtag begann dann gleich mit miesem Wetter. Obwohl, so viel Regen gab es in Pirna eigentlich nicht - so meinte ich es jedenfalls. Ich blieb lange unentschlossen, doch entschied mich letztlich gegen eine Handbiketour. Nur zu einem Nachmittagsspaziergang mit Einkauf im Supermarkt überredete ich mich, um wenigstens nicht die ganze Zeit in der Wohnung zu verbringen. Dafür organisierte ich meinen Tagesablauf so, daß ich am nächsten Morgen zeitig starten konnte. Sonntags sollte es nämlich erneut ab Mittag ungemütlich werden, doch wollte ich bis dahin den Großteil der Strecke absolviert haben.

Herbstzeit ist im Elbsandsteingebirge immer auch
die Zeit der Morgennebel, hier mit dem Lilienstein
im Hintergrund (Aufnahmeort)
Diesmal ging mein Plan auf. Bereits kurz vor Sonnenaufgang saß ich auf dem Handbike und erlebte daher einen Tagesbeginn voller Herbstromantik. Nur die Laubfärbung setzt eben erst zaghaft ein, erst in zwei, drei Wochen "brennt" der Wald. Bei Temperaturen im einstelligen Bereich begrüßte ich jeden Anstieg, der mich aufwärmte. Auch an den Fingern wird es nun allmählich kalt, aber noch benötige ich keine Handschuhe. Mal sehen, wie lange - manchmal geht es schnell ...

Als ich kurz nach Schlottwitz meine (kurze) Mittagsrast hielt, lagen auf diesen 63 km bereits 850 Hm hinter mir. Ich hätte mich daher also entspannen können, doch leider entluden sich nun rings um mich herum immer mehr Regenwolken mit teils heftigen Schauern. Das war ein bißchen wie Russisch Roulette, zumal die Sonne eigentlich immer noch einen schönen Herbsttag vorgaukelte.

Mir blieb das Glück jedoch treu. Sämtlicher Regen zog vorüber, ohne mich einzunässen, und so konnte ich mir in Dresden einen letzten Umweg bis kurz vor das Blaue Wunder leisten. Die nächste mächtige Regenwand im Nacken, spurtete ich die letzten Kilometer auf dem Elberadweg nachhause. Zum Schluß flankierte mich sogar südlich ein weiteres Regengebiet und drohte, mich zu überholen. Mit den ersten Tropfen schaffte ich es aber bis ins Ziel.

Ein entspannter Nachmittag erwartete mich.

5. Oktober 2026

Schneller erschöpft

So, langsam lasse ich es ausklingen ... Besonders an den letzten beiden Tourtagen habe ich es gemerkt, daß ich eben auch schon straff auf die Sechzig zugehe. Man stößt inzwischen nicht nur schneller an seine physischen und mentalen Grenzen, sondern benötigt für die Regeneration auch wesentlich mehr Zeit. 

Aber ich will nicht klagen, denn vor allem meine Ausfahrt mit dem Handbike am 02.10. hatte wieder alles dabei, was eine Fahrt in den hohen Bergen so besonders macht: wunderschöne Straßen und phantastische Ausblicke, verbunden mit dem Gefühl, genau zur richtigen  Zeit am richtigen Ort zu sein.

Rein rechnerisch erschien die Tour hinauf zum Ort Foza und der anschließenden Weiterfahrt auf einer Art Hochfläche über Asiago bis Treschè Conca gar nicht übermäßig anspruchsvoll, doch der Teufel steckte im Detail. Der größte Anstieg des Tages über reichlich 900 Hm erfolgte nämlich auf nur 14 km (s. Track vom 02.10., km 31,0 - 45,3). Sogar die Profis des Giro d'Italia sind hier schon hinaufgeklettert, wovon eine Tafel zu Beginn des eigentlichen Anstieges kündete.

Ich selbst kam mit der Steigung ganz gut zurecht. Allerdings hatte ich ca. 300 Hm unterhalb des Scheitelpunkts bereits so viel Federn gelassen, daß dann der Rest eine echte (Durch-)Hängepartie wurde. Dabei gab es gar keine direkt meßbaren Verschlechterungen (wie z.B. über die Herzfrequenz), tatsächlich fühlte ich mich aber zwischenzeitlich ziemlich elend. Nun, indem ich mir alle Zeit der Welt für diese letzten Kilometer nahm und keinen Streß machte, überstand ich schließlich auch diesen Abschnitt. Umkehren war jedenfalls zu keiner Zeit eine Option.

Von der Straße zwischen Fozo und Asiaga kann
man tief hinab ins Val Frenzela in Richtung des
Ortes Valstagna schauen, wo die Serpentinenstraße
nach Foza beginnt (Aufnahmeort)

Auch weil ich nach dieser Kletterei dann jeden Anstieg von Beginn an etwas langsamer hinauffuhr, kam ich dabei nie mehr in Bedrängnis. Leider mußte ich den Radweg auf der Bahnstrecke der ehemaligen Bahn nach Asiago abwählen und stattdessen die Hauptstraße benutzen. Denn als Lád'a am Vortag die Trasse erkundete, stellte er fest, daß diese sich in einem zu schlechten Zustand (Schotter, teils zugewachsen) war, um für mich noch sinnvoll ohne erheblichen Zeitverzug nutzbar zu sein. 

Hinab in die Ebene ging es schließlich über etliche Serpentinen, von denen sich erneut schöne Ausblicke eröffneten (s. Track vom 02.10., km 73,8 - 82,7). Das einzige nervige dort waren halbstarke Motorradfahrer, welche rücksichtslos gegenüber Auto- und Radfahrern die Piste als Rennstrecke mißbrauchten, was einige Male zu wirklich gefährlichen Situationen führte.

Die letzten kurzen Gegenanstiege des Tages ärgerten mich noch ein wenig (ich hatte nicht mehr mit ihnen gerechnet), doch als ich zum Sonnenuntergang am Quartier eintraf, war ich restlos glücklich und auch zufrieden mit mir. Besonders die Traumstraße nach Foza wird mir in Erinnerung bleiben.

Natürlich war abends bereits klar, daß es sich für mich in diesem Jahr in den Alpen ausgeklettert hatte. Am letzten Tag meines Urlaubs in Venetien stand also nur noch eine lockere Runde in der Ebene auf dem Programm. Als Ziel hatte ich mir Padua ausgesucht, auf der Rückfahrt schlug ich aber noch einen Bogen über Cittadella.

Man sollte meinen, ich würde in diesem konditionell anspruchslosen Gelände abgehen wie eine Rakete. Das bestätigte sich aber nicht. Da es hier keine nennenswerten, also längere Anstiege gab, folgten darauf auch keine Abfahrten, auf denen ich mich hätte vom Kurbeln "erholen" können. Insgesamt war ich also überdurchschnittlich lang und ausdauernd mit der Armarbeit ausgelastet. Über einen ganzen Tag ist diese Anstrengung nicht zu unterschätzen.

Von Paduas Altstadt war ich etwas enttäuscht, ich hatte mir mehr Sehenswertes erhofft. Vielleicht war ich auch nur nicht an den richtigen Orten, doch sehr lange wollte ich mich am Umkehrpunkt nicht aufhalten. Die zweite Stadt, nämlich Cittadella, gefiel mir hingegen besser, vor allem aber die eindrucksvolle Stadtmauer mit den Toren, welche allesamt sehr gut erhalten sind. Wahrscheinlich bräuchte ich aber auch hier wesentlich mehr Muße für die Erkundung. Bei Touren im Handbike kann ich mit der Zeit im Nacken nur an der Oberfläche kratzen.

Meine letzten Kilometer gehörten schließlich beinahe zur Standardstrecke, weil ich dieses Stück wahrscheinlich auf jeder meiner Touren hier absolviert habe. Als ich endlich im Hof der Unterkunft einrollte, war ich beinahe genauso geschafft, wie an den Tagen zuvor.

Lád'a meinte, wir könnten hier wieder einmal ein paar Tage verbringen. Unser Heim auf Zeit in Maragnole jedenfalls war sehr gut für mich geeignet und ist somit durchaus empfehlenswert. Und auch ausreichend mögliche Ziele gibt es für mich noch in der Umgebung, inklusive einer Bergtour zur Bocchetta Granezza und dem Passo Stretto. Wenn wir dann noch solches Heldenwetter wie in den vergangenen Tagen haben, ist das beispielsweise eine sichere Bank für die Saisoneröffnung oder den Jahresabschluß. Diesmal sind das bei mir übrigens auf 5 Touren insgesamt 462 km mit 4430 Hm gewesen.

1. Oktober 2026

Lange Leitung

Die Zeit war reif für die letzte überdurchschnittlich anspruchsvolle Handbiketour des Jahres 2026 in den Alpen. Nachdem ich während des Sommerurlaubs mit meinen Fahrten auf den Großen Speikkogel sowie auf den Monte Zoncolan auch schon sogenannte Hochgebirgsmonumente mit dem Handbike erklommen hatte, sollte nun die Tour auf den Monte Grappa meine diesjährige sehr erfolgreiche Alpenpässejagd abrunden.

Um mir genügend Zeitreserven zu bewahren, fuhr ich am Morgen bereits relativ zeitig los. Doch selbst gegen 8.00 Uhr reichte mir das Kurzarmtrikot aus. Bei 14°C Lufttemperatur und strahlendem Sonnenschein konnte ich mich auf den ersten flachen 24 km bis zum Beginn des Gipfelsturms ab Romano d'Ezzelino ausreichend warmfahren. Nach dem Bericht meines tschechischen Kameraden, welcher mit dem Rennrad zwei Tage zuvor erfolgreich über diese Strecke den Gipfel erreicht hatte, entschied ich mich entgegen meiner ursprünglichen Planung nun ebenfalls für diese Auffahrt.

Von hier verteilten sich nämlich die zu überwindenden (lt. Quaeldich.de) 1500 Hm auf die wesentlich längere Distanz von 27 km (statt 17 km), was in der Mehrheit geringere Steigungsprozente bedeutete. (Mein Navi hat übrigens auf diesem Abschnitt einen Anstieg von knapp 1600 Hm erfaßt.) Damit unterschied sich diese Auffahrt auch grundlegend von den Steilrampen auf den Großen Speikkogel sowie den Monte Zoncolan. Nicht bloße Kraft, sondern vor allem Ausdauer war hier gefordert!

Freilich hatte ich wieder einen perfekten Tag erwischt. Nachdem ich bereits auf der Anfahrt feststellte, daß ich endlich uneingeschränkt belastbar war, trugen erneut optimale Witterungsbedingungen zusätzlich zur Motivation bei. Viel Sonne, aber die Straße immer ausreichend im Schatten der Wälder, nicht zu kalt, nicht zu warm und manchmal ein schwaches Lüftchen, um die Hitze der Muskelmotoren besser abzuleiten.

Noch am Morgen schlug Lád'a vor, mich im Auto während der Gipfeltour zu unterstützen und uns zum Schluß auf dem Scheitelpunkt zu treffen. Nun erreichte er mich zum ersten Mal am Ende der Serpentinen nach ca. 9 km des Anstiegs. Es gab Cola als Dopingmittel, außerdem nutzte ich den Zwischenstop, um etwas zu essen. Ab diesem Treffen hielt mein Sportfreund etliche Male für meine Verpflegung sowie als Fotograf an der Strecke, sodaß ich völlig unbesorgt bzgl. meines Flüssigkeitsverbrauchs sein konnte. Dadurch verlief meine Tour im Gegensatz zu einigen Solotouren in den Alpen zuvor insgesamt wesentlich entspannter. Irgendwie war es sehr schön, den Freund im Hintergrund zu wissen ...

Unterhalb des Rifugio Bassano, kurz vor dem Ende
der öffentlichen Straße. Im Hintergrund ist die
Stichstraße zu erkennen, welche hinauf zum Sacrario
Militare del Monte Grappa am Horizont in Bildmitte
führt (Aufnahmeort)
Nach zwei bis drei konditionellen Durchhängern unterwegs, kam ich schließlich kurz nach 16.00 Uhr auf dem Gipfel an, wo mich Lád'a ein letztes Mal an diesem Tag erwartete. Er hatte auch schon mit dem Soldaten in der dortigen Kaserne gesprochen und die Erlaubnis dafür erhalten, daß ich ausnahmsweise über die sonst für den Verkehr komplett gesperrte kurze Stichstraße, deren Zugang zudem mittels Ketten gesichert ist, mit den Handbike hinauf zum Kriegerdenkmal fahren darf. Dort oben verbrachten wir ein paar schöne, doch gerade auch nachdenkliche Momente. Fast 23.000 Gefallene nur einer einzigen Schlacht sind dort begraben, die meisten der Toten namenlos. Warum lernen die Menschen nie aus solchen Katastrophen und wollen sich erneut die Köpfe einschlagen, sobald die letzten Zeitzeugen, die den Krieg am eigenen Leib erfahren haben, gestorben sind?! - Der nächste große europäische Krieg wird im nuklearen Inferno der letzte sein!

Kurz nach halb Fünf stürzte ich mich endlich in die Abfahrt. Vorbei am sogenannten Panettone, dem wichtigsten Startplatz der Paraglider, die vom Monte Grappa aus talwärts fliegen, konnte ich es dabei trotz des häufigem Bremsens relativ locker laufen lassen. Denn vor meiner Abfahrt vom Quartier hatte ich dort in einer Hauruck-Aktion gemeinsam mit meinem Sportfreund die Bremsbeläge meiner hydraulischen Scheibenbremse gewechselt, eine Sache von 3 - 4 Minuten. Nun war ich froh, es getan zu haben.

Vom Ende der Abfahrt in Semonzo del Grappa bis zum Quartier benötigte ich schließlich noch einmal etwas mehr als zwei Stunden und kam dadurch vor meiner Ankunft in die Dunkelheit. Aber auch das störte mich nicht, weil ich mir sowieso die Beleuchtung eingepackt hatte. Bei immer noch angenehmen 22°C erlebte ich am letzten Septembertag die letzten Kilometer wie in einer lauen Sommernacht.

Die Freude über das Erlebte tief in mir.

Auf dem Weg der Besserung

In den vergangenen drei Tagen jagte ein Höhepunkt den anderen. Ich werde nun versuchen, alle Ereignisse seit Montag aufzuarbeiten.

Nach der ersten Tour in Venetien hatte ich ja noch über Unwohlsein geklagt. Leider wurde es zu Beginn der neuen Woche nicht besser. Dennoch wollte ich die Zeit nicht tatenlos im Quartier verbringen, sondern wenigstens eine kurze Ausfahrt im flachen Gelände unternehmen. Dafür eignete sich die Empfehlung meines Kameraden perfekt, nämlich die Altstädte von Marostica und Bassano del Grappa zu besichtigen. Der mittelalterliche Stadtkern von Marostica sowie u.a. die Holzbrücke "Ponte degli Alpini" in Bassano zählen zu den überregionalen Sehenswürdigkeiten in diesem Gebiet.

Die Anfahrt dorthin strengte mich trotz geringer konditioneller Anforderung mehr an als sonst - ein Zeichen dafür, daß ich gesundheitlich noch nicht über'n Berg war. Doch die Erkundung der beiden genannten Städte entschädigte mich reichlich. Es erwies sich als die beste Idee, den Tag sinnvoll zu nutzen, auch wenn ich am Nachmittag geschafft wie nach einer langen Tour war. Noch sah es überhaupt nicht gut aus für mein größtes geplantes Projekt.

Daher entschlossen sich Lád'a und ich, zunächst noch einen weiteren Tag ohne nennenswerte sportliche Aktivitäten zu verbringen. Statt, wie geplant, zu einem späteren Zeitpunkt mit dem Auto einen Abstecher nach Venedig zu unternehmen, stand extrem kurzfristig bereits am Dienstag der Besuch dieser Stadt auf dem Programm. Leider verpaßten wir aus diesem Grund den letztmöglichen Zeitpunkt (nämlich mindestens 24 Stunden zuvor), einen der kostenfreien Rolliparkplätze im großen Parkhaus online zu reservieren und mußten schließlich auf die Bezahlvariante ausweichen, was uns dann 35,- EUR kostete.

In Venedig auf dem Markusplatz vor
dem Markusdom (Aufnahmeort)
Um als Rollifahrer die verschiedenen barrierefrei zugänglichen Orte bzw. Ortsteile zu erreichen, ist man auf sogenannte Vaporetti angewiesen, dem öffentlichen Nahverkehr auf den Kanälen der Lagunenstadt. Für die Wasserbusse waren die Ticketpreise erfreulich fair: für mich inkl. Begleitperson 1,50 EUR pro Fahrt. Wir erwarben gleich mehrere Fahrscheine am zentralen Startpunkt bei der Piazzale Roma, die wir dann nach und nach entwerteten. Manchmal mußten wir lediglich auf die andere Seite des Canal Grande, benötigten aber hier ebenso ein Ticket. Dennoch wurde es ein ganz besonderes Erlebnis, zumal wir anfangs damit eine Art Stadtrundfahrt auf dem Wasser unternahmen. Für den schnellen Transfer ist das Vaporetto zwar ungeeignet, weil es oft bereits nach wenigen 100 m - manchmal sogar nicht einmal so weit - erneut anlegte, doch wir hatten ja alle Zeit der Welt!

Nach der morgendlichen Schweißattacke im Bett fühlte ich mich inzwischen auch wieder richtig gut. (Solche Schweißausbrüche sind bei mir im Krankheitsfall immer ein ziemlich sicheres Indiz dafür, daß das Schlimmste überstanden ist.) Deshalb genoß ich unseren Ausflug umso mehr. Freilich benötigte ich wegen der Steilheit der Rampen selbst über die barrierefrei ausgebauten Brücken immer die Hilfe meines Begleiters, doch konnten wir viele Orte auch abseits der Touristenströme erreichen. Mit etwas besserer Vorbereitung (bei einer weniger kurzfristigen Entscheidung) wäre sich auch noch mehr möglich gewesen, doch insgesamt haben wir an diesem Tag ebenfalls eine ganze Menge gesehen.

Ich jedenfalls war abends ziemlich erledigt und hatte keinerlei Bedürfnis, gleich noch einen Beitrag hier zu veröffentlichen. Das allerbeste an diesem Tag war jedoch, daß ich mir nun ziemlich sicher war, für die nächsten sportlichen Herausforderungen wieder voll einsatzbereit zu sein.

Monte Grappa, ich komme!

28. September 2026

Überraschend steil

Ich bin schon am Sonnabend losgefahren, um mich mit meinem tschechischen Kameraden nahe Vicenza zu treffen. Erfreulicherweise kam ich bereits abends gegen 20.00 Uhr am Ziel an. Statt einer Nacht im Auto, machte es mein Kamerad möglich, daß ich nach Absprache mit dem Hotelier bei ihm in seinem Übergangsquartier übernachten konnte. Diese Unterkunft war zwar nicht barrierefrei, aber Lád'a hievte mich mit viel Engagement hinauf in den ersten Stück, wo er übernachtete. So konnte ich ausgeschlafen gleich am nächsten Tag zu meiner ersten Tour starten.

Die sollte eigentlich flach werden, mit einem Abstecher nach Vicenza. Doch noch am vorhergehenden Abend hatte mein Sportfreund durchaus ernstzunehmende Anstiege mit mehr als 300 m Höhendifferenz in der Nähe von Vicenza entdeckt. Die Colli Berici (dt. „Berici-Hügel“) sind übrigens auch ein Weinbaugebiet in der Region mit geschützter Herkunftsbezeichnung.

Bei der Abfahrt von den Colli Berici erinnerte mich
vieles an die Toskana (Aufnahmeort)
Nach einer flotten Fahrt durch die brettebene Landschaft zwischen Adria und den Alpen nahm ich mir also eine der Auffahrten in diese Hügel vor, nachdem klar war, daß ich heute auf die Begleitung durch Lád'a verzichten mußte. (Er hatte zunächst mein Auto zum gebuchten Quartier überführt, bevor er sich ebenfalls auf's Rad setzte.) Allerdings hatte ich den nun bald folgenden Anstieg komplett unterschätzt. Kurz hinter Sant' Agostino wurde es nämlich richtig steil (s. Track vom 27.09., km 34,3 - 35,8).  Auf 1,5 km mußte ich dabei einen Höhenunterschied von mehr als 170 m überwinden. Ohne die entsprechende (mentale) Vorbereitung kam ich hier an meine physischen Grenzen. Einzige Abhilfe: Stop & Go oder - wie ich es auch bezeichne - Klettern in kurzen "Sprüngen". Doch selbst mit dieser Fahrtaktik verausgabte ich mich völlig, sodaß mich danach lange Zeit jeder weitere Anstieg, also auch flachere, zu Verschnaufpausen zwang.

Diese Tour hatte ich nicht vorab geplant, und das rächte sich dann auf dem Rückweg. Denn mein Navi lotste mich meist auf großen und stark befahrenen Fernverkehrsstraßen zum neuen Quartier. Im Gegensatz zur Heimatregion kannte ich mich aber im Gebiet überhaupt nicht aus, weswegen ich der Streckenführung meines Navigationsgeräts ziemlich ausgeliefert war. Dabei hätte man sicherlich auch eine ruhigere und schönere Route finden können.

Am Abend stand schließlich fest, daß ich heute mich von dieser ersten Tour erholen werde, zumal ich gestern nicht in optimaler (gesundheitlicher) Verfassung war. Hoffentlich renkt sich alles wieder ein.

Es warten noch richtige Bollwerke auf mich!

22. September 2026

Zwischenergebnis

Mit der kurzen Ausfahrt am Montag habe ich nun mein Zwischenziel erreicht: 10.010 km mit 110.723 Hm reichen aktuell zwar - über die Jahre betrachtet - nur für einen  Platz im Mittelfeld, sind aber akzeptabel. Derzeit sieht es allerdings ganz danach aus, als ob ich hinsichtlich der jährlichen Kilometerleistung in dieser Saison ein paar Abstriche machen muß, zumal wahrscheinlich noch ein paar größere, d.h. zeitintensive Reparaturen an meinem Handbike zu erledigen sind.

Überhaupt war es durchaus nicht selbstverständlich, mein avisiertes Ziel noch vor dem nächsten Wochenende zu erreichen. Im Vertrauen auf besseres Wetter am Folgetag, strich ich nämlich sonntags aufgrund etlicher sich nahender Regengebiete meine Außenaktiväten. Daß es dann trotz vieler Regenwolken rund um Pirna bis nachmittags um Drei trocken bleiben würde, war wirklich nicht abzusehen.

Der Kalkbrennofen an der Straße vom Müglitztal
nach Maxen (Aufnahmeort)
Dafür sah es am Montag wie erwartet zunächst besser aus, sogar die Sonne ließ sich hin und wieder sehen. Den Kampf gegen kräftigen Westwind vermied ich auf altbewährte Weise, indem ich lieber die zwei bewaldeten Anstiege nach Burkhardswalde sowie Maxen fuhr. Der Kraftaufwand dürfte dabei nicht viel höher gewesen sein, als wenn ich mich auf offenem Feld gegen den stürmischen Westwind hätte stemmen müssen.

Ab Possendorf nutzte ich auch wieder mal den Bahntrassenradweg auf der alten Strecke der Windbergbahn. Dieser läßt sich sehr schön fahren und bietet mehrere Aussichtspunkte, u.a. über die Landeshauptstadt Dresden. Schade, daß er relativ kurz ist, denn eigentlich braucht er sich in puncto Streckenführung und Anbindung durchaus nicht hinter dem m. E. schönsten Bahntrassenradweg der Region durch das Schönfelder Hochland verstecken.

Spätestens ab Freital schob mich endlich der Wind, welcher unmittelbar vor den herannahenden Regenfronten noch einmal zulegte. Da es nun nur noch flach auf dem Elberadweg nachhause rollte, konnte ich vor dem Schlechtwetter fliehen. Und das wenige Naß, welches dennoch über mir niederging, ertrug ich relativ entspannt, weil es mich nicht frontal traf. Letztlich entschied ich mich aber deswegen statt zusätzlicher Strecke nur für das Minimalprogramm.

In einer Woche will ich fit für die nächsten Bergtouren sein!

21. September 2026

Nur Bilder

Statt eines umfangreichen Reiseberichts von meinem diesjährigen Sommerurlaub in den Alpen gibt's diesmal nur eine kurze Zusammenfassung sowie einige etwas ausführlicher kommentierte Bilder, denn das meiste dazu findet sich bereits in meinen Blogbeiträgen.

Wer das noch einmal nachlesen möchte, den verweise ich auf diese Einträge:
Auf Facebook habe ich also nun nur noch den oben erwähnten kurzen illustrierten Rückblick veröffentlicht. (Der Link funktioniert wahrscheinlich nur für Netzer, die über ein Facebook-Konto verfügen.)

Es war mir ein Bedürfnis.

20. September 2026

Doppelter Countdown

Eine Woche noch bis zur nächsten Urlaubsfahrt in den Süden, und bis dahin würde ich gern auch die Kilometerbilanz des Jahres fünfstellig werden lassen. Nach den vergangenen beiden Touren fehlen dafür noch 65 km.

Was die Planung für den Süden betrifft, gab es eine spontane Änderung. Mein Kamerad Lád'a will nun nämlich gleich in mehreren Etappen mit dem Rad dorthin fahren, während ich am Sonnabend mit dem Auto nachkomme. Damit wird die Anfahrt für mich ein bißchen stressiger, ist aber immer noch machbar. Mit genügend Zeit und unterwegs ggf. eine Mütze Schlaf sollte das jedenfalls zu schaffen sein.

Meine letzte Feierabendtour vor der Tag-und-Nacht-Gleiche wird wohl auch fast der letzte Nachmittags-Hunderter gewesen sein, bei dem ich vor dem Sonnenuntergang wieder zuhause war. Auch daß ich die ganze Zeit im Kurzarmtrikot fahren konnte, gehört in dieser Saison wohl bald der Vergangenheit an. Vermutlich bleibt das dann nicht ohne Folgen auf das Tempo, doch daran verschwende ich derzeit noch keine Gedanken. Alles hat seine Zeit.

Statt meiner Standardstrecke über Putzkau, Ober-/Niederottendorf und Neustadt habe ich mich am Freitag auf dem Rückweg übrigens in Bischofswerda spontan für die Auffahrt durch Großdrebnitz nach Rückersdorf (s. Track vom 18.09., km 64,5 - 70,2) entschieden. Lange mied ich diesen Anstieg, doch inzwischen fühlt er sich gar nicht mehr so zermürbend an, wie er bisher in meinem Kopf abgespeichert war. Auch der letzte Anstieg hinter Porschendorf (s. Track vom 18.09., km 91,4 - 92,0) verliert seinen "Schrecken", wenn man ihn fährt, ohne kräftemäßig bereits am Limit zu sein. In dieser Saison habe ich mich dort auch schon richtig gequält.

Für den Sonntag hatte mich mein jüngeres Patenkind zum Geburtstags-Kaffeetrinken eingeladen, der Nachmittag war also bereits verplant. Trotzdem blieb noch ausreichend Zeit für eine Tour. Die führte mich zunächst ins Böhmische bis Tyssa (Tísa), wo ich auch schon eine Weile nicht mehr gewesen bin.

Nach der schnellen Abfahrt hinab ins Elbtal bis Tetschen bog ich kurz vor Bad Schandau noch zur Wildwiese unterhalb der Schrammsteine ab. Ich "benötigte" noch ein paar zusätzliche Kilometer und Höhenmeter für meine Tourenbilanz, außerdem ist es dort im Angesicht mächtiger Felsmauern immer wieder schön.

Kurz vor der Ziegenrückenstraße breitet sich vor
dem Betrachter die Rathener Felsenwelt aus,
rechts der Gamrig (Aufnahmeort)
Die letzte ernstzunehmende Auffahrt über die Ziegenrückenstraße zur Hocksteinschänke (s. Track vom 19.09., km 82,5 - 85,7)  wurde noch einmal eine schweißtreibende Angelegenheit. Vor allem das erste rund 400 m lange Steilstück mag ich überhaupt nicht, jedenfalls habe ich vor diesem mehr Respekt, als vor der gesamten Auffahrt durch Porschdorf in Richtung Waltersdorf (s. Track vom 19.09., km 79,2 - 80,0). Dabei ist die Porschdorfer Auffahrt mit 13% Steigung ausgeschildert, während der Beginn der Rampe über den Ziegenrücken nur mit 12% angekündigt wird.

Dafür lagen spätestens am Abzweig zur Bastei alle größeren Anstiege hinter mir und ich konnte mich endlich auf Kaffee und Kuchen freuen. An solchen Tagen genieße ich die Leckereien ganz ohne Reue, habe ich doch zuvor reichlich Kalorien verbrannt. Gut, daß danach nur noch der Abgesang meines Tourentags folgte, denn lange Pausen und gutes Essen machen mich immer träge.

An diesem Abend lag jedoch nichts mehr an.

14. September 2026

Wasserscheu auf Tour

Der Sonntag bot nur ein relativ kleines Zeitfenster zur sportlichen Betätigung für Wasserscheue wie mich. Ehrlicherweise hatte ich den Tag bereits abgeschrieben, doch nachdem es gegen Mittag endlich aufklarte, waren eine Stunde später die Straßen in der Stadt sowie im offenen Gelände bereits gut abgetrocknet.

Nach und vor dem Regen bei Dorf Wehlen
(Aufnahmeort)
Eine kurze Ausfahrt mit dem Handbike war also noch möglich, auch wenn das trübe Wetter nicht unbedingt dazu einlud. Ich überwand meine Unlust und stellte mir Stücke für Stück eine passende Strecke zusammen. Von Pirna nördlich der Elbe bis Neustadt in Sachsen gibt es viel offenes Land, welches perfekt zu dieser Witterung paßte.

Bei einem kurzen Zwischenstop auf dem Radweg nach Langenwolmsdorf (s. Tack vom 13.09., km 22,1) passierte mich eine Radfahrerin, die kurz danach spontan anhielt, um Fallobst von Bäumen am Wegesrand aufzusammeln. Ich bat sie um Früchte - es waren Pflaumen und Birnen - weil ich selbst nicht an diese herankam. Sie suchte mir ein paar Pflaumen, kurz darauf sogar noch einige Birnen von einem entfernteren Baum und überreichte sie mir. Lächelnd bedankte ich mich. Was mich dabei irritierte: Sie verhielt sich so nett, doch trotzdem kam kein Lächeln auf meinen Dank zurück. Warum?

Später am Tag begegnete ich noch weiteren Menschen auf meinem Weg, u.a. einer alten Frau mit ihrem Rollator, in deren Gesichtern jeder Ausdruck von Freude oder wenigstens Zufriedenheit fehlte. Und das war dann doch noch etwas anderes, als die oftmals verbissen auf mich wirkenden Radrennfahrer, welche mir mehr und mehr - vor allem im urbanen Gebiet - grußlos entgegenkommen oder mich beim Überholen einfach ignorieren. Täuscht mich der Eindruck, daß dies mir immer häufiger passiert, daß Hoffnungslosigkeit, Isolation bzw. Selbstbezogenheit zunehmen und solche grundlegenden Charaktereigenschaften wie Offenheit, Freundlichkeit und Gelassenheit auf dem Rückzug sind?

Zum Glück habe ich aber auch gestern wieder ganz andere Begegnungen erlebt. Wenig überraschend, sind diese Leute, welche sich das Lächeln bewahrt haben, auch genau diejenigen, die mich grüßen. Egal, ob es der Bauer ist, der vom Kontrollgang auf seinem Acker zurückkehrt oder das junge Paar, welches gerade mit ihrem Sprößling auf dem Tretrad einen kleinen Nachmittagsspaziergang unternimmt. Ein ehrliches Lächeln kostet nichts, sondern freut beide Seiten. 

Knapp zehn Kilometer vor Pirna erreichten mich die ersten Vorboten des nächsten größeren Regengebiets, sodaß ich auf dem kürzesten Weg noch einen Zahn zulegte, statt meine Runde weiter auszudehnen. Meiner positiven Grundstimmung nach diesen (gesundheitlich) etwas holperigen Tagen schadete das indessen nicht.

Wenn ich in knapp zwei Wochen mit meinem tschechischen Kameraden für eine reichliche Woche in den Süden fahre, will ich noch einmal ordentlich dabei sein!

13. September 2026

Krank und Frieden

Am vergangenen Donnerstag begannen ein paar unangenehme Stunden für mich. Bereits auf der Arbeit machten sich erste Anzeichen bemerkbar, doch so richtig ungemütlich wurde es dann abends. Erst fror ich, und während die Spastik zunahm, schüttelte ich mich in's Fieber hinein. Vermutlich war das wieder einer jener Harnwegsinfekte, welche ich mir hin und wieder zuziehe, weil ich notorisch zu wenig trinke. Als am Ende der Nacht zum Sonnabend das Bettlaken naß vom Schweiß wurde, war klar, daß ich es  - nach Einsatz diverser Medikamente - endlich überstanden hatte.

Noch am Freitag erfuhr über einen Facebook-Eintrag vom European Peace Ride (EPR). Mir blieb zwar verborgen, wieso man die Veranstaltung englisch betitelt statt beispielsweise "Europäische Friedensfahrt". Will man doch ideell an die ehemalige Internationale Friedensfahrt anknüpfen. Sei's drum, die Idee dahinter bleibt die gleiche: Radsportler aus verschiedenen Ländern bewältigen gemeinsam Herausforderungen, die tatsächlich beachtlich sind. An den drei Tourtagen werden 2026 insgesamt rund 500 km und 6000 Hm bei einer avisierten Durchschnittsgeschwindigkeit von 28 km/h bewältigt. Eine Hausnummer nur für überdurchschnittlich ambitionierte Sportler!

Ich wollte es mir aber nicht entgehen lassen, den Teilnehmern bei ihrem Zwischenstop in Glashütte meine Aufwartung zu machen, finde ich vor allem solche Veranstaltungen, die auf Kooperation statt auf Konfrontation setzen, im aktuell von verantwortungslos handelnden Machtmenschen und ihnen willfährigen Protagonisten in den Massenmedien aufgeheizten politischem Klima für umso wichtiger. Jeder Beitrag, der zur Deeskalation beitragen kann bzw. zeigt, daß sich nicht alle wie gewünscht manipulieren lassen, ist wichtig.

Ohne erst abzuwarten, ob nicht doch noch Nachwirkungen meines Infekts auftreten und nach 1,5 Tagen mit nur minimaler Nahrungsaufnahme nicht in optimaler körperlicher Verfassung, brach ich schließlich zur zehnten Stunde des Vormittags auf. Zunächst testete ich mich hinsichtlich der Belastungsfähigkeit auf den ersten flachen 30 km, bevor ich über das Lockwitztal die Landeshauptstadt verließ. Ich hatte meine Tour genau auf meine verminderte Leistungsfähigkeit zugeschnitten: lange, jedoch nur unmerkliche Anstiege, statt brutaler Steilrampen. Trotzdem waren auf der höchsten Punkt meiner Strecke vor Glashütte bereits mehr als 500 Hm zusammengekommen.

Zwischenstop der Teilnehmer des EPR am
Deutschen Uhrenmuseum Glashütte (Aufnahmeort)
Bis die Recken des EPR dann ebenfalls in Glashütte eintrafen, dauerte es dann noch reichlich 20 Minuten, aber eigentlich hatte ich es mit der Zeitplanung ganz gut getroffen. Ich freute mich mit ihnen, kannte ich doch fast die gesamte Strecke dieser zweiten Etappe aus eigenem Erleben und wußte daher, was für beinahe epische Auffahrten schon hinter den Teilnehmern lagen. Erinnert sei hier nur an die gnadenlose Rampe von Tetschen-Peiperz (Děčín-Připeř) bis Kalmswiese (Jalůvčí) und weiter nach Schneeberg (Sněžník) mit 13 km Länge und 450 m Höhenunterschied, wobei auf den ersten 2,5 km bereits 230 Hm überwunden werden müssen. - Erfreulich, daß sogar etliche Frauen mitfuhren, auch wenn eine dieser Radamazonen schon ziemlich mitgenommen aussah.

Nach einer reichlichen halben Stunde fuhr ich schließlich weiter, dehnte dabei meine Runde jedoch zweimal aus, weil ich mich immer besser fühlte. Am Ende kletterte ich tatsächlich noch die schnellstraßenartig ausgebaute Strecke von Lauenstein in Richtung Liebenau  hinauf (s. Track vom 12.09., km 67,1 - 69,2), um von dort in mehreren Schwüngen zunächst ins Müglitztal kurz hinter von Glashütte zurückzukehren und diesem dann bis Dohna zu folgen. Weil dort aber noch ca. 90 Hm an einem vierstelligen Betrag fehlten, nahm ich außerdem die Auffahrt nach Großsedlitz mit, bevor ich in Pirna einrollte. Trotz meiner Leistungsdefizite stand am Ende ein Ergebnis, für das ich mich nicht schämen muß.

Sehr erfreulich!

7. September 2026

Die siebte Tour

Hätte mich mein Sportfreund aus dem Erzgebirge nicht am vergangenen Wochenende besucht, wäre ich bereits eine Woche früher zu meinem wahrscheinlich letzten Langen Kanten des Jahres aufgebrochen. Der Plan dafür lag jedenfalls schon in der Schublade.

Zunächst bin ich aber freitags nach Feierabend mit dem Handbike unterwegs gewesen. Aufgrund der Ankündigung schlechten Wetters verlegte ich dabei meine Höhenmetersammelei nach vorn, indem ich hinauf ins Osterzgebirge fuhr. Nach einem Drittel der Strecke lagen die meisten Anstiege hinter mir, knapp 800 Hm waren dabei zusammengekommen.

Was ich dabei an Geschwindigkeit eingebüßt hatte, holte ich anschließend auf den langen Abfahrten wieder heraus. Während ich durch die daran ausgerichtete Tourenplanung auf dem Hinweg in den geschützten Tälern und Ortschaften meist vom kräftigen Westwind verschont blieb, half er mir am Ende schließlich bei der Heimfahrt auf dem Elberadweg. Weil ich aber zusätzlich ordentlich Druck machte, merkte ich am nächsten Morgen dann trotzdem meine Arme.

Das fiel allerdings weniger ins Gewicht, denn am Sonnabend wollte ich sowieso einen Ruhetag einlegen. Nach den kräftigen Regenfällen in der Nacht kündigte sich ein schöner, doch windiger Tag an. Umso schwerer fiel mir zunächst, das umzusetzen, was ich mir überlegt hatte. Wenn ich wirklich noch einen 200er in diesem Jahr fahren wollte, brauchte ich nämlich zuvor unbedingt Erholung.

Daß dieser erste Tag des Wochendes nicht gänzlich ereignislos verstrich, verdanke ich einer "zufälligen" Begegnung. Als ich nachmittags zu einem kleinen Spaziergang startete, rollte mir nämlich der bloggende Rolli-Influenzer über den Weg, welcher gerade vom Tourismusverband Sächsische Schweiz hierher eingeladen war. Da seine geplanten Vorhaben auch in Pirna nicht ohne viel zusätzliche Hilfe umsetzbar waren, bot ich ihm eine alternative Führung zu einigen schönen Orten meiner Heimatstadt an. Vom Abstecher auf dem Burglehnpfad mit dem schönen Blick auf die Pirnaer Altstadt war er sichtlich angetan.

Der Sonntag begann dann für mich schließlich sehr früh. Da die Tage nun wieder erheblich kürzer sind, muß ich bei langen Ausfahrten auch etliche Kilometer in der Dunkelheit zurücklegen. Sinnvollerweise entscheide ich mich dabei für den Morgen, damit notfalls (z.B. bei Pannen) Reserven am Ende des Tages zur Verfügung stehen.

Im Streckenprofil der Tour - übrigens der siebte Lange Kanten der aktuellen Saison -  hoben sich nur die zwei größeren Anstiege ab. Der erste dieser beiden Auffahrten war dabei die Überquerung des auslaufenden Osterzgebirgskamms am Nollendorfer Paß (Nakléřovský průsmyk). Und die zweite Kletterei wurde notwendig, weil ich die westlichen Ausläufer des Böhmischen Mittelgebirges bei akzeptabler Tourenlänge nicht so weiträumig umfahren konnte, wie es dafür erforderlich gewesen wäre.

Insgesamt gab es aber noch viel mehr Berge, sodaß ich nach dem gerade erwähnten zweiten längeren Anstieg schon knapp 1300 Hm zu Buche standen. Auf den meist flachen oder abfallenden Straßen rund um das Tagesziel holte ich endlich wieder etwas auf, die körperliche Erholung von den kraftraubenden Kilometern davor war jedoch ungleich wichtiger.

Die Hasenburg, von Nordosten aus gesehen
(Aufnahmeort)
Die Hasenburg (Hazmburk) sehen und sich freuen! Zuletzt war ich hier im Frühling 2014, doch es ist immer wieder ein erhebender Moment, sich dieser wohl eindrucksvollsten Burg(ruine) des Böhmischen Mittelgebirges (České středohoří) zu nähern. Der sich über flachem Land erhebende Vulkankegel mit den beiden Türmen sowie Mauerresten als Bekrönung ist schon von weitem zu erkennen und zweifellos das Wahrzeichen dieser Region. Noch als Fußgänger war ich vor 1999 einmal da oben, was nun im Rollstuhl nur noch mit extrem viel Unterstützung durch Fußgänger möglich sein dürfte - und selbst dann wird man nicht alles erreichen. Für alle anderen gilt: ein Besuch der Burg lohnt sich immer!

Ich habe die Burg gestern also nur von Weitem aus minimal 1,6 km (von Slatina) gesehen, für mehr blieb außerdem keine Zeit. Immerhin aber diesmal von fast allen Seiten, inklusive des Flußtals der Eger (Ohře) im Süden.

Bis ich kurz vor Leitmeritz (Litoměřice) auf die andere Elbseite wechselte, zog es sich etwas hin. Auch die letzten reichlich neunzig Kilometer (für viele Leute eine ganze Tagestour) entlang des Flusses ähnelten am ehesten notwendiger Fleißarbeit, von welcher mir am besten der gänzlich von der Straße isolierte und gut ausgebaute Radweg zwischen Groß Tschernosek (Velké Žernoseky) und Libochowan (Libochovany, s. Track vom 06.09., km 122,2 - 125,6) gefiel. 

Spätestens ab Aussig (Ústí n. L.) machte sich ermüdende Routine breit, und ich war froh, als ich 19.45 Uhr fast pünktlich zum Sonnenuntergang endlich zuhause ankam. Erstaunlicherweise hatten sich das Auf und Ab auf dem Elberadweg sowie den flußbegleitenden Straßen auf weitere mehr als 430 Hm summiert, obwohl diese Streckenvariante zwar nicht die kürzeste, wohl aber die gängigste Alternative ist. Insgesamt fehlte am Ende des Tages nicht viel an 2000 Hm.

1. September 2026

Berge, ganz verschieden

Zum Bergefahren gibt es in meiner Heimat reichlich Möglichkeiten. Im Süden grenzt das (Ost-)Erzgebirge an das Elbtal, im Osten windet sich der Fluß durch das Gebiet des Elbsandsteins. Und doch unterscheiden sich beide Regionen: während ich eher ins Osterzgebirge fahre, um lange Auffahrten mit moderaten Steigungen, aber großen Höhenunterschieden zu bewältigen, stehen in der Sächsisch-Böhmischen Schweiz bei mir oft kurze, doch steile Klettereien im Fokus. Das bedeutet natürlich nicht, daß es nicht auch genau umgedreht sein kann. Erinnert sei hier einerseits an die lange Auffahrt aus dem Elbtal bei Königstein hinauf zum Hohen Schneeberg (Děčínský Sněžník) im südlichen Elbsandsteingebirge bzw. andererseits an die 12%-Rampe ab Oberschlottwitz nach Berthelsdorf im Osterzgebirgsvorland.

Gestern habe ich auf meiner Tour beide Welten vereint, wobei eigentlich beim Abstecher in die Sächsische Schweiz nur noch eine erwähnenswerte Auffahrt kam. Nachdem es erst am Morgen kräftig geregnet hatte, wurde das Wetter immer besser. Bei der Anfahrt zum Scheitelpunkt der Tour nach Fürstenwalde störten mich die lange Zeit noch nassen Straßen aber überhaupt nicht, denn bei meinem langsamen Tempo bergauf entsteht kein Spritzwasser. Außerdem konnte ich dem kräftigen Südwestwind meist entkommen. Lediglich auf der Straße von Hirschbach nach Reinholdshain mußte ich mal ein paar Minuten leiden.

NO-Panorama nahe Luchau (Aufnahmeort)
Dafür sorgten genau diese Bedingungen erneut für eine herrliche Fernsicht. Das wohl schönste Panorama des Tages bot sich diesmal unweit von Luchau in nordöstliche Richtung, bevor ich auf schneller Abfahrt in Glashütte das Müglitztal erreichte.

Kurz vor dem sprichwörtlichen Höhepunkt meiner Runde passierte ich in Fürstenwalde das Denkmal für George Bähr. Der Baumeister der bekannten Dresdner Frauenkirche wurde nämlich im Jahre 1666 hier geboren. Es ist schon bemerkenswert, wie viele zumindest in Sachsen bekannte Persönlichkeiten aus dem Erzgebirge stammen. Man denke dabei beispielsweise auch an den Orgelbauer Gottfried Silbermann.

Auf meiner Heimfahrt streifte ich schließlich die westlichsten Felsenberge der Sächsischen Schweiz, also die unweit von Naundorf gelegenen Bärensteine. Von der Anliegerstraße vor dem Ort konnte man übrigens auch im Westen die 17-Geschosser von Pirna-Sonnenstein sehen. Am schönen Picknickplatz mit Sandsteinbank habe ich mich auch schon zum Abendbrot im Freien mit Insa getroffen.

Das sollten wir demnächst mal wiederholen.

30. August 2026

Zwei Schlösser zu zweit

Für den frühen Abend hatte sich am Freitag nun mein Sportfreund angekündigt, trotzdem blieb ausreichend Zeit für eine Feierabendtour nach der Arbeit. Zum letzten Mal konnte ich dabei in diesem Jahr bereits kurz nach Elf losfahren, denn ab nächster Woche gelten bei meinem Brötchengeber wieder andere Arbeitszeiten.

Das paßte übrigens auch gut zum Wetter, da es nachmittags immer unbeständiger wurde. Als ich am Umkehrpunkt hinter Langenwolmsdorf das Regenradar konsultierte, sah es dann überhaupt nicht gut aus, und bald darauf näherte sich mir die schwarze Wand bedrohlich schnell. Der ursprüngliche Plan landete also in der Tonne, auf kürzestem Wege ging es jetzt in Richtung Pirna. Wenn schon naß werden, dann so wenig wie möglich. Zum Glück streifte mich das Starkregengebiet aber nur. Weil in Pirna schon wieder die Sonne schien, fuhr ich schließlich eine dritte Schleife auf der anderen Elbseite, bis sich erneut Regen ankündigte.

Konditionell etwas durch die wetterbedingten Sprinteinlagen angeschlagen und das baldige Treffen mit meinem Sportfreund im Hinterkopf, ließ ich mich diesmal auf keine weiteren Umwege ein, auch wenn ich dadurch nicht mein gewünschtes Streckenziel erreichte. Dafür konnte ich am Abend meinen Besuch sogar etwas zeitiger begrüßen. Beim anschließenden gemeinsamen Abendessen im "Babička" und dann während der Nachbereitung zuhause wurde es sehr spät.

Vor dem Jagdschloß Moritzburg (Aufnahmeort)
Jens ist kein Frühaufsteher, doch auch ich kam diesmal am Sonnabend erst spät aus den Federn. Doch für unsere gemeinsame Ausfahrt hatte ich sowieso keine kraftraubende Aktion bzw. lange Strecke vorgesehen, sondern nur eine entspannte Runde zum Jagdschloß Moritzburg. Bis auf die touristischen Höhepunkte kannte mein Begleiter nämlich diese Gegend überhaupt noch nicht.

Außerdem stellte ich diesmal besonders schöne und verkehrsruhige Abschnitte zu einer Rundtour zusammen, welche selbst vielen Einheimischen nicht sofort einfallen würden. Der asphaltierte, teils betonierte Radweg zwischen Wallroda und der Stadtrandsiedlung von Radeberg durch meine Lieblings-"Oase" in diesem Gebiet (s. Track vom 29.08., km 28,8 - 30,3) durfte dabei natürlich nicht fehlen.

Die zweite Hälfte der Tour hielt dann nur noch wenige, kurze Anstiege bereit, auch lag ich zu dieser Zeitpunkt hinsichtlich der bewältigten Höhenmeter hinter meiner 1%-Regel (1000 Hm auf 100km) zurück. Eigentlich hätten wir daher schneller sein müssen, als auf meinen beiden vorangegangenen Ausfahrten. Dem war aber nicht so. Bei vollem Tempo im Wettkampfmodus sich noch zu unterhalten, funktioniert einfach nicht. Es gab so viel zu erzählen, wir sehen uns ja eher selten. Daß ich auf dieser Fahrt ebenfalls viel mehr Flüssigkeit benötigte und es zum Schluß trotzdem etwas im Hals kratzte, brauche ich wohl nicht gesondert zu betonen.

Diesmal stand jedenfalls nicht die Leistung im Vordergrund, die gemeinsame Zeit mit meinem Kameraden war mir ungleich wichtiger. Ich bin so oft ohne Begleitung auf Achse, da genieße ich den Austausch umso mehr. (Wobei mir diese Solo-"Trainingstouren" aber auch unentbehrlich sind, weil ich mich dann ganz auf meine Leistung fokussieren kann.)

Nun ist Jens wieder weg, für ihn geht es heute zurück in Richtung Chemnitz. Ich aber habe mich über sein unerwartetes Gastspiel sehr gefreut!

PS: Sieht dieser Mann aus wie über 70?!

28. August 2026

Abendsport

Ausnahmen bestätigen die Regel. Prinzipiell steige ich zwar nachmittags zu fortgeschrittener Stunde zwar nicht mehr auf mein Handbike, doch gestern konnte ich mich dem herrlichen spätsommerlichen Wetter nicht entziehen. Nach einem Arbeitstag im Homeoffice und der Physiotherapie ging es drei Stunden vor Sonnenuntergang los.

Fünfzig Kilometer bis zur Dunkelheit sollten selbst bei der angepeilten 1%-Regelung für die Höhenmeter realistisch sein, und die habe ich tatsächlich geschafft. Es war ebenfalls die Gelegenheit, wieder mal die Steilrampe vom Elberadweg nach Thürmsdorf durch den Pehnagrund hinaufzuklettern (s. Track vom 27.08., km 15,2 - 15,8), die am Ortsausgang in Richtung Festung Königstein ihrer kurze Fortsetzung fand. Auch die vollständige ehemalige und nun asphaltierte Seilbahntrasse der Wismut ab dem Gewerbegebiet Leupoldishain (s. Track vom 27.08., km 20,4 - 23,0) bin ich diesmal gefahren, auch wenn das nicht die optimale Linie bzw. kürzeste Verbindung darstellte. Aber für solche kurzen Ausfahrten sind das genau die richtigen Ziele.

Als ich schließlich nach etlichen Erweiterungen gegen 19.20 Uhr den höchsten Punkt der Strecke auf rund 450 m NHN kurz vor Markersbach erreichte, hatte ich trotz der 530 Hm auf 34 km mit 14,7 km/h nur knapp meine gewünschte Durchschnittsgeschwindigkeit unterschritten. Daß ich diese dann auf der Heimfahrt, welche nur noch bergab führte, weit übertraf, war zu diesem Zeitpunkt bereits abzusehen.

Unterwegs kontaktierte mich telefonisch mein Sportfreund aus dem Erzgebirge. Er ist gerade auf einer Mehretappentour mit dem Rad durch die Tschechische Republik und ziemlich nahe. Heute kommt er nun zu Besuch nach Pirna, und vielleicht klappt es am nächsten Tag sogar mit einer gemeinsamen Ausfahrt.

Ich freue mich schon auf ihn!